Die Deutschen schämen sich fürs Fliegen, tun's aber immer öfter. Foto: Joachim E. Röttgers

Die Deutschen schämen sich fürs Fliegen, tun's aber immer öfter. Foto: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 434
Debatte

Fly me a River

Von Minh Schredle
Datum: 24.07.2019
Die Welt ist buchstäblich am Brennen. Doch im schönen Baden-Württemberg, unbehelligt von Taifunen, Tsunamis und Gletscherschmelzen, freuen sich die regierenden Grünen über mehr Flugverkehr im Ländle und fliegen auch selbst immer mehr. Ein Meinungsbeitrag.

Stell Dir vor, die Arktis brennt. Nicht so ein bisschen. Ein Mega-Katastrophen-Brand. Der wahrscheinlich größte in der Menschheitsgeschichte. Das Klima eskaliert härter als turbobesoffene Trachtenträger auf dem Oktoberfest-Kotzhügel. Und eine Partei, die sich die Grünen nennt, freut sich über mehr Flugverkehr im Ländle. Immer neue Passagierrekorde, krass.

Klingt wie der bizarre Fiebertraum eines übereifrigen Absurdisten? Dann schlag mal die Zeitung auf, du Olm!

FUCK, die Arktis brennt ja wirklich. Okay, das tut sie eigentlich recht oft. Aber: So schlimm wie jetzt war es noch nie. Und es ist ein dramatisches Bild, das besser zieht als staubtrockene Schilderungen abstrakter Bedrohungslagen. Ein weniger anschauliches, aber viel beunruhigenderes Beispiel: Der kanadische Permafrost schmilzt, und das viel früher als befürchtet. "An allen untersuchten Stellen", informiert das Geophysikalische Instituts in Fairbanks, Alaska, "traf oder übertraf die maximale Auftautiefe seit 2003 die in einem Szenario des UN-Weltklimarats IPCC für 2090 prognostizierten Werte."

Dem Klimaschwindel auf die Schliche gekommen

Einige ausgefuchste Zeitgenossen meinen, hier einen großangelegten Betrug zu durchschauen, und wollen den menschengemachten Klimawandel als geschickte Marketingmaßnahme einer einflussreichen Ökolobby entlarvt haben: In sinistrer Komplizenschaft mit zigtausenden renommierten Wissenschaftlern, die ihren guten Ruf auch nur ihrer Linientreue zu verdanken haben, macht eine grüne Industrie mit dieser apokalyptischen Panikmache das Geschäft ihres Lebens.

Nur: Seit wann genau haben Photovoltaik-Befürworter und Gezeitenkraft-Aktivisten einen größeren Einfluss auf Industrie und Politik als die Kohle- und Atomkraftlobby? Seit wann finanzieren Öl-Giganten wie Exxon eigentlich milliardenschwere Verleumdungskampagnen gegen fossile Energieträger – und nicht mehr gegen Wissenschaftler, die ihre Profite schmälern könnten? Und wann wurde nochmal der letzte Angriffskrieg ausgefochten, um sich den Zugriff auf ein besonders windhöffiges Gebiet zu sichern?

Während also besonders helle Leuchten angesichts einer vermeintlich interessengeleiteten Klimahysterie vor überstürzten und irrationalen Schnellschüssen warnen, ist vielmehr das Gegenteil der Fall: Über eine Katastrophe, die sich in kürzer werdenden Intervallen immer drastischer verschärft, wird eher zu verharmlosend berichtet. So bezeichnet etwa das ZDF schon die Ankündigung (!) von Regierungssprecher Steffen Seibert, eine "rechtlich verbindliche Umsetzung" der eigenen Klimaschutzziele vorzubereiten (!), als "höchst ambitioniert". Sieben von 15 Ministern im Kabinett seien dafür (also eine Minderheit). Die Gretchenfrage sei nicht, ob man CO2 einsparen wolle – sondern wie: "Denn dass der Industriestandort Deutschland, das Wirtschaftswachstum also, darunter leidet, will niemand."

