Ausgabe 398
Medien

Hirn einschalten hilft

Von Johanna Henkel-Waidhofer
Datum: 14.11.2018
Sauberes Trinkwasser ist eine Selbstverständlichkeit in Mitteleuropa. Saubere Medien sind es nicht mehr. Eine umfangreiche Studie zur demokratischen Grundversorgung mit Information und Meinung zieht das Fazit: "Guter Journalismus wird nur von guten Journalistinnen und Journalisten gemacht."

Jetzt auf einmal: Ausgerechnet Silvio Berlusconi spürt "in Italien ein Klima mangelnder Freiheit". Der schräge Multimillionär, Medienmogul und mehrfache Regierungschef, der zum heutigen Zustand Italiens viel beigetragen hat, sieht das Land auf einer "Vorstufe der Diktatur". Weil seine Partei Forza Italia nicht mitregiert, versteht sich, vor allem aber, weil dem virtuosen Verführer, Vereinfacher und Verhetzer die Instrumente abhandengekommen sind. "Ich bin vor drei Generationen zur Welt gekommen", lamentiert der 82-Jährige, "das Internet ist nicht meine Welt."

DemokratInnen schauen gegenwärtig in die USA, wenn es um die Radikalisierung einer Gesellschaft geht. Da kursiert so viel gefährlicher Unsinn, dass es immer schwerer wird, sich ein halbwegs vernünftiges Bild zu machen von den gesellschaftlichen Verhältnissen. Oder nach Polen, wo vor zwei Jahren aus Sendern "nationale Medien" wurden mit dem Auftrag, ein konservatives, christliches Bild des Landes zu transportieren. Beispielsweise am vergangenen Wochenende waren im polnischen Fernsehen glückliche Eltern zu sehen mit glücklichen Kindern auf den Schultern, die nichts daran finden, am Unabhängigkeitstag mit Rechtsextremisten zu marschieren. Oder nach Ungarn, wo die öffentlich-rechtlichen Programme schon seit acht Jahren gleichgeschaltet sind.

Die Blaupause für das, was die AutorInnen der Europäischen Rundfunk Union, des Bayerischen und des Österreichischen Rundfunks in ihrer Studie "Auftrag-Demokratie" eine "Vielfaltsverengung" und damit eine "radikale Herausforderung" nennen, lieferte Italien. Untersucht und belegt ist, wie Berlusconi 1994 überhaupt nur deshalb erstmals an die Macht kam, weil er zwei Jahrzehnte lang mit seinen Gewinnen aus dubiosen Immobiliengeschäften lokale Fernsehbetreiber aufgekauft und dann zusammengespannt hatte. Das war verboten. Schon 1989 wurde aber das entsprechende Gesetz zu seinen Gunsten novelliert. Also besaß er drei landesweite Senderketten, seinem Bruder Paolo musste er eine Zeitung abtreten, die zum zügellosen Werbeblatt wurde und die Stimmung anheizte gegen Institutionen, gegen RichterInnen und StaatsanwältInnen, Frauen, Schwule oder Linke. Vollends demokratiezerstörend entwickelte sich Berlusconis Einfluss, als er sich – inzwischen Regierungschef – die "Radiotelevisione Italiana" zu Nutze machte. "Er hatte stets willige Helfer an den wichtigsten Schaltstellen in den Medien", heißt es in einer der ungezählten Analysen.

Bedeutungsverlust der Qualitätsmedien

"Pointiert", schreiben die AutorInnen der EBU/BR/ORF-Untersuchung, ließen sich am Beispiel Italien die negativen Folgen des Bedeutungsverlusts von Qualitätsjournalismus auf die Öffentlichkeit beschreiben. Vor allem, weil die Qualitätspresse traditionell schwach sei "und die Politik das Format des Reality-TV" angenommen habe: "Der politische Populismus wird durch den Medienpopulismus beflügelt, populistische Akteure erzielen über ihre medienwirksamen Aktionsformen wesentlich bessere Resonanz als die traditionellen Volksparteien."

Eine von vielen Konsequenzen ist, welche Auswirkungen die über so viele Jahre schleichend, aber stetig veränderte Landschaft auf den Umgang mit offiziellen Informationen hat. Im EU-Durchschnitt nutzen in den vergangenen zwölf Monaten immerhin knapp die Hälfte aller Menschen zwischen 16 und 74 Jahren Regierungsportale im Netz. In Italien sind es nur 19 Prozent.

