Ausgabe 415
Debatte

Alte Linke und Neue Rechte

Von Tomasz Konicz
Datum: 13.03.2019
Die grüne Realpolitik in Sachen Geflüchtete und der national-soziale Flügel der Linken haben dazu beigetragen, den Rechtsruck in der Gesellschaft zu befördern. Ein Debattenbeitrag.

Tue Böses und rede nicht darüber – auf diesen Nenner ließe sich in besonders krassen Fällen die Realpolitik der baden-württembergischen Grünen bringen, nachdem sie unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann Regierungsverantwortung übernommen haben. Dies gilt insbesondere für die Flüchtlingspolitik im grün-schwarzen Baden-Württemberg. Die ist längst kompatibel zur repressiven Linie der CDU, wie eine Anfrage der SPD zur direkten Abschiebung von Kindern aus Schulen und Kitas enthüllte. Das Innenministerium Baden-Württembergs erklärte, dass es sich auch weiterhin "nicht generell und in jedem Einzelfall vermeiden" ließe, Kinder vor den Augen ihrer Klassenkameraden von Polizisten abzuführen, um sie abzuschieben. Am 10. Dezember 2018 traf eine solche Schulabschiebung zwei Kinder im Alter von sechs und elf Jahren. Der Mannheimer SPD-Landtagsabgeordnete Boris Weirauch kritisierte diese umstrittene Praxis in einer Pressemitteilung scharf: "Grüne Betroffenheitsrhetorik in allen Ehren, aber vollmundigen Ankündigungen müssen auch Taten folgen".

Dieser gähnende Abgrund zwischen der luftigen, Menschenrechte und Weltoffenheit bemühenden Betroffenheitsrhetorik der Partei und ihrer harten Regierungspraxis findet sich nicht nur in Baden-Württemberg. In Sachsen-Anhalt enthielten sich Parlamentarier der Regierungsfraktion der Grünen gemeinsam mit ihren Koalitionspartnern aus CDU und SPD bei der Abstimmung über die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses zum Fall des Flüchtlings Oury Jalloh, der vor mehr als 14 Jahren unter ungeklärten Umständen gefesselt in einer Polizeizelle verbrannte. Der von der Linkspartei eingebrachte Antrag, gegen den die AfD stimmte, scheiterte somit. Diese Wahlverwandtschaft zwischen CDU und Grünen äußert sich inzwischen auch in öffentlichen Koalitionsüberlegungen auf Bundesebene, wie sie etwa die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt Ende Februar in einem gemeinsamen Interview offen diskutieren.

Trotz einer solchen Regierungspraxis, die dem Druck von rechts nachgibt und unmenschliche Methoden als neue Normalität deutscher Flüchtlingspolitik etabliert, dienen die Grünen der deutschen Neuen Rechten als ein zentrales Feindbild. Die Erbschaft des verhassten Modernisierungsschubs, den die 68er initiierten, sie wird von AfD & Co. vor allem der Partei eines Kretschmann, einer Claudia Roth, eines Joseph Fischer zugesprochen. Einerseits wird hier die Betroffenheitsrhetorik der Grünen von den Neuen Rechten für bare Münze genommen, die sich in ihren durch alternative Fakten geformten Echokammern kaum für den feinen Unterschied von Erscheinung und Wesen interessiert. Andererseits ist dieser neurechte Hass auf eine politische Konkurrenzsituation zurückzuführen: Die AfD sieht sich ebenfalls als einen potenziellen Koalitionspartner einer nach rechts gewendeten CDU, wie ihr Parteiführer Alexander Gauland schon Ende September signalisierte.

