Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis. Bild: dpa

Ausgabe 206
Politik

Go, Hellas, go!

Von Gastautor Dieter Spöri
Datum: 11.03.2015
Die Troika zieht die Daumenschrauben erneut an. Griechenland soll sparen bis zum Umfallen. Kontext-Gastautor Dieter Spöri nennt das "gnadenlos ungerecht" und die Politik von Angela Merkel eine ökonomische "Katastrophe". Von der SPD verlangt er Unterstützung für Regierungschef Alexis Tsipras.

Hinter dem Kampf ums Geld findet europaweit ein erbitterter Abwehrkampf des etablierten Parteiensystems statt – als Folge der dramatischen Veränderung der griechischen Parteienlandschaft. Dabei stehen nicht, wie früher, Rechte und Linke in Konkurrenz. Es geht um den Kampf zwischen den traditionellen Parteien, welche die EU-Institutionen in weitgehendem Konsens regieren, und den neuen linken sozialen Protestbewegungen, populistischen Gruppierungen unterschiedlicher Ausrichtung sowie links- oder rechtsradikalen Europagegnern andererseits.

Die Europawahl im letzten Jahr war nur ein sanftes Vorspiel für die Auseinandersetzung entlang dieser Konfliktlinie. Das Ergebnis in Griechenland ist bekannt: Als politischer Reflex auf ein wirtschaftlich ruinöses Spar- und Schrumpfdiktat – auch Austeritätspolitik genannt – wurde die linke Syriza mit einem erdrutschartigen Wahlsieg in die Regierung katapultiert.

Die Altparteien sind tief geschockt

Die etablierten Parteien in ganz Europa sind nach der Verbannung des griechischen Parteienadels in die Opposition tief geschockt. Für ihre führenden politischen Figuren ist diese politische Flurbereinigung als Folge bürgerschaftlichen Protests geradezu der "Worst Case" ihrer schlimmsten Albträume kurz vor dem schweißnassen Aufwachen. Es ist daher auch nachvollziehbar, wenn sie jetzt nicht das allergrößte Interesse daran haben, dass die politischen Bäume neuer politischer Kultfiguren wie die eines charismatischen Alexis Tsipras oder des schillernd, aber hochintelligent auftretenden Yanis Varoufakis in den europäischen Himmel wachsen.

Wenn sich Tsipras aber auf dem bevorstehenden, noch viel schwierigeren Teil einer europäischen Verhandlungsstrecke voller Fallstricke und gegen die erwartbaren Querschüsse sowie Intrigen der international bestens vernetzten alten griechischen Machteliten letzten Endes dennoch erfolgreich behaupten könnte, würde dies der antiautoritären linken Protestbewegung Podemos in Spanien einen entscheidenden Schub für die Parlamentswahlen im November geben. Für ihren jungen Anführer Pablo Iglesias ist Alexis Tsipras Vorbild und zugleich Stimulanz für seinen Wahlkampf. Er hat bis jetzt in den Umfragen gute Chancen, den konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy, einen Lieblingseleven Angela Merkels und folgsamen Anhänger ihres Austeritätskurses, aus dem Sattel zu heben.

Die politischen Routiniers in den Hauptstädten der EU-Mitgliedsstaaten und in Brüssel sind erleichtert, dass die neuen, aber unerfahrenen griechischen Popstars nach ihren ersten spektakulären und antiautoritären Auftritten inzwischen – zumindest formal – die Spielregeln der europäischen Hilfsprogramme geschluckt haben.

Für die Politroutiniers ist Varoufakis ein Halbstarker

Insbesondere Finanzminister Varoufakis provozierte seine Kollegen in der Eurogruppe zunächst mit der Wahrheit einer verzweifelten ökonomischen und finanziellen Lage seines Landes sowie deren Ursachen. Diese Vorlesung reizte das Kollegium eher. Anschließend ließ er sich dann aber folgsam zur Einhaltung aller Regeln ermahnen und mit prozeduralen Belehrungen zwiebeln.

Dieses Erziehungsritual der Routiniers in der Eurogruppe für den aus ihrer Sicht schwer erziehbaren Halbstarken in Lederjacke und seinen kämpferischen Ministerpräsidenten unter telefonischer Beihilfe der Bundeskanzlerin mit dem anschließend jovialen "Na also, geht doch", sorgte für den ersten sichtbaren Kratzer an der Autorität der idealistischen Frischlinge aus Athen. Aber man sollte daraus nicht schlussfolgern, dass Varoufakis künftig – für viele ungewohnt und provokant – schlichte ökonomische und politische Wahrheiten nicht mehr ausspricht und damit neue Empörungswogen auslöst.

Natürlich machen die griechischen Newcomer verhandlungstechnisch und kommunikativ auf dem holprigen europäischen Spielfeld manchen Stockfehler. Wie geduldig und zäh Tsipras und Varoufakis das Spiel der Eurogruppe bisher mitmachen, zeigt aber auch, dass der neuen griechischen Regierung sehr wohl bewusst ist, wie allein und isoliert sie im europäischen Politikbetrieb trotz freundlicher Begrüßungsfotos in Wahrheit dasteht.

Sicher waren die Repräsentanten des etablierten europäischen Parteiensystems nicht an einer sofortigen, offenen Totalblockade gegen die frisch demokratisch legitimierten griechischen Partner in den EU-Gremien interessiert. Diese Dramatik hätte Tsipras nur zu einem unerwünschten politischen Märtyrer und heldenhaften Opfer des europäischen Establishments stilisiert. Viel vorteilhafter für das stattliche Heer politischer Gegner der neuen Politstars aus Athen wäre es, wenn sich deren Autorität und politische Legitimation in der griechischen Bevölkerung durch immer neue Abstriche von den ursprünglichen Zielen der Syriza, durch ständige Fehler und Niederlagen langsam, aber sicher verschleißt.

Die neue Regierung könnte so – zum Entzücken ihrer zeitweilig etwas altbacken wirkenden Konkurrenten – als Ansammlung von vollmundigen Dilettanten mitten in einem verheerenden Presseecho durch Selbstdemontage enden. Die jüngste Sitzung der Eurogruppe Anfang dieser Woche, mit der Verabredung weiterer Gespräche Griechenlands und der früher Troika genannten Institutionen, könnte ein zügiger Schritt in diese Richtung gewesen sein.

