Karikatur: Kostas Koufogiorgos

Ausgabe 389
Politik

Kombilösung reloaded

Von Johanna Henkel-Waidhofer
Datum: 12.09.2018
Die Hoffnung stirbt noch lange nicht: Der BUND hat eine "Umsteigelösung" für Stuttgart 21 vorgelegt. Die sei gerade früheren GegnerInnen, die inzwischen in Amt und Würden stehen, zur Lektüre empfohlen.

Winfried Kretschmann wollte zu Beginn seiner Amtszeit als Ministerpräsident eines auf jeden Fall verhindern: dass mitten in der Landeshauptstadt eine riesige Baugrube klafft und keiner weiß, wie's weitergehen soll. Sein Versprechen wiederholte der Grüne auch noch nach der Volksabstimmung im November 2011. Wirklich erfüllen meinte er es allerdings nicht zu können. Denn zuerst saßen die BaggerfreundInnen von der SPD mit am Kabinettstisch und lästerten im Zusammenspiel mit den schwarzen Tiefbahnhof-Fans auf den Oppositionsbänken gegen die große bunte Riege der KritikerInnen an. Dann, bei den Koalitionsverhandlungen mit der CDU im Frühjahr 2016, fanden die Grünen wieder keine Mittel und Wege, wenigstens eine objektive Bestandsaufnahme zu Stuttgart 21 – mehr als 20 Jahre nach Projektstart – durchzusetzen.

Hilfestellung könnte nun vom BUND Baden-Württemberg kommen, denn der Umweltverband legt mit "Stuttgart-21-KombiModell" ein Konzept mit, so die Ankündigung, "wesentlichen Verbesserungen" vor. Inzwischen, schreibt der BUND in seinem Vorstoß, seien "Stand Mitte 2018 mit fast 70 Prozent mehr als zwei Drittel der insgesamt 57 Kilometer Tunnelstrecken gebohrt". Und weiter, der Seitenhieb muss sein: "Wir sehen uns in unseren schon vor über zehn Jahren gemachten Prognosen, gutachterlich belegten Aussagen und Fakten hinsichtlich Kostenexplosionen, Zeitverzögerungen und technischer Probleme bestätigt – das Prestigeprojekt war von Anfang an schöngeredet und -gerechnet." Dennoch sind die S-21-GegnerInnen des BUND zu einem Pragmatismus in der Lage, den BefürworterInnen noch nie an den Tag legen wollten: Sie bauen in die neuen Überlegungen ein, dass es einen Tiefbahnhof geben wird, und bewerten einen Baustopp zum jetzigen Zeitpunkt als "unrealistisch".


Als realistisch hingegen wird eine Orientierung des "KombiModells" an insgesamt neun Punkten erachtet. Manche sind gute alte Bekannte aus der Schlichtung vor bald acht Jahren, andere sind neu, wie das von der Bundesregierung jüngst ausgegebene Ziel, die Zahl der Fernreisenden auf der Schiene bis 2030 zu verdoppeln. Das wären nach der BUND-Rechnung 280 Millionen Fahrgäste pro Jahr. "Dafür braucht die Bahn viele Züge, aber auch viele Gleise – vor allem in den betrieblichen Großknoten wie Stuttgart", heißt es in dem Umstiegskonzept. Als Gründe, S 21 neu zu bewerten, werden darin außerdem die Ziele für Klimaschutz und Luftreinhaltung des Bundes und des Landes genannt. Oder die Umsetzung der Studie "Mobiles Baden-Württemberg". Oder die Notwendigkeit, den Autoverkehr in Stuttgart selber um 20 Prozent zu reduzieren, was eine Verdoppelung der Kapazitäten im Nah- und Fernverkehr gegenüber heute notwendig macht. Oder – noch ein heißes Thema – die rasche Entwicklung innerstädtischer Wohnbauflächen.

