Werbung für Umstieg 21 – bald wohl auch via "FAZ". Fotos: Joachim E. Röttgers

Werbung für Umstieg 21 – bald wohl auch via "FAZ". Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 388
Gesellschaft

Raus aus der Isolation

Von Oliver Stenzel
Datum: 05.09.2018
Mit einer Anzeige in der "FAZ" wollen Stuttgart-21-Gegner die Bundesregierung zum Ausstieg aus dem Tunnelbahnhofprojekt animieren und dafür 50 000 Euro sammeln. Rausgeschmissenes Geld?

Es ist gelegentlich zum Haareraufen. Seit Ende November letzten Jahres reihen sich Hiobsbotschaften und Enthüllungen zu Stuttgart 21 aneinander, die man, wären sie einige Jahre früher bekannt gewesen, schon einzeln für sich als K.O.-Kriterium für das Projekt hätte betrachten können. Da wurde der – bahnoffizielle – Kostenrahmen erst auf 7,9, dann nochmal auf 8,2 Milliarden Euro erhöht, fast das Doppelte dessen, was der damalige Bahnchef Rüdiger Grube einst noch als Sollbruchstelle (4,5 Milliarden) bezeichnet hatte (Kontext berichtete). Da hat der aktuelle Bahnchef Richard Lutz eingeräumt, dass das Projekt unwirtschaftlich sei und er es mit dem aktuellen Kenntnisstand nicht wieder beginnen würde. Und da wird bei einer Anhörung des Verkehrsausschusses des Bundestags im Juni nahegelegt, dass die Unwirtschaftlichkeit des Projekts den Bahnoberen von Vornherein klar war. Und dass ausschlaggebend für den damaligen Bahnchef Hartmut Mehdorn, das Projekt nach zwischenzeitlichen Auf-Eis-Legens doch noch umzusetzen, einzig die Aussicht war, an einen lukrativen Nahverkehrsauftrag zu kommen.

Was ist daraufhin passiert? Nichts. Abgesehen vielleicht von der Genugtuung vieler S-21-Gegner, schon früher recht gehabt zu haben, scheint alles wirkungslos zu verpuffen. Inwieweit in der Bundesregierung jemand von der Entwicklung Notiz genommen hat, ist nicht bekannt. Vermutlich am ehesten im Sinne der Einschätzung des Verkehrsausschuss-Vorsitzenden Cem Özdemir aus dem Juni: "Die Katz isch dr Baum nauf."

Sind 50 Mille bei einer "FAZ"-Anzeige gut angelegt?

Lässt sich das noch ändern? Lässt sich noch bundesweite Aufmerksamkeit für das Thema schaffen und das Umstiegskonzept des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21 bekannt machen? Winfried Wolf, Journalist und Sprecher der Initiative "Bürgerbahn statt Börsenbahn", will es zumindest versuchen. Ende Juli hat er mit der Aufforderung "Stoppen Sie Stuttgart 21 jetzt!" einen "Appell an den Bundestag" auf den Weg gebracht. Als Co-InitiatorInnen konnte er unter anderem den Journalisten Franz Alt, die Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Leidig, den Wiener Verkehrswissenschaftler Hermann Knoflacher, den Stuttgarter SÖS-Linke-Plus-Fraktionssprecher Tom Adler, die Kabarettistin Christine Prayon, den Publizisten Albrecht Müller, den Künstler Peter Lenk und den Schauspieler Walter Sittler gewinnen. Sie alle haben bereits bei einem ähnlich formulierten Appell im Januar mitgemacht. Doch der neue soll ein wesentlich breiteres Fundament haben – und nach der Sommerpause als ganzseitige Anzeige in der "FAZ" veröffentlicht werden.

Ganz billig ist das nicht. 50 000 Euro soll die Anzeige kosten, weswegen nicht nur Unterzeichner, sondern vor allem Spender gesucht sind. Momentan sind laut Wolf unter den über 2000 Unterzeichnern um die 600 Spender, die zusammen rund 41 000 Euro zugesagt haben. Das Ziel scheint also nicht allzu fern.