Für Tsipras ist Europa ein Minenfeld

Denn über die anstehende Präzisierung der Liste der Reformvorhaben der griechischen Regierung kann – wenn man vonseiten der nicht mehr so genannten Troika nur will – in den nächsten Tagen oder Wochen lange und kräftig gestritten werden. Und noch viel intensiver natürlich über die dringlich benötigte, noch ausstehende Auszahlung der Gelder aus dem eben verlängerten Hilfsprogramm, die für die staatliche Zahlungsfähigkeit existenziell wichtig ist. Aus diesen Konflikten könnten sich sehr schnell auch ein ungewollter "Graccident" mit Zahlungsausfällen Griechenlands und daraus danach auch ein unkontrollierter "Grexit" aus dem Euro entwickeln.

Aufgrund der Erfahrungen in der Eurogruppe und der dort sichtbar geringen Bereitschaft, nach dem Scheitern der alten Rezepte der neu gewählten Regierung einen eigenen konzeptionellen Reformspielraum zu gewähren, ist deshalb der sorgenvolle Ausspruch von Alexis Tsipras ("Wir bewegen uns in Europa wie in einem Minenfeld") keinesfalls Ausdruck einer auch schon medial kolportierten Paranoia. Tsipras artikulierte damit eine für ihn politisch notwendige realistische Sicht der Herausforderungen.

Queen Angelas Mär vom gemolkenen Steuermichel

Die deutsche Kanzlerin hat seit Ausbruch der Eurokrise 2010 auf einer endlosen Kette von EU-Gipfeln aktiv eine dominante Führungsrolle beim Krisenmanagement in der Eurozone wahrgenommen. Berlin hat dabei zumindest fahrlässig in Deutschland die emotionalisierende Legende vom braven Steuermichel wabern lassen, der permanent von den Griechen gemolken wird. Nach neuesten Angaben des Bundesfinanzministeriums hat aber der deutsche Staat seit 2010 mit seinen Kredithilfen bisher in Wahrheit nur verdient, nämlich 360 Millionen Euro Zinseinnahmen. Dazu kommen die Milliarden an staatlichen Zinseinsparungen durch die Niedrigzinspolitik der EZB als Folge der Eurokrise. Und vor allem hat Deutschland als "Insel der Glückseligen" in der Eurozone mit seiner Exportwirtschaft am meisten von festen Wechselkursen profitiert, während Südeuropa dadurch im Wettbewerb abgehängt wurde. Diese Fakten stehen in einem geradezu skandalösen Widerspruch zu den unappetitlichen medialen Kampagnen, mit denen deutsche Steuerzahler seit Jahren aufgehetzt werden.

Deutschland muss jetzt im ureigenen Interesse der Regierung Tsipras eine faire Chance für eine sozial gerechtere Stabilisierung von Wirtschaft und Finanzen geben. Niemand kann in Wahrheit die Auswirkungen eines ökonomischen und politischen Zusammenbruchs von Griechenland durch Modellrechnungen simulieren.

Es gibt keine anderen Hoffnungsträger mehr in Athen. Die früheren politischen Partner sind durch jahrzehntelange Misswirtschaft gescheitert. Der Troika-Kurs gab dann dem Land den Rest. Die Syriza ist die einzig unverbrauchte politische Kraft, die Griechenland noch stabilisieren kann. Sie ist nicht durch die Misswirtschaft und Finanztricks der Vorgängerregierungen belastet und auch entschlossen, die Reichsten im Land zur Finanzierung eines Neuanfangs heranzuziehen.

Lackmustest für die Glaubwürdigkeit der SPD

Mit der Großen Koalition in Berlin ist bei der Stabilisierung Griechenlands aber genauso die SPD gefordert: Sie hat jahrelang durch Reden und Resolutionen im Bundestag von Merkel eine investitions- und beschäftigungswirksame Kurskorrektur des Krisenmanagements für die europäischen Krisenländer gefordert. Jetzt muss sie diese Korrektur auch beim Lackmustest der Griechenland-Krise viel aktiver einfordern. Ansonsten könnte der Eindruck entstehen, dass die SPD ihrer eigenen Konzeption wenig zutraut. 

Beim akuten Krisenfall Griechenland agiert die Sozialdemokratie aber bisher innerhalb der Bundesregierung auffallend profillos. Gerade angesichts der bisherigen Distanz zu Syriza wäre eine konjunktur- und beschäftigungsfreundliche Korrektur des Krisenmanagements in Griechenland eine Forderung, die die SPD öffentlich bei Wahrung ihrer Glaubwürdigkeit weit energischer unterstützen müsste. Stattdessen segelt in Berlin der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann elegant im Kielwasser einer wohlfeilen und populären Kritik an der bemängelten Substanz der griechischen Reformziele, was in der verzweifelten griechischen Umbruchsituation leicht fällt.

Die Irrlehre von der "schwäbischen Hausfrau"

Tsipras hat mit seiner Syriza nicht nur das Parteiensystem in Europa in Unruhe versetzt. Er hat gleichzeitig im schwierigsten Krisenland als Pionier das erste konkrete Projekt zur Korrektur des gescheiterten Krisenmanagements in der Eurozone gestartet. Und genau deshalb hat Tsipras auch einen mächtigen Verbündeten im etablierten Parteiensystem: den immer stärker werdenden Druck, ja überparteilichen Sachzwang, die europäischen Krisenländer durch eine neue Balance von Reform- und Konjunkturpolitik voranzubringen. Die von Berlin in Europa durchgesetzten einseitigen Streichorgien in maroden Volkswirtschaften sind auch aus internationaler Sicht völlig gescheitert.

Der renommierte amerikanische Ökonom und Nobelpreisträger Paul Krugman kritisiert mit der internationalen Crème seiner Zunft dieses europäische Krisenmanagement schon lange als krisenverschärfend. Die Verwechslung von Reformpolitik mit Austeritätspolitik, das heißt gnadenlos ungerechten Streichmaßnahmen in südlichen Krisenländern, mag zwar die demoskopische Popularität von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Deutschland massiv erhöht haben. Ökonomisch, sozial und europapolitisch war diese Verwechslung unter Verkennung aller makroökonomischen Grundkenntnisse eine Katastrophe, die Europa zum Bremsklotz der Weltkonjunktur machte und auf Dauer die EU zerreißen wird.

