Auswege gesucht. Fotos: Joachim E. Röttgers

Grüne Auswege gesucht. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 443
Debatte

Gesellschaft ohne Wachstum

Von Raul Zelik
Datum: 25.09.2019
Eine ökologische Wende wird erst möglich, wenn wir andere Vorstellungen von einem guten Leben entwickeln, meint unser Autor. Durchsetzen lässt es sich nur dann, wenn man gleichzeitig die Machtverhältnisse in den kapitalistischen Gesellschaften angreift.

Auf Facebook teilte ein Bekannter unlängst das Foto eines Zeitungsartikels. Das Erstaunliche daran war nicht der Inhalt, sondern das Datum. Der Artikel, in dem es hieß, die CO2-Emissionen müssten drastisch reduziert werden, stammte aus den späten achtziger Jahren. Damals lag der globale Kohlendioxidausstoß bei 22 Milliarden Tonnen jährlich. Seitdem hat sich der jährliche Ausstoß auf 37 Milliarden schon fast verdoppelt.

Kaum etwas empört AktivistInnen der "Fridays for Future"-Bewegung so sehr wie das "Versagen der Politik" in der Klimafrage. Obwohl auf internationalen Konferenzen seit 1992 Beschlüsse gefasst werden, ist nichts passiert. Die Treibhausgasemissionen steigen weiter, der Kipppunkt, an dem sich der Klimawandel selbst verstärkt, rückt näher. Woran liegt es also, dass auf Ankündigungen keine entsprechende Politik folgt?

Wettbewerbsvorteil Öl

Der mit Abstand größte Teil der CO2-Emissionen entsteht beim Verbrennen fossiler Energieträger. Dass bei der Stromerzeugung, beim Heizen, im Verkehr und bei der Industrie weiterhin ungebremst fossile Brennstoffe verwendet werden, hat einen simplen Grund: Kohle, Öl und Erdgas haben nicht nur eine hohe Energiedichte, sie stehen auch "billig" zur Verfügung. Denn die Natur hat den Prozess der Energiespeicherung, bei der Sonnenenergie in Kohlenstoffe umgewandelt wird, vor Millionen von Jahren für uns erledigt.

Der Berliner Politikwissenschaftler Elmar Altvater, der sich seit den 1960er Jahren und bis zu seinem Tod 2018 mit Umweltfragen beschäftigte, betonte immer wieder, dass sich die industrielle Moderne ohne fossile Energieträger nie herausgebildet hätte. Altvater sprach in diesem Sinne von einer "trinitarischen Kongruenz", also von drei sich überlagernden Entwicklungen: erstens der Herausbildung einer Rationalität, die die Natur als unerschöpflichen, auszubeutenden Rohstoff betrachtet; zweitens der Durchsetzung kapitalistischer Formen, durch die die Wertmehrung zum Maß aller Dinge wird; und drittens der Verfügbarkeit fossiler Brennstoffe.

Eine Veränderung der energetischen Grundlage, so Altvater, würde die gesamte Verbindung infrage stellen. Denn der Motor der Moderne sei die Steigerung der Arbeitsproduktivität, die es erlaubt, dieselbe Menge an Gütern mit immer weniger Arbeit herzustellen. Diese Produktivitätssteigerungen beruhen darauf, dass Maschinen die menschliche Arbeit ersetzen. Hierfür braucht es Energie, die die Maschinen in Gang hält.

Tatsächlich war die Weltwirtschaft über Jahrtausende eher statisch. Die Zeit der hohen Wachstumsraten begann erst im 19. Jahrhundert, als Energieträger – zunächst vor allem Holz und Kohle – die Dampfmaschinen in Gang setzten.

Nun lassen sich mit Sonne und Wind heute auch Maschinen betreiben. Doch Altvater wurde nicht müde zu betonen, dass dies nicht ohne Folgen auf Wachstum und Gewinne bleiben werde. Fossile Energie sei nämlich "dichter als die biogenen, solaren Energien und (hat) in aller Regel einen höheren Energy Return on Energy Invested". Anders ausgedrückt: Das Verhältnis zwischen eingesetzter und gewonnener Energie ist bei fossilen Brennstoffen besser. Wer andere Energien einsetzt, hat einen Wettbewerbsnachteil. Würde insgesamt auf erneuerbare Energien umgestellt, ginge das Wachstum zurück.

