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OB-Wahl in Stuttgart

Siller fragt: leider nicht Frank Nopper

OB-Wahl in Stuttgart: Siller fragt: leider nicht Frank Nopper
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Seit drei Wochen stellt Kontext im Video-Interview und als Podcast die KandidatInnen zur Stuttgarter OB-Wahl vor. Diese Woche wäre CDU-Mann Frank Nopper ("Schaffen statt Gendern") dran gewesen. Der allerdings hat Sonderwünsche und eine Gemeinsamkeit mit dem ehemaligen Botschafter Kubas.

Foto: Joachim E. Röttgers

Frank Nopper, Jahrgang 1961, ist in Stuttgart aufgewachsen. Nach dem Abitur hat er eine Lehre zum Bankkaufmann gemacht, dann Jura in Tübingen und Speyer studiert und mit Promotion zum Finanzverfassungsrecht abgeschlossen. Er war Rechtsreferendar am Stuttgarter Landgericht, Abteilungsleiter bei der Messegesellschaft Stuttgart, Geschäftsführer der Schreiner-Landesinnung Baden-Württemberg und Lehrbeauftragter für Arbeits-, Handels- und Gesellschaftsrecht an der Hochschule in Esslingen. Seit 2002 ist er Bürgermeister von Backnang. Als Oberbürgermeister von Stuttgart kandidiert er für die CDU.  (red)


Kontext stellt die erfolgversprechendsten KandidatInnen für die Nachfolge von Fritz Kuhn als OB von Stuttgart vor. Und zwar mit einem ausführlichen Gespräch und einem standardisierten Fragebogen. Marian Schreier (parteilos) und Veronika Kienzle (Grüne) waren schon bei uns. Frank Nopper (CDU), geboren in Stuttgart, derzeit noch OB von Backnang, wollte ich heute begrüßen. Aber Sie sehen, der Platz neben mir ist leer. Das bedauern wir sehr, denn Frank Nopper hat gute Chancen.

Mit allen KandidatInnen, die wir eingeladen hatten, konnten wir uns sofort auf einen festen Gesprächstermin einigen. Zunächst auch mit dem Büro Nopper. Das schrieb am 7. August 2020: "Sehr geehrter Herr Siller, vielen lieben Dank für die Nachricht und Ihre Anfrage. Gerne würde Herr Nopper Ihr Angebot wahrnehmen. Würde denn der 8. Oktober (...) passen? Mit freundlichen Grüßen, der Wahlkampfleiter." Den Termin haben wir bestätigt, doch zehn Tage später gab es bereits ein Problem: "Sehr geehrter Herr Siller, (...) leider müssen wir den ursprünglich angesetzten Termin am 8. Oktober für das Interview aufgrund einer sehr unglücklichen und unausweichlichen Terminüberschneidung nun doch absagen. Es könnte durchaus schwierig sein mit einem Alternativ-Termin. Wir können Ihnen anbieten, die Fragen schriftlich zu beantworten (...). Bitte entschuldigen Sie die Absage und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten. Mit freundlichen Grüßen (...)"

Also haben wir ein weiteres Zeitfenster angeboten, weil wir auf das Interview nicht verzichten wollten. Wir fragten am 8. September nochmal nach – keine Antwort. Wir fragten am 15. September nochmal nach – keine Antwort. Und dann nochmal am 22. September, woraufhin eine Antwort innerhalb der nächsten drei Tage avisiert wurde. Nach einer weiteren Woche musste ich wieder nachfragen, diesmal etwas nachdrücklicher. Die Antwort kam prompt. "Da wir redaktionell im Anschluss nichts freigeben oder abändern können, gehen wir davon aus, dass wir die Fragen im Vorfeld des Video-Interviews bekommen und es im Interview keine zusätzlichen Fragen gibt. (...) Unter diesen Voraussetzungen ist Herr Nopper sehr gerne bereit, das Interview wahrzunehmen."

10 Fragen hat auch OB-Kandidat Frank Nopper vorab von Kontext erhalten. Auf die Frage "Warum wollen Sie OB werden?" antwortet er:

"Weil ich das stolze Stuttgarter Rössle nicht nur auf Trapp, sondern auf Galoppgeschwindigkeit bringen will."

Zu den anderen Fragen und Antworten bitte hier klicken.

Das allerdings mussten wir ablehnen. Das widerspricht unseren journalistischen Grundsätzen bei Kontext. Darauf habe ich mich übrigens auch früher, in etwa 3.000 Gesprächen bei SDR und SWR, nicht eingelassen. Es ist mindestens 20 Jahre her, da ist mal ein Gespräch ausgefallen. Wir hatten den damaligen kubanischen Botschafter eingeladen, der auch darauf bestand, die Fragen vorher zugeschickt zu bekommen. Bei ihm hatte ich sogar ein gewisses Verständnis, denn wenn der Botschafter nur in ein kleines Fettnäpfchen tritt, ist er seinen Job los.

Ich bin zuversichtlich, dass in den nächsten beiden Wochen der Platz neben mir nicht frei bleibt. Wir erwarten noch den SPD-Kandidaten Martin Körner und Hannes Rockenbauch (SÖS).


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7 Kommentare verfügbar

  • I. Keilbach
    vor 2 Wochen
    Antworten
    Ist doch prima, dieser Service von Herrn Nopper! Sein Name kann dann schon mal von der Liste der zu wählenden KandidatInnen gestrichen werden :-)
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