Die Ausstellung "Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948" sorgt für Kontroversen. Foto: Stefan Junger

Ausgabe 411
Debatte

Zum Schweigen bringen

Von Gastautor Ulrich Bausch
Datum: 13.02.2019
In der Reutlinger Volkshochschule wird eine Ausstellung massiv angefeindet, die Flucht und Vertreibung der Palästinenser behandelt. Der Vortrag des Journalisten Andreas Zumach dort sollte verhindert werden. Unser Autor leitet die Volkshochschule, er sieht die Meinungsfreiheit in der Israeldebatte in Gefahr.

Andreas Zumach ist ein exzellenter Journalist und ein Ausnahmetalent in der Erwachsenenbildung. Er arbeitet überwiegend von Genf aus, als UNO-Berichterstatter für viele Medien, und er ist seit Jahrzehnten gern gesehener Gast in Volkshochschulen und anderen Einrichtungen der Erwachsenenbildung, denn er besitzt die seltene Fähigkeit, komplexe Sachverhalte ohne Vereinfachung verständlich zu machen. Obwohl er hohe Anerkennung genießt, wurde Zumach im Dezember 2018 von der Evangelischen Erwachsenenbildung (EEB) Karlsruhe ausgeladen, für die er den Vortrag "Israels wahre und falsche Freunde" halten sollte. Der zuständige Dekan Thomas Schalla teilte ihm mit, die Veranstaltung könne aufgrund von "Irritationen verschiedener Art" nicht stattfinden. Solange Rosenberg von der Jüdischen Kultusgemeinde Karlsruhe hatte bei der EEB interveniert, denn Zumach sei bereits mit israelfeindlichen Äußerungen aufgefallen. Andreas Zumach intervenierte sofort seinerseits, und in der Folge willigte Solange Rosenberg ein, alle Anschuldigungen schriftlich zu widerrufen. Doch trotz schriftlicher Unterlassungserklärung blieb Dekan Schalla bei seiner Absage.

Karlsruhe ist kein Einzelfall. Auch in Reutlingen gab es massive Proteste gegen einen Vortrag von Andreas Zumach und gegen die Ausstellung "Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948" in der dortigen Volkshochschule. Obwohl diese Ausstellung von zahlreichen Prominenten empfohlen wird, vom ehemaligen Landesbischof der evangelischen Kirche Eberhard Renz, von dem deutsch-französischen Politologen Alfred Grosser, von Norbert Blüm oder dem Tübinger Politologen und Nah-Ost-Kenner Peter Pawelka, wird immer wieder gefordert, die Ausstellung dürfe nicht gezeigt werden.

Bärbel Illi, Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), schrieb an die Landesregierung und an die Stadt Reutlingen, die Ausstellung sei Teil der Kampagne der Boykott-, Desinvestitions- und Sanktionsbewegung (BDS) und Andreas Zumach ein antiisraelisch agierender Referent. Zumach aktivierte seine Anwälte, und bereits einen Tag später unterschrieb Illi eine Widerrufs- und Unterlassungserklärung. Wir von der VHS Reutlingen zeigen die Ausstellung weiterhin, bis zum 2. März. Und wir haben keinerlei Anlass, Andreas Zumach auszuladen. Er wird am 20. März einen Vortrag halten mit dem Thema: "Die Grenzen des Sagbaren und unser aller Verantwortung für gerechten Frieden in Nahost".

Nach einem Artikel in der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) vom 28. Januar 2019, in welchem behauptet wurde, Zumach habe in einem Vortrag aufgezählt, was er an der BDS-Bewegung gut fände, wurde sein geplanter Auftritt in Nürnberg abgesagt. Die Behauptung in der SZ war jedoch schlicht falsch. Zumach erwirkte eine Gegendarstellung: "Ich habe nichts genannt, was ich an BDS gut finde". Ich schrieb daraufhin an Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion, dass ich solchen Journalismus für unerträglich halte und die SZ sich doch bitte von dieser Form des suggestiven Rufmordes fernhalten möge.

Ähnlichen Ärger gab es im September 2018 in der Evangelischen Akademie Bad Boll. Um die völlig vergiftete Diskussion zu versachlichen, lud die Akademie zu einer Tagung ein mit dem Titel "Krise der Dialogfähigkeit im Israel-Palästina-Konflikt." Wenige Tage vor Beginn der Veranstaltung meldete sich der Bundesvorsitzende der DIG, Volker Beck, mit dem Vorwurf, die Tagung sei als antiisraelisches BDS-Happening geplant und leiste antisemitischen Haltungen Vorschub. Ein Sturm der Entrüstung brach über die Akademie herein. Höhepunkt der Empörung: Das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Los Angeles erklärte, in Bad Boll plane man eine Tagung mit dem Ziel, sechs Millionen Juden zu ermorden. Fakt ist, die BDS-Bewegung war überhaupt nicht Thema der Tagung und niemand erhob während der Tagung irgendwelche Boykott-Forderungen.