Noch seien "weitgehende planerische Modifizierungen" möglich

Natürlich hat Brigitte Dahlbender, Landesvorsitzende des BUND und als Schlichtungsteilnehmerin bis ins kleinste Detail mit den – vermutlich auf ewig unlösbaren – Brandschutzproblemen, den Kapazitätsengpässen und den Betriebsqualitätsmängeln vertraut, an dem Dokument maßgeblich mitgeschrieben. Fast flehend der Appell: "Wenn nicht jetzt, wann dann?" Noch böten sich Chancen, in Teilen abzuspecken und in Teilen zu ergänzen. Der Zeitpunkt sei "günstig, denn der Realisierungsstand beim eigentlichen Tiefbahnhof erlaubt noch weitgehende planerische Modifizierungen, am Flughafen und am geplanten Abstellbahnhof in Untertürkheim wird noch gar nicht gebaut". Deshalb müssten sich die Projektpartner Deutsche Bahn, das Land Baden-Württemberg, der Verband Region Stuttgart, die Stadt Stuttgart sowie der Bund als Alleineigentümer der DB bewegen.

Was konkret etwa bedeuten würde, die Gäubahn nicht über den Flughafen zu führen, sondern als Umsteigedrehscheibe den Regionalbahnhof Vaihingen kurzfristig zu realisieren und auf den Flughafen-Tiefbahnhof zu verzichten. Vorgeschlagen wird ein oberirdischer Fernverkehrshalt am Flughafen an der Neubaustrecke, samt einem Shuttleverkehr zu Terminals und Messe, wie er an vielen internationalen Airports üblich ist (und worüber im vergangenen Jahr wohl auch die Bahn selbst nachdachte). Für Technologiefreaks werden sogar selbstfahrende Busse ins Spiel gebracht.

Eine andere große Baustelle, der neue Abstellbahnhof, soll wenigstens eine kleinere werden. Denn dass die Bahn künftig nicht mehr alleiniger Anbieter des Regionalverkehrs im Stuttgarter Netz ist, hat weitreichende Konsequenzen. "Ein erheblicher Teil der Regionalzüge wird zukünftig nicht mehr in Stuttgart abgestellt, sondern an den Endpunkten der Regionalbahnlinien. Dementsprechend ist der Abstellbahnhof in Untertürkheim neu und deutlich geschrumpft zu konzipieren."

Herzstück des BUND-Papiers ist aber die Akzeptanz des Durchgangsbahnhofs. Doch nicht ohne notwendige Verbesserungen: Der Erhalt der Panoramastrecke sei zwingend, um die S-Bahn-Stammstrecke, den S21-Fildertunnel und die Filderbahn zu entlasten. Auf diese Weise könnten elektrifizierte Zweigstrecken, etwa auf dem Schönbuch, in den Talkessel durchgebunden oder ein tragfähiges S-Bahn-Notfallkonzept entwickelt werden. Und dann fällt das Zauberwort "Teilerhalt", gewissermaßen als neue Übersetzung von "Oben bleiben". Oder als Aktualisierung des von Heiner Geißler am Ende des Stresstests im Juli 2011 aus dem Hut gezauberten Kompromissvorschlags einer Kombilösung. Auch in Zukunft müsse es im Kopfbahnhof vier Bahnsteige mit acht Gleisen geben, mit jeweils zweigleisigen Zulaufstrecken Richtung Nordbahnhof und Bad Cannstatt. "Zusammen mit Stuttgart 21 kann damit eine leistungsfähige und zukunftsfähige Bahninfrastruktur in der Metropolregion realisiert werden", heißt es weiter. Vorstellbar sei ein "Abtauchen" der Panoramabahn ab Halt Mittnachtstraße in die "Ebene -1" des Hauptbahnhofs, also der Verteilerebene für Reisende, während "Ebene -2" das Bahnsteigniveau Durchgangsbahnhof bleibt.

BUND: Sinnvolle Konzepte für einen Totalerhalt des Kopfbahnhofs fehlen

Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich vorzustellen, dass der Vorschlag der Hinnahme des Tiefbahnhofs dem Widerstand gegen S 21 nicht schmecken wird. Zumal aus dessen Reihen mit "Umstieg 21" bereits ein Umstiegskonzept erarbeitet wurde, das einen kompletten Erhalt des Kopfbahnhofs, eine Aufgabe des Tiefbahnhofs sowie diverse Vorschläge für Umnutzungen der schon bestehenden Bauflächen vorschlägt. Der BUND hält dem entgegen, dass es "keine praktikablen und verkehrlich sowie städtebaulich sinnvollen Alternativkonzepte in der Schublade gibt, keine Planungsgrundlagen und keine Planfeststellungsverfahren". Obendrein erscheine es völlig unrealistisch, bei einem kompletten Neustart des Projekts "Ertüchtigung des Bahnknotens Stuttgarts" noch einmal "enorme Summen öffentlicher Gelder nach Stuttgart zu bekommen, die dann in anderen Regionen Deutschlands fehlen".

