Vertraglich verpflichtet zum Weiterbau? Verkehrsminister Winfried Hermann steht Kontext Rede und Antwort. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 406
Politik

"S 21 bleibt grandiose Fehlentscheidung"

Von Oliver Stenzel (Interview)
Datum: 09.01.2019
Im zweiten Teil des Kontext-Interviews erklärt Landesverkehrsminister Winfried Hermann, warum er einen Ausstieg aus Stuttgart 21 nicht für realistisch hält, wie er die Bahn-Klage zur Mehrkostenübernahme beurteilt – und wie er mit der Kritik von Projektgegnern umgeht.

Herr Hermann, Stuttgart 21 trägt extrem zur Finanzierungslücke und dem desolaten Zustand der Bahn bei, die Sie in ihrem Brandbrief anprangern (siehe Teil 1 des Interviews). Bis 2021 soll der Anteil des Projekts an den Nettoinvestitionen der DB auf ein Fünftel steigen. Wäre so gesehen ein Ausstieg nicht besser für die Bahn?

Grundsätzlich muss man sagen: Alle Großprojekte haben die Bahn schwer belastet. Die Planungs- und Baukapazitäten fehlen einfach in anderen Bereichen. Die Konzentration auf die Großprojekte mit viel Geld hat den Effekt gehabt, dass das Nebennetz, das aber für den ländlichen Raum und den Nahverkehr wichtig ist, nicht elektrifiziert ist, nicht auf dem neuesten Stand ist, ganz zu schweigen vom Güterverkehr. Stuttgart 21 ist im Unterschied zu den Aus- und Neubaustrecken, die der Bund komplett finanziert, ein Projekt der DB, das hat das Verkehrsministerium immer betont. Und ich glaube, wenn man heute eine Abstimmung im Bahnvorstand machen würde, würde man nicht mehr viele Befürworter für Stuttgart 21 finden.

Warum also nicht den endlosen Schrecken beenden?

Mit Verlaub, ein Höhlenwerk und eine Grube, für die man schon mindestens drei Milliarden Euro ausgegeben hat und mindestens anderthalb Milliarden fest gebunden sind, jetzt abzubrechen, das kann man niemandem mehr erklären und rechtfertigen. Selbst wenn man jetzt den Kopfbahnhof modernisieren oder das Kombimodell machen wollte – man müsste komplett von vorne anfangen mit einer neuen Planfeststellung. Und wir wissen ja, wie lange das dauern kann; am Flughafen gibt es ja bis heute noch keine Planfeststellung, obwohl da schon 20 Jahre geplant wird.

Genau das spräche ja eher für einen Ausstieg.

Diejenigen, die immer noch aussteigen wollen, glauben vermutlich, dass das eine einfache und schnelle Lösung wäre. Das ist aber ein großer Irrtum: faktisch und politisch. Der Volksentscheid ist eben so gelaufen, dass damit eine Regierung gebunden ist. Sie muss das Projekt zwar nicht realisieren, aber die vertraglich zugesagten 930 Millionen Euro zahlen und das Projekt förderlich begleiten. Denn Bauherr ist ja die Deutsche Bahn, nicht das Land Baden-Württemberg, nicht die Stadt oder die Region. Und wir im Ministerium haben festgestellt: Seit das Verhältnis geklärt ist, können wir mit den Fachleuten der Bahn ganz gut arbeiten und kommen auch an die Schwachstellen des Projekts ran. Und die arbeiten wir sukzessive ab. Aber grundsätzlich rumdrehen können wir das Projekt nicht mehr.

Trotzdem haben Sie Stuttgart 21 als "größte Fehlentscheidung in der Eisenbahngeschichte" bezeichnet.

Da habe ich den Mund vielleicht ein bisschen voll genommen, weil ich nicht die gesamte Eisenbahngeschichte kenne. Aber Stuttgart 21 ist auf jeden Fall eine grandiose Fehlentscheidung gewesen, die in jeder Hinsicht sehr teuer ist. Schauen wir uns nur an, was die Baustelle alles an Verkehrsstörungen und Minderung der Lebensqualität in der Stadt auslöst. Bis die Entscheidung zum Bau gefallen ist, hat sie 20 Jahre lang alle Modernisierungsinvestitionen in die Stadt und in das Schienensystem blockiert. Heute ist Stuttgart eine einzige Großbaustelle, und das Ding wird und wird nicht fertig. Nur immer teurer.

Wie lautet Ihre Prognose? Wann ist S 21 fertig und zu welchem Preis?

Meine Antwortet lautet: Einstweilen Ende 2025 und einstweilen liegt der Kostenrahmen bei 8,2 Milliarden Euro.

Die Betonung liegt auf einstweilen.

Die Betonung liegt auf einstweilen. Und für die Fertigstellung der Gäubahnanbindung über den Flughafen kann die Projektgesellschaft kein Datum nennen.

Sie haben betont, das Projekt habe inzwischen drei Milliarden Euro verschlungen. Jetzt sei ein Abbruch nicht mehr vermittelbar. Wackersdorf, die milliardenteure Wiederaufbereitungsanlage, ist sogar nach der Fertigstellung beerdigt worden.

Die Wiederaufbereitungsanlage brauchte man nicht mehr, es ergab keinen ökonomischen Sinn für die Betreiber. Aber einen funktionierenden Bahnhof braucht die Bahn. 2013, als der große Kostensprung von 4,5 auf 6,5 Milliarden Euro bekannt wurde, hat die Bahn noch einmal erwogen, Stuttgart 21 zu stoppen. Damals wurde zum ersten Mal im Bahnvorstand und im Aufsichtsrat über Wochen und Monate gerechnet. Und damals war noch vergleichsweise wenig Geld ausgegeben beziehungsweise gebunden, etwa ein oder zwei Milliarden Euro. Das war der letzte Zeitpunkt, zu dem man mit gemeinsamem politischem Wille sinnvollerweise hätte aussteigen können. Dafür habe ich mit guten Argumenten geworben. Allerdings war dieser Wille beim damaligen Koalitionspartner SPD und letztlich auch bei der DB nicht vorhanden.

Heißt das, dass die Bahnspitze auch damals nicht unbedingt weiter bauen wollte?

