Planabgleich an der Baugrube. Fotos: Joachim E. Röttgers

Planabgleich an der Baugrube. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 271
Politik

Der alte Kombi

Von Johanna Henkel-Waidhofer
Datum: 08.06.2016
Es ist wenig realistisch, dass die Deutsche Bahn wieder abzieht aus dem Talkessel und die schon gebohrten Tunnelkilometer zuschüttet. Deshalb müssen Alternativen zum Ausstieg aus Stuttgart 21 betrachtet werden. Eine liegt seit mehr als 20 Jahren auf dem Tisch: die Kombilösung.

Womöglich schreibt der Antrag mit der Nummer 6292 doch noch Landesgeschichte – mit ziemlicher Verspätung. Gestellt haben ihn die Grünen am 26. Juli 1995, verlangt wurde eine "Prüfung von Alternativen" zum Projekt Stuttgart 21, samt einer Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile. Eine Gruppe von Abgeordneten rund um Fritz Kuhn, Mitte der 1990er Jahre Fraktionschef, und den heutigen Verkehrsminister Winfried Hermann hatte das Finanzierungskonzept als "auf tönernen Füßen" stehend bewertet: "Das Pferd wurde von hinten aufgezäumt, am Anfang stand die Idee, und anschließend wurde dessen technische und finanzielle Machbarkeit untersucht."

Basis der Überlegungen war auch ein bis dato nur Fachleuten bekannter Begriff. Zum "Integralen Taktfahrplan Südwestraum" lag für die Länder Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz eine Pilotstudie auf dem Tisch. Der Mitautor trägt einen längst nicht nur in Fachkreisen klingenden Namen: Werner Stohler. Im Sommer 2011 sollte der renommierte Schweizer SMA-Chef gemeinsam mit Schlichter Heiner Geißler seine Kombilösung präsentieren. Die Retroperspektive zeigt: Wäre der Integrale Taktfahrplan schon Mitte der 1990er Eckpfeiler der Überlegungen gewesen, hätte kein anderer Weg weiterverfolgt werden dürfen als eben jene Kombilösung. Denn: Der Tiefbahnhof mit seinen acht Gleisen ist und bleibt einfach zu klein dimensioniert für einen funktionierenden Knoten in Stuttgart.

Ohnehin kann der Tief- gar nichts besser als der Kopfbahnhof. Nach 100 Stunden Schlichtung und verbürgt durch zahlreiche Untersuchungen ist die Beweislage für diese These erdrückend. Gerade mit dem Thema Integraler Taktfahrplan hat sich unter vielen anderen der Münchener Professor Wolfgang Hesse mehrfach befasst. Für notwendig hält er statt acht mindestens 14 Gleise. "Viele vergleichbare Stationen halten ähnliche Kapazitäten vor", schreibt Hesse im Winter 2011. Nürnberg mit drei Vierteln des hiesigen Verkehrsaufkommens hat 21 Durchgangsgleise. Zürich mit einem 35 Prozent höheren Verkehrsaufkommen hat 22 Gleise im Kopfbahnhof sowie vier Durchgangsgleise und bietet ideale Verkehrsverknüpfungen mit einem in Europa einzigartigen Knoten.

Womöglich schreibt der Antrag 6292 verspätet Landesgeschichte

An der Maximalvariante wird in Stuttgart dennoch immer weiter gebuddelt, derzeit bis Ulm in insgesamt 26 unterschiedlichen Abschnitten. Aktuell mit den schon üblichen Behinderungen im Nah- und Regionalverkehr – seit Mitte Mai sind die Stadtbahnlinien U1, U2 und U4 für mindestens ein Jahr umgeleitet – und den Belastungen der Anwohner etwa in Ober- und Untertürkheim. Bisher wurden die DB-Verantwortlichen nicht müde zu betonen, es sei alles Plan. Selbst intern, gegenüber den Projektpartnern, wurde bisher diese Version aufrechterhalten. Es habe, so Minister Hermann, in den vergangenen Monaten keinen einzigen Hinweis auf neue Zeit- und Geldprobleme geben. Offiziell unterrichtet über die neuen Entwicklungen ist die neue Landesregierung bis heute nicht. "Wir waren mit der Informationspolitik der Bahn", sagt Ministerpräsident Winfried Kretschmann, "noch nie wirklich zufrieden." Da sei "wirklich Luft nach oben".