Wenn im Kampf gegen die Erderwärmung seit Ende der achtziger Jahre nichts passiert ist, dann liegt das also daran, dass wir es nicht mit einer einfachen Umstellung der Energieproduktion, sondern mit einem Systemwechsel zu tun haben. Dieser würde auch die Produktions- und Lebensweise erfassen. Die Zeit der hohen Wachstumsraten wäre vorbei. Ein wichtiger Teil der Klimabewegung propagiert genau das: Ihre Parole lautet "System change, not climate change". Doch worin genau bestünde ein derartiger Systemwechsel?

Postwachstum?!

Unter dem Begriff "Postwachstum" wird seit einem Jahrzehnt in den Sozial- und Umweltwissenschaften intensiv über die Zielrichtung eines Systemwechsels diskutiert. Im Buch "Degrowth/Postwachstum" zeichnen Matthias Schmelzer und Andrea Vetter nach, wie die Wachstumsgesellschaft heute aus unterschiedlichen Perspektiven infrage gestellt wird.

Die ökologische Kritik verweist vor allem auf die Begrenztheit natürlicher Ressourcen und Schadstoffsenken – und auf die Unumkehrbarkeit energetischer Prozesse. Während der umweltpolitische Mainstream daraus den Schluss zieht, dass man den Kapitalismus "grün" reformieren müsse, betont die ökologische Wachstumskritik, dass technische Effizienzsteigerungen, der Übergang zur Dienstleistungsgesellschaft und der Aufbau von Recyclingkreisläufen die Grenzen des Wachstums zwar verschieben, nicht aber aufheben. Notwendig sei deshalb eine Gesellschaft ohne Wachstumsdynamik.

Eine sozioökonomische und kulturkritische Perspektive hält dies für wünschenswert, weil Wachstum ab einem bestimmten Punkt die Lebensqualität nicht mehr verbessere, sondern den Wohlstandszugewinn ins Gegenteil verkehre. In diese Richtung argumentiert beispielsweise der Soziologe Hartmut Rosa. Er betrachtet die Beschleunigung von Arbeit und Alltag als eines der größten Hindernisse für ein "gutes Leben".

Die feministische Linie der Kritik stellt den Zusammenhang von Ökonomie und Geschlechterverhältnissen in den Vordergrund. Unserer Ökonomie liege eine Spaltung zwischen produktiver, "männlich" codierter Arbeit und einer zu kolonisierenden, "weiblichen" Natur zugrunde. Diese Aufspaltung erlaube nicht nur die Ausbeutung von Naturressourcen, sondern auch der weiblichen Sorge- und Pflegearbeit. Queere Feministinnen wie Christine Bauhardt oder Frederike Habermann vertreten in diesem Zusammenhang die Ansicht, dass die Auflösung der binären Geschlechterordnung – in der der ungebundene Homo oeconomicus auf Kosten der sorgenden, pflegenden Frau wirtschaftet – einen neuen ökonomischen Horizont eröffnen würde. Besondere Bedeutung messen sie dabei den Gemeingütern ("commons") und der Care-Ethik bei.

Aus einer Nord-Süd-Perspektive schließlich argumentieren etwa Ulrich Brand und Markus Wissen oder auch der Münchner Soziologe Stephan Lessenich, dass die Wachstumsökonomien auf imperialer Macht beruhen. Der Konsumgüterwohlstand des Globalen Nordens lebe von der Auslagerung von Kosten. Die ökologischen und sozialen Folgen von Rohstoffförderung, Niedriglohnproduktion und Vermüllung würden systematisch auf den Süden abgewälzt.