Auch der Münsteraner Professor Bernd Holznagel schaut noch einmal zurück auf die "Fragmentierung" früherer Tage. Die sei schon "durch das Mehrkanalfernsehen befördert worden". Durch die Flut an Angeboten im Internet nehme diese Tendenz weiter an Fahrt auf, und es wird "immer weniger wahrscheinlich, dass bestimmte Werte von allen geteilt werden und Gemeinschaft erlebt werden kann". Was dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine noch viel größere Bedeutung verschafft als bisher. Denn der müsse sich einer Entwicklung entgegenstemmen, so Holznagel, bei der "ein Fundament der demokratischen Öffentlichkeit, nämlich die Trennung von Tatsachen und Meinungen, und in der Folge die Unterscheidbarkeit von wahr und unwahr, schrittweise erodieren". Teile der Öffentlichkeit seien "nicht mehr bereit, unstrittigen wissenschaftlichen Erkenntnissen argumentativ zu folgen (Stichwort: Klimawandel)". Ein Zeichen dafür: "Der Begriff der alternativen Fakten, der zum Unwort des Jahres 2017 erklärt wurde."

Unverzichtbar: gute Ausbildung und feste Anstellung 

Grundsätzlich muss nach Meinung der Auftraggeber das Bewusstsein dafür wachsen, dass öffentlich-rechtliche Medien dank ihres nicht kommerziellen Geschäftsmodells einen "Vertrag mit der Gesellschaft" eingegangen sind, den es in Zeiten wie diesen neu auszugestalten gilt. Es gehe nicht um "die Rendite für Shareholder, sondern um Public Value für Bürger/innen".

Claudia Ritzi, Professorin an der Uni Trier, arbeitete fünf Aspekte heraus, wie der "Postdemokratisierung der politischen Öffentlichkeit entgegenzuwirken" ist. An erster Stelle steht dieses Credo: "Guter Journalismus wird durch gute Journalistinnen und Journalisten gemacht." Ihre Kompetenz sei ein "zentraler Faktor", damit verbunden die gute Ausbildung, die feste Anstellung – " damit Journalistinnen und Journalisten bei ihrer Arbeit gegen den Strom schwimmen können" – , Zeit für Recherche und schließlich konkrete Formen der Rückkoppelung mit den ZuschauerInnen/GebührenzahlerInnen: "Um dem Eindruck entgegenzuwirken, dass es – trotz der staatsfernen Institutionalisierungsform – Klüngeleien zwischen öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten und Politikern gibt, sollten die Bürgerinnen und Bürger einen besseren Einblick und Mitspracherecht in möglichst alle relevanten Gremien bekommen."

Wie Sender auch in stabilen Demokratien unter Druck geraten, zeigt sich bei jeder medienpolitischen Debatte im baden-württembergischen Landtag. AfD-RednerInnen sparen nicht mit Verbalinjurien gegen den SWR, gegen ARD und ZDF und mit phantastischen Behauptungen über die angebliche Mission der verhassten Sender. Allen voran der zuständige Fachpolitiker Heiner Merz aus Heidenheim, für den der sogenannte Staatsfunk "omnipräsent" ist und die von ihm gesetzlich verlangte Grundversorgung "absurd".

Merz sieht in den über 20 Fernsehkanälen, über 80 Radiosendern und den "Metastasen im Internet" Einrichtungen, die "weiterhin jegliche Zustände im Lande bejubeln und keinesfalls systemkritisch senden". Schon im Landtagswahlprogramm hatte die AfD "korruptionsanfällige Strukturen" unterstellt und versprochen, "endlich Staatsferne" herzustellen, weil die Bundesregierung und die Landesregierungen "einem Modell der gelenkten Demokratie als Herrschaftsinstrument verhaftet sind". 

Im Nachbarland Österreich, vermeintlich wohlregiert von einem christdemokratischen Kanzler, der vielerorts in Europa als Polit-Star und Vorbild gefeiert wird, droht zunehmend eine mediale und damit demokratische Schieflage. Die rechtskonservative "Kronen-Zeitung", zum Teil in deutschem Besitz übrigens, hat dank enormer Reichweite nur wenige Ausgaben gebraucht, um den UN-Migrationspakt derart verdreht als Horrorvertrag hinzustellen, dass 44 Prozent der ÖsterreicherInnen das plötzliche "Nein" dazu aus Wien gut und richtig finden. Der demokratieferne Teil der Leser- und NutzerInnen wird konsequent bedient, agiert aus der eigenen Filterblase heraus dank Kommentarfunktion und sozialer Medien und erfährt auf diese Weise immer weiter Zustimmung, bis diese überschwappt auf eine Mehrheit. Dass inzwischen 180 000 ÖsterreicherInnen den Migrationspakt als Individuen und aus Protest unterschrieben haben, findet medial nicht statt.

Dafür wird tagtäglich, bis hin zu übereilten und nur mäßig korrigierten Falschmeldungen, die kleine Zahl jener Staaten heruntergebetet, die ebenfalls abspringen wollen. Wenn sich Institutionen und Politiker wehren, wie EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, der den Abtrünnigen vorwirft, den Pakt nicht richtig gelesen und verstanden zu haben, ist die Schlagzeile besonders groß: "Juncker spottet über Wien." Dazu findet das Thema in Windeseile seinen Weg zu anderen Aufrührern. "Dieser Pakt vernichtet unsere europäische, unsere deutsche Identität und Souveränität", behauptet der Böblinger AfD-Abgeordnete Harald Pfeiffer allein fake-news-basiert. Er verändere "unsere Art zu leben für immer irreparabel", und es sei skandalös, ihn "zwanghaft durchzusetzen". Alles falsch, aber laut und schnell verbreitet. 

"Social Media haben die Debatte versaut"

Von Nöten ist das genaue Gegenteil. Nämlich "die Versorgung der Bevölkerung mit den Informationen, die diese braucht, um ihren staatsbürgerlichen Rechten und Pflichten in der Demokratie nachzukommen, ähnlich wie die Wasserversorgung der Kommunen, die für sauberes und gesundes Trinkwasser sorgt", so Holznagel. Den Öffentlich-Rechtlichen schreibt er dabei eine zentrale Rolle zu. Ebenso der Soziologe Christian Fuchs von der Universität von Westminster: "Die digitale Öffentlichkeit ist heute eine kolonialisierte und feudalisierte Öffentlichkeit, die von der Logik der Akkumulation und der Beschleunigung dominiert und geprägt wird."

Fuchs bereichert die Debatte mit einschneidenden Ideen, darunter der Einführung eines öffentlich-rechtlichen YouTube-Kanals – etwa ORFTube, BR- oder SWRTube – als "reale Konkurrenz zu dem kalifornischen Internetgiganten Google/Alphabet, dem YouTube gehört". Und er empfiehlt eine EU-weite Online-Werbeabgabe, deren Erlöse verwendet werden, "um öffentliche und öffentlich-rechtliche Projekte der digitalen Demokratie zu finanzieren".

"Social Media haben die Debatte versaut", sagte ORF-Anchorman Armin Wolf kürzlich auf den Münchener Medientagen. Es fehle "ein direktes Gegenüber und dessen Reaktion – oder das Korrektiv einer Redaktion". Die praktische Regel "Engage brain before typing!" (Gehirn einschalten vor dem Tippen) hielten viele offenbar für feige Selbstzensur, und es dominiere bisher, "die maximale Erregung über Diskurs-Partikel ohne jeden Zusammenhang und ohne jeden Versuch, verstehen zu wollen".

Auf eben diesem Niveau strebt Silvio Berlusconi jetzt zurück zu alter Stärke. Er gab zu, "die Relevanz des politischen Austauschs per Internet" unterschätzt zu haben, und dafür sei seine Partei bestraft worden. Gleich danach rief er seine "jungen Anhänger" auf, die sozialen Medien im anstehenden EU-Wahlkampf zu Gunsten der Forza Italia zu nutzen. Denn: "Wir müssen zu Protagonisten des neuen Kommunikationssystems Internet werden." Nicht auch das noch.


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7 Kommentare verfügbar

  • Charlotte Rath
    am 19.11.2018
    "Von der Pressefreiheit in der freien Welt" - ein Auszug aus dem neuen Buch von Noam Chomsky. Lesenswert: https://www.nachdenkseiten.de/?p=47283#more-47283
  • Charlotte Rath
    am 18.11.2018
    Hallo Frau JHW,
    1) Kennen Sie die Gründungsgeschichte der KONTEXT-Wochenzeitung? Wären die ‚Qualitäts‘medien so gut wie hier von Ihnen dargestellt, gäbe es KONTEXT nicht.

    2) Eineinhalb Jahre lang bediente das öffentliche Fernsehen in seinen Talkshows v. a. AfD-Themen - das Mantelblatt der KONTEXT Wochenzeitung, die TAZ, hat sich damit auseinander gesetzt: http://www.taz.de/!5383982/
    Auch die TAZ ist aus der Kritik an den etablierten Medien heraus entstanden.

    3) Sie heben die Bedeutung der öffentlich-rechtlichen Medien hervor. Zweifellos haben sie eine große Verbreitung. Doch wie nutzen sie diese Macht? Seit Jahrzehnten werden täglich zur Primetime die Aktienkurse serviert - obwohl die Aktienbesitzer weniger als 5 % der deutschen Bevölkerung stellen. Mehr als 15 % der deutschen Bevölkerung gelten als armutsgefährdet. Demzufolge müssten die öffentlichen Anstalten dieser Bevölkerungsgruppe dreimal häufiger hilfreiche Hinweise zukommen lassen - tun sie das?
    Schauen Sie sich die Schwerpunktsetzungen von ARD und ZDF über einen größeren Zeitraum an: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-06/talkshows-themensetzung-fluechtlinge-populismus-analyse
    Finden Sie dort wieder, was die Mehrheit der Bevölkerung beschäftigt? Außenpolitische Themen nehmen viel Raum ein - aber werden wir damit auch gut informiert? Erinnert sei hier nur an den Beginn des Irak-Krieges 2003 …
    Hätte sich eine Ständige Publikumskonferenz gegründet (vgl. https://publikumskonferenz.de/forum/), wenn der ÖR seinen Aufgaben gerecht würde, authentische, sorgfältig recherchierte Informationen zu geben, die Fakten und Meinungen auseinanderhalten? Stellt er die Wirklichkeit unverzerrt dar, liefert er vielfaltssichernde Stellungnahmen, unterschiedliche Blickwinkel? Wie verträgt sich das damit, dass z. B. immer wieder dieselben Sachverständigen herangezogen werden wie Raffelhüschen & Co? Auch beim Thema Altersvorsorge (privat versus gesetzlich bzw. solidarisch) haben sich die öffentlich-rechtlichen Sender in der Medienanalyse alles andere als ausgewogen erwiesen. Und wo sind die Korrektive dazu? Programmbeschwerden sind wirkungslos, fragen Sie Volker Bräutigam, oder sehen Sie hier nach: https://propagandaschau.wordpress.com/tag/programmbeschwerden/

    4) Eine gute Ausbildung und feste Anstellung können ihn zwar erleichtern, sind aber keine Garanten für guten Journalismus. Noam Chomsky und Jens Wernicke (um nur zwei Medienkritiker zu nennen) sehen dies deutlich differenzierter. Um beides zu erlangen, ist Anpassung an vorhandene Weltbilder, an vorhandene Strukturen ein erfolgreiches und risikoarmes Konzept. Eben aus dem Grund hat sich in den tonangebenden Medien ein Journalismus breit gemacht, der zum größten Teil aus „Netzwerken“ besteht, siehe z. B. hier: https://swprs.org/, oder auch da: https://www.sueddeutsche.de/medien/urteil-des-bundesgerichtshofs-zeit-journalisten-scheitern-mit-ihrer-klage-gegen-zdf-1.3326810
    Darum gibt es und darum braucht es Medienvielfalt.

    5) Der Vergleich von Medien mit Trinkwasser ist bedenklich. Sauberes Leitungswasser haben wir nur aufgrund sehr strenger Grenzwerte, sehr strenger Kontrollen und eines sehr hohen Aufbereitungsaufwands. Die Reinheit von Wasser kann man mithilfe naturwissenschaftlicher Methoden darstellen. Aber was ist Wahrheit? Was schwebt Ihnen, Frau JHW, da in Bezug auf die Presse- und Meinungsfreiheit vor?

    6) Im Sinne der Aufklärung: Wäre es nicht der bessere Weg, Menschen zur Medienkritik zu befähigen? Wie so etwas gehen kann, findet man z. B. hier: https://www.heise.de/tp/features/Weil-Journalismus-nicht-objektiv-sein-kann-4012238.html?seite=all

    7) Nachdem Sie, Frau JHW in „wirtschaftlich derart prosperierenden Verhältnissen“ leben, (Ihre eigenen Worte, siehe https://www.kontextwochenzeitung.de/kultur/394/eine-der-besten-demokratien-5412.html) bitte ich Sie um eine Begründung dafür, warum KONTEXT mit Ihnen als Autorin auf Spenden angewiesen ist.
    • Kornelia .
      am 19.11.2018
      Einfach klasse @Frau Rath....
      Ps: die Börsenberichte wurden zu weiße Gewaltberichten,als die Bankenkrise Tsunamisierte! Fassunglos musste ich meinen Schrecken, meine ängste bewältigen, erleben, dass meine 'ungebildete' Vorher-Meinung: das stimmt doch nicht, nicht Bildung, sondern Hochbildung war, musste lesen, hören, sehen, dass die Borsenkurse auch von der Wahrsagerin mit Kopftuch hätten kommen können..... Un da wird mir tagtäglich suggeriert: hier werden Sie seriös,sachlich über die neuen BörsenSpieltische informiert!
      (Meine Wutbürgerin in mir mußte sich damals arg zusammenreißen!)
      Mehr Gewalt ging kaum!
  • Ruby Tuesday
    am 15.11.2018
    Wo sollen gute Jounalisten herkommen? Schon das Praktikum in einer Lokalzeitung verbiegt junge Menschen bis in alle Ewigkeit. In Langenargen, wie auch im gesamten Bodenseekreis. Bei Schwäbischer Zeitung und Südkurier verfassen diese Praktikanten, meist mit Unterstützung von "nebenberuflich" tätigen LehrerInnen fast ausschließlich Beiträge von denen man meint, es wären PR- oder Werbetexte, während festangestellte KollegInnen das laute Vordenken von Landespolitik, Landrat und Bürgermeister in Worte fassen ohne auch nur die Zeichensetzung zu ändern. Gerade wenn es um das Thema Tourismus geht. Wenn mal etwas Objektivität ins Blatt gerät, dann kommt es von freien Mitarbeitern und ist das Ergebnis von Briefen an die Redaktion, Abokündigungen oder sonstige LeserInneninterventionen. Da bleibt nur Eigeninitiative auf der Basis von Nachbarschaft in Blogform (vgl. Forum Langenargen) Hilfreich wäre die Gleichstellung von Berichterstattung ob Blog, TV oder Printmedien. Vorbilder wie Kisch sind nicht einmal mehr in der Erinnerung. Auf welchem Platz liegt eigentlich JounalistIn aktuell in Glaubwürigkeitsumfragen? Und mal ehrlich, die besten Werte erhalten vermutlich gutaussehende sympathische, junge, modische InfluencerInnen.
  • Jue.So Jürgen Sojka
    am 15.11.2018
    Tja Johanna Henkel-Weidhofer, wir Buben haben aus Ihrer Überschrift lediglich zwei der 3 Worte in Verwendung genommen, um unseren Mädchen zu bedeuten, dass wir Buben nicht die Absicht haben, so zu werden wie _ihre_ Väter, Brüder, Onkel und… [b][1][/b]

    Nun haben uns Buben unsere Mädchen zunächst verwundert angesehen, haben sie doch erlebt, dass von Männern -und deren Nachwuchs- vom Einfühlen, Mitdenken und den Lippen/Augen ablesen nichts zu erwarten war – von uns Buben schon.
    Also begleitet unsere zwei Worte "Gehirn einschalten!" mit [b]„Spürst Du wie ich denke?“[/b]

    ARD-Themenwoche [b]Gerechtigkeit[/b] Richter-Spiel: Altersmilde oder Altersstrenge? https://www.ndr.de/themenwoche/gerechtigkeit/ARD-Richter-Spiel-Wie-urteilen-Alt-und-Jung,richterauswertung112.html
    Drei meiner Kommentare veröffentlicht – aus dem zweiten von 16:16 Uhr am 14. Nov.:
    Nicht "Richter-Spiel:.." stattdessen "Richter-Verantwortung: Milde oder Strenge? Besser noch Konsequenzen tragen!"

    [b][1][/b] Fr, 23.11.2018 | 19.30 - 20.00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Zeitfragen. Literatur
    Schweigende Frauen und sprechende Zahlen
    [b]#MeToo[/b] im Literaturbetrieb
    Von Franziska Walser
    Auch in der Sphäre der Literatur machen sich Machtgefälle und Sexismus bemerkbar.

    Mi. 14.03.2018 Deutschlandfunk Kultur LESART https://www.deutschlandfunkkultur.de/lesart.1269.de.html?cal:month=3&drbm:date=2018-03-14
    Bücher über Männlichkeit Wie funktioniert heute Mann-Sein?
    Sexismus in der Verlagsbranche „Man kann sich weder hoch- noch runterschlafen“
    Von Franziska Walser
    [b]#MeToo[/b] erfasst die Verlagsbranche: Wie wirkt sich das Machtgefälle zwischen Verlagsleitern/Cheflektoren und Autorinnen/Praktikantinnen aus? Es sei ein „sanfter Sexismus“, sagt eine Autorin. Sexismus gebe es auch zwischen Kritikern und Schriftstellerinnen, erzählt eine Journalistin.
    • Jue.So Jürgen Sojka
      am 18.11.2018
      Fortgesetzt und erläutert, was sich aus dem "einvernehmlichen" Umgang zwischen uns Buben und unseren Mädchen entwickelt hat – in meiner Grundschulzeit [i]weiterentwickelt[/i] und zum wesentlichen Lebensinhalt unserer "Klasse -n- Gemeinschaft" bestimmt. :-) :-)

      Die Mädchen wollten also wissen, ob [i]ihre[/i] Buben, mit denen sie aufwachsen, sich auch als "belastbar" bewähren, im Erfüllen _ihrer_ Aussagen über sich selbst, oder, wie es lange Zeit vor uns Frauen erleben mussten, „[b]Große Klappe und nichts dahinter![/b]“

      Entwickelt hat sich aus unserer Kommunikation und dem Aufrechterhalten im Dialog miteinander, unsere eigene Sprache, die allein von den sich beteiligenden zu verstehen war – entwickelt aus unserem Wissen um den "Pawlowschen Effekt".
      Mehr und mehr auf körpersprachlicher Macroebene die Signale ausgetauscht: Ein kaum merkliches Muskelspiel im Gesicht, dem Oberkörper, den Händen und … [b][2][/b]

      Ja und der Besuch aus unserem Kultusministerium, wenige Tage nach dem ersten Unterricht in der 5. Klasse, von dem im Besonderen darauf geachtet wurde, das gesprochene Wort nicht durch Körperhaltung, Mimik, Stimme oder Sprachmelodie der Unwahrheit zu überführen.
      Aufrichtig, offen und ehrlich -wie wir im Umgang miteinander- das Angebot an uns und unsere Parallelklasse, den gleichen Unterrichtsumfang wie in den Oberschulen zu erhalten: [i]„Das schafft ihr natürlich nicht mit den Lehrern die ihr habt. Ihr bekommt die ersten ausgebildeten Pädagogen.“ [/i]

      [b][2][/b] Samy Molcho, der die Pantomime um die psychologische Körpersprache und die ganzheitliche Kommunikation erweitert hat, war uns dabei nicht hilfreich – er tauchte erst später auf der internationalen Bühne auf.
  • Philippe Ressing
    am 14.11.2018
    Nun ja, warum auf Berlusconi schauen, wenn das Böse liegt (lag) so nah?! Erinnert sei an Leo Kirch, der versuchte, ein rechtskonservatives Medienimperium aufzubaen. Erinnert sei an Axel Speringer, der über seine Blätter versuchte Politik gegen die Enstpannungspolitik Brandts zu machen. Heute agieren in den Chefetagen der Medien weniger politsche Überzeugungstäter, sondern die Controller. Und die Öffentlich-Rechtlichen? Jahrzehntelang fuhrwerkten hier Parteipolitiker herum - bekomme ich den cdu-nahen Programmdirektor, bekommst Du den spd-gewollten Chefredakteur. Beim SWR gibt es im Rundfunkrat die sogennanten schwarzen - und roten Freundeskreise - rundfunkrechtlich nirgendwo festgelegt, stellen sich hier Kandidaten für Chefposten vor - bevor der Rundfunkrat entscheidet. Die innere Aushölung der Rundfunkfreiheit resultiert heute weniger von politischer Seite. Selbstkommerzialisierung, journalistische Feigheit/Unfähigkeit breiten sich aus. Redaktionen werden als Kostenfaktor gesehen - das gilt vor allem bei den Printmedien - aber auch bei ARD und ZDF. Ende der 70er Jahre wollten die Mitarbeiter beim Norddeutschen Rundfunk für den Erhalt ihrer Anstalt streiken - als CDU-Albrecht in Niedersachsen (von der Leyens Papa) wegen der kritischen Berichterstattung zur Atomkraft den Staatsvertrag kündigte. Heute kaum vorstellbar, viele Journalisten agieren so stromlienenförmig, dass es einem graust. Und dem Normalöbürger ist's wurscht, hauptsache er fühlt sich gut unterhalten.....

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