Die Kampagne gegen Besatzungskritiker hat ein klares Muster. Zuerst wird behauptet, ein Referent, eine Ausstellung, eine Tagung habe etwas mit der Boykott-Bewegung zu tun. Da diese antisemitisch sei, wird dann erklärt, müsse die Tagung abgesagt, die Ausstellung abgehängt und der Referent zum Schweigen gebracht werden. Weder die Tagung in Bad-Boll noch die Nakba-Ausstellung oder Andreas Zumach sind Teil der Boykottbewegung. Allein der suggestive Vorwurf, es gäbe einen Nähe, reicht aus, um (mit der Antisemitismuskeule) Druck auszuüben, um Veranstaltungen zu verhindern. Deshalb muss sachlich über die Boykottbewegung Klarheit verschafft werden.

Hart auf hart zwischen Besatzungskritik und Boykott-Bewegung

Was ist die BDS? Die Boykott-, Deinvestitions- und Sanktionsbewegung wurde 2005 von rund 170 palästinensischen Organisationen gegründet. Ein Jahr zuvor erklärte der Internationale Gerichtshof (IGH), Israels Trennungsbarrieren seien illegal, Israel müsse diese unverzüglich abbauen und Reparationen an Geschädigte zahlen. Jeder Staat, so der IGH, sei verpflichtet, dafür zu sorgen, dass sich Israel an das humanitäre Völkerrecht hält. Tatsächlich hatte das Gutachten des IGH keinerlei Folgen, es entstanden weitere israelische Siedlungen auf dem Gebiet, welches durch den Teilungsplan der UNO eigentlich für die Palästinenser vorgesehen war. Der Boykott-Aufruf der Palästinenser war eine Reaktion darauf. Die Palästinenser berufen sich auf Gandhis Boykott gegen die Engländer, auf Marin Luther King und auf Nelson Mandela. Die zentralen Forderungen lauteten: Ende der Besatzung der 1967 von Israel eroberten Gebiete, Rechtsgleichheit für die palästinensischen Bürgerinnen und Bürger Israels und Umsetzung der UNO-Resolution 194, also Rückkehrrecht für die palästinensischen Flüchtlinge.

Gerade die Rückkehrforderung löst bei der israelischen Regierung massive Kritik aus. Denn wenn alle sieben Millionen palästinensischen Flüchtlinge zurückkämen, wäre Israel in seiner Existenz gefährdet, und daher sei die BDS-Bewegung im Kern antisemitisch. Die Palästinenser dagegen argumentieren, dass von diesem von der UNO beschlossenen Recht ja nur ein Bruchteil der Betroffenen Gebrauch machen würde. Das sei vergleichbar dem bestehenden Einwanderungsrecht nach Israel für alle Juden dieser Welt, welches ja auch nur von wenigen in Anspruch genommen werde.

Die BDS-Bewegung und dem Feldzug des aktuellen israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu gegen sie haben die israelisch-palästinensische Debatte wesentlich verschärft. Große Firmen ziehen sich aus den besetzten Gebieten zurück, an vielen amerikanischen Universitäten wird darüber gestritten, ob die BDS-Bewegung antisemitisch ist oder ob Verbote das Recht auf Meinungsfreiheit verletzen.

Vieles an der Boykott-Bewegung ist fraglos kritikwürdig. Organisationen, die im palästinensisch-jüdischen Jugendaustausch engagiert sind, berichten, dieser leide unter dem Boykott-Druck. Begegnungen von Akademikern und Künstlern werden erschwert. Die Debatte um den Nahost-Konflikt ist regelrecht vergiftet, zumal die Boykottaufrufe in Deutschland Vergleiche mit "Kauft nicht bei Juden"- Parolen der Nazis hervorrufen und ausgewiesene Antisemiten wie der AfD-Politiker Wolfgang Gedeon Boykottaufrufe für ihre Zwecke nutzen.

Die Verbotswelle erscheint deshalb auf den ersten Blick verständlich. Viele Städte haben inzwischen beschlossen, dass es keine Raumvergaben für BDS-Veranstaltungen geben darf. Wenn wir uns jedoch klar machen, dass die beiden wohl prominentesten Vertreter der jüdischen Friedensbewegung in den USA, der ehemalige US-Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders und die Frontfrau der US-Demokraten, Dianne Feinstein, in vielen deutschen Städten Auftrittsverbot hätten, denn beide kämpfen leidenschaftlich gegen ein Verbot der BDS-Bewegung, dann wird deutlich, wie gefährlich und zutiefst undemokratisch diese Verbote sind. Es muss möglich sein, dass repressionsfrei über die Geschichte und die Gegenwart des Nahostkonflikts informiert wird. Daher muss dem fast schon hysterischen Verbotsgeschrei Einhalt geboten werden.