Populistisches Kalkül da wie dort

Es ließe sich gar argumentieren, dass es – neben dem medialen Desinteresse – gerade der Hass der AfD auf die Grünen als Repräsentanten einer "rotgrün-versifften" Republik ist, der deren flüchtlingsfeindliche Praxis verdeckt. Und die befindet sich oftmals in einem absurd anmutenden Widerspruch zur flüchtlingsfreundlichen Rhetorik. Der Hass der Rechten lässt die Selbstdarstellung der Grünen als Gegenpol zur AfD auf den ersten Blick plausibel erscheinen. Dies ist bei der Linkspartei bekanntlich ganz anders, wo einflussreiche Gruppierungen die rechtspopulistischen Forderungen nach Abschottung übernahmen und an linke Rhetorik anpassten. Im Gegensatz zu den Grünen, wo narzisstische Provinzler wie Boris Palmer auf den populistischen Zug aufsprangen, ist es bei der Linkspartei mit Sahra Wagenknecht die prominenteste, in den Massenmedien dauerpräsente Parteifigur, die gerade im vergangenen Bundestagswahlkampf mit rechten Sprüchen Wähler zu mobilisieren versuchte. Auch wenn sie jetzt ihren Rückzug vom Fraktionsvorsitz der Linken zum Herbst angekündigt hat und aus der Spitze der von ihr initiierten Sammelbewegung "Aufstehen", hat Sahra Wagenknecht die Debatte entscheidend geprägt.

Denn der national-soziale Flügel der Linken um sie, Lafontaine und Dieter Dehm, dessen Repräsentanten immer wieder Minderheiten und Flüchtlinge gegen sozial abgehängte Bundesbürger ausspielten, weist punktuelle Berührungspunkte mit den extrem rechten Kräften in der AfD auf. Weshalb der rechte Hass auf die Linkspartei oftmals nicht solch hysterische Züge annimmt wie auf den Koalitionskonkurrenten der Grünen. Während also die Linkspartei sich eine Art Gastrechte wie Wagenknecht hielt, die während des Bundestagswahlkampfes in Massenmedien rechtspopulistische Forderungen in pseudolinke Phrasen verpackte, haben die Grünen ihre links angehauchte Rhetorik beibehalten und betreiben rechte Flüchtlingspolitik. Beides – grüne Praxis und Wagenknechts Sprüche – beförderten und befördern den Rechtsruck in der Bundesrepublik.

Die rechtspopulistische Argumentationsfigur, wonach selbst eine prominente Linke wie Wagenknecht die berüchtigten einfachen Wahrheiten der AfD ausspreche, wurde unzählige Male in Massenmedien und sozialen Netzwerken verwendet. Somit hat der nationale Flügel der Linkspartei klar der Neuen Rechten in die Hände gespielt. Denn die zielt bei ihrer Strategie der Meta-Politik auch auf die reaktionäre Prägung von Diskursen ab. Die historische Schuld, die die national gesinnten Sozialisten in der Linkspartei auf sich geladen haben, besteht somit darin, Beihilfe dabei geleistet zu haben, ehemals randständiges, rechtes Gedankengut in der Mitte der Gesellschaft zu verankern.

Diese bis heute andauernde Spaltung der Linkspartei hatte auch weitreichende Folgen für die antifaschistische Mobilisierung, die flüchtig, oberflächlich und bürgerlich-liberal geprägt ist. Der linke Antifaschismus, der den Kampf gegen die Neue Rechte mit einer adäquaten Krisenanalyse, mit einer sozialen Dimension und einer radikalen Kritik hätte verbinden können, entfaltete kaum Massendynamik. Symptomatisch hierfür waren die Auseinandersetzungen um die breite antifaschistische "Unteilbar"-Massendemonstration im vergangenen Oktober, gegen die Wagenknecht Vorbehalte äußerte. Die frühe Übernahme der Rhetorik der Neuen Rechten durch die Altlinken in der Linkspartei kann als ein wichtiger Faktor bei deren Aufstieg bewertet werden. Denn dadurch wurde eine Normalisierung des neurechten Diskurses in der Öffentlichkeit forciert.

