Protest gegen die kapitalistische Weltwirtschaft am Rande des G20-Gipfels 2017. Foto: Jens Volle

Protest am Rande des G20-Gipfels 2017. Fotos: Jens Volle

Ausgabe 438
Debatte

Kapital killt Klima

Von Tomasz Konicz
Datum: 21.08.2019
Wer Klima und Menschheit retten will, muss an den Wurzeln ansetzen: Die kapitalistische Weltwirtschaft ist aufgrund der ihr innewohnenden, zunehmenden Widersprüche nicht in der Lage, die drohende Katastrophe abzuwenden. Ein Diskussionsbeitrag.

Besonders zu Beginn der Proteste der Fridays-for-Future-Bewegung prangerten deren Kritiker gerne die scheinbare Inkonsequenz der Streikenden an: Es seien größtenteils Mittelklasse-Kids, die von ihren Eltern mit lukrativen Jobs in energiehungrigen Konzernen in spritfressenden SUVs zur Demo chauffiert würden. Das Alltagsverhalten der Protestierenden würde also ihren eigenen Postulaten einer radikalen ökologischen Wende widersprechen. An wenigen Orten tritt dieses absurde Phänomen deutlicher zutage als in den "Autostädten" wie Wolfsburg oder eben Stuttgart, den Zentren der deutschen Exportindustrie, die den Verbrennungsmotor in alle Winkel der globalisierten Welt ausführt. Das Auto scheint den Regionen ihren Wohlstand zu verschaffen – und es ist Träger der drohenden ökologischen Verwerfungen.

Doch diese evidente Widersprüchlichkeit ist gerade keine Frage der subjektiven Heuchelei angeblicher "Gutmenschen", wie es die Neue Rechte in ihrer reaktionären Kritik der Klimaproteste gerne behauptet. Sie ist die Folge der dem Kapitalismus innewohnenden Widersprüche, die sich auch im Handeln der einzelnen Subjekte widerspiegeln. Konkret: Die soziale Existenz unterm Kapital ist gegenwärtig nur um den Preis der eskalierenden Klimakatastrophe möglich. Die kapitalistische Ökonomie ist, wie hier gezeigt werden soll, nicht in der Lage, die ökologische Krise zu lösen.

Wachstumszwang und endliche Ressourcen

Einen ersten Ansatzpunkt, die Unvereinbarkeit von Kapitalismus und Klimaschutz zu erfassen, bietet der Wachstumszwang, der die kapitalistischen Volkswirtschaften charakterisiert – die, sobald die Konjunktur erlahmt, in den Krisenmodus übergehen. Das permanente, uferlose Wachstum des Bruttosozialproduktes ist dabei nur der volkswirtschaftliche Ausdruck der Verwertungsbewegung des Kapitals. Als Kapital fungiert Geld, das durch einen permanenten Investitionskreislauf vermehrt, also "akkumuliert" oder "verwertet" werden soll.

Entscheidend dabei ist: Diese Akkumulationsbewegung ist an eine stoffliche Grundlage in der Warenproduktion gebunden. Der Verwertungsdynamik des Kapitals muss – einem Waldbrand gleich – immer neues "Brennmaterial" zugeführt werden. Spätestens seit dem Ausbruch der Finanzkrise ab 2007 dürfte klar geworden sein, dass der Prozess der Kapitalakkumulation an die Warenproduktion gekoppelt ist – und nicht etwa auf den Finanzmärkten aufgrund reiner Spekulationsprozesse dauerhaft aufrechterhalten werden kann.

Auch die Idee einer Dienstleistungsgesellschaft nach dem Vorbild der USA, die sich von der warenproduzierenden Industrie weitgehend entkoppelt haben, hat sich als Chimäre entpuppt. Ohne nennenswerte warenproduzierende Industrie geht die gesamte kapitalistische Volkswirtschaft langfristig vor die Hunde. Deswegen stellen die gegenwärtigen Handelskonflikte, insbesondere zwischen den USA und China, vor allem Kämpfe um Standorte der Warenproduktion dar.

Trump will die USA wieder "groß machen", indem er sie durch Protektionismus reindustrialisiert. Alle größeren Volkswirtschaften und Wirtschaftsräume sind bemüht durch entsprechende Politik, durch Protektionismus oder Exportorientierung, ihre Industrie zu halten oder auf Kosten der Mitbewerber zu sanieren. Der Exportweltmeister BRD ist hier das große Vorbild.

Die aktuellen Handelskriege sind damit eine implizite Bestätigung des Marx'schen Wertbegriffs. Demnach wird Wert hauptsächlich bei der Warenproduktion generiert. Ohne nennenswerten Industriesektor zerfällt die Dienstleistungsbranche in eine Elendsökonomie nach US-Vorbild, die Finanzmärkte gehen in Blasenbildung und Crashs über.

Wie gestaltet sich nun der Kernprozess der Verwertung von Kapital? Auf der bornierten betriebswirtschaftlichen Ebene scheint ja alles rationell abzulaufen: Ein Unternehmen investiert in Lohnarbeit, Rohstoffe, Maschinen, Produktionsstandorte, um die dort hergestellten Waren mit Gewinn zu veräußern – wobei die Lohnarbeit alleinige Quelle des Mehrwerts ist. Es ist die einzige, auf dem Arbeitsmarkt zu erwerbende Ware, die mehr Wert herstellen kann, als sie selbst wert ist. Letztendlich akkumuliert das Kapital immer größere Mengen verausgabter, abstrakter Arbeit. Hiernach wird das nunmehr vergrößerte Kapital reinvestiert – in mehr Rohstoffe, Maschinen etc., um einen neuen Verwertungskreislauf zu starten. Die scheinbare Rationalität kapitalistischer Warenproduktion auf betriebswirtschaftlicher Ebene dient somit gesamtgesellschaftlich einem irrationalen Selbstzweck, einer verselbstständigten und unkontrollierbaren Dynamik: Der uferlosen Vermehrung des eingesetzten Kapitals.

Der konkrete Gebrauchswert einer Ware ist dabei nur als notwendiger Träger des Mehrwerts von Belang. Und genauso sehen auch die Gegenstände aus, die diese kapitalistische Verwertungsmaschine ausspuckt: Sie sollen durch moralischen Verschleiß oder durch geplante Obsoleszenz möglichst schnell veralten, unbrauchbar und ersetzt werden, damit die Nachfrage nie gesättigt ist. Die Autoindustrie muss Jahr um Jahr neue Modelle auf den Markt werfen, Apple-Notebooks mit Unibody können kaum noch repariert werden, und nichts ist peinlicher als das iPhone vom vorletzten Jahr. Der Spätkapitalismus produziert buchstäblich für die Müllhalde, um hierdurch der stockenden Verwertungsmaschine immer wieder neue Nachfrage zu verschaffen. Und dies ist ja für jedes Marktsubjekt nur zu vernünftig.