Sicherlich kann Sparen eine individuelle Tugend sein. Aber die als Rezept der "schwäbischen Hausfrau" von der Bundeskanzlerin verbreitete Annahme, dass permanenter Leidensdruck durch einseitige Sparpolitik in ganzen Volkswirtschaften am Ende doch als puritanische Tugend belohnt wird, war makroökonomisch eine tragische Irrlehre. Insofern brachte Merkel sogar die individuell durchaus stimmige Logik der "schwäbischen Hausfrau" international in Misskredit. Man spricht in den südlichen Krisenländern inzwischen von einer verlorenen Generation. Und wenn man dort die seit Beginn der einseitigen Austeritätspolitik dramatisch auf bis zu 60 Prozent gestiegene Jugendarbeitslosigkeit betrachtet, ist dies keine Übertreibung, sondern traurige Realität.

Griechenland als Chance für Europa

Die Gefahr nicht nur eines ungewollten "Grexit" ist groß, sondern auch das Risiko, dass dann der griechische Staat implodiert. Die anstehende europaweite Kurskorrektur eines gescheiterten Krisenmanagements, insbesondere mithilfe der von Jean Claude Juncker angestoßenen europäischen Investitionsoffensive, könnte aber als purer Sachzwang den in Griechenland von Tsipras angestrebten Politikwechsel doch noch begünstigen. So könnte eine neue Balance von reform- und beschäftigungswirksamer Investitionsförderung, die in Griechenland funktioniert, sogar zum Modell für ein europaweit neues Krisenmanagement werden.

Gerade dieser schwierigste Krisenfall Griechenland muss daher paradoxerweise auch als Modell und Chance für Europa, das heißt für einen europaweiten Kurswechsel gesehen werden. Aufgrund dieser Logik hat Tsipras unabhängig von parteipolitischem Kalkül immer noch eine Chance zum Erfolg. Und da die USA als unser mächtiger Verbündeter an der Südostflanke der NATO ohnehin keinen "failed state" gebrauchen können, hat der amerikanische Präsident Barack Obama ausdrücklich den neuen wirtschaftspolitischen Ansatz der griechischen Regierung unterstützt. Obama hält auch im wirtschaftlich darniederliegenden Griechenland nichts von der Devise "Wachstum durch Sparen". Damit hätte er nach der Finanzkrise wohl auch nicht die eigene Wirtschaft und den Arbeitsmarkt belebt.

 

Dieter Spöri ist Ehrenpräsident der Europäischen Bewegung Deutschland. Er war lange Jahre Finanzexperte der SPD-Bundestagsfraktion und Mitglied im SPD-Bundesvorstand. In der Großen Koalition mit der CDU in Baden-Württemberg war er stellvertretender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister. Der 71-Jährige arbeitet heute von Berlin aus publizistisch, unter anderem als Herausgeber des "Blogs der Republik".


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30 Kommentare verfügbar

  • Ulrich Frank
    am 17.03.2015
    @Andy, 16.03.2015 18:44 - Ihre Bemerkungen zum Streit zwischen Schuldner (Griechenland) und Gläubigern sind ja ganz nett und honorig - was man da als Gläubiger tun "darf" oder nicht. Nur wirkt die von Ihnen angerufene Moral sehr deplaziert. Sie reduziert Europa auf praktische Betriebswirtschaftslehre, und dazu noch auf eine solche mit Auslassungen in der Bilanz - Mafiosi führen da ein besseres Kassenbuch.

    In der Gründungsurkunde des modernen nachfeudalen Europas steht, wenn sie denn kodifiziert worden wäre und nicht nur teilweise in Sonntagsreden beschworen würde, etwas von Freiheit (d.h. auch Selbstbestimmung), Gleichheit und Brüderlichkeit. Das sind substantielle Werte, durchaus diskussionsbedürftig in Zustandekommen und Auswirkungen, aber es sind Werte. In der Gründungsurkunde steht nicht BWL, Finanzausgleich, TTIP, Troika und wertschöpfende Datenspionage wie unsere Frau Merkel das realpolitisch vorsieht.

    Zu diesen ursprünglichen ideellen Grundlagen paßt es nicht wenn man ein anderes Land in den Würgegriff nimmt und mit dem Kassenbuch wedelt. Und insbesondere dabei so tut, als ob man selber eine weiße Weste hätte. Das leider sehr gründliche Wirken der öffentlichen Medien - in diesem Punkt effektiv Lügensender bzw. Lügenmedien - läßt sich deutlich ablesen an einer erzeugten vorherrschenden Stimmung die auf falschen Grundlagen beruht - der moralischen und finanziellen Solidität dieses Landes D. Eine finanzielle Solidität die ihrem Schein nach vor allem dadurch aufrechterhalten wird daß die breite Bevölkerung effektivst abgeschöpft wird und mit den abgeschöpften Ressourcen das von der herrschenden Politik erzeugte Finanzchaos der letzten zehn Jahre erfolgreich kaschiert werden konnte - auch das eigene Verantwortlichsein hierfür. Dann verborgene Staatsschulden: neben den immer noch existierenden ein Eisenbahnkonzern namens Bahn AG z.B. mit 15 Milliarden EUR Schulden. Dann die phantastische Korruption der deutschen Wiedervereinigung - die hat natürlich den /richtigen/ Leuten genutzt. Dann die langjährige Weigerung (bzw. Verhinderung) Steuerflucht hierzulande zu bekämpfen. Usw. Und nicht zuletzt die Tatsache daß Deutschland die Schulden des vergangenen Krieges nicht einmal ansatzweise beglichen hat. Siehe hierzu z.B. aktuell: http://www.sueddeutsche.de/politik/reparationen-deutschlands-fuer-zweiten-weltkrieg-summe-der-schande-1.2395520 - Lieber verbrennt man öffentlich-rechtliche zwangsbezahlte Sendezeit mit Informationsmüll wie der aktuellen Dax-Höchstmarke - als brauchbare Information völlig irrelevant.

