Unter Beschuss: Minister Winfried Hermann. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 407
Debatte

Kein Verräter, aber verantwortlich

Von Gastautor Werner Sauerborn
Datum: 16.01.2019
Ein Abbruch von Stuttgart 21 sei nicht mehr vermittelbar? Nicht nur in diesem Punkt widerspricht Werner Sauerborn, Sprecher des Aktionsbündnisses gegen S 21, Winfried Hermanns Äußerungen in Kontext. In seiner Replik wirft er dem Landesverkehrsminister vor, vorhandene Spielräume nicht zu nutzen.

Einen wie Winfried Hermann anzugehen, fällt schwer als Stuttgart-21-Gegner. Nicht nur weil er einschlägige Schlüsselsätze sagt, wie sie auf jeder Montagsdemo gesagt werden könnten, sondern auch, weil er in seinen besseren Zeiten ein brillanter und sehr effektiver Kritiker des Projekts war. Aber es muss sein.

Angesichts fast täglicher Hiobsmeldungen über S 21 überschlagen sich die Verantwortlichen inzwischen förmlich in Kritik und Distanzierungen. Das Projekt sei unwirtschaftlich, man hätte es nie bauen dürfen, sagt Bahnchef Lutz, die Gegner hätten recht behalten, meint Winfried Kretschmann, und Cem Özdemir, Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Bundestag, fordert gar ein "Mea Culpa" der Projektbefürworter. Hermann, der im Kontext-Interview S 21 eine "grandiose Fehlentscheidung" nennt, unter anderem, weil "S 21 für den künftigen Verkehrsbedarf nicht ausreicht", bestätigt die Frage nach der Störanfälligkeit des Tunnelsystems: "Das ist das eigentliche Risiko des neuen Bahnhofs. Wenn du nur einen Tag einen Tunnel sperren musst, ist das schon eine Katastrophe." Und: "Für jeden Verkehrs- und Bahnpolitiker war klar, dass S 21 nicht geeignet sein würde (für) einen guten zukunftsfähigen Schienenverkehr".

Aber es helfe alles nichts, "ein Höhlenwerk und eine Grube ... für mindestens drei Milliarden Euro ... jetzt abzubrechen, das kann man niemandem mehr erklären und rechtfertigen". Wirklich nicht? Muss man tatsächlich ein Projekt, unabhängig von seiner Sinnhaftigkeit, um jeden Preis weiterbauen, weil man es einmal begonnen und fortgeführt hat? Es so zu sehen, mag gefällig sein, weil es die menschliche Neigung hofiert, Fehler schwer zugeben zu können und erst recht keine Konsequenzen aus ihnen zu ziehen. Aber es ist ökonomisch, ja überhaupt rational absurd. So wie aus jeder Ehe und aus jedem Investment, so gibt es auch aus jedem Großprojekt Ausstiegsmöglichkeiten und gegebenenfalls -notwendigkeiten, wenn die Kosten-Nutzen-Bilanz nicht mehr stimmt oder sich als falsch erweist. Und bei S 21 würde es ja nicht einmal um ein "zurück auf null" gehen, sondern um einen Umstieg bei intelligenter Nutzung der jeweiligen Bauentwicklung.

Ein funktionierender Bahnhof wird S 21 nie sein

Großprojekte sind schon in viel fortgeschrittenerem Stadium beendet worden, weil sie sich als sinnlos, schädlich oder einfach unwirtschaftlich erwiesen haben. Das räumt Hermann sogar ein, als er nach dem Ausstieg aus der Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf (WAA) gefragt wurde. Sie habe "keinen ökonomischen Sinn für die Betreiber (mehr ergeben). Aber einen funktionierenden Bahnhof braucht die Bahn". Eben! Ein solcher funktionierender Bahnhof wird Stuttgart 21 aber nie sein, das räumen ja gerade auch die Verantwortlichen ein, am schönsten Hermann selbst: "Die größte Fehlentscheidung der Eisenbahngeschichte". Es ist irrational und unvernünftig, die Frage der Ausstiegsmöglichkeit, die Frage also, ob es einen Point of no Return gibt oder nicht, von der Bauentwicklung oder dem schon investierten Geld abhängig zu machen. Dass bei S 21 die Kosten-Nutzen-Rechnung betriebswirtschaftlich negativ ausfällt, sieht die DB längst selbst so. Aber auch im Sinne des gesellschaftlichen Nutzens, besonders in verkehrlicher Hinsicht, fällt die Bilanz negativ aus, was vor allem mit der Reduzierung der Leistungsfähigkeit des geplanten Bahnhofs durch Halbierung der Gleiszahl zusammenhängt.