Erst recht, seit nach der Landtagswahl die Karten neu gemischt sind. Viele der Stuttgart-21-Fans spekulierten auf ein anderes Ergebnis. Wäre Guido Wolf Ministerpräsident in einer schwarz-grünen oder gar in einer CDU/FDP-Landesregierung geworden, hätte sich die Lage entscheidend verändert. Das Gezerfe um den Kostendeckel während der grün-schwarzen Koalitionsverhandlungen ist ein starkes Indiz dafür, dass die Union als größerer Partner auf jeden Fall versucht hätte, eine Zusage zur Übernahme von Mehrkosten zu erzwingen. Stattdessen fochten die Grünen als eindeutige Wahlsieger einen Satz durch, der dem DB-Management wie -Aufsichtsrat schwer im Magen liegen muss: "Dabei hält das Land in den Sprechklauselgesprächen am Ziel fest, dass über die im Vertrag genannten Kostenanteile in Höhe von 930,6 Millionen Euro hinaus von Seiten des Landes keine Zahlungen zu leisten sind."

Obendrein hatte die CDU, ohnehin noch amateurhaft agierend in der neuen Rolle, beim Zugriff auf die Ministerien offensichtlich das Thema S 21 aus dem Blickfeld verloren. Das Ergebnis: Nicht nur ging das einflussreiche Finanzressort an die Grünen, sondern es sitzen der Bahn im Lenkungskreis künftig ausschließlich Projektgegner gegenüber. Das vom Merkel-Vize Thomas Strobl geführte Innenministerium wird jetzt informell beteiligt. Er selber will aber nicht in das Gremium – was gerade jetzt als erste Absetzbewegung eines führenden Befürworters interpretiert werden kann. Der Wechsel im Regierungspräsidium wird hinter den Kulissen auch mit Stuttgart 21 erklärt: Johannes Schmalzl (FDP) stand im Sommer 2013 schon einmal kurz vor dem erzwungenen Abgang, als der Erörterungstermin zum Grundwassermanagement unter seiner Verantwortung wegen der Besorgnis der Befangenheit des Verhandlungsleiters platzte. Die DB wünscht sich, um die jetzt zugegebenen zusätzlichen Risiken zu minimieren, mehr Entgegenkommen von den Behörden. Das war schon unter Schmalzl schwer vorstellbar und ist unter seinem Nachfolger Wolfgang Reimer (Grüne) ausgeschlossen.

Kombi-Bahnhof als Friedensangebot

In vielen Gesprächen und Diskussionen war die Kombilösung ohnehin immer ein Thema. Von einer "Option, die man offenhalten sollte", sprach Winfried Hermann im Kontext-Interview vor zweieinhalb Jahren. Und weiter: "Es braucht kluge Menschen, eine interessierte Bürgerschaft und natürlich entsprechende Mehrheiten, um solche Optionen zu diskutieren und zu nutzen. Das letzte Wort ist noch lange nicht gesprochen." Da hatte die Grünen-Fraktion bereits ein Papier mit sieben Gründen für einen kombinierten Kopf- und Tiefbahnhof "als Friedensangebot" präsentiert. Einer der Autor*innen war Andreas Schwarz, und der ist seit wenigen Wochen Fraktionschef.

