Ausgabe 415
Kolumne

Hosen runter!

Von Peter Grohmann
Datum: 13.03.2019

Bei uns ist's ja gottlob nicht wie in Nordkorea, wo immer nur ein Kim gewinnen kann. Bei uns können meistens zwei gewinnen, genauer gesagt: entweder – oder. Also Donald oder Hillary, Andrea oder Annegret. Derart demokratische Alternativen sind zurzeit kaum durchsetzbar und kein Trost für die Nordkoreaner. Hinzu kommt: Zwischen den Wahlen gibt es hier ja noch die Zivilgesellschaft, die praktisch alles darf, was nicht wehtut. Davon erzählt eine wahre Geschichte des nach Mexiko emigrierten Autors B. Traven (u. a. Die Rebellion der Gehenkten). Bei der Inthronisation ihrer Häuptlinge verlangten deren Wähler, dass der künftige Herrscher, bevor's zum Herrschen kam, die Hosen runterlassen und mit nacktem Hintern auf einem Schemel Platz nehmen musste. Unter dem entfachte das versammelte und vergnügte Urwald-Fußvolk sodann ein Feuerchen. Der Schemel hatte allerdings in der Mitte ein Loch. Je länger es der Häuptling auf dem Schemel aushielt, umso länger konnte er dann regieren. Das Ritual war sehr erinnerungsstark – es nannte sich "Feuer unterm Arsch".

Der Herrscher wusste: Es konnte jederzeit neu entfacht werden.

Ein Fake? Ein Fake ist eine Attrappe, etwa die Erklärung zu einem demokratischen Europa, zur Pressefreiheit oder gar den Menschenrechten, wie sie in der Türkiye Büyük Millet Meclisi in Ankara ausliegt – eine Fälschung, eine Täuschung vielleicht. Wäre es etwa ein Fake, wenn mir eine vertrauenswürdige Person überzeugend anvertrauen würde, dass die deutschen Geheimdienste 2018 den türkischen Geheimdiensten Namenslisten von politischen Gefährdern übergeben hätten? Also von Landsleuten, Biodeutschen gar?

Das wären die Klarnamen und Fakten von Menschen, die bei uns immer wieder mal unangenehm auffallen, sei es beim Hamburger G-20-Gipfel, einer Hausbesetzung in der hiesigen Forststraße, in Stockach oder im Hambacher Forst.

Halt! Nichts ohne Gegenleistung! Her mit den Namen türkischstämmiger Menschen, die in Untertürkheim Urlaub machen wollen, den News über Leuten mit zwei oder mehr Pässen, die am Bosporus ihre Feuerchen für Demokratie entfachen und dann unsere Republik heimsuchen und am liebsten SPD wählen würden.

Glaubwürdig? Meine Omi Glimbzsch in Zittau würde sagen: nu. Entscheiden Sie! Und besorgen Sie sich schon mal den Schemel mit dem Loch.


Peter Grohmann ist Kabarettist und Koordinator des Bürgerprojekts Die AnStifter.
Alle "Wettern"-Videos gibt es hier zum Nachgucken.


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2 Kommentare verfügbar

  • Jue.So Jürgen Sojka
    am 14.03.2019
    @Peter Grohmann,
    das soll doch wohl nicht ernst gemeint sein: „Hosen runter!“ und "Daumen nach oben.“, was ja ursprünglich dem römischen _töten_ entspricht?!?

    Jetzt ist nicht erforderlich derart weit zurück zu blicken, es genügt in das Jahr 2010 zu blicken:
    StZ 14.10.2010 Von Thomas Braun und Jörg Nauke Stuttgart 21
    [b]CDU wollte Bürgerbefragung[/b] – Auszug:
    … "Der OB wäre doch mit heruntergelassenen Hosen dagestanden, wenn ihm seine eigene
    Partei zu diesem Zeitpunkt in den Rücken gefallen wäre", heißt es im Rathaus.