    Es ist ja klar, daß ein Herr Schäuble von der christlichen Partei /hiervon/ nichts wissen will: das ist bequem, in der schwarzbraunen deutschen Tradition des "Schlußstrich-Ziehens". Und ein Herr Söder von der Amigo- und Verwandtsschaftsaffären und Hypo Alpe Adria Group Totalversagens-Partei CSU sowieso auch nicht. Und ein Herr Jauch, öffentlich-rechtlicher Lehrer Deutschlands, nicht. Immerhin urteilte sogar ein "Welt"-Redakteur anläßlich der letzten Jauch-Sendung, neben dem "paternalistischen und respektlosen Umgang" Jauchs mit Varoufakis habe letzterer auch "plumpe und pauschale Anfeindungen von Bayerns Finanzminister Söder über sich ergehen ... lassen müssen" (http://www.spiegel.de/kultur/tv/varoufakis-bei-guenther-jauch-war-er-glaubwuerdig-das-sagen-die-medien-a-1023783.html)

    Den Stinkefinger hätte der griechische Finanzminister sich, angesichts dieser Tatsachen und dieser BWL-Pseudomoral, redlich verdient.
  • Schwabe
    am 17.03.2015
    @Andy
    Wo haben Sie denn diese Weisheiten her?
    Lesen Sie doch bitte aufmerksam die 4 Links in meinem Kommentar vom 15.03.2015 10:24 Uhr - diese Mühe sollten Sie sich schon machen um informiert zu sein.
  • Andy
    am 16.03.2015
    Die anderen Staaten haben entgegen den EU Verträgen Griechenland vor dem Staatsbankrott bewahrt und ihm natürlich Auflagen gemacht. Die Finanzmärkte waren zu einer Finanzierung Griechenlands nur noch zu noch schlechteren Konditionen bereit.

    Es ist doch einfach grundfalsch das unter dem Stichwort Austerität zu besprechen. Mich verägert die Gläubigerkritik.

    Natürlich hätte Griechenland auch eine Staatspleite hinlegen können, Deutschland hätte nur die heimischen Gläubigerbanken gerettet. Wäre das für Griechenland und seine Bürger besser gewesen? Ich wage es stark zu bezweifeln.

    Eine Nicht-Erfüllungspolitik durch noch großzügigere Finanzierung zu belohnen, das geht wohl auch kaum.
  • Ulrich Frank
    am 15.03.2015
    Man möchte Hoffnung, Wünsche und Optimismus, so wie diese von einigen Kommentatoren (Schwabe, Winfried Plesch) zum Ausdruck gebracht werden, gerne teilen, und in den Ausführungen Herrn Spöris eine weitere Schwalbe sehen die vermittels Journalismus den Frühling bringt.

    Alleine, solange große Teile des hiesigen Publikums dennoch stets der gewohnten Berichterstattung der Massenmedien: BILD, öffentlich-rechtlicher Funk, Produkte der diversen Holdings (wie SWMH) ausgesetzt sind die in aller Regel einen Siegerjournalismus verbreiten, gewöhnlich mit Herr Schäuble als höchster Autorität in Zukunftsfragen, solange wird sich nichts wesentliches ändern. Auch wenn stellenweise eine Unebenheit dieses Siegerjournalismus bemerkt wird gelingt es mit dem durch diese Medien kultivierten Bewußtsein doch im Zweifelsfall gewünschte abrufbare Reflexe zu gewährleisten, wie z.B. jetzt im Fall Griechenland.

    Kampagnen, unterstützt durch große Geldmittel (Zwangsgebühren), haben nun einmal Wirkung. Nicht zuletzt zu sehen auch am Stuttgarter Bahnprojekt, dem fortdauernden Anschauungssobjekt ungenierter politischer und medialer Manipulation - auch durch einfaches Weglassen und "Vergessen" von Information. Nur lauwarm die Berichterstattung über den Brandschutz: alles Meinungssache. StZ-Lokalchef Holger Gayer scheint Weinverkostung vorzuziehen (z.B. der Informationsveranstaltung im Rathaus am verg. Mittwoch), Bruder Leichtfuß sucht lieber Kontakt mit seiner Jugend: "Während ich aktuelle Angelegenheiten augenblicklich wieder vergesse...", Gayer in StZ, 14. März. 2015, S.23. - Mit solcherlei Haltung wird man journalistische Führungskraft, und Information der Leser und Leserinnen zur Glückssache - auch wenn das Layout hier wie dort noch so blendend seriös ist.
  • Schwabe
    am 15.03.2015
    So wie in den 4 Links erläutert sieht die Wirklichkeit (Realität) aus wenn Information und Menschlichkeit im Vordergrund steht. Objektiv und für jedermann nachvollziehbar.

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=25160, http://www.nachdenkseiten.de/?p=25103, http://www.nachdenkseiten.de/?p=25174, http://www.nachdenkseiten.de/?p=25285

    Um so mehr Menschen in Deutschland täglich Kontext und die NachDenkSeiten lesen, um so mehr steigt m.E. die Hoffnung das sich bei den nächsten Wahlen in Deutschland etwas zum Guten wendet. Für die Mehrheitsbevölkerung in Deutschland und dadurch nicht zuletzt auch in Europa.

    So viele tolle Kommentare hier zu diesem Artikel - ich bin begeistert!
    Spöri hat auch m.E. schon wesentlich schlechtere Artikel geschrieben. Und "Griechenland als Chance für Europa" zu sehen hat mit der bürgerlich neoliberalen Politik von SPD und CDU/CSU nun wahrlich gar nichts zu tun. Und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.
  • Winfried Plesch
    am 13.03.2015
    Super! Toll, was ich hier lese! Es gibt immer noch zu viele Leute, die mitdenken!
    Liebe Leser, direkt hier über dem Kommentarbereich gibt es das "flattr"-Icon (die EINS ist von mir). Bitte nutzen und Kontext unterstützen, wenn ihr das nicht sowieso schon ausgiebig tut!
    Folgendes Szenario droht uns „Deutschen“ doch: Infolge des Misserfolges der Austeritätspolitik Merkels und Schäubles (lernen die denn nicht, dass ich einen Staat nach volkswirtschaftlichen und nicht nach betriebswirtschaftlichen Prinzipien finanzpolitisch lenken muss???) kommen in Spanien, Frankreich, Italien, Portugal usw. linke oder noch schlimmer RECHTE Regierungen an die Macht und werfen in einer konzertierten Aktion „Deutschland“ aus Europa RAUS und zwingen die dann herrschende CDU / SPD / AfD- Koalition, die Demark (DM = „Deutsche Mark“) wieder einzuführen. Direkt anschließend wird der für Europa gebliebene Euro drastisch abgewertet und die „Deutschen“ schauen mit ihrer Demark und der auf Export getrimmten Wirtschaft in die Röhre, weil sie nix mehr verkaufen können. Aber dank der inzwischen ratifizierten CETA, TTIP, TiSA-Abkommen etc. entbindet die Regierung die Unternehmen von allen Umweltstandards, befreit sie von der Zahlung des Mindestlohns, wirft zur Energieversorgung die letzten funktionstüchtigen Atommeiler an, der Hartz IV+-Satz wird auf Naturalien in Form von Wasser und Brot und Schlafplätzen in eilig auf dem immer noch nicht in Betrieb genommenen „Groß“-Flughafen Berlin-Schönefeld aufgestellten ausrangierten Bundeswehrzelten gesenkt, ………. In Sorge vor entschlossen grimmig dreinschauenden Deutschen rüsten Frankreich und Polen auf …….
    Ist das soooooo abwegig? Gesunde Wirtschaftspolitik ist auch FRIEDENSPOLITIK!!!! Give Greece a Chance! Für ein Europa der Menschen! Stoppt die Diktatur des Kapitals!
  • Ulrich Frank
    am 13.03.2015
    @Realist, 13.03.2015 11:12h - Mögen Sie doch bitte einmal konkret erklären, wen Sie mit "wir" meinen, Realist? Die stolz geschwellte deutsche Wirtschaftsmacht - mit der Sie sich zu identifizieren scheinen? Eine folgsame Kollektivität die Sie glauben hinter sich zu haben bei Ihren betriebswirtschaftlich eingemeiselten klugen Projektionen ? Darauf hoffend daß es einfach immer so weiter geht - aber insgeheim vor dem Gegenteil Schiß habend, vor allem weil es, bei gefeierter Alternativlosigkeit, keinen Plan B gibt? Daß es immer und ewig ein Ausland gibt das den hierzulande produzierten Schamott abnimmt - dessen Produktion dann dort hinfällig wird?