Das populistische Kalkül innerhalb der national-sozialen Zusammenhänge in der Linkspartei zielte darauf ab, durch die partielle Übernahme einer rechten Rhetorik, die mit sozialen Forderungen angereichert wurde, der AfD die Wählerschaft abzugraben. Die Altlinken wollen mit ihrer populistischen Linie dem Rechtspopulismus das Wasser abgraben – indem man von der Prämisse ausging, dass die Mehrheit der AfD-Wähler diese Partei aufgrund einer fehlgeleiteten sozialen Protesthaltung wähle. Das traurige Schicksal der längst in der Bedeutungslosigkeit versunkenen Wagenknecht-Bewegung "Aufstehen" belegt eindeutig das Scheitern dieser Strategie, die letztendlich nur dabei hilft, rechte Ideologe zu propagieren. Die Fiktion eines linken Populismus in der Bundesrepublik tritt inzwischen klar zutage.


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14 Kommentare verfügbar

  • Jue.So Jürgen Sojka
    am 26.03.2019
    Die Überschrift lässt sich auch umdrehen, behält dabei Aussagekraft:
    --- Neue Linke und Alte Rechte ---
    Und lässt sich damit vielfältig in Anwendung nehmen. ;-)

    Neu ist es nicht: Das machen wir doch mit links – oder noch angefügt, doppelt gemoppelt hält besser, "Das erledigen wir doch mit links und schütteln es aus dem Ärmel – dem linken." [b][1][/b]

    Alte Rechte sollten halt schon im Blickfeld bleiben, auch -oder besser- gerade weil sie "althergebracht" sind! Alte Rechte müssen halt auch gegenwärtig sein, um diese (ein)fordern zu können! [b][2][/b]

    Ob Links ob Rechts, die kannste ALLE fallen lassen – oder wie in unserer Kinderzeit:
    Die kannste de Hasen geben!!!

    [b][1][/b] DRadio Kultur 30.01.2017 Die Linke – Sozialismus im 21. Jahrhundert? https://up.picr.de/35366769sx.pdf
    Die Linke sozial?
    Da wird hilfreich sein, sich an eine Begebenheit in unserem Bundestag zu erinnern:
    "ESM Fiskalpakt" 188. Sitzung Berlin am 29. Juni 2012

    16.6.2017 SWR» Aktuell 10 Jahre "Die Linke" – Kommentare Stephan Ueberbach und Mathias Zahn
    Contra: Diese Linke braucht keiner! https://up.picr.de/35366836nl.pdf zwei Kommentare
    Pro: Die Linke wird gebraucht https://up.picr.de/35366911fn.pdf ein Kommentar veröffentlicht

    [b][2][/b] PS-Forum 03.09.2017 https://up.picr.de/35366651tn.pdf mit drei Kommentaren - Auszug:
    "Kirche und Staat - Jubiläumsveranstaltung 60Jahre Katholische Akademie in Bayern"

    "... die Spuren der deutschen Demokratiegeschichte, historisch beginnend mit der Mainzer Republik 1792/3. ..."