Pessimismus ist noch zu optimistisch

Niemand – unter keinen Bedingungen? Das ist sinnbildlich für eine verheerende Mentalität: Klimaschutz befürwortet man ja schon irgendwie, aber Einschränkungen will man nicht hinnehmen. Die Mobilitätswende soll bitte kommen, aber nichts kosten. Flugverkehr ist krass umweltschädlich, aber Kerosin bleibt steuerfrei. Verzicht ist notwendig, muss aber freiwillig sein. Kohlekraft hat keine Zukunft, außer eben die nächsten paar Jahre noch. Ach, und diese Jugend: Früher wollte ich ja auch mal die Welt retten! Aber zu utopistisch sollte es halt nicht werden. Und überhaupt: Irgendwie wird man das mit der Umwelt ja wohl in den Griff kriegen. Hat ja beim Waldsterben und sauren Regen auch geklappt.

Dass die Klimakrise sich von diesen Beispielen fundamental unterscheidet, wird größtenteils verkannt. Hier geht es nicht darum, dass ein bisschen Natur verschandelt wird – der Zusammenbruch der Zivilisation oder sogar die Selbstausrottung unserer Spezies sind, wissenschaftlich untermauert, realistische Szenarien. Da ist es nur schwer zu vermitteln, dass das Wirtschaftswachstum und der Industriestandort Deutschland Vorrang haben sollen. Unter diesen Bedingungen werden plötzlich auch Einbußen bei Produktivität und Wertschöpfung zu vergleichsweise kleinen Übeln, und auch das Extremszenario eines kollabierenden Finanzsystems erscheint auf einmal als relativ attraktive Option, wenn die Alternative das Ableben der Menschheit ist.

Nun konnte man sich eine Zeitlang damit beruhigen, dass die Möglichkeit einer Selbstvernichtung zwar von der Wissenschaft bejaht wird – die tatsächliche Eintrittswahrscheinlichkeit jedoch als gering gilt. Problem: "Neueste Forschungen der Klimawissenschaft bestätigen eine deprimierende Tendenz bei der Erforschung des Treibhauseffektes", berichtet der Journalist Tomasz Konicz auf "Telepolis". "Es kommt immer schlimmer als befürchtet." Das schrieb er allerdings bereits im Juni 2018, als empirische Daten erneut Hinweise darauf lieferten, dass es sich bei den sehr pessimistischen Langzeitprognosen um die realistischeren handelt. Wobei auch diese oft noch zu hoffnungsvoll sind: Mit dem Schmelzen des Permafrosts in Kanada hätten Forscher erst in 70 Jahren gerechnet. Uff. Das war eine der kritischen Schwellen, die besser nicht hätte überschritten werden sollen, um eine folgenschwere Kettenreaktion zu vermeiden.

Claus Kleber ist beunruhigt, Olaf Scholz nicht

Angesichts dieser "enormen Beschleuningung", sagte der für gewöhnlich gefasst auftretende ZDF-Moderator Claus Kleber am 4. Juli im "heute journal" mit etwas brüchiger Stimme, "ist mir beim Durcharbeiten des Materials zu diesem Bericht wirklich flau geworden". Die NASA hält einen Anstieg des Meeresspiegels um mindestens einen Meter (schlecht für Hamburg) schon seit 2015 für nicht mehr vermeidbar – selbst unter Idealbedingungen.

Bis in die regierende Politik haben sich diese dramatischen Erkenntnisse offenbar noch nicht herumgesprochen. Wie gesagt: Nur sieben von 15 Ministern der Bundesregierung befürworten es aktuell, die eigenen Klimaschutzziele – die allerhöchstens ein super zaghaftes Minimalprogramm darstellen – auch verbindlich und damit einklagbar zu machen. Sozialdemokrat Olaf Scholz hat als Herr der Bundesfinanzen kein Geld übrig für energetische Gebäudesanierungen, stellt aber ein bisschen was für Klimastrafen der EU zurück: Weil er offenbar davon ausgeht, dass es mit dem CO2-Sparen nicht so recht klappen wird, sind in den Jahren 2020 bis 2022 bereits 300 Millionen Euro für fällig werdende Strafzahlungen eingeplant.