Allerdings baut der BUND die goldene Brücke in beide Richtungen, mit der Forderung an die Adresse der Landesregierung, ein "offenes Dialogverfahren" samt breiter Beteiligung zu starten. Schlagend an die Adresse der S-21-Fans und (früheren) -GegnerInnen in der Villa Reitzenstein und im Verkehrsministerium führt der BUND ins Feld, dass der neue Kombibahnhof einen geringeren Energie- und Stoffeinsatz mit sich brächte. Vorhandene Infrastruktur würde weiter genutzt, bei erheblichen verkehrlichen Verbesserungen. In einer Taskforce mit sogenannten FachgutachterInnen könnten zentrale Teilaspekte diskutiert und bewertet werden.

Immer auch in der Hoffnung, dass sich der Ministerpräsident und Erfinder der "Politik des Gehörtwerdens" mit seinem Volksabstimmungsdogma einer Erkenntnis nicht entziehen kann: Der Geist des Plebiszits von 2011 sei "zunehmend in Frage gestellt, weil Basis der Abstimmung das Versprechen der Bahn und der Landespolitik war, S 21 im zeitlichen und finanziellen Rahmen zu verwirklichen sowie einen leistungsfähigen, auf Verkehrszuwachs ausgerichteten Bahnknoten zu realisieren", schreibt der BUND. Geworden ist daraus bekanntlich nichts. Der Rahmen ist auf jeden Fall gesprengt. Und das wird alle einholen, die Grünen aber in ganz besonderem Maße.

Das Jahrhundertloch: Stuttgart 21

Immer neue Kostensteigerungen, Risiken durch den Tunnelbau, ungelöste Brandschutzfragen, ein De-facto-Rückbau der Infrastruktur – das sind nur einige Aspekte des Milliardengrabs.

