Aus seiner politischen Haltung machte Odfried Hepp kein Hehl. Als der in Achern bei Baden-Baden Aufgewachsene 1977 als 19-Jähriger seinen Wehrdienst ableistete, weigerte er sich, an seiner Uniform die Farben Schwarz-Rot-Gold zu tragen. "Ich werde keine Hoheitszeichen der 'Bundesrepublik Deutschland' mehr tragen! Das verbietet mir mein Gewissen", schrieb er in einem Brief an seine Vorgesetzten. “Ich werde entweder keine oder die Farben des Deutschen Reiches und Volkes Schwarz-weiß-rot tragen.”
Es entspricht ganz der "Reichsbürger"-Ideologie, was Hepp da handschriftlich zu Papier brachte, nachzulesen in der neuen Sonderausstellung "Rechtsextremer Terror" im Hotel Silber auf einem Originalbrief. Er schließt mit der Grußformel "Deutschland Sieg Heil!", in Großbuchstaben, das "S" in SS-Runen. Erstaunlicherweise hatte der Brief bei der Bundeswehr für Hepp keinerlei Konsequenzen, außer, dass er nicht mehr befördert wurde. Gleich nach seinem Ausscheiden gründete er 1978 mit dem Frankfurter Walter Kexel und anderen eine Wehrsportgruppe, verübte 1982 mehrere Bombenanschläge auf Einrichtungen und Mitglieder der US-Armee, zwei Soldaten wurden dabei schwer verletzt.
Eine Zeitlang galt Hepp als der meistgesuchte Rechtsterrorist in Deutschland. Zwei Jahre davor war das vermutlich Manfred Roeder. Die von ihm gegründeten "Deutschen Aktionsgruppen", deren Mitglieder größtenteils aus Baden-Württemberg kamen, verübten 1980 mehrere Bombenanschläge, bei dem auf eine Asylunterkunft in Hamburg starben zwei junge Vietnamesen (Kontext berichtete).




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