Angesichts dessen muss Hermanns Aussage, er "glaube nicht, dass der neue Bahnhof weniger leistungsfähig sein wird" als klägliche politische Anpassungsleistung gewertet werden. Seitenlang ließen sich Zitate vor Hermanns Ministerzeit aufführen, in denen sein zentraler Einwand gegen S 21 der Kapazitätsabbau des Vorhabens war. In der Rolle des "Projektförderers", in die er sich gezwungen sieht, kann er das nicht mehr sagen und entzieht sich dem Widerspruch mit der nicht haltbaren These einer Leistungsäquivalenz von Kopfbahnhof und S-21-Tiefbahnhof.

Um zum Schluss zu kommen, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis negativ ausfällt, den Kosten gar ein Schaden gegenübersteht, muss man nicht erst die weiteren Defizite und Risiken des Projekts quantifizieren. Die sind alle schon gravierend genug: nicht genehmigungsfähiger Brandschutz (niedrigstes Brandschutzniveau aller international vergleichbaren Tunnelprojekte), fehlende Absicherungen gegenüber Überschwemmungen durch Starkregen, das bahnregelwidrige Gleisgefälle von sechs Metern zwischen den Bahnsteigenden sowie die Gefahren des Tunnelbaus im quellfähigen Gipskeuper. Warnendes Beispiel: der Engelbergtunnel in der Nähe von Stuttgart geht nur 600 Meter durch Anhydrit – bei S 21 sind es 19 Kilometer – und muss schon nach 20 Jahren wegen Gipskeuperquellung aufwändig saniert werden.

Daher erhöht jede weitere Investition und Auftragsvergabe den Schaden. Gut, dass es, wozu Hermann beigetragen hat, nicht zu einem Börsengang der DB gekommen ist. Allerdings hätten dann vermutlich knallhart kalkulierende Betriebswirte das Projekt aufgrund der ungebremsten Produktion von verlorenen Kosten (sunk costs) längst gestoppt. Wenn Winfried Hermann meint, einen Ausstieg könne "man niemandem mehr erklären und rechtfertigen", könnte er es mal mit der Volksweisheit versuchen, dass man schlechtem Geld kein gutes hinterher werfen soll.

Legitimationswirkung durch Volksabstimmung? Längst perdu

Denkbar, dass Hermann der Argumentation bis hierher folgen würde. Aber dann gibt's ja noch – die Volksabstimmung. Was vor acht Jahren ein Hochamt der parlamentarischen Demokratie hätte werden können – transparente Faktenlage, große gesellschaftliche Debatte, dann Plebiszit – wurde in das glatte Gegenteil verkehrt, weil Fakten zurückgehalten und massiv manipuliert wurden, so dass sich das jetzt im Bau befindliche Projekt weit von den Entscheidungsgrundlagen der Volksabstimmung entfernt hat. Ihre politische Legitimationswirkung ist perdu, eine juristische hatte sie ohnehin nie. Das sieht der Speyrer Verfassungsrechtler und Konstrukteur dieser Volksabstimmung Joachim Wieland schon lange so, wie auch der Verein"Mehr Demokratie e.V.", Sachwalter des Themas Bürgerbeteiligung – und inzwischen wohl auch der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann. In einer "Fundamentalkritik" (Stuttgarter Zeitung) stellte er jüngst das Verfahren der Volksabstimmung 2011 in Frage. Wenn die Kosten dermaßen "aus dem Ruder" liefen, werde "das Vertrauen in die handelnden Organe" geschwächt.

Ähnlich kritisch Hermann im Kontext-Interview: Hätten die Bürger damals "gewusst, dass es so viel teurer wird und so viel länger dauert, wäre der Volksentscheid womöglich anders ausgegangen. Da haben einige Leute schon böse die Wahrheit verdreht .... Rüdiger Grube hat dreist behauptet, dass 1,5 Milliarden bis zwei Milliarden Euro schon ausgegeben wären. Es waren tatsächlich maximal 400 Millionen Euro".