In der Opposition radikal, beim Regieren eher nicht

Viele hoffen aktuell auf die Grünen. Die anhaltend hohen Umfragewerte dürften auch damit zusammenhängen, dass viele Menschen das Bedürfnis nach einer intakten Umwelt verspüren, die möglichst bewohnbar an nachfolgende Generationen übergeben werden kann. Grund zur Sorge liefert da jedoch die konkrete Regierungspolitik, insbesondere in Baden-Württemberg, dem grünsten aller Bundesländer. "Auch wir werden unser Klimaschutzziel verfehlen", kündigte Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) schon im September 2017 im Interview mit Kontext an, auch weil viele Probleme gar nicht auf Landesebene lösbar seien.

Andere aber schon. Arbeiten ließe sich etwa am Individualverhalten einer Landesverwaltung, die immer häufiger per Flugzeug reist. 2013 waren es noch 72,6 Millionen Flugkilometer, fünf Jahre später schon 120,5 Millionen, berichtet die "Heilbronner Stimme". Das geißelt nun ausgerechnet der konservative Juniorpartner in der Koaltion. Die Landtags-CDU trägt das grüne Verkehrsministerium zum Jagen und regt an, öfter mal Bahn zu fahren: die Verwaltung müsse schon 2022 und nicht erst 2040 klimaneutral sein.

Im Bundestag wollen die Grünen nun eine Kerosinsteuer und Inlandsflüge bis 2035 "weitestgehend obsolet machen", wie es in einem Papier heißt, das der "Süddeutschen Zeitung" vorliegt. Ihre klimapolitische Sprecherin Lisa Badum fordert sogar schon länger ein generelles Verbot ab 2038.

Ob diese Vorschläge mit den Kollegen auf Landesebene abgesprochen sind? In Hamburg etwa, wo die Grünen zusammen mit der SPD regieren, lehnten sie erst vor wenigen Wochen einen Antrag ab, sich auf verbindliche Klimaziele beim Flugverkehr zu einigen – ohne Diskussion. "Nicht einmal eine Überweisung in den zuständigen Fachausschuss zur weiteren Debatte wurde zugelassen", berichtet die taz.

Auch in Baden-Württemberg scheint die Ökopartei die Vorzüge des Flugverkehrs nicht missen zu wollen. Hier überwiegt die Freude über immer mehr Passagiere am Stuttgarter Flughafen: Bis 2030 soll die Zahl der Reisegäste von aktuell zwölf auf 17 Millionen pro Jahr steigen. Eine "Prognose, die sich aus der Nachfrage ergebe", wie Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) und Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) offenbar gleichlautend auf Nachfrage der "Stuttgarter Zeitung" mitteilen. Der Airport sei sogar "rechtlich verpflichtet", dieser Nachfrage gerecht zu werden, "die Fluggesellschaften hätten darauf einen entsprechenden Anspruch."

Dass die beiden daran etwas ändern wollen würden, ist nicht überliefert. Im Gegenteil: Der Flughafen sei für den Wirtschaftsstandort Stuttgart "nicht wegzudenken", heißt es von der Stadt, und das Verkehrsministerium appelliert an die Eigenverantwortung der Konsumenten. Die könnten ja freiwillig auf "billige Einkaufsflüge" verzichten. Na und das hat ja – bekanntermaßen – ganz wunderbar geklappt bisher. 

Demo-Bußgeld teurer als ein Billigflug

Landesvater Winfried Kretschmann (Grüne), der beliebteste Regierungschef der Republik, sagte Anfang April über die Fridays-for-Future-Streiks, es wäre zwar in Ordnung, einmal zu schwänzen. Das falle noch unter zivilen Ungehorsam. Aber: "Das kann keine Dauerveranstaltung sein." Und wer Regeln verletzt, gehört bestraft: "Wenn man dann sanktioniert wird, darf man nicht jammern."