Auf eine dialektische Art und Weise sind der Pro-Seite zudem mit den sozialdemokratischen Stuttgart-21-Unterstützer*innen deutlich wichtigere Partner abhandengekommen als jene, die sie in der CDU hat. Für die SPD-Spitze war das Milliardenprojekt seit der Zustimmung in der Großen Koalition Mitte der 1990er Jahre und vor allem seit 2011 in der Regierung mit den Grünen ein wichtiges Profilierungsthema. Ohne Claus Schmiedels scharf kalkuliertes Vorpreschen im Juli 2012 wäre der Stresstest niemals als glatt bestanden bewertet worden. Schmiedel und Superminister Nils Schmid taten seinerzeit alles, die Skeptiker*innen schlecht aussehen zu lassen, die beispielsweise die Art und Weise bemängelten, wie die DB die eigenen Prämissen für die Überprüfung verändert hatte.

In eben jenen heißen Wochen vor der Volksabstimmung vom Herbst 2011, in denen das "Herz Europas" doch noch der abermals belegten Mängel wegen hätte scheitern müssen, präsentierten Stohler und Geißler ihre Variante einer Kombilösung. Als "politischen und technischen Kompromiss", sagte der Schweizer damals, als Aufforderung an das Team rund um DB-Vorstand Volker Kefer, doch noch einmal darüber nachzudenken, was die unterirdische Konstruktion wirklich leisten kann und wie schlecht die Ausbaumöglichkeiten in der Zukunft sind. "Dreimal besser als Stuttgart 21", so lautete Stohlers Fazit. Denn technisch bringe die damit verbundene Trennung der schnellen von den langsamen Verkehren nur Vorteile und jede Menge Gestaltungsspielraum bei den Fahrplänen. Selbst um eine Antwort auf die Frage nach den Kosten drückte sich der SMA-Chef seinerzeit nicht herum: "Ganz salopp formuliert, würde sich die Länge der Tunnel etwa um die Hälfte verringern, die Röhren würden schmäler und kürzer und Kombi deshalb nur etwas mehr als die Hälfte kosten."

Vor allem Sozialdemokraten, aber auch der damalige Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) quittierten Äußerungen wie diese mit homerischem Gelächter. Schmiedel, der inzwischen aus dem Landtag gewählte damalige SPD-Fraktionschef, wollte über solche Pläne nur reden, "um sie endgültig zu beerdigen". Die Bahn lehnte eine ernsthafte Detailprüfung – so knapp vor der durch die Volksabstimmung erhofften Rettung – ohnehin ab. Fast fünf Jahre später sind aus den Risiken, die die DB-Entscheider immer so lange als unrealistisch hinstellen, bis sie eintreten, neue Milliardenlücken geworden. Und deshalb wird die Luft dünn für den hanseatischen Kaufmann Rüdiger Grube. Am 15. Juni tagt erneut der Aufsichtsrat, Anfang Juli der Lenkungskreis erstmals in der neuen Zusammensetzung. Wer würde da die Konferenzräume nicht zu gerne verwanzen.


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10 Kommentare verfügbar

  • D. Hartmann
    am 15.06.2016
    Zur Versachlichung der Debatte könnte ein Blick nach Zürich hilfreich sein. Dort hat man innert 17 Jahren einen Kopfbahnhof für den Zugverkehr im 21 Jhdt. ertüchtigt.
    Siehe auch meinen Kommentar zu:
    http://www.kontextwochenzeitung.de/politik/269/ein-tunnel-blamiert-die-kanzlerin-3663.html)

    Kerndaten des Bahnhofumbaus in Zürich:
    4 neue Durchgangsgleise im Untergrund (zu 16 bestehenden oberirdischen des Kopfbahnhofs),
    mehrere Brücken und ein paar Tunnelkilometer für kreuzungsfreie Zufahrten,
    erster konkreter Vorschlag (Volksabstimmung 1998),
    reine Bauzeit 9 Jahre (2006 - 2015),
    Baukosten kleiner 2 Mrd. EUR,
    Unterhaltskosten "überschaubar".

    Als weiteres Beispiel für ein gelungenes Bahnhofsprojekt bietet sich der Wiener Hauptbahnhof an:
    12 oberirdische Durchgangsgleise (nur 10 davon mit Bahnsteig),
    konkrete Planung ab 2006,
    reine Bauzeit ca. 6 Jahre (2009 - 2015),
    Baukosten gut 1 Mrd. EUR.