    Mit Ihren Worten "hart ausgedrückt" - wenn es um das von Ihnen, Realist, aufkaprizierte "wir" geht: count me out, please!
  • griechischerRaffzahn
    am 13.03.2015
    Meinen Dank Herr Spöri für den fairen Artikel.

    Leider sind Fairness, Wahrheit und Offenheit seit Jahren eine Seltenheit im deutschen Medien- u. Politgeschehen Griechenland betreffend.

    Kurz vor Syrisas Wahlsieg hat das "Griechenbashing" eine äußerst beängstigende Form angenommen.

    Über die politisch motivierten Interessen es derart ausufern zu lassen möchte ich mich nicht auslassen.

    Als Griechin die hier lebt und eingebunden ist, bin ich erschrocken über das Außmaß der "Entgleisungen" und umso mehr verstehe ich viele Menschen in Griechenland wenn sie sehr wütend sind, sich in ihrer katastrophalen Lage auch noch von deutschen Medien mit haltlosen Behauptungen beleidigen lassen zu müssen.


    Eine faire Berichterstattung tut wirklich Not !

    http://appell-hellas.de/
  • Realist
    am 13.03.2015
    Naja, sicherlich eine Sichtweise der Dinge, der/die "Linke" hört es bestimmt gern, aber wirklich fundiert und realistisch? Was bringen uns Zinserträge, wenn wir den Kredit voll abschreiben müssen - wo ist da der kapitalistisch hinterhältig egoistische Deal?! Erklären Sie das mal bitte, allein Zinserträge machen noch keinen zum Gewinner der Krise. Glauben Sie denn wirklich, dass die deutsche Regierung keine Ahnung von Makroökonomie hat? Da muss ich mal laut lachen. Es ist doch wohl nicht ernst gemeint, wenn Sie glauben, dass ein Hr. Schäuble, egoistisch von niederen konservativen Instinkten getrieben, auf stur schaltet und seine, ähm unsere, Geldbörse nur kritisch und zögerlich zückt. Ich als Steuerzahler (abgedroschen, aber wahr!) erwarte, dass er kritische Fragen stellt. Schließlich gibt es in Dt. und Europa auch alternative Investments / Hilfsprojekte. Für mich ist doch offensichtlich, dass die neue griechische, angeblich linke, Regierung zwar nicht korrupt ist (sind wir da so sicher?), aber aktuell keine Kontrolle über das sinkende Schiff hat. Auch fehlt wirklich ein Plan, woher zukünftiges Wachstum und Wohlstand kommen soll. Was soll in Griechenland wachsen? Verkennen Sie nicht, dass Griechenland ein Agrarland ist, welches nichtmal über den Hauch einer funktionierenden Verwaltungsstruktur verfügt? Sie begründen Ihren Ausgabewillen, also das weitere Geben von Krediten, vielleicht sogar von Geschenken (Kredite sind ja bei den Linken scheinbar out...), allein auf dem Glauben, dass da mal gute Ideen kommen werden und dann alles gut wird. Sorry, aber das ist doch einfach zu wenig. Niemand ist bereit in Griechenland zu investieren, allein schon da es offensichtlich keine Rechtssicherheit gibt und, so tragisch es ist, weil es keine lohnenden Investments gibt. Ohne die aktuell gelebte europäische Solidarität in Form von Krediten (ja, ich nenne es Solidarität!), gäbe es Keinen, absolut Keinen (nicht mal die Griechen selbst!), alternativen Geldgeber. Geradezu lächerlich ist es meiner Ansicht nach, dass viele Schreiberlinge Deutschland jetzt seine Exportstärke, sei es innerhalb oder ausserhalb Europas, vorwerfen. Sorry, schon immer gab es Wettbewerb, auch vor dem Euro ist Deutschland seine Produkte prima losgeworden, selbst in Zeiten hoher Lohnabschlüsse. Es werden auch wieder Zeiten kommen, da werden wir Hilfe benötigen, da werden wir Nachteile haben, die aktuell "gute" dt. Situation haben wir doch nicht auf Dauer gepachtet, auch in Deutschland ist die Alterssicherung ein ungelöstes und nicht ausreichend finanziertes Thema, neben vielen Anderen. Sicher war Europa immer ein sehr wirtschaftlich getriebenes Projekt, aber nicht nur und am Beispiel Griechenlands wird doch klar, dass wesentlich mehr - allein durch Deutschland- investiert wurde, wie zurückgeflossen ist. Hart ausgedrückt, der griechische Markt war für Deutschland nie wirklich relevant. Andere Agrarländer haben Ihre Chance genutzt und aus den Fördergeldern wirtschaftliche Strukturen geschaffen (Irland war einmal das Armenhaus Europas!), in Griechenland wird dies auch die neue Regierung nicht schaffen. Vorsichtshalber wird schonmal behauptet, dass dies ja an den rechten und konservativen liegt... die Dolchstoßlegende lässt grüßen.
  • H.Ewerth
    am 13.03.2015
    Nur wer die "Etikette" wahrt, wird in Deutschland/Brüssel akzeptiert? Welcher Arrogante Art. Jedenfalls sind die ökonomischen Ansätze des Herren, wesentlich fundierter, als all das was man in Deutschland mit dem so falschen Slogan:" Schwäbische Hausfrau" verbindet" denn eine Volkswirtschaft ist ja was anderes als ein privat Haushalt.

