Ausgabe 413
Kolumne

Ohne Doping nix zu machen

Von Peter Grohmann
Datum: 27.02.2019

"Ohne Doping geht es nicht, Peter", sagte mir der Skilangläufer Johannes Dürr (ein Österreicher!) im Vertrauen. Wo er recht hat, hat er recht: Sobald montags mal keine Demo ist auf dem Schlossplatz, für was auch immer, fühl' ich mich wie auf Entzug. Mein Eigenblut kocht. Auch der Skilangläufer berichtet, dass er in ständiger Angst gelebt hat – und da geht's ihm wie Dieter Zetsche, Harald Krüger, Bram Schrot, Herbert Diess oder Rupert Stadler. Klar, die Jungs wissen: beim Auto ist es wie in der Katholischen Kirche – man muss beichten, bevor man erwischt wird, und alles wird gut. Auf Franziskus oder andere Betriebsräte kann man sich ja auch nicht mehr richtig verlassen. Nehmen wir den US-Schauspieler Mark Wahlberg (bekam 2009 die "Goldene Himbeere": Schlechtester Hauptdarsteller in The Happening). Er will ein guter Mensch und seinen Kindern ein Vorbild sein und geht jeden Tag in die Kirche, sagte der dem stern. Es hat ihm nicht geschadet. Aber was ist mit den Kindern? Unsere frühere Umweltministerin sorgt sich: "In Deutschland protestieren jetzt Kinder für den Klimaschutz. Das ist ein wirklich wichtiges Anliegen. Aber dass plötzlich alle deutschen Kinder, nach Jahren, ohne jeden äußeren Einfluss, plötzlich auf die Idee kommen, dass man diesen Protest machen muss, das kann man sich auch nicht vorstellen", so die heutige Kanzlerin anlässlich der Münchner Sicherheitskonferenz zu Putin und den anderen Leuten.

Also, woran liegt's, das die Kinder immer heller werden? Doping durch links-grün-versiffte Medien? Eltern, die ihre Kinder nicht in die Kirche, sondern auf die Straße schicken, weil sie zuviel Fleisch essen (beide)? Aufgehetzt durch liberale Lehrerinnen? Irritiert durch Löcher in den sozialen Netzen? Opfer von RT Deutsch? Das weiß allein der Herr.

Andererseits: Viele ältere Menschen haben ganz schlicht ihre liebgewonnenen Parteien vergessen, ja sogar die Demokratie! Manche halten relativ wenig vom Grundgesetz oder Europa und würden bei Konflikten mit dem Nachbarn dem am liebsten eins auf die Gusche geben (Originalzitat Om Glimbzsch, Zittau). Viele müssen bei den nächsten Wahlen mit Gewalt an die Urnen getrieben – aber wie verhindern wir, dass sie falsch wählen (also nicht uns, sondern die anderen?). Um's mit der beliebten Kanzlerin zu sagen: "Ohne jeden äußeren Einfluss" wird das nicht klappen. Und auf den Einmarsch der Amerikaner würd' ich jetzt nicht wetten!


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