Die Produktivitätsfalle

Auf gesamtgesellschaftlicher Ebene entfaltet diese Logik aber ihr verheerendes Potenzial, da mit erfolgreicher Kapitalakkumulation auch die Aufwendungen für den Produktionsprozess – Rohstoffe und Energie – permanent erhöht werden müssen. Somit gleicht schon das kapitalistische "Business as usual" einem Prozess der Verbrennung von immer mehr Rohstoffen. Die zusehends schwindenden Ressourcen dieser Welt bilden das immer enger werdende Nadelöhr, durch das sich dieser irrationale Prozess der Kapitalverwertung unter immer größeren Friktionen hindurchzwängen muss. Beide ökologischen Krisenprozesse – die Ressourcenkrise wie die Klimakrise – werden durch diesen Verwertungsprozess, der wie ein automatisch nach Maximalprofit strebendes Subjekt agiert, entscheidend befördert.

Das Kapital als verselbstständigte Dynamik (Marx sprach in diesem Zusammenhang vom "Fetischismus") ist aufgrund dieser Notwendigkeit permanenter Expansion das logische Gegenteil einer ressourcenschonenden Wirtschaftsweise, die notwendig wäre, um ein Überleben der Zivilisation zu sichern. Die Menschen sind unterm Kapital einer blindwütigen Verwertungsdynamik ausgeliefert, die sie buchstäblich selber erarbeiten.

Befeuert wird dieser Prozess der Weltverbrennung durch das immer höhere Produktivitätsniveau der kapitalistischen Weltwirtschaft. Hier ließe sich von einer regelrechten Produktivitätsfalle sprechen: Es sind gerade die ungeheuren Produktivitätssteigerungen der spätkapitalistischen Warenproduktion, die zur Eskalation der ökologischen Krise maßgeblich beitragen. Mit technologischen Fortschritten müsste es eigentlich möglich sein, Ressourcen immer effizienter zu verwerten – tatsächlich aber steigt ihr Verbrauch in der Gesamtbilanz Jahr für Jahr. Da die Lohnarbeit die Substanz des Kapitals bildet, führen die permanenten Steigerungen der Produktivität dazu, dass die "effiziente" Verschwendung von Ressourcen ins Extrem getrieben wird. Je höher die Steigerung der Produktivität, desto weniger abstrakte Arbeit ist in einem gegebenen Quantum Ware verdinglicht. Mit steigender Produktivität nimmt der Druck zu, immer mehr Waren abzusetzen. Wenn etwa ein Fahrzeughersteller die Produktivität um zehn Prozent bei der Einführung eines neuen Fahrzeugmodells erhöht – was durchaus branchenüblich ist –, dann muss er auch zehn Prozent mehr Autos umsetzen, um bei gleichem Produktpreis die gleiche Wertmasse zu verwerten – oder jeden zehnten Arbeiter entlassen.

Um den Verwertungsprozess des Kapitals aufrechtzuerhalten, müssen daher bei steigender Produktivität entsprechend mehr Waren produziert und abgesetzt werden. Je größer die Produktivität der globalen Industriemaschinerie, desto größer ist also auch ihr Ressourcenhunger, da die Wertmasse pro produzierter Einheit tendenziell abnimmt. Ein Versuch, in der kapitalistischen Weltwirtschaft eine ressourcenschonende Produktionsweise einzuführen, ist somit unmöglich – er käme einer Kapitalvernichtung gleich.

Es scheint absurd: Eine Produktivitätssteigerung, die eigentlich zur Realisierung einer ressourcenschonenden Wirtschaftsweise unabdingbar ist, wirkt im Kapitalismus wie ein Brandbeschleuniger. Denn die funktionalistische Rationalität muss stets dem irrationalen Selbstzweck uferloser Kapitalverwertung dienen. Aus diesem durch Rationalisierungsschübe ins Extrem getriebenen Verwertungszwang ergibt sich die besagte Tendenz zur immer weiter beschleunigten effizienten Ressourcenverschwendung.

Chimäre Green New Deal

Das globale Produktivitätsniveau lässt auch die Vorstellung einer ökologischen Energiewende binnenkapitalistisch zu einer Chimäre verkommen, die im Rahmen des "Green New Deal" gerade diskutiert wird. Die Idee, durch staatliche Investitionsprogramme mit der "Ökobranche" eine neue Leitindustrie zu etablieren, scheitert an der mangelnden Verwertung von Lohnarbeit in der Warenproduktion. Den notwendigen massiven Investitionen in eine entsprechende Infrastruktur stehen keine Massen von Arbeitsplätzen in der Ökobranche gegenüber, deren Besteuerung die Staatsinvestitionen tragen könnte.

Der Vergleich mit dem Fordismus kann hier lehrreich sein. Es ist illusorisch zu glauben, dass bei der Produktion in der "ökologischen" Industrie im 21. Jahrhundert solch hohe Beschäftigungseffekte erzielt werden könnten, wie sie im Zuge der Automobilmachung des Kapitalismus in den 1950er oder 1960er Jahren erreicht wurden. Solarzellen und Windkrafträder werden nicht so produziert wie Autos noch vor wenigen Jahrzehnten, als Tausende ArbeiterInnen an endlosen Montagebändern in genau festgelegten Zeitintervallen stupide Handgriffe tätigten. Bei der heute erreichten Automatisierung gelten auch für die Herstellung alternativer Energieträger ähnliche Probleme der "Überproduktivität", die die deutsche Autoindustrie und der Maschinenbau nur durch Exportoffensiven auf Kosten anderer Volkswirtschaften kompensieren können. Deswegen diskutieren auch alle über die Kosten, und nicht über die Chancen einer "Energiewende".

Ein ökologischer Wandel hätte sich allein wegen der krisenbedingt zunehmenden Konkurrenz zwischen Konzernen und Nationalstaaten längst durchgesetzt, wenn er einen Konkurrenzvorteil böte und den nationalen Standorten neue wachstumsstarke Industrien erschließen würde. Aufgrund des sehr ungünstigen Verhältnisses zwischen den gigantischen Kosten und der mageren reellen Verwertung von Arbeitskraft in der »Ökobranche« ist die Energiewende aber eher ein Klotz am Bein der Nationalstaaten im globalen Konkurrenzkampf. Deutschland hat es ja bereits im Rahmen seiner Energiewende versucht – mit bekanntem Ausgang. Inzwischen ist die Bundesrepublik einer der größten Klimasünder Europas. Ein kapitalistischer Green New Deal scheitert somit an den eskalierenden inneren Widersprüchen des hyperproduktiven Kapitalismus.

Zukunft nur jenseits des Kapitals

Dabei sind die materiellen und technischen Bedingungen einer ökologischen Wende längst gegeben. Das enorme Produktivitätspotential, das die Umweltzerstörung aktuell nur weiter beschleunigt, könnte jenseits des Kapitalverhältnisses zur Errichtung einer nachhaltigen Wirtschaftsweise beitragen. Erst wenn die gesellschaftliche Reproduktion nicht mehr dem Selbstzweck der Kapitalverwertung untergeordnet ist, sondern direkt der Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse dient, kann eine ökologisch nachhaltige Wirtschaftsweise umgesetzt werden. Eben dies müsste auch die sich formierende Klimabewegung reflektieren.