    Die Austerität wurde auch nicht eingeführt, um im Süden erfolg zu haben, sondern alles im Euroraum gnadenlos nieder konkurrieren zu können.

    Ich habe den Eindruck, hätte Austerität, (welche noch nie in der Geschichte Erfolg hatte), zu einem Erfolg geführt, wäre die Austerität sofort gestoppt worden. Denn Deutschland verdient ja prächtig an dem Elend anderer Länder.
  • Ulrich Frank
    am 12.03.2015
    Nun ja, das ist eine schöne Rede von Herr Spöri. Aber die sog. SPD macht - schon immer - mit der Aussicht auf "staatstragendes" Irgendwas bzw. Posten - praktisch ALLES mit, auch wenn sich das in wahnsinnig klugen Reden zunächst immer anders anhört. In der jüngsten Geschichte von der neuen "Sozialgesetzgebung" mit der die heiß geliebte sog. CDU von rechts überholt wurde übers vom dicken Siggi letztendlich doch mituntergejubelte TTIP über die neueste angekündigte verfassungswidrige Gewerkschaftsgesetzgebung bis zum protofaschistischen Zwangsrundfunkbeitrag. Und dem neuerlichen Verzicht auf die Vermögenssteuer - weil der von der SPD mit grundgelegte neoliberale Lotterstaat letztendlich wahrscheinlich auch gar keine Instrumente mehr zu deren Erhebung besitzt. Und eben bis zum Finanzdiktat Merkels und Schäubles.

    Auch Herr Spöri machte zu seiner Zeit als stellvertretender Ministerpräsident zum Beispiel den Bruch des Koalitionsvertrags von Seiten Herrn Teufels ohne weiteres mit - Hauptsache man blieb mit an der Macht.

    Das sorgt für einen merkwürdigen Beigeschmack. Wäre Herr Spöri noch Mitglied der SPD - das läßt die Einleitung offen (es ist aber wohl wahrscheinlich) - so wäre es denn ein Zeichen von konsequenter Geisteshaltung endlich aus diesem Verein auszutreten.
  • zara
    am 12.03.2015
    Bei aller Kritik an Syriza. Ein Argument von Herrn Spöri halte ich wirklich für wichtig: es gibt keine anderen Hoffnungsträger mehr in Athen.

    Ja, wer außer den krawattenlosen Hemdträgern soll denn den Schlamassel angehen? Wir sollten ihnen wirklich eine faire Chance geben, die haarstäubenden Zustände in Griechenland ändern zu können.
  • Mike Morris
    am 12.03.2015
    Deutschland(s) Politiker(innen) können alles - ausser Volkswirtschaft, international auch Makroökonomie genannt.

    Das schlimmste daran ist, dass der Irrglaube nur von ganz - ganz, ganz wenigen Medien hinterfragt wird.
    Immerhin gibt es jetzt die Kontext und diesen Artikel!

    Ich wünsche mir für die Zukunft, dass die Kontext sich ein sog. SEO-Marketing ihrer Webseite gönnt. Denn auch die Propagandisten neoliberaler Gedankenwelt bedienen sich der Werbung um ihre (Schnapps-) Ideen populär zu machen.
  • Peter S.
    am 12.03.2015
    Was für eine einheitliche Resonanz zum Spöri Artikel.
    Selbst dem Vino kann ich da ausnahmsweise zu 100% zustimmen.

    Was geht mir das selbstgerechte Gequacke unserer deutschen Politiker und den Schwachköpfen der Eurogruppe auf den Wecker.

    Hätte nicht gedacht, daß ich mal einer "linken" Regierung die Daumen drücke...........
  • Dieter Marcello
    am 12.03.2015
    Danke, Dieter Spöri!
    Um Merkels und Schäubles Politik gegenüber der linken griechischen Regierung zu verstehen: Seit Kohl ist Machterhalt die einzige Rationale jeder CDU-Führung; seit Merkel immerhin ohne ideologischen Ballast (für den aber so krude wie verläßlich die CSU garantiert).
    Der mögliche Einzug der AfD sowohl 2016 in Baden-Württemberg wie 2017 in den Bundestag würde die Union von der Macht vertreiben. Umso näher der Wahltermin, umso überzeugender wirkt in der Hoffnung der CDU-Strategen die Mischung aus besorgter 'Wir-würden-den-Griechen-ja-gerne-helfen' -Rhetorik und AfD- bzw. Bild-Propaganda 'aber die Griechen mit ihrer linken Regierung verhindern dies'. Wenn erst Griechenland noch vor der Wahl aus der Euro-Zone oder ihre Regierung zum Rücktritt gedrängt ist , dann bleibt die AfD draußen und die CDU an der Macht.
    Diesen Populisten sollten wir Europa nicht überlassen!
  • hessekopp
    am 12.03.2015
    es wird zeit für eine deutsche 'syriza'.

    hierfür könnten unverbrauchte MENSCHEN aus der spd-basis, aus dem linken grünen-flügel, nichtatlantische linke, sowie idealistInnen aus nichtparteilichen sozialen oder kirchlichen gruppierungen und ngos zusammenfinden.
    es gäbe genügend wähler und macher, wie man an den wutbürgerbewegungen, occupy/blockupy-, friedens- und montagsdemonstrationen, ja sogar an den pegida-märschen erkennen konnte.

    gegen die regierende, seelenlose, nur noch sprechblasen absondernde und ansonsten gefühlsleere dienerkaste der infranationalen UNMENSCHEN.

    das marktkonforme regime merkel ist ja nicht das einzige auf der welt, welches sich die NeueWeltOrdnung auf die fahnen schreibt.
    schliesslich geht es um die weltumspannende, unanfechtbare
    und bis auf weiteres irreversible konzerndiktatur.
    die technokratische weltbeherrschung, jetzt oder nie.

    die diener der unmenschen nennen es 'governance' und grinsen dabei, weil sie sich unheimlich schlau vorkommen und als insider wähnen, während wir sklavischen fischlein ausserhalb des think tanks nach luft schnappend an 'government' und papier- und monitorgeld glauben sollen.