Es folgt nicht, was nun logisch folgen müsste, sondern es folgt der argumentative U-Turn: "Der Volksentscheid ist eben so gelaufen, dass damit eine Regierung gebunden ist", so Hermann im Interview. Kretschmann formuliert im Zuge seiner "Fundamentalkritik" an der Volksabstimmung etwas vorsichtiger, diese sei "schwer korrigierbar". Das trifft's besser. Denn das große Demokratieexperiment ist das eine, das andere ist die Volksabstimmung als Konfliktauflösungsmechanismus zwischen zwei Parteien, die eine Koalition ohne Einigung in Sachen S 21 nicht bilden konnten – erst Grüne-SPD, dann Grüne-CDU. Zur demokratischen Legitimation des Tiefbahnhofprojekts kann die Volksabstimmung also nicht mehr dienen, aber als existenzsichernder Kitt für die jeweilige Koalition wird sie weiter für unverzichtbar gehalten – der Widerstand gegen ein absurdes Projekt wird so auf dem Altar der Regierungsbeteiligung geopfert.

Mit S 21 beteiligen sich die Grünen an einer Verkehrswende rückwärts

Sind die Regierungsgrünen beim Thema S 21 tatsächlich bis zur Bewegungsunfähigkeit eingemauert von institutionellen Zwängen – sodass sie auf zentralen Feldern wie Verkehrswende und Klimaschutz gegen ihre Identität und Glaubwürdigkeit agieren müssen?

Mit ihrem Insistieren auf S 21 beteiligen sie sich an der Organisation einer Verkehrswende rückwärts: Das Projekt blockiert den regionalen Nahverkehr, zum Beispiel beim längst überfälligen, lagerübergreifend für sinnvoll erachteten S-Bahn-Ringschluss im Süden der Stadt, der die hoffnungslos zugestaute A 8 entlasten würde. Dass grüne Amtsträger widerstandslos bei einer Bahnhofsverkleinerung um mindestens 30 Prozent mit entsprechender Verkehrsverlagerung auf die Straße mitmachen, ist ein ziemlicher Sündenfall – der weitere nach sich zieht: Der Integrale Taktfahrplan nach Schweizer Vorbild, inzwischen überall als Königsweg aus der Bahnkrise erkannt, erfordert bundesweit Streckenausbau und mehr Kapazität der großen Bahnhöfe, also das genaue Gegenteil von S 21, weshalb die DB Stuttgart in ihren Deutschlandtaktplänen ausspart.

Hinzu kommt: S 21 belastet auf Dauer den Investitionshaushalt der DB, allein bis 2023 mit 3,3 Milliarden Euro – Mittel die dringend für den Netzausbau bundesweit gebraucht werden. Es ist geradezu ein Treppenwitz der Geschichte, dass das von einem grünen Verkehrsminister protegierte Projekt zum Klotz am Bein der selbst von CDU, CSU (!) und SPD geforderten Verkehrswende wird.

Politikverständnis auf Regierungshandeln verkürzt

Ähnliches beim grünen "Herzensthema" Klimaschutz: Durch den gigantischen Betonverbrauch und die massive Verlagerung von Verkehr auf die Straße erhöht S 21 die globale CO2-Belastung je nach Szenario um zwischen 3,5 und 5,6 Millionen Tonnen bis 2050. Entsprechende Mehrbelastungen bei Feinstaub und Stickoxyd.

Auf all dies ständig mit Ohnmachtserklärungen und gute Taten andernorts zu verweisen, zeigt wie sehr sich das Politikverständnis von Hermann und seinen grünen Freunden auf ihr Regierungshandeln verkürzt. Den großen Paradigmenwechsel wie den Atomausstieg oder jetzt den Kohleausstieg haben nicht andere Parlamentsmehrheiten, Koalitionen oder Regierungsstürze ausgelöst, sondern erst mal der Druck von Bürgerbewegungen und Zivilgesellschaft. Das sollte man Grünen nicht erklären müssen.

Die Etikettierung Hermanns als "Verräter" ("zumindest ein halber"), wie im Interview angesprochen, mag manchem vor lauter Enttäuschung über die Grünen, die nicht zuletzt von dieser Bürgerbewegung in ihre Ämter gebracht wurden, aus der Seele sprechen. Sprachgebrauch auf den Bühnen und in den Publikationen der Bewegung ist das jedoch nicht. Allerdings geht es um Verantwortung.