Die Volkshochschule Reutlingen zeigte im Herbst 2018 eine Ausstellung über die israelische Staatsgründung mit dem Titel "1948". Die Ausstellung präsentierte die Sichtweise der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Als dann im Januar 2019 die Ausstellung "Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser" eröffnet wurde, demonstrierte die DIG vor dem Haus der Volkshochschule und verteilte Flugblätter gegen die Ausstellung. Als nach dem Eröffnungsvortrag zur Diskussion eingeladen wurde, war das Publikum auf die Argumente der Kritiker gespannt. Diese jedoch standen auf und verließen den Raum. Sie verweigerten sich dem Dialog. Demokratie geht anders.


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18 Kommentare verfügbar

  • M. Stocker
    am 24.03.2019
    @PAlmach
    Dass Sie im wutbürgerischen Geschnaube schon mal ein paar Kleinigkeiten übersehen können, wundert mich jetzt nicht. Aber schön der Reihe nach. Diejenigen, die bei uns die Freiheit am Hindukusch meinen verteidigen zu müssen, oder mit ihrem imperialen Gehabe Europa zerstören (EZB, Schäuble, Juncker) gehören zu den treuesten Paladinen der israelischen Regierungspolitik. Wie Sie auf die Schnapsidee kommen, wir würden ausgerechnet die unterstützen und verteidigen, erschließt sich niemand. Von daher ist Ihr Gejammer über Doppelstandards gegenüber Israel, sowohl was unsere Kritik an der eigenen Regierung angeht als auch gegenüber anderen, restlos daneben. Sie sagen, dass Israel ein demokratischer Rechtsstaat ist, und wollen gleichzeitig deshalb seine Regierung gegen jegliche Kritik immunisieren. Genau diesen Gefallen werden wir Ihnen nicht tun. Ein Land, das sich selbst als demokratischer Rechtsstaat definiert, muss sich Kritik an völkerrechtswidriger Besatzung gefallen lassen. Genauso wie wir es uns nicht nehmen lassen, an jeder kritikwürdigen Stelle unser eigenes Land, unsere eigene Regierung zu kritisieren, sei es der völkerrechtswidrige Jugoslawien-Krieg oder unsere Beteiligung an der Ausplünderung Afrikas.
    Ihre Unterstellung gegenüber der Kommentatorin, sie wäre mit der Verschleppung von Strafverfahren gegenüber Nazi-Verbrechern einverstanden, oder wäre gegen eine Entschädigung der Opfer der Naziverbrechen ist allerding restlos infam. Wenn Sie auf Kontext nicht nur durch diesen Artikel aufmerksam geworden wären, sondern mitbekommen hätten, wie über die Verschleppung des Verfahrens gegen die Mörder von St. Anna di Stazzema berichtet wurde, sie wüssten, dass weder Kontext-Redaktion noch Leser irgendwelche 'Schlussstriche' ziehen wollen. Außer dem damals leitenden Staatsanwalt, der sich gemütliche 10 Jahre Zeit genommen hat, bis endlich alle Zeugen dieses Naziwehrmacht-Massakers vergesslich, dement geworden, oder verstorben sind.

    Dass Israel inzwischen von zahlreichen Präsidialdiktaturen oder gleich 'Failed States' umzingelt ist, ist letzlich eine Folge der konsequenten Zerstörungspolitik säkular regierter Staaten, säkularer Regierungen dieser Region durch die USA. Iran, Irak, und der jetzt gescheiterte Versuch in Syrien - warum das schöne Öl dort kaufen, wenn man es auch rauben kann.

    Bevor Sie wieder offene Türen einrennen: ja, auch wir Kritiker der israelischen Regierungspolitik sind in Sorge über den schwunghaften deutschen Rüstungsgüter-Handel mit Saudi-Arabien, mit Ländern, die eine stetige Quelle und Hilfe bei der Destabilisierung des Nahen Ostens sind.