    *** Nicht, dass noch jemand auf die Idee kommt: "[b]Aufgeschoben ist nicht aufgehoben![/b]" ***
    Es darf das Aufschieben nicht zur Gewohnheit werden – schon gar nicht auf Dauer. ;-)

    Markt (33200) im PS-Forum hat ja einiges an Informationen veröffentlicht https://www.parkschuetzer.de/users/33200 seine letzten 10 Statements
    17.12.2017 15:51 • Solidarität und Begleitung innerhalb der Bewegung - meine Betrachtung Teil_3

    Bürgerbeteiligung – OnlineSpeicher – Schreiben an Gemeinderat +++ vom 19.01.2015 Jue.So
    [b]Entscheidung Gemeinderat[/b] aus 29.07.2009 [b]Bürgerentscheid/Bürgerbegehren[/b]
    Bei Mehrkosten zu STUTTGART 21
    Bild: 2011.06.06_Mo._18.45_STUTTGART_21__Stadt_weist_Forderung_der_Bahn_zur_ck_-_StN.JPG

    1. Februar 2010 Schuster warnt: [b]Bürgermeisterjob ist kein Parteiamt[/b] https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.schuster-warnt-buergermeisterjob-ist-kein-parteiamt.97bd4ee8-95ab-4257-896a-13086ef687e8.html
    Über die Nachfolge von Sozialbürgermeisterin Gabriele Müller-Trimbusch (FDP)

    Schuster erinnerte auch daran, dass es sich um ein öffentliches Amt handle, nicht um ein Parteiamt. Es gelte auch den Anschein der Parteilichkeit zu vermeiden. Der Gemeinderat habe nach öffentlicher Ausschreibung gemäß der fachlichen Qualifikation zu entscheiden. …
    • Jue.So Jürgen Sojka
      am 14.03.2019
      @Peter Grohmann,
      „Halt! Nichts ohne Gegenleistung!“ und „Glaubwürdig?“ – Wir Kinder haben vor Falschaussagen anderer uns gegenseitig davor bewahrt, in dem wir diese Worte sprachen:
      „Des sag i Dir; des glaubscht Du mir!“ – Wir _eingeweihten_ wussten damit: Achtung, aufpassen!!!

      Jetzt gab es heute Nachmittag in unserem Rathaus zwei Wahlen:
      Finanzbürgermeister wurde CDU-Stadtrat, Verwaltungswirt und Rechtsanwalt Thomas Fuhrmann (47)
      Neuer Erster Bürgermeister, und damit direkter Stellvertreter von OB Fritz Kuhn, wurde Verwaltungsbürgermeister Fabian Mayer (CDU, 38). [b][1][/b]

      [b]Achtung, aufpassen!!![/b]
      Im StZ-Artikel von 17:59 Uhr wird berichtet, dass die Öffentlichkeit nicht über den Inhalt der Stellungnahme von Bewerber Peter Rist (49) informiert wurde (werden durfte)! Auszug:
      „Zur Verlesung kam es nicht, die zwölf Seiten Bewerbungsrede wurden verteilt, die Stadträte erhielten entsprechend der zugebilligten Redezeit zehn Minuten, um sie zu lesen. Das Papier hat es in sich. Der Diplom-Verwaltungswirt,...“

      [b][1][/b] 17:59 Uhr https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.wahl-des-finanzbuergermeisters-fuhrmann-wacht-ueber-den-etat.68bd7e60-7374-4b52-943c-04fe4fdbeb3f.html
      Der Stuttgarter Gemeinderat hat [b]zwei CDU-Politiker[/b] gewählt und befördert. Ein weiterer Kandidat kritisiert das massiv.
      ...

      StN 1. Februar 2010 Schuster warnt: [b]Bürgermeisterjob ist kein Parteiamt[/b]
      ...
      Schuster erinnerte auch daran, dass es sich um ein öffentliches Amt handle, nicht um ein Parteiamt. Es gelte auch den Anschein der Parteilichkeit zu vermeiden. Der Gemeinderat habe nach öffentlicher Ausschreibung gemäß der fachlichen Qualifikation zu entscheiden. …

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