All diese Ansätze der Wachstumskritik verdeutlichen, dass es bei einem von einem Teil der Klimabewegung geforderten Systemwechsel längst nicht nur um den Umstieg auf erneuerbare Energien geht, sondern zunehmend auch um Produktionsweise, Lebenszuschnitt, Geschlechterrollen und Nord-Süd-Beziehungen. Dabei sucht man nach Schnittstellen, über die sich die unterschiedlichen Ansätze verbinden ließen. Unter dem Schlagwort "gutes Leben" propagiert man beispielsweise eine radikale Arbeitszeitverkürzung. Sie würde eine ökologische Wohlstandsperspektive jenseits der Konsumgüterfülle eröffnen, die feministische Umverteilung der Sorgearbeit erleichtern und wäre auch für gewerkschaftliche Kämpfe anschlussfähig.

Das Problem ist kein individuelles, sondern ein strukturelles

Was ihre Ziele betrifft, haben die Ansätze der Wachstumskritik viele Gemeinsamkeiten. Konträrer sind hingegen die Vorstellungen, wie ein Systemwechsel durchgesetzt werden könnte. Die große Frage lautet dabei: Ist die Wachstumsgesellschaft eher das Produkt des Industrialismus oder die Folge kapitalistischer Eigentums- und Klassenverhältnisse?

Die wachstumskritische Bewegung betont die erste der beiden Erklärungen. Das ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Umweltbilanz sozialistischer Staaten desaströs war. Kritisiert werden deshalb in erster Linie das Entwicklungs- und Wachstumsparadigma, die technische Rationalität und die vorherrschenden Konsummuster der westlichen Moderne. Das bedeutet auch, das eigene Leben zu ändern: auf Flugreisen verzichten, gemeinwohlorientierte Sharingprojekte aufbauen, lokale Wirtschaftskreisläufe stärken und so weiter. Dieser Ansatz ist keineswegs bloß individualistisch. Der alternative Ökonom Niko Paech beispielsweise betont, dass es durchaus um gesellschaftliche Prozesse gehe, nämlich darum, "soziale Räume (zu) schaffen, in denen Avantgardisten und Vorreiter als Minderheit das Erfahrungswissen anhäufen, das dann später verallgemeinerbar und massentauglich werden könnte".

Das Problem an diesem Ansatz: Er lässt sich mit dem vorherrschenden Umweltdiskurs allzu leicht in Deckung bringen. Die Medien unternehmen große Anstrengungen, um die Aufmerksamkeit von den Konzernen weg auf den einzelnen Konsumenten zu lenken. Sie verschleiern damit, dass das Gros der CO2-Emissionen auf das Konto einiger weniger Konzerne geht. Von den 870 Millionen Tonnen Treibhausgas, die in Deutschland 2018 produziert wurden, gingen allein 125 Millionen Tonnen auf das Konto des Energiekonzerns RWE, weitere 82 Millionen waren von Heidelberg Cement und 33 Millionen von der Lufthansa zu verantworten.

Wer in erster Linie auf die Experimente selbstorganisierter Gruppen setzt, verstellt den Blick darauf, dass die Emissionen schlagartig reduziert werden könnten, wenn man die Stromkonzerne zum Abschalten der Kohlekraftwerke zwingen oder die Kurzstreckenflüge verbieten würde. Diese ordnungspolitischen Maßnahmen veränderten dann zwar auch die Lebensweise aller, wären im Unterschied zum Appell aber verbindlich.

Das wäre das Argument derjenigen, die die kapitalistischen Macht- und Eigentumsverhältnisse für das Haupthindernis einer ökologischen Wende halten. Dass die notwendigen Klimaschutzmaßnahmen nicht ergriffen werden, liegt zwar auch "am Wähler", in erster Linie aber an den Unternehmensinteressen. Ein Verbot von Kohlekraftwerken würde nämlich nicht nur RWE treffen, sondern vor allem auch die Stromkosten erhöhen und damit die Profitraten aller Konzerne beeinträchtigen.

Zeit für Ökosozialismus?

Elmar Altvater wies zeit seines Lebens darauf hin, dass ökologische Probleme nicht zu verstehen sind, wenn man nicht gleichzeitig über die Entwicklungsgesetze im Kapitalismus nachdenkt. Die industrielle Moderne hat zweifellos viel mit Wissenssystemen und Diskursen, mit Lebenshaltungen und Denkweisen zu tun. Doch angetrieben wird sie von einem fatalen Mechanismus: Kapital will vermehrt werden, und wer das erfolgreich tut, steht in der Gesellschaft oben.