    Ich schlage Ihnen deshalb eine gemeinsame Kampagne vor: Keine Kriegswaffen nach und kein Tropfen Öl mehr aus Saudi-Arabien. Dafür alles, was wir an Öl benötigen aus Venezuela kaufen (nicht rauben, wie das die USA jetzt wieder versuchen). Venezuela hat den unbestreitbaren Vorteil, eine Demokratie zu sein (sogar eine restlos säkulare), mit Israel keinerlei Händel zu haben, keine Djihadisten, keine IS-Terroristen zu finanzieren und keine geostrategischen Interessen im Nahen Osten zu verfolgen. Das würde vielleicht mehr zur Sicherheit Israels beitragen als alles bisher versuchte und Ihnen und Ihren Mitstreitern helfen, aus dem ideologischen Bunker, in dem Sie sich verbarrikadiert haben, raus an die frische Luft zu kommen.
  • Fritz Wolf
    am 21.03.2019
    Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen ...
    https://thinktankboy.wordpress.com/2012/10/25/deutscher-judenboykott-gestern-und-heute/
  • Maike Oberham
    am 04.03.2019
    Es ist traurig, doch es scheint, als hätte die Propaganda hier ein ihrer größtmöglichen Blüten an grotesker Verzerrung spießen lassen.
    Jeder gesunde Mensch anerkennt, dass der Staat Israel permanent Menschenrechte mit Füßen tritt, viele Menschen in Israel dies verurteilen, sich für ihren Staat schämen und nur jene noch ohne Scham und wahrscheinlich wirklich überzeugt Kritik an Israel gleichsetzen mit Antisemitismus, die dieser Propaganda zum Opfer fallen.
    Am Ende sind nur jene Menschen keine Antisemiten, die Israel jedes Recht zusprechen, jede denkbare Untat zu begehen, da Israel schlicht ein Konto unermesslichen Leids vorweisen kann, dass zur Deckung dieser "Verteidigungshandlungen" herangezogen werden kann.
    Wie korrupt das Regime in Israel ist, wird ja gerade dieser Tage wieder offenbar, nur, sind die Staatsanwälte die Netanjahu anklagen und gegen Ihn ermitteln jetzt Antisemiten?
    Ich verachte die Hamas, die Menschen aufhetzt an die Grenzzäune zu rennen, die provozieren, dass junge Männer aus Israel die Nerven verlieren, oder eben auch zu Opfern des Hasses werden, der von ihrer Führung und auch von der Hamas angefeuert wird.
    Ich verachte aber auch das israelische Militär, das sich so phantasielos und dumpf der Gewalt hingibt, als dass es die Provokationen der Hamas ins Leere laufen ließe und den Menschen in Palästina die Hand hinstreckt und den radikalen Siedlern eine Ohrfeige erteilte.
    Ich kenne viele Juden, ich habe noch keinen kennengelernt, der mir als Mensch nicht willkommen wäre, allerdings habe ich in Gesprächen beide Seiten erlebt, jene die wirlich fest überezeugt sind, der Staat Israel hätte keine anderen Möglichkeiten, für mich sind das Propagandaopfer, sowie jene, die ähnlich wie ich empfinden.
    Dass hierzulande jedes Thema mit Israel heikel ist, nun, das kann wohl jeder nachempfinden, dass man jedoch sämtliche kritische Auseinandersetzung mit dem Verhalten des Staates Israel sofort als antisemitisch verteufelt, ist schlicht Lagerdenken und liegt im Bereich eines Verhaltens, welches ich hier nicht mit dem passendem Adjektiv belegen möchte - ich werde wohl ohnehin jetzt schon als Antisemit und eben socher Verhaltensart, die ich hier verweigere auszuschreiben, von vielen bezichtigt werden.
    • P Almach
      am 22.03.2019
      Sie sollten tatsächlich mal lange und ausführlich über Antisemitismus und Judenfeindschaft reflektieren. Ein hilfreicher Massstab hierbei ist der so. 3D-Test (https://de.wikipedia.org/wiki/3-D-Test_f%C3%BCr_Antisemitismus). Wenn Deutsche einen "gesunden Menschen" heranziehen, um die Juden zu disziplinieren, und ihnen erklären, was Antisemitismus tatsächlich ist, sollten diese sich erfahrungsgemäss schnellstmöglich in Sicherheit bringen. Und richtig sicher sind sie nur in Israel, und das gefällt sehr vielen Deutschen, die - natürlich - keine Judenfeinde sind, gar nicht. (Das geht so weit, dass die Regierung sogar verurteilte MörderInnen willkommen heisst: https://www.tagesspiegel.de/berlin/rasmea-odeh-verurteilte-terroristin-soll-in-kreuzberg-auftreten/24095070.html)