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15 Kommentare verfügbar

  • Gerlinde Mauerhöfer
    am 19.09.2018
    Widerständler lasst Euch nicht unterkriegen. Wo war die kritische Stimme von Minister Hermann und Frau Dahlbender bisher? Jetzt wird ein Umstiegs-Projekt aus dem Hut gezaubert, das wurd im Hinterzimmer -wie das S/21-Projekt damals, ausgebrütet. Bestimmt kein selbstloses Geschenk denke ich. Zur Erinnerung: Nach der Wahl hat der Landesvater in die "neoliberale Kristallkugel geschaut in der zu lesen war: "Stresstest bestanden". Ohne dies selbst zu überprüfen hat er dies den Bürgern verkündet. Danach ist durchgesickert, dass das "bestgeplante Prjoket" ein Verkehrsrückbau ist, dies lag im wie Käs` im Magen. Das Problem hat der neoliberale Geldadel wie folgt behoben; sie schickten ihm einen Kräuterbitter - Hausmarkte INSM- eingepackt mit Geschenkpapier von der IHK, denn die GRÜNEN haben ja schliesslich Stil. Dann gings dem Landesvater wieder gut und er verkündigte dem ganzen Land: "Dr Käs`ischt gessa". Was haben die anderen Befürworter wohl bekommen? Seinen Fachminister Hermann hat er ins Trappistenkloster eingewiesen, damit er das tolle S/21-Projekt ja nicht kritisiert.
    Aber was lehrt uns Bürgern das S/21-Projekt? Uns wird eine Demokratie-Theater vor-
    gespielt, wer aber hinter den Kulissen das Drehbuch schreibt, das bleibt im Dunkeln.
    Die "Kreuzlesmacher" dürfen sich nur die Köpfe heiß reden, ob SCHWARZ besser ist als GRÜN, oder ROT usw. Prangert dieses Murcks-Projekt weiterhin an. Gleichzeitig kämpft vehement für DIREKTE DEMOKRATIE, damit die Bürger die Möglichkeit haben Politiker jederzeit abzuwählen die nicht in ihrem Sinne handeln, zum Beispiel die Kriegslüsternen (Syrien!), die Steuerhinterzieher nicht verfolgen, für Privatisierung eintreten, die öffentliche Infrastruktur verlottern lassen, nur um einiges zu nennen, sich nicht für den notwendigen öffentlichen Nahnverkehr einsetzen und und, aber das will ich auch noch erwähnen; sich ihre Diäten und Pesionen fett erhöhen. Kämpft für DIREKTE DEMOKRATIE und OBEN bleiben.
  • Horst Ruch
    am 17.09.2018
    ... der BUND (Frau Dahlbender) hat natürlich recht, wenn sie sagt, dass (bei dem Überquellen der Steuereinnahmem) ein Baustopp auf Basis „Umstieg jetzt“ nicht zielführend ist.
    Die Gelder, die BW in den Finanzausgleich bezahlt hat, sollen doch auf diesem krummen Weg wieder ins Ländle fließen. Da ist weder die Frage des gesunden Menschenverstandes noch die der „neutralen“ fachkundigen Bahnwissenschaftler von Belang. Funktion, nein Danke.
    Die „Untergrund“- Arbeiten jetzt einfach abzubrechen wäre nach dem derzeitigen Verstand der Finanzjongleure eine Dummheit ersten Ranges. Zumal sich politische Akteure (Angela Merkel an der Spitze) lieber mit diesen „Führungskräften“ auf deren pekunären Niveau bewegt, als auf dem der abzusahnenden Demo-Querulanten.
    Fazit: Weiterbauen bis die Betriebsgenehmigung 2025 versagt wird. Dann „künstlich“ jammern, weil die oberen Kopfbahnhofgleise (zumindest teilweise) „ widererwarten“ erneuert werden müssen, da angeblich die neuen EU-Vorgaben so streng geworden seien und unerwartet eine Funktionsprüfung erforderlich wurde.
    Wer konnte das 2011 schon wissen!!! Was soll‘s.
    Die 12-15 Mia Staatsausgaben für das eigenwirtschaftlichen Projekt der DBAG verteilen sich letztlich auf lächerliche knappe 1Mia pro Jahr.
    Ein Bruchteil des Jahreswehretats der Bundesrepublik.
  • Martina Auer
    am 15.09.2018
    "...Der BUND hält dem [Umstieg 21] entgegen, dass es "keine praktikablen und verkehrlich sowie städtebaulich sinnvollen Alternativkonzepte in der Schublade gibt, keine Planungsgrundlagen und keine Planfeststellungsverfahren".

    Soso. Es gibt also keine Planungsgrundlagen und keine städtebaulichen Konzepte bei Umstieg 21?...aha... schon mal die Umstieg 21 - Broschüre gelesen, Frau Dahlbender? Und wo sind sie denn nun, die praktikablen und verkehrlich sowie städtebaulich sinnvollen Alternativkonzepte, die Planungsgrundlagen und die Planfeststellungsverfahren zum BUND-Modell? Wo kann ich die nachlesen?

    Kann es sein, dass der BUND da seinen Grünen Kumpanen, die sich bezüglich des Umstiegs und durch das Bashing der Kopfbahnhof-Bewegung in eine Opportunitätsfalle verrannt haben, irgendwie eine Vorlage für die Kommunalwahlen geben will?
    • Peter Kurtenacker
      am 18.09.2018
      > Grünen Kumpanen
      Und demnächst wollen die Linken am liebsten mit denen regieren? Kein Wunder das die Mehrheiten gerade nach Rechts abwandern. Das ganze wird so nichts mehr.
      Zur Abschreckung fehlt nur noch der berühmte SED-Händedruck. Danach reden wir über den sozialen Wohnungsbau in der EX-DDR. Den hab ich mit eigenen Augen gesehen. Wenn man die Fußleiste im Plattenbau entfernte, pfiff der Wind durch...
  • Markus Hitter
    am 13.09.2018
    Unüberwindliche Konflikte mit Umstieg 21 sehe ich da nicht so sehr. Umstieg 21 ist bekanntlich weniger eine Planung, die "haargenau so umgesetzt" werden muss. Vielmehr ist es ein Konzept das aufzeigen will, dass die ganze Geschichte trotz Baufortschritten immer noch erhebliche Gestaltungsmöglichkeiten besitzt.