Es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass beide Erklärungen etwas für sich haben. Eine ökologische Wende wird nur möglich sein, wenn wir andere Vorstellungen eines guten Lebens entwickeln. Doch durchsetzen lässt sich all dies nur, wenn man gleichzeitig die Machtverhältnisse in der kapitalistischen Gesellschaft angeht. Jene Klasse, die heute oben ist, weil sie erfolgreich Kapital vermehrt, wird nicht freiwillig auf ihre Position verzichten.

Anders ausgedrückt: Eine sozialistische, auf Gemeineigentum beruhende Gesellschaft ist nicht per se "grün"; aber dennoch hat die ökologische Veränderung fast immer auch eine sozialistische Dimension. Öffentliche, kollektive Verkehrsmittel sind ungleich ökologischer als der "grüne" Umbau der Pkw-Flotte. Ein gutes Leben mit weniger Konsumgütern muss auf der Stärkung sozialer und kultureller Angebote beruhen. Den immer verrückteren Statuskonsum, der in der Ausbreitung von SUVs, Jachten und Privatjets sichtbar wird, bekämpft man am besten, indem man die soziale Gleichheit erhöht. Und auch die fatale Standortkonkurrenz zwischen den Nationalstaaten kann man nur durch mehr "Nord-Süd-Gerechtigkeit" und globale Standards stoppen.

Wer es ernst meint mit Klimaschutz und ökologischer Wende, braucht ein ökosozialistisches Projekt.


Raul Zelik ist Vertretungsprofessor für internationale und intergesellschaftliche Politik an der Universität Kassel. Von Januar bis März 2019 war er Fellow des Forschungskollegs "Postwachstumsgesellschaften" an der Universität Jena. Er ist Beisitzer im Vorstand der Partei Die Linke. Sein obiger Text ist zuerst in der schweizer Wochenzeitung WOZ erschienen.


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8 Kommentare verfügbar

  • hans drager
    am 30.09.2019
    “Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
    Sind Schlüssel aller Kreaturen …
    Dann fliegt vor einem geheimen Wort
    Das ganze verkehrte Wesen fort“
    [Novalis]

    In den USA von einer Verfechterin des GREEN NEW DEAL nach der Kostspieligkeit der Maßnahmen zur Kehrtwende in der bisherigen ´Klimapolitik´ befragt, gab G.Th. zur Antwort: „Für die Rettung der Banken war genug Geld da. Wenn wir die Banken retten können, können wir auch die Welt retten“.

    Einmal davon abgesehen, dass diese Antwort etwas treuherzig ist, gelinde gesagt, gibt sie doch einen gewissen Aufschluss darüber, dass sie und ihre Freunde meinen, dass der ganze Klimaschlamassel, zumindest auf Regierungsebene (Appelle an das Gewissen der Regierenden), auf der Grundlage von Geld zu lösen sei. Falls es ihr einmal gelingt, krankheitsbegrifflich gestärkt ihren Geruchssinn zu entwickeln, wird sie feststellen, dass das Geld, ganz entgegen anderslautenden Behauptungen (´non olet`), gewaltig stinkt. Leichen pflastern seinen Weg:

    Der kapitalistische Produktions- und Verwertungsprozess ist ein Destruktionsprozess. „Die kapitalistische Gesellschaft tritt dem Leben als Naturgewalt gegenüber. Protest, d.h. Lebensäußerung, wird ständig abgetötet; das ist permanenter, organsierter Mord“ (SPK- Aus der Krankheit eine Waffe machen).

    Geld ist die MANGELware schlechthin (das Gegenteil wäre ungebremste Dauerinflation, wie gehabt z.B. in den 20ger Jahren, also ÜBERZÄHLIGKEIT, ärztlicher Sterbeetat und Selektion (die rassehygienischen Gesetze zur Zwangssterilisation der Weimarer Republik wurden mit den Stimmen der Sozialdemokraten verabschiedet).

