Überraschung im Rathaus: Die Bahn ist an einem Austausch interessiert. Fotos: Joachim E. Röttgers

Überraschung im Rathaus: Die Bahn ist an einem Austausch interessiert. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 433
Politik

S 21: Kombi rückt näher

Von Johanna Henkel-Waidhofer
Datum: 17.07.2019
Auf einmal ist die Deutsche Bahn bereit, bei Stuttgart 21 über Nachbesserungen, sprich: Ergänzungen zu reden. Zusätzliche Gleise, wie es sie am neuen Bahnhof braucht, um Engpässe zu vermeiden, werden überraschend zur realistischen Option.

Nach fast drei Stunden Debatte im Stuttgarter Rathaus greift am späten Dienstagnachmittag sogar der entschiedene S-21-Gegner und Stadtrat Hannes Rockenbauch (SÖS) zu lobenden Worten und dankt dem Land Baden-Württemberg für die neuen Überlegungen. Wie einen Kiesel hat der grüne Verkehrsminister Winfried Hermann seinen neuen Plan in die Debatte geworfen, mit zusätzlichen Gleisen gegen die absehbaren Kapazitätsprobleme des neuen Stuttgarter Tiefbahnhofs vorzugehen. Unterirdische Kopfbahnhof-Gleise im rechten Winkel zum Tiefbahnhof, wie sie Hermann anregt, könnte zum einen die S-Bahn gebrauchen, um ihr Angebot in Stuttgart nennenswert auszubauen. Erst recht aber braucht die Bundesregierung zusätzliche Kapazitäten, weil die Deutsche Bahn ihr Fahrgastaufkommen im Zuge der versprochenen Mobilitätswende verdoppeln soll. S 21 in der bisherigen Form, sagen Fachleute übereinstimmend, wäre damit aber heillos überfordert.

Ergänzung, so heißt also das neue Zauberwort. Und das sieht die Bahn offenbar ebenso. Zumindest wollen ihre Experten an den Erörterungen teilnehmen, die in den kommenden Wochen, während der politischen Sommerpause, stattfinden. Es gebe keinen Grund, der Einladung nicht zu folgen, sagt Manfred Leger, Geschäftsführer der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH: "Wir sind an diesem Austausch interessiert und werden genau zuhören."

Das kam für viele überraschend, denn nur kurz zuvor hatten mehrere Medien berichtet, die Bahn hätte Hermanns Plänen – oft "Kopfbahnhof light" genannt – bereits eine klare Absage erteilt. Mit ihrer nun bekundeten Gesprächsbereitschaft überholt die Bahn ihre Fans von der CDU hingegen im Eilzugtempo. Denn noch am frühen Dienstagmittag musste sich Minister Hermann regierungsintern der Kritik des konservativen Koalitionspartners aussetzen. Das war wenige Stunden bevor Gerd Hickmann, Abteilungsleiter im Verkehrsministerium, und Ministerialdirektor Uwe Lahl dem Stuttgarter Gemeinderat konzeptionelle Änderungsvorschläge für Stuttgart 21 unterbreiten sollten. Die KollegInnen von der Union legten dabei größten Wert auf die Feststellung, dass diese Aktion nicht mit ihnen abgestimmt worden sei. Immerhin ist Justizminister Guido Wolf so fair, dem grünen Verkehrsminister öffentlich zuzugestehen, dass "es erlaubt sein muss, auf einer so langen Wegstrecke neue Überlegungen in den Raum zu stellen." Dem Geiste des Koalitionsvertrags entspreche dieses Vorgehen allerdings nicht. Dafür aber dem Geist der Projektförderungspflicht, kontern Grüne.