    Und so findet man dann auch einzelne Konzepte von Umstieg 21 im Konzept des BUND wieder. Zum Beispiel den Erhalt der Panoramabahn, besser ausgebaute Kurven in Wendlingen und der Verzicht auf den komplexen Bahnhof am Flughafen.
  • Jue.So Jürgen Sojka
    am 13.09.2018
    „... Der BUND hat eine "Umsteigelösung" für Stuttgart 21 vorgelegt.“
    NEIN wirklich? Darf das denn wahr sein? Das gibt es doch nicht!

    Angedacht, nur mal so angedacht:
    Der BUND, in Person von Brigitte Dahlbender (SPD), würde mit ihrer Anrufung des Verwaltungsgericht Stuttgart [b][1][/b] die Untersagung des EBA an die Bahn AG aus dem Jahr 2005 [b][2][/b] vorgelegt haben.
    Stattdessen verweigert der BUND dem VerwG gegenüber die Entscheidung zum [b]BAUSTOPP[/b] einzufordern, bis die Bahn AG die Untersagungsgründe des EBA erfüllt hat, und Transparenz zur Bauplanung und den Baukosten vorgelegt worden sind.
    Hier zugrunde gelegt die Stellungnahme des Bundesrechnungshofs zu [b]STUTTGART 21[/b] und der Ausbaustrecke [b]Wendlingen-Ulm[/b] vom Oktober 2008. [b][3][/b]

    Baustopp ja bereits von Heiner Geißler angekündigt, als er in unserem HBF angekommen war, um zu schlichten. Allerdings ... [b][4][/b]

    [b][1][/b] 04. Oktober 2010 Von Konstantin Schwarz Stuttgart 21
    Trickste Bahn Verwaltungsgericht aus? https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-21-trickste-bahn-verwaltungsgericht-aus.ed3bc962-03d9-4dd3-a1b9-dc7d7deadb83.html
    Hinweise verdichten sich, dass die Bahn die Bäume im Schlossgarten gar nicht fällen durfte
    ...
    Wie wäre über den BUND-Antrag entschieden worden, wenn der vorläufige Baustopp des Eba das Gericht erreicht hätte? Die Antwort ist spekulativ. Die Sachlage hatte sich jedenfalls ganz entscheidend geändert. Der BUND nimmt an, dass ein sofortiger Baustopp verhängt worden wäre. Sein Landesverband stellte deshalb am Montag Anzeige gegen die DB Netz und die DB Projektbau "wegen illegaler Baumfällaktion" - und er geißelte, verkürzt gesagt, das Eba als unfähig.
    ...

    [b][2][/b] VerwG Stuttgart, Beschluss vom 13.10.2010 - 13 K 3749/10 - Stuttgart 21: Eilverfahren wegen Baumfällarbeiten im mittleren Schlossgarten beendet https://www.kostenlose-urteile.de/VG-Stuttgart_13-K-374910_Stuttgart-21-Eilverfahren-wegen-Baumfaellarbeiten-im-mittleren-Schlossgarten-beendet.news10415.htm
    Deutsche Bahn Netz AG wegen Vorenthaltens entscheidungserheblicher Tatsachen zur Übernahme der Verfahrenskosten verpflichtet
    ...
    Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hatte am 30. September 2010 in einem Schreiben an die Deutsche Bahn nochmals an die Einhaltung näher beschriebener Nebenbestimmungen des Planfeststellungsbeschlusses zum Projekt Stuttgart 21 vom 28. Januar 2005 erinnert und ...