Vergangene Woche wäre es beinahe so weit gekommen. Erstmals in Deutschland sollte an einer Mannheimer Schule ein Bußgeld gegen dem Unterricht ferngebliebene Demonstranten verhängt werden. 88,50 Euro wollten das CDU-geführte Regierungspräsidium Karlsruhe und die Geschwister-Scholl-Schule für zwei Fehlstunden berechnen – dafür könnte man im Sparangebot der Economy-Class auch von Stuttgart nach London fliegen. Als die Demo-Bußgelder für öffentliche Empörung sorgten, entschied sich die Mannheimer Stadtverwaltung, sie nach "intensiver Prüfung" zurückzunehmen

Während Kretschmann betont, die Schwänzerei könne "nicht ewig so weitergehen", ist die Aussage der Klima-Aktivisten eigentlich ziemlich unmissverständlich: Unter dem Motto "Wir streiken, bis ihr handelt" sind am kommenden Freitag, pünktlich zum Ferienstart, Protestaktionen am Stuttgarter Flughafen geplant. 


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8 Kommentare verfügbar

  • Real Ist
    vor 3 Wochen
    Lieber Herr Gscheidle,

    Es wäre sehr unredlich, wenn ich behaupten würde, dass ich die Quellenangaben vergessen hätte, nein, in Wirklichkeit habe ich aus Faulheitsgründen darauf verzichtet.

    Da im gesamten Forum warscheinlich niemand meiner Meinung ist, würde auch keiner die Quellen anklicken und sich ernsthaft damit befassen, man hat sich aufgrund von Dauerprobaganda eine Meinung gebildet und ist nicht bereit, diese selbstkritisch zu überprüfen, deshalb ist es den Zeitaufwand nicht wert, zudem dürfen hier nicht alle Quellen verlinkt werden, falls jemand irgendeinen Punkt anzweifelt, werde ich den Beleg sofort erbringen.

    Gut, dass sie die 97 Ärzte ansprechen, die Behauptung, dass 97% der Wissenschaftler überein stimmten: „Klimawandel ist eine Tatsache, menschengemacht und gefährlich“, entspricht nicht der Wahrheit und wird immer wieder gerne aus dem Hut gezaubert, wenn man argumentativ mit dem Rücken zur Wand steht, ähnlich wie die Grünen mit ihrem Volksentscheid, weil sie es sind , Herr Gscheidle, sogar mit Quelle.

    http://www.schweizmagazin.ch/panorama/28756-der-Wissenschaftler-einig-ber-den-Klimawandel.html

    Abschließend noch ein schönes Zitat von Anatole France

    Wenn 50 Millionen Menschen etwas Dummes sagen, bleibt es trotzdem eine Dummheit.
    • Dr. Diethelm Gscheidle
      vor 3 Wochen
      Werter Herr Ist,

      herzlichen Dank für Ihre Quelle! Das Schweizmagazin ist ja bekanntlich eine der seriösesten Zeitschriften überhaupt. Haben deren hochseriöse Redaktöre doch schon nachgewiesen, dass Herr Angela Merkel Stasi-Verbindungen hat, und dass der amerikanische Geheimdienst an den Anschlägen vom 9.11.2001 beteiligt war, und machen diese doch regelmäßig schöne Werbung für so hoch-redliche Menschen wie den lt. Gerhard-Schröder-Institut lupenreinen Demokraten, Herrn Wladimir Putin! Die Zeitschrift ist sogar so seriös, dass sie an sämtlichen schweizer Kiosken regelmäßig ausverkauft ist, weil sämtliche Schweizer sie offenbar mit großem Interesse lesen - zumindest ist es mir nie gelungen, eine Ausgabe davon in einem schweizer Kiosk zu erwerben! Und da man offenbar von seinen eigenen Anhängern überrannt wird, musste man sogar in seinem Impressum die Firma "Bo Media" in Schönengrund als Herausgeber angeben, die dort gar nicht existiert, da man ansonsten vor lauter Autogrammwünschen der riesigen schweizer Anhängerschaft überrannt würde, und die redlichen Redaktöre gar nicht mehr zu ihrer seriösen Arbeit kämen.

      Wegen meiner Herzaussetzer habe ich übrigens auch festgestellt, dass es noch viel mehr Ärzte geben muss, die meinen, man müsse nichts gegen Herzaussetzer tun. Steht zumindest in der in dieser Hinsicht absolut neutralen und hochseriösen Zeitschrift "Der Bestatter".

      Mit freundschaftlichen und redlichen Grüßen

      Dr. Diethelm Gscheidle
      (Verkehrswissenschaftler & Dipl.-Klimaleugner)
  • Real Ist
    am 24.07.2019
    Man nehme ein paar Daten aus der FAZ und mixe das Ganze mit paar Portionen Polemik und Beschimpfungen gegen Andersdenkende und fertig ist ein journalistisches Armmutszeugnis.

    Der warme Sommer in der Arktis ist lediglich ein lokales Wetterereignis und kein Beleg für oder gegen einen gefährlichen menschengemachten Klimawandel, genau so gut könnte man die überraschend wachsenden Gletscher in der Antarktis oder ausbleibende Tornados als Beleg gegen das AGW deuten, was genau so unseriös wäre.

    Der erste Satz "Die Welt ist buchstäblich am Brennen" ist billige Propaganda, von einer brennenden Welt könnte man vielleicht reden, wenn sich die globale Erdtemperatur tatsächlich gefährlich erwärmt hätte, sie liegt aber mit 14,8 Grad sogar unter den 15 Grad, die von bekannten Klimawarnern wieder und wieder als Idealwert benannt wurde.

    Die viele nicht eingetroffenen Horror-Prophezeihungen der Klimaalarmisten kann man auch schlecht als Beleg für eine brennende Welt deuten, Laut Latif dürfte es seit 2000 nicht mehr schneien, laut Al Gore müsste die Arktis seit sechs jahren eisfrei sein und laut Trittin die Energiewende nicht mehr als eine Eiskugel kosten.

    2012, James Lovelock, ein Vater des Klimaalarmismuses war so ehrlich und korrigierte sich:

    „Das Problem ist, dass wir nicht wissen, was mit dem Klima los ist. Vor zwanzig Jahren dachten wir, das zu wissen und veröffentlichten alarmistische Bücher – meine eigenen eingeschlossen -, weil alles klar schien. Aber nichts von dem, was wir vorausgesagt haben, ist eingetreten.“
    • Minh Schredle
      am 25.07.2019
      Der Artikel verlinkt sogar auf Berichte der Stuttgarter Zeitung, Süddeutschen Zeitung, taz, Welt, Heilbronner Stimme und von Spiegel Online, Mannheimer Morgen, SWR, ZDF, außerdem noch zu einer aktuelle Studie. Dann zu behaupten, ich hätte nur "ein paar Daten aus der FAZ" zusammengeklaubt, finde ich schon etwas eigenartig.

      Vielleicht vertrauen Sie eher der NZZ, die ja in gewissen Kreisen als Westfernsehen gilt. Dort gibt es aktuell diese beiden spannenden Texte zu lesen:

      https://www.nzz.ch/wissenschaft/klimawandel-forscher-antworten-auf-die-argumente-von-skeptikern-ld.1468011

      https://www.nzz.ch/wissenschaft/die-globale-erwaermung-ist-in-den-letzten-2000-jahren-einzigartig-ld.1497727

      Was mich aber noch mehr verwirrt: Wo beziehe ich mich denn auf Al Gore oder Jürgen Trittin? Selbst unter der Prämisse, dass die falsch lagen, ist das eine seltsame Argumentationsfigur. Denn nur weil irgendjemand etwas falsches zu einem Thema gesagt hat, lässt sich daraus doch nicht vernünftig ableiten, dass auch alle anderen, die irgendwas zum Thema sagen, ebenfalls falsch liegen.

      Und zuletzt: Wer sind denn die Profiteure der angeblichen Klimahysterie? Einfach noch mal aus dem Text zitiert: "Seit wann genau haben Photovoltaik-Befürworter und Gezeitenkraft-Aktivisten einen größeren Einfluss auf Industrie und Politik als die Kohle- und Atomkraftlobby? Seit wann finanzieren Öl-Giganten wie Exxon eigentlich milliardenschwere Verleumdungskampagnen gegen fossile Energieträger – und nicht mehr gegen Wissenschaftler, die ihre Profite schmälern könnten? Und wann wurde nochmal der letzte Angriffskrieg ausgefochten, um sich den Zugriff auf ein besonders windhöffiges Gebiet zu sichern?"

      Wollen Sie dazu was sagen?
    • Real Ist
      vor 3 Wochen
      Sehr geehrter Herr Schredle,

      Sie verlinken auf diverse Einheitsmedien, die allesamt zu den Alarmisten gehören, um sich aber neutral eine Meinung zu bilden, wäre es sinnvoll, wenn man sich auch mit den Argumenten der Skeptiker befassen würde.

      Da das Thema sehr umstritten ist, bleibt auch eine gewisse Polemik nicht aus und sollte auch erlaubt sein, dennoch versuche ich, sachlich zu bleiben und mich an Fakten und Empirik zu halten, die nach meinem Dafürhalten wesentlich schwerer als irgendwelche Studien und konstruierte Computerberechnungen zu gewichten sind, ein Gramm Praxis ist immer noch mehr wert als eine Tonne Theorie.

      Deshalb benenne ich kurz ein paar wichtige und unwiderlegbare Fakten.

      1. Bei den vorhergesagten Horrorszenarien einer kommenden Heißzeit handelt es sich um eine unbelegte These, unbelegte Thesen haben keinen wissenschaftlichen Wert.
      2. Es ist empirisch eindeutig nachgewiesen, dass der CO² Gehalt Temperaturänderungen folgt, und nicht andersherum, wie es von den Alarmisten behauptet wird.
      3.Eine gefährliche Erderwärmung exisitiert bis heute nicht.
      4.In den letzten tausend Jahren gab es 4 Sommer, die deutlich wärmer und trockener als die Sommer der letzten Jahrzehnte waren.
      5.Der CO² Gehalt war in der Erdgeschichte schon um ein vielfaches höher als heute, die Erde hat das problemlos überlebt, ohne dass es über irgendwelche herbeifantasierte Kipppunkte zum Untergang der Erde führte.
      6. Der IPCC gibt selber zu, dass langfristige Temperaturangaben nicht möglich sind.
      8. Es ist mehrfach nachgewiesen, dass diverse Alarmisten mit falschen Grafiken arbeiten und sich vielfach in Widersprüche verhedderten.
      9. Im Zwangsgebühren-TV werden zum Thema AGW keine unabhängige Klimatologen eingeladen, sondern Politiker, Kinder und überbezahlte GEZ-Wissenschaftler.
      10. Die bisherigen Horrorszenarien sind bis heute nicht eingetroffen.

      Wer diese Tatsachen wahrnimmt, könnte sich zumindest mal die Frage stellen, ob Kritik an der unbelegten Hypothese nicht doch seine Berechtigung hat.

      Noch kurz zu ihrer letzten Frage, für den Kampf gegen das boshafte CO² wurden bisher ca. 200 Mrd. verschleudert, dieses Geld landet in den Taschen der Windkraftbetreiber, ganz dick beteiligt ist sind BUND-Mitglieder, ein ganzes Heer von Studienersteller, GEZ Wissenschaftler und diverser anderer propagandistischer Organisationen stopfen sich die Taschen voll, Al Gore kassiert Hunderttausende pro Vortrag, ganz besonders erfreut ist unsere Regierung, was kann man sich schöneres wünschen, als ein Protest, der für Steuererhöhungen auf die Strasse geht, den Kindern mache ich keinen Vorwurf, ihnen wurde eine Märchen erzählt und sie glauben es, von der Materie wissen sie nichts.

      Die Hauptprofiteure sind die Grünen, deshalb werden sie das Thema weiter am Kochen halten, das ganze ist S21 in Groß, und die Verlierer stehen auch schon fest, der industrialisierte Wald, massenhaft getötete Vögel, Fledermäuse und Insekten, des weiteren der geschröpfte Steuerzahler, unser Wirtschaftsstandort und letztendlich die Meinungsfreiheit.
    • Jue.So Jürgen Sojka
      vor 3 Wochen
      @Real Ist,
      @Minh Schredle,
      "Einheitsmedien" – ist damit auch gemeint, dass einheitlich sich über die 30 Artikel der Völkerrechte (seit Dez. 1948) hinweggesetzt wird?
      Einheitlich wird nämlich von diesen darauf Rücksicht genommen, dass in unseren Parlamenten »einheitlich« die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR) nicht geachtet sein soll – von den Politikern / Politikerinnen!!! [1]
      Politiker*Innen darf es in unseren Parlamenten _nicht_ geben https://up.picr.de/35851815or.pdf
      Wie _diese_, die sich als _Volksvertreterin_ zu verhalten hat https://up.picr.de/36341195lv.pdf
      Klima - Umwelt - Lärm in Stuttgart https://up.picr.de/36341212kl.pdf
      Auf der Internetseite zu: 300 Jahre Stadtklima in Stuttgart -ein historischer Rückblick-

      [1] DLF Kultur Do. 25.07. Grünen-Politiker Michael Cramer „Die Zukunft der Eisenbahn ist grandios“ https://www.deutschlandfunkkultur.de/gruenen-politiker-michael-cramer-die-zukunft-der-eisenbahn.1008.de.html?dram:article_id=454735 Audio 9:16 Min.
      Um die Klimaerwärmung aufzuhalten, sei es nötig, die Mobilität zu ändern, sagt der Grünen-Politiker Michael Cramer. Das Bahnfahren müsse attraktiver gemacht werden. Der Bundesregierung wirft er vor, sich nur fürs Auto zu interessieren.

      Mehr zum Thema
      Zugverkehr der Zukunft – Intelligenter vernetzt dank Digitalisierung
      (Deutschlandfunk Kultur, Interview, 22.7.2019)
      Von Menschen und Zügen – Bahnfahren in Zeiten des Klimawandels
      (Deutschlandfunk Kultur, Aktuell, 21.7.2019)
      Smart Rail – Forschen an der Bahn der Zukunft
      (Deutschlandfunk, Informationen am Morgen, 13.7.2019)
    • Dr. Diethelm Gscheidle
      vor 3 Wochen
      Werter Herr Ist,

      ein hervorragend recherchierter Fakten-Beitrag von Ihnen, in dem Sie es den Klima-Hysterikern mal richtig gezeigt haben - meine Anerkennung! Dass Punkt 7 fehlt und die hervorragend rescherschierten unwiderlegbaren Fakten nicht mit Quellen belegt sind (so dass es ebenfalls unbelegte Thesen sind), schreibe ich jetzt einfach mal Ihrer Vergesslichkeit zu - wir Klima-Leugner müssen schließlich zusammenhalten!

      Ich glaube ja auch lieber den drei Ärzten (die freundlicherweise Zuwendungen von der redlichen Sarg-Industrie bekommen), dass ich wegen meiner merkwürdigen Herzaussetzer nichts unternehmen muss, als den 97 Ärzten, die meinen, ich müsste dringend was dagegen tun - das sind doch alles Herzhysteriker! Glücklicherweise habe ich so lange Ärzte aufgesucht, bis ich endlich welche gefunden habe, die meinten, ich müsse nichts gegen meine Herzaussetzer unternehmen - welch ein Segen!

      Mit redlichen und freundlichen Grüßen

      Dr. Diethelm Gscheidle
      (Verkehrswissenschaftler & Dipl.-Klimaleugner)
  • Reinhard Muth
    am 24.07.2019
    Solange unsere Regierung Wirtschaftswachstum für das Heil der Welt hält, solange werden wir die Klimaerwärmung nicht aufhalten können. In der Natur gibt es kein unendliches Wachstum. Wir spüren schon heute, dass das weitere Wachstum zum Ende unserer Zivilisation führen wird. Aufgabe der Regierung sollte es daher sein, eine Wirtschaft ohne Wachstum zu konzipieren und dabei Gutes Leben für alle zu ermöglichen.
    https://www.youtube.com/watch?v=Y55KFtR-3Q0

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