Bleibt die Frage: Was bringt das? Sind 50 Mille nicht woanders sinnvoller angelegt? Sowohl Appelle gegen S 21 gab es in den vergangenen Jahren immer wieder – etwa 2010 den "Stuttgarter Appell" mit 90 000 Unterschriften oder die "Stuttgarter Erklärung" 2011 kurz nach der Volksabstimmung (12 000 Unterzeichner) –, als auch mehr oder weniger große Zeitungsanzeigen, meist in den Stuttgarter Tageszeitungen. Ob damit mehr als die ohnehin schon von der Sinnlosigkeit des Projekts Überzeugten überzeugt wurden, ist fraglich. Innerhalb der S-21-Gegner wurden denn auch schon Zweifel und Kritik an der neuen Aktion geäußert. "Wolfs Idee stieß", so der Aktionsbündnis-Sprecher Werner Sauerborn, "angesichts der hohen Kosten zunächst auf Zurückhaltung." Im Parkschützer-Forum, der wichtigsten Online-Plattform der Protestbewegung gegen S 21, meinte etwa Kommentator Peter Gruber, "nach all den Erfahrungen in den letzten acht bis neun Jahren, in denen wir zuschauen konnten wie (Macht-)Politik funktioniert, glaube ich nicht mehr an Anzeigen in Zeitungen", und forderte: "Die Spendengelder sollten sinnvoller verwendet werden".

Die "FAZ"-Anzeige soll das Spektrum des Widerstands verbreitern

Wolf sagt, er verstehe die Skepsis, die Frage nach den Erwartungen sei durchaus berechtigt. Er ist dennoch der Meinung, dass das Geld nicht zum Fenster rausgeschmissen ist. "Ich glaube, unter den Leuten, die Geld für die Anzeige spenden, sind viele, die nicht für das Aktionsbündnis spenden würden", weswegen es nicht um eine Kannibalisierung der Mittel handele. Entsprechende Befürchtungen hatte man im Aktionsbündnis anfangs geäußert. Aus dessen Töpfen soll nun aber kein Geld für die Anzeige kommen.

Darüber sieht Wolf in Appell und Anzeige gleich mehrere Chancen: Zum einen, "die Isolation aufzubrechen, in der sich momentan die Stuttgarter S-21-Gegner und das Aktionsbündnis befinden", und ein breiteres Spektrum für den Widerstand gegen das Projekt zu gewinnen, am besten ein bundesweites. Und dafür sei auch eine Anzeige in einer so renommierten und bundesweit erscheinenden Zeitung wie der "FAZ" wichtig. Dass das Ziel des breiteren Spektrums vielleicht nicht ganz illusorisch sei, zeige schon die Herkunft der Unterzeichner: Nur 40 Prozent kommen aus Baden-Württemberg, 20 Prozent aus der Region Stuttgart, der Rest aus allen Teilen der Republik – von Flensburg über Köln bis Kempten.

Außerdem soll es nicht bei Appell und Anzeige als einmaliger Aktion bleiben. "Nach der Anzeige", sagt Wolf, "will ich alle Unterzeichner des Appells anschreiben und sie fragen, ob sie nicht zu einer dauerhaften Unterstützung bereit sind" – ob für die Montagsdemos in Stuttgart, die Mahnwache am Hauptbahnhof oder andere Protestaktivitäten gegen Stuttgart 21. Und sollten mehr Spenden zusammen kommen als benötigt, habe er bereits Weiteres im Köcher. Zum Beispiel, mittels gefakter ICE-Reisepläne im ganzen Bundesgebiet für den Stopp des Tiefbahnhofprojekts zu werben. Guerilla-Aktionen, in die dann, so Wolf, auch prominente Unterstützer wie Wolfgang Schorlau oder Walter Sittler als aufklärende Zugbegleiter eingebunden werden könnten.

Ob die Aussicht auf Letzteres nicht die Zufriedenheit der Bahnkunden über Gebühr steigern und dadurch kontraproduktiv sein könnte, sollte zumindest mitbedacht werden.

Das Jahrhundertloch: Stuttgart 21

Immer neue Kostensteigerungen, Risiken durch den Tunnelbau, ungelöste Brandschutzfragen, ein De-facto-Rückbau der Infrastruktur – das sind nur einige Aspekte des Milliardengrabs.