    tsipras nennt es -übrigens nicht als erster- "das vierte reich", und meint damit beileibe nicht nur deutschland als europäischen hegemon.

    so oder so, man muss dieses erste echte monster des neuen jahrtausends, seine akteure, aber insbesondere seine 'höchsten' profiteure beim namen nennen um es gewaltlos erfolgreich niederzuringen. noch ist zeit. scheinwerfer an.
  • Herbert Hensler
    am 12.03.2015
    Ich kann mir nur verwundert die Augen reiben über das mangelnde Unrechtsbewusstsein der Politik. Hätte sie 2010 auf dem Höhepunkt der Bankenkrise einen Schuldenschnitt zugelassen, wäre Griechenland nicht weiter in die roten Zahlen gekommen. Die Privaten Gläubiger und die Banken, die auf hohe Zinsen spekuliert haben, hätten das Nachsehen gehabt. Die Banken Deutschlands und Frankreichs, insbesondere der Merkel Freund Ackermann, haben dafür gesorgt dass die Gläubiger gerettet und Griechenland ruiniert wurde. Zigtausend Menschen in Griechenland wurde die Existenzgrundlage entzogen, weil die Herrenmenschen, wieder einmal ein Exempel statuieren konnten. Ausgerechnet Politiker der großen C Parteien, C steht für christlich, betätigen sich als die schlimmsten Lügner und Hetzer. Und die SPD ? Sie hat mit den Hartz IV . Gesetzen den letzten Rest von Charakter verloren.
  • Zaininger
    am 11.03.2015
    In vielen Handwerker- und sonstigen Rechnungen steht:
    "... die gelieferte Ware bleibt bis zu deren vollständigen Bezahlung Eigentum des Lieferanten...".
    Wie wäre es, erst mal 50% der an Griechenland gelieferten Panzer und sonstigen Kriegsgeräte zurückzuschicken und die fällige Summe (natürlich abzüglich der Gebrauchsspuren) mit den Schulden der Exportkreditgeber zu verrechnen?
    oder fühlt sich dann der Verteidigungsminister brüskiert und "entmannt"?
  • Peter Boettel
    am 11.03.2015
    Wie Dieter Spöri in einem anderen Zusammenhang bereits geschrieben hat, hat die SPD ihre sozialdemokratische Seele verloren.
  • Kornelia
    am 11.03.2015
    Meine Verschwörungstheorie:
    33-45 haben Nazi-Deutsche ganz Europa mit ihrer Herrenrassen-Ideologie überrannt, platt gemacht und zu Untertanen gemacht (dabei verloren sie Kultur, Menschen-Wissen, jeden Bezug zu Moral und Sitte und Sozialem, verloren Grund und Boden und 'gewannen' Schutt,Asche und Schuldenberge!)
    Jetzt dominieren die Marionetten-Puppen Merkel/Schäuble/Gabriel/Steinbrück und co, sie diktieren den restlichen Ländern ihre -wieder- asoziale, undemokratische, Unrechts, entwürdigende Sicht der Dinge .... (Ihre Faden-Zieher sitzen weit weg im Trockenen und wissen vor MachtGier und Geld/Besitz nicht was sie da langfristig anstellen! )
    Auch hier wird diese aufgeblähte Merkel-Marionetten-puppe platzen und ganz Europa mit in den Abgrund ziehen!
    Und die FadenZieher auf den Caymann-Inseln werden 'völlig uberrascht' vom Tsunami sein! Und ein 'Gespür' für 'was heisst global und international' bekommen! Wie ungebildet diese Gruppe ist merkt man daran, dass sie aus der Banken-krise etwas lernen sollen!
  • Kornelia
    am 11.03.2015
    Die SPD ist ein Desaster!
  • Kornelia
    am 11.03.2015
    Hach, die 'schwäbische Hausfrau'
    Die s.H. würde nie ihr Kinder verhungern lassen, damit sie sich einen Nerzmantel und Diamanten 'leisten' kann (vergleicht man wie locker Bankster, Immobilienheinis, Investoren und Oligarchen versorgt werden und wie knieprich bei Maria und Costas aber auch in Dt. bei Fritzchen, Muttern und Oma Erna 'gerchnet' wird)
    Die s.H. würde nie ihrer Kinder verkümmern lassen, um dann bei den Nachbarn, die auf Kosten deren Sozialkassen gezogenen "Sprösslinge' abzuwerben,!
    Die s.H. würde selten mit 'friss oder stirb' ihre Familie behandeln!
    Die s.H. würde besser Haushalten und lieber 30tagelang gesunde Hausmannskost verabreichen als 1x Champagner und Austern!
    Die s.H. würde wissen wie wichtig es für den familien-Frieden aber auch für den Nachbarschaftsfrieden ist, auf asoziale, ungerechte und undemokratische "Regeln' zu verzichten: fair play ist lebensnotwendig für die Familie!
    Die s.H. hat und hätte schon längst den sogenannten 'Machern' die Ohren lang gezogen ... 'ganz mit Würde versteht sich'