    Meine 3 Mail ins SWR1 Studio https://c.web.de/@337901998990951104/X5Z1yXkQT7-v-tUNEIA0FA
    PDF-Datei auf Seite 3: Sind Frauen Menschen? 23. Oktober 585 … aus "Chronik der Deutschen"
  • Jerg Ratgeb
    am 25.03.2019
    Ob in Kontext oder in Konkret: Die Texte von Tomasz Konicz sind immer ein Gewinn. Dass er auch hier wieder ziemlich ins Schwarze getroffen haben muss, lässt sich an den Reaktionen derer ablesen, die nichts wissen wollen vom Beitrag Grüner und Linker zur gesellschaftlichen Hegemonie rechten Gedankenguts: „unsägliches Geschwurbel“, „pathologisch“, „Zersetzung der Linken“, „pseudolinke Hasspropaganda“, „Blödsinn“… Eine Reflexion findet also nicht statt. Dass etwa ein Boris Palmer zum Lieblingsgrünen von Rassisten avanciert ist und eine Sarah Wagenknecht zur Lieblingslinken der Nazis – und diese beiden bilden ja nur die Spitze des Eisbergs –, muss sich wohl ganz ohne eigenes Zutun dieser Lichtgestalten ergeben haben. (Ein eigenes Kapitel ist der antisemitische Flügel der Linkspartei, dem in Gestalt von Annette Groth leider auch in dieser Zeitschrift schon ein Forum geboten wurde.) Konicz bringt auf den Punkt, warum für mich diese beiden Parteien längst unwählbar geworden sind. Man muss nicht allem zustimmen, was er sagt, auseinandersetzen sollte man sich damit schon, statt sich in blinder Abwehr zu ergehen. Sonst wird die Diagnose des Autors leider auch in Zukunft gelten: „Der linke Antifaschismus, der den Kampf gegen die Neue Rechte mit einer adäquaten Krisenanalyse, mit einer sozialen Dimension und einer radikalen Kritik hätte verbinden können, entfaltete kaum Massendynamik.“
    • M. Stocker
      am 25.03.2019
      Lesen Sie eigentlich die Beiträge der Leser, oder betätigen Sie sich nur als Papagei des Autors? Weil seine Infamie gut zur der Ihren passt?
    • P. Almach
      am 28.03.2019
      Ja, ich stimme Ihnen weitestgehend zu. Solche "Linke" machen das Geschäft der Rechten - schon indem sie deren Bergifflichkeiten übernehmen und (als akzeptabel und legitim) in den Diskurs einführen. Letztes gruseliges Beispiel, akut hier vor Ort: "Heimat." Der Begriff war (historisch/ideologisch) noch nie "links," ist nicht "links" und wird niemals etwas mit emanzipatorischem Potenzial beschreiben - trotzdem springen etliche, die sich als "fortschrittlich" beschreiben, eilfertig und gedankenlos über dieses von Rechten hingehaltene Stöckchen. Als nächstes werden sie dann - gemeinsam mit den bei sowas obligatorischen "Grünen" - anfangen, über "Nationalstolz," "Soldatenehre" und "Volkstreue" zu reden - die lassen sich doch sicher auch irgendwie "links" bemänteln.
      Für die Sahra-EntschuldigerInnen hier nochmal eine kurze Zusammenfassung von der gewerkschaftlichen Antifa: http://gewantifa.blogsport.eu/files/2016/02/bro-nr-16-wagenknecht-pdf.pdf
      (HeimatfreundInnen Darf ich dies empfehlen: https://www.heimatfeindschaft.de/ )
  • Ulrich Bernhard
    am 24.03.2019
    Selten einen solchen Blödsinn gelesen....
  • M. Stocker
    am 17.03.2019
    "Während also die Linkspartei sich eine Art Gastrechte wie Wagenknecht hielt, die während des Bundestagswahlkampfes in Massenmedien rechtspopulistische Forderungen in pseudolinke Phrasen verpackte, haben die Grünen ihre links angehauchte Rhetorik beibehalten und betreiben rechte Flüchtlingspolitik"

    Die Grünen haben keine 'links angehauchte Rhetorik', auch nicht ansatzweise. Sie haben die Rhetorik der CDU-verseuchten Arbeitgeberverbände, der Propagandaklempner der INSM übernommen, dass Deutschland (so, so!), als Standort untergehe, wenn man den quälenden Fachkräftemangel nicht durch Zuwanderung lindern könne. Und damit sind wir auch schon bei der infamen und abenteuerlichen Behauptung von Konicz, die Linke bzw. Sarah Wagenknecht würde das eigene Präkariat gegen die Flüchtlinge aufhetzen. Es ist genau umgekehrt: diejenigen, die ständig über die Überalterung der Gesellschaft und den schrecklichen Fachkräftemangel (überwiegend selbstverschuldetes Elend) lamentieren, tun alles dafür, dass sich für das untere Drittel der Gesellschaft auf keinen Fall etwas ändern kann. Die Raute hat das prima auf die Spitze getrieben mit dem Spruch 'Uns geht es gut!'. Und Herr Schäuble, der misantrope, empathiefreie Zyniker meinte dem noch eins draufsetzen zu müssen, indem er dieses Drittel darauf hinwies, dass es den Menschen woanders noch viel schlechter ginge. Das stimmt natürlich, dank seiner tatkräftigen Mithilfe. Und das ist jedenfalls richtig tröstlich für die, die bei uns keine Jobs, keine Rente, keine bezahlbaren Wohnungen mehr und keinen Fuß auf den Boden bekommen. Aber auch da hat die Linke im Gegensatz zu Herrn Konicz das zweifelhafte Privileg, das richtig analysieren zu können.

