Die Neonazi-Kleinstpartei "Der Dritte Weg" beging am 30. Mai im Schwarzwald eine Gedenkwanderung anlässlich des 103. Todestages von Schlageter, der sich am 26. Mai 2026 jährte. Selbsternannte Nationalrevolutionäre des "Stützpunkts Bodensee/Südbaden" versammelten sich am Kriegerdenkmal in Todtnau (Kreis Lörrach), das den Ausgangspunkt einer Wanderung bildete. Hier eröffnete ein erster Vortrag über das Leben und Wirken Schlageters eine Reihe von Kurzreferaten, die im Laufe der Wanderung bis ins rund sieben Kilometer entfernte Schönau, Geburtsort und letzte Ruhestätte Schlageters gehalten wurde.
Vor Ort wurde mit dem Soldatenlied "Ich hatt' einen Kameraden" des Verstorbenen gedacht, bevor das Gedicht "Schlageter" von Wilfrid Bade, einem Angehörigen des Goebbelschen Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, vorgetragen wurde.
Mit einem Gelöbnis fand die "Gedenkzeremonie" ihr Ende. "Niemals werden wir die Opferbereitschaft und den Heldenmut Schlageters vergessen, welche uns Nationalrevolutionären ein leuchtendes Vorbild sind, dem es nachzueifern gilt. So wie er alles für Deutschland gab, wollen auch wir Nationalrevolutionäre all unsere Kraft für unser deutsches Vaterland geben", so die Aktivisten des Dritten Weges.
Der Rechtsterrorist wurde am 7. April 1923 in Essen verhaftet und am 9. Mai von einem französischen Militärgericht in Düsseldorf "wegen Spionage und Sabotage" zum Tod verurteilt. Am 26. Mai 1923 wurde Schlageter auf der Golzheimer Heide bei Düsseldorf erschossen. In seinem Geburtsort Schönau im Schwarzwald fand er seine letzte Ruhestätte.
Die Beerdigung von Schlageter "wurde zu einer riesigen Manifestation des Patriotismus", ist im rechtsextremen "Compact"-Themenheft "1923–2023" zu lesen. Schlageter "sollte jedem geschichtsbewussten Nationalisten bekannt sein", propagiert auch die neonazistische Postille "NS Heute".
Am 12. und 13. Juni 2025 versammelte sich die Deutsche Burschenschaft unter dem Vorsitz der Freiburger Burschenschaft Saxo-Silesia in Seebach bei Eisenach zum Burschentag. Ein Verbandsbruder verwies auf Gestalten wie Schlageter, Mitglied der "Katholischen Deutschen Studentenverbindung Falkenstein zu Freiburg", für die der christliche Glaube "kein Hindernis, sondern Antrieb" gewesen sei.
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