    In Stuttgart plant man nun schon über 20 Jahre und baut seit fast 6 Jahren (Bauvorbereitung ab Okt. 2010), ohne dass viel dabei rausgekommen wäre. Die geplanten Kosten liegen schon jetzt bei mehr als 6 Mrd. EUR.

    Der Vergleich mit den aktuellen Beispielen (Zürich und Wien) belegt, dass das Projekt in Stuttgart planerisch und wirtschaftlich völlig aus dem Ruder gelaufen ist.
  • Müller
    am 14.06.2016
    Jetzt lesen Sie bitte in Ruhe mal meinen und Ihren Beitrag durch.
    Und dann bewerten Sie in welchem beleidigt und gehetzt wird.

    Ich mag einfach keine Panikmache.
    Das schreibe ich hier. In aller Ruhe.
    Ohne Hetze und Anfeindungen.

    Und auch den langwierigen Ausstiegsprozess beschreibe ich in aller Ruhe und ohne ausfallend zu werden.

    Man darf mir auch in allee Ruhe antworten. Ich erlebe das sehr selten im Kontextforum.

    Wissen Sie, viele Argumente gegen S21 sind stichhaltig. Viele trage ich ganz locker mit.
    Ich war vor dem Volksentscheid auf einigen Demos.
    Dort wurden leider wenig Fakten vorgetragen.
    Panikmache und am Ende durfte ich noch lernen, dass auf dem Platz vor dem Kunstmuseum 59.000 Menschen waren.
    Was lernen wir?
    Die Wahrheit findet sich bei den Gegnern mindestens genauso wenig wie bei den bösen Befürwortern.

    Nicht im Mikrokosmos abtauchen. Immer mal kritisch die eigene Haltung hinterfragen.
    Und nicht nur mit Leuten abhängen die die eigene Meinung haben. Sonst wird man intolerant und stur.
  • Kornelia
    am 14.06.2016
    @Müller, 11:33
    Der Widerstand21 ist Bildung pur!
    Seitdem kriege ich hautnah mit, wie das 'Neuland Internet' massiv zum Pegida-Mechanismus (nach unten treten!) beiträgt..... allen voran die Redakteure und Journalisten!

    Sie "dürfen" im Kontext permanent zündeln, andere Kommentare werden gesperrt, aber Ihre Brandstifter Kommentare bleiben!
    Warum?
    Weil im Zeitalter des Boulevards Klickzahlen, Klickzahlen!!!!, als 'der-artikel-scheint-wichtig-selbstkonditionierung' läuft?

    Leute wie Sie treiben die Klickzahlen hoch! Deswegen werden diese "nicht konstruktiven Häme" Ergüsse m.E. auch überall "gewünscht".
    Schade, eine gute Erfindung wird mehr und mehr zu GiftverteilerDüsen gegen Solidarität und Gemeinschaft genutzt! (Absicht?!)

    In Familien, in Kindergärten (und in gut funktionierenden Firmen auch) würden Sie geahndet werden, weil Brandstifter Neudeutsch: mobber oder trolle) nie konstruktiv sind, sondern verheerend! Und oft aus schierer Lust am Zündeln agieren! Und damit ganze Gemeinschaften zerstören können!

    Mit den Finger auf die Widerständler21 tippen und 3 Finger zeigen...?
    Die Untergangsszenarien unterstütze und teile ich nicht! Bis zu einem bestimmten Punkt des Übertreibens kann/muss man gehen, aber dann ist auch gut!