Die Grünen könnten Debatten anstoßen, statt sie zu tabuisieren

Und die ist nicht klein, wenn man ein destruktives Projekt mit ein bisschen kritischer Begleitmusik aufs Gleis, aber in der Sache effektiv, weitertreibt. Hermann und Kretschmann sind nicht Opfer der Umstände oder ihrer Vorgänger. Sie haben sehr wohl Spielräume, die sie nicht nutzen. Sie könnten Debatten anstoßen oder zulassen, statt sie zu tabuisieren, sie könnten sich an Diskussionen über Alternativen beteiligen, endlich mal mit dem von ihnen insgeheim favorisierten Kombi-Modell (Teile der Gleise oben belassen) rausrücken und die gekappten Taue zur Bürgerbewegung gegen das Projekt wieder knüpfen.

Zu alledem braucht es Mut und Rückgrat sowie die Bereitschaft, ein Regierungsamt auch mal aufs Spiel zu setzen. Dass es gar nicht so weit kommen muss, zeigt das Beispiel des SPD-Landrats Schuierer in Wackersdorf, wunderbar herausgearbeitet im gleichnamigen Film. Schuierer hat sich für seine (spät gewonnene) Überzeugung eingesetzt, hat sich auf die Seite der Bürgerbewegung gestellt, hat sich mit Investoren und Lobbyisten und dem damaligen CSU-Ministerpräsidenten Strauß angelegt – und gewonnen. Die WAA wurde gestoppt, Strauß war bald weg, und Schuierer ist als Held in die Geschichte eingegangen. Sowas würde man sich von Winfried Hermann auch wünschen.

 

Werner Sauerborn ist von Anbeginn an aktiv in der Bürgerbewegung gegen Stuttgart 21, seit 2010 Mitglied im Aktionsbündnis gegen S 21 und dort seit 2015 in der Rolle des Geschäftsführers. Zuvor war er Vorstandssekretär bei Verdi Baden-Württemberg.

Das Jahrhundertloch: Stuttgart 21

Immer neue Kostensteigerungen, Risiken durch den Tunnelbau, ungelöste Brandschutzfragen, ein De-facto-Rückbau der Infrastruktur – das sind nur einige Aspekte des Milliardengrabs.

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15 Kommentare verfügbar

  • Herbert Grabe
    am 21.01.2019
    Leider werden seit dem Wackersdorf-Film Analogien hergestellt und Schlüsse gezogen, die sachlich unrichtig sind. Zum einen wird, wie in Kontext vor einer Woche zu lesen war, unterstellt, die WAA in Wackersdorf sei bereits fertig gestellt gewesen, als der Ausstieg aus dem Projekt kam. Das trifft nicht zu, da dort »nur« im Wesentlichen das Brennelemente-Eingangslager baulich realisiert wurde. Anders beispielsweise hielt es sich mit dem Schnellen Brüter in Kalkar, dieser war soweit gediehen, mit atomaren Frachten beschickt zu werden. Zum anderen erweckt Herr Sauerborn einen falscher Eindruck, wenn er Landrat Schuirer als »späten« Seitenwechsler darstellt. Im Widerstand gegen die WAA war zu erkennen, dass Hans Schuirer nach einer Phase der Orientierung sehr früh zum Gegner der WAA wurde. Ebenso leider spielen offensichtlich historische Realitäten kaum eine Rolle, wenn es der eigenen Argumentation dient. M. E. hat Winfried Hermann seine Postionen sehr schlüssig und nachvollziehbar begründet. Der Sauerbornschen Antwort geht diese Schlüssigkeit ab.
  • a. ziervogel
    am 16.01.2019
    Ich finde nicht, dass Herr Hermann jemals so ausgesehen hätte, als ob er "Rückgrat" hätte. Vermutlich wäre er mit Rückgrat auch gar nicht die Wahl seines MP gewesen.
  • Bruno Neidhart
    am 16.01.2019
    Sorgt sich Herr Werner Sauerborn um Grün oder um S21? Ein ziemlich verschwurbeltes Gemurkse durch eine tendenzielle Suche nach Sündern, eingebettet in einen Nebel von Mutmaßungen. Die Realität ist, wie so oft, komplexer. Der Reigen der direkt Involvierten war und ist schier unendlich. Das ist ja gerade die Krux.
    • Martina Auer
      am 16.01.2019
      Welche "Mutmaßungen" und "verschwurbeltes Gemurkse" meinen Sie denn konkret, Herr Neidhart? Benennen Sie. Vielleicht kann man dann sogar über Ihren Kommentar diskutieren.
    • a. ziervogel
      am 16.01.2019
      Herr Sauerborn hat verdienstvoller Weise auf die ganze Problematik der Hermann'schen Einlassungen im Detail reagiert und die vielen Unkorrektheiten und peinlichen Exkulpierungsversuche des Ministers hingewiesen. Verschwurbelt war daran gar nichts im Gegensatz zu Ihrer Nebelkerze "Mutmaßungen", Herr Neidhart!
  • Peter Meisel
    am 16.01.2019
    Na klar, auch ich habe in meinem Dorf vor der "Volks-Abstimmung" heftig gegen Stuttgart21 argumentiert! Die "Legitimation" war das Trojanische Pferd, den die Nicht-Betroffenen in ganz BW haben darüber abgestimmt.
    Wer die alte Geschichte von Homer über die Ilias und den Städtezerstörer Odyssee verstanden hat, der weiß was jetzt folgt! Oder wird in BW sogar an der Bildung gespart?

