Flashmob der IG Metall am 8. Mai 2014 auf dem Stuttgarter Schlossplatz. Foto: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 222
Überm Kesselrand

"Europa ist meine Zukunft"

Von Gastautor Markus Herrera Torrez
Datum: 01.07.2015
Griechenland ist pleite, zum Grexit gesellte sich jüngst der Brexit, in Österreich koalieren Demokraten mit Rechtspopulisten und am Bodensee dürfen Leser des "Südkuriers" Flüchtlinge öffentlich als "afrikanische Sozialtouristen" betiteln. Über viel von alledem ist in dieser Ausgabe zu lesen. Sieht so eine vereinte Staatengemeinschaft aus? Ist das Europa? Für junge Menschen wie unseren Autor ist es das nicht. Aber ein Leben ohne Europa, schreibt er, wäre wie ein Haus ohne Strom.

Die Krisenmeldungen zu Europa reißen nicht ab. Nicht erst seit Tagen oder Wochen – eigentlich schon seit einigen Jahren. Es ist in diesen Tagen nicht einfach, das Bild eines stark leuchtenden Europas zu zeichnen. Als überzeugter Europäer ist dies jedoch für mich ein Grund mehr, es dennoch zu tun. Und zu beschreiben, was Europa für mich persönlich bedeutet:

Als junger Mensch ist Europa für mich etwas völlig Normales und Alltägliches. Ich habe ein Leben ohne ein geeintes Europa nie kennengelernt. Ein Leben ohne Europa ist daher ebenso schwer vorstellbar wie ein Leben ohne Elektrizität. Fällt der Strom für kurze Zeit aus, ist das abenteuerlich. Bleibt der Strom für alle Zeit aus, wird aus einem kurzen Abenteuer das vollständige Chaos. Kein Licht, keine Kommunikation, keine funktionierende Infrastruktur. Fällt Europa aus, erscheint dies für einen kurzen Moment ebenfalls abenteuerlich und verkraftbar. Zerbricht Europa für alle Zeit, verlieren wir jeglichen Halt und Zusammenhalt. Keine grenzenlose Bewegungsfreiheit, kein politischer Austausch, keine freier Warenverkehr, kein funktionierendes Wirtschafts- und Finanzsystem, kein universitärer Austausch, kein sicher gewährleisteter Frieden. Deshalb ist Europa meine Zukunft.

Als studierter Historiker ist für mich Europa ein Projekt des Friedens. Ein Projekt der Aussöhnung, des Vergebens und des Schaffens von Vertrauen. Wenn ein Kontinent, der sich seit seiner Existenz immer und immer wieder im Krieg mit sich selbst befand und darüber hinaus diesen Krieg sowie das damit verbundene Leid der Zerstörung in viele andere Teile der Welt getragen hat, es schafft, einen dauerhaften Zustand von Frieden herzustellen, ist das allein Grund genug dafür, jeden Tag erneut für Europa einzustehen. Ein solcher Weg, auf dem immer wieder neues Vertrauen geschaffen und gegenseitige Solidarität ausgeübt werden muss, ist ein breit angelegter Lern- und Lehrprozess. Die Vergangenheit hat bewiesen, dass sich dieser Weg lohnt. Deshalb ist Europa meine Zukunft.

Als Fußballfan ist für mich Europa Nervenkitzel und Fußballkunst auf höchstem Niveau. Wenn im Herbst die Fußball-Champions League beginnt und die besten Fußballspieler der Welt unter der Woche abends gegeneinander antreten, dann sind die Stadien bis unter das Dach gefüllt. Auf den Zuschauertribünen treffen Sprechchöre und Fanchoreografien unterschiedlichster Art aufeinander. Auf dem Platz geben die Spieler, ganz egal, woher sie kommen, als Mannschaft alles für den Sieg. Im Fußballtempel und vor den Fernsehgeräten kommen Menschen verschiedenster Herkunft zusammen, um ihr Team gemeinsam anzutreiben. Auch ihnen ist egal, ob jener Spieler, der das entscheidende Tor schießt, Franzose, Deutscher, Muslim oder Christ ist. Deshalb ist Europa meine Zukunft.