    Als Schuster sich zum ersten Mal zum OB hat aufstellen lassen, versuchte er es mit " Stuttgarter Kriminalität ist schlimmer als die New Yorks".
    'Wahnsinn" dachte ich damals "wie kann ein Oberhaupt einer Stadt mit Angst wäärben?" (der damalige Polizeichef, der vehement diese desaströse Darstellung bestritt wurde "strafversetzt")

    Und dann machte Schuster ein Projekt und kommt endlich mal ins heute journal..... mit let's putz!!!! Wie kann jmd der um das negativ Image von Stuttgart weiss so selbstzerstörerisch sein?
    Und von den vielen dramatischen seitenlangen "apokalyptische Prophezeiungen" (Müller) seitens der Proler ist mir eine besonders in Erinnerung: der Anschein, Stuttgart sei ein Provinzbahnhof a la ????, wo der ICE nur durchfährt!
    "Nur mit S21 kann man nach Paris und Bratislava" .... ins Ausland also nur mit S21!?
    https://www.youtube.com/watch?v=jRH3Ym7SH9M "...
    Manuel Hagel (CDU) über Stuttgart 21 und die NBS ..."

    Und von der von mir empfundenen Gewalt, die Sanierungen von Schulen und Kindergärten aufzuschieben, also Kinder dafür haftbar zu machen, und mit der anderen Hand den Bahnmanagern 500 000 000 zu schenken, da fehlten und fehlen mir die Worte! https://youtu.be/O9Vn50G1uZ4 (hier wird das asoziale System21deutlich: das Volk überlässt der Bahn Vermögenswerte und muss sich dann eigenen Besitz zurückkaufen! Gewinner: Neofeudale!)

    Und Sie sollten sich nochmal dringend den aus meiner Sicht amoralischen, unrechten und undemokratischen Schusterbrief vor der VA "antun". http://www.parkschuetzer.de/assets/statements_neu/000/190/768/original/F.jpg?1465839225
    Unglaublich, ein Verantwortungsträger, der auf Kosten der Steuerzahler lügt wie gedruckt!
    DAS tut man nicht! hätte meine Oma gesagt!
    Und bis heute würde ich den Grünen für Professor und Ehrenbürger meinen kompletten Schuhschrank an die Köpfe werfen!

    Und wo ist jetzt der UntergangspropagandaUnterschied- zwischen dem vom Volk bezahlten Verantwortungsträgern und sogenanntem Fussvolk z.B.a la Müllers?
    Die "kleinen" Wörter "bezahlt" "Position" und "Verantwortung" machen den Unterschied!
    Wenn ihr Kind I Ihrem Kind II von blutrünstigen Monstern erzählt ist das was anderes als wenn Sie, als Vater, dieses tun! Aber ich schätze, Sie werden dieses nicht tun, denn Sie wüssten, der Familienfrieden ist langfristig unbezahlbar! Es sei denn, Sie bräuchten den KinderZwist, um Ihre Macht und Ihre Interessen durch zu setzen!?!?
  • Müller
    am 13.06.2016
    Klar kann man auch einen Kombibahnhof bauen. Bringt stadtplanerische Nachteile. Ist aber in Sachen Kapazität das Nonplusultra.
    Aber man hat bisher nichts.
    Es ist aber auch ein Mega-Milliardenprojekt von gigantischer Komplexität über dessen Ausführung, wie auch bei K21, keinerlei Konsens herrscht.
    Man müsste jahrelang in aufreibenden Prozessen eine mehrheitsfähige Machbarkeitsstudie entwerfen und sie durch viele Entscheidungsgremien tragen.
    Machbarkeitsstudien. Machbarkeitsprüfung. Neue Entscheide.
    Entwurfsplanung. Trassenberechnung. Ausführungsplanung. Planfeststellung. Anhörung. Volksentscheid. Umweltschutzauflagen. Proteste. Eidechsen und Käfer. Auschreibung. Vergabeverfahren. Klagen. Kostensteigerungen. Behördenschläfrigkeit. Bahnschläfrigkeit.
    Baubeginn. Umbau des Gleisfeldes unter rollendem Rad. Planänderungen etcpp

    K21 oder SK21 würden im gleichen Land von den gleichen Menschen mit den gleichen Umweltschutzauflagen geplant/gebaut werden . Nicht minder Komplex. Alles im dicht besiedelten Zentrum einer 5-mio-Metropolregion. Im Zentrum eines Bruddelvolkes.
    Das trivialste bei S21 ist der Tunnelbau. Alles andere bleibt gleich.