    Ob der Deal – auf ausländisch: Geschäftemacherei, der Handel und die Händel - zur Rettung des Klimas (oder des Kapitalismus, was für seine Verfechter wohl auf das Gleiche hinausläuft) GRÜN benannt wird, ändert daran überhaupt nichts. `Business as usual´. Das gilt auch sowohl für GRÜNE Klimapolitik hierzulande wie auch die in obigem Artikel befürwortete `ökologische Wachstumskritik´.

    Der Keynes´sche New Deal bei den Amis, auf den sich die Verfechter des GREEN New Deal berufen, ist nicht zu trennen von der zugehörigen Aufrüstung und dem 2. Weltkrieg. Erst ab der Aufrüstung fing die Arbeitslosenzahl an, wie bezweckt und zur Verhinderung von Aufständen langsam zu sinken.

    Ebenso hier: Der Weg des Geldes ist mit Leichen gepflastert. Auch beim BRAUNEN Deal im tausenjährigen Nazireich gabs zwecks Arbeitsplatzbeschaffung Autobahnbau, Aufrüstung, Krieg – und auch die Massenvernichtung von Patienten und von Juden-als-Patienten fand in diesem Deal, z.B. als Vermögens-Umverteilungsmaßnahme ihren zugehörigen Ort.

    Der Deal ist also durchaus farbenneutral, aber nie krankheitsneutral, will heißen: immer gegen Krankheit und erst recht gegen Krankheit als Waffe revolutionärer Erkenntnis und Veränderung gerichtet.

    Wer die oben aufgezeigten Zusammenhänge zwischen Klimakatastrophe, Kapitalismus und Geschäftemacherei [GREEN Deal scheißegal BRAUNER Deal] einerseits und der verzweifelten Suche nach einer Strategie, die diese abwenden kann, halbwegs nachzuvollziehen willens und bereit ist, wird leicht einsehen, dass das „geheime Wort“ etwas mit Krankheit - und wer kann von sich behaupten, er sei nicht krank - zu tun hat. Und einen Begriff von Krankheit, einen Krankheitsbegriff hat soweit ich weiß außer dem SOZIALISTISCHEN PATIENTENKOLLEKTIV / PATIENTENFRONT – SPK/PF(H) niemand sonst entwickelt. Keine andere politische, sozialistische, kommunistische, anarchistische, feministische oder militaristische Gruppe geschweige denn die späterhin Partei der Grünen war dazu bereit.

    Partei ergreifen - Parteilichkeit FÜR Krankheit ist meines Erachtens der einzige Ausweg aus der Sackgasse in die uns der Kapitalismus mit seiner "Plusmacherei": Mehrwert heckt Kapital, Geld arbeitet, Geld-Geld´, geführt hat. Das begriffliche Instrumentarium dazu, der vollständige Krankheitsbegriff wie auch die auf seiner Anwendung beruhenden Pathopraktiken finden sich auf der homepage von SPK/PF(H) - www.spkpfh.de.

    Und da es um die Zukunft von Erde und sowohl Tier- wie Menschengattung geht, so ist Krankheit die Ganzheit mit Zukunft
  • a dabei
    am 29.09.2019
    Gesellschaft ohne Wachstum: Über Jahrtausende hat das einigermaßen funktioniert. Doch inzwischen leben wir im Kapitalismus, in dem selbst ein „kommunistisches“ Land wie China den Turbo angeworfen hat. Kapitalismus – ein geradezu perverses System, in dem jegliche Arbeitsleistung, jegliche Produktions- und Geldmenge, Stagnation bedeutet, wenn sie nicht gegenüber der des Vorjahrs wächst. Und diesen Wachstumszwang braucht das System, um einigermaßen stabil zu bleiben – bis es dann irgendwann kollabiert. Denn dass permanentes Wachstum auf einem endlichen Planeten nicht möglich sein kann, könnte eigentlich jeder Grundschüler an seinen fünf Fingern abzählen. Und dass wir diesen Kollaps mit unserer das Klima zerstörerischen Lebens- und Wirtschaftsweise zusätzlich beschleunigen, ist nur ein weiterer Aspekt.
    Dass wir den unvermeidlichen Kollaps nicht wie einen Zieldurchlauf erleben werden, dass er vielmehr schrittweise kommen wird, macht die Sache nicht beruhigender. Denn davor wird es zu Verteilungskämpfen kommen, Macht gegen Ohnmacht, Nord gegen Süd, Reich gegen Arm, Vormacht gegen Menschrechte usw. Und da kommt auch wieder die kapitalistische Logik ins Spiel: Die kapitalistische Oberklasse hat auch die Macht dazu, am längsten zu überleben.
    Und davor soll uns möglicherweise ein „Ökosozialismus“ bewahren? In einem Land und einer (westlichen) Welt, in der alles, was auch nur nach links oder sozialistisch riecht, heftigste Aversionen hervorruft? Schön wäre so ein Konzept ja schon und auch dringend notwendig.
    Doch obwohl ich im Grunde eine optimistische Natur bin, teile ich da eher die unvermeidliche Einschätzung von Harald Lesch: „Die Menschheit schafft sich ab“. https://www.tele-akademie.de/begleit/video_ta180506.php
    Und damit auch den Kapitalismus.
  • zdago
    am 29.09.2019
    eine ernsthafte Antwort - Respekt, gibt es selten !
    Trotzdem würde ich dann gerne den Rahmen etwas erweitern .