Bahn-Mann Krenz bemüht längst entzauberte Versprechungen

Hickmann, der schon den ersten kritischen S-21-Gegenentwurf der Landes-Grünen von 1995 mitverantwortete (und dort unter anderem eine Kombi-Lösung aus Tief- und Kopfbahnhof skizzierte, s. u.), kann während seiner Präsentation im Mittleren Sitzungssaal des Rathauses fundiert erläutern, wo es zu Konfliktpunkten kommen wird, falls die bisherigen Pläne nicht erweitert werden. Da hatte Thorsten Krenz, seit Jahresbeginn Konzernbevollmächtigter der Bahn für Baden-Württemberg, eben erst versucht, sich mit einer Aneinanderreihung von gewagten Behauptungen über Realisierung und Potenzial von S 21 aus der Affäre zu ziehen: Laut Krenz sei nämlich der geplante Bahnknoten – entgegen anderslautender Medienberichte und Expertenmeinungen – schon in seiner aktuellen Form "für den Deutschland-Takt bestens vorbereitet" und zusätzliche Kapazitäten würde es gar keine brauchen. Er steht somit ganz in der Tradition jener DB-Granden, die zum Auftakt der Geißlerschen Schlichtung im Herbst 2010 in eben jenem Saal Folien präsentierten, deren Aussagen von den Projekt-GegnerInnen, allen voran Gangolf Stocker und Boris Palmer, umgehend als fragwürdig entzaubert werden konnten.

Doch nicht alle misstrauen den Angaben der Bahn. Alexander Kotz, Chef der seit den vergangenen Kommunalwahlen arg geschrumpften CDU-Fraktion im Stuttgarter Gemeinderat, lässt sich gerne von den Fachleuten der Bahn beeindrucken. Auch achteinhalb Jahre nach der Schlichtung, bei der vorausschauend auf Kostenexplosionen, Kapazitätsprobleme und Risiken hingewiesen worden war, vertritt Kotz "die Meinung", es werde im Tiefbahnhof schlichtweg keine Probleme geben.

Natürlich regnete es Buhrufe aus übervollen Zuhörerreihen und jede Menge Widerspruch von Grünen und erst recht von der Fraktionsgemeinschaft SÖS-Linke-PluS. Die SPD wiederum will einen Gegensatz konstruieren zwischen dem oberirdisch benötigten Wohnungsbau im neuen Rosensteinviertel und den unterirdischen Bahngleisen. Oberbürgermeister Fritz Kuhn mahnt, den Zielkonflikt zwischen Städtebau und Verkehrsoptimierung auszuhalten und auszutragen.

Für die Finanzierung werde sich "ein Topf finden"

Zum großen Showdown, wie ihn Projektanhänger gern erlebt hätten, kommt es nicht, jedenfalls nicht an diesem Nachmittag: Grün gegen Grün, also Kuhn gegen seinen Parteifreund Hermann (und damit auch Stadt gegen Land), ist aufgeschoben. Oder mehr noch: Hermanns Ministerialdirektor Lahl macht deutlich, dass es dazu gar nicht kommen müsse. Schon seit einem Jahr, offenbart er, arbeite das Verkehrsministerium an der Idee unterirdischer Kopfbahnhof-Gleise. Um dann einzuräumen: "Wie der Ergänzungsbahnhof zu finanzieren ist, das wissen wir nicht." Das müsse aber auch niemanden stören, denn wenn es alle Verantwortlichen, insbesondere die auf Bundesebene, ernst meinten mit der Mobilitätswende, "wird sich ein Topf finden". Und wenn nicht? Der Landesbeamte leistet sich eine politische Prognose: Dann könnte es womöglich andere politische Mehrheiten geben, die eine solche Finanzierung nicht zuletzt aus Klimaschutzgründen ermöglichen würden.

Mehrere Wochen bleiben jetzt, um über die "veränderte Verkehrsdrehscheibe Hauptbahnhof", wie Hickmann in seiner Präsentation sagt, zu beraten. Ebenso über die Notwendigkeit zusätzlicher Gleise oder darüber, wie die S-Bahn künftig vor allem aus dem Norden und dem Osten die Region adäquat anbinden kann. Und wieder einmal, wie schon in der Schlichtung vor achteinhalb Jahren am selben Ort, geht es um die Stoßzeiten, in denen heute mehr Fernverkehrszüge verkehrten – etwa sechs an der Zahl am kommenden Freitag von Stuttgart nach Mannheim/Heidelberg und damit mehr als künftig.