    Der Tunnelbohrmaschinen Hersteller Herrenknecht ist frustriert aus der CDU ausgetreten, weil Friedrich Merz nicht zum CDU Chef gewählt wurde? Das Jahrhundert Loch 20 m unter den zweitgrössten Mineralwasser Vorkommen Europas wird den Stutengarten doch noch fluten?
    Jedenfalls schreibt die Wirtschaftswoche am 4. Dezember 2018: "Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock hat gute Verbindungen in die Politik. Friedrich Merz wird dafür nicht mehr gebraucht – seine Aufsichtsratsarbeit war für Anleger ohnehin kein großer Gewinn." Und die Financial Times fm am 14.01.19 auf S.1 und 2 "The Authority on global fund management / Financial Times January 14 2019
    Page 1: Hedge funds suffer calamitous year
    Top names GAM, Schroders and BlackRock count among worst performers
    They delivered significant losses in 2018 as declines for Stock markets global and rising US interest rates led to widespread difficulties for alternative managers.
    Page 2: BlackRock, the world’s largest asset manager, suffered a 19.9 per cent loss last year on its BSF European Diversified Equity Absolute Return fund. BlackRock said trade tensions, the path of US rate increases and uncertainty over the timing of the end to the current market cycle had driven underperformance of exported companies held by the fund." Da lob ich mir mein eigenes Kapital (Marx): caput - Mein Kopf, zwei Augen zu sehen, zwei Ohren zu hören, ein Hirn zum Denken und einen Mund, meine Meinung zu äussern"
  • Horst Ruch
    am 16.01.2019
    Danke an Sauerborn für sein „politisch corectness“ in dieser umfangreichen Bewertung der causa Hermann. Verräter nein, aber vielleicht doch ein Halber.
    Wie ich schon einige Male kommentiert habe, ist und bleibt Hermann der Mann mit dem „grünen“ Rückgrat. Kretschmann hat seinen Verkehrsminister in eine Marionette verwandelt. Jede seiner Bahnkritischen Äußerungen zu S21 mußte von der Stimme seines Herrn am folgenden Tag dementiert werden.
    So zeigt es sich, daß Kretschmans Käs’ zwar gegessen, aber nicht verdaut ist.
    Kein Wunder, daß die Glaubwürdigkeit an grüner Aufrichtigkeit gegen Null gesunken ist.
    Unabhängig der verkorksten VA, erinnere ich an die von Frau Henkel Waidhofer moderierte Gesprächsrunde am 18.01.2016 im Hospitalhof mit Conradi, Hermann und Heiner Geißler.
    Nicht wörtlich, aber sinngemäß sagte Dr. Geißler:
    „Ich habe in der „Schlichtung“ 12 Punkte zu Lösungsansätzen festgehalten, kein einziger wurde von der Politik für Ernst genommen und deshalb nicht weiterverfolgt. Es ist doch Sache der Auftraggeber die gestellte Aufgabe zu verwirklichen und nicht die des Schlichters“.
    Die abstrusen Verenkungen in der Darstellung zur Erklärungsnot des Verkehrsministeriums zur zukünftigen Leistungsfähigkeit von S21 kam doch aus seinem Ministerium, weder auf Nils Schmids weder Strobels Anordnung.
    So hat „Grünes“ Rückgrat eben keine Zukunft.
    • Markus Hitter
      am 16.01.2019
      Kann sich noch jemand an den Filderdialog erinnern? Da gab es auch so eine Art Volksabstimmung, ein Votum durch gewöhnliche Bürger.