    Sie haben geschrieben :
    Damals lag der globale Kohlendioxidausstoß bei 22 Milliarden Tonnen jährlich.

    eine tolle Zahl - aber ohne Referenz völlig wertlos. Was solls . schreiben sie es in Kg oder Gramm, und sie wird noch bombastischer - und ohne Referenz bleibt sie wertlos!

    Betrachten sie die Zahl 37 ! Sagt ihnen nichts ? Richtig - setzen sie Grad dazu, und sie haben eine erste Ahnung - und wenn sie dann noch die Referenz hinzufügen Celsius oder Fahrenheit, können sie wirklich etwas damit Anfangen, wenn sie z.B. darauf einen Bezug zur Körpertemperatur nehmen.
    Genauso ist es mit ihren 22/37 Mio Tonnen. Eine absolute Zahl und falsch durch Unvollkommenheit. Schreiben sie dazu, 22 von xx Mio Tonnen - schreiben sie die Zahl bombastisch aus, und ihre Leser sitzen vor dieser Zahl wie die MdB vor der Schuldenstatistik, völlig verständnislos.

    Verständlicher wird es, wenn sie da von 1/2/3 Prozent des gesamten CO2 reden - und eben belanglos.
    Die Welt ist ein variierendes Gleichgewichtssystem, völlig gleichgültig, ob ihre 3 Prozent noch in die Fehlertoleranz der Schätzung fallen oder nicht, es ist unerheblich

    Und hier dürfen sie es - noch (29.09.2019). Wie sie wissen, dürfen sie über die berühmten 13 Jahre keine Referenz legen, das ist durchaus verständlich, es müssen die größte politisch organisierte Vergewaltigungsorgie seit Alexander in Susa und der größte Raubzug der bekannten Geschichte, aber beim Klima dürfen sie noch, obwohl es schon erste Forderungen gibt, Kritik zu mit wirtschaftlicher Vernichtung zu bestrafen wenn nicht gleich die physische Vernichtung!

    jetzt will ich sie nicht auf die NASA hinweisen, die die Erwärmung auch auf den anderen Planeten meldet - wenn sie also nicht Anhänger der These sind, das die USA eine geheime Raumflotte unterhält, in der Galaxis die Erde gegen die Echsenmenschen verteidigt und mit Xenu, dem galaktischen Herrscher channeln, dann würde ich schon gerne von ihren hören, wie die menschengemachte Klimaerwärmung zum Mars kommt!

    Aber überlegen sie einmal, was wohl passieren würde, wären die Eliten, die DUH und maaslos Amadeu als NGO finanzieren, von der CO2-Erwärmung überzeugt wären.
    meinen sie nicht, wir hätten dann eine monströse Aufforstung dort, wo früher die Wälder vernichtet wurden ? Italien, Spanien, USA great Plains?
    Meinen sie nicht, die würden den Amazonas-Dschungel schützen statt abzufackeln ?

