Die Journalistin Filiz Koçali. Foto: Joachim E. Röttgers

Die Journalistin Filiz Koçali. Foto: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 349
Kolumne

Stuttgarter Friedenspreis

Von Filiz Koçali
Datum: 06.12.2017
Unsere Autorin ist aus der Türkei geflohen, ihre Freundin Aslı Erdoğan wurde dort ins Gefängnis geworfen. Seit Anfang des Jahres analysiert die Journalistin in ihren Kontext-Kolumnen "Briefe an Aslı" die Lage in der Türkei und im Exil. Heute gratuliert sie der Freundin und Weggefährtin zum Stuttgarter Friedenspreis.

Stuttgart könnte die Stadt sein, die uns nach erlebten großen Schwierigkeiten und langer Trennung wieder vereinen könnte. Du hast wieder einen angesehenen Preis, einen Friedenspreis, gewonnen. Der diesjährige Stuttgarter Friedenspreis geht an dich.

Mir wurde gesagt, dass du den Preis persönlich entgegennehmen kannst. Meine einzige in Europa lebende Verwandte wohnt in Stuttgart, weshalb ich seit Anfang meines Lebens im Exil oft in diese Stadt reise und auch manchmal für die Wochenzeitung Kontext schreibe.

Wie bitter: Du und ich, wir wurden in unserem Land als "TerroristInnen" beschuldigt und angeklagt. Sie verlangen, dass wir zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt werden. Aber diejenigen, die Frieden auf dieser Welt wollen, geben dir einen Friedenspreis. Denn sie wissen, dass Frieden nicht alleine Waffenstillstand heißt. Frieden bedeutet ein Zusammenleben von Menschen, die gegenseitig ihre Rechte und Freiheiten respektieren.

Unser gemeinsamer Nenner war Frieden. Deshalb haben wir uns in der gleichen Zeitung gefunden und müssen auch den Preis dafür zahlen. Frieden sollte in unserem Land herrschen. Der Kurden-Konflikt, in dem so viele junge Menschen sterben, sollte aufhören. Die Völker sollten mit Würde und gegenseitigem Respekt leben. Das wollten und wollen wir beide.

Während vor unseren Augen, Städte vernichtet wurden, kleine Kinder unter Panzern ihre Leben lassen mussten, Menschen auf der Strasse erschossen und Friedensproteste durch Bomben mit Blut übergossen wurden, konnten wir doch nicht still bleiben. Wir waren gemeinsam in der Redaktion einer Zeitung tätig, die von KurdInnen herausgegeben wird. Die Zeitung Özgür Gündem fokussierte sich auch auf die Probleme und das Leben der KurdInnen. Dort schrieben wir beide – Du als türkische Schriftstellerin, ich als türkische Journalistin.

Wir haben gekämpft, wir haben das Richtige gemacht, aber der Preis dafür war zu hoch.

Deine Wohnung wurde durchsucht, du wurdest verhaftet, die Tage im Gefängnis erschütterten Dich, ich weiß. In einem Gespräch hast du gesagt: "Ich habe sogar an den Tod gedacht".

"Frieden zu schließen ist schwerer, als Krieg zu führen", sagt man. Es braucht Entschlossenheit und Mut. Man muss bereit sein zur Konfrontation, aber auch vergeben können. Man muss auch mal bereit sein, eine stärkere Position aufzugeben. Man muss sich von Wut und Hass befreien, um seine Mitmenschen kennen und respektieren zu lernen.

Der Frieden wird gewinnen

Ich weiß, der Weg zum Frieden ist lang und schwierig. Insbesondere, weil unser Land, die Türkei, tief gespalten ist. Die Enthüllungen der Panama und jüngst der Paradise Papers weisen Bankkonten von türkischen Regierungsmitglieder nach. Dies und die Korruptionsvorwürfe im Zarrab-Fall haben die Menschen in unserem Land weiter polarisiert. Die Regierungsnahen sind still, weil sie das Ganze entweder als "Verschwörung" sehen oder "das Land nicht in Verruf bringen wollen". Alle, die von Korruption sprechen, werden als "LandesverräterInnen" an den Pranger gestellt. Wir alle gehen gemeinsam mit vielen anderen Menschen unseres Landes durch harte Zeiten.

