KONTEXT Extra:
Ei der Tauss – Staatsanwalt stellt Ermittlungen ein

Wer auf die Krim reist, lebt gefährlich. Das hatte Jörg Tauss im Juli 2017 erfahren, als ihn der Staatsanwalt im badischen Kraichtal mit einem Durchsuchungsbeschluss heimsuchte (Kontext berichtete). Der Grund: Als Vorsitzender der West-Ost-Gesellschaft Baden-Württemberg (WOG) hatte er eine Reise auf die von Russland annektierte Insel organisiert - und gegen den EU-Boykott verstoßen. So sah es zumindest das SPD-geführte Bundeswirtschaftsministerium, das den früheren Genossen mit einer Anzeige überraschte. Die Karlsruher Strafverfolger erkannten einen Anfangsverdacht und rückten wegen "Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz" aus. Jetzt haben sie die Ermittlungen eingestellt. Für den ehemaligen SPD-Generalsekretär Tauss ist die Angelegenheit damit noch nicht erledigt. Von Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries will er nach wie vor wissen, wie es zu der Anzeige gekommen ist, mit der Städtepartnerschaften auf der Krim "kriminalisiert" würden. Baden-Baden, Heidelberg und Ludwigsburg pflegen sie. (21.11.2017)


Noch ein Versuch: BI Neckartor vor dem Staatsministerium

Am kommenden Dienstag, den 21. November um 11.45 Uhr, unternimmt die Bürgerinitiative Neckartor einen zweiten Anlauf, der Landesregierung ihre Forderungen zur Umsetzung des gerichtlichen Feinstaub-Vergleichs zu übergeben. Der erste Versuch Anfang Oktober, schriftlich und mit Nachdruck daran zu erinnern, dass sich Grün-schwarz verpflichtet hat, ab dem 1. Januar 2018 bei Feinstaubalarmtagen das Verkehrsaufkommen am Neckartor um 20 Prozent zu reduzieren, war kläglich an den geschlossenen Gittertoren gescheitert. Niemand aus dem Stab von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) fand sich bereit, den Appell entgegenzunehmen.

Peter Erben, der Sprecher der Bürgerinitiative, kritisiert erneut, dass die Landesregierung den im April 2016 geschlossenen Vergleich nicht mehr erfüllen will: "Das bedeutet ja, dass hier versucht wird, die Umsetzung einer rechtskräftigen, vollzugsfähigen gerichtlichen Entscheidung zu verhindern, indem sie in der Sache nicht handelt." Die Verantwortlichen hätten trotz ihrer Selbstverpflichtung fast zwanzig Monate verstreichen lassen, ohne ein entsprechendes Handlungskonzept zu erarbeiten. Die Landesregierung lasse "die betroffenen Menschen in Stuttgart einfach im Stich und drückt sich durch vorsätzlichen Rechtsbruch davor, Verantwortung zu übernehmen".

Die Anwohner versuchen, per Zwangsvollstreckung ihr Recht auf Schutz vor Luftverschmutzung durchzusetzen. "Das ist ein unerträglicher, ja skandalöser Vorgang", sagt Erben. Die Bürgerinitiative Neckartor fordere "daher Ministerpräsident Kretschmann auf, diese unwürdige und verantwortungslose Vorgehensweise unverzüglich zu beenden". Verlangt wird, "die verletzte Rechtstreue unverzüglich wiederherzustellen" und die Verkehrswende in der Landeshauptstadt "unverzüglich einzuleiten".


Kontext beim IMI-Kongress in Tübingen

Heer, Luftwaffe, Marine – das waren bisher die drei Abteilungen der Bundeswehr. Seit diesem Jahr gibt es noch eine vierte: das Kommando Cyber- und Informationsraum. 260 Mitarbeitende sind dort zugange, im nächsten Jahr kommen nochmal 140 dazu. Auch Nato und EU rüsten netztechnisch massiv auf, um sogenannten hybriden Bedrohungen zu begegnen. Dabei geht es nicht nur um den Einsatz von Kommunikations- oder Überwachungstechnik, sondern auch um die gezielte Beeinflussung öffentlicher Meinung. Der Cyberspace wird mehr und mehr zum Einsatzgebiet des Militärs, das Internet zum Schlachtfeld um Wahrheiten und Realitäten.