      Beim Filderdialog war es keinerlei Problem, den Volkeswillen zu übergehen. Das Ergebnis der Wahl hat keine 24 Stunden überlebt und wurde durch den Willen der Projektbetreiber ersetzt. Übrigens verkündet von eben diesem Winfried Hermann, um den es auch hier geht.

      Geht es dagegen um den ganzen Bahnknoten, soll sowas plötzlich nicht mehr möglich sein. DAS lässt sich nicht vermitteln.
    • a. ziervogel
      am 16.01.2019
      Sich zu einer Marionette machen zu lassen, dazu gehören bekanntlich zwei! Herr Hermann hat es sich doch gerne gefallen lassen...
  • Andreas Geiss
    am 16.01.2019
    Ich verstehe das nicht. Lasst doch das Gemaule. Fordert mehr Geld für den Ringschluss der S Bahn im Süden und weitere Nahverkehrsprojekte, bei denen die Firmen Geld verdienen können und alle sind zufrieden. Es wird überall sinnlos Geld ausgegeben.
    • Peter Kurtenacker
      am 16.01.2019
      Es langt nicht der "Süden". Der VCD-Vorschlag des Nordkreuzes wird immer noch überall geprüft. So weit ich weis sogar vom Regionalverband wegen der Panoramabahn. Ein kleiner Trost ist im Augenblick, das sie im Regionalplan weiter als Schienenweg eingeplant ist.
      Wenn der S21-Mist jetzt durchgesetzt wird, wäre es höchste Zeit in diesen Zusammenhang das Nordkreuz nach den Rosensteintunnel erweitert zu planen. Das geschieht im Augenblick nicht. Wie gehabt "wer bezahlt?". Die Anbindung Filterraum - Bad Cannstatt - Feuerbach ist im Augenblick nicht geplant. Nach Abbruch der Auffahrt Panoramabahn am Nordbahn, ist da eh ein kaum schließbares Loch. Soll ja bald vor S21 erfolgen.
      Dann ist das Theater an der Rohrer Kurve endgültig zu klären. Da wird vor allen auch wegen des Lärm protestiert. Hinweis: Als die S-Bahn Richtung Flughafen gebaut wurde, hat man nach Eröffnung erst einmal für viel Geld die Schienen nachträglich auf Schallschutzelementen verlegt. Grund waren die Proteste der Anlieger. Die dort wohnen, wissen in diesen Bereich, über Lärm also von früher her Bescheid.
      Die Panoramabahn muss geklärt werden. Da haben sich auch schon Leute wegen der zukünftig ruhigen Lage Immobilien gesichert. Da gibt es schon ganz andere Interessen und zwar von durchaus einflussreicheren Anlegern.
      Und eigentlich müsste man eine weitere unabhängige Strecke auf den Filtern haben. Also kein Bezug zum Flughafen und S21. Problem: Die zieht automatisch eine weitere Zersiedelung der Landschaft nach sich. Dann kommt natürlich die Frage Richtung Neckartal hinzu. Vorteil: Keine Zwänge wegen Messe, Flughafen. So eine Strecke würde wirklich nur den Tagesbedarf dienen.
      Überall sind dann Gutachten wegen Bedarf usw. nötig. In der Folge käme es zu einer weitere Besiedlung mit Wohnungen und Industrie. Das ist faktisch Pflicht.
      Und dann der eigentliche Hammer: Wer bezahlt und wen gehört das ganze hinterher?
      Nach Grundgesetz gehören die Schienenweg den Bund. Der will aber zum Beispiel nichts mehr mit der Panoramabahn zu tun haben, da die Unterhaltung Kostenintensiv ist. Ironischerweise lief die Zugbelieferung Damliers zeitweise genau darüber, als es Probleme anderswo gab.
      Egal wer da was bewegen will, kommt nur mit Kompromissen weiter. Damit sind die S21-Gegner außen vor.
      Zumal niemand das Problem des Zuzuges nach Stuttgart lösen kann. Eine dankbare Zukunftsaussicht für gewisse Kreise, die nicht links, aber sehr egoistisch denken...
  • Jue.So Jürgen Sojka
    am 16.01.2019
    @Gastautor Werner Sauerborn,
    kann es sein, dass von Ihnen eine wesentliche Betrachtung außer Acht gelassen wird?
    Der _S e l b s t v e r r a t_!!!