Bahnmanager haben mir gegenüber betont, dass sie nicht an dem Projekt hingen, dass sie sich nach der Politik richten würden. Sie seien vertraglich verpflichtet zu bauen. Wenn die Politik beziehungsweise die Vertragspartner Stopp gesagt hätten, wäre das für sie auch in Ordnung gewesen. Stattdessen aber hat der damalige Finanzminister Wolfgang Schäuble öffentlich erklärt, das Projekt sei von allergrößter Bedeutung für Deutschland, die Kanzlerin sprach von einer überragenden nationalen Bedeutung, es gehe um den Ruf Deutschlands in der Welt, als Industrienation, die Großprojekte kann. Und deshalb haben sie es dann durchgezogen.

Hardliner hinter jeder Ecke.

Der Stuttgarter Gemeinderat ist mehrheitlich nach wie vor dafür, die Regionalversammlung ebenso, CDU, SPD und FDP stehen sofort auf der Matte, wenn über Alternativen nachgedacht wird, und im Landtag haben wir das gleiche Spiel. Auch wenn angesichts der Verzögerungen und Kostensteigerungen das peinliche Schweigen vieler Befürworter von einst unüberhörbar ist, gibt es nach wie vor leidenschaftliche Verfechter des Projektes.

Das weiß auch die Bahn und klagt seit Ende 2016 auf die Übernahme der Mehrkosten.

Ich darf daran erinnern, dass es der frühere Ministerpräsident Günther Oettinger und Stuttgarts Ex-OB Wolfgang Schuster waren, die im Finanzierungsvertrag rund zwei Drittel der Kostenrisiken von 1,5 Milliarden Euro fest übernommen haben. Darüber hinaus gibt es nur eine Sprechklausel, die keinen Anspruch der Bahn auf Übernahme weiterer Mehrkosten begründet. Im Übrigen hat die damalige Bahnspitze lieber die finanzielle Festzusage der Projektpartner angenommen als eine prozentuale Risikobeteiligung. Die haben doch selbst geglaubt, dass damit die Finanzierung geklärt sei.

Es ist erstaunlich ruhig an dieser Front. Sie gehen davon aus, dass der Bund einspringen wird.

Ich kann nur sagen: Der Bund hat letztlich politisch entschieden, weiterzumachen, auch wenn es teurer und womöglich unwirtschaftlich wird, und damit hat er auch die Verantwortung für das Projekt übernommen.

Die Bahn muss jetzt ans eigene Geld.

Die größten Anteile der bisherigen Ausgaben sind von den Projektpartnern bezahlt worden. Jetzt kommt die Bahn selbst immer stärker in die Finanzierung, und das tut weh. Daher rühren ihre Aufschreie, und nun muss der Bund eben überlegen, ob er sein Unternehmen weiter in die roten Zahlen rutschen lässt wegen der Infrastrukturkosten, oder ob er sagt: Für den Ausbau der Autobahnen und Bundestraßen zahlen wir auch Milliarden, allerdings direkt aus dem Haushalt.

Auch Ministerpräsident Kretschmann, für den der Käs gegessen war, ist plötzlich unwirsch und schimpft auf die Bahn. Was ist passiert?

Das war ein emotionaler Ausbruch angesichts der Nachricht, dass der Flughafen ein Jahr lang abgehängt wird von der S-Bahn. Fröhlich stimmt ihn wahrscheinlich auch nicht, dass alle unsere Prognosen, alle unsere Bedenken, die wir gegenüber S 21 geäußert haben, Realität geworden sind, und er sie jetzt mittragen muss.

Trotzdem: Die Regierung zieht immer den Volksentscheid als Legitimation für ihre Pro-S-21-Politik heran.

Wir haben in der Tat dadurch eine Verpflichtung, das Projekt zu unterstützen. Es war einer meiner größten Irrtümer, zu glauben, Stuttgart 21 würde im Volksentscheid krachend scheitern. Ich war bis zum Schluss davon überzeugt, dass die Mehrheit uns Kritikern glaubt und Nein zu dem Projekt sagen würde. Hat sie aber nicht. Viele hatten offenbar gedacht, okay, es wird ein bisschen teurer und es dauert ein bisschen länger, wie alles im Leben. Hätten sie gewusst, dass es so viel teurer wird und so viel länger dauert, wäre der Volksentscheid womöglich anders ausgegangen. Da haben einige Leute schon böse die Wahrheit verdreht oder Wahrheiten nicht ausgesprochen, die auch damals schon bekannt waren. Rüdiger Grube hat dreist behauptet, dass 1,5 Milliarden bis zwei Milliarden Euro schon ausgegeben wären. Es waren tatsächlich maximal 400 Millionen Euro.

Da sind die Wähler offensichtlich nach Strich und Faden belogen worden.

Es gab in der Tat eine üble Desinformation, keine Frage. Aber das hilft heute nicht mehr. Recht haben hat in der Politik noch nie zum Erfolg geführt.

Wir erinnern uns: Nicht die Wahrheit entscheidet über die Lüge, sondern die Mehrheit über die Minderheit.

In der Demokratie haben alle ein Wahlrecht. Die Informierten und die weniger Informierten, auch die, die einfach anderer Meinung sind als man selbst. Das hat bisher im Großen und Ganzen funktioniert. Im Übrigen wurden damals in der Broschüre der Landesregierung zur Abstimmung die Argumente beider Seiten klar dargestellt.

Selbst die "Süddeutsche Zeitung" hat S 21 als das "dümmste Bauprojekt" Deutschlands bezeichnet.

Ich bewahre immer noch einen handgeschriebenen Brief von S-21-Vater Professor Gerhard Heimerl auf, in dem er versichert, nie dafür geworben zu haben, alles unterirdisch anzulegen und den Kopfbahnhof völlig aufzugeben. Er wollte eine Kombilösung, wie wir Grünen, mit einem optimierten Kopfbahnhof.

Die Aussicht auf das frei werdende Gelände hat dann offenbar die Phantasie der Entscheidungsträger angeregt.

Es gab einmal eine Zeit, Mitte der 1990er, in der behauptet wurde, S 21 würde allein durch den Verkauf des Geländes finanziert. Tatsächlich hat es die Bahn 2001 für umgerechnet 459 Millionen Euro an die Stadt verkauft. Und jetzt kommt's: Oberbürgermeister Schuster hat damals vertraglich vereinbart, dass die Bahn erst ab 2020 Zinsen zahlen muss, wenn das Gelände zu diesem Zeitpunkt nicht bebaubar ist. Wer hätte je gedacht, dass der Schuster-Vertrag zur Geltung kommen würde und die Stadt für jedes Jahr nach 2020 aufsteigend bis zu 20 Millionen Euro kriegt?

Das ist aber schön für die Stadt.

Ich glaube, dass die Stadt Stuttgart am Ende den größten Vorteil aus dem Projekt zieht. Nicht in verkehrspolitischer Hinsicht, sondern wegen der Grundstücke. Das war auch immer das Hauptargument derer, die für Stuttgart 21 getrommelt haben. Für jeden Verkehrs- und Bahnpolitiker war klar, dass S 21 nicht geeignet sein würde, einen guten zukunftsfähigen Schienenverkehr mit viel regionalem Nahverkehr zu bewältigen. Wer einen Bahnhof baut, der für Fernverkehr optimiert ist, und für Nahverkehr eher eine Verschlechterung bringt, der hat ganz andere Absichten.

Deshalb sprechen nicht nur die Kritiker, sondern auch die Immobilienbranche immer wieder vom Immobilienprojekt S 21. In verkehrspolitischer Sicht aber ist der neue Bahnhof ein Rückbau, bietet weniger Kapazität als der Kopfbahnhof.

Ich schaue jetzt mal auf den Bahnhof, wie er heute dasteht. So sehr ich an ihm hänge, aber er ist längst nicht mehr so leistungsfähig wie er war. Er hat die 16 Gleise nicht mehr, mit entsprechenden Zulaufgleisen, die über marode Brücken und Strecken führen. Ich glaube nicht, dass der neue Bahnhof weniger leistungsfähig sein wird. Meine Befürchtung ist eher, dass er nicht ausreicht, wenn der Verkehr, so wie wir es vorhaben, verdoppelt wird.

Und dass nichts mehr funktioniert, wenn ein Tunnel mal gesperrt werden muss, etwa zur Sanierung wegen quellenden Anhydrits – wie der Engelbergtunnel.

Das ist das eigentliche Risiko des neuen Bahnhofs. Wenn du nur einen Tag einen Tunnel sperren musst, ist das schon eine Katastrophe. Das bleibt ein unterirdisches anfälliges Engpasssystem, das von den Befürwortern natürlich so nicht gesehen wird. Nicht von ungefähr ist die Bahn beim sogenannten Stresstest während der Schlichtung von Heiner Geißler immer von einem funktionierenden System ausgegangen. Das ist ja der Trick der Bahn: Sie tut so, als wäre alles durchgeplant und getaktet. Und wir wissen, dass die Bahn-Welt so nicht ist.

Zum Schluss noch eine Frage zur persönlichen Befindlichkeit bei diesem Thema: Wenn Winfried Kretschmann für viele S-21-Gegner ein Verräter ist, sind Sie zumindest ein halber.

Für mich ist das sehr bitter, weil ich sicherlich einer derjenigen bin, die mit am längsten und intensivsten gegen Stuttgart 21 gekämpft haben. Manche dieser Damen und Herren, die heute dagegen protestieren, habe ich in der Phase, in der wirklich noch etwas bewegt werden konnte, nicht gesehen. Viele sind erst aufgewacht, als die meisten Entscheidungen schon gefallen waren. Aber heute so zu tun, als sei man im Besitz der alleinigen Wahrheit und der Volksentscheid nur Betrug gewesen, ist ärgerlich und demokratisch fragwürdig.

Für Sie offenbar Schlachten von gestern.

Da sind so viele gescheite Leute dabei, die ihre Zeit damit verschwenden, immer und immer wieder nachweisen zu wollen, dass dies oder jenes eine Lüge war. Man kann auch ein Leben in der Vergangenheit verbringen. Was hätten wir gewonnen, wenn wir alle zusammen versucht hätten, aus Stuttgart eine Stadt moderner Mobilität zu machen. Mehr Radverkehr, mehr öffentlicher Verkehr, mehr Veränderungen dort, wo wir noch etwas verändern können. Es gibt auch ein Leben nach Stuttgart 21.

Das Jahrhundertloch: Stuttgart 21

Immer neue Kostensteigerungen, Risiken durch den Tunnelbau, ungelöste Brandschutzfragen, ein De-facto-Rückbau der Infrastruktur – das sind nur einige Aspekte des Milliardengrabs.

Zum Dossier


Gefällt Ihnen dieser Artikel?
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!

28 Kommentare verfügbar

  • Herbert Grabe
    am 16.01.2019
    Die Kontext-Aussage im Interview, dass die Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf erst nach ihrer Fertigstellung »beerdigt« wurde, ist schlicht falsch. Einzig das Brennelementeeingangslager wurde baulich fertiggestellt. Wenn Sie schon Vergleiche ziehen, dann sollten diese zumindest im Ansatz stimmen. Bei diesem Beispiel ist das nicht der Fall.
  • Andreas Spreer
    am 12.01.2019
    Es verwundert mich immer sehr, wie oberflächlich über das Kombibahnhofmodell geredet wird. Dass Minister Hermann, den ich ansonsten sehr schätze, das wiederum - beinahe in Befürwortermanier - mit dem Hinweis ablehnt, die nötigen Planänderungen etc. würden viel zu lange dauern, enttäuscht mich. Das Argument mit den Planfeststellungen ist für mich genauso öde wie das ewige Arbeitsplatzargument. Geht es nicht ein bisschen genauer? Die Baustelle ist seit gefühlten Ewigkeiten da und wird noch eine echte Ewigkeit weitergehen. Liebend gerne nähme ich weitere 3 Jahre in Kauf, wenn das Ergebnis nicht nur akzeptabel, sondern möglicherweise sogar gut ist. Es gäbe in Stuttgart eine echte Zukunft für den Bahnverkehr. Und nicht Nadelöhre für 100 Jahre. Und eine zerteilte und zerstrittene Stadtbevölkerung könnte Frieden finden. Die seinerzeitige Mehrheit in Stuttgart war nämlich hauchdünn, und die enttäuschte Hälfte hat sich nicht einfach in Luft aufgelöst! Bitte erklären Sie genauer, warum ein Kombibahnhof nicht möglich ist. Nicht politisch, sondern technisch.
    • Horst Ruch
      am 12.01.2019
      ...darum geht es. Verstand vor Politik. Hermann ist nicht in der Lage der „Stimme seines Herrn“ zu widersprechen. Denn falls ja, würde er abserviert. Schade, daß Kretschmann sich so geoutet und mit den Wölfen das Heulen übernommen hat.
      Immerhin hat er für sein Ego erreicht, erster und hoffentlich „letzter“ MP in einem illustren Lügen-Land des vereinigten deutschen Staatenbunds gewesen zu sein. Dessen Hauptstadt auf halbe Ewigkeit abgeschnitten wird vom Rest der 15 übrigen Länder deutscher Nation. Wäre nicht Schuster mit seinem Technoresistenten Gemeinderat, sowie das fehlgesteuerte Regionalparlament gewesen, wäre die Kombilösung (light) wie Zürich schon längst für die avisierten 4,5 Mia. fertiggestellt. Die Landeshauptstadt könnte im Jahr 2019 wieder durchatmen um sich auf die Hauptaufgaben der Stadtentwicklung zu konzentrieren, ohne sich auf zukünftige Platzbezeichnungsfestschreibungen für Plätze festzukrallen, die es am Ende garnicht geben wird.
      Alles fing mit (dem) Teufel an, und den oder Rommel sollte man doch nicht im Vorhinein für alle Zeit an die Wand oder an die Straßenecke malen.
  • era rasch
    am 12.01.2019
    Ich wünsche Herrn Hermann einen klaren Blick nach vorne, so wie er es zum Schluß gesagt hat.
    Nur als Bürger merke ich mir natürlich, dass der Volksentscheid eine Lüge war und dass es in der Politik sehr wohl - entgegen der Meinung von Herrn Kretschmann - um Wahrheit und Lüge geht. Wahrscheinlich müssen sich die ganzen Macher den Schmutz der Politik irgendwie vom Hals und den Kopf über Wasser halten, dass sie sagen müssen, es gehe nicht um Lüge oder Wahrheit.
    Zu lügen ist das wichtigste in der Politik. Damit werden Ziele durchgesetzt. Egal ob es S21, die Riesterrente (Versicherungssubvention), der Irakkrieg oder der Antismitismus ist. Und als Bürger ist es für mich das wichtigste, diese Lügen zu durchschauen und wenn nötig "Lügenpack" zu schreien. Auch wenn es den Herren nicht gefällt. Verbrechen in einer Demokratie müssen immer mit Lügen und Betrug eingefädelt werden. Mit der Wahrheit bekommt man keine Mehrheiten. Ganz egal ob es Crossborderleasings oder um Krieg geht.

    Es muß hier auch stehen, dass immer (!), in allen (!) wichtigen Fragen die Medien sich vor den Karren der Mächtigen haben spannen lassen. Wenn es drauf ankam und kommt, hat die Mehrheit der Medien immer (!) die Lügen der Mächtigen verbreitet. das war auch zu Zeiten von S21 so. Seitenlanges Wiederkäuen von Schuster, Mappus und Merkel.
    Zum Teil, weil sie sich nach der Macht oder Teilen der Macht ausrichten - teils, weil Propaganda und Kampagnen von den Planern so ausgearbeitet sind, dass alle drauf reinfallen müssen.
    Auch Georg Schramm hat in seinem Programm gesagt, in Lybien sein "sinnvolles Blutvergiessen" einmal möglich gewesen. Er ist heute sicherlich anderer Meinung.

    Es wird mit Sicherheit immer noch geglaubt, dass die Rente wegen dem demografischen Wandel gekürzt werden muß, dass die Griechen und die Hartz4ler selbst schuld sind an ihrem Schicksal (die sollen erstmal ihre Hausaufgaben machen!!!),
    dass irgendwie die USA demokratischer, gerechter, weniger verbrecherisch und grundsätzlich irgendwie "besser" ist als Rußland, dass unsere Soldaten deshalb an der russischen Grenze stehen müssen und im Gegensatz dazu jede militärische Bewegung innerhalb Rußlands eine "Aggression" ist, -
    dass die USA und die Türkei den IS bekämpfen (obwohl viele wissen, dass die USA ein sunnitisches Fürstentum dort für wünschenswert halten, und die Türkei den IS durch Ölaufkäufe finanzieren....)
    Wie ungläubig Herr Joffe gelacht hat, als Schröder vor der Kamera sagte, er habe in Jugosslawien einen völkerrechtswidrigen Krieg geführt - bezeichnend.

    Ich hatte letztes Jahr einmal ein Buch in der Hand mit den gesammelten Haitzingerkarrikaturen der letzten Jahre. es ging hauptächlich um Griechenland. Ich mußte es wieder weglegen. Mir war bis dahin nicht bewußt, wieweit auch ein allgegenwärtiger Karrikaturist an der Leine der "Macht" läuft.

    Ich bin empfindlich geworden. Doch weil jede Lüge in der Politik und in den Medien Millionen und Milliarden von Euro kostet - oder auch tausende oder Millionen von Toten - ist mir diese Haltung wichtig.

    Zum Ausklang und Wieder-Aufhellen Georg Schramm über Journalistmus beim Otto-Brenner-Preis. Durchaus ein Loblied auf den Journalismus. Wie gewohnt aber mit Widerhaken:
    https://www.youtube.com/watch?v=Y_cRItjvOwk
  • F. Fischer
    am 11.01.2019
    Das Interview zeigt auf besonders mitleiderregende Weise, wie Macht Menschen korrumpieren kann. ... In Sachen S 21 kann man sich für das unredliche Geschurbel nur fremdschämen. ... Vielleicht sollte er auch Vorträge an der Beamtenhochschule halten. Neben Mappus.
  • Peter Meisel
    am 11.01.2019
    Herzlichen Glückwunsch - 23 Kommentare bis jetzt! KONTEXT regt zum Denken und ... an!
    Gestern habe ich die CDU Kultusministerin aus BW in meinem Dorf mit ihrer Neujahrsansprache erlebt!
    Wenn es im sparsamen Ländle Bildung gibt, werden manche die ILIAS und den Untergang Trojas kennen und die Rolle des hölzernen Pferdes (Volksabstimmung) erkennen. Ich freue mich bereits, wenn allein Peter Lenk es schafft, das Denken im Land wieder anzuregen! Die Diskussion über den Standplatz allein wird viele Augen öffnen. Laocoon hat nicht beim Daimler geschafft!
  • Andrea K.
    am 11.01.2019
    .. ich ärgere mich noch immer, der letzte Absatz ist eine einzige Beleidigung!

    "Da sind so viele gescheite Leute dabei, die ihre Zeit damit verschwenden, immer und immer wieder nachweisen zu wollen, dass dies oder jenes eine Lüge war. Man kann auch ein Leben in der Vergangenheit verbringen. Was hätten wir gewonnen, wenn wir alle zusammen versucht hätten, aus Stuttgart eine Stadt moderner Mobilität zu machen."

    Lieber Herr Hermann, es ist Ihnen offenbar entgangen, genau das haben die Leute getan. Wenn Sie sich kurz erinnern möchten, dass ein Zug gechartert wurde um zu beweisen, dass es den Schienenring um Stuttgart bereits gibt, man also einen S-Bahn-Ring, der dieses sternförmige Netz für Pendler wirklich gut und effizient nutzbar machen würde, sehr einfach realisieren könnte. Wenn man das denn politisch wollte - wie Sie ja selbst sagten, entscheidet der politische Wille mehr als das Sachargument.

    Dass sich niemand für Radverkehr einsetzt ist nun auch gelogen. Nur möchte halt niemand Lösungen wie an der für viel Geld neu gestalteten Straße am Wallgraben, wo man auf einen Radstreifen gezwungen werden soll, auf dem man von Autos mit höchstens 40 cm Abstand überholt wird. Die sich dabei im Recht fühlen, weil aus deren Sicht ja jeder seine eigene Spur hat.

    Oh nein Herr Hermann, auch wenn Sie jetzt, wie dereinst Schuster und Mappus die Menschen als "Ewiggestrige" diffamieren so ist es doch ganz deutlich, dass Sie am Zuge wären mit besseren Ideen und schlüssigen Konzepten.
  • Uwe Mannke
    am 11.01.2019
    Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Minister Hermann immer noch ein Gefangener dieses Projekts ist. Es ist oft in der Politik, so dass die Vernünftigen ein Projekt erben und durchtragen müssen, dass sie selbst vehement ablehnten. Nur hat sich bis heute noch nichts daran geändert, dass dieses Projekt unberechenbar und gefährlich ist. Und wesentliche Punkte hierzu sind eine gefühlte Ewigkeit nach Projektstart immer noch nicht geklärt. (Kostendeckel, nicht planfestgestellter Flughafenbahnhof, Risiken Gipskeuper bei Tunnels, Brandschutz.

    1. Niemand kann sagen, dass der Bahn bzw. dem Bund nicht doch noch das Geld ausgeht und dann natürlich das Land auch nicht einspringen kann. Vielleicht endet das Projekt ja, wenn ein Friedrich Merz mal nachrechnet. Es liegt ein Fluch auf dem: "wir schaffen das".
    2. Weiterhin kann niemand ausschließen, dass der Bahnhof dann wegen unzureichendem Brandschutz genausowenig in Betrieb geht wie der BER.

    In beiden Fällen spielt es überhaupt keine Rolle, wieviel schon realisiert ist und wieviele Milliarden schon verbaut wurden. Was wir sehen, ist, dass die Politik hier im Nebel rumstochert und niemand Verantwortung übernimmt. Eine unverantwortliche Politik kann der Bürger aber nicht akzeptieren.
  • Horst Ruch
    am 11.01.2019
    ....zu P. Kurtenacker... da Sie meinen Kommentar zu G. Ohnmacht-Neugebauers Einstellung befremdlich fanden...Gebe Ihnen sogar Recht, wenn Sie den ganzen Spott ernst und nicht als Satire aufgefasst haben. Ich könnte heute meine „Gerechtigkeitsliste“ um zig weitere Namen ergänzen und je länger der S21- Murks weitergeht, fallen mir Tag täglich weitere „Sünder“ ein.
    Lassen wir’s beim Prinzip Hoffnung im christlichen Sinn. Das „jüngste Gericht“ wird darüber befinden......sodaß wir uns -wie Habeck- genüßlich aus den „a“-sozialen Medien verabschieden......oder, ......weiß nicht,...... vielleicht doch nicht?
    • Peter Kurtenacker
      am 11.01.2019
      Hier zu antworten ist inzwischen Glücksache, bin gespannt ob das durchkommt.
      Das mit den christlichen Argumentieren finde ich befremdlich. Sauerborn ist mir einmal auf den Wecker gegangen, als er scheinheilig auf christlich mit den Theologen g.S21 etwas durchdrücken wollte. Aber sonst seine atheistische Haltung betont, was seine Sache ist.
      Die sind alle irgendwie nicht ganz sauber und wundern sich wenn andere abhauen. Selbst das umstrittene "Gospel Forum" scheint inzwischen erfolgreich zu wildern. Von einen Extrem zu einen anderen, na ja.
      Ich lehne es nicht ab das Menschen verschiedenen Formen des Glaubens haben. Wer aber anderen vorschreibt, wie das dann politisch sich aus zu wirken hat usw. sieht meinen Stinkefinger. Gilt in alle Richtungen, sogar innerhalb der Glaubensgemeinschaften untereinander. Toll wenn Moslems andere Moslems umbringen, weil die "falsch glauben".
      Inzwischen versuchen auch S21-Gegner anderen Denken und Glaubensformen vorzuschreiben. Atheismus ist auch nur eine Glaubensform.
      Denken und Glauben lasse ich mir weder von Linken, Rechten, Evangelikalen , Freidenker oder was weiß ich vorschreiben. Mich interessiert bei S21 weder die Meinung von Pfarrerin Müller-Enßlin, noch die von Pfarrer Bräuchle.
      Und die "ewige Seligkeit" ist garantiert nicht bei allen Beteiligten zu finden.
      Das es bei S21 inzwischen leider längst um ganz anderes geht weiß jeder aufmerksame Beobachter.
      Da schreibt man mir sogar vor wie Verbände sprechen sollen, wo ich Mitglied bin. Genau so ist die Meinungen bei denen nicht, weil das verschiedene Menschen sind. Ich saß gestern bei einer Trauerfeier neben einer Befürworterin von S12
      aus meinen Verband zusammen. Wir verstehen uns gut, nur bei ein paar Fragen wie S21 halt nicht.
      Aber jetzt soll ich auf einmal Namen meines Verbandes für die S21-Gegner so sprechen wie andere es mir vorschreiben wollen?
      Na ja, war schon komisch wie man sich meiner auf einmal erinnert, als die erste DiPH-Sitzung der Behinderte wegen S21 angekündigt wurde. Da braucht man auf einmal wieder ein paar Dumme um in Namen von Verbänden sprechen zu können. Ich gehe hin und melde mein Veto an, falls da jemand in Namen aller spricht.
      Mir fällt da immer der eine S21-Gegner ein, der mir sagte, die Behinderten haben im Ernstfall eh bei einen Bahnunfall keine Chancen. Das hatte keinen S21-Bezug.
      Ich habe einmal persönlich mit einen Verantwortlichen in meinen Verband über S21 gesprochen. Der zeigte mir verschieden zeitliche Entwicklung, die schon vor 2005 belegbar sind, auf und das es in meinen Verband auch andere Meinungen gibt. Außerdem wie viel Geld schon für Gutachten uä. bezahlt wurden. Das interessieren die letzten S21-Gegner nicht mehr.
      War für mich letztes Jahr auch die Bruchstelle zu den S21-Gegnern, da sich dann noch eine "S21-Dame" saublöd einmischte. Danach wusste ich, da ist nichts mehr zu retten.
      Über einige Damen im sogenannten Widerstand könnte man eh einiges sagen. Ich weis das deswegen einige Herren von Gegen-S21 nichts mehr wissen wollen. Nachvollziehbar.
      Die S21-Gegner schreiben Andern inzwischen ihre Themen vor. Jetzt auch den Glauben? Und wie genau das mit den Umweltschutz aussehen muss, usw.
      Das ist inzwischen nur noch krank. Und sie merken selber nicht mehr, wie weit sie sich vom Rest der Bevölkerung entfernt haben.
      Na ja das Debakel für die Linken kommt noch.
      Hartz4-Leute laufen inzwischen leider meist den Rattenfängern von der AfD nach.
      "Links" ist halt auch nur ein Glaube an irgendeine goldene Zukunft. Das wissen die Menschen inzwischen.
  • Andrea K.
    am 10.01.2019
    Meines Erachtens wurde eine Kernfrage nicht gestellt: Wie genau stellt sich der Verkehrsminister das Verkehrskonzept für Stuttgart und die Region in Zukunft vor?

    Die B14 von Waiblingen ist jeden Morgen genauso voll wie die S-Bahn. Eine Kapazitätserhöhung ist für beide nicht möglich. Und jetzt? Die Leute fahren doch nicht zum Spaß, die fahren doch zur Arbeit. Der Stau steht jeden Morgen von Esslingen bis Herrenberg - wirklich täglich. Herr Hermann sieht selbst, dass der Bahnhof für den Nahverkehr - und damit den Pendlerverkehr - nichts Positives bringt. Was ist dann die Lösung? Fahrverbote? Und dann? Hier muss doch ein Konzept her.

    Und übrigens: Ob jetzt das Land, die Region, die Stadt oder der Bund für die Zeche geradesteht macht für das Budget der Landesregierung vielleicht einen Unterschied. Für mich als Steuerzahlerin aber nicht. Es ist mein Geld, und es wird verschwendet.
  • Ingrid Bohsung
    am 10.01.2019
    Das ist kein sich krampfhaftes Befassen mit der Stuttgart-21-Vergangenheit.Jeden Tag wird uns Bahnbenutzern vor Augen geführt, wie sich die Bauarbeiter abmühen,die Ingenieure die Pläne studieren. Kürzlich sagte ein Ingenieur, daß er bei Stgt.21 eine sichere Arbeitsstelle bis zur Pensionierung in einigen Jahren habe.Wir Protestierer von Anfang an werden eine Eröffnung von Stuttgart 21 nicht mehr erleben.Ohne Auto hoffen wir auf pünktliche Züge ,auf weiterhin so freundliche Auskunft gebende Bahnmitarbeiter.
  • Ruby Tuesday
    am 09.01.2019
    Über seine Probleme sinniert der Verkehrsministers seit Jahren in der entspannten, komfortablen Umgebung, eines beheiztes, klimatisierten Büros. Während ein(e) Sekretär*in für Gratiskaffee sorgt und niemand im Ministerium überteuerte Ware aus dem Bahnhofsshop oder Automaten kaufen muß. Ich wünschte, er würde sein Büro für eine Woche nach Langenargen (Bodensee) verlegen. Wie ETI von dort meldet hat sich an den Bedingungen, zu kurze Züge, im Zug stehende Kinder oder Zugausfall nichts geändert. Die tägliche Erlebniswelt bedeutet zurück bleiben auf dem zugigen Bahnhof, 1 Stunde auf den nächsten Zug warten, Elterntaxi, Schulstreß, vergeigte Klassenarbeiten, die tägliche Unterkühlung. Da ist es dem ETI berechtigt wurscht wer dafür Verantwortung tragen sollte. Die Kinder von Langenargen brauchen Sachverstand, Empathie und einen Ersatzbusverkehr, der für Notfälle bereit steht und zwar ab sofort. Die Zustände sind doch seit über 15 Monaten bekannt, wurden kürzlich im Landratsamt benannt und trotzdem rührt sich keine Hand? Oder bedarf es einer wunderbaren Greta die freitags vor dem Ministerium sitzt. Wenn Kinder es nur so schaffen, Schlagzeilen zu bekommen, indem sie sich für bessere Fahrtbedingungen vor das oder in das wohltemperierte Ministerium setzen, um zu zeigen was sie alles erreichen können, dann Herr Minister teilen Sie es den Eltern mit, die sind nicht weiter entfernt als Ihr Laptop. Für weitere Informationen besuchen Sie www.forum-langenargen.de und wir schaffen Ihnen den kürzesten Kontakt zu den Schülern und deren Eltern. In Langenargen ist sicher niemand enttäuscht wenn Stuttgart 21 verendet.
    • D. Hartmann
      am 10.01.2019
      "... In Langenargen ist sicher niemand enttäuscht wenn Stuttgart 21 verendet."
      Wirklich?
      Es wäre zu schön, wenn diese Aussage zuträfe. Am 27.11.2011 (Volksabstimmung) gab es in Langenargen sogar eine Mehrheit für S 21*.

      Das der Anteil der Befürworter von S 21 in Langenargen nun auf 0% geschrumpft sein soll, kann ich mir nicht vorstellen. Denn es finden sich für jede politische Schandtat immer ein paar "nützliche Idioten", die diese bis zum bitteren Ende (und manchmal sogar darüberhinaus) unterstützen, obwohl sie selbst keinen Vorteil daraus ziehen (oder sogar Nachteile haben, wie im Fall von S 21).

      * https://www.statistik-bw.de/Service/Veroeff/Thematische_Karten/24241202A.pdf
    • Michael Schimpf
      am 11.01.2019
      Es ist töricht zu glauben, dass ein Abbruch der Arbeiten zu Stuttgart 21 das Geld anderswo in die Infrastruktur geflossen wäre.

      Die Politik hätte es, weil sie es gerne macht, für irgendwelche sinnlosen Sozialleistung, Rentengeschenke und Genderlehrstühle ausgegeben. Was interessieren die frierende Schüler. Das sind keine Wähler.
  • Gottfried Ohnmacht-Neugebauer
    am 09.01.2019
    Chapeau. Winfried Hermann ist zweifellos ein kluger Kopf. Wahrscheinlich hatte niemand aus den Reihen unserer einstigen grünen Mitstreiter so gut wie er verstanden, was ein Bahnhof ist; und er hat auch bestens verstanden, was "Stuttgart 21" bedeutet und dies klar und verständlich ausgedrückt: "Hier wird ein Engpaß gebaut und nicht weggebaut," so Winfried Hermann im Jahr 2010. Deutlicher als er das formuliert und gesagt hat, kann man es wahrscheinlich nicht ausdrücken. Um so unverständlicher bleibt jedoch, was unser Verkehrsminister Hermann alles verdrängt. Kein einziges der großen Probleme des widersinnigen Projekts konnte bislang gelöst werden. Wenn wir von Nebensächlichkeiten, wie der langen Bauzeit mit offener Dauer und den steigenden Kosten unabsehbarer Höhe absehen, so bleibt doch, dass mit "Stuttgart 21" eine ganze Reihe neuer, vermeidbarer und unverantwortbarer Gefahren geschaffen wird.

    Sollten in den Katakomben und in den Tunneln von "Stuttgart 21" jemals Züge fahren, so wird es beispielsweise nicht ausbleiben, dass auf der in Kauf gekommenen abschüssigen Rampe des geplanten Tiefbahnhofs Züge unbeabsichtigt wegrollen und Unfälle mit unkalkulierbarem Ausgang verursachen werden.

    Nun muß man zur Ehrenrettung der Bahn zwar sagen, dass nicht ständig Lokomotiven und Züge brennen. Bei den ICEs kam es bisher aber immerhin zu 39 Bränden, glücklicher Weise auf offener Strecke und niemals in einem langen Tunnel. Das widersinnige Projekt "Stuttgart 21" muß aber gestoppt werden, bevor es in einem der Todestunnels zu einem Brand kommt, sonst könnte es ein neues Kaprun geben, nur in viel größerem Ausmaß: ein Flammeninferno mit hunderten von Toten.

    Ich habe also durchaus Hochachtung vor dem klugen Mann Winfried Hermann; das ändert aber nichts daran, dass ich ihn gerne vor Gericht sehen würde; unter anderem wegen Untreue, nämlich wegen unverantwortlicher Verschwendung von Steuermitteln.
    • Horst Ruch
      am 09.01.2019
      ....vor Gericht der Reihe nach. Erst Oettinger, dann Schuster, und dann nach Kretschmann erst Hermann.
  • Jörg Tauss
    am 09.01.2019
    Immer wieder die Ausstiegs- Milliardenlüge. Dabei könnte Hermann sich sogar auf einen s21 - Fan berufen, den Grüne gerne zu Parteitagen einladen: Daimler- Boss Tschetsche.

    Als Milliarden im Daimler-Chrysler Desaster versenkt waren wurde das Projekt erfolgreich gestoppt, um nicht weitere Milliarden hinterher zu werfen. Das wäre bei S 21 die Konsequenz seriöser Politik und eines seriösen Bahnvorstands und Aufsichtsrats.

    Sorry, Herr Hermann: Ihr Mimimi-Geschwätz, "früher sagten wir es klar, hatten Recht, jetzt aber geht's nicht mehr , aber endlich wissen wir auch aus unseren netten Gesprächen mit der Bahn, dass wir Recht gehabt haben" verursacht schlicht Brechreiz.

    Schon aus gesundheitlichen Gründen muss man sich wünschen, dass es keinen 3. Teil dieses unsäglichen Interviews gibt.
    • Joerg Tauss
      am 09.01.2019
      .... Zetsche natürlich... Hat nichts mit Tschetschenien zu tun... ;)
    • Jue.So Jürgen Sojka
      am 10.01.2019
      @Jörg Tauss "Daimler Boss Zetsche"
      --- Selbstverständlich können Zusammenhänge und Hintergründe alleine durch Gespräche / Veröffentlichungen in die Öffentlichkeit kommen ---

      Also diese Rückerinnerung an zwei "Führer" der deutschen Unternehmenskultur:
      PS-Forum https://up.picr.de/34809343ej.pdf darin:
      e.) StZ So. 28.11.2010 – 08:41 Uhr | „Bosse zu Stuttgart 21“ „Alles andere wäre eine Katastrophe“
      „Die Konzernchefs Jürgen Hambrecht von BASF und Dieter Zetsche von Daimler machen sich vehement stark für den Bau von Stuttgart 21.“
      www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.bosse-zu-stuttgart-21-alles-andere-waere-eine-katastrophe.0f1274ea-e10b-41e9-8140-a1d19100e871.html

      Zuvor bereits dieser Herr mit [i]seinem[/i] Einsatz für die Fortsetzung des Betrugs
      "S21 – STUTTGART 21 – Flughafenanbindung – Schnellbahntrasse Wendlingen-Ulm"
      16.10.2010 Schlichtung | [b]S-21-Gegner demonstrieren trotz Friedenspflicht[/b] https://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-10/stuttgart-21-friedenspflicht-demo/komplettansicht 93 Kommentare

      Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, [b]Andreas Voßkuhle[/b], äußerte sich skeptisch zum von Gabriel vorgeschlagenen Verfahren. "Ein nachträglicher Volksentscheid stellt ein ernsthaftes Problem für die Verwirklichung von Infrastrukturprojekten dar", sagte er. "Irgendwann muss hier ein Schlusspunkt gesetzt werden, spätestens dann, wenn die höchsten Gerichte über das Projekt entschieden haben. Ansonsten verlieren wir unsere Zukunftsfähigkeit." Es gebe zwar Ausnahmen von diesem Grundsatz, "diese sollten aber nicht Schule machen."
      +++
      Bahn rechnet bei Ausstieg mit 1,4 Milliarden Euro Kosten http://www.spiegel.de/wirtschaft/projekt-stuttgart-21-bahn-rechnet-bei-ausstieg-mit-1-4-milliarden-euro-kosten-a-723499.html

      Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, äußerte sich in der "Süddeutschen Zeitung" kritisch zu einem Volksentscheid über das umstrittene Bahnprojekt. …
  • Real Ist
    am 09.01.2019
    Zwei Zitate eines Wendehalspolitikers, der sein Pöstchen sicherte.

    "Mit S21 droht eine verantwortungslose Fahrt ins Desaster"
    Winfried Hermann/Nov 2011


    "Einen Ausstieg von S21 lehne ich kategorisch ab"
    Winfried Hermann/Juni 2016
  • Thomas Rothschild
    am 09.01.2019
    Wenn eine Politikerin oder ein Politiker nicht durchsetzen kann, was sie oder er für richtig hält, gibt es zwei Möglichkeiten: Sie oder er kann, gegen die eigene Überzeugung, die "grandiose Fehlentscheidung" mittragen, oder sie oder er kann zurücktreten. Die erste Möglichkeit - das bedingungslose Festkleben am Job mitsamt seinen Privilegien - nennt man opportunistisch, die zweite nennt man redlich. Die Berufung auf das Ergebnis einer Volksabstimmung ist nur ekelhaft. Es muss zwar befolgt werden, aber man muss sich, wenn man es für falsch hält, nicht an der Ausführung beteiligen. Was dürfen wir von Hermann und Co. erwarten, wenn eine Mehrheit für die Einführung der Todesstrafe stimmt?
  • Dorothea Geiges
    am 09.01.2019
    An Herrn Winfried Hermann nur soviel:

    Haben Sie schon mal was von "sunk costs" gehört? Siehe Artikel von Winfried Wolf in derselben Ausgabe von kontext!

    Warum verunglimpfen Sie die Kopfbahnhof-Unterstützer, die unbeirrt immer weitere gefährliche Schwachpunkte von S21 aufdecken (z.B. Brandschutz), ehrenamtlich, so wie echte staatsbürgerliche Mitarbeit gedacht ist?
  • Dani Walter
    am 09.01.2019
    Vielleicht ist dem Herrn Verkehrsminister immer noch nicht klar, dass es selbst jetzt noch deutlich vernünftiger wäre, einfach den Neubau einzustellen, alle Baugruben wieder zu befüllen und den jetzigen Bahnhof zu behalten, weil:
    Sogar in seinem jetzigen Zustand ist er deutlich leistungsfähiger als es der Neubau je sein kann. Und zudem ist der vorhandene Bahnhof voll einsetzbar für einen integralen Taktverkehr.
    Und für diese Aktion müsste kein einziges neues Planfeststellungsverfahren angetriggert werden. Zumindestens nicht sofort. Zeit genug für die Planfeststellung eines U21-Konzepts wäre genügend, weil: wie gesagt ist der jetztige Bahnhof samt Zulaufstrecken noch vorhanden und funktionsfähig!
  • Jue.So Jürgen Sojka
    am 09.01.2019
    Bild: … Lenkungskreis im Mai 2011.
    Aufgaben und Stimmberechtigte im Lenkungskreis geregelt in diesem Vertrag:
    Finanzierungsvertrag Stuttgart 21 Anlage 13.5
    [b]Geschäftsordnung Lenkungskreis[/b]
    1. Präambel
    Der Lenkungskreis soll das Projekt Stuttgart 21 und dessen zeit-, kosten und
    qualitätsgerechte Inbetriebnahme (gemeinsam mit der Inbetriebnahme der
    Neubaustrecke Wendlingen-Ulm) sicherstellen. Die Mitglieder des Lenkungskreises
    werden zur Erreichung dieses Ziels vertrauensvoll zusammenarbeiten.

    2. Zusammensetzung, Beschlussfähigkeit, Beschlussfassung [b][1][/b]

    Gefasst wurden Beschlüsse – jedoch auch durchdacht?!?

    [b][1][/b] https://vm.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-mvi/intern/Dateien/PDF/Stuttgart_21/Partner-Gremien-S21_Geschaeftsordnung_Lenkungskreis.pdf lediglich 3 übersichtliche Seiten
    3. Sitzungen, [b]Informationen an den Lenkungskreis[/b]

    3.2 Der Lenkungskreis erhält drei Wochen vor jeder Lenkungskreissitzung einen
    Projektbericht zum Stand des Projektes Stuttgart 21 mit folgenden Inhalten:
    ...
  • Real Ist
    am 09.01.2019
    Hermanns Aussage, dass einige Leute schon böse die Wahrheit verdrehten oder Wahrheiten nicht aussprachen, die auch damals schon bekannt waren, ist richtig, leider hat er aber vergessen zu erwähnen, dass er selbst auch zu diesem Personenkreis gehört.

    Hermanns Verkehrsministerium hat verweigert, den Kapazitätsabbau durch S21 in die Wahlkampfbroschüre des Volksentscheids aufzunehmen, obwohl er von den Ingenieuren22 mehrfach darauf aufmerksam gemacht wurde, so verhält sich nur jemand, der verlieren will.
  • Ernst-Friedrich Harmsen
    am 09.01.2019
    Gute Fragen, klare Antworten; und Stuttgart und die Stuttgarter sind zu bedauern für die Folgen dieses auch bundes-politischen Bockmistes.
  • Markus Hitter
    am 09.01.2019
    Mit den Aktivitäten der Kritiker ist der Herr Minister wohl nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Zum Einen ist Umstieg 21 genau das, was er fordert, nämlich ein Engagement ausgerichtet am Machbaren. Zum Anderen haben die Leute, die auch S-21-Kritiker sind, ihr inzwischen fünftes Bürgerbegehren angestrengt und Mitte Dezember 35.000 Unterschriften für ein Bürgervotum zum 11-Punkte-Plan für den Radverkehr im Rathaus abgegeben. Diese Leute sind nicht doof, sie lassen sich nur nicht von der DB auf der Nase herum tanzen.

Neuen Kommentar schreiben

KONTEXT per E-Mail

Durch diese Anmeldung erhalten Sie regelmäßig immer mittwochvormittags unsere neueste Ausgabe unkompliziert per E-Mail.JETZT ANMELDEN

Letzte Kommentare:
















Die KONTEXT:Wochenzeitung lebt vor allem von den kleinen und großen Spenden ihrer Leserinnen und Leser.
Unterstützen Sie KONTEXT jetzt!