Dorothea Heintze, Journalistin, Moderatorin und Mitorganisatorin des Festivals, gehört zum Vorstand des Netzwerks Immovielien, das sich für mehr Gemeinwohlorientierung in der Immobilien- und Quartiersentwicklung einsetzt. Immovielien, so definiert der Verein, sind Immobilien für viele beziehungsweise "die von Vielen für Viele entwickelt und gestaltet werden. Sie entstehen in einem gemeinschaftlichen Prozess und aus einer gemeinwohlorientierten Haltung heraus." 58 Projekte sind auf der Website des Vereins gelistet: von Kiel bis Freiburg, von Greifswald bis Luxemburg.
Das Wissen selbst angeeignet
Heintze hat seit 2021 eine Art Blog, die Kolumne "Wohnlage" im evangelischen Magazin "Chrismon", in der sie vorbildliche Projekte vorstellt und die Fallstricke der Wohnungspolitik beleuchtet. Ihr Wissen hat sie sich selbst angeeignet – angefangen mit einer Baugruppe in der Hamburger Hafencity, wo sie heute noch wohnt. In ihrem ersten Beitrag für "Chrismon" beschreibt sie, wie anstrengend das war: endlose Sitzungen mit 50 Personen, in denen über Kleinigkeiten gestritten wurde, statt endlich zur Sache zu kommen.
Als das Haus fertig gebaut war und die Baugemeinschaft glücklich zusammenlebte, stellte sie fest, dass sie dabei ein Menge Wissen angesammelt hatte – über Baugemeinschaften, Genossenschaften, Erbpacht und die zahllosen Schwierigkeiten, mit denen jedes Wohnprojekt zu tun hat. Sie wurde Vorständin der Genossenschaft Gröninger Hof, die das gleichnamige Hamburger Parkhaus in ein Wohnhaus mit 90 bezahlbaren Wohnungen, Büros, Gastronomie und Gemeinschaftsräumen umwandeln will. Das Problem: Der Beton ist marode. Das Parkhaus muss nun doch größtenteils abgerissen werden, auf den Fundamenten ensteht ein Neubau.
Während der Gröninger Hof, wenn alles klappt, nächstes Jahr fertig werden soll, ist Heintze schon wieder einen Schritt weiter. Seit einem Jahr ist sie im Vorstand des Vereins Immovielien und damit Mitorganisatorin des Festivals. Warum findet das ausgerechnet in Stuttgart statt? Weil die Wagenhalle dafür die besten Voraussetzungen bietet, sagt Dorothea Heintze.
Festival mit Workshops, Vorträgen, Ausstellungen
Im Mittelpunkt des Festivals steht ein Fachtag am 19. Juni: Vorträge und Podiumsgespräche, unter anderem mit der Bundestagsabgeordneten Hanna Steinmüller (Grüne). Er war innerhalb von vier Stunden ausgebucht. Mehr als 300 Personen sind wegen des Branschutzes im Projektraum nicht zugelassen. Aber die Veranstaltung wird nun per Livestream auf der Festivalwebsite übertragen.
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