    Also hier wenige "Gesichtspunkte" für all jene zusammengestellt, denen es bevorzugt um "Gesichtswahrung" geht – das eigene Ansehen und damit die Gesichtswahrung für _alle_ im eigenen Umfeld! [b][1][/b]

    Noch im September 2010 im Bundestag dieser Antrag DR 17/2893 zu
    [b]Sofortiger Baustopp für Stuttgart 21 und die Neubaustrecke Wendlingen–Ulm[/b]
    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/028/1702893.pdf 8 Seiten
    Antrag der Abgeordneten Winfried Hermann, … Alexander Bonde, … Fritz Kuhn, … Dr. Anton Hofreiter, … und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

    08.06.2018 https://www.parkschuetzer.de//statements/201118 8 Kommentare
    StZ Winfried Hermann "Stuttgart 21 ist die größte Fehlentscheidung"

    06.06.2018 Ex-Bahnvorstand rechnet mit S21 ab https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/stuttgart/Stuttgart-Laut-Ex-Bahnvorstand-war-finanzielle-Risiko-von-S21-frueh-bekannt,meldung-6596.html [b]Sarrazin wirft DB-Spitze Misswirtschaft vor[/b]
    ...
    In ihrer Mittwochsausgabe zitiert die "Stuttgarter Zeitung" eine Stellungnahme des früheren Bahnvorstands. Demnach waren bereits neun Jahre vor Baubeginn die finanziellen Risiken von S21 bekannt. Schon im Sommer 2001 sei "völlig klar" gewesen, dass "die wie immer berechnete Wirtschaftlichkeit des Projekts Stuttgart 21 in sich zusammenbrechen würde, wenn sich nur ein kleiner Teil der Risiken, etwa im Tunnelbau, materialisierte". Laut Sarrazin warnte ein …

    [b][1][/b] 2016.11.09 PS-Forum https://up.picr.de/34849623aa.pdf im Kommentar

    Offensichtlich weiß der Ministerpräsident nicht, wie auch der Minister Winfried Hermann, was das Wort "Verantwortung", im Zusammenhang mit "Richtlinien" und unserer Landesverfassung/Grundgesetz, von _ihnen_ verlangt!! Na ja, dann kann es ja so weiter gehen wie seither … _u n v e r a n t w o r t l i c h_!!!!
    • Jue.So Jürgen Sojka
      am 16.01.2019
      Winfried Hermann Ergänzung: https://up.picr.de/34850529wt.pdf 1 Seite
      1985 Stuttgart 21: Eine ausführliche Kompaktchronologie;
      April 2018 SWR Historie des Bahnprojekts
      W. H. 09.09.2010 bis 17.08.2011 O-Töne in Videos

      https://up.picr.de/34850041jj.pdf 1 Seite "Rechtsgrundlagen für Bürger/Amtspersonen"
      Ernest P. wieder in Haft - Siehe auch KONTEXT 222 Hungern für den Kopfbahnhof
  • Peter Kurtenacker
    am 16.01.2019
    > weil er in seinen besseren Zeiten
    Schöner kann Kontext seine Zweifel nicht formulieren. Der Käs ist wirklich gegessen.
    Das Debakel kommt dann bei den Wahlen. Hoffentlich gehen nicht zu viele der AfD auf den Leim. Die haben auch keine Lösung.
    Das Ganze erinnert mich inzwischen an das Problem mit der Braunkohle. Da geht es auch um die Arbeitsplätze und die Subventionierung der Wirtschaft. Wäre ein Jammer wenn wir der Strabag (Züblin's Mama) den Geldhahn zudrehen würden. Wo die doch extra vom Österreich nach Bayern gezogen sind. Na, die sauren Wiesen usw. zwischen Ulm und Augsburg sind dann als nächstes dran. Blöder Klimawandel aber auch...
  • Dorothea Geiges
    am 16.01.2019
    Danke, Werner Sauerborn - klarer kann man nicht denken und formulieren.
    Eine Grundlage für Herrn Hermann und Herrn Kretschmann, ihre schwerwiegende Verantwortung wahrzunehmen und tätig zu werden.
    Danke an Kontext!

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