      Die demokratisch gewählte - und abwählbare - israelische Regierung als korruptes "Regime" zu bezeichnen, und dabei kein einziges Mal die Systeme von Israels Nachbarstaaten zu erwähnen, die Israel seit dessen Gründung auslöschen wollen, statt Frieden zu schliessen, ist nur hier nur ein Sypmtom unter vielen (Doppelstandard?). Jedes Zugeständnis an die Araber wurde bisher mit noch mehr Terror beantwortet; Syrien lehnte die Rückgabe besetzter Landesteile gegen einen Friedensvertrag rundweg ab; zu Gaza muss wohl nichts mehr gesagt werden. (Nebenbei bemerkt fällt Ihr Stolzdeutschland wohl auch in die Kategorie "Regime:" es wird beherrscht von einem korrupten auto-industriellen Netzwerk und einer der wichtigsten und angesehensten Kanzler stellte seine Ganovenehre und Omerta unerbittlich über Recht und Gesetz.)
      Ihr stolzes Land verteidigt seine Interessen "am Hindukusch," in der EZB, im IWF und den "G7/G20," und Sie fordern (deshalb?) mehr Rücksicht und "Fantasie" vom israelischen Militär bei der Abwehr von Terroristen, die schon unzählige Zivilisten mit Messern tödlich attakiert, mit Fahrzeugen gerammt, mit Brandbomben angezündet und (iranischen) Kriegsraketen beschossen haben (dieses Jahr bereits über 200 Vorfälle)? Während ihr Land den Süden aushungert verlangen Sie von den Israelis, sich doch bitte weniger wirksam gegen hassgetriebene MörderInnen zu verteidigen? Das israelische Militär agiert nicht aus "Hass," sondern zum Schutz der eigenen Zivilbevölkerung und des eigenen Lebens - Sie als Repräsentantin des NS-Nachfolgestaats, der sich noch heute weigert, seine letzten verbliebenen Opfer würdig zu entschädigen und stattdessen fette Renten an die Täter zahlt (und sich selbst ein protziges Denkmal für tote Juden setzt), sind tatsächlich in einer wenig überzeugenden Position für moralisierende Vorschriften an die Juden, wie sie ihr eigenes Leben zu verteidigen (und dabei mehr Rücksicht auf antisemitische MörderInnen zu nehmen) hätten.
  • Andreas P.
    am 19.02.2019
    Viele viele Worte, die den latenten Antisemitismus des Autors nur sehr unzureichend abdecken können. Unter dem Mäntelchen der "Israelkritik" suhlt sich die deutsche Linke seit Jahrzehnten in ihren antijüdischen Vorurteilen, und das hier ist genau wieder so ein Text. Kontext sollte sich schämen.
    • M. Stocker
      am 21.02.2019
      Der angebliche latente Antisemitismus ist so latent, dass Sie ihn mit keiner einzigen Textstelle, mit keinem einzigen Zitat belegen können.
  • Andromeda Müller
    am 16.02.2019
    Vielen Dank für diesen Artikel. BDS-Unterstützer sind in der Zwischenzeit über 40 jüdische Organisationen , viele christliche Kirchen , Gewerkschaften und Studentenvereinigungen weltweit , v.a. in den USA ,Irland und GB.
    Dazu viele jüdische und weltbekannte Intellektuelle ( z.B. Avi Shlaim, Esther Berejano - noch lebende Überlebende des Mädchenorchesters Ausschwitz -, der verstorbene Stephen Hawkings , Friedensnobelpreisträger Erzbischoff Desmond Tutu , Judith Butler ,
    Slavoj Zizek, Mairead McGuirre , Alice Walker usw.). Selbst Zionisten unterstützen die gewaltlose Boycottbewegung. Einfach sich selber unter bds belesen statt
    Diffamierungen zu glauben (siehe die erfolgreichen Unterlassungserklärungen).
    https://www.bds-info.ch/index.php/de/bds-home
    BDS richtet sich gegen Kolonialismus und nach Ghandi und Mandela aus.
    Diese das Grundgesetz verletzenden Diffamierungskampagnen sind seriell. Es gibt eine Zusammenstellung von über 100 Veranstaltungen , die durch Einschüchterungen , übler Nachrede und Verleumdungen be- und verhindert wurden . Und zwar auch ganz unabhängig von BDS und vor allem gegen jüdische Referenten (z.B. Rolf Verleger in z.B.Freiburg durch ein "Antisemitismusreferat" : https://www.nachdenkseiten.de/?p=35963 ,
    noch perverser : Die Absage einer kompletten Veranstaltung vor dem österreichichen Parlament anlässlich des Jahrestages des Endes des 2.WK und des Weltfrauentages 2015 ,
    weil eine andere jüdische Holocaust-Überlebende , Hedy Epstein, Vortragsreisende zum Thema 3.Reich an deutschen Schulen , Mitarbeiterin bei den Nürnberger Prozessen gegen die NS- Ärzte ,Aktivistin der schwarzen Bürgerechtsbewegung in den USA , zuletzt kurz vor ihrem Tod in Ferguson , und nach einem Israel-Besuch Israel-Kritikerin aufgrund der katastrophalen dortigen Menschenrechtslage , um keinen Preis ,- neben anderen betagten überlebenden Frauen des 2.WK , eine "unkalkulierbare" Rede halten durfte.