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14 Kommentare verfügbar

  • Fritz Meyer
    am 09.09.2018
    S21 wird wohl leider gebaut werden, koste es (uns) was es wolle. Den Schaden hat der Steuerzahler und die Einwohner auf Jahrzehnte hinaus - und die "entscheidenden" Politiker und ihre Parteien wohnen immer weit (genug) weg von Stuttgart und haben ihre Fehler nicht auszubaden.
  • Andromeda Müller
    am 07.09.2018
    Also am Besten der neuen Bewegung "Aufstehen" die 50 Tausend als Startkapital geben.
    Die , so der erste Eindruck , sind Allgemeinwohl-orientiert Und S 21 ist , gegen jedes Allgemeinwohl incl. normale Wirtschaft , eine Gelddruck - und Waschmaschiene .
    Sehr geehrte Frau Auer , Zitat : " Welt, Zeit, Spiegel, FAZ Focus, was eben gelesen wird. "
    Damit haben Sie den Kern des Problems genannt , aber m.E. nicht erkannt.
    Die MSM sind Teil der Exekutive . Ihre Aufgabe ist es nicht den Bürger zu informieren , sondern das Denken des Bürgers durch ihren Input zu formen , zu produzieren.
    Von diesen Medien ist inhaltlich rein gar nichts mehr zu erwarten . Das hat die Entwicklung der "Qualität" dieser seit den 70ern schon lange bewiesen.
    Sie ist die 5.Kolonne des Neoliberalismus und der USA. Siehe Dr.Uwe Krüger, Medienwissenschaftler , Vortrag bei der evangelischen Erwachsenenbildung :
    https://www.youtube.com/watch?v=rBUZrqwANZs
    die Kabarettsendung die Anstalt :
    https://www.youtube.com/watch?v=JFvQuZBxh-Q
    Slavko Martinov/NZ , Dokumentarfilmfestival-Gewinner Amsterdam 2012
    "Propaganda" https://www.youtube.com/watch?v=xusTiowJLkU
    Journalistin Gabriele Krone-Schmalz :
    https://www.youtube.com/watch?v=ZDsUmWxv76w
    sowie ein Interview mit Markus Fiedler , Dokumentarfilmmacher "Die dunkle Seite der Wikipedia" , was er erzählt ist üblich ;
    https://www.youtube.com/watch?v=aFz3vlyeNkw
    Sehr geehrte Louisa Swamp ,
    bei KenFM , der bewußt falsch als rechts diffamiert wird . Eugen Drewermann , Rita Süssmuth , Sally Perrel , Daniele Ganser, Rolf Verleger uvm. haben m.E. mehr Urteilsvermögen ; ihre Ansicht ist einfach postfaktisch .
  • Waldemar Grytz
    am 06.09.2018
    Die Grundannahme der Initiatoren ist wohl, dass über die FAZ Menschen erreicht werden sollen, die für betriebswirtschaftliches Denken, sinnvollen Kosten/Nutzen-Check usw. ein Ohr haben und die überdies ein funktionsfähiges Bahnsystem befürworten. Nur ist unsere Wirtschaft nicht von dieser "rational" denkenden Fraktion von Unternehmern und Aktionären geprägt, sondern von allerlei Glücksrittern, Spekulanten, Leuten, die mit Erfolg Subventionen abschöpfen, Seite an Seite mit der Autoindustrie, die neue Mobilitätskonzepte verschlafen und im Grunde kein Interesse am Schienenverkehr hat. 50.000 "Perlen vor die Säue"? Nein danke!
  • Kornelia .
    am 06.09.2018
    Leute, Leute.... Was soll das Gegengequarke?
    Wolffs Stil ist urdemokratisch: er hat ne Idee, sucht sich Mitstreiter, dann verkündet er seine Idee und sucht offen nach Geld!
    (Diesen urdemokratischen Stil hätte ich mir bei Umkehrbar oder Aktionsbündnis auch oft gewünscht: Geld sammeln, eine unbekannte Truppe hechelt Ideen aus, Ding wird umgesetzt und Fußvolk zum mitmachen verpflichtet, so der gängige Stil! Siehe die div. Postkartenaktionen!)

    FAZ: musste auch runzeln, nur beim längeren Nachdenken: seit ReGIERungsbeteiligung der Grünen ist doch Medienlandschaft nahezu komplett eingenordet.
    Was hat es gebracht im Bundestag zu referieren? (Ausser, um Sarrazin wieder hipp zu machen und indirekt für sein Geschreibsel zu werben? Geniale Idee der AfD!)