Für einen Menschen, der im ärmsten Land Südamerikas gelebt hat, ist Europa ein Privileg. Den Wohlstand, den wir uns in Europa aufgebaut haben, lernt man vielleicht erst dann besonders zu schätzen, wenn man ihn nicht mehr hat. Armut ist in Südamerika keine Ausnahme, sondern die Regel. Die medizinische Versorgung ist nicht flächendeckend gewährleistet. Soziale Sicherungssysteme sind meist nicht vorhanden. Kinderarbeit ist in Südamerika keine Seltenheit. Eine gute Bildung ist oft den Privilegierten vorbehalten. Uneingeschränkte Reisefreiheit besteht nicht. Selbst wenn es sie geben würde, wäre das Reisen überallhin nicht möglich, denn oft fehlt die dazu notwendige Infrastruktur. Ich habe das Leben hier schätzen gelernt, deshalb ist Europa meine Zukunft.

Als Sozialdemokrat ist für mich Europa in aller erster Linie ein solidarisches Miteinander und das Ausüben von Verantwortung. Dies ist in der aktuellen Zeit vielleicht mehr Wunsch als Realität. Der Solidaritätsgedanke bezieht sich dabei zum einen auf die Solidarität innerhalb Europas und bedeutet gegenseitige Unterstützung, wenn die soziale Not am größten ist. In den vergangenen Jahrzehnten wurde dieser Sinn für Gemeinschaft oft unter Beweis gestellt. In der jetzigen Griechenlandkrise bleiben wir diesen Solidaritätsgedanken schuldig. Dabei sollte die erlernte europäische Solidarität eigentlich sogar noch ausgeweitet werden. Sie sollte auch jenen gelten, die nicht hier leben. Jenen, die Ausbeutung durch Europa erfahren haben und jetzt Zuflucht und Schutz in Europa suchen. In der Vergangenheit haben wir gelernt, dass die Probleme und Herausforderungen nur in gemeinsamer Verantwortung zu lösen sind, deshalb ist Europa meine Zukunft.

Deshalb ist Europa unsere Zukunft.

Markus Herrera Torrez ist 27 Jahre alt, SPD-Stadtrat in Lauffen am Neckar und Mitglied des Vorstands der Landes-SPD. Drei Jahre lang war er Vorsitzender der Jusos Baden-Württemberg. Herrera Torrez hat einen Teil seiner Kindheit in Bolivien in Südamerika gelebt.


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13 Kommentare verfügbar

  • Ralf Kiefer
    am 06.07.2015
    Es gibt sie wirklich noch, die unabhängige Berichterstattung, siehe Nachdenkseiten oder Telepolis :-)

    "Untergang in Würde"
    http://www.heise.de/tp/artikel/45/45360/1.html
    Daraus ziemlich treffend:
    "Besonders hervorstechen Sozialdemokraten, die sich in ihrem Reflex gegen links besonders konservativ zeigen müssen, um an der Macht zu bleiben, obgleich diese Strategie die einstige Volkspartei schon ziemlich klein gemacht hat."
    Letzte Parlamentswahl in Griechenland:
    Syriza rund 35%, die griechischen Sozialdemokraten runde 3%, also auf deutschem FDP-Niveau.
    Gestern in Griechenland erhielt das Syriza-Vorgehen 61% Zustimmung. Es scheint nicht allzu verkehrt zu sein, was die machen.

    Betrachten wir die deutschen Sozialdemokraten: die letzte Bundestagswahl brachte um die 25%. Die letzte "Sonntagsfrage" liegt tendentiell darunter. Das könnte Gründe haben. Vielleicht trifft der "Untergang in Würde" hier eher zu, bei der Würde allerdings nur, wenn sich der Vizekanzler in seiner Ausdrucksform etwas mäßigt.
  • Schwabe
    am 06.07.2015
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=26675
  • Ralf Kiefer
    am 05.07.2015
    Tja, Herr Torrez, die Griechen tendieren jetzt dazu weiterhin Elektrizität zu haben, sich aber den Preis dafür nicht mehr von Menschen wie Ihnen diktieren zu lassen, sondern zu fairen Bedingungen zu beziehen.