    Hätte die europäische Hausfrau bei riesen Schulden darauf bestanden dass 'Kind' schwere Waffen kauft?
    Hätte europäische Hausfrau nicht alles unterstützende getan, damit Kind von den (Oligarchen)Dealern weg kommt?
    Hätte die europäische Hausfrau nicht schon viel viel früher gesehen, dass ihr Kind im Südzimmer arge Schwierigkeiten hat? (Quasi ab europäischer Geburt?) und hätte sie dann nicht vorsorglich 'ein Auge drauf gehabt'?
    Und hätte die europäische Hausfrau nicht dafür gesorgt, dass die Kleinen und Schwachen und nicht die vielen 'Mitesser' die Brocken kriegen?
    Und wäre es der europäischen Hausfrau nicht besonders wichtig ihre Ressourcen 'beieinander' zu behalten? Welche europäische Hausfrau würde die lebensnotwendigen Dinge verhöckern? Strom, Gesundheit, Mobilität, Wasser, Essen, Kultur, Zeitung, soziales Miteinander weiss die europäische Hausfrau sind -nur bei Flucht- zu veräussern,
  • invinoveritas
    am 11.03.2015
    Anders als bei seinem grottenschlechten Ukraine-Artikel vom Dezember - Putins jüngstes Geständnis zeigt, wie sehr Spöri damit daneben lag, ebenso wie all die anderen Altvorderen, auf die er sich damals berief - ist dem Autor hier voll zuzustimmen. Was Merkel&Co in Griechenland anrichten mit ihren völlig verfehlten Konzepten, ist eine Tragödie. Wäre die Regierung Tsipras schon länger an der Macht und hätte mit linker Politik die desaströse griechische Gegenwart zu verantworten - man wäre sich allenthalben einig, dass ein Kurs, der so verheerende Effekte produziert, falsch ist und dringend auf den Müllhaufen der Geschichte gehört. So aber werden Spardiktate und unerfüllbare bzw. teilweise fatale Auflagen aus dem Geiste neoliberaler Dogmatik als alternativloser Ausfluss einer höheren ökonomischen Vernunft hingestellt - bis der Karren gegen die Wand prallt. Wie bei der schamlos reduzierten Hilfe für vom Tode bedrohte Flüchtlinge auf dem Mittelmeer versagt Europa auch in Griechenland - politisch und moralisch. Eine Schande, die einmal mehr zeigt, wie schwer sich der Politikbetrieb tut, Trampelpfade zu verlassen und rechtzeitig das im Interesse der Menschen Notwendige anzugehen.
  • Ulrich Scheuffele
    am 11.03.2015
    ich habe Dieter Spöri in seinem Wahlkampf aktiv unterstützt, eine der Taten in meiner ehemaligen Zeit als SPD-Mitglied, wo mir heute die Zeit im nachhinein nicht zu schade ist. Dieter wäre ein ganz hervorragender Ministerpräsident gewesen.
  • Shoobidoo
    am 11.03.2015
    Empfehlenswerte Sendung zum Thema: http://www.etwasverpasst.de/arte/macht-ohne-kontrolle-die-troika
    Nicht vergessen: Die neoliberale Umstrukturierung Europas ist zu wesentlichen Teilen den europäischen Sozialdemokraten zu verdanken. Auch die sogenannte "Griechenlandrettung" ist wie die "Bankenrettung" eine Umschuldung privater Anlagerisiken auf Steuerzahlerkosten.
    Die real existierende SPD sieht so aus: https://www.youtube.com/watch?v=baqTTt_BZCw.
    Alles andere sind Sonntagsreden und Heuchelei.
    Ergänzung: http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialistische_Internationale.
    Noch Fragen?
  • Hartmut Hendrich
    am 11.03.2015
    Ja "FernDerHeimat", wer vom Spitzenpersonal der heutigen SPD sollte denn zu solchen Einsichten in der Lage sein?
    Bei all dem zu vermutenden volkswirtschaftlichen Unverstand wird denen jedoch klar sein, dass ein auch bescheidener Erfolg von Syriza ihre eigene Chance, die 20-Prozent-Grenze bei nächsten Wahlen zu unterschreiten, enorm steigern würde. Da ist man sich doch lieber mit der schwarzen Null, unserem Finanzminister, der dem griechischen Minister Varoufakis nur beim politischen Ränkeschmieden überlegen ist, fachlich diesem jedoch nicht das Wasser reichen kann, einig und drischt wie dieser unverschämt auf die aufmüpfigen Griechen ein und bezichtigt diese gleichzeitig ungebührlichen Auftretens. Da trifft man sich doch auch mit dem „Sachverstand“ aller Leitartikler deutscher Presseorgane von rechts bis … - ja , bis wohin wohl?
    Von dem, vielstimmig einmütig, vor allem beleidigend, auftretenden, Mainstream in unserer Presselandschaft hebt sich dieser Artikel wohltuend ab. Anzumerken wäre allenfalls, dass auch hier von populistisch, was ja wohl als abwertend gebraucht wird, die Rede ist. Populistisch sind ja wohl eher Parteien, wie CDU und noch mehr CSU, die sich einer mächtigen Minderheit in unserer Gesellschaft verpflichtet sehen, denen es aber gelingt, nahezu der Mehrheit in der Gesellschaft vorzugaukeln, sie zu vertreten.
    Am Ende des Artikels wird, was man gerne liest, die Hoffnung auf auch ein nur bescheidenes Gelingen des griechischen Befreiungsversuches zum Ausdruck gebracht. Da muss man aber wohl alle Hoffnung fahren lassen. Die Allianz, der in der EU herrschenden Parteien, wird dieses kleine Pflänzchen gesellschaftlicher Erneuerung am ausgestreckten Arm, unter hämischer Begleitmusik der veröffentlichten Meinungen, ganz sicher verhungern lassen.
  • BSiek
    am 11.03.2015
    1. Herr Spöri ist in der falschen Partei, hat es aber noch nicht gemerkt.

    2. Die USA sind alles andere als der Bündnispartner von Europa, das zeigt der folgende Artikel und von dort weiterführende links der Nachdenkseiten: http://www.nachdenkseiten.de/?p=25285
    Wer diese Texte gelesen hat, kann angesichts der realen Machtverhältnisse alle Hoffnung fahren lassen :-(
  • tillupp
    am 11.03.2015
    Ja, das ist typisch. Jahrelang werden korrupte (konservative) Politiker und korrupte Banken/Versicherungen bis in die Insolvenz mit Geld gestopft, Rüstungsgüter nach Griechenland verkauft, etc. und wenn dann (noch) nicht Korrupte an die Macht kommen haben diese keinen Handlungsspielraum mehr um etwas zu gestalten. Es ist auch klar, dass eine echte Linkspartei im konservativ geprägten Europa keinen Erfolg habe darf. Wo kämen wir denn dahin wenn die Linken besser wirtschaften als die Konservativen. Wenn Orban sich mit Putin trifft, die Pressefreiheit einschränkt, das Wahlrecht verbiegt, Roma ghettoisiert etc. steht kaum was in der Presse, aber wenn die Griechen eine Woche nach Regierungantritt mitteilen, dass sie für die Analyse etwas mehr Zeit brauchen wird das eine Provokation hochgeschrieben. So sind unsere Medien.
  • Gaston
    am 11.03.2015
    Was kommt heraus wenn man Schwarz und Rot mischt ?

    ROSTBRAUN !

    Grüsse
  • FernDerHeimat
    am 11.03.2015
    Schade, dass man vom Rest der SPD - erst recht nicht der Parteispitze - solche Kommentare zu lesen bekommt.

    Dort ist man vielmehr schon dabei, die nächste Runde Agenda 2010 und TTIP der Bevölkerung auf's Auge zu drücken.

    Und ansonsten wird brav gemacht, was "Mutti" sagt.

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