Neben dem Verkehrsministerium ist die SÖS-Linke-PluS-Fraktion zweiter Sieger dieses denkwürdigen Nachmittags. Denn ohne ihren Antrag Nr. 233/2019 mit seinen sieben Fragen und den kurz davor erfolgten Grünen-Antrag Nr. 220/2019 hätte die Sitzung in dieser Form gar nicht stattgefunden. Die letzte ihrer Art übrigens in der Zusammensetzung des alten Gemeinderats. Doch auch im neuen, da sollte gar kein Zweifel aufkommen, will Rockenbauch eine S-21-Hauptrolle spielen – möglicherweise aber nicht mehr in Sachen Verhinderung, sondern bei der Fortentwicklung respektive Schadensbegrenzung. Dass er ein langes Gedächtnis hat, darauf haben sich alle Beteiligten ohnehin eingestellt. So erinnert er den Oberbürgermeister gerne an sein Versprechen aus dem Wahlkampf, alle oberirdischen Gleise einen Fahrplanwechsel lang liegen zu lassen, um die Kapazität des Neubaus unterirdisch zu überprüfen. Ob dies durch die nun möglich erscheinende neue Ergänzung vielleicht obsolet wird? Die Hoffnung stirbt zuletzt.


Hier die Präsentation des Verkehrsministeriums "Ergänzende Infrastruktur für den Schienenknoten Stuttgart"  zum Download.


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17 Kommentare verfügbar

  • Nina Picasso
    am 21.07.2019
    Ich koche vor Zorn darüber, wie Verkehrsminister W. Hermann seine beste Karte, die besten Argumente einfach verschenkt und allen Bahnfahrern (insbesondere den Mobilitätseingeschränkten) und natürlich den oberirdischen Kopfbahnhoffreunden/Bahnfreunden gewaltig vor den Kopf stößt!

    Auch die verbohrtesten CDU-SPD-FDPler hätten gar keine andere Chance gehabt, als mindestens (!) 6 Kopfbahnhofgleise oben stehen zu lassen, wenn nicht VM Hermann diese unfasslich kontraproduktive Idee aufgeworfen hätte.

    Alles , aber auch Alles, was ein unterirdischer Bahnhof an Nachteilen mit sich bringt, wird durch eine weitere Tieferlegung des eigentlichen Kopfbahnhofs übernommen: keine Barrierefreiheit ohne störanfällige Technik, umständliches Reisen, unattraktives Reisen, größere Überflutungsgefahr bei Starkregen, weiter der unterirdische Brandschutz light, noch höherer Energieverbrauch, noch höhere Stations- und Trassenpreise, mehr Lärm und Gestank, noch höhere Feinstaubkonzentration für Reisende und Mitarbeiter etc etc.

    Was mir richtig sauer aufstößt: diejenigen, die ökologisch unterwegs sind, werden zum unattraktiven Reisen in ewigen "Höhlen" und Tunneln verbannt.
    Diejenigen, die der Umwelt massiv schaden und die Stadt zupesten, dürfen weiter oben "an frischer Luft" verbleiben.

    Nochmals mind. eine Milliarde Euro werden weiter verschleudert. Überall fehlt bei der Bahn das Geld. Egal!

    Was das Bauen betrifft: noch längere unzumutbare (!) Erschwernisse für die Reisenden, noch mehr Gestank und Lärm, noch längere Grundwasserabsenkung (welches ohnehin schon das Limit bei Weitem überschritten hat!), noch mehr Stadtverschandelung und Feinstaub. Das Projekt ist eh schon derart unökologisch, es wird immer Schlimmer und ist heute schon nicht mehr ausgleichbar!

    Was das Allerschlimmste ist: die neoliberalen Politik-Verbrecher und Immobilien- Betonmafia kommen damit wohl durch. Hermann (Kretschmann sowieso) haben der Demokratie einen weiteren äußerst schlechten Bärendienst erwiesen! Sie hätten es - zumindest am Schluss - in Teilen verhindern können.