Unter dem Titel "Krieg im Informationsraum" geht die Informationsstelle Militarisierung (IMI) in Tübingen auf ihrem jährlichen Kongress am kommenden Wochenende diesen Themenkomplex an. In Vorträgen und Diskussionen werden Strategien und Akteure vorgestellt und analysiert, es wird um mediale Schieflagen gehen, um Leaks als Instrument der Geopolitik, um Geheimdienste und die Konstruktion von Wirklichkeit, um die Frage, was als "Strategische Kommunikation" bezeichnet wird und was als "Propaganda". Welche Rolle spielen Soziale Medien? Und wer verdient überhaupt am Cyberkrieg?

Die Kontext-Autorin Anna Hunger ist am Sonntag zu Gast auf dem Podium zur Abschlussdiskussion und wird mit Moderatorin Claudia Haydt (Linke), einem Ad-Busting-Aktivisten aus Berlin, dem Politikwissenschaftler und Friedensaktivisten Tobias Pflüger und Pia Masurczak vom Radio Dreyeckland über "Widerstand im Zeitalter von Cyberwar und Strategischer Kommunikation" sprechen.

Kongressauftakt ist am Freitagabend, 17. November, in der Hausbar der Schellingstraße 6 in Tübingen, die beiden Kongresstage Samstag, 18., und Sonntag, 19. November, finden im Schlatterhaus in der Österbergstr. 2 statt. Das Program gibt's unter diesem Link. (15.11.2017)


Veränderungen im Polizeigesetz errungen

Geht doch: Gegen den erklärten Willen von Innenminister Thomas Strobl (CDU) haben sich die beiden Regierungsfraktionen mitten im bereits laufenden Verfahren auf Änderungen im umstrittenen Polizeigesetz verständigt. Wie von den Grünen verlangt, werden einzelne Passagen, etwa zum Einsatz von Staatstrojaner präzisiert. Sogar CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart lobte die "intensive Fließarbeit". Die habe auch die "Handlungsfähigkeit" der Koalition unterstrichen.

Tagelang war hinter den Kulissen gerungen worden, nicht nur zwischen Grünen und CDU oder mit der Opposition, sondern vor allem auch mit dem Innenministerium. Nach einer Expertenanhörung im Landtag, in dem vor allem Verfassungsrechtler und Datenschützer scharfe Kritik an dem Gesetzentwurf geübt hatten, wollte Strobl alle Änderungen verhindern. Jetzt bleibt dem CDU-Landesvorsitzenden, der das schärfste aller Polizeigesetze bundesweit versprochen hatte, nur, die Verständigung der Regierungsfraktion zur Kenntnis zu nehmen. "Entscheidend für mich ist, dass das keine Änderungen an der Substanz des Gesetzes gibt", sagt der Innenminister jetzt.

Eine Einschätzung, die allerdings selbst in seiner eigenen Fraktion nicht geteilt wird. Reinhart erläuterte, dass Fristen konkretisiert oder die Einsatzmöglichkeiten durch eine schärfer "Erheblichkeitsschwelle" verändert wurden. Und die Grünen, die das Paket am Dienstag ohne Gegenstimme in der Fraktion passieren ließen, rüsten sich für die nächste Auseinandersetzung. Von Strobl, der bei den Verhandlungen seit dem Frühjahr kein einziges Mal (!) persönlich anwesend war, ist bekannt, dass er zur Terrorabwehr und gegen die Organisierte Kriminalität auch Staatstrojaner zur Online-Durchsuchung von Smartphones oder Rechnern einsetzen will, was der Koalitionspartner strikt ablehnt. (14.11.2017)


Kampf gegen "reaktionäre Bildungskreise"

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) stemmt sich gegen die schleichende Rückabwicklung der gut 300 Gemeinschaftsschulen im Land. Die wird von der CDU vorangetrieben und von den Grünen, bekanntlich der größere Regierungspartner, praktisch kampflos hingenommen. Die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz hat auf einer Tagung am Wochenende in Stuttgart dagegen daran erinnert, dass Gemeinschaftsschulen noch immer eine Schulart im Aufbau sei, deren "Akzeptanz bei den Eltern", aber auch deren "Qualität und die pädagogische Attraktivität in den vergangenen fünf Jahren von Jahr zu Jahr gewachsen ist".