    Was ich im praktischen Leben beobachte, bedeutet für mich, das der CO2-Klima-Hype eine reine Verarsche ist !

    Die Realität ist anders, wie hat einmal ein Bundespräsident gesagt : wir - die Eliten - wissen genau, wo wir hin wollen.

    Und ein Minister mit Sachsensumpf-Erfahrung hat einmal so lieb erklärt : wir müssen lügen, damit das Volk ruhig bleibt.

    Sie können auch einem Herrn Edenhofer vom Potsdam-Institut für Klimaforschung einmal zuhören : Wir verteilen durch die Klimapolitik de facto das Weltvermögen um (…) Man muß sich von der Illusion freimachen, daß internationale Klimapolitik Umweltpolitik ist.“

    Und wenn sie erst einmal ihr CO2-Konto haben - bsp von dem obersten Klimaberater der deutschen Regierung Schellnhuber gefordert : ... schlägt die Einführung eines CO2-Budgets für jeden Menschen vor, egal ob er in Berlin oder in Beijing lebt,“
    nicht erwähnt ist dabei die notwendige Vollüberwachung - schließlich müssen die Mächtigen dann sehen, ob sie klimaschützend gehen oder planetenvernichtend joggen !
    Haben sie schon ihren Schrittzähler bei ihrer Krankenversicherung angemeldet ? Und ihren Fahrtenschreiber bei ihrer KFZ-Versicherung ?
    Dann sind sie auf dem besten Weg !

    Und wenn sie mit ihren 22 Mio Tonnen anzeigen wollen, das der Mensch per se ein Schadensfaktor ist, dann ist das zwar für die NWO eine nützliche Ansicht, aber damit nicht brauchbarer!

    Vielleicht zum Abschluss noch eine andere Sicht : der Sauerstoffplanet ist nicht notwendigerweise normal, weitaus natürlicher scheint eine für Menschen tödliche Venusatmosphäre zu sein. Fraglich ist eher, wie es überhaupt zu einer unnatürlichen Sauerstoffatmosphäre kam.
    Viel Spaß !
  • Jue.So Jürgen Sojka
    am 26.09.2019
    @Raul Zelik,
    wie zutreffend Ihre gesetzte Überschrift "Gesellschaft ohne Wachstum", ist doch Wachstum allein für all jene erstrebenswert, die das "Schneller - Höher - Weiter" als _mehr Kapital_ verstehen – mehr als die anderen haben wollen, um an erster Stelle genannt zu sein, unter den Reichen dieser Welt!

    Nun versteht so gut wie niemand »unter den Studierten«, dass Wirtschaft / Wirtschaftsrecht _alle_ Bereiche in unserer Gesellschaft umfasst; wirkt doch das Wirtschaften überall und zu jeder Zeit, seit dem das sich Begegnen als Sammler und Jäger zum Tauschen genutzt wurde! Also erst recht mit dem Sesshaft sein!
    Göbekli Tepe, UNESCO-Weltkulturerbe, dessen erste Phase bis ins 10. Jahrtausend zurückreichen soll, ist dabei lediglich ein Zwischenschritt, der seit Mitte der 90er Jahre vom Deutschen Archäologischen Institut als Langzeitprojekt angelegt ist.

    Was hat das nun mit der von Ihnen gewählten Überschrift zu tun Raul Zelik?
    Den erleichterten Zugang liefert ausgerechnet unser Bundesverfassungsgericht mit seiner Entscheidung - 2 BvE 2/11 – [1]

    Wirtschaftsblog der FAZ "Geldpolitik aus dem Gebirge" – in meinem Kommentar am 28. Aug. 2016 https://blogs.faz.net/fazit/2016/08/28/geldpolitik-aus-dem-gebirge-8027/#comment-6092 Auszug:
    Wir haben anderes erlernt – Entwicklung als Motor für unsere Gesellschaft, und das Weltweit, in den Vordergrund zu stellen.

    [1] DLF Nachrichten 07.11.2017 ++ https://up.picr.de/36851052nd.pdf mit Audio 3,75 MB
  • Anarchrist
    am 25.09.2019
    Toller Artikel, der meine Gedanken zur aktuellen Lage eindrücklich widerspiegelt.