Deniz Yücel und 150 weitere JournalistInnen sind im Gefängnis, viele AkademikerInnen wurden entlassen. Die Gefängnisse sind überfüllt, der Schrei nach Freiheit dringt durch die Wände nach außen. Die Legislative, Exekutive, Judikative und Medien in der Türkei sind unter der Kontrolle einer Person. Sie heißt Erdoğan.

Aber der Frieden wird gewinnen. Wir sind nicht alleine. Es gibt in der Türkei, aber auch auf der ganzen Welt Menschen, die für Frieden kämpfen.

Nun bekommst du also den Stuttgarter Friedenspreis. Und du bist in guter Gesellschaft, wenn ich anschaue, wer diesen Preis bisher schon bekommen hat. Menschen aus Italien, Israel, Kenia, USA, die eine Friedensbrücke zwischen Völkern bauen, für Rechte der Geflüchteten kämpfen, sich engagieren gegen Waffenhandel, für eine Militärdienstverweigerung einstehen und sich für die Umwelt einsetzen. Diese Preisverleihung zeigt, dass es viele engagierte Menschen auf dieser Welt gibt, die sich um Frieden bemühen.

Deshalb ist dieser Preis von großer Bedeutung. Auch persönlich für dich und für mich. Denn er zeigt, dass wir im Recht sind und nicht allein.

Liebe Aslı, Stuttgart wäre für uns eine beliebige Stadt, wenn es dieses verdammte Kapitel türkischer Politik nicht gäbe, welches dich ins Gefängnis steckte und mich ins Exil vertrieb. Und nun, wird es die Stadt sein, die uns dank unserem Friedenswillen zusammenführt. In der Hoffnung, dich bei der Stuttgarter Friedenspreisverleihung zu treffen und nach langer Zeit wieder zu umarmen, allen Widrigkeiten zum Trotz. Sei der Frieden immer mit uns!

Seit Anfang des Jahres analysiert unsere türkische Kollegin Filiz Kocali die Situation in der Türkei und das Leben im Exil für Kontext. Genauso lange gibt es die die türkisch-deutsche taz.gazete.de. "Sie würden Erdogan am liebsten eine kleben?", fragen die taz-Kollegen jetzt. Und empfehlen mangels Möglichkeit ihr 72-seitige Journal mit Reportagen, Interviews und Comics türkischer AutorInnen. Ab 15. Dezember zu bestellen unter taz.de/soli-journal.de.

Die Adressatin: Schriftstellerin Aslı Erdoğan. Foto: Frank Röth
Die Adressatin: Schriftstellerin Aslı Erdoğan. Foto: Frank Röth

Aslı'ya mektuplar

Sevgili Aslı,

Stuttgart … Yasadığımız büyük zorluklardan ve uzun bir ayrılıktan sonra bizi buluşturan şehir olabilir.

Sen yine prestijli bir ödül, bir barış ödülü kazandın. Bu yılki Stuttgart Barış Ödülü sana verilecek.

Ödül törenine katılmak için gelebileceğini söylediler. Benim Avrupa'da yaşayan tek akrabam da Stuttgart'ta yaşadığı için, ilk sürgün günlerimden beri, sık sık geliyorum ve şehirde yayınlanan bu gazeteye ara sıra yazılar yazıyorum. 

Ne hazin. Kendi ülkemizde "terörist" olarak suçlandık, hakkımızda, ömür boyu hapis cezası isteyerek dava açtılar. Ama dünyanın barış yanlıları sana barış ödülleri veriyorlar.

Çünkü dünyadaki barış yanlıları biliyorlar ki, barış; çatışmanın durmasi değil sadece. Barış, insanların birbirlerinin haklarına ve özgürlüklerine saygı duyarak bir arada yaşayabilmeleri demek.