    Was den Rosenstein betrifft. Das Stadtklima wird sich weiter aufheizen, denn die wichtige Frischluft- und Abkühlfläche entfällt durch diese Dummheit. Es wird weiter zubetoniert, noch mehr Autos, noch mehr Motor-Abwärme. Sie werden höher bauen als eigentlich zulässig. Das zeigen schon die Modelle. Die Warnungen der Stadtklimatologen - egal.

    Man möge mir verzeihen - aber es kotzt mich so dermaßen an!
    Ich koche vor Zorn über diese weitere Destruktivität der Grünen! Von CDUSPD... ist man das ja gewohnt! Schämt Euch!
  • Andreas Spreer
    am 19.07.2019
    Heutiger Titel der Stuttarter Zeitung: "Hermann sieht Engpässe bei S-Bahn". Das ist genau das, was ich weiter unten meinte. Ja, sehen die Redakteure die Engpässe denn nicht selber? Fahren nicht auch einige von ihnen täglich mit der S-Bahn zur Arbeit? Das klingt ein wenig so wie "Kann ja sein, dass er Recht hat, aber wir halten uns da raus. Wir berichten nur objektiv." Objektiv wäre für mich, einfach mal festzustellen, dass die Stammstrecke ein Nadelöhr ist. Und zwar schon heute, nicht erst nach einer Verdoppelung des Verkehrs. Sonst lachen die Leser. Nicht "könnte sein" oder "Hermann sieht was". Grr. Vielleicht ist es der Versuch, sich auf ein hohes Ross zu flüchten, um nicht in die Schusslinie des Herausgebers zu geraten?
  • F. Fischer
    am 18.07.2019
    Für die Finanzierung werde sich "ein armer Tropf" finden. Klar. Das Koschdendeggelhütchenspiel geht munter weiter. ... Da der "Ruf" der Politik und der DB eh runiert ist, kommt es ja auf weitere Täuschungen, Unredlichkeiten, Schummeleien und Lügen nicht an. ...
  • D. Hartmann
    am 18.07.2019
    "Krenz"?
    Woher kenn' ich den Namen nur? Hmm ...

    Ach jetzt! Vor fast genau 30 Jahren kam schon mal ein "Krenz" zu einem Amt (ich glaub' das des Staatsratsvorsitzenden). Dieser legte sich mit Verve ins Zeug für den real existierenden Sozialismus. Und ein paar Wochen später war die Mauer weg, dann nochmals ein paar Wochen er und ein Jahr später die DDR.

    Wäre schön, wenn mit dem "neuen Krenz"auch nach einem Jahr Schluss (mit S21) sein sollte. Die Diskussion über zusätzliche Gleise geht genau in diese Richtung. Oben sind diese [Gleise] ja längst (seit 100 Jahren) vorhanden. Da braucht nichts neu gebaut werden sondern nur etwas saniert und renoviert (zu überschaubaren Kosten).

    Wäre die Bahn (und die Politik) dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit verpflichtet, würde der Bau (S21) sofort eingestellt. Das wäre auch zum Stand von heute (Juli 2019) noch immer die günstigere bzw. wirtschaftlichere Lösung als bis zum (bitteren) Ende weiterzubauen.
    Und ein Ende ist derzeit ja gar nicht (mehr) in Sicht. Jetzt schlägt man (Grün) vor, für einen unwirtschaftlichen und unterdimensionierten Bahnhof (S21) ab dem Jahr X für weitere Y Milliarden EUR über Z Jahre Hilfsbauwerke zu errichten. Ja, sind die denn ...?

    Klar, seit Nov. 2011 wurden tatsächlich schon ein paar Milliarden EUR für S21 "verbrannt". Aber weiterhin "gutes Geld" dem "schlechten" hinterher zu werfen, ist ein völlig verantwortungsloses Treiben (hier gemeinschaftlich begangen von DB, Schwarz und Rot sowie Grün).