Beim Kampf gegen den drohenden ökologischen Kollaps geht es somit nicht um einen reaktionären Antiproduktivismus, um eine Rückkehr zu archaischen Produktionsweisen. Vielmehr müssten die technischen Möglichkeiten, die der Kapitalismus hervorgebracht hat, in einem ungeheuren transformatorischen Akt jenseits des Kapitalverhältnisses zum Aufbau einer nachhaltigen Gesellschaftsformation verwendet werden. Die Produktivitätsfortschritte, die derzeit nur die Verbrennung der globalen Ressourcen beschleunigen, würden dann tatsächlich deren Schonung ermöglichen. Es geht letztendlich, auch im Zusammenhang mit dem Kampf gegen die Klimakrise, um die Befreiung der Produktivkräfte aus den Fesseln der kapitalistischen Produktionsverhältnisse.

Die Überwindung des Kapitals als einer verselbstständigten gesamtgesellschaftlichen Dynamik stellt folglich eine Überlebensfrage der Menschheit dar. Die ökologische Bewegung müsste bei ihrer diesbezüglichen Argumentation somit nicht so sehr an die Moral der Menschen appellieren, sondern an ihren Überlebensinstinkt.


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21 Kommentare verfügbar

  • Bruno Neidhart
    vor 3 Wochen
    Ist "Kapital" per se schlecht? Es kann - oder könnte - durchaus intelligent wirksam gegen die Klimaveränderung (auf welche Art auch immer) eingesetzt werden, ohne gleicht als Produktionssteigerung ("Wachstum") durchzugehen, was man grundlegend ja als Makel dem Kapital anzuhängen versucht, wenn es "arbeitet!" Wobei besonders eine Mehrproduktion z.B. auch in ärmeren, weitgehend nicht - oder nur bedingt - kapitalistischen Ländern mit einem hohen Bevölkerungswachstum fast zwangsläufig eintreten muss, um den Lebensstandard (Ernährung, Gesundheit, Arbeit) wenigstens halten zu können. Dabei wirkt sich "Steigerung" dann sehr oft gegen die Natur aus (Brasilien aktuell). Für Klimaschutzmassnahmen fehlt diesen Ländern dann meistens das Kapital. Oder man macht es sich, wenn es sogar da wäre, zu einfach und stellt fest: Es gibt keine Lösung, einer Klimaveränderung auf unserem Planeten wirksam zu entgegnen!
    • Nele Reinhardt
      vor 3 Wochen
      "[...]Für Klimaschutzmassnahmen fehlt diesen Ländern dann meistens das Kapital.[...]"
      Nein. Es fehlt vielleicht höchstens das Geld. Das ist aber etwas anderes. Woran es aber jedoch in erster Linie und überall mangelt, ist der politische Wille der Gesellschaften dazu.
      -Dass mit dem Kapitalismus-Dings, mit Kapital und seiner notwendigen Akkumulation (durch Ausbeutung/private Aneignung anderer Leute Arbeitsleistung; sonst ist es keines) scheint Dir nicht so geläufig zu sein.
    • Nele Reinhardt
      vor 3 Wochen
      Ein Nachklapp noch:

      "Ist "Kapital" per se schlecht[...]?"

      Ja. Ist es.
      Auch in und/oder mit Gänsefüsschen.

      -Um vorsichtshalber auch diesen Diskurs mal auf den Punkt zu bringen...

      (Geißler selig hatte das, als Attac-Mitglied (eieiei, was war da/ist los mit Attac?) auch mal thematisiert angesichts von S21).
    • Bruno Neidhart
      vor 3 Wochen
      "Der politische Wille" war (und ist), Nele Reinhardt, bekanntlich z.B. in antikapitalistischen oder planwirtschaftlichen Systemen (kommunistischen) nicht arg gross. Dort wurde (wird) besonders umweltschädlich gewirtschaftet. Da sieht es zumindest in marktwirtschaftlichen Systemen deutlich zielführender aus. Und in kapitalistischen ist selbst bei Wirtschaftswachstum "im Prinzip" eine CO2-Reduktion - bis hin zur Klimaneutralität - mindestens denkbar. Es braucht dazu tatsächlich die entsprechende Politik, der entsprechende Wille.
  • Uwe Burka
    am 24.08.2019
    In diesem Text geht es, nach einer kurzen Situationsbeschreibung, ganz konkret um:
    Wege aus der Wachstumsfalle
    „Zur Überwindung der Sozial-, Umwelt- und Wirtschaftsprobleme“
    Alternative Technologien sollen nun die Probleme lösen. Angeblich können auch Elektroautos und sogar die 5G-Systeme das Klima retten. Unser neoliberales Wirtschaftssystem mit seinem Wachstumszwang* und seinen exzessiven Spekulationsmärkten** sowie unser Konsumverhalten werden dagegen kaum thematisiert. Von den etablierten Parteien schon gar nicht.
    Heute herrschen das Geld und die Wirtschaft über die Menschen. Gier und Geiz werden belohnt. Der Mammon hat seine Metastasen bis zu den kleinen Leuten gestreut. Der Krieg „Jeder gegen Jeden“ (und damit gegen die Natur) breitet sich immer weiter aus. Politik und Medien tragen mit ihren Polarisierungen massiv dazu bei: Rechte gegen Linke, Arbeitende gegen Arbeitslose, Heimatschützer gegen Flüchtlingsbefürworter, Umweltschützer gegen Technokraten, Impfkritiker gegen Pharmalobby, Westen gegen Osten usw. Im Schatten dieser provozierten Rangeleien werden die neoliberalen Machenschaften einfach immer weitergeführt.
    Das Geld- und Wirtschaftssystem hat sich so verselbstständigt, dass die ganze Menschheit deren Zwängen nur noch, wie hypnotisiert, hinterherrennt. Fast alle Politiker, Medien, Gerichte, Bildungs- und Verwaltungseinrichtungen ignorieren diese Tatsache und machen sich dadurch zu aktiven Erfüllungsgehilfen dieses zerstörerischen Wachstumssystems, welches angeblich alternativlos ist.
    Kirchen, Sozialreformer, Umweltschützer oder Extremisten, (egal von welcher Seite) erkennen zwar die Nöte, die aus dem neoliberalen System entstehen, aber wirklich systemverändernde Gegenvorschläge haben sie auch nicht. Es würde also wenig nützen, die oberen 10 Millionen Menschen unserer Weltengemeinschaft einzusperren, da auch der Rest der Menschheit eigentlich keine Auswege aus dem Dilemma kennt.
    „Wie kommen wir aus dem Teufelskreis, der Mensch und Erde so massiv bedroht, heraus?“
    Die Menschen mit der Entwicklung eines neuen Bewusstseins, und nicht das Geld oder die Technologien, sollten ins Zentrum unserer Aktivitäten rücken! Unsere geistigen und sozialen Entwicklungspotentiale sind unendlich. Im Gegensatz dazu sind die materiellen Entwicklungsmöglichkeiten endlich. Auch die notwendigen Alternativtechnologien sind endlich. Es braucht dringend einen Paradigmenwechsel!
    Als erstes müssen wir die fundamentalen existenzbedrohenden Systemfehler durchschauen und an deren Überwindung arbeiten wollen! Zunächst werden nur wenige Menschen die Hintergründe verstehen und helfen neue Landkarten zu zeichnen, die einen Weg in eine bessere Zukunft zeigen. Am leichtesten tun sich hierbei die Menschen aus der Umwelt- und Sozialbewegung. Die wachsende Bewegung der Klimaaktivisten wird sich hoffentlich auch für diese Systemfragen mehr öffnen.
    Im Folgenden werden grundlegende Gedanken und Aufgaben skizziert, die uns aus den oben aufgeführten Zwängen führen können:
    1. Die Wirtschaft und das Geld haben dem Menschen zu dienen und nicht umgekehrt! Die Begriffe „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ der französischen Revolution tragen zur Klärung bei. Die „Brüderlichkeit“ gehört zum Wirtschaftsleben. Wie können wir die Wirtschaft „brüderlich“ bzw. „geschwisterlich“ organisieren? „Geschwisterlich“ einander die Bedürfnisse befriedigen? Im praktischen Leben tun wir dies ja weitgehend heute schon durch die Arbeitsteilung; z.B. transportiert der LKW-Fahrer die Waren ja nicht für sich, sondern für seine Mitmenschen. Nur im Kopf und mit dem Herzen arbeiten wir i.d.R. für den eigenen Geldbeutel. Je weiter sich der Mensch von der „Real“-wirtschaft entfernt, desto ausgeprägter finden wir dieses Phänomen. Die heutige „Freiheit“ im Wirtschaftsleben ist dagegen extrem schädlich. Die „Freiheit“ gehört zum Geistesleben, zur „freilassenden“ Fähigkeitsentwicklung durch Religion, Bildung, Forschung und Kunst. Die „Gleichheit“ gehört zum Rechtswesen und zur Politik. Sorgen diese Organe wirklich für die „gleichen“ Rechte und Möglichkeiten eines jeden Bürgers? wohl eher nicht. Ein grundlegendes Um-denken, Um-fühlen und Um-handeln steht an, um die gesellschaftlichen Verhältnisse in diesen drei Bereichen neu zu „ordnen“. Eine gesunde Wirtschaft wird „assoziativ“ organisiert sein, indem Dienstleister, Produzenten, Händler und Konsumenten einen fairen Interessensausgleich anstreben. Bei den mehrwerdenden „solidarischen Landwirtschaftsgemeinschaften“ wird dies schon heute zwischen den Landwirten und Konsumenten praktiziert. Intelligente „Steuern“ können zusätzlich den Heilungsprozess beschleunigen: Alles was Mensch und Natur schädigt, müsste stark besteuert werden! Zum Beispiel die Agrarchemie, die fossilen und andere Rohstoffe, hohe Kapitalkonzentrationen, Strahlenbelastungen und eine überdurchschnittliche Wohnflächennutzung. Hingegen was Mensch und Natur fördert, müsste belohnt werden! Wie z.B. Bildungs- und Umweltprojekte sowie Initiativen zur Regionalentwicklung. Der arbeitende Mensch brauchte nicht mehr durch Steuern bestraft zu werden.