CDU-Bildungspolitiker versuchen seit Schuljahresbeginn, den Niedergang zu belegen. Etwa mit dem Argument, dass die Hälfte der bestehenden Standorte heute nicht mehr genehmigt würde, weil es zu wenig Schüler und Schülerinnen gibt. Moritz verlangte vor gut hundert Lehrkräften aus dem ganzen Land eine bessere Bezahlung der Lehrkräfte und mehr Leitungsstellen, weil keine andere weiterführende Schulart "vergleichbar anspruchsvolle Aufgaben von Inklusion bis Begabtenförderung zu bewältigen hat". Mitveranstalter des Fachtags war das Fritz-Erler-Forum der Friedrich-Ebert-Stiftung in Baden-Württemberg, das eine ganze Reihe von bildungspolitischen Veranstaltungen plant. Denn noch immer ist der Südwest bundesweit Schlusslicht in allen Vergleichen zum Bildungsaufstieg: In keinem anderen Land ist der Schulerfolg der Kinder derart stark abhängig vom sozialen Status der Eltern. Auch um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hatten Grüne und SPD 2012 die neuen Formen des längeren gemeinsamen Lernens etabliert.

Der Verein für Gemeinschaftsschulen e.V., der für sich in Anspruch "100.000 Müttern und Vätern im Land eine Stimme zu geben", beklagt, dass "während sich an den Schulen der Starterjahrgang auf seinen Realschulabschluss vorbereitet und die erste Oberstufen aufgebaut werden", in Öffentlichkeit und Politik abermals eine "erbitterte Debatte" tobe. "Statt die Herausforderung anzunehmen, die Jugend von heute auf die Herausforderungen von morgen vorzubereiten, schwelgt man lieber in einer verklärten Feuerzangenbowlen-Romantik", sagt der Vorsitzende des Vereins Matthias Wagner-Uhl, der selber Gemeinschaftsschulrektor ist. Unter weiter: "Reaktionäre Bildungskreise werden nicht müde, stumpfe Reflexe zu bedienen."


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Im März 2017 fordern rund 150 Menschen vor dem Türkischen Konsulat in Stuttgart die Freihlassung des inhaftierten Journalisten Deniz Yücel.

Im März 2017 fordern rund 150 Menschen vor dem Türkischen Konsulat in Stuttgart die Freihlassung des inhaftierten Journalisten Deniz Yücel.

Ausgabe 337
Überm Kesselrand

Der große Führer

Von Filiz Koçali
Datum: 13.09.2017
Das "TV-Duell" zwischen Schulz und Merkel wurde von den türkischen Medien einheitlich mit demselben Ausdruck kommentiert: "Küstahlık", was so viel heißt wie unflätig. Unsere türkische Kolumnistin über türkische Medien vor der Bundestagswahl und das zerrüttete Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei.

Es gibt in der Türkei nur noch sehr wenige oppositionelle Medienorgane. Die meisten sind verboten worden. Die übrig gebliebenen Medien gehören zum Großteil engen Freunden Erdoğans und erscheinen täglich mit nahezu identischen Schlagzeilen. Dementsprechend geht die Mehrheit der Bevölkerung der Türkei davon aus, dass sich Merkel und Schulz in ihrer gegnerischen Haltung zur Türkei vereint haben.

Das angespannte Verhältnis zwischen der Türkei und Deutschland entwickelt sich mit rasanter Geschwindigkeit. Während ich diesen Text schreibe, erscheint die Meldung, dass das türkische Außenministerium eine Warnung für in Deutschland lebende und nach Deutschland reisende Personen ausgesprochen hat. Nach Aussage des Ministeriums führen die politischen Parteien in Deutschland ihren Wahlkampf über ihre Türkei-Feindlichkeit und die Verhinderung der EU-Mitgliedschaft der Türkei. Damit werde die politische Atmosphäre von rechtsextremen und rassistischen Äußerungen geprägt, weshalb türkische Staatsbürger auf mögliche Provokationen achtgeben sollten. Was noch alles geschehen wird, bis dieser Text veröffentlicht wird, weiß ich nicht.

Kontext-Kolumnistin Filiz Koçali.
Kontext-Kolumnistin Filiz Koçali.