    Ich weiß, das oben beschriebene Prinzip ist der "schwäbischen Hausfrau" praktisch nicht zu vermitteln. Darum klammern sich inzwischen auch Politiker an S21 bzw. an die Devise "Weiterbauen", die sicherlich auch heute noch nicht zu den Befürwortern dieses wirtschaftlich wie funktional unsinnigen Bahnhofs gehören. Aber das eigene "politische Überleben" steht halt im Zweifel auch bei Kretschmann & Co. über dem Gemeinwohl.
  • Ricci
    am 17.07.2019
    Na, das läuft doch optimal: #Ergänzung was für ein schönes Wort!
    Da wird also Murks21 mit ergänzenden Geldern, ergänzenden Gleisen, ergänzenden Mitteln aufgewertet!

    Da wird seit Jahrzehnten falsch gesteuert 94 Bahnprivatisierung, äh Bahnausverkauf unter Rot-Grün und dann 94 S21 unter CDUFDP ausgesessen ... und nun wird mit wieder neuem Steuergelder-Klauen Korrektur gefordert!

    So ist doch die Ökonomie Diktatur seit Jahren: da wird permanent 'ergänzt', so dass oben mehr rauskommt und unten mehr gequetscht wird!

    Ergänzung: es ist die klassische und nicht hinnehmbare Erpressung! (Die Kretschmann vehement und populistisch verhindern wollte!)

    Geld ist genug da in Deutschland.... nur nicht da wo es gebraucht wird, zukunftsgerichtet ist und sozial-demokratisch verteilt werden sollte!

    " Doch auch im neuen, da sollte gar kein Zweifel aufkommen, will Rockenbauch eine S-21-Hauptrolle spielen – möglicherweise aber nicht mehr in Sachen Verhinderung, sondern bei der Fortentwicklung respektive Schadensbegrenzung. "
    Was soll das andeuten?
  • Andreas Spreer
    am 17.07.2019
    Neulich schon juckte es mich in den Fingern, einen (positiven) Leserbrief zu Verkehrsminister Hermanns Vorschlag für zusätzliche Gleise zu schreiben. Aber bei der Stuttgarter Zeitung mag ich nicht mehr. Wie jeder hier weiß, spielte sie eine äußerst fragwürdige Rolle bei der Durchsetzung des Projektes und tut das eigentlich immer noch. Da kommt dieser Artikel gerade recht. -
    Sehr gut! Ich verstehe den Vorschlag so, dass es Hermann und seinem Ministerium zweitrangig erscheint, ob die Gleise oben oder unten liegen. Hauptsache, es sind überhaupt genug Gleise da, und 8 reichen einfach nicht. Bis heute habe ich kein überzeugendes Argument gehört, warum in der schrägen Tiefbahnhofhaltestelle mehr Züge halten können sollen als im notorisch überlasteten ebenen (!) Kölner Hbf. Dort fuhren vor ein paar Jahren 4 Züge pro Stunde pro Gleis (außer S-Bahn), wahrscheinlich heute immer noch. Macht bei 8 Gleisen 32 Züge. -
    Im Sinne des Verkehrszuwachses hätte man natürlich den alten Bahnhof stehen lassen müssen. Und auch jetzt noch wäre ein Erhalt als Kombibahnhof die beste und preiswerteste Lösung. Aber wenn das partout nicht in die Köpfe der Autoparteien hinein will, dann eben unterirdisch. Ist immer noch besser als erstickende Stuttgarter.
  • kajoge
    am 17.07.2019
    Die gestrige Veranstaltung im Rathaus war in weiten Teilen wahrhaft unterirdisch, vor allem als sich der Bahnvertreter mit längst widerlegten Behauptungen hervortat (S21 kann alles leisten, auch den integralen Taktverkehr, ohne jegliche zusätzliche Baumaßnahmen) oder als es der Stadt in Person eines grünen Bau-Bürgermeisters nur um den Wohnungsbau zu gehen schien. Keiner - außer Hannes Rockenbauch - hat dem brennendsten Thema unserer Zeit, dem Klimawandel, auch nur eine Randbemerkung gewidmet, obwohl doch genau das das Zünglein an der Waage sein sollte. Wenn wir das für die Abkühlung und als Frischluftschneise der Stadt wichtige Gleisvorfeld mit Wohnungen zubauen, dann ist ein weiterer essenzieller Baustein für die Erhöhung der Temperatur in unserer Stadt gelegt. Gerade angesichts des engen Zeitfensters sollten die Verantwortlichen doch jetzt alles tun, um nicht noch mehr klimaschädliche Dinge zu zementieren, sondern endlich wenigstens das abzusagen und zu vermeiden, was uns weiter in den Klimakollaps hineintreibt. Insofern: Es gibt keine Alternative zum Kopfbahnhof und dem für die Kühlung der Stadt wichtigen Gleisfeld, aber die Verantwortlichen tun noch immer so, als hätten wir business as usual. Hoffen wir, dass wenigstens der neue Gemeinderat hier besser und klimabezogener entscheiden wird!
  • Philipp Horn
    am 17.07.2019
    Geht in die richtige Richtung
    • Ricci
      am 17.07.2019
      @Philip Horn.... es geht seit Jahrzehnten in die falsche Richtung!
      Es ist für eine hochnäsige sogenannte Dichter- und Denkernation unerträglich, dass gegen jeden Verstand Entscheidungen getroffen werden!