    2. Das Aussaugen der Realwirtschaft, inklusive der Sozialstrukturen, der Kultur und der Natur, durch profitsuchende Spekulanten muss schnellstens gebannt werden! (Ca. 50% der heute bezahlten Preise wandern in die schnell wachsende spekulative Welt!) Finanzbewegungen (egal in welcher Form) und Spekulationsgewinne gehören besteuert, so wie schon heute das Lottospielen kräftig besteuert wird! Spekulationssteuern werden bewirken, dass gigantische Werte in der Realwirtschaf bleiben und für die Entwicklung der sozialen, kulturellen und Umweltaufgaben zur Verfügung stehen. Einen Anfang möchte nun die „Microtax“-Bewegung in der Schweiz mit einer Steuer von 0.03% auf alle Finanztransaktionen machen (3 Rappen auf CHF 100,-). Schon dieser kleine Satz bringt ca. 100 Milliarden CHF im Jahr und soll die MwSt. und die Bundessteuer hinfällig machen. Für weitere Aufgaben bleiben sogar noch 20 Milliarden CHF über. Es gibt eine reale Change, die dafür erforderlichen 100 000 Unterschriften zu sammeln und bei einer Volksabstimmung mit dieser Initiative durchzukommen, auch wenn die Führenden versuchen werden, massiv dagegen anzugehen. Die Vorteile für das Volk und die „Real“-Wirtschaftenden sind leicht begreiflich zu machen. Die Microsteuer wird nur ein Türöffner zu höheren Sätzen sein, um weiteres Spekulieren zu verunmöglichen. Es gibt auch effektive Wege eine zu erwartende Kapital- und Steuerflucht abzuwehren. Da Gewinne und Spargelder dann nicht einfach mehr in die Spekulationswelt abwandern können, werden enorme Summen für weitere Entwicklungen zur Verfügung stehen. Banken haben hier ihre vermittelnde Aufgabe im Anlage- und Kreditgeschäft. Als Vorreiter vermitteln z.B. die Freie Gemeinschaftsbank in Basel und die GLS Banken in Deutschland schon heute Leihgelder und Schenkungen für Entwicklungs-, Bildungs- Sozial- und Umweltprojekte.

    3. Wie kann der „Geld- und Wirtschaftswachstumszwang“* durch die Geldschöpfung über Kredite gestoppt werden? Dazu sollte als erstes den Geschäftsbanken das Privileg der Geldschöpfung durch Kredite genommen werden. Dies will auch die Vollgeldbewegung. Würde das Geld zusätzlich ständig „altern“ bzw. „langsam entwertet werden“, wie dies auch mit physischen Waren passiert, käme es ins Fließen. Ein „Entwicklungszins“ von z.B. 1% monatlich würde das horten von Geld uninteressant machen und ihm „Umlaufimpulse“ geben. Der stätige Entzug von Geld durch den „Entwicklungszins“ macht es im Gegenzug notwendig, ständig neue Geldinjektionen ins Wirtschaftsleben zu tätigen. Wie soll nun neues Geld entstehen, wenn es über neue Schulden nicht mehr möglich ist? Die Zentralbank kann ganz einfach das neue Geld schaffen und zwar in der Menge, dass es weder Inflation noch Deflation bringt (ein definierter (Bio)-Lebensmittelkorb sollte dazu den gleichen Preis langfristig behalten). Und an welchen Stellen soll das neue Geld in den Wirtschaftskreislauf eingeführt werden? Neues Geld sollte zur „Entwicklung“ des Lebens und neuer Zukunft fördernder Ideen und Talente an Umweltprojekte und Bildungsstätten „verschenkt“ werden! So können sich Kultur und Umwelt „frei“ entwickeln. Sehr viele sinnstiftende Arbeitsplätze für eine bessere Zukunft würden so entstehen. Ein „materielles“, umweltschädigendes, Wachstum ist so nicht mehr nötig. Wer bestimmt, wohin und an wen diese „Schenkungen“ gehen? Nicht die Politiker, da sie zu viel Eigeninteresse zur Werbung neuer Wähler haben. Ein selbstloser Ältestenrat oder/und Kultur- und Umweltrat sollte diese Aufgabe der Schenkungen vornehmen! Sie können am besten überschauen wo und wie das Geld sinnvoll der Entwicklung von Menschen und Natur dienen kann. Jeder Bürger könnte z.B. Bildungsgutscheine erhalten. Regio-Währungen sollten zusätzlich zur Stimulierung der Heilungsprozesse und zur Stärkung der Regionen gefördert werden.