Fassen wir zusammen, was in letzter Zeit geschehen ist: Erdoğan und seine Minister durften in Deutschland keine Reden halten. Es folgte Erdoğans Nazi-Anschuldigung. Deutsche wurden in der Türkei verhaftet. Deutschen Abgeordneten wurde der Besuch des NATO-Stützpunktes in Incirlik verweigert. Ein Besuch konnte nur unter der Schirmherrschaft der NATO stattfinden. Deutschland brachte die Zollunion und die EU-Mitgliedschaft sowie Kürzungen von Fördermitteln in die Diskussion.

In Deutschland hat der Prozess gegen einen für den türkischen Geheimdienst tätigen Agenten begonnen. Die Wohnungen türkischer Geistlicher wurden wegen Spionageverdacht durchsucht. Deutschland kündigte an, die Investitionsgarantien bei Türkei-Geschäften von deutschen Unternehmen künftig zu begrenzen. Weiterhin wurde bekannt, dass in der Türkei gegen dort ansässige deutsche Firmen ermittelt wird. Und Erdoğan rief die in Deutschland lebenden Türken dazu auf, nicht die "Türkei-feindlichen Christdemokraten, die SPD und die Grünen" zu wählen.

Ich weiß nicht, inwieweit diesem Aufruf gefolgt werden wird. Laut einer von der Union europäisch-türkischer Demokraten (UETD) mit Unterstützung eines deutschen Meinungsforschungsinstituts herausgegebenen Studie, zu der 2750 aus der Türkei stammende, in Deutschland, Frankreich und Holland lebende Personen befragt wurden, bevorzugen Türkeistämmige in Europa linke Parteien, während sie in der Türkei konservative Parteien vorziehen. Diese Tatsache ist seit langer Zeit bekannt.

Die in Deutschland lebenden Türken wissen allerdings auch, was die von Erdoğan nicht erwähnte AfD für sie bedeutet. Niemand wird auf die Idee kommen, Erdoğan zuliebe die fremdenfeindliche AfD zu wählen. Die Türkei-Politik wird jedoch einen erheblichen Einfluss auf den Wahlerfolg der Politiker in Deutschland haben. Der türkische Präsident ruft die türkischstämmigen Deutschen dazu auf, keine Stimme für Merkel abzugeben. Merkel aber hat dazu beigetragen, dass Erdogan die Wahl 2015 und 2017 gewonnen hat.

Erdoğan wird als "Weltführer" lanciert

Denn auch bei den letzten beiden Wahlen in der Türkei hat das türkisch-deutsche Verhältnis eine Rolle gespielt. In politischen Kreisen wurde über den Zeitpunkt der Türkei-Reisen Angela Merkels diskutiert. Merkel besuchte die Türkei fünf Mal in anderthalb Jahren. Zwei ihrer Besuche fielen in die Zeit des Wahlkampfs. Der erste Besuch fand vor den Parlamentswahlen vom 1. November statt. Die am 7. Juni durchgeführte Wahl war zuvor von Erdoğan annulliert worden, weil er nicht als Alleinherrscher daraus hervorgegangen war. Der zweite Besuch Merkels fiel in die Zeit vor dem Referendum zum Präsidialsystem, durch das Erdoğan mit hitlerähnlichen Befugnissen ausgestattet wurde. Die Position Erdoğans wurde durch die Besuche der Bundeskanzlerin eindeutig gestärkt.

In seinem Umfeld wird Erdoğan als "Weltführer" lanciert. Als er vor dem G20-Gipfel in Hamburg eine Kundgebung in Deutschland abhalten wollte, erhielten in Europa lebende Türkeistämmige folgende telefonische Nachricht: "Der Weltführer Erdoğan kommt nach Deutschland. Bereiten wir ihm einen gebührenden Empfang!"

Von morgens bis abends wird den Menschen über Dutzende Fernsehkanäle, Zeitungen, Zeitschriften, Internetseiten und Radiosender eingetrichtert, welch ein großer Führer Erdoğan doch ist. Die Berichterstattung wird von großformatigen Bildern Erdoğans in verschiedenen Posen begleitet. Diese Propaganda wird mit den freundlichen Aufnahmen der Besuche tatsächlich weltweit führender Politiker unterfüttert.

Ein weiterer Faktor betrifft die "Stabilität". Laut Meinungsforschungsumfragen befürchtet über ein Drittel der Erdoğan-Wähler bei einem Machtwechsel einen Stabilitätsverlust. Sie wählen Erdoğan also nicht, weil sie ihm verbunden sind, sondern weil sie die Konsequenzen eines Machtwechsels nicht einschätzen können. Und genau aus diesem Grund gehen sie davon aus, dass ein gutes Verhältnis Erdoğans zu führenden Weltpolitikern ein Stabilitätsfaktor sei.