Bizi seninle aynı gazetede buluşturan ve bedel ödeten de barış konusundaki ortaklığımızdı.

Ülkemizde, hem her gün gençlerin öldüğü çatışmanın durmasını, hem de halkların onurla, birbirlerinin haklarına saygı duyarak yaşamalarını istiyorduk.

Gözümüzün önünde kentler yıkılırken, çocukların küçük bedenleri panzerler altında ezilirken, sokakta insanlar kurşunlanırken, barış gösterileri bombalarla kana bulanırken, sessiz kalamazdık.

Kürtlerin çıkardığı ve ağırlıklı olarak Kürtlerin sorunlarını, yaşadıklarını işleyen bir gazetenin, Özgür Gündem gazetesinin yayın danışma kurulunda yer aldık.

Sen, Türk bir yazar olarak, ben bir Türk gazeteci olarak.

İyi yaptık, doğru yaptık ama bedeli ağırdı.

Evinin basılması, gözaltına alınman, cezaevi günleri, biliyorum, seni çok sarstı.

Bir söyleşinde "ölümü bile düşündüm" demişsin.

"Barışmak, savaşmaktan daha zordur" derler. Kararlılık ve cesaret ister. Yüzleşmeye, özür dilemeye, üstte olmaktan vaz geçmeye hazır olmak gerekir.

Öfkeden, kinden arınmayı, yanındakini tanımayı, saygı duymayı gerektirir.

Biliyorum, barış için yolumuz uzun ve zor.

Hele ülkemiz bu kadar kamplara bölünmüşken daha da zor.

İktidar yetkililerinin Panama ve Paradise belgelerinde ortaya çıkan banka hesapları, ABD'de sürmekte olan Zarrab davasında ortaya çıkan rüşvet iddiaları bile, ülkemizin insanlarını ikiye böldü.

İktidar yanlıları, olan bitene ya "kumpas" ya da"milli çıkar" diyerek ses çıkarmıyor. Rüşvetten söz edenleri ise "vatan haini" olarak ilan ediyor.

Hepimiz, ülkemizin pek çok değerli insanı zor günler geçiriyor.

Deniz Yücel ve 150 gazeteci cezaevinde. Akademisyenler işsiz bırakıldı. Cezaevleri doldu taşıyor, işkence çığlıkları duvarları aşıp bize kadar geliyor. Yasama, yürütme, yargı ve medya tek bir şahsın, Erdoğan'ın kontrolünde.

Ama barış mutlaka kazanacak! Yalnız değiliz. Türkiye'de ve dünyada barışı isteyen, mücadele eden barışseverler de var.

Senin ödül alacağın belli olduğunda, bu ödülü daha önce kimlerin aldığını biraz araştırdım.

İtalya'dan, İsrail'den, Kenya'dan, ABD'den, Amazon'dan; halklar arasında barış köprüsü kuranlar, mültecilerin haklarını savunanlar, silah ticaretine itiraz edenler, askerliği reddedenler, çevre mücadelesi verenler; papazlar, öğretmenler, politikacılar, gazeteciler.

Dünyada barış için uğraşan ne kadar çok ve değerli insan var.

Senin alacağın bu ödül, bu nedenle çok anlamlı. Haklılığımızı ve yalnız olmadığımızı kanıtlıyor. En güzel duygularımla kutluyorum. 

Sevgili Aslı, seni cezaevine, beni sürgüne gönderen lanet süreç olmasa, Stuttgart bizim için sıradan bir şehir olacaktı. Şimdi ise, bizi barış vesilesiyle buluşturan bir şehir olacak.

Umarim bir aksilik çıkmaz, ikimiz de gelebiliriz.

Stutgart Barış Ödülü töreninde buluşabilmek ve bizi ayrı düşürenlere inat sarılabilmek umuduyla.

Barış her zaman bizimle olsun!


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