    2010.10.14 Do. Presseerklärung VerwG www.vgstuttgart.de/pb/,Lde/1219248/?LISTPAGE=1219112
    [i]„..., nachdem die Verfahrensbeteiligten das Verfahren inzwischen übereinstimmend für erledigt erklärt haben (Az.: 13 K 3749/10).“[/i]

    [b][3][/b] 27. Juli 2012 http://up.picr.de/32665056gt.pdf 4 Seiten, in der Anlage 12 PDF-Dokumente
    2,88 MB
    E-Mail in SWR1 Leute-Sendung mit BRH Präsident Dieter Engels

    [b][4][/b] 07.10.2010 17:43 Uhr Stuttgart 21: Geißler verkündet Baustopp http://www.spiegel.de/politik/deutschland/stuttgart-21-geissler-verkuendet-baustopp-a-721921.html
    Jetzt also doch: Schlichter Heiner Geißler hat einen vorübergehenden Baustopp für Stuttgart 21 angekündigt. Die Arbeiten werden während der Verhandlungen mit den Gegnern ausgesetzt - Bahn-Chef Grube und Ministerpräsident Mappus haben zugestimmt, die FDP ist entsetzt.
    [b]Bild[/b] Schlichter Geißler (im Stuttgarter Hauptbahnhof): Vorläufigen Baustopp verkündet
  • Horst Ruch
    am 13.09.2018
    ....wer bei der Geißlerschen Schlichtung aufmerksam zugehört hat, dem fällt es leicht der vom Chef der SMA und Fachplanern empfohlenen Kombilösung zuzustimmen. Damals residierte leider das Stuttgarter Stadtoberhaupt Dr. Schuster und lehnte diese Lösung wegen „Märchen“ Rosenstein vehement ab. Dafür erhielt er prompt vom frisch gewählten Chamäleon Kretschmann die Proffessur auf dem Silbertablett nachgereicht.
    Also für mich gab es keinen Zweifel, daß der von „Schlitzohr“ Geißler und von Bahnfachleuten geforderte zusätzliche Bahnsteig in irgendeiner Form zu realisieren sein würde.
    Da war die Kampagne „Umstieg jetzt“ zwar gut gemeint, aber bei den sprudelnden Steuereinnahmen nicht haltbar, da bereits Zuviel im Untergrund vergraben war.
    Nachdem auch OB Kuhn zwar ziemlich spät erkannt hat, daß bei dem verlogenen Fertigstellungstermin noch ein paar Jährchen dazuzurechnen sind, und er jedenfalls nicht als Landeshauptstadtfürst die Inbetriebnahme feierlich erleben wird, ist die IBA wenigstens terminlich sicherer, allerdings ohne „das Immobilienprojektle Rosenstein“.
    • Jue.So Jürgen Sojka
      am 13.09.2018
      In der Bevölkerung stößt ein Baustopp dem neuen ARD-"Deutschlandtrend" zufolge auf Zustimmung: Mit 77 Prozent sind demnach gut drei Viertel der Befragten dafür. 76 Prozent sprachen den demonstrierenden Gegnern ihre Sympathie aus, 71 Prozent kritisierten den geplanten Bahnhofsumbau als zu teuer.
      [i]ffr/dpa/AFP/dapd[/i]
      Schlussabsatz aus Spiegel-Online [b][4][/b] 07.10.2010 17:43 Uhr Stuttgart 21: Geißler verkündet Baustopp

      Stuttgarter Gemeinderat entscheidet mit der Stimme von OB Wolfgang Schuster „Bei Mehrkosten Bürgerentscheid/Bürgerbegehren“ [b][5][/b]

      Wie [b]BAUSTOPP[/b] geht hier [b][6][/b] – allerdings nicht in Württemberg sondern in Baden.

      [b][5][/b] Januar 2015 Einschreibe-E-Mail und persönliche Übergabe an Stadtverwaltung und Ratsmitglieder https://c.web.de/@337901998990951104/Ct_J2fwKQK2-hm_YON1YaQ Gemeinderatsentscheidung 2009