    4. Durch die konsequente Einführung der oberen Vorschläge könnte wieder die Kontrolle über das sich verselbstständigte und erdrückende Finanzsystem zurückgewonnen werden. Dazu ist es notwendig, auf breiter Front Bündnisse aufzubauen. Die heute noch in die Polarität getriebenen Gruppierungen sollten erkennen, dass man nur gemeinsam gegen die Finanzdiktatur ankommen kann. Besonders erfolgversprechend wäre es, wenn sich die Klimaaktivisten anschließen würden. Schließlich hängt ein Erfolg bei der Klimafrage direkt mit der Überwindung des neoliberalen Systems zusammen. Idealerweise könnte die Schweiz einen Durchbruch mit einem neuen Geld- und Wirtschaftssystem schaffen. Die Vorteile für Mensch und Natur würden so groß sein, dass andere Länder bald nachziehen würden.
    Um bei den Heilungsprozessen weitgehend klar und Emotionsfrei zu bleiben, sollten wir sehr aufpassen, um uns nicht weiter polarisieren zu lassen. Überhaupt sollten wir die gebotenen Nachrichten, egal von welcher Seite, nicht unreflektiert als „die Wahrheit“ akzeptieren. In der Regel gibt es mehrere Blickwinkel, um der Wahrheit näher zu kommen. Zu bedenken ist dabei auch, dass die hier aufgeführten Systemprobleme und deren Lösungsansätze öffentlich fast keine Beachtung finden. Eine gute Gesamtschau ist aber wichtig, denn die Finanzelite mit ihren Helfern in Politik und Medien wird mit allen Mitteln gegen Heilungsversuche angehen. Eine ihrer stärksten Waffen, wird auch weiterhin der Versuch einer Unterwanderung der Bewegung und deren Spaltung sein. Eine „Befreiung“ der Medien von Kapital- und Politinteressen ist also dringend geboten.
    Wenn wir es nicht schaffen sollten, die sich verselbständigte Finanzkrake aufzuhalten, dann wird es über kurz oder lang zu einem chaotischen Zusammenbruch mit allen Konsequenzen kommen. Die Frage die sich nach einem Crash stellen würde, ist, ob sich bis dahin genug vorbildliche Sozial-, Umwelt-, Geld- und Wirtschaftsmodelle auf lokalen und regionalen Ebenen entwickelt haben, die dann im großen Stil für einen Neuaufbau übernommen werden könnten. Andernfalls würde die alte Elite, noch viel diktatorischer, das alte neoliberale System wiederaufbauen wollen. Unabhängig davon, ob wir jetzt auf großer Ebene Erfolg haben oder nicht, sollten wir also nun auf lokaler und regionaler Ebene aktiv beginnen, neue lebensunterstützende Systeme modellhaft aufzubauen.
    Alte intellektuell-materialistische Gedanken- und Gesellschaftsformen, die uns die Probleme von heute beschert haben, sind ungeeignet, eine bessere Zukunft zu gestalten. Wir brauchen nun mehr und mehr engagierte Menschen, die auch Zukünftiges denken und entwickeln können. Dazu benötigen wir allerdings gesunde „Lebensmittel“ und einen besseren Schutz vor den mehrwerdenden Strahlungsbelastungen. Durch zielgerichtete Meditationen können zusätzlich ganz neue, heute noch unbekannte, Ideen aus der geistigen Welt geholt werden. Von diesen selbstlos meditativ erworbenen Intuitionskräften hängt unser aller Zukunft ab. Die geistigen und sozialen Entwicklungspotentiale der Menschen sind unbegrenzt! (Die sich nun verbreitenden selbstbezogenen Wohlfühlmeditationen führen dagegen eher in eine illusionäre Welt.)
    Eines der vor uns liegenden fundamentalen Aufgaben wird auch der Wiederaufbau des Humus in den landwirtschaftlichen Böden sein. (siehe z.B. www.bodenfruchtbarkeit.bio). Als Belohnung winkt uns dafür eine Reduktion der CO2-Werte in der Luft, eine viel reichhaltigere Ökologie, gesündere Lebensmittel und natürlich viel mehr Freude übers Land zu gehen, besonders wenn wir dies mit Kindern und gleichgesinnten Kollegen/-innen einer solidarischen Landwirtschaft tun.
    *Wachstumszwang: Neues Geld entsteht heute durch Schulden (zu über 90% durch die Geschäftsbanken). Da ein Schuldner mehr zurückzahlen muss, als er aufgenommen hat und dieses irgendwo am Markt besorgen muss, ist der Markt (unsere Gesellschaft) gezwungen immer mehr Geld über neue Schulden zu machen. Damit das Schulden-Kartenhaus nicht zusammenbricht, wird nun exzessiv Geld in den Markt gepumpt, (welches aber vorwiegend in den Spekulationsmärkten landet). Die heutigen Negativzinsen bei Krediten „verführen“ zu weiteren Exzessen. Dieser „Geld- und Wirtschaftswachstumszwang“ kann nur im Kollaps enden! Chaos und der Tod vieler Millionen Menschen wird die Folge sein. Hinausgezögert wird ein Kollaps durch noch mehr Schulden und oder provozierte Kriege, die gigantische Werte vernichten, um sie wieder wachstumssteigernd neu zu schaffen… Auch wenn man es schaffen sollte, dieses Finanzsystem noch 10 oder 20 Jahre aufrechtzuerhalten, würde es in anderen Lebensbereichen zu massiven Zusammenbrüchen kommen. Schon heute stehen weltweit Sozialsysteme, ökologische Systeme, medizinische Versorgungsnetze, Bildungseinrichtungen, Verkehrssysteme, Rohstoffreserven, Versorgungs- und Entsorgungssysteme usw. unter massivem Druck und sind zum Teil schon zusammengebrochen! Daraus ergeben sich immer grösser werdende Flüchtlingsströme.
    ** Durch exzessive Spekulationen, also Geld durch Geld verdienen, wird immer mehr aus der Realwirtschaft, aus dem Kulturleben und der Natur abgesaugt. Auch die Spekulationen mit Boden und Wohnraum gehören dazu. (Die ständig steigenden Mieten und Pachten haben hier ihre Ursachen). Ca. 50% der heute bezahlten Preise wandern in die spekulative Welt! In der Spekulationsblase bewegt sich mittlerweile 70-mal mehr Geld, als in der Realwirtschaft! (Im Vergleich: bis 1980 war die Realwirtschaft noch stärker als die Spekulationswirtschaft). Nicht nur das Geld, sondern auch die wirtschaftliche und politische Macht wandert so, systembedingt, vom arbeitenden Volk zu den spekulierenden Reichen. Eine funktionierende Demokratie gibt es dadurch nicht mehr.
    Uwe Burka ist internationaler Berater für Siedlungs- und Stadtentwicklungen und hat leitend zwei sozial-ökologische Dorfgemeinschaften mit neuen Wirtschaftsformen mit aufgebaut. In seinem Buch „Jeder kann die Zukunft mitgestalten“ wird näher auf die heutigen Probleme und deren Überwindung eingegangen. - Gratis als Buch oder elektronisch unter: www.aktivZUKUNFTsichern.com Im Berner Oberland hilft er leitend eine Regionalwährung mit einem „Entwicklungszins“ und einem definierten „Bio-Lebensmittelkorb“, als Wertgrundlage, vorzubereiten.
    Zusammen mit Jens Martignoni, Autor des Buches „Das Geld neu erfinden“, ist Uwe Burka dabei eine Entwicklungs- und Koordinationsstelle für neue Wirtschaftsformen und Währungen vorzubereiten. Sie arbeiten auch mit den Gründern des Sardex- Verrechnungssystems auf Sardinien, dem sich mittlerweile über 4000 Unternehmen angeschlossen haben. Obwohl neue Systeme zunächst nur regional und parallel laufen können, sollen die oberen Aspekte, besonders die Schaffung von „Entwicklungsgeldern“ für eine neue Bildungs-Kultur, immer mehr realisiert werden.
  • a dabei
    am 24.08.2019
    Gehen wir es doch ohne theoretische, marx’sche Grundsatzdiskussion mal ganz praktisch an: Der Ur-Antrieb des Kapitalismus ist es, aus Geld mehr Geld zu machen. Weshalb sonst gäbe es Zins und Zinseszins? In einer Tausch-Wirtschaft wäre Zins völlig unsinnig, da man eine Ware – sei sie nun materieller oder physischer Art – bewertet und dafür einen zu diesem Zeitpunkt adäquaten Tauschwert vereinbart.
    Kapitalismus funktioniert jedoch ausschließlich mit Wachstum und kann daher auch niemals nachhaltig sein. Welch‘ perverses Wirtschaftssystem ist das denn, das die Leistung, die ein Mensch, eine Firma oder ein Land in diesem Jahr hervorbringt, schon per Definition im nächsten Jahr als Rezession – also als minderwertig – definiert, wenn sie nicht wenigstens um ein paar Prozentpunkte wächst. Haben wir denn im letzten Jahr mit weniger Wohlstand und Wachstum schlecht gelebt?
    Man könnte aber nun argumentieren, das sei ja nur ein Problem der nach der reinen kapitalistischen Lehre organisierten Länder des Nordens. Aber leider ist dem nicht so. Es ist – angesichts der Ausbeutung endlicher Ressourcen auf einem begrenzten Planeten, und angesichts einer rasant wachsenden Beeinflussung von Umwelt und Klima durch die Menschen – längst ein globales Problem.
    Was wäre also zu tun? Zunächst bräuchte es einen weltweiten Konsens für eine globale Zielsetzung, die für eine Post-Wachstumswirtschaft lauten müsste: Wohlstand ohne Wachstum erhalten – und ihn dann aber auch gerecht verteilen. Eine dafür notwendige, global zu organisierende Einsicht (man könne es auch Vernunft nennen), wird es die jemals geben? Ich persönlich kann daran angesichts rasant wachsender Wirtschaften wie in China oder Indien und anscheinend sogar demokratisch an die Macht gekommener Figuren wie Trump, Bolsonaro, Erdogan, Salvini, … und wie sie alle heißen mögen, beim besten Willen nicht glauben.
    Meine persönliche These lautet: Die Menschheit als ganze ist, trotz der unbestritten intelligenten Geister, die sie auch hervorgebracht hat, langfristig zu blöd zum Überleben. Ich halte es da mit dem Leser Wolfgang Kaemmer, der ja auch meinte, er sei froh, schon so alt zu sein. Oder wie es Harald Lesch, etwas eleganter und wissenschaftlich gut begründet in seinem Buch prognostiziert: „Die Menschheit schafft sich ab.“
    • Nele Rheinhardt
      am 25.08.2019
      Diese nun wieder vulgär-okonömisch-darwinistische Sichtweise negiert fast sämtlich alle alternativen (und tlw. dergestalt heute sogar noch bestehenden) ökonomischen Verhältnisse seit Enstehung der Schuldenökonomie vor ca. 5.000 Jahren. Selbstverständlich wird daraus wieder mal dann der fatalistische Kurzschluss gezogen, dass etwa empathische und daraus folgend solidarische ökonomische Verhältnisse einfach nicht möglich sind - tschäh, schö'n Gruß also vom Hobbes-Thomas und seiner vom Komödiendichter(!) Plautus geklauten Weisheit über die angebliche 'Wolfsnatur' des/der Menschen. *schnarch*
      :-)
  • hans drager
    am 24.08.2019
    #Nele Rheinhardt
    Du schreibst:

    „ … Kapitalismus ist nicht die Medizin, welche die tödliche Krankheit Kapitalismus heilt.“

    Soweit es sich hier mal nicht um diffamatorisch eingesetzte Rabulistik und Pharisäertum handelt (vgl. Matth. 12, 24 f), die mir Worte und (Un)Sinnzusammenhänge unterschiebt, die ich nicht behauptet und konstruiert habe, sondern um ein wahrlich vorhandenes Missverständnis, was das Begreifen der Identität von Krankheit und Kapitalismus betrifft, so mag vielleicht folgende bei weitem nicht nur Metaphorik zur Klärung beitragen:

    Wachstum muss sein!, sagt die Krebszelle. Immer mehr Waren. Und immer mehr Krankheit auf Seiten derer, die all diese Waren produzieren, von Bangladesh bis Bielefeld. Volle Regale, die Leute aber sind leer und ausgebrannt. Lebendige Arbeit wird in tote Materie verwandelt. Krankheit ist der Ausdruck dieses ständig weiter um sich greifenden Prozesses. 10.000 Dinge besitze jeder, habe ich neulich gelesen. Das sind 10.000 Grabsteine. Im Fantasy-Film bannt der Hexer das Leben der getöteten Opfer in Gegenstände, die dadurch aufgeladen werden. Im Kapitalismus stecken die gebrochenen Knochen, die von Maschinen abgehackten Hände und die von Chemikalien verätzten Körper, also die Krankheit der Produzenten in den Waren und deshalb sind die Waren wertvoll.

    Dies ist des Pudels wahrer Kern, auch nach Marx, wenn man ihn mit Bezug auf hier und heute liest.

    Wo Veränderung dran wäre, damit endlich Schluss ist mit Ausbeutung und kapitalistischer Krankheit, gibt es stattdessen Therapie und Verarztung und auch das sind Waren. Auch sie gibt es im Übermaß: Im Jahr 2012 wurden 633 Millionen Arzneimittelpackungen verordnet, das sind 37,9 Milliarden Tagesdosen. Anderswo werden Panzer gegen Aufständische eingesetzt, hierzulande gibt es den Rezeptblock. Ohne den Bezug zu Krankheit als Protest und ohne praktische Möglichkeiten gegen Verarztung und Therapie wird sich niemals etwas ändern. Kein Wort davon im Artikel. Gut, dass wenigstens andere sich damit befassen. Siehe die Schriften des Sozialistischen Patientenkollektivs und der Patientenfront.
    • Nele Rheinhardt
      am 25.08.2019
      Aber hans,

      was sollen denn damit junge Menschen anfangen, die sich gerade frisch und überraschenderweise auf den Weg machen, diesen kranken Dreck zu beseitigen (obgleich es ihnen - siehe S21-Protest seinerzeit - anscheinend nicht so ganz klar ist)?

