Ausgabe 222
Medien

Plattform für Rassisten

Von Holger Reile
Datum: 01.07.2015
2000 KonstanzerInnen zogen im Februar durch die Straßen und demonstrierten für eine bunte, tolerante und offene Stadt. Auf den Online-Seiten des "Südkuriers" hingegen, der Tageszeitung vor Ort, dürfen sich durchweg anonyme Hassprediger seit einiger Zeit hemmungslos austoben.

Monatelang das gleiche, üble Spiel: Berichtete der "Südkurier" über die Situation der Flüchtlinge vor Ort, dann hagelte es auf den Online-Seiten menschenverachtende und fremdenfeindliche Kommentare. Ende Mai, es ging um die bevorstehende Abschiebung zweier Roma-Familien, konnte man lesen: "Wir hätten sehr viele Probleme nicht, wenn wir nicht zum Traumland für viele Ausländer geworden wären. Diese müssen wir jetzt mit viel Geld ruhig stellen, damit sie uns in Ruhe lassen."

Und es kam noch schlimmer: "Die Kinder sitzen bei uns in der Schule und verstehen nix. Man bringt denen zudem bei, dass man sich nur frech genug verhalten muss – es findet sich immer ein Dummer, der einen aushält." Flüchtlinge wurden fast täglich als "kosovarische Wirtschaftsreisende" oder "afrikanische Sozialtouristen" verunglimpft. "Durch massenhafte Zuwanderung", so andere Kommentare, "werden wir kontinuierlich zerstört, unsere Werte, unsere Kultur wird vernichtet." Wer sich online gegen diese rassistischen Äußerungen und Hetzparolen verwahrte, wurde umgehend auf übelste Weise attackiert und als "Meinungsterrorist" und "linker Nazi" beschimpft. Die Online-Redaktion des "Südkuriers" schreitet nur selten ein und lässt den aggressiven Mob gewähren.

Die Formulierungen glichen teilweise denen, die einem Flugblatt zu entnehmen waren, das kurz zuvor in der Stadt verteilt wurde und für dessen Inhalt die rechtsradikale Gruppierung "Der Dritte Weg" verantwortlich zeichnete. Den Deutschen stünde der "drohende Volkstod" bevor, wenn sie weiterhin Flüchtlinge aufnehmen würden, stand da zu lesen. Auf den Flugblättern waren aber auch die Adressen von Konstanzer Flüchtlingsunterkünften angegeben, sicher nicht, um dort Hilfe und Unterstützung anzubieten. Anderntags veröffentlichte die "Südkurier"-Online-Redaktion eine Zuschrift, in der behauptet wurde, Roma hätten sowieso nichts anderes im Sinn, als "uns auszurauben".

Nachdem die Konstanzer Internetpublikation "Seemoz" ausführlich über die Hasstiraden berichtet hatte, protestierten mehrere "Südkurier"-LeserInnen bei der Redaktion, darunter Kommunalpolitiker und auch Sozialbürgermeister Andreas Osner, dessen Dezernat viel mit der Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge zu tun hat: "Fremdenfeindliche, rassistische und diskriminierende Äußerungen in jedweder Form verurteilen wir entschieden", so Osner. Noch deutlicher wurde Grünen-Stadtrat Normen Küttner: "Diese verbale Gewalt und Herabwürdigung der schwächsten und wehrlosesten Menschen in unserer Stadt und in unserem Landkreis kotzt mich an." Viele Konstanzer beschwerten sich in ähnlicher Form und forderten die Redaktion auf, dem volksverhetzenden Treiben auf ihren Online-Seiten unverzüglich ein Ende zu setzen.

Schließlich reagierte der "Südkurier" und löschte zumindest die übelsten Kommentare, die gegen Flüchtlinge gerichtet waren. Andere, wie beispielsweise massive Werbung für Pegida: "Feiges, faules deutsches Volk – steht endlich auf! Es ist Euer Land, geht auf die Straße!", ebenfalls unter Pseudonym verfasst, werden indes weiterhin veröffentlicht. Dazu auch ein Link auf "Politically Incorrect", einer islamophoben Hetzpostille, die hohe Zugriffszahlen aufweist und eine Scharnierfunktion tief hinein in die rechtsradikale Szene hat.

