Kriegslüsterne Futuristen reiben sich die schwieligen Hände und freuen sich wie die Weltmeister auf dieses "Jetzt geht's looos". Endlich hat der Oberste Heeresleiter erkannt, dass versenkt werden muss, was nicht hafentauglich ist. Die Männer von morgen träumen von den Schlachten für morgen. Ahnen sie, dass die Zukunft der Völker in den Wolken liegt? Ich sage nur Drohnen, Drohnen, Drohnen!
Von Ahrenshoop bis Zingst (nur für Sportboote) schlagen die Seeertüchtigungsmanöver aus der Ecke Landwehrkanal (nur für Ausflugsschiffe) hohe Wellen: Was geht, wenn der Krieg kommt? Was ist schiffbar, was sollte eher in der Versenkung verschwinden wie der Koch in der Kombüse? Und was geht am Thema vorbei wie Jens Spahn an den Masken oder wie die Bahn beim Verkehr?
Wir haben gesehen, ja, waren mittenmang, als ein einziger Fehlgriff bei der Bahn – piep piep piep, wir ham uns alles lieb – die schienengeschwängerte Republik aus dem Ruder kippen ließ! Was heißt da "Nix läuft mehr" ("Bild")? Alles läuft, und zwar zu Fuß! Leute, wenn das der Russe erfährt, kann er bleiben. Doch das ist ja längst nicht alles!
Wichtigste Medien vermissen beim Kanzler "die Kunst, Brücken zu bauen". Dabei benutzten die Vor-Vor-Vorfahren etwa meiner Omi Glimbzsch in Zittau bereits in der Steinzeit umgestürzte Baumstämme (Klimawandel!), Trittsteine oder hängende Lianen (Tarzan), um Bäche, Schluchten und Grenzen zu überwinden. Es waren Zweckbauten, um Jagdreviere zu erweitern und neue Lebensräume und Perspektiven zu erschließen. Man denke nur an die Brücke von Remagen oder den Brückenkopf von Woronesch!
Und da platzt die zweite Bombe im Text! In ganz Deutschland sind momentan rund 16.000 Brücken nicht mehr in Schuss, um den kriegstüchtigen Terminus zu verwenden: Die eine oder andere ist einsturzgefährdet (welche, sag' ich nicht), andere lediglich stark sanierungsbedürftig oder auch nur "modernisierungspflichtig". Im BFN (Bundesfernstraßennetz = Autobahnen und Bundesstraßen) sind gerade mal 8.100 Teilbauwerke nicht mehr ausreichend tragfähig bzw. dringend erneuerungsbedürftig. Von wegen "Über sieben Brücken musst du gehn". Und zu Stuttgart 31 – heiß, heiß! – sag' ich kein Wort.
Peter Grohmann ist Kabarettist und Koordinator beim Bürgerprojekt Die AnStifter. Alle Wettern-Videos gibt's hier zum Nachgucken.




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