    Ich hoffe natürlich, daß sie es demnächst schaffen ihren Strom vollständig selbst zu erzeugen. Und ich hoffe auch, daß mein nächster Griechischer Salat in Griechenland keine holländischen Tomaten enthält, sondern welche, die unter griechischer Sonne gewachsen sind statt EU-gefördert radioaktiv bestrahlt nach Griechenland transportiert wurden. Den werde ich gerne mit Drachmen bezahlen, die ich zuvor gegen DM getauscht habe.

    "Als Sozialdemokrat ist für mich Europa in aller erster Linie ein solidarisches Miteinander und das Ausüben von Verantwortung."
    ... weswegen der aktuelle Kanzlervertreter mal wieder ausfällig wird (laut Spiegel-Online: "Gabriel sieht "letzte Brücken eingerissen""), und Ihre Parteivorsitzende (zur Erinnerung: die CED) mit alternativlosem Aussitzen beschäftigt ist.

    Vergessen Sie nicht, daß die Griechen im Gegensatz zu den Deutschen echte Demokratie ausüben und die Entscheidung des heutigen Tags eine Volksentscheidung und kein ausgeklüngelter Beschluß ist!
  • Schwabe
    am 05.07.2015
    "OXI"
    Wie schön das die griechische Bevölkerung sich nicht manipulieren und damit weiter ausbeuten läßt und sich mit beeindruckender Mehrheit hinter Ihre anständige, intelligente und sie unterstützende Regierung stellt.
    Die Griechen und deren Regierung brauchen jetzt viel Kraft und Ausdauer. Denn die EU-Politik- bzw. Meinungsmaschinerie (inkl. deren Medien) wird jetzt damit beginnen sehr aggressiv und radikal die Spaltung der Bevölkerung voranzutreiben indem die EU-Politik die griechische Regierung negativ und als inkompetent darstellt.
    Alle kritischen Zeitgenossen die genau hinhören werden jetzt erleben wie verzweifelt :-) die EU-Politik, allen voran die deutsche Politik, den Spagat bewerkstelligen muss die grichische Regierung zu denunzieren ohne das griechische Volk zu beleidigen. Denn das war und ist ihre Strategie eine linke (soziale) Regierung in die Knie zu zwingen! Etwas anderes läßt ihre neoliberale (pro-kapitalistische) Ideologie auch nicht zu!
  • Thierry Vandries
    am 05.07.2015
    Die neoliberale Mainstreamideologie scheint bei Herrn Herrera Torrez gut eingepflanzt zu sein. Ein bisschen Handelsgeschichte hätte ihm ganz bestimmt zur Aufstellung einem qualitativ intelligenteren Beitrag geholfen. Handelsbündnisse sind nichts neues und datieren vom IV. JH. vor Christus mit der Eröffnung der Seidenstraße. Schon in 1241 wurden die Hansestädte gegründet, und 1403 wurde in Florenz das Kreditgeschäft zugelassen, das bis Dato von der Kirche verboten war. In 16. und 17. JH. ermöglichte das imperialistische Kolonialismus, insbesondere die westlichen Mächte, auch durch den Sklavenhandel und eine feudale Machtherrschaft ein Weltinnenraum des Kapitals zu schaffen, wo ganz wenig viel haben und ganz viel kaum Etwas haben. Ihr Vergleich Europa mit Südamerika ist zwar berechtigt, steht aber in keinster Weise im Verhältnis zu den demokratischen Instanzen, die wir in Europa noch heute kennen. Was in Südamerika – und auch weltweit – passiert, hängt mit dem Teufel (USA) zusammen. In 1637 wegen der Tulpenfieber fand die erste Weltwirtschaftskrise statt. Mittels Kriegsführungen gegen einander und die kolonisierten Staaten teilen sich die Engländer, Deutsche, Holländer und Franzosen das Reichtum der gesamten Weltwirtschaft. Und ab 1867 mit der Wirtschaftskrise in Japan fangen die Finanzkrisen global sich zu häufen. Seit 1947 (GATT Abkommen) sind insgesamt weltweit 3.000 Handelsabkommen in Kraft getreten. Europa ist keine einfache Konstruktion, wohl aber für seine Völker eine Illusion. Was ist bitte an Europa – und global - sozial marktwirtschaftlich? Egal, wo man hinschaut, stelle ich fest, dass 10 % sich fast 58 % des Reichtums teilen. Wirtschaftlich ist das zwar für die europäische Elite (Banksters, korrupte Politiker, fiese Konzerninhaber) interessant, eine gemeinsame Währung zu haben, die Völker Europas aber tragen die Gesamtkosten des hoch riskantes Finanzspiels, weil das System Europa – auch global – stets mit lückenhaft Finanzsteuergesetzen geschmückt ist. Wenn schon der Präsident der EU-Kommission sich mit legal schmutzigen Finanzgeschäften rühmen kann, dann brauchen wir uns nicht mehr zu wundern, dass die Völker Europas an die europäische Konstruktion zweifeln. Was ist an Europa völkerrechtlich? Die Südstaaten Europas sollten ihre Sitten und Brauchtümer aufgeben, um sich dem neoliberalen Merkantilismus (geheim gehaltene Handelsabkommen) des Norden (die deutsche Hegemonie) zu unterwerfen? Falls ja, wo bleibt dann bitte die Kulturvielfalt? Die Währungsunion hätte funktionieren können, nur, wenn die sozialen, steuerlichen und wirtschaftlichen Aspekte in ihrer Gesamtheit einheitlich und demokratisch konstruiert wurden. Wann bitte wurden die Völker Europas zu einer Volksabstimmung zu dieser Gesamtheit konsultiert? Das System Europa hat sich gegen uns – wir die 90 % - gestellt. Im Gegenteil mit uns hätte man das System ganz bestimmt nicht gegen die Wand gefahren.
  • Ralf Kiefer
    am 03.07.2015
    Nachtrag:
    "Sieht so eine vereinte Staatengemeinschaft aus?"