    Komplette Absage der gesamten Veranstaltung trotz Protestschreiben mit imposantester Unterzeichnerliste u.a.Noam Chomsky an der Spitze. Wo waren da die Frauengruppen ? )
    Soweit zur Meinungsfreiheit , gerade auch als Jude/Jüdin in D eindeutig belegte Tatsachenwahrheiten äussern zu können. Eine weitere Schande Deutschlands.
    Das gesamte opportunistische Parteienspektrum macht dabei mit. Unter vorgehaltener Hand : Wegen ein paar Palästinensern riskiere man nicht seine Karriere.
    IGH, UN-Resolutionen , Demonstranten jeden Freitag (von Scharfschützen aus der Distanz) erschossen, Dokumentationen von schwersten Menschenrechtsverletzungen und systematischer Mißachtung der Menschenwürde durch, nur z.B. Amnesty International , Human Rights Watch , Medico Int., ochaopt.org , B´tselem (z.B. Folter in isr. Gefängnissen) , Breaking the Silence (Soldaten legen Zeugnisse ab) und über 100 weiteren Menschenrechtsorganisationen , spielen politisch keine Rolle innerhalb der "Wertegemeinschaft" und seiner Medien.
    Ebenso die State of Art -Forschungsergebnisse von über einem Dutzend israelischer Historiker zur Nakba (Simcha Flapan, Illan Pappe, Benny Morris , Shlomo Sand, Moshe Zimmermann , Moshe Zuckermann , Tom Segev , Avi Shlaim , Adel Manna uvm .) , sie werden einfach ignoriert und kolonial-rassistische Mythen weiter bemüht (Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land u.a.).
    Alleine die "Staatsräson" , d.h. sich das Recht herauszunehmen sich über Menschenrecht und int.Recht hinwegzusetzen , wenn es dem Staat dient ( im Klartext Waffenhandel und
    Austausch im Bereich Überwachungstechnologie- siehe auch Rio oder die Netanjahu-U-Boot-Affäre) wird in D als Trugbild mißbraucht.
    Denn trotz offiziell erklärter Annexion von großen Landstrichen um Westjerusalem , Westjerusalem selbst und den Golanhöhen , sowie faktischer Annexion des kompletten Rests nur Doppelstandards: Siehe Rußland (28 Mio.Kriegstote, 2,5 Mio.in Lagern verhungerte Gefangene, Kannibalismus im belagerten Leningrad).
    Trotz aller Beteuerungen : Bzgl. Verletzung universeller Menschenwürde nicht Neu
    • P. Almach
      am 20.02.2019
      Die von Ihnen angeführten Organisationen spielen in Israel kaum eine politische oder soziale Rolle - dafür eine umso wichtigere im (israelfeindlichen) Ausland - sie gelten als "fringe organizations." Als "NGO"s lassen die sie sich auch nicht bezeichnen, den sie bekommen ihr Geld im Regelfall von Regierungen.
      BDS ist eine Erfindung arabischer und westlicher Antisemiten (beide erhoffen sich Synergie-Effekte) und hat mit der Verbesserung der Situation der Araber in etwa so viel im Sinn wie die AFD mit links-emanzipatorischer Utopie.
      Wie überzeugend die "kauft-nicht-beim-Juden"-Aktivistinnen handeln zeigt sich gang gut hier: https://www.israellycool.com/2019/01/22/bds-fail-of-the-day-damn-juice-edition/ , hier https://twitter.com/KhaledAbuToameh/status/1087601626209284096/photo/1 und hier: https://www.algemeiner.com/2019/02/20/pro-bds-tlaib-uses-israeli-web-development-platform-for-campaign-website/
  • S. Holem
    am 15.02.2019
    Wäre es nicht so gefährlich und beschämend, es wäre nur noch lächerlich, wie sich diverse Antisemiten in etlichen Publikationen lange und ausführlich und öffentlich(-rechtlich) darüber beklagen, dass eine übermächtige Israellobby und finstere Juden danach trachten, ihnen ihre "Meinung" zu verbieten. (Geschah wohl noch in einer anderen Publikation; s. Kommentar von Andreas Maier). Natürlich nennen sie sich heute lieber "Israelkritiker," doch ihre "dog whistles" sind deutlich vernehmbar.
    Herr Bausch preist seine wissenschaftlich umstrittene (https://www.mena-watch.com/mena-analysen-beitraege/universitaet-goettingen-antisemiten-rein-kritiker-raus/) Ausstellung an, rutscht dann aber sehr schnell in eine dürftig bemäntelte BDS- und Anti-Israel-Propaganda ab.