Je stärker Merkel für ihr bisheriges Verhältnis zur Türkei oder vielmehr zu Erdoğan kritisiert wird, desto wichtiger wird dieses Thema für die anstehenden Bundestagswahlen. Es kann also davon ausgegangen werden, dass diese Frage sowohl für die Türkeistämmigen als auch für die Politiker in Deutschland bis zum 24. September ein Thema bleiben wird. Und egal, wie diese Bundestagswahl endet: Der EU-Beitritt der Türkei wird danach noch komplizierter werden.

Info:

Filiz Koçali ist 2016 ins Exil geflüchtet. Das Verbrechen der Journalistin bestand darin, dass sie für die Zeitschrift "Özgür Gündem" gearbeitet hat. Koçali war eine der Organisatorinnen des ersten Frauenkongresses 1989. Fünf Jahre später initiierte sie mit anderen die Kampagne "Don't touch my friend" gegen Rassismus und Diskriminierung von Kurden und nicht-muslimischen Gemeinschaften.

Aus dem Türkischen übersetzt von Agnes von Alvensleben.

Dezember 2016: Protestkundgebung auf dem Stuttgarter Wilhelmsplatz gegen die Unterdrückung der Pressefreiheit in der Türkei.
Dezember 2016: Protestkundgebung auf dem Stuttgarter Wilhelmsplatz gegen die Unterdrückung der Pressefreiheit in der Türkei.

Türkiye - Almanya

Gerilim hızla artıyor

Shulz ve Merkel'in "Das TV-Duell" programındaki tartışmalarından sonra, Türkiye'deki Erdoğan güdümündeki basın, yani çok sayıda televizyon kanalı, gazete, internet sitesi aynı yorumu yaptı. "Küstahlık"

Küstah kelimesinin Almanca'da tam karşılığı yok sanırım. Ama Türkçe sözlükteki karşılığı "Saygısız, kaba, terbiyesiz."

Almanya'da yaşayanların görmedikleri, bilmedikleri bir durum olduğu için, basınla ilgili küçük bir bilgi vereyim. Türkiye'de Erdoğan muhalifi yayın çok az. Çünkü kapatıldılar. Geri kalan basın yayın araçlarının çoğunun sahibi Erdoğan'ın yakın arkadaşları. Ve bu yayınlar her gün benzer başlıklarla çıkıyor.

Dolayısıyla Türkiye halkının büyük bir çoğunluğu, bu tartışmada Merkel ve Shulz'un Türkiye karşıtlığında birleşerek ve "küstahlık" yaptıklarını sandı.

Türkiye-Almanya ilişkilerindeki gerilim baş dönürücü bir hızla devam ediyor. Ben bu satırları yazarken Türk Dışişleri'nin Almanya'da yaşayanlar ve seyahat edeceklerle ilgili uyarısı gündeme düştü.

Bakanlığın iddiasına göre, Almanya'da siyasi liderler seçim kampanyalarını Türkiye karşıtlığı ve Türkiye'nin AB üyeliğini engelleme üzerine kurarak, siyasi atmosferi aşırı sağ ve ırkçı söylemin etkisi altında bırakıyormuş. Onun için Türk vatandaşları provakasyonlara dikkat etmeliymiş.

Yazı yayımlanana kadar hangi yeni gelişmeler olacak bilmiyorum. 

Hatırlayalım; kısa sayılabilecek bir sürede neler oldu? Erdoğan ve bakanları Almanya'da konuşturulmadı. Erdoğan Nazi suçlamasında bulundu. Alman vatandaşları tutuklandı. İncirlik Üssü'ndeki Alman askerlerle milletvekillerinin görüşmesine izin verilmedi, bu görüşme ancak NATO'nun himayesinde gerçekleşti. Almanya Gümrük Birliği ve AB üyeliğini, fonların kısıtlanmasını gündeme getirdi.

Almanya'da faaliyet gösteren Türk istihbaratına çalışan bir ajanın duruşması görülmeye başlandı. Ajanlık yaptığı saptanan din görevlilerinin evleri basıldı. Almanya Türkiye'nin gelişmekte olan ülkelere yatırım yapan şirketlere uyguladığı "yatırım garantisi" kapsamından çıkarabileceği açıkladı. Türkiye'nin de Türkiye'de iş yapan Alman firmalarını soruşturduğu ortaya çıktı. 