    Netterweise gab's vor 17 Jahren bereits jemand, der die Entwicklung ziemlich exakt vorhersah, auch wenn das jetzt sicher nicht ins Weltbild eines "wahren Demokraten" paßt, siehe https://www.youtube.com/watch?v=x1ef0BBtuYA

    Übrigens Herr Torrez, durfte ich als Wahlberechtigter in einer als solchen von Ihnen bezeichneten Demokratie darüber abstimmen, ob dieser Staat seine Währung aufgibt? Durfte ich darüber abstimmen, ob dieser Staat Mitglied in einem derart korrupten Gebilde wie dieser EU wird und bleibt? Über TTIP, über die versehentlich vergessenen Volksbefragungen zur Annexion Deutschlands durch die DDR sowie der dadurch bedingten neuen Verfassung ... Schwamm drüber, die Gnade der späten Geburt, wissen wir schon.

    Dabei hat sich doch mittlerweile herausgestellt, daß so eine Volksbefragung in einem gut organisierten Staat innerhalb von 8 Tagen auf die Beine gestellt werden kann.
  • Ralf Kiefer
    am 03.07.2015
    Wenn ich sowas lese, weiß ich doch sofort wieder, weshalb mir die Vertreter der CED (Christliche Einheitspartei Deutschlands in den Farben schwarz, rot, grün und gelb unter der Staatsratsvorsitzenden Merkel) zuwider geworden sind.

    Differenzierung ist sicher nicht seine Stärke. Er redet von Europa und Europäern. Er meint tatsächlich die EU und vergißt von der Schweiz über Kroatien bis nach Moldawien ziemlich viele Leute, die vermutlich größtenteils froh sind an diesem Wahnsinn nicht beteiligt zu sein. Sogar die 3% Türken, die in Europa leben, wollen nicht mehr in diese EU.

    "Ich habe ein Leben ohne ein geeintes Europa nie kennengelernt."
    Erstens gibt es kein geeintes Europa und zweitens siehe oben. Warum nur erinnert mich diese Aussage an die der "späten Geburt". Dasselbe Peinlichkeitsniveau! Mit solch einer Bildungslücke sollte er keine so großen Töne spucken. Dieter Nuhr grüßt ....

    "Zerbricht Europa für alle Zeit, verlieren wir jeglichen Halt und Zusammenhalt."
    Dieser Mann ist nicht nur ahnungslos, sondern bei Betrachtung seiner Schlußfolgerungen sogar komplett ahnungslos. Es gibt ein Europa auch ohne einheitliche Währung. Und es gibt genügend Austausch mit Ländern und Kulturen, die nicht der EU angehören. Seine Unterstellungen "kein politischer Austausch, keine freier Warenverkehr, kein funktionierendes Wirtschafts- und Finanzsystem, kein universitärer Austausch, kein sicher gewährleisteter Frieden" zeugen von bereits erwähnter kompletter Ahnungslosigkeit und Erkenntnisresistenz. Er ist nicht mal in der Lage Vor- und Nachteile seiner Unterstellungen zu klassifizieren.

    Wir brauchen keinen freien Warenverkehr. Wozu der führt, sollte auch er schon erkannt haben. Griechenland ist für den bei Touristen beliebten griechischen Salat abhängig von Tomaten- und Salatlieferungen aus Holland (wo fahren die LKWs?), Westafrika erstickt unter der EU-Schwemme von Überschüssen wie Zwiebeln und Hühnern, so daß deren Erzeugern die wirtschaftliche Grundlage genommen wurde, usw. Und friedlich is diese EU ganz sicher nicht, wenn man z.B. den Fall Ukraine betrachtet (und abseits der Systempresse liest).

    "Deshalb ist Europa meine Zukunft."
    Einer von uns beiden wird hier weichen müssen. Ich bin Badener und werde niemals ein EU-Europäer.

    "Als Fußballfan ist für mich Europa Nervenkitzel und Fußballkunst auf höchstem Niveau."
    Genau dieser Vergleich paßt wie die Faust aufs Auge. Die korrupte UEFA (Glaubt jemand, daß es bei der UEFA gesetzestreuer zugeht als bei der FIFA?) ist tatsächlich als Abbild den ebenso korrupten EU-"Institutionen" ebenbürdig, siehe z.B. http://heise.de/-2724400

    "Den Wohlstand, den wir uns in Europa aufgebaut haben, lernt man vielleicht erst dann besonders zu schätzen, wenn man ihn nicht mehr hat."
    Genau das lernen mittlerweile viele Deutsche. Wer hat Hartz-4 eingeführt? Siehe auch https://www.youtube.com/watch?v=p-dT5mvnk40

    "In der jetzigen Griechenlandkrise bleiben wir diesen Solidaritätsgedanken schuldig."
    Solidarität mit den Banken und Bankstern? Wer ist denn der einzige Nutznießer des verbrannten Gelds der vergangenen Jahre?
    Empfehlung aus dem ARTE-Programm: https://www.youtube.com/watch?v=3xkxzqsiSq4

    "Deshalb ist Europa unsere Zukunft."
    Wie arrogant! Er mag seine recht eigenwillige Sicht für sich betrachten, aber mich miteinzubeziehen ist sogar reichlich unverschämt.

    Meine Zukunft liegt, falls es in Mitteleuropa überhaupt noch eine gibt, in Baden. Und das schließt im Gegensatz zu den EU-Europäern nicht aus, daß es ein friedliches Miteinander mit z.B. Griechen gibt. Aber ich möchte Griechen dort besuchen können, wo sie sich zuhause fühlen, und nicht dort, wo sie als Armutsflüchtlinge hinflüchten müssen. Und dafür tausche ich gerne Geld und bezahle in nationaler, eigenständig verwalteter Währung, so wie es jahrzehntelang in Europa funktioniert hat. Vor seiner Zeit.
  • zara
    am 03.07.2015
    Im Schulaufsatz hätte ich ne 3 gegeben.
  • Christian
    am 03.07.2015
    Die höchsten funktionierenden Gebilde, zu denen sich der Mensch bisher zusammenschließen konnte, sind die demokratischen Nationalstaaten. Gewaltenteilung, freie Presse und freie Wahlen sind nach jahrzehnte- und jahrhundertelangen Entwicklungsprozessen einigermaßen gewährleistet.

    Doch für einen Zusammenschluß als Superstaat sind die europäischen Nationalstaaten, obwohl sie alle mehr oder weniger moderne Demokratien sind, kulturell zu verschieden. Viele Köche verderben den Brei.

    Europa sollte sich auf ganz wenige, aber erreichbare gemeinsame Ziele konzentriert, wie gemeinsame und gesicherte Außengrenzen (die eindeutig nicht kurz vor Stalingrad oder gar im Tschad liegen sollten) , freier Personen und Warenverkehr und vielleicht noch ein EU-Verfassungsgericht das über die Einhaltung gewisser Mindeststandards wacht.

    Andernfalls droht unseren Luxemburger Eurobankergutmenschen und ihren Fans das was Historiker als "Tod durch Überdehnung" bezeichen.

    P-S.:
    http://www.geiernotizen.de/lmu
  • Isnogud
    am 02.07.2015
    Nur ein lautes 'OXI' kann ein demokratisches Europa am Sonntag noch retten - indem es eine Alternative aufzeigt und die leise leidende europäische Mehrheit inspiriert, vielleicht und hoffentlich auch zu vielen weiteren, realistischeren Alternativen.

    Sollte das misslingen, bleibt erstmal nur Knechtschaft, gegenüber einem alternativlosen, globalen Korporatismus.

    Dieser WIRD aber mittelfristig wieder herausgefordert werden,
    dann allerdings nicht von freundlichen, empathischen Linken.

    Vermutlich schwant uns dann, um es mal mit prägnanten Slogans aus unserer Popkultur zu verdeutlichen,...
    1) Variante Motörhead..: "EAT THE RICH !" (durchaus sprichwörtlich..), oder..
    2) Variante Laibach..: "ALLE GEGEN ALLE"
    Beide Varianten übrigens inklusive einer auf alle, mit allen Mitteln eindreschenden Security-Exekutive.

    So oder so, Menschen sind nicht blöde und leer.
    Wohl aber die sog. Eliten, welche sich Ihr bescheuertes globales Streichholzmodell auf ebendieser Prämisse aufgebaut haben (zumindest die, die es nicht geerbt haben), und die meinen keine Menschen mehr sein zu müssen.
  • Auch Studierter
    am 01.07.2015
    Was für ein inhaltsloses Geseiere - von einem Autor, der nicht nur "studierter Historiker" ist (wie er den Leser wohl sicherheitshalber wissen lässt), sondern auch einer Partei angehört, deren Vorsitzender nationale Ressentiments gegen Griechenland schürt und eifrig mitbastelt am Erhalt der neoliberalen Hegemonie in Europa. Das kann man nur verachten. Der Tag, an dem die deutsche Sozialdemokratie endgültig in Trümmern liegt, wird ein Freudentag.
  • Schwabe
    am 01.07.2015
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=26591
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=26585
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=26577
  • Rolf Steiner
    am 01.07.2015
    Der Fall des "Südkuriers" zeigt beispielhaft, wie deutsche Medien sich inzwischen zu den widerlichsten Selbst-Darstellungen der Blogger erniedrigen lassen. Sie ziehen sich damit selbst in den Schmutz des gemeinen Pöbels.

    Zwar hat auch die Stuttgarter Zeitung nicht den Anspruch auf ein Dummheitsdiplom, aber was sich dort eine "Kolumnistin" namens S.Krause-Burger "geleistet" hat, geht jedem Anständigen über die Hutschnur. Ihr gelang es beispiellos, den demokratisch gewählten Ministerpräsidenten eines befreundeten Staates mit einem der größten Massenmörder der Geschichte in einem Atemzug zu nennen. Den Vertreter des griechischen Volkes, dem von den Soldaten dieses deutschen Massenmörders unvorstellbares Leid zugefügt worden ist, scheute sie sich nicht, als "Eiferer im Größenwahn" zu denunzieren. - Ich habe das Gefühl, dass diese hässliche Attributierung auf diese aus ihrer Rolle gefallene Kolumnistin mindestens genau so gut passen würde.

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