    Erwähnenswert hierbei ist (allerdings nicht für die KONTEXT-Wochenzeitung), dass er gleichzeitig Kuratoriumsmitglied der notorisch antisemitischen Kirchenakademie Bad Boll ist (https://www.ev-akademie-boll.de/it/akademie/struktur/kuratoriumbeiraete.html), die letzten Herbst einen BDS-Kongress ausrichtete, der so schnell in die (Negativ-)Schlagzeilen geriet, dass kurz vor Beginn noch ein paar "Alibijuden" eingeladen werden mussten (wofür Volker Beck sich verständlicherweise nicht hergeben wollte) (https://www.welt.de/politik/deutschland/article181605610/Antisemitische-BDS-Kampagne-Israel-Feinde-zu-Gast-bei-der-evangelischen-Kirche.html detailliertere Analyse: https://lizaswelt.net/2018/09/24/bad-boll-das-happening-der-israelkritiker/)
    Diese Akademie fiel schon früher dadurch auf, dass sie Terroristen und Mörder (Hamas und Fatah) zum "Dialog" einlud und von Israel forderte, mit diesen zu "verhandeln" : https://www.ev-akademie-boll.de/tagungen/details/430410.pdf und http://www.hagalil.com/2010/05/badboll/
    Da passt es natürlich gut, die leuchtenden Vorbilder Gandhi, King und Mandela für die Sache der "Palästinenser" zu vereinnahmen. Klar denkende Menschen dürften allerdings grösste Zweifel daran haben, ob diese das palästinensische Vorgehen, Renten an Terroristen zu zahlen, weil diese für die "heilige Nation" Israelis ermordet haben ("Intifada"), Frauen und Kinder in eine militärisch verteidigte Staatsgrenze zu treiben ("Rückkehrmarsch") oder Raketenabschussrampen in Krankenhäusern zu "verstecken," als akzeptabel ansähen.
    Beim "Rückkehrrecht" mit einer UN-Resolution (194) zu argumentieren ist natürlich zunächst eindrucksvoll - blöd nur, wenn etwas (ganz) anderes drinsteht, als behauptet: https://unispal.un.org/DPA/DPR/unispal.nsf/0/C758572B78D1CD0085256BCF0077E51A Punkt 11: "Resolves that the refugees wishing to return to their homes and live at peace with their neighbours **should be** permitted to do so at the earliest practicable date; (...)" **should be** ist im Englischen ein Konjunktiv und keinesfalls zur definitiven Festlegung eines "Rechts" intendiert. Das "live at peace with their neighbours" ist nach etlichen Verhandlungsabbrüchen, Terroranschlägen, Raketenangriffen, Märtyrerkult samt Terrorrenten (2018: 355 Millionen Dollar; https://www.algemeiner.com/2018/03/28/palestinian-authority-defies-newly-passed-taylor-force-act-with-355-million-pay-for-slay-budget/ ) auf "palästinensischer" Seite sicherlich auch nicht gegeben.
    In diesem ideologischen Konstrukt darf natürlich der Flüchtlingsmythos nicht fehlen. Wie kommt die Zahl von "über Sieben Millionen!" zustande, obwohl damals aus dem Gebiet (nach unterschiedlichen Angaben) nur vierhundert- bis achthundertausend Menschen flohen? Es handelt sich hierbei nicht um "Flüchtlinge" nach der gängigen Definition (https://www.duden.de/rechtschreibung/Fluechtling), sondern um ALLE Nachkommen der damals geflohenen. Deshalb wächst diese Zahl auch beständig an. Nach dieser Definition hätten meine Kinder (und noch deren Urenkel) ein "Rückkehrrecht" nach Polen, weil ihr Urgrossvater nach einem böswillig gegen seine langjährigen Nachbarn begonnenen und dann verlorenen Krieg das damalige "Preussen" verlassen musste.
    • Waldemar Grytz
      am 17.02.2019
      Ach Herr/Frau S. Holem (???),
      mit Schaum vor dem Mund lässt sich leider kein Konflikt lösen. Bad Boll als " notorisch antisemitischen Kirchenakademie". "Alibijuden", die den aktuellen Regierungschef von Israel für einen Scharfmacher halten … seine Vorgänger, denen Sie ankreiden mit Fatah über einen Nahostfrieden überhaupt verhandelt zu haben? Flüchtlingsleid als ideologisches Konstrukt und Mythos?
      Philosemiten - besonders mit deutschem Hintergrund - sollten sich vielleicht besser nicht so aus dem Fenster hängen.
    • Philippe Ressing
      am 17.02.2019
      Eine beliebte Methode, Kritik an der Politik der israelischen REGIERUNG (!) und den Geschichtsmythen Israels als Antisemitisch zu bezeichnen. Kritik an der aktuellen Politik der rechtsgerichteten Regierung Netanjahu hört man aus den Kreisen der sogenannten Israelverteidiger nicht.
  • Verena Rajab
    am 15.02.2019