    -->
    Inbetriebnahme von K/SK21 in 30 Jahren. Frühestens.

    Vielleicht erwacht aber auch beim Baubeginn in 18 (optimistische Annahme) Jahren eine Protestbewegung und bringt neue Vorschläge uswusf.

    ;-)
  • Leo Loewe
    am 12.06.2016
    @ mueller: Trolle leben in Höhlen, darum scheinen sie sich auch so gut mit Anhydrit auszukennen ...

    Aber jetzt mal im Ernst:
    Der Kombibahnhof wäre bestimmt nicht die schlechteste Lösung, weil damit auch eine vernünftige Anbindung der Gäubahntrasse bis ins Stadtzentrum möglich wäre und weil damit bei technischen oder anderweitigen Störungen im Tunnel eine leistungsfähige Umleitungsstrecke vorhanden wäre.

    Natürlich muss auch für einen Kombibahnhof die Infrastruktur der Zulaufstrecken komplett auf Vordermann gebracht werden. Vor allem sollte die Gäubahnstrecke in Richtung Singen endlich wieder komplett zweispurig ausgebaut werden. Das wäre für die Fernzüge und den Gütertransport aus Richtung Mailand, Zürich oder Genua ein riesiger Fortschritt! (Schwere und leichte Güterzüge dürfen ja nicht über den Fildertunnel und durch den U-Bahnhalt S21 geführt werden).

    # leo loewe
  • Müller
    am 12.06.2016
    Auch mit einem Kombibahnhof ist Stuttgart dem Untergang geweiht. Man kann im Stuttgarter Anhydritgebirge keine Tunnels bauen.
    Die Mineralquellen werden zerstört.
    Der Fernsehturm kippt.
    Der Bahnhofsturm auch.
    Die Oper bekommt Risse.
    Das Kernerviertel rutscht ins Tal.
    Die Stadt versinkt im Bauloch.

    Alles nachzulesen bei den Parkschützern. Bei Abriss Aufstand. Schlichtungsprotokolle. Und in den vielen Artikeln in Kontext.
    Besonders hochwertige apokalyptische Prophezeiungen findet man auch im Stern in den vielen Anti-S21-Artikeln des Herrn Luik.