      Dass dieses Dreckssystem und dessen Maximal-Profiteure immer neue, kranke Verwertungsstrategien und -taktiken erfinden, ist doch evident, oder?

      Deiner Einschätzung, dass demokratisch verfasste Renitenz systematisch als "Krankheit" subsumiert wird, kann ebenfalls & im Übrigen nicht ernsthaft widersprochen werden (siehe bspw. Gustl Mollath oder auch hier: https://www.heise.de/tp/autoren/Stephan-Schleim-3458302.html).

      Aber helfen solche Erkenntnise im Augenblick wirklich den jungen Menschen weiter? Wäre es also nicht wichtiger (wie es seinerzeit bei S21 nicht gelang) zu vermitteln, dass Klima-Proteste zwangsläufig auf gesellschaftliche Alternativen verweisen?..
    • hans drager
      vor 3 Wochen
      Wie bereits gesagt, Klimakatastrophe buchstabiert sich Kapitalismus + Krankheit. Das braucht man den "jungen Menschen" nicht erst zu vermitteln. Alle können jederzeit und an jedem Ort weltweit krank werden, sind es schon längst, und werden von den Ärzten als den Garanten dafür, dass nichts sich ändert, dass alles so weiterläuft wie bisher, entsprechend etikettiert, diagnostiziert, selektiert und ausgeschlachtet.

      Wem nützt‘s? All denen, die mit der Kompromisskatastrophenpolitik gerade so weitermachen wollen zur Machterhaltung, zur Profitsteigerung und der persönlichen Bereicherung weniger. Und gegen deren Vereinnahmungstrategie und Instrumentalisierungsversuche werden sich die Schulstreiker für das Klima schon zu wehren wissen.

      Sie werden als „Schulschwaenzer“ beschimpft. Aber sie stellen berechtigt die Frage: Was kann uns das heutige Bildungs- und Ausbildungssystem – cf. Lern- und Untertanenfabrik – anders vermitteln als unnützes Wissen, das darüber hinaus noch durch ein auf gegenseitiger Konkurrenz und Leistungsdruck beruhendes Prüfungssystem angeeignet werden muss, dessen Terrorwirkung für viele nur den Ausweg zum Medikamentenabusus und Drogenabhängigkeit zulässt – Stichwort: Versagungsangst und sog. Gehirndoping.

      Viel lernen können sie dagegen aus den Erfahrungen des Sozialistischen Patientenkollektivs: Denn Krankheit ist eben nicht Leiden, sondern: Protest, Rebellion, Angriff. Aus der Krankheit eine Waffe machen!

      So hat es auch - lange ist es noch nicht her - die deutsche Rap-Band Antilopengang in einem Song thematisiert:

      Komm wir schließen uns zusammen im Patientenkollektiv
      Die Konzerte, die wir spielen sind 'ne Gruppentherapie
      Die Welt ist krank und sie macht, dass du leidest
      Du gilst als gesund, wenn du nicht daran verzweifelst

      Wir schließen uns zusammen im Patientenkollektiv
      Die Konzerte, die wir spielen sind 'ne Gruppentherapie
      Heilung ist der Feind, wer noch klar kommt ist abgestumpft
      Wir machen aus der Krankheit eine Waffe, Punkt

      Es geht um die Heutigen, die die Krankheitskraft, die SPK-Lebenskraft, viel nötiger haben als alle Gleichaltrigen damals im SPK. Nicht nur zum revolutionären Verändern, sondern zum existenziellen Überleben in der iatrokapitalistischen Trümmerlandschaft.
  • Katja Falkner
    am 23.08.2019
    #hans drager
    Du schreibst:
    Wenn allerdings der Protest, der aus der Kränkung kommt, sofort medizinisch stillgelegt wird, fehlt dem Revolutionsmotor der Sprit. Was eigentlich Protest ist und Veränderung will, sich nach außen wenden will, wird therapiert und als Magengeschwür, Bluthochdruck, Nierenstein, Impotenz, Zahnschmerz, Allergie, Asthma, Psychose, Depression stillgelegt und zu Geld gemacht (Jahresumsatz des Medizin-Business: 287 Milliarden).
    Das ist sehr wichtig! Erklärt es doch, warum nicht alle oder doch zumindest viel mehr Leute protestieren, demonstrieren, randalieren, sabotieren – wo sie doch allen Grund dazu haben! Agitation statt Therapie!, so oder ähnlich habe ich das gelesen in einem der von dir angegebenen Links. Vielen Dank! Und gern mehr solcher Beiträge!
  • hans drager
    am 22.08.2019
    „Radikal sein, ist die Sache an der Wurzel fassen. Die Wurzel für den Menschen ist aber der Mensch selbst“ (Marx).

    Die Wurzel sowohl des heutigen Menschen als auch der sozialen, politischen und ökonomischen Ausbeutungs- und Klassenverhältnisse ist die KRANKHEIT. Wird Krankheit übersehen, wie auch in diesem Artikel, läuft gar nichts in Sachen Radikalität. Nicht in der Analyse und erst recht nicht im Praktischen.

    Voraussetzung für jede Revolution ist der von Marx so genannte subjektive Faktor, also dass sich die Leute empören, dass sie gekränkt sind und aus dieser Kränkung heraus protestieren, rebellieren, attackieren, revolutionieren. Diese Kränkung war der Sprit auch schon aller bisherigen Revolutionen, gleichgültig, wie sie sich selbst verstanden, gleichgültig, wie sie etikettiert wurden, von den sogenannten Spartakisten der Antike, bis zu den Sansculotten und den Räten.

    Wenn allerdings der Protest, der aus der Kränkung kommt, sofort medizinisch stillgelegt wird, fehlt dem Revolutionsmotor der Sprit. Was eigentlich Protest ist und Veränderung will, sich nach außen wenden will, wird therapiert und als Magengeschwür, Bluthochdruck, Nierenstein, Impotenz, Zahnschmerz, Allergie, Asthma, Psychose, Depression stillgelegt und zu Geld gemacht (Jahresumsatz des Medizin-Business: 287 Milliarden).

    Eine die heutige Realität - auch für die Klimakatastrophe gilt, sie buchstabiert sich Kapitalismus + Krankheit - erfassende Revolutionstheorie muss diese neuen Gegebenheiten berücksichtigen. Ich sehe keine „radikale Linke“, die diesbezüglich auch nur annähernd up to date wäre. Aber es gibt diese Revolutionstheorie, ja!.

    Wem die Sache tatsächlich wichtig ist, vielleicht sogar auf den Nägeln brennt, der wird das hier begierig lesen:
    http://www.spkpfh.de/Krankheitsbegriff.htm
    http://www.spkpfh.de/iatroimperialismus.html
    http://www.spkpfh.de/Krankheit_revolutionaeres_Subjekt.htm
  • Andreas
    am 22.08.2019
    Ich hoffe auf die Sharing Economy. Durch die steigende Produktivität gibt es weniger Lohnbeschäftigte und es können sich dauerhaft nicht alle einen Drittwagen leisten. Auch benötigt nicht jeder einen Werkzeugkeller...
    • Nele Rheinhardt
      am 23.08.2019
      Ja klar: Plattformkapitalismus a la Uber, Airbnb und Amazon, Co-Living, Pod-Sharing und Co-Working samt Fahrten zur Arbeit auf dem nächstegelegenen Parkplatz mit dem geliehenen E-Scooter und mittags das Lunchpaket vom Lieferando-Fahrrad-Sklaven ist natürlich DIE Hoffnung, wenn es darum geht, die letalen Widersprüche zu beseitigen, die der Kapitalismus letztlich allem beschert, was gut, schön und wahr ist.
      Genau das, was 'wir' brauchen.