Doch diese Woche wurden erneut Kommentare veröffentlicht, darunter einer, der an Widerwärtigkeit kaum mehr zu toppen ist. Nachdem in der Printausgabe über den Bau neuer Flüchtlingsunterkünfte in Konstanzer seriös berichtet wurde, wurde umgehend online folgende Zuschrift veröffentlicht: "(...) Zwei Afrikaner vergewaltigen eine Frau, kriminelle 68-er Richter sperren sie nicht ein, sondern lassen sie auf die Bevölkerung wieder los und natürlich machen sie weiter und vergewaltigen wieder (...) Wenn man weiß, das in vielen Teilen Afrikas Vergewaltigung Volkssport ist, ist es Krieg gegen die eigene Bevölkerung, wenn die Regierung solche Leute auf uns los lässt (...)." In anderen Verlautbarungen ist zudem von einer "Umvolkung" der Deutschen die Rede und auch davon, dass die Aufnahme von Flüchtlingen einem "Genozid" an der deutschen Bevölkerung gleichkäme.

Auf die Kontext-Anfrage, wieso der "Südkurier" eindeutig rechtsextreme Leserkommentare auf seiner Webseite veröffentlicht, antwortet Sebastian Pantel, Leiter der Online-Redaktion: "Wir haben feste Kommentarregeln", und verweist auf diese Webseite. Innerhalb der gesetzlichen Fristen würden Kommentare geprüft und gegebenenfalls gesperrt.

Alles kein Ruhmesblatt für eine Tageszeitung, die regelmäßig mit stolzgeschwellter Brust auf ihre Auszeichnungen für guten Lokaljournalismus hinweist.


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20 Kommentare verfügbar

  • Barolo
    am 08.07.2015
    Herr Reile,
    hier der Versuch einer Entschuldigung an Sie und alle anderen die ich mit meinem Disput belästigt habe.
    Sie haben absolut recht und es ist an mir, die eigene Eitelkeit besser im Zaum zu halten.
    Ich gelobe Besserung und bleibe in Zukunft enger am Artikel.
  • holger reile
    am 07.07.2015
    Ob die Herren Steiner und Barolo sich mal treffen möchten, damit das Elend hier ein Ende nimmt? Deren Einlassungen haben ja nun mit dem eigentlichen Thema rein gar nichts mehr zu tun.
    Gesundheit wünscht
    H. Reile
  • Barolo (heute eher Weizenbier)
    am 07.07.2015
    Nochmal ganz langsam für Sie:
    Ich unterbreite Ihnen kein "unanständiges Wettangebot" mehr, sondern ich kaufe Ihnen die Information aka Mord-Beweis für 200 € ab.

    Aber da Sie wohl nichts haben, erweitere ich mein Angebot für ALLE Leser und die Kontext Redaktion :-)
    Bedingungen s.u.
    Gilt mal bis 31.7.2015
    Der Erste der hier postet gewinnt.

    Wer schon Kontext Sponsor oder Mitglied ist bekommt die vollen 200 €, wer das nicht ist, spendet die Hälfte an Kontext.
  • Rolf Steiner
    am 07.07.2015
    Man wundert sich, mit welcher Pentranz bestimmte Menschen als selbsternannte Meinungsmachthaber über die rechtsradikalen NSU-Exzesse urteilen. Nicht allein bei Barolo halte mich an das alte Sprichwort aus der Wallonie: "Bei einer Wette gibt es einen Dummkopf und einen Dieb." D.h. auf keinen Fall sollte man die "Erkenntnisse" oder gar Vorgaben mancher rechter Blogger und neunmalgescheiter Wichtigtuer ernst nehmen. Spondern abwarten. was beim Nazi-Prozess in München und weiteren Untersuchungen raus kommen wird, was verschwiegen oder scheinbar bzw. unscheinbar vertuscht wird. Dafür werden keine Heißsporne oder Wetteifrige benötigt, sondern wie bei allen soliden Erkenntnisgewinnen: Geduld.
  • Barolo
    am 06.07.2015
    Hallöchen Herr Steiner, gehts vielleicht auch ein wenig kleiner als permanent mit verquasten Analogien zum Dritten Reich?
    Ist es nötig jeden Andersdenkenden immer gleich als Nazi zu bezeichnen?
    Zu meinem Angebot von 200 €. Natürlich ist es eine kleine Summe.
    Es gibt als öffentliche Belohnung mehrere 100.000 € abzuholen. Nur zu, worauf warten Sie?
    Und was ist an meiner Wette unanständig? Haben Sie wirklich die Befürchtung zu gewinnen?