      Nochmal das Projekt hat 20 Jahre Planung und Planungskosten hinter sich!
      Sowas ist einen Unverschämtheit!
      Und viel viel schlimmer: es macht auch jedwedes bürgrschaftliche Engagement kaputt!
      Wozu sich einsetzen, wenn die sowieso machen was sie wollen!
  • RealIst
    am 17.07.2019
    Meine frühere Mitstreiter werdens nicht gerne hören, aber der Kombi kommt und ist aus heutiger Sicht die einzigste halbwegs vernünftige Lösung, die auch realisierbar ist, der Kampf für den in allen Belangen überlegenen Kopfbahnhof und gegen die Immobilienbranche mit ihren poltischen Helfeshelfern ist längst verloren.

    Der Restprotest liegt zwar beim Punkt Kopfbahnhof richtig, hat aber bei fast allen anderen Themen, über die ja auch gerne geredet wird, den Bezug zur Realität verloren, so leid es mir tut, aber in der Öffentlichkeit werden S21 Demonstranten nur noch als ewiggestrige Traumtänzer wargenommen.
    • F. Fischer
      am 18.07.2019
      Naja. Ihre "Öffentlichkeit" ? Was soll das sein? Hmm? Sowas ist unseriös und durchsichtig. Angebliche "Mitstreiter" mit Fakenamen sind eh lächerlich. ... Die Spielchen sind seit 2010 bekannt.
    • Real Ist
      am 19.07.2019
      Da Wahrheiten nicht immer angenehm sind, verträgt sie nicht jeder.

      Was in der Öffentlichkeit im Gegensatz zu K21 Pressekonferenzen sehr wohl wargenommen wird, sind zum Beispiel mehrere abfällige Bemerkungen der FFF Kinder, die den S21 Protest u.A. als traurigen Haufen bezeichnete, dass sich S21 Gegner trotz dieser Unverschämtheiten dieses regierungsfreundlichen Protests ihnen auch noch penetrant anbiedern, halte ich für eine würdelose Selbsterniedrigung.
    • Martina Auer
      vor 3 Wochen
      Da sollten Sie Ihren "Realitäts"sinn einmal hinterfragen. Zugegeben, das ist nicht immer leicht.

      Fakt ist, S21 wird nun endlich zunehmends in der Öffentlichkeit als Problemprojekt, auch als Lügenprojekt, erkannt. Fakt ist weiter, dass es genau diesen von Ihnen als "Restprotestlern" bezeichneten engangierten Menschen zu verdanken ist, dass das Thema nicht mehr einfach stillschweigend hingenommen wird.

      Was haben Sie dazu beigetragen?
  • Jue.So Jürgen Sojka
    am 17.07.2019
    Rück näher! Oder werden doch wieder eher Stühle gerückt?

    Nun hat der SWR, nicht alleine in Person von Harald Kirchner «hinzugekommen Jürgen Waibel¹», die Berichterstattung zu STUTTGART 21 in neutraleres² Fahrwasser verlegt. Die Parteinahme für die S21-Betrüger und Lügner scheint sich zusehends zu verflachen, es ist ja auch nicht mehr zu übergehen, dass BRH Gutachten (seit Okt. 2008) und was Fachleute an Zutreffendem im Vorfeld veröffentlicht haben!