    Entweder war das:
    a) alles billige populistische Panikmache
    oder man muß
    B) auch gegen einen Kombibahnhof kämpfen, weil er den Untergang der Stadt bedeutet.
  • Horst Ruch
    am 09.06.2016
    .....nicht zu vergessen: Dr. Schuster hatte vor, während und nach der Schlichtung nichts dazulernen wollen. Die Schlichtung war für ihn nur ein medienwirksames Lustspiel aus der Landeshauptstadt in dem er die Rolle eines eitlen Machtbesessenen übernahm. Da er diese Rolle so ausgezeichnet spielte, konnte der spätere MP Kretschmann nicht umhin, den großartigen Schauspieler mit einer Professur zu ehren. Eine "grüne" Hand wäscht die andere "Schwarze". Das war der erste Streich, doch die weiteren - wie wir jetzt wissen sollten folgen. Der Käs ......usw. zeigten im weiteren Verlauf das "plötzliche" Unverständnis für bahntechnische "öffentliche" Belange, die er dagegen wortreich vor seiner Wahl an seine möglichen Wähler kundtat. Dann "seine" sogenannte VA v. 27.11.2011. mit Vorgabentexten von EX - OB Schuster.
    Original Dr. Schuster :
    "Was passiert, wenn Sie am Sonntag "JA" sagen?
    Dann geschieht zunächst einmal garnichts. Und für"garnichts" wird das Land mit 1,5 Milliarden € ( das sind 1.500 Millionen Euro) Schadenersatzzahlungen an die Bahn zur Kasse gebeten. Eine unvorstellbare Summe Geld. Wenn man 100 Euroscheine aufeinander stapelt, ergibt das einen 1.500 Meter hohen Turm. 25-mal so hoch wie der Bahnhofsturm.
    Dann haben wir nichts außer einem maroden Gleisbett, welches nach und nach erneuert werden muß. Das kostet dann weitere 1, 3 Milliarden Euro.
    Diese wahnwitzige Summen müssen von uns Steuerzahlern aufgebracht werden. An allen Ecken und Kanten wird dann das Geld für neue Projekte fehlen.
    Ob und wann die Neubaustrecke nach Ulm gebaut wird,ist dann völlig offen.
    Was passiert wenn Sie am Sonntag "NEIN" sagen? ."
    ......das lasse ich mal weg, weil es in eine überschwängliche Irre führt, wie alles was Starschauspieler Dr. Schuster vorgespielt hat.
    Meine Frage an Schuster wäre heute - Stand 09.06.2016- wie hoch ist den der Geldscheinturm bereits heute ,den wir Steuerzahler uns vorzustellen haben ?
    Vorher hui, nacher pfui. Das zögerliche Geplänkel mit der DB AG.
    Dies hatte sogar Dr. Geißler in der Runde "5 Jahre danach" am
    18.01.2016, bei der die Verfasserin des vorliegenden Artikels als Moderatorin auftrat, indirekt am bestätigt. Denn nicht ein einziger der 13 Punkte aus dem Schlichtungsprotokoll wurde zur Ausführung wegen den "roten" Schmiedel's, Drexler's und Schmid's übernommen bzw. gar beschlossen. Ein Schande für die grüne Landespolitik, die das technische Know-how des Schweizer Ingenieurbüros SMA Stohler, Sang und Klanglos ad acta legte.
    Jetzt so tun, als hätte man alles garnicht für möglich gehalten, ist eine Heuchelei der schlimmsten Kategorie.
    Volle 5 Jahre das Volk mit Worthülsen eingelullt, 5 Jahre mit "kritischem Begleiten" verplämpert, wir haben es satt, die Kommödie vom November 2010 als Fortsetzung zu goutieren.
    Peinlich auch für den grünen OB Kuhn, der sein "kritisches Begleiten" dieser Tage in den Medien verkündete: ich bin schon verärgert......das die DB mir das nicht vorher gesagt hat.....mit den Terminen undso.
  • Andreas Spreer
    am 09.06.2016
    Vielleicht dämmert es jetzt einigen, dass es nicht Wutbürger waren, die damals auf die Straße gingen, sondern zumeist an der Sache interessierte Bürger, die besser informiert waren als die Entscheidungsträger. Der Kombibahnhof wäre eine gute Gelegenheit, den Politikfrust dieser Leute zu lindern. Denn er würde - zumindest was die Leistungsfähigkeit angeht - aus einem schlechten Projekt ein gutes machen.
  • Leo Loewe
    am 08.06.2016
    Kombi wäre schon prima -- aber: Will die Bahn in Stuttgart überhaupt einen funktionierenden Bahnhof bauen?

    Beim Güterverkehr ist die Bahntochter DBCargo wohl gerade bei den letzten Vorbereitungen für einen radikalen Umstieg vom stillgelegten Güterbahnhof auf die zugestauten Autobahnen und Bundesstraßen (ab 2017), wie im Filmbeitrag bei "SWR-brisant!" dokumentiert ...

    http://swrmediathek.de/player.htm?show=45406df0-1b9b-11e6-be5d-0026b975e0ea
  • Wanderarbeiter
    am 08.06.2016
    Als langjähriger Ferndienstreisender habe ich für mich nun die Konsequenz gezogen und fahre im Firmenwagen im großen Bogen um den Stuttgarter Depri-Baustellenbahnhof herum.
    Umsatz und Profit aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit scheint ja für die Betonköpfe bei der Deutschen Bahn ein eher nachrangiges Ziel zu sein.

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