      [b][6][/b] 03.06.2016 http://www.parkschuetzer.de/statements/190490 zapf » -11K-
      SWR: Die Karlsruher Zwangskombilösung simuliert einen Baustopp für Kosten-"Explosionen"
      http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/karlsruhe/ruhe-im-schacht-baustopp-im-karlsruher-tunnel/-/id=1572/did=17539480/nid=1572/jt0vn3/index.html "...
      Ruhe im Schacht
      Baustopp im Karlsruher Tunnel
      Die Arbeiten am Karlsruher Großprojekt Straßenbahntunnel stocken. In einem Teilabschnitt des Tunnels haben Baufirmen bereits vor zwei Wochen ihre Arbeit eingestellt.
  • Gerd Rathgeb
    am 12.09.2018
    Nachdem offensichtlich ist, dass die Verbohrtheit der Befürworter keine sinnvolle, weiterbringende und rationale Diskussion ermöglicht, halte ich den Vorschlag des BUND für sinnvoll und die realistischste Alternative. Ich würde dem Aktionsbündnis empfehlen, möglichst bald die Diskussion darüber auf den Montagsdemos zu beginnen und Frau Dahlbender sowie Winne Hermann einzuladen, auf den Demos zu reden. Sollten die Grünen tatsächlich bereit sein, an diesem Punkt den Konflikt mit der CDU zu wagen, könnte das neue Bewegung in die Sache bringen, gerade jetzt vor den Kommunalwahlen. Die sich ständig wiederholende Forderung nach dem Umstiegskonzept führt offensichtlich nicht weiter. Genausowenig wie eine teure Anzeige in der Frankfurter Allgemeinen. Um aus der Sackgasse rauszukommen, sind neue Wege zu beschreiten.
    • Marla .
      am 12.09.2018
      Da jauchzt der Spaltpilz!
    • Sigi Adam
      am 14.09.2018
      Diesen Kommentar kann ich nur unterstützen. Wir müssen unter uns wieder Reden bzw. Diskutieren.
  • Peter Kurtenacker
    am 12.09.2018
    So etwas ähnliches wird kommen müssen.
    Die LINKEN und Co werden wieder die Dummheit machen gegen BUND usw. zu polemisieren. Dann wird sich danach beklagt das niemand mit ihnen sprechen will.
    Aber wie immer werden sie Recht haben? Kenne ich irgendwo her.
    Das diese Lösung nicht das wahre ist weiß ich auch. Aber man muss mit dem arbeiten was da ist und nicht mit Wunschträumen.
    Also lieber rechtzeitig so eine Art Kombilösung, als den reinen S21-Mist. Bei S21 geht es maximal noch ums Geld.
    Die nächsten Wahlen werden eh in eine andere Richtung führen als so mancher Linke sich das wünscht. Also lieber gleich die Weichen vorher stellen und das durchsprechen. Bevor die Spekulanten das alte Gelände verplanen können.
    • Marla .
      am 12.09.2018
      Hä? Es wird doch schon dauernd angepasst, getrickst und herumgemogelt!
      Ihre LinkenKlatsche (und Ihre K21Bewegungsantipathie) ist hier fehl am Platze!
      Die Frage muss doch sein: wozu jetzt!
      Warum brütete Dahlbenders BUND im Kämmerchen diese Ding aus?
  • Marla .
    am 12.09.2018
    Die Speerspitze der Grüns.... machen ein Fass auf und zielen auf Wahlkrampf?
    • Peter Kurtenacker
      am 12.09.2018
      Wahlkampf ist noch zu früh.
      Jetzt werden Weichen gestellt. "Nordkreuz" und Rosensteintunnel haben schon im alten K21-Konzept zusammengehört.
      Nur der Ausgang Richtung Bahnhof war anders vorgesehen. 75% dieses Tunnels wären auch so bei K21 gebaut wurden.
      Den Kampf gegen die Brücke über den Neckar habe ich nie verstanden. Die war auch bei K21 so in den Plänen. Ok, über die Architektur kann man streiten, ist halt Geschmacksfrage.
      Jetzt soll der Rosensteintunnel ohne die Anbindung an die Panoramabahn und damit Gäubahn gebaut werden. Also müssen Verantwortliche Leute wohl oder übel an dieser und anderen Stellen sich melden um etwas zu erreichen. So wie ich es verstanden habe, will das sogar die Region Stuttgart. Und da stimmten sogar die CDU für die Anbindung mit ab. Oder habe ich da etwas missverstanden?
      Wer jetzt nur seine reine Lehre vertritt hat verloren.
      Das diese Kompromisse keine Begeisterung auslösen ist ein anderes Thema.
      Aber manche wollen halt nur Recht haben.

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