    Projektleiter Leger³ hat da seine ganz eigenen Vorstellungen.

    Waibel¹ E-Mail zu SWR2 Forum: Unterirdisch – Das Drama um Stuttgart 21 https://www.parkschuetzer.de/statements/198991

    neutraleres² SWR» Aktuell um 07:18 Uhr Streit um Leistungsfähigkeit des S21-Tiefbahnhofs
    Neue Arbeitsgruppe soll offene S21-Fragen klären https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/stuttgart/Diskussion-um-Stuttgarter-Tiefbahnhof-Bahn-S21-ist-Voraussetzung-fuer-Deutschland-Takt,stuttgart-21-ausschuss-bahn-100.html Video + Audio
    Braucht der neue Tiefbahnhof Stuttgart 21 eine Optimierung? Darüber wurde am Dienstag im S21-Ausschuss des Stuttgarter Gemeinderats heftig gestritten. Eine Arbeitsgruppe soll Antworten geben.

    Ministerpräsident: Ergänzungen nur im Einvernehmen

    Arbeitsgruppe soll bis Herbst Vorschläge erarbeiten
    Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Landes, der Stadt und der Bahn soll nun bis zum Herbst Vorschläge erarbeiten und wichtige Fragen klären. Die Bahn, so Projektleiter Leger am Ende der Debatte, zeigt sich offen: "Wenn es Probleme gibt, wette ich, gibt es auch eine Lösung".

    Leger³ https://up.picr.de/36273641ia.pdf Bundestag - Verkehrsausschuss - 11.06.2018
    Nachem der Herr Leger in seinem Stellungnahme schon "Unwahrheiten" verbreitet hat, wurden diese von ihm nochmals im Verkehrsausschuss vorgetragen.
    Deshalb hat er von mir heute folgende EMail erhalten.
    • Jue.So Jürgen Sojka
      am 19.07.2019
      Kombi~niert aus den bisherigen Erlebnissen mit den Verantwortlichen der Deutschen Bahn AG, dem Eisenbahnbundesamt, den Bundesministern (und _ihren_ Ministerialen*), den Landesministern und den Landes- und Stadtverantwortlichen, lässt sich feststellen:
      Nix glernt, und no nix dazu glernt!

      Die Badische Zeitung veröffentlicht gestern Abend um 21:21 Uhr diesen Artikel
      Stuttgart 21 wird massiv teurer: Bahn muss Risikoreserve anzapfen – also um 11:53 Uhr dieser Kommentar https://up.picr.de/36288739sr.pdf
      Nein, wer dürfte sich verwundert zeigen ob der jahrzehntelangen gleichbleibenden Verfehlungen jener, die zu prüfen sind, bevor ihnen Verantwortung für unsere Gesellschaft übertragen wird.
      Nicht erst seit Thilo Sarrazin, seiner schriftlichen Vorlage an den Verkehrsausschauss des Bundestages und seiner persönlichen Aussage! …

      http://up.picr.de/32665056gt.pdf 2,95 MB mit 12 Dokumenten, darunter "Planungsrundschau 8 Nov. 2003 – Mega-Projekte und Stadtentwicklung" KOSTENUNTERSCHÄTZUNG BEI ÖFFENLTICHEN BAUPROJEKTEN: FEHLER ODER LÜGE ?

      Hinzugenommen dieser Kommentar 24.06.2017 https://up.picr.de/36288753jh.pdf

      Unser "Prof" im Fach Recht (Betriebswirte/Handelsfachwirte) meinte: Ihr müsst selbst erkennen können, ob eure Rechtsbeistände, die ihr euch auswählt, etwas taugen. Ihr seid am Ende diejenigen, die den Kopf hinhalten müssen! Rechtsanwälte verdienen immer, ob sie erfolgreich für euch tätig sind oder nicht (verlieren oder gewinnen)!


      Ministerialen* So wurden unfreie Diener genannt, welche Hof- und Kriegsdienste in unmittelbarer Umgebung der Herrschenden leisteten

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