    FAZ: warum denn nicht? Ist es nicht so, dass die zuständigen Stellen komplett bürgerabgewandt regieren, eingemauert in ihren Echokammern operieren und 'da Geld ja genug da ist' auch wenig Interesse an Fakten haben? (Wenn sie selber aus ihrem Sozialtopf die ü4,5 milliarden Kosten tragen müssten, aber so...)

    FAZ: kann nicht die leistungslosen verwahrlosten Wachkoma- Eliten erreichen, aber evtl all jene Unternehmer, die wissen was schlechte Entscheidungen für horrende Nachspiele haben! All jene, die noch nicht in den Elfenbeintürmen sitzen, sondern mitbekommen wie mies Ausbildung, wie mies Infrastruktur, wie mies Öffis sind.... die, die die FAZ wegen Wirtschaft lesen und durchaus um 'uns gehts nicht gut in Deutschland' wissen!
    Von daher: warum denn nicht?

    PS: Soldt ist grenzwertig, aber Molitor und Wehaus auch.... Und in den SWR und STZ-warmen Sofas sitzen auch Leute, die von nix nichts wissen!
  • Gerlinde Mauerhöfer
    am 05.09.2018
    Kann die Anzeige in der "FAZ" etwas bewegen?
    Chem`s Katzenkommentar ist dabei nicht hilfreich. Denn diese sitzt bereits in einer Schwarzkiefer mit Joschkas Schrotfilnte in den Pfoten. Die Marieluise hat mit einem EU/NATO-Nachtsichtglas -Made in USA- einen russischen Bären im deutschen Forst erspäht. Das Interresse der Gruppe an einem guten neuen Bahnhof ist dort nicht mehr vorhanden ("kritische Wegseher"), mit einer Ausnahme: -Matthias Gastel-. Ob diese Anzeige etwas positives erreichen kann, das kann ich wirklich nicht beurteilen.
    Wie wäre es, wenn die NachDenkSeiten von Albrecht Müller einen guten Bericht veröffentlichten, den man als PDF herunterladen kann zum Verteilen? Rubikon-News fände ich auch nicht schlecht. www.rubikon.news
  • Martina Auer
    am 05.09.2018
    Ich finde die Idee sehr gut. Man hat sich in den vergangenen Jahren mit den Kampagnen viel zu sehr auf Stuttgart und die Region konzentriert. Ein großer Fehler angesichts des schwäbischen Sumpfes, der hier dank des grünen Opportunismus immer noch herrscht.

    Schon vergessen? StZ und StN hatten damals erst über die Montagsdemos berichtet, nachdem diese die Größenordnung von über 5000 Teilnehmern erreicht hatten. und deshalb ZDF, RTL usw. anwesend waren und es nicht mehr anders ging. Vorher hat man alles tot geschwiegen, so wie man es auch heute noch tut (und diese deswegen auch rechtzeitig nach der Bahn-Verdummungskampagne und vor dem Sichtbarwerden der ganzen Skandale in den Kommentarspalten geschlossen hat).

    Das Aktionsbündnis sollte davon lernen und z.B. ihre Pressemitteilungen gezielt an bestimmte Redakteure bundesweiter Medien lancieren. Welt, Zeit, Spiegel, FAZ Focus, was eben gelesen wird.

    Juristisch sollte man, wenn möglich, auf europäischer Ebene agieren, da die Staatsanwaltschaften hierzulande Frau Merkel unterstehen.