      Aber "sharing economy" klingt auf jeden Fall schon mal schön smooth...
    • Nele Rheinhardt
      am 23.08.2019
      Da hast du aber eine schöne vulgär-marxistische Sackgasse als Abbiegung ins Indivduell-Psychologische (d.h. in die weitere Isolation der Einzelnen) aufgetan.
      Nicht aber der eingangs beschriebene Kurzschluss ist 'des Pudels Kern' (auch nicht mit dem vorangestellten Marx-Zitat, welches von jeglicher, auf kohärente Prozesse verweisende [Hegelsche ;-)] Dialektik bereinigt ist). Ein Praxisbeispiel dafür, dass es so allein nicht stimmen kann, worauf du verweist, sind ja eben die FFF-Klima-Proteste der jungen (und noch nicht so 'kranken' Menschen). Sie, 'wir' alle (und ich meine: Alle!), sollten nur langsam mal begreifen, dass der Teufel nicht mit dem Beelzebub ausgetrieben werden kann. Oder - um es mit deiner Metaphorik zu beschreiben: Kapitalismus (und zwar in egal welcher Form, Farbe und Konsistenz) ist nicht die Medizin, welche die tödliche Krankheit Kapitalismus heilt. Viel Zeit das endlich mal zu schnallen, ist nicht mehr.

      (Oops, da ist mit wohl dieser Kommentar etwas verrutscht, der hier ursprünglich an 'hans drager' gehen sollte, wohl nun fälschlich bei 'Andreas', eins weiter unten, gelandet ist; kann dort gelöscht werden)
    • Andreas
      vor 3 Wochen
      Ich sehe das genauso, denke aber dass es nur mit den Kapitalisten geht. Wer die Macht hat entscheidet, die Macht verschiebt sich immer weiter nach China, da gibt es Millionenspiele Millionäre, die sicherlich auch in grüne Energie investieren könnten oder eben ihren Einfluss nutzen um weiter auszubeuten....
  • Wolfgang Kaemmer
    am 21.08.2019
    Erschütternde Bilanz - aber leider genau so, wie ich es schon lange befürchte. Ich weiß jetzt gar nicht, wie ich da noch meiner jüngeren Generation Mut machen soll. Und für mich heißt es trotz Autoverzicht und Mülltrennung: "Bin froh, dass ich schon so alt bin..."
  • Nele Rheinhardt
    am 21.08.2019
    @kontext: Vielen Dank, dass Sie dafür sorgen, dass dieser Publizist hier hin und wieder veröffentlicht - eine ganz wichtige Stimme! Einer der Wenigen, der sich nicht der allgemein grassierenden Augenwischerei hingibt und immer wieder den Finger tief (kompetent, konsequent und klug) in die Wunde legt.
  • Karl Heinz Siber
    am 21.08.2019
    Was ich in dem Artikel vermisse, ist eine zeitgemäße Differenzierung innerhalb der allgemeinen Kategorie "Ware". Es ist gängig, zwischen (materiellen, anfassbaren) "Waren" und (immateriellen) "Dienstleistungen" zu differenzieren. Gibt es nicht aber auch eine weitere Kategorie, nämlich immaterielle Waren? Wenn ich ein Videospiel oder ein Textprogramm kaufe und auf meinen PC herunterlade, kaufe ich ein Produkt, das ich nicht in die Hand nehmen kann und für dessen Herstellung keine nenenswerten materiellen Ressourcen verbraucht worden sind. Waren dieses Typs können millionenfach hergestellt und verkauft werden, ohne einen nennenswerten ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen. Speziell im Bereich dieses Warentyps kann man sich ein prinzipiell unbegrenztes Wirtschaftswachstum vorstellen, ohne dass dies zwangsläufig zu ökologisch untragbaren Ressourcenverbräuchen führen müsste. Was mich ferner beschäftigt, ist die Frage, ob nicht das Wachstum der Weltbevölkerung von einem bestimmten Punkt an auf jeden Fall zu einem untragbaren Ressourcenverbrauch führt, unabhängig von jeder kapitalistischen Verwertungslogik.
    • Nele Rheinhardt
      am 21.08.2019
      "[...]Speziell im Bereich dieses Warentyps kann man sich ein prinzipiell unbegrenztes Wirtschaftswachstum vorstellen, ohne dass dies zwangsläufig zu ökologisch untragbaren Ressourcenverbräuchen führen müsste.[...]"

      Öhm, nur mal so nebenbei nachgefragt: Wer programmiert denn Software womit?.. Und wie kommt die dann zu dir?.. Und wozu braucht man so etwas eigentlich, bzw., macht man damit?..
      -Mal wieder 'n bisschen die Rechnung ohne den Wirt gemacht, wa?

      https://heise.de/-4210227
      und
      https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/fuer-ein-paar-cent
      ..bspw. ...

      Du kannst es drehen und wenden, wie du willst: Kapitalismus mit seiner "Unsichtbaren Hand" und seinem "unbegrenzten Wachstum" ist wie ein aggressiver Krebs für das Leben auf diesem Planeten - eine Krankheit, die ihren Wirt umbringt, schleunigst weg damit (auch akademisch verbrämte Rabulistik oder grün oder rosarot anmalen hilft übrigens nicht).

      "[...]Was mich ferner beschäftigt, ist die Frage, ob nicht das Wachstum der Weltbevölkerung von einem bestimmten Punkt an auf jeden Fall zu einem untragbaren Ressourcenverbrauch führt, unabhängig von jeder kapitalistischen Verwertungslogik."

      Krass. -Aber dafür hat bestimmt die "A"fD 'ne Lösung, gell?
    • Karl Heinz Siber
      am 21.08.2019
      Nele fragt: " Wer programmiert denn Software womit?.. Und wie kommt die dann zu dir?.. Und wozu braucht man so etwas eigentlich, bzw., macht man damit?.."
      Softwareprogrammierer benutzen zum Programmieren Software, die natürlich auf Hardware installiert ist. Sie brauchen vor allem Zeit und Knowhow. In meinem Beruf arbeite ich mit Softwareprodukten von Microsoft, z.B- Word und Excel. Das sind sehr nützliche Produkte. Die kommen zu mir, indem ich mir entweder eine CD oder DVD kaufe, auf der sie drauf sind, oder indem ich sie aus dem Netz herunterlade. Im ersten Fall bekomme ich eine Plastikscheibe, die vielleicht 20 Gramm wiegt, die ich jedoch jahrelang aufbewahre, in zweiten Fall kommt die Software als immaterieller Datenstrom zu mir. Weshalb Sie die AfD ins Spiel bringen, bleibt wohl Ihr Geheimnis.

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