Ve Erdoğan Almanya'da yaşayan Türklere "Türkiye düşmanı Hristiyan Demokratlar, SPD ve Yeşiller'e oy vermeyin" çağrısında bulundu.

Seit Februar 2017 sitzt der Yücel in der Türkei in Haft.
Seit Februar 2017 sitzt der Yücel in der Türkei in Haft.

Bu çağrı ne kadar karşılık bulacak bilmiyorum. Çünkü, Avrupalı Türk Demokratlar Birliği (UETD) tarafından hazırlanan ve bir Alman araştırma şirketinin katkılarıyla Almanya, Fransa ve Hollanda'da yaşayan 18-40 yaş arası toplam 2 bin 750 Türkiye kökenli kişiyle 14 Şubat-7 Mart 2017 tarihleri arasında yapılan araştırma uzun süredir bilinen bir gerçeği tescilledi: Türkiye kökenliler Avrupa'da sol partileri Türkiye'de ise muhafazakar partileri tercih ediyor.

Öte yandan Almanya'da yaşayan yabancılar, Erdoğan'ın oy verlmemesi gereken partilerden saymadığı AfD'nin kendileri için ne anlama geldiğini biliyorlardır. Erdoğan'ın hatırına Almanya'da yabancı görmek istemeyen AfD'ye oy verecek halleri yok.

Almanya'da siyasetçilerin Türkiye ile ilgili politikaları belli ki başarılarını etkileyecek. 

Esasında Türkiye'nin yakın zamanda yaşadığı iki seçimde de Türkiye-Almanya ilişkilerinin rolü olmuştu. Bir buçuk yıl içinde beş kez Türkiye'ye gelen Merkel'in iki ziyaretinin seçim dönemine denk gelmesi siyasi çevrelerde tartışılmıştı.

Hem Erdoğan'ın tek başına iktidar olamadığı için yok saydığı 7 Haziran parlamento seçimlerinden sonra yinelenen 1 Kasım'da seçimlerinden ve hem de Erdoğan'a adeta Hitler yetkilerini kazandıran başkanlık referendumdan hemen önce, Almanya Şansölyesi Merkel'in Erdoğan'ı ziyareti Erdoğan'a güç vermişti.

Çünkü Erdoğan, çevresi tarafından "Dünya Lideri" olarak lanse ediliyor.

Nitekim, Hamburg'da gerçekleşen G20 Zirvesi öncesinde, Almanya'da bir miting yapmak isteyen Erdoğan için, Avrupa'da yaşayan Türkiyelilerin cep telefonlarına "Dünya Lideri Erdoğan Almanya'ya geliyor. Liderimizi ona yakışan şekilde karşılayalım" yazan mesajlar düşmüştü.

Erdoğan'ın kontrol ettiği onlarca televizyon kanalından, gazete, dergi, internet sitesi ve radyodan, insanlar sabah akşam Erdoğan'ın ne kadar büyük bir lider olduğunu izlemek zorunda kalıyor. Onlarla birlikte verdiği pozlar büyük boyda manşetten veriliyor. Gerçek dünya liderlerinin Erdoğan'ı ziyareti etmesi ve birlikte samimi fotoğraflar vermesi bu propagandayı güçlendiriyor.

Bir diğer neden ise; "istikrar". Türkiye'de yapılan kamuoyu araştırmalarına göre Erdoğan'a oy verenlerin üçte birinden fazlası, bir iktidar değişiminin istikrarı bozacağından endişe ediyor. Yani Erdoğan'a çok bağlı oldukları için değil, bir iktidar değişiminin sonuçlarının ne olacağını kestiremedikleri için oy veriyorlar.

İşte tam da bu nedenle Erdoğan'ın dünya liderleriyle iyi ilişkisi istikrar nedeni olarak algılanıyor.

Almanya seçimlerinde ise, Merkel bugüne kadar Türkiye'yle, daha doğrusu Erdoğan'la kurduğu ilişki nedeniyle eleştirildikçe, çıtayı daha çok yükseltiyor.

Belli ki, 24 Eylül'e kadar hem Almanya'da yaşayan Türkiyeliler, hem de siyasetçilerin Türkiye politikaları gündem olmaya devam edecek.


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