    Eine Bitte an alle Kritiker hier: Macht doch einen konkreten Vorschlag, wie man die 50.000 Euro "besser" verwenden kann, anstatt den Widerstand zu spalten. Danke.
    • Peter Kurtenacker
      am 05.09.2018
      2010 habe ich für eine Anzeige der Gewerkschafter gS21 in den Stuttgarter Zeitungen mitbezahlt. Die hat nichts, überhaupt nichts gebracht.
      Außer der Frage: Wer hat das bezahlt? hatte ich keine Rückmeldung.
      Man hatte die Vermutung, das dies aus einer Gewerkschaftskasse käme.
      Das war nicht der Fall. Es waren alles private Gelder.
      Nebenher: Wir bekamen noch nicht einmal eine Spendenquittung, was sie diesmal anscheinend machen. Damit handeln sie sich wegen der "Gemeinnützigkeit" vermutlich den nächsten Ärger ein.
      Da kann man nur den Kopf schütteln.
      Das sind vermutlich die Nachwehen des Streites mit den BUND übers Geld. Die merken vermutlich gerade das normale Bürger eine Kontrollinstanz haben wollen. Es geht in der Regel nicht nur um Steuervorteile. Den größten Teil des Geldes zahlen die Leute aus eigener Tasche und haben vielleicht 10-20% Steuerersparnis aus ihrer Zahlung. Die Kontrolle muss übrigens nicht unbedingt von staatlicher Seite erfolgen, im Gegenteil so etwas gaben die gerne in die Hände anerkannten Organisationen. Es wird eh alle immer von irgendwem angezweifelt.
      Glücklicherweise gilt das für alle Seiten. Selbst die Rechten haben wirklich Leute die freiwillig bezahlen. Die AfD weiß warum sie eine Stiftung braucht.
  • Louisiana from the Swamps
    am 05.09.2018
    Es gäbe wahrlich genügend andere Möglichkeiten, die nicht gerade kleine Summe von 50.000 Euro sinnvoller anzulegen als sie ausgerechnet einem Zeitungsverlag in den Rachen zu werfen, der in der Vergangenheit alles andere als sachlich über S21 und die S21-Gegner berichtet hat. Mir fallen hierbei die Artikel eines Rüdiger Soldt ein, der ja keine Gelegenheit zu tendenziösen Darstellungen des Themas in der FAZ ausließ.
    Ich will ja nicht die Seriosität dieser Spendensammelaktion an sich in Frage stellen – obwohl es auch dafür genügend Handhabe gäbe:
    Wer ist eigentlich dieser „BFS eV Büro für Frieden und Soziales“, dem das Bankkonto gehört, auf das gezahlt werden soll?
    Was geschieht mit evtl. zu viel eingenommenem Geld? Es gibt nur vage Aussagen, dass man es für irgendwelche dubiosen weiteren Aktionen verwenden würde.
    Auf die Idee, auf der Eingangsseite dieser Sammel-Werbe-Homepage ausgerechnet auf einen neurechten Youtube-Kanal von KenFM zu verlinken, konnte wohl auch nur Winfried Wolf kommen, der in eben jener Sache bereits in der Vergangenheit reichlich unglücklich und naiv agiert hatte.
    ...

    „Ich glaube, unter den Leuten, die Geld für die Anzeige spenden, sind viele, die nicht für das Aktionsbündnis spenden würden…“ Wie um alles in der Welt kommt er denn zu diesem Glauben?

    „"…die Isolation aufzubrechen, in der sich momentan die Stuttgarter S-21-Gegner und das Aktionsbündnis befinden", und ein breiteres Spektrum für den Widerstand gegen das Projekt zu gewinnen, am besten ein bundesweites.““ Und das mit einer einmal an einem einzigen Tag erscheinenden Anzeige in der FAZ. Mhm. Wenn er das glaubt, tut er mir leid und hat wahrlich in all den Jahren des Protestes gegen den S21-Irrsinn nicht viel gelernt.

    „Und sollten mehr Spenden zusammenkommen als benötigt, habe er bereits Weiteres im Köcher. Zum Beispiel, mittels gefakter ICE-Reisepläne im ganzen Bundesgebiet für den Stopp des Tiefbahnhofprojekts zu werben. … Guerilla-Aktionen...“ Fein. Dann hat ja die Rechtsabteilung der DB AG genügend Zeit, sich jetzt schon mal auf sowas vorzubereiten. Manchmal wäre es besser, nachzudenken, bevor man irgendein Interview gibt.

    Langer Rede, kurzer Sinn: Ich werde hierfür ganz sicher nichts spenden.
    • Peter Kurtenacker
      am 05.09.2018
      Keine Sorge, da sie den Weg eines eingetragen Vereins gewählt haben können sie nicht viel Unsinn machen. Das wird vermutlich noch zum Problem für die Beteiligten. Da kann man sicher sein das die Gegner schon warten. Die Ziele des Vereins usw. sind im Vereinsregister nach zu lesen. Auch wer das Geld bei einer Auflösung bekommt. Und geprüft werden muss das ganze auch...
      2010 sollte den gemeinnützigen VCD die Gemeinnützigkeit aberkannt werden forderten da einige (meine waren vor allen FDLer).
      Heute ziehen die S21-Gegner über den VCD her, weil der eine neue Taktik gewählt hat. Manches ist ein einziger Treppenwitz.
      Einfach warten, die haben nicht weitergedacht. Die schlagen sich bald gegenseitig. Es wundert mich wie wenig die Beteiligten über die ganzen Probleme um das Vereinsrecht usw. anscheinend wissen.
    • M. Aldinger
      am 06.09.2018
      Die FAZ für Ignoranz und Häme belohnen? Rüdiger Soldt, der auch noch eine rührselige Homestory über Mappus absonderte, als dieser mit Recht diskreditiert war, hat immer über die S21-Gegner hergezogen und sich auch bei Fernsehauftritten während der Schlichtung gezeigt, dass er weder gut informiert ist noch für Argumente der Gegner offen ist. Stattdessen ritt er genüsslich mehrfach auf der KBW-Vergangenheit von MP Kretschmann herum: Jugendsünden sind wohl noch das Wenigste, was man dem bigott operierenden Kretschmann vorwerfen kann.
      Als ich 2010 als freier Journalist einen Beitrag über S21 und den offensichtlichen Unsinn des Konzepts anbot, lehnte das Ressort Technik & Motor, das laufend mit Hingabe und Lyrik über Mercedes-Pkw berichtet, ohne Begründung ab.
      Neben vielen anderen Medien die FAZ das Medium, das sich am allerwenigsten ernsthaft mit S21 beschäftigt hat. Dieses neoliberale Blatt im Niedergang hat das Werbegeld sicher nicht verdient. Zum Fenster hinausgeworfen ist das Geld ohnehin, die Wirkung wird gleich Null sein.
    • Marka S.
      am 06.09.2018
      @Louisiana: boah... wer Widerstandsfreunde hat, braucht keine Feinde mehr!
      Da wird Rotz aus der letzten Ecke geholt und damit um sich geworfen, ....
  • Horst Ruch
    am 05.09.2018
    ....ich denke an die ganzseitige Zeitungsaktion vom 17.01.1998 von Bolko Hoffmann „Kohls Euro-Wahn macht uns alle zum Sozialfall“. Was hat‘s gebracht?
    Der Euro wurde durchgesetzt, und ? Es wurden wie wir heute sehen, nicht „alle“ zum Sozialfall.
    Negativzinsen ! Na sowas.
    Man spricht (liest) allenfalls über Altersarmut oder Kinderarmut.
    Die Oberschicht hat eindeutig gewonnen.
    Insofern schließe ich mich dem Kommentar von Peter Kurtenacker an, denn es bringt nichts den Lesern der FAZ beizubringen, daß S21 zu teuer erkauft ist.
    ....solange auch die „neue“ große Koalition dahintersteht, solange heißt die Devise: jetzt erst recht koste es was es wolle. Bei dem derzeitigen Steuerüberfluß aus deren Sicht auch „wurschtegal“. Bis das Projekt betriebsfähig ist, sind doch alle politischen und wirtschaftliche Kumpanen aus der Verantwortung, nebst unserem Stuttgarter Gemeinderat samt OB.
    Und ehrlich gesagt bringt das Projekt „Umstieg jetzt“ jetzt keine Einsparungen mehr ein.
    Erst bei den Versuchen zur Inbetriebnahme wird es sich erweisen, daß der „Knoten S21“
    als echter Knoten nur zusammen mit oberirdischem Bestandsgleisen funktioniert.
  • Peter Kurtenacker
    am 05.09.2018
    Alles nur noch Spinner, liefern jetzt auch noch freiwillig Geld an eine konservative Zeitung. Als ob eine Anzeige bei der FAZ heute noch etwas ausrichten könnte.
    Für mich ist der Widerstand gegen S21 inzwischen mausetot. Da hat Chem's Katze auch keine Lust mehr sich mit den Kadaver zu beschäftigen.
    Hoffentlich kann man die AfD noch rechtzeitig bremsen. Die sind unser wirkliches Problem, da ist selbst S21 unwichtig. Und da schadet die Linke mehr als das sie hilft.
    Die warten doch alle nur noch auf die Straßenschlachten. Und die gewinnen leider die Rechten. Sch..spiel
    Wo sind die großen gesellschaftlichen Gruppen nur alle plötzlich hin verschwunden?
    Gebt das Geld lieber in einen Verein, Partei oder sonstiges sinnvolles aus.
    • Markus Hitter
      am 05.09.2018
      Netter Versuch eines Ablenkungsmanövers.

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