    Die Nakba-Ausstellung, die zur Zeit von der VHS Reutlingen gezeigt wird, dokumentiert klar nachvollziehbar und mit den entsprechenden Nachweisen die wissenschaftliche Diskussion, die sich spätestens seit den 1980er Jahren (international noch früher) an den Universitäten und in der Gesellschaft in Israel um die Staatsgründung 1948 entwickelt hat. Wissenschaftler waren zum Ergebnis gekommen, dass die offizielle israelische Geschichtsdarstellung nicht haltbar ist. Diese Diskussion versucht die israelische Regierung derzeit zum Schweigen zu bringen und stellt in ihrem Sicherheitsministerium dafür Millionen Dollar-Beträge zur Verfügung. Damit werden auch internationale Kampagnen finanziert. Die israelische Regierung und ihre Minister rühmen sich ganz offiziell für dieses Vorgehen. Diese Politik der israelischen Regierung bekommen derzeit auch alle Kritiker zu spüren, international und im Land, jüdisch-israelische, jüdische und nichtjüdische. Das Vorgehen gegen sie gleicht einer Hexenjagd. Übrigens gibt die Ausstellung "1948.Die Ausstellung", die die VHS Reutlingen zuvor gezeigt hatte, sehr exakt die Selbstdarstellung der israelischen Regierung von der Staatsgründung wieder, die schon seit Jahrzehnten in der universitären Diskussion in Frage gestellt wird. Sehr kolonial leugnen die Ausstellungsproduzenten die Existenz der Palästinenser, ihrer Kultur und ihrer Errungenschaften. Das Palästinakomitee Stuttgar hat sich die Ausstellung "1948" genauer angesehen und die offensichtliche Geschichtsklitterung an zahlreichen Beispielen belegt, Bitte nachsehen auf der Homepage des Palästinakomitee Stuttgart.
  • Michael Ilgner
    am 14.02.2019
    Ich denke, das eine neutrale Aufarbeitung der Fluchtbewegungen nötig ist. Zur gleichen Zeit wurden in allen arabischen Staaten Menschen jüdischen Glaubens vertrieben. Die Ausstellung ist gründlich mißlungen und wird berechtigterweise kritische Stimmen auf den Plan rufen. Neutralität bei der der Bewertung historischer Vorgänge geht anders.
    • Andromeda Müller
      am 17.02.2019
      Ihre Darstellung ist falsch. Eine wissenschaftliche und neutrale Aufarbeitung der von langer Hand geplanten gewaltsamen Vertreibungen der Palästinenser 1948,
      Plan Dalet , ist hervorragend dokumentiert durch die sogenannten neuen israelischen Historiker. Darunter der Zionist Benny Morris. Der erste israelische Historiker , der dazu publizierte war Simcha Flapan , dann viele weitere : z.B. Illan Pappe. Unter israelischen Historikern ist die geplante gewaltsame Vertreibung , wie in Pappes Buch "Die ethnische Säuberung Palästinas" State of the Art weil wissenschaftlich eindeutig belegt.
      Einfach Bücher und Vorträge von Pappe, Flapan, Moshe Zimmermann , Moshe Zuckermann , Avi Shlaim , Benny Morris und Tom Segev u.a. lesen und hören.
      Pappes Buch beinhaltet 50 Seiten bester Quellen. Nämlich z.B. israelische Armeedokumente , die Mitte der 80er jahre aus Archiven freigegeben wurden , ebenso wie das zu diesen Dokumenten komplementäre Tagebuch Ben Gurions,
      Berichten des Int.Roten Kreuzes , der NYT , sowie vieler jüdischer und palästinensischer Augenzeugen und Fotos . Interessant dazu ist auch das Wirken und die Biographie von Graf Folke Bernadotte , Retter von vielen Juden im 3. Rreich , der von zionistischen Extremisten ermordet wurde.
      Die Abweisung von jüdischen Flüchtlingsschiffen vor New York , auf Betreiben von zionistischen Unterhändlern , ist ebenfalls belegt. Denn diese nationalistische Ideologie wollte und will bis heute möglichst viele/alle Juden zur Einwanderung nach Israel bewegen. Wegen der Herstellung einer Bevölkerungsmehrheit und eines rein jüdischen Staates sowie der "Redemption" , der dann angeblich erfolgenden Erlösung des Volkes durch Gott.
      Es gibt noch viel radikalere Aussagen unter den extremistischen Siedlern.

      Zu dem gerne behaupteten Mythos der Vertreibung der arabischen Misrachim -Juden aus ihren angestammten Ländern , und damit dem "wir sind quitt und daher ist uns nichts vorzuwerfen" -Mythos wird in der Forschung gerade aufgeräumt.
      Auch hier hat der zionistische Kolonial-Nationalismus ähnliche Blüten getrieben wie vor New York. Ihre Forderung nach "neutraler" Geschichtsforschung darf nicht jüdisch -israelisch sein ? Oder muß sie nur aus zionistisch-nationalistischer Ