Klimaanpassung steht im Baugesetzbuch an erster Stelle – bzw. in §1. Fotos: Joachim E. Röttgers

Klimaanpassung steht im Baugesetzbuch an erster Stelle – bzw. in §1. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 438
Politik

Hallo Hexenkessel

Von Jürgen Lessat
Datum: 21.08.2019
Klimaschutz ist dank Fridays for Future in aller Munde. Um die Anpassung an den Klimawandel bleibt es still. Große Hitze, Starkregen, Hagel und Stürme machen sie gleichwohl extrem wichtig – denn sonst drohen Städte wie Stuttgart zeitweise unbewohnbar zu werden.

"In Stuttgart hat sich das Jahresmittel bereits um zwei Grad Celsius erhöht – und das erst seit dem Jahr 1987", nennt Jürgen Baumülller, langjähriger Stadtklimatologe der baden-württembergischen Landeshauptstadt, ein Beispiel für rasant steigende Temperaturen. Die Schwabenmetropole gilt damit als einer der "Hotspots" hierzulande.

Erst vor Kurzem zeichnete der Weltklimarat (IPCC) in seinem am 8. August veröffentlichten Sonderbericht zum Klimawandel ein düsteres Zukunftsbild. Trockenheit, Hitze, Wasser- und Nahrungsmangel werden das Leben künftiger Generationen bestimmen. Laut IPCC ist die Zahl der Dürren und Hitzewellen bereits global angestiegen, und sie werden vor allem in Zentraleuropa, der Mittelmeerregion, dem südlichen Amazonasgebiet sowie dem südlichen Afrika weiter zunehmen – in Zahl, Dauer und Intensität. In vielen Regionen werden zudem extreme Regenfälle häufiger auftreten. Das Pariser Klimaabkommen verlangt zwar, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu beschränken. Sollte die Erderwärmung tatsächlich auf zwei Grad ansteigen, wäre aber die Lebensgrundlage von bis zu 500 Millionen Menschen weltweit bedroht, warnen die Forscher. Laut IPCC hat der weltweite Temperaturanstieg über den Landmassen bereits 1,53 Grad erreicht, im Vergleich der Zeiträume 1850 bis 1900 und 2006 bis 2015. Doch regional ist es, siehe Stuttgart, bereits heute schon wärmer.

Zwar sind Städte aufgrund von Straßenschluchten und versiegelten Böden schon seit jeher Wärmeinseln, in denen es – vor allem wegen der langsamen nächtlichen Abkühlung – signifikant wärmer als im Umland ist. Topografische Eigenheiten Stuttgarts, die Innenstadt liegt in einem windschwachen Talkessel, tragen jedoch zusätzlich zur Aufheizung während sommerlicher Hitzewellen bei. Anschaulich zeigt sich das im Temperaturvergleich mit der benachbarten Filderhochebene. An der Messstation der Universität Hohenheim stieg die Jahresmitteltemperatur zwar bis heute gleichfalls um zwei Grad Celsius – allerdings seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1878. Noch deutlicher wird die rasante Erwärmung Stuttgarts in größerem Vergleichsmaßstab: Deutschland erwärmte sich bislang "nur" um 1,4 Grad.

Heißes Pflaster, Wasser satt

Den Stuttgartern stehen noch heißere Zeiten bevor, auch wenn der lokale Rekordwert von 38,8 Grad während der jüngsten Hitzewelle Ende Juli nicht geknackt wurde. Experten wie Baumüller erwarten, dass sich im Zuge des Klimawandels die Anzahl der heißen Tage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius massiv erhöhen wird. Zugleich wird auch die Zahl der tropischen Nächte, in denen die Temperaturen nicht unter 20 Grad fallen, weiter zunehmen. Mit Folgen: Die Stadt wird im Sommerhalbjahr häufiger und langandauernder zum Backofen, der sich nächtens kaum noch abkühlt. Für die Bewohner bedeutet dies: schwitzen, schwitzen, und mehr als schwitzen ...

Forschungsprojekte zeigen, dass sich die Städte in Deutschland nicht nur auf extreme Hitze einstellen müssen. Sondern auch auf Überschwemmungen – was nicht nur Flussanrainer betrifft, sondern wegen der künftig häufiger und heftiger auftretenden Starkregenfälle alle Kommunen. "Keiner kann vorhersagen, wen es trifft", erinnert Baumüller an die Sturzfluten im baden-württembergischen Braunsbach am 29. Mai 2016 und im bayerischen Simbach am Inn am 1. Juni 2016. Über beiden Orten hatten sich Gewitterzellen mit heftigen Regen entladen, allein in Braunsbach fielen innerhalb von zwei Stunden zwischen 100 und 140 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Bundesweit richteten die schweren Sommerunwetter im Mai und Juni 2016 mit Starkregen und vereinzelten Sturzfluten rund 700 Millionen Euro versicherte Überschwemmungsschäden an. Weitere 600 Millionen Euro Schäden hätten Versicherer ersetzt, wären alle betroffenen Gebäude bei ihnen gelistet gewesen.

Mittlerweile haben viele Städte Anpassungsstrategien an den Klimawandel entwickelt. Die baden-württembergische Landeshauptstadt gehörte zu einer der ersten Kommunen bundesweit, die ein entsprechendes Konzept vorlegte. Im Dezember 2012 beschloss der Gemeinderat KLIMAKS, das Klimawandel-Anpassungskonzept Stuttgart. Gut Ding wollte allerdings Weile haben. Der Maßnahmenkatalog ging auf einen Antrag der Grünen im Gemeinderat vom Juli 2010 zurück. Auf 75 Seiten listet er detailliert Dutzende Maßnahmen für verschiedene Bereiche und Sektoren auf, mit denen unterschiedlichste Folgen des Klimawandels in der Stadt abgefedert werden sollen.

Stuttgart passt sich an – auf dem Papier

Im Sektor "Menschliche Gesundheit" empfiehlt KLIMAKS etwa die Ausrichtung des Gesundheitswesens auf die Belastung vor allem der älteren Bevölkerung. Hitzeereignisse führten im Zusammenspiel mit dem demografischen Wandel zur Zunahme der Kreislauferkrankungen. Mit der Folge, dass bei Hitzeperioden die Ambulanzen im Gesundheitswesen an ihre Kapazitätsgrenzen kämen. Zudem seien die Ambulanzen aufgrund steigender Unfallzahlen bei Extremwetter wie Hagel und Eis gefordert. Diesem Umstand sei bei Neuplanungen von Krankenhäusern oder Gesundheitszentren durch entsprechend große und geeignete Räumlichkeiten Rechnung zu tragen. Laut den Autoren ist Stand 2012 die Umsetzung dieser Maßnahme allerdings noch nicht angegangen worden. Grund: "fehlende politische Schwerpunktsetzung".

Anpassung vom Bund verordnet

Vor zehn Jahren hat die Politik Handlungsbedarf erkannt. Ende 2008 verabschiedete die Bundesregierung mit der "Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel" erste Empfehlungen. Drei Jahre später wurden diese ins kommunale Planungsrecht übernommen. Die Anpassung wird seitdem explizit in Paragraf 1 des Baugesetzbuches postuliert: "Die Bauleitpläne sollen eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung, die die sozialen, wirtschaftlichen und umweltschützenden Anforderungen auch in Verantwortung gegenüber künftigen Generationen miteinander in Einklang bringt (…), gewährleisten. Sie sollen dazu beitragen, eine menschenwürdige Umwelt zu sichern, die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen und zu entwickeln sowie den Klimaschutz und die Klimaanpassung, insbesondere auch in der Stadtentwicklung, zu fördern." Der gesetzliche Auftrag besteht also; "wie man sich anpasst, müssen Kommunen und Gemeinden jedoch selbst überlegen", so der ehemalige Stuttgarter Stadtklimatologe Jürgen Baumüller. (jl)

Viele Gebäude in der Landeshauptstadt müssten beim baulichen sommerlichen Wärmeschutz verbessert werden, so eine Maßnahme aus dem Bereich Bauwesen. Zudem seien bauliche Vorkehrungen gegen Starkregen, Überflutungen, Starkwinde und höhere Schneelasten umzusetzen. Im Bereich Wasserhaushalt/Wasserwirtschaft müssten die Kanalisation und Stadtentwässerung leistungsfähiger werden. Im Bereich Boden sei Bodenerosion durch Starkregen etwa durch geeignete Bodenbearbeitung oder durch Dauerbegrünung zu begegnen. Die Forstwirtschaft müsse sich durch vorbeugenden Waldumbau mit klimatoleranten Baumarten auf Dürren und Hitze einstellen. Und im Tourismussektor sei eine Anpassung an längere Freibad-Saisonzeiten nötig – was Einheimische bestimmt ebenso freut.

KLIMAKS hält auch naheliegende Ratschläge parat. So verlange der Klimawandel nach erhöhtem "Schutz der im Freien beschäftigten Arbeitnehmer vor übermäßiger Sonneneinstrahlung durch wirkungsvolle Abschirmmaßnahmen". Arbeitgeber könnten etwa Hautschutz, Sonnenbrillen mit UV-Schutz, Kopfbedeckungen und Getränke zur Verfügung stellen. Ebenso sinnvoll sei, Kleidung und Kantinenangebot anzupassen, zusätzliche Pausen einzuführen und die Beschäftigten zu sensibilisieren.

Von Anfang an war klar, dass sich das umfangreiche KLIMAKS-Paket nicht auf einen Schlag umsetzen lässt. Deshalb priorisierte man auch die einzelnen Maßnahmen, standardisiert nach Höhe des Schadensrisikos und der jeweiligen Risikominderung. Als am dringlichsten stellte sich dabei das Monitoring "Städtische Wärmeinsel" heraus, gefolgt von der klimatischen Optimierung von Planungen und der räumlichen Erweiterung des Rahmenplans Halbhöhenlagen, der die Durchgrünung der Talhänge sicherstellen soll. Keinen Aufschub duldeten auch der vorbeugende Waldumbau, die klimagerechte Standortsuche für kritische Infrastruktur, sommerlicher Wärmeschutz in Gebäuden sowie mehr Dachbegrünungen.

Noch viele offene Baustellen

Knapp sieben Jahre nach der KLIMAKS-Vorstellung fällt eine Zwischenbilanz zwiespältig aus. Viele der Maßnahmen sind bereits in Angriff genommen oder sogar abgeschlossen. So fahren in Stuttgart und der Region nur noch klimatisierte Busse und Bahnen. Die Neckardämme wurden bereits aufwendig ertüchtigt, um Überschwemmungen zu vermeiden. Anderseits sind noch längst nicht alle Schienenstrecken der Stadtbahn begrünt, wie es KLIMAKS fordert. Fehlanzeige herrscht auch in vielen Stadtteilen bei der Neupflanzung zusätzlicher Straßenbäume.

Nicht umgesetzt ist auch die "klimagerechte Ausrüstung von Bus- und Bahnhaltestellen", wie sie KLIMAKS als eine Maßnahme im Verkehrsbereich postuliert. Weder wurden bislang Wasserspender in den Stationen installiert. Noch wurden Haltestellen-Überdachungen mit Photovoltaik-Anlagen bestückt, deren Strom "in geeigneter Form zur Kühlung des Haltestellenbereichs genutzt werden könnte", so eine Option.

Noch in Arbeit ist auch der Einbau wärmebeständigerer Asphaltmischungen in Straßen mit Schwerlastverkehr und intensiver Sonneneinstrahlung sowie an Bushaltestellen, um Verformungen der Straßenoberfläche zu vermeiden. Die Kosten taxierten die Autoren auf rund 20 Millionen Euro, den Umsetzungszeitraum bis ins Jahr 2025. Sachlich erwähnte KLIMAKS schon, was die Hitzeertüchtigung der Straßen verhindern könnte: "fehlende Finanzmittel". Pragmatisch auch der Lösungsansatz: "Mittelbereitstellung".

"Viele Maßnahmen sind solche, die es zunächst im Verwaltungshandeln zu integrieren gilt", entgegnet Rainer Kapp, heutiger Leiter der Stuttgarter Stadtklimatologie, angesprochen auf die vielen offenen Anpassungsbaustellen. Gerade Baumpflanzungen benötigten ausreichend Planungszeit, um geeignete Standorte ausfindig zu machen. "Auf einen Schlag nur noch Baumalleen in der Stadt zu haben, geht schlicht nicht", bittet Kapp um Geduld. Immerhin habe der Gemeinderat im vergangenen Jahr zwölf Millionen Euro für Baumpflanzungen bewilligt.

Große Fortschritte habe Stuttgart in Sachen Dachbegrünung gemacht, nennt Kapp ein Positivbeispiel. Aktuell gebe es bereits 2,6 Millionen Quadratmeter begrünte Flachdächer. Dem stünden rund 531 000 Quadratmeter auf Flachdächern gegenüber, die noch begrünbar sind. Mit Förderprogrammen will die Stadt die Immobilienbesitzer zum Handeln animieren.

Rekord-Hitzewelle 2019

Wie zum Beweis wurde kurz vor der Veröffentlichung des IPCC-Sonderberichts der deutsche Hitzerekord während der zweiten großen Hitzewelle in diesem Sommer gerissen. Und zwar gleich dutzendweise. Am 25. Juli 2019 kletterte die Temperatur laut Deutschem Wetterdienst (DWD) im niedersächsischen Lingen/Ems auf 42,6 Grad Celsius – es ist damit der mit Abstand höchste Hitzewert, der jemals in Deutschland gemessen worden ist. "Das war eine Pulverisierung der bisherigen Rekorde", kommentierte DWD-Sprecher Andreas Friedrich die Messung. Die Wetterdaten in Deutschland reichen bis ins Jahr 1881 zurück. Laut DWD haben am Rekordtag insgesamt 25 Stationen mehr als 40 Grad gemessen. In sechs Bundesländern sollen neue Hitzerekorde aufgestellt worden sein. Einen Tag vor der Messung in Lingen wurde der Allzeitrekord von 2015 bereits in Geilenkirchen bei Aachen gebrochen. Die Temperaturen erreichten dort 40,5 Grad. Der alte Rekord war 2015 im unterfränkischen Kitzingen mit 40,3 Grad gemessen worden. (jl)

Allerdings scheiterte manche KLIMAKS-Maßnahme auch am politischen Widerstand. So verhinderten bislang die bürgerlichen Parteien im Gemeinderat die Ausdehnung der Baumschutzsatzung auf das gesamte Stadtgebiet. Im bisherigen Satzungsgebiet in der Innenstadt und Teilen des Stadtbezirks Bad Cannstatt dürfen Bäume nicht ohne amtliche Genehmigung gefällt werden. "Ich bin zuversichtlich, dass wir jetzt im neuen Gemeinderat bei Klimaschutz und Klimaanpassung spürbar vorankommen", erwartet Andreas Winter, Fraktionschef der Grünen im Stuttgarter Rathaus. Nach der Gemeinderatswahl im vergangenen Mai stellt die Ökopartei erneut die stärkste Fraktion. Zusammen mit weiteren Parteien und Bündnissen ist eine öko-soziale Mehrheit möglich, um die konservativen Klimaschutzbremser im Rat zu überstimmen.

Zudem stimmte noch der alte Gemeinderat vor seiner Auflösung für einen mit 200 Millionen Euro ausgestatteten Klimaschutzfonds. Diesen von Stuttgarts OB Fritz Kuhn (Grüne) angeregten Maßnahmentopf unterstützte auch die SPD – wohl angesichts der wöchentlichen Fridays-for-Future-Demos vor dem Stuttgarter Rathaus. Im Juli 2018 hatten die Sozialdemokraten einen Antrag der Grünen, 55 Millionen Euro für ein Klimaschutz-Sofortprogramm bereitzustellen, noch scheitern lassen.


Info:

Auf der Stuttgarter Montagsdemo ging es diese Woche um "Kuhn, das Klima und Stuttgart 21" – die Rede von Matthias von Herrmann  hier zum Nachlesen.


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8 Kommentare verfügbar

  • Werner Stiefele
    am 22.08.2019
    Auf welche Wassermassen ist eigentlich der S21-Düker ausgerichtet? Leitet der genügend Wasser ab oder steht bei einem Dauerregen die Innenstadt unter Wasser, weil der Düker unterdimensioniert oder verstopft ist?
    • Martina Auer
      am 26.08.2019
      Es muss noch nict mal Starkregen geben. Es reicht schon, wenn die Pumpe ausfällt, die 24/7 laufen muss, damit das Abwasser überhaupt unter dem künstlichen, intelligenten Querriegel hindurchkommt.
  • Real Ist
    am 22.08.2019
    Noch ein Nachtrag zum Thema Erderwärmung, im DWD-Portal kann man erkennen, dass die Angabe von Jürgen Baumüller, dass es in Stuttgart seit 1987 um 2 Grad wärmer wurde, der Wahrheit entspricht.

    Was Berr Baumüller allerdings verschweigt, ist die Tatsache, dass sich dieser Temperaturanstieg von 2 Grad innerhalb von 13 Jahren abspielte und im Jahr 2000 mit 12,4 Grad zum Stillstand kam, diese Angabe korreliert auch mit der globalen Erderwärmung, die ebenfalls seit ca. 21 Jahren pausiert.

    Das sind Fakten, wo Journalisten mal ein paar unbequeme Fragen stellen sollten, eigentlich.

    https://cdc.dwd.de/portal/201908021100/mapview

    http://woodfortrees.org/plot/hadcrut4gl/from:1997/to:2019
    • Andreas
      am 27.08.2019
      Offensichtlich ist die Stagnation der global ansteigenden Temperaturen über gewisse Zeiträume durchaus bekannt. Ich bin jetzt kein Klimaforscher und kein Wissenschaftler, und kann daher nur mit einem Link zu Wikipedia dienen:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Pause_der_globalen_Erw%C3%A4rmung

      Ob die Schlussfolgerungen korrekt sind, weiß ich nicht. Was ich allerdings schade finde ist, dass es auch bei Ihnen nicht ohne Bashing geht, wie ich in einem späteren Beitrag sehe. Ich bin mit der Stadtentwicklung in Stuttgart keineswegs zufrieden, da wird leider viel kaputt gemacht. Da ich aber ab Anfang der 80er länger im Kessel gelebt habe, weiß ich, dass es auch damals schon sehr heiß und stickig war. Ich musste einfach früh morgens hoch zum Teehaus oder auf die Karlshöhe fahren, um die Dunstglocke im Kessel bewundern zu können.

      Beste Grüße aus dem Schwabenland
      Andreas
  • Barbara Dedie
    am 21.08.2019
    "Zudem seien bauliche Vorkehrungen gegen Starkregen, Überflutungen, (...) umzusetzen."

    Hm. Bei S21 sind ja schon einige bauliche Maßnahmen dubios...selbst der Brandschutz/Rauchabzug ist gelinde gesagt suboptimal. Und das sind gängige Probleme.

    Hat von den Planern des neuen Superbahnhofs irgendjemand an extremen Starkregen gedacht, der im Stuttgarter Kessel die Kanaldeckel zum Tanzen bringt? und was dann bei Überflutung des Kesselbodens mit den tiefgelegten Bahnsteigen im Untergrund passiert? und ob die Elektrik der meilenlangen Rolltreppen einen solche Wassereinbruch übersteht? und wie die Menschen dann an die Oberfläche gelangen, von denen mit Handicap wie Rollstuhl oder Kinderwagen gar nicht zu reden (oder etwa doch?)

    Mir wird Angst und Bange.
  • Michael
    am 21.08.2019
    Ich kann nur immer wieder den Kopf schütteln angesichts des Politikergeplärrs nach mehr Bäumen und Begrünung in Stuttgart.
    Vor Jahren hatte man die Chance, bestehende Baum- und Grünflächen zu belassen. Nicht nur im Schlossgarten wurde gewachsenes Grün, das der Erwärmung gerade dieser Gegend gegen gehalten hätte abrasiert. Auch der Marienplatz wurde zu einer Betonwüste mit Randkastanien umgebaut. Und viele andere Lücken wurden als Baulücken genutzt und nachverdichtet.
    Wann wird eigentlich endlich Kerosin angemessen besteuert, bevor man sich auf CO2 Abgaben oder Fleischverzicht einschießt?
    • Waldemar Grytz
      am 25.08.2019
      Die (Vor-)Gärten des Grauens mit angeblich pflegeleichten Bahnschotter sind die eine individuelle Seite. Die von Bäumen gesäuberten Plätze des Grauens liegen in der Verantwortung von Stadtplanern, Baubürgermeistern und Gemeinderäten, siehe der erwähnte Marienplatz. Wenn ein Festlesverein für eine jährlich einmalige Veranstaltung einen "freien" Marktplatz braucht, fallt halt die Begrünung hinten runter (siehe Botnang)!
  • Real Ist
    am 21.08.2019
    Da Stuttgart sich um 2 Grad erwärmte, während sich die Deutschlandtemperatur im gleichen Zeitraum nicht nennenswert änderte, zeugt von hausgemachten Problemen in der Stadt.

    Die wirksamsten Maßnahmen gegen den Stuttgarter Wärmeinseleffekt wären: Weniger Bauen, weniger Flächen versiegeln, auf den Bau des Rosensteinviertels zu verzichten und die Einwohnerzahl der Stadt verringern, die kühlende Gleisflächen erhalten, auf die Bebauung wertvoller Ackerflächen für einen Sinnlosmurks zu verzichten und die Gäubahn erhalten.

    Und was geschieht in Wirklichkeit? Man heizt den Kessel weiter auf, indem man das genaue Gegenteil tut, den Schuldigen hat man auch schon gefunden, das boshafte CO², keiner soll auf die Idee kommen, dass die grüne Stadtregierung und ihre Kumpanei mit der Immobilienbranche etwas mit der Kesselerwärmung zu tun haben könnte.

    Der Bericht von Herr Baumüller ist leider sehr dünn ausgefallen, interessant wäre, wo die Messstellen stehen und eine Grafik, die Temperaturänderungen in den einzelnen Jahren anzeigt, da hätte man ruhig etwas gründlicher recherchieren können.

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