    Ihre Reaktion zeigt nur eines. Sie kennen keinen Beweis für die Täterschaft eines "Uwes" (Ich übrigens auch nicht und die Polizei auch nicht)
    Und solange Sie keinen Beweis haben, sind Ihre Behauptungen eben genau das.
    Um Sie aber von der unmoralischen Wette zu erlösen, biete ich Ihnen den Betrag auch ohne ein Wett-Risiko für Sie.
    Einfach Beweis liefern und Geld bekommen.
    Mal sehen was Sie nun für eine Ausrede benutzen werden ;-)

    P.S.: Sorry KONTEXT, daß wir etwas abgeschweift sind.
  • Rolf Steiner
    am 05.07.2015
    Barolos Wetteinsatz: Weshalb will der Weinvertreter nur eine kleine Summe einsetzen, wenn er sich soooooo sicher ist? In Deutschland gelten längst andere Dimensionen. Im übrigen, ich würde ein unanständiges Wettangebot auch bei einem Euro nicht annehmen. Denn wer wetten will, ist sich nicht sicher......

    Dass Anhänger von rechtsextremen Demokratiezerstörern fixe Aussagen zu manipulieren versuchen, wird leider schon wieder deutlich, wenn der eine oder andere Irregeleitete (nach dem 6. Barolo-Glas?) verwegen behauptet,, ich würde das "heutige D. als Verbrecherstaat" denunzieren.

    Was für eine unanständige Frechheit, meinen Satz: "Dass aber NAZI-Deutschland mit seinem "gekärchterten" Original-Volk die Verbrecher-Nation Nr. 1 der Weltgeschichrte ist und bleibt, darf dabei niemand unterschlagen." zu VERFÄLSCHEN. Vielleicht liegt ein schäbiger Hintergedanke bei Barolo in den braunen Zellen: Deutschland wäre noch immer Nazi-Deutschland und hätte sich nicht zugunsten einer Demokratie verändert?

    Auch beim Fälschen/Verfälschen waren die verbrecherischen Nazis Meister aus Deutschland. Nicht nur beim pathologischen Leugnen ihrer unmenschlichen Monstrositäten.
  • Barolo
    am 05.07.2015
    Halli hallo, aber wer hackt denn hier auf "Nichtdeutschen" rum?
    Ich habe leider vergessen die Zitate aus der Kriminalstatistik mit ".." zu markieren. Also diese "Nichtdeutschen TV" stehen dort genauso drin. Bitte bei der Polizei beschweren, wenn das Ihre Meinung nach nicht PC ist.
    Beim Anstieg der Straftaten kann man ja noch meckern über die Bezugsgröße, aber doch nicht bei den absoluten % Zahlen (39,3% ALLER Körperverletzungsdelikte) Und diese werden nun, wie Sie selbst sagen, vom ca 10% der Bevölkerung begangen.
    WOW. Danke für die Bestätigung der Befürchtungen vieler Menschen in Deutschland.

    Und dann kommen wir auch gleich auf Ihre immer wieder genannte aber immer nie bewiesene Behauptung.
    "die monströsesen Verbrechen der Nazis und ihrer Nachfolger - siehe NSU - zu verharmlosen"
    Über erstere habe ich nie gesprochen.
    Für letzteres hätte ich gerne einen Beweis.
    Und den Beweis für auch nur EIN EINZIGES Mord-Verbrechen von den Uwes können Sie nicht liefern.
    Mein Angebot heute: Ich erhöhe meinen Wetteinsatz auf 200 €. (Bedingungen sind ja bekannt)
    Nehmen Sie an?
    Nach der Annahme haben Sie eine Woche Zeit zum liefern.