    Und jetzt zur 'Gastrechten' Sarah Wagenknecht.
    Ich weiß nicht, in welchem Paralleluniversum Konicz lebt, aber (und da bin ich nicht alleine) ich lebe in einem Land, in dem kurz nach dem 2. Weltkrieg eine ununterbrochene deutschnationale xenophobe Hetze zur politischen DNA der CDU/CSU und der Springerpresse gehört. Eine Hetze, die nacheinander zur mehrfachen Abspaltung des CDU-/CSU-/FDP-Stammtisches geführt hat. Da waren erst die NPD, die DVU, die Republikaner, die Schill-Partei und noch viele andere illustre Gruppen und Grüppchen. Und jetzt eben die AfD. Für diese großartige Leistung der Wärmestube der abgehalfterten NS-Funktionsträger und ihres Resonanzraumes aus Bild, Welt, FAZ, Focus und Spiegel die Linke und Wagenknecht verantwortlich zu machen, ist schlicht infam. Wie Konicz dazu kommt, Nationalismus und Xenophobie in Deutschland für eine "bisherige Randerscheinung" zu halten, ist mir ebenfalls ein Rätsel.

    Genauso infam ist es, denjenigen Nationalismus zu unterstellen, die wie Wagenknecht und viele andere noch über den Tellerrand der EU-Außengrenzen drüberschauen können, und dem imperialen Irrsinn der USA/NATO und in deren Schlepptau der EU ein Ende setzen wollen. Und damit den wichtigsten Fluchtursachen in Afrika und anderswo etwas entgegenzusetzen. Es ist infam und restlos daneben. Wer wie Konicz Fluchtursachen und unseren (EU-)Beitrag dazu nicht sehen und damit nicht bekämpfen will, leidet an der gleichen imperialen Borniertheit wie AfD, CSU und CDU. Und das sind bekanntermaßen keine linken Parteien, und die vertreten keine linken Positionen.

    Im übrigen finde ich nicht, dass die Rubrik 'Kommentar' ein Freibrief für pseudolinke Hasspropaganda oder blanke Infamie ist. Die 'rechtspopulistischen Forderungen' Wagenknechts z.B. dürften gerade in Kontext schon auch mit Zitaten und Belegen daherkommen.
  • Bernhard Meyer
    am 16.03.2019
    Wow. Jetzt habt ihr auch noch einen antideutschen Autor an Bord geholt. Wer Sachen abschießt wie diese: "Denn der national-soziale Flügel der Linken um sie (Wagenknecht), Lafontaine und Dieter Dehm," der wirkt wie eine Essigmutter. Wo der auftaucht entsteht Streit, wird Gift und Galle gespuckt und die "Debatten" in selbstzerstörerische Sümpfe geleitet. Man kann es in einem netten Asterix-Band studieren, in dem eine Figur auftritt, die Zäsar als Wunderwaffe ins gallische Dorf schickt. Es ist ein Mensch, der das Talent hat, dass überall wo er auftaucht, Streit entsteht, die Gesichter der Menschen färben sich grün und sie giften sich gegenseitig an. Beinahe hätte er im gallischen Dorf Erfolg gehabt. Aber der mit praktischer Vernunft ausgestattete Asterix (und ein bisschen Zaubertrank) hat es zuletzt doch verhindern können. Wer die Linke zersetzen möchte, verwendet solche "Wunderwaffen".
    • M. Stocker
      am 26.03.2019
      Nur eine kleine Randbemerkung: Ich weiß nicht, wer den Begriff 'Antideutscher' für Wirrköpfe wie Konicz erfunden und in Umlauf gebracht hat. Der Begriff unterstellt jedoch, dass die Kritiker dieser Querfront-Theoretiker auf irgend eine Art 'Pro-Deutsche' sind. Das wäre natürlich der größte anzunehmende Unsinn. Die Kritiker imperialer Borniertheit, egal ob sie als nationalistische Borniertheit wie bei Pegida/AfD daherkommt, oder ob sie globalisiert wie bei der neoliberalen Fraktion der imperialen Kriegstreiber daherkommt, diese Kritiker sind kosmopolitische Internationalisten. Sonst sind sie - wie Konicz et al. - keine Kritiker, sondern politische und journalistische Handlanger unserer herrschenden Reaktion.
  • Juli M.
    am 15.03.2019
    "Während also die Linkspartei sich eine Art Gastrechte wie Wagenknecht hielt, die während des Bundestagswahlkampfes in Massenmedien rechtspopulistische Forderungen in pseudolinke Phrasen verpackte, haben die Grünen ihre links angehauchte Rhetorik beibehalten und betreiben rechte Flüchtlingspolitik. Beides – grüne Praxis und Wagenknechts Sprüche – beförderten und befördern den Rechtsruck in der Bundesrepublik.
    [...]
    Die historische Schuld, die die national gesinnten Sozialisten in der Linkspartei auf sich geladen haben, besteht somit darin, Beihilfe dabei geleistet zu haben, ehemals randständiges, rechtes Gedankengut in der Mitte der Gesellschaft zu verankern.
    [...]
    Der linke Antifaschismus, der den Kampf gegen die Neue Rechte mit einer adäquaten Krisenanalyse, mit einer sozialen Dimension und einer radikalen Kritik hätte verbinden können, entfaltete kaum Massendynamik."

    Dem ist - bedauerlicherweise - erst mal nicht viel hinzuzufügen.

    Parteipolitisches Machtkalkül allenthalben. Davon sind auch struktuell und ideell Linke nicht frei, wenn sie sich in Parteien organisieren. Es zeigt aber auch, dass eben dieses alte Denken in den gegebenen, alten Hierarchien, Kategorien (und Begriffen) zwangsläufig dazu führen muss, dass der sprichwörtliche Hund sich in den eigenen Schwanz beißen muss. In diesem Fall ist der Biss natürlich besonders schmerzhaft.

    Gegen rechte Revolutionen hilft übrigens ganz hervorragend der Versuch, öffentlich und kontinuierlich emanzipatorische Utopien zu formulieren, auszudifferenzieren... ;-)
    • M. Stocker
      am 18.03.2019
      "Gegen rechte Revolutionen hilft übrigens ganz hervorragend der Versuch, öffentlich und kontinuierlich emanzipatorische Utopien zu formulieren, auszudifferenzieren... "

      Gute Idee! Hätte ich gleich ein paar dazu: In den Ländern mit dem höchsten Migrationszwang Kriege und Regime Changes beenden. Im Gegensatz zu unserem Hegemon und seinen Vasallen Rohstoffe kaufen statt rauben, im Gegensatz zur freihandelsbesessenen EU Subsistenzwirtschaften (vor allem landwirtschaftliche) zu erhalten, statt sie für Viehfutter und Energiepflanzen Europas zu zerschlagen. Man könnte auch daran denken, statt den das Gewissen beruhigender Öko-Ablasslabels auf Textilien aus den Sweatshops Asiens zusätzlich ein Sozial-Label einzuführen. Um die Folgen der Ausbeutung und Zerstörung der traditionellen Familienstrukturen zu mindern, und denjenigen, die die Rettung vor den Übeln des Kapitalismus durch Steinzeit-Islamismus versprechen, es nicht gar so leicht zu machen, die nächste Welle des Terrors und der gesellschaftlichen Verwüstung zu entfachen.
  • jo struppi
    am 13.03.2019
    Der Autor hat ein pathologisches Verhältnis zu Wagenknecht und einigen anderen Mitgliedern der Linkspartei. Man kann nur hoffen, dass er dort keinen Zuspruch findet.

    Aber sie und andere als Nationalsozialistisch zu verbrämen und von abschotten zu reden - über jemand, die gegen jede eine Verschärfung von Migrationsgesetze gestimmt hat und klar auch die Rechte der Menschen auf der Flucht einfordert - dabei aber auch hinterfragt, welches Schicksal hinter einer Flucht steckt und deshlab auch nicht die Migration an sich als etwas Gutes findet, macht sie für Konicz zum Unmensch und er schüttet wo immer er kann Dreck über sie ohne jemals ihren Äußerungen verstanden zu haben.

    Schade das er damit auch hier landen konnte.
  • Kornelia .
    am 13.03.2019
    Was für ein unsägliches Geschwurbel!

    Fakt ist:
    Es gibt ein gigantisches politisches , mediales und mitmenschlich-denkendes Versagen!

    Als 64 Gastarbeiter kamen und nach und nach ihren Familien nachholten, wurde vergessen, dass da Menschen kamen!
    Als Kohl sich in den 80ern weigerte, die "Einwanderung" als gegeben anzuerkennen und damit notwendige soziale Schritte einzuleiten..... Als er dann verkündete, dass Blutsverwandtschaft dicker als Lebensgemeinschaften ist...(nahezu 400 000 Russlanddeutsche wurden 'Heim ins Reich' geholt)
    Als dann rotgrünlinke sozialverklärend von "multi-kulti" sprachen
    Und jedwedes Geld, was man in die Hand nehmen muss, verweigerten....
    Als dann Innenmigration vom Norden gen Süden, als dann DDR gen BRD, als dann EU-Migration, als dann Lebensmigrationen stattfanden.....
    Da fing man an Fehler zu machen! Fehler? Nein!
    Hier war es wieder: die Verachtung der geistige, politischen und moralischen Elite gegen die untere Klasse!

    Das Credo hieß: seht zu wir ihr mit den vielen Problemen, Schwierigkeiten, kulturellen, verschiedenen Lebenswirklichkeiten allein klar kommt!
    Gibt es Pobleme, dann gibt es Haue! Das alte Motto der Feudalen!

    Und ganz still und heimlich wurden 'unsere linken Errungenschaften' auf den Misthaufen der Geschichte entsorgt! Zurückdrängen der Kirchenmacht? Geschichte mit Islam und israelischem Judentum! Frauen sind den Männern gleichgestellt? Auch bei Deutschen islamischen Glaubens? Nach und nach Harem gg 3Frauen zeitgleich! Etc pp.

    Der kluge Volksmund sagt: es braucht drei Generationen um mit der Fremde heimisch zu werden!
    Das gilt seit Jahrhunderten zu recht! Nur 'plötzlich wird' (weil es der neue Gott Wirtschaft es will?) der Untertan entmenschlicht und zum fahrenden Ding erklärt?

    Gut, dass es die AfD gibt, denn seitdem haben Versager-Linke wie Mittige und Rechte die Schuldigen gefunden! (Und schon kann man sich im Besser-sein suhlen!)
  • Heinz Greiner
    am 13.03.2019
    Der Artikel , die Begriffe Altlinke , National und Sozial Frau Wagenknecht und den wenigen
    noch Vernunftgeleiteten in der Linkspartei zuzuordnen , entlarvt den Schreiber und seine
    Freunde . Sollte es noch eines Beweises bedürfen : die Riexinger -und- Kipplinglinke wird ihn schnell erbringen : Links ist tot . Sowas von mause .
    Die Führungsbonzen/innen der Neulinken , um in der Terminologie zu bleiben , schaffen es immer wieder , wie sie meinen , in das relativ größte Parlament der Welt zu gelangen , persönlich ungewählt , nur über die Liste . Mit dem Herausgeben von Pressemitteilungen den scheinbaren Arbeitsnachweis liefernd .
    Es soll auch schon mal ein Schuß nach hinten los gegangen sein ...
    • Marla .
      am 13.03.2019
      So sehen Feindbilder aus.....
      Wie D.Dahn letztens so schön formulierte: "gerade die vielen Anfragen der Linken" machen ihre Bedeutung im Parlament so elementar!
      Vieles wissen wir nur, weil Linke nachfragen!

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