    Wir hatten vergangenen Freitag hier in unserer Kleinstadt auch eine Fridays for Future Demo. Wir waren laut genug, um den Bürgermeister zu einem Statement ans Mikrofon zu locken. Er möchte helfen beim Aufforsten hier, sagt er. Doch Flächen dafür gibt es gar nicht. Das kleine bischen Wald, was wir hatten, ist gerade erst zu einem signifikanten Teil abgeholzt worden, um dort Luxushäuser hinzupflanzen.

    Aber die Wirtschaft müsse weiter wachsen, Stillstand sei Rückschritt, meint er.

    Echt peinlich der Typ. Die geforderte massive Abkehr unserer Konsumkultur hin zu Nachhaltig- und Sparsamkeit nennt er tatsächlich Stillstand. Und das 'Weiter So wie bisher' nennt er Fortschritt.

    Der war mal bei der CDU, die hier bei uns nie eine Mehrheit hatte. Dann ist er ausgetreten und als angeblich parteiunabhängiger Kandidat angetreten. Die Täuschung hat funktioniert und die Deppen (hier leben fast nur Wohlständler mit 3 Autos vor der Tür und es gibt fast nur Einfamilienhäuser) haben ihn zum Bürgermeister gemacht.
  • zdago
    am 25.09.2019
    @Damals lag der globale Kohlendioxidausstoß bei 22 Milliarden Tonnen jährlich.
    das muß heißen : der menschengemachte CO2-Ausstoß liegt bei 3% der weltweiten CO2-Entstehung ( heute ) - ein leichter Husten eines Vulkans und die Statistik ist versaut !

    Wer hier mit absoluten Zahlen arbeitet, will täuschen !
    • Anarchrist
      am 26.09.2019
      "das muß heißen" "Wer hier mit absoluten Zahlen arbeitet, will täuschen !"

      Hast offensichtlich das Thema nicht verstanden und vergleichst daher Dinge gleichsetzend, die kaum miteinander korrellieren. Zum einen ist die vulkanische Aktivität insgesamt rückläufig und nicht zu vermeiden. Genau gegenteilig verhält es sich mit dem CO2, das der Mensch in die Luft ballert.

      Also bitte mal ne Runde rationale Grenzwertbetrachtung in die eigene Bewertung einfliessen lassen.

      Kleine Analogie gefällig? Der CO2-Gehalt im Blut des Menschen beeinflusst den darin vorhandenen pH-Wert maßgeblich. Dieser beträgt im Normalfall 7,4. Schon bei 7,2 fangen Organe an zu sterben. Bei 7,0 besteht akute Lebensgefahr. Der Wechsel von 7,4 auf 7 vollzieht sich schon, wenn der CO2-Gehalt im Blut gemessen am Gesamtvolumen um wenige Gramm erhöht. Ja, der Wechsel findet mehrere Stellen hinter dem Komma statt. Gemessen wird das am Druck in mmHg (mm Quecksilbersäule), eine Größe, deren Bewertung aber den Allermeisten abgeht, da sie im Alltag nicht vorkommt. Daher bitte ich zu entschuldigen, dass ich zu Verständniszwecken für den Vergleich die Größe Gramm genannt habe.

      CO2 ist wichtig und unverzichtbar, doch allerkleinste Veränderungen, insbesondere, wenn sich diese Akkumulieren, können katastrophale Auswirkungen haben.

      Wer so wie Du das Thema nichtmal im Ansatz versteht (hier Ökosysteme und Statistik), sollte sich meiner bescheidenen Meinung nach lieber zurückhalten mit Wissensaussagen, Korrekturversuchen und Anschuldigungen. Mein Dank dafür sei dir gewiss.
    • Anarchrist
      am 26.09.2019
      Kleiner Nachtrag: Der CO2-Ausstoß der Menschheit ist etwa 60x so hoch wie der durch vulkanische Aktivität.

      Artikel: https://www.climate.gov/news-features/climate-qa/which-emits-more-carbon-dioxide-volcanoes-or-human-activities

      Studie: https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1029/2011EO240001

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