    Schönen Sonntag und ein kühles Weizen

    P.S.: Wenn die Argumente dünn sind, werden Sie mit Verweis auf 39-45 nicht besser. Wenn Sie sich aber gerne als Angehöriger einer Verbrecher-Nation bezeichnen wollen steht Ihnen das natürlich frei.
  • Rolf Steiner
    am 03.07.2015
    Was für törichte braune Blüten die bequeme Anonymität treibt in zwei Beispielen:

    Auf einer Neonazi-Plattform namens "Bögida", die von einem NPD-Mann betrieben werden soll, kann man Mozarts Konterfei bewundern, Das von dem oder den Produzenten (Nikolai Alexander (Reconquista Germania) dem weltoffenen Komponisten der Wiener Klassik unterlegte Zitat "Was mich am meisten aufrichtet und guten Mutes erhält, ist, dass ich ein ehrlicher Deutscher bin" ist ebenso verlogen wie die notierte Unterschrift.

    Unterschlagen nänlich wurde von dem garantiert braunen ghostwriter, dass dieses Aufrichten und der gute Mut primär Mozarts VATER und SCHWESTER und speziell deren Wohlbefinden betrifft. Erst danach folgt - völlig zweitrangig - "daß ich ein Ehrlicher Teütscher bin". Und: unterschrieben wurde von Mozart so gut wie nie mit "Amadeus". Das griechische Theophilus seiner vielen Vornamen („Gottlieb“) hat Mozart später in seine französische Entsprechung Amadé bzw. (selten) latinisierend Amadeus übersetzt. "Amadeus" nannte er sich nur im Scherz in drei seiner Briefe.

    Aber auf dieses vorsätzliche Verfälschen sind die Nazis schon immer spezialisiert. Bei Heines weltberühten Volkslied "Die-Lore-Ley" haben sie in ihren dumpfnationalen Liederbüchern auch den Autor als "unbekannt" deklassiert - weil er Jude war. Wie schreibt doch Mozart "Gefurzt wird immer in der Nacht und immer so, daß es schön kracht." Unverfälscht und deftig und passend zu den von verkommenen Abendland-"Verteidigern betrügerisch gestalteten Fälschungen. Denn diese sind in Wahrheit das "Lügenpack" !
  • Rolf Steiner
    am 03.07.2015
    Das törichte Herumgehacke auf sog. "Nichtdeutschen" von einen anonymen Zertreter italienischer Qualitätsweine hat nur eines im Hinterkopf: die monströsesen Verbrechen der Nazis und ihrer Nachfolger - siehe NSU - zu verharmlosen. Ehrlicherweise müsste er ja mal echte Zahlen nennen, um von den simplen Prozentsätzen auf die Wirklichkeit schließen zu lassen. Diese widerlichen Angriffe mit dumpfbraunen Parolen sind kontraproduktiv.

    Dass bei 80.2 Mio. Einwohner der BRD (rund 72 Mio. "Original"-Deutsche und rund 8 Mio. "Ausländer") nicht nur Mitglieder der Heilsarmee unterwegs sind, kann heute jeder auch ohne Promotion nach vollziehen. Dass aber Nazi-Deutschland mit seinem "gekärchterten" Original-Volk die Verbrecher-Nation Nr. 1 der Weltgeschichrte ist und bleibt, darf dabei niemand unterschlagen.

    NB - an die Verschleierungsmodelle von interessierter rechter Seite glaube ich weiterhin nicht. Einfach mal abwarten........
  • Barolo
    am 03.07.2015
    Ich freue mich, daß hier eine lebhafte Diskussion entstanden ist und bedanke mich ausdrücklich für die Unterstützung durch links auf die Kriminalstatistik.
    Ich denke es ist Aufgabe der Medien (TV und Print) hier die Bürger kontinuierlich zu informieren und an den Sachen dranzubleiben.
    Es ist keine Holschuld der Bürger welche dann zwar etwas wissen, dies aber in der Politik nicht reflektiert sehen.
    Den Bürger berührt übrigens die eigene Sicherheit weit mehr, wie die Nationalität eines Steuerbetrügers.

    Zur Statistik in BW.
    Denn hier steht u.a.: Während die Anzahl der deutschen TV (Tatverdächtigen) kontinuierlich abgenommen hat, weisen die nichtdeutschen TV seit 2010 jährliche Anstiegsraten auf, im Jahr 2014 um 16,6 %.

    Und nun zu den Körperverletzungen: Nichtdeutsche Erwachsene TV Anstieg um 13,2% und stellen nun 39,3% ALLER Körperverletzungsdelikte!

    MmMgh war der Versuch eine PC gerechte Bezeichnung zu wählen. Anscheinend ist Menschen mit Migrationshintergrund auch nicht richtig abgekürzt.
    Sie haben vermutlich auch recht mit dem "jeder". Ich meine damit eher "jeder der es wissen will", werde nun das PC Wort "viele" verwenden.

    Übrigens muss ich Herrn Freudenreich nicht bei allem zustimmen, aber es ist nicht das erste Mal. Ich unterstütze Kontext finanziell und damit auch Herrn Freudenreich. Und Sie?

    Zu meinen P.P.S.: NSU Mordtheorie. Da hatte ich den Herrn Steiner gemeint, der gerne Behauptungen zum NSU Märchen postet. Bei Nachfragen meinerseits ,wie es denn mit Beweisen sei, aber immer kneift. Ich lade Sie aber gerne ein, und biete eine Wette um 100 € an wenn Sie binnen einer Woche einen Beweis liefern können. Der Beweis muss vor dem angeblichen Selbstmord der Uwes datieren und eindeutig sein (DNA, Fingerabdruck, Augenzeugen Phantombild etc)

    Schönes Wochenende
  • Tillupp
    am 03.07.2015
    @Bernd Oehler, 02.07.2015 22:13
    Wenn das mit den Klarnamen so "Gar Kein Problem" ist, warum ist dann die Polizei so vehement dagegen die Namen auf die Uniform zu nähen, warum wollen manche Krankenschwestern ihren Nachnamen auch lieber für sich behalten, etc. Es gibt eine Menge verrückte da draußen. Dazu kommt, dass ich mir das Recht vorbehalten möchte meine Meinung zu ändern (was schon einige Mal geschehen ist) und nicht persönlich (z.B. bei Bewerbungsgesprächen) auf die eine oder andere frühere Äußerung festgenagelt zu werden. Nein, ohne Anonymität gäbe es keine Kommentare von mir. Definitiv. (Einem Andreas Müller oder Mohammed Yilmaz könnte es egal sein, die kann man auch mit klarnamen nicht identifizieren, aber Oskar Lafontaine oder Sabine Leuthäusser-Schnarrenberger kann man identifizieren, die fahren mit OLaf und SaLeSch besser)
  • Klaus M.
    am 03.07.2015
    "Von unverschämten Leserbriefen halte ich grundsätzlich nichts."

    Ach?

    "Allerdings haben wir heute ein unselige Political Correctness, daß es schon Protest gibt wenn man einen Negerkuss bestellt.
    Bei Straftaten ist es auch so mit der PC."

    Das ewige Gemähre über eine angebliche "PC" gehört zu den Standardfiguren der Rechten.

    "Als Kampfbegriff fungiert der Begriff gleichsam als Allzweckwaffe der Rechten, um Kritik an rechten Konzepten abzutun. Der pejorativ verwendete Begriff dient derart der Immunisierung der eigenen Position,[28] d. h. der Umgehung einer Debatte, wenn er in pauschal diskreditierender Form angewandt wird, ohne auf eine konkrete gegnerische Position inhaltlich einzugehen."

    https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Korrektheit

    Und milieukompatibel geht es mit 'kriminelle Ausländer' weiter:

    "Jeder weiss, daß es bei Straftaten einen überproportionalen Anteil an Ausländern aka MmMhg gibt."

    Die Abkürzung "MmMhg" gibt es nicht.

    "Wenn es ausgesprochen wird ertönt ein Wutschrei und man wird gleich als Rechter oder gar Nazi beschimpft."

    Ich lese da nur mimimi. Warum sind immer diejenigen so empfindlich, die sich konstant des Vokabulars und der Lieblingsthemen der Rechtsextremen bedienen? Die logische Unschärfe in Ihrem Lamento ist übrigens auch drollig: "Jeder weiss es" vs. 'Es darf nicht ausgesprochen werden'. Woher weiss es denn da "jeder"? Eigene Erfahrung? 82 Millionen Deutsche wurden höchstpersönlich Opfer nachgewiesenermaßen ausländischer Straftäter?

    "Auch wenn es ausgewiesene Fachleute wie z.B Buschkowsky sind."

    Buschkowsky ist ein ausgewiesener Fachmann? Wofür? Für Ihre steilen xenophoben Thesen vielleicht, als Verwaltungswirt und Berufspolitiker ist er definitiv kein Fachmann für Kriminalität, erst Recht kein "ausgewiesener". Wäre er das, müssten Sie es auch gar nicht so überhöhen. Sprache ist verräterisch, nicht nur wenn es um "PC" und andere Kampfsprach-Figuren geht.

    "Wer veröffentlicht mal eine Statistik über Gewalttaten und Einbrüche und über die Täter?

    In diesem Bundesland das LKA, jedes Jahr:

    https://www.polizei-bw.de/Dienststellen/LKA/Seiten/Statistiken-und-Berichte.aspx

    In jedem anderen Bundesland auch und bundesweit das BKA, ebenfalls jährlich:

    http://www.bka.de/nn_205960/sid_C0C6F075847E0E747F9E00BF613271D3/DE/Publikationen/PolizeilicheKriminalstatistik/pks__node.html?__nnn=true

    "Ist leider absolut nicht PC"

    Ihre "PC"-Paranoia spielt nur "leider" (zum Glück)
    faktisch keine Rolle. Sie schreiben aber sicher weiterhin nachweislich (s.o.) die Unwahrheit. Dass muss ja so sein, anders können Sie Ihre in sich geschlossenen Verschwörungstheorien ja nicht aufrecht erhalten.

    "Wer einen Polizisten kennt, sollte den mal fragen."

    Genau. Am besten einen, der beim KKK war oder wenigstens die NPD wählt. Denn die, und nur die, haben Recht. Jedenfalls in Ihrem Sinne....

    "Warum traut sich kaum ein Journalist, über diese wachsende Unsicherheit in Deutschland zu schreiben?"

    Über Sie und Ihresgleichen Angstbürger wird ständig geschrieben, was wollen Sie noch? Berichte über steigende Zahlen bei Wohnungseinbrüchen? Gibt's doch, hier eine kleine Auswahl:

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/kriminalstatistik-mehr-einbrueche-polizei-will-personal-aufstocken-a-973328.html

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/kriminalstatistik-mehr-einbrueche-polizei-will-personal-aufstocken-a-973328.html

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article140535245/So-viele-Einbrueche-wie-seit-15-Jahren-nicht-mehr.html

    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-05/kriminalitaetsstatistik-antisemitismus-thomas-de-maiziere

    Mehr gefällig? Eine Suchmaschine Ihrer Wahl listet Ihnen hunderte der Berichte, deren Nicht-Existenz Sie hier behaupten.

    "Würden Politiker konsequent ihren Job machen (z.B. schnelle Abschiebung aller fake Asylanten), wir hätten weniger Probleme und auch weniger Pegida."

    Wie kommen Sie darauf, dass es Aufgabe der Politik ist, Abschiebungen durchzuführen? Und ob eine Un-Geistshaltung nun unter dem Label Pegida daherkommt oder unter 'Mimimi, alles PC, niemand traut sich' ist in der Unerfreulichkeit völlig egal.

    "P.S.: Ich stimme Herrn Freudenreich mit den Klarnamen zu."

    Das dürfte das erste Mal sein, dass Sie dem Herrn Freudenreich zustimmen.

    "P.P.S.: Na? Wie sieht es mit dem "NSU Mordbeweis" aus? Immer noch keinen gefunden? :-)"

    Und gleich noch ein bisschen Verschwörungstheorie (lustig lustig hahaha!) über Rechtsterroristen hinterher, wenn schon denn schon, was? Aber das ist ja eh Ihr Steckenpferd: Den NSU gibt's gar nicht usw. ... Haben Sie hier schon zigmal zum Besten gegeben, unter Realnamen würden Sie's nicht tun.
  • Hans Guckindieluft
    am 02.07.2015
    @Herrrn Barolo.
    Ich sehe bei Ihnen leider eine ausgesprochen selektive Wahrnehmung.
    Die von ihnen angeführten Straftatbestände bilden ja nur einen sehr kleinen Teil der weit über 100 Paragraphen des StGB.
    Wer veröffentlicht mal eine Statistik über Korruption, Steuerhinterziehung, sittenwidriges Geschäftsgebaren, wahrheitswidrige verleumderische Äußerungen in Qualitätsmedien, Verstöße gegen das Kriegwaffenkontroll- bzw. Außenhandelsgesetz und über die Täter?
    Über Kindesmisshandlung und sexuellen Missbrauch gibt es zwar Statistiken, leider sind diese doch von starken Dunkelziffern (oder sagt man bei Ihnen Negerziffern?)verzerrt. Hier würde mich auch einmal die Relation von deutsch zu Ausländer/Andersfarbiger interessieren.
    Z.B. die katholische Kirche oder die evangelischen Freikirchen, wo solche Vorfälle wie Kindesmissbrauch anscheinend gehäuft vorkommen, scheinen mir (zugegeben bin ich Laie) jedenfalls nicht ausländisch/andersfarbig dominiert zu sein. Über all das sind leider Statistiken schwer zu finden.Ist leider absolut nicht PC.
    Wer einen Steuerfahnder oder Psychotherapeuten kennt, sollte den mal fragen.
    Warum traut sich kaum ein Journalist, über diese wachsende Unsicherheit in Deutschland zu schreiben?
    Mir persönlich als Radfahrer in Berlin fällt die relativ hohe Anzahl an lebensgefährlichen Situationen auf, in die ich bei regelgerechtem Verhalten häufig gerate, meist unter Beteiligung von Kfz-Führern mit auswärtigem Kennzeichen, gerne aus Brandenburg oder Sachsen, die sich zwar oft durch verkehrserzieherischen Verhalten hervortun, offensichtlich selbst aber weder die StVO kennen noch Verkehrszeichen beachten. Oder wie der Volksmund sagen würde "die fahren wie die Henker und sich benehmen wie die Schweine".
    Warum traut sich kaum ein Journalist, über diese wachsende Unsicherheit in Deutschland zu schreiben?
    Zu Herrn Reile möchte ich noch bemerken, nicht jeder verfügt über ein ererbtes Vermögen, politische Immunität/Abgeordneten-Diät oder ist naturgemäß unkündbarer Kleinunternehmer, nicht Wenige müssen in diesem unseren Lande aufpassen, nicht wegen einer, obwohl fundierten, Meinungsäußerung im Internet aufgrund des Klarnamens nicht bei der nächsten Stellenbewerbung außen vor zu bleiben oder sonstige berufliche Nachteile zu erleiden, da Personalchefs nun schon seit Längerem dazu übergegangen sind, nach den Namen ihrer Bewerber/Angestellten zu googeln.
    MfG Hans G.
  • Bernd Oehler
    am 02.07.2015
    Rolf Steiner hat recht: es gibt keinen Grund, auf Klarnamen zu verzichten. Gedruckte Zeitungen schaffen es ja auch, Adressen zu verifizieren und das, was gedruckt wird, noch ein wenig auszuwählen. Was hier durch den Filter kommt, eignet sich viel zu oft nicht für Debatten.
  • Barolo
    am 02.07.2015
    Von unverschämten Leserbriefen halte ich grundsätzlich nichts.
    Allerdings haben wir heute ein unselige Political Correctness, daß es schon Protest gibt wenn man einen Negerkuss bestellt.
    Bei Straftaten ist es auch so mit der PC.
    Jeder weiss, daß es bei Straftaten einen überproportionalen Anteil an Ausländern aka MmMhg gibt.
    Wenn es ausgesprochen wird ertönt ein Wutschrei und man wird gleich als Rechter oder gar Nazi beschimpft.
    Auch wenn es ausgewiesene Fachleute wie z.B Buschkowsky sind.
    Wer veröffentlicht mal eine Statistik über Gewalttaten und Einbrüche und über die Täter? Ist leider absolut nicht PC
    Wer einen Polizisten kennt, sollte den mal fragen.
    Warum traut sich kaum ein Journalist, über diese wachsende Unsicherheit in Deutschland zu schreiben?
    Und wenn dann noch ein unsäglicher Minister Gall als Lösung der wachsenden Einbruchsprobleme vorschlägt, die Nachbarn sollen besser aufpassen, dann kommt nicht nur mir die Galle hoch.
    Würden Politiker konsequent ihren Job machen (z.B. schnelle Abschiebung aller fake Asylanten), wir hätten weniger Probleme und auch weniger Pegida.

    P.S.: Ich stimme Herrn Freudenreich mit den Klarnamen zu. Ob sich nun einer Rolf nennt oder nicht, ist mir egal. Kann eh keiner kontrollieren ob es ein fake ist. Ob er allerdings unbewiesenen Hetze betreibt ist mir nicht egal. Egal unter welchem Namen.
    P.P.S.: Na? Wie sieht es mit dem "NSU Mordbeweis" aus? Immer noch keinen gefunden? :-)
  • Rolf Steiner
    am 02.07.2015
    Sehr geehrter Herr Freudenreich, wenn Sie und andere Medien weiterhin auf Klarnamen verzichten, dann schaffen Sie damit eine Atmosphäre, hinter deren Anonymität sich auch mancher Böswillige verstecken darf.

    Ich bleibe bei der Ansicht, dass ich mit meinem korrekten Namen im Rahmen der (noch) vorhandenen Meinungsfreiheit auch für den Inhalt bürge und mich verantwortungsvoll verhalte.
  • Kontext-Redaktion (Freudenreich)
    am 02.07.2015
    Selbstverständlich würden wir es bei Kontext begrüßen, wenn alle Kommentare mit Klarnamen versehen wären. Aber damit würden wir alle diejenigen ausschließen, die, aus welchen Gründen immer, ihre Identität nicht preisgeben wollen - und dennoch etwas zu sagen haben. Das belebt die Debatte, so lange vernünftig argumentiert wird. Diesen Eindruck haben wir bei den Kontext-Lesern in den meisten Fällen. Der Rest wird, im Gegensatz zu dem Konstanzer Organ, nicht frei geschaltet. So viel zum Stand heute.
  • holger reile
    am 02.07.2015
    Die Proteste gegen die Veröffentlichung eindeutig rechtsextremer "Kommentare" im Südkurier haben offensichtlich gefruchtet. Auch die Berichterstattung darüber auf seemoz, im Neuen Deutschland, beim Humanistischen Pressedienst und aktuell auf Kontext bewirkten, dass die Südkurier Online Redaktion die übelsten Äußerungen mittlerweile gelöscht hat und ähnliche zur Zeit nicht mehr frei schaltet. Dennoch hat die seemoz-Redaktion Anzeige erstattet und auch der Presserat wird informiert. Das hat nun dazu geführt, dass wir auf rechtsextremen Foren attackiert und als "Linksfaschisten" oder "Meinungsterroristen" bezeichnet werden, teilweise mit Bild und Anschrift. Ein Wort noch zu der Unsitte, Kommentare unter Pseudonym zu veröffentlichen: Wir schalten Kommentare nur unter Klarnamen frei. Ausnahmen machen wir, wenn uns Kommentare/Informationen bspw. aus der Stadtverwaltung erreichen, bei denen der Redaktion aber die Absender immer bekannt sind. Ich weiß, das ist in vielen Redaktionen ein heiß diskutiertes Thema. Auch bei Kontext?
    Fragt und grüßt
    Holger Reile
    Redaktion seemoz
  • Tillupp
    am 01.07.2015
    Ich wurde vom Rhein-Neckar-Blog mit einer "Kommentarpause" bestraft, weil ich die Überschriften >>Auf eine Verwüstung von Gräbern folgt der deutsche Volkszorn<< und >>140 Gräber verwüstet – “das können keine Deutschen gewesen sein…”<< vom 17. Juni 2015 veröffentlicht von Hardy Prothmann
    als Rassistisch bezeichnet habe. Es ist sehr beliebt in den Medien andere vorzuschieben um dann über die Auswahl der Leserbriefe bzw. Kommentare unerhörte "Meinungen" zu publizieren.
    P.S.: Die Friedhofsverwüstungen wurde übrigens von einem DEUTSCHEN EINZELTÄTER begangen der bisher als Schuldunfähig eingestuft wurde.
  • Jörg Rupp
    am 01.07.2015
    Ähnliches ist bei der Karlsruher Online-Zeitung ka-news.de zu beobachten. Wäre schön, wenn Ihr auch darüber berichten würdet. Einfach in die Artikel zu Pegida, zu Kriminalität, zu Asyl und alles, was Rechte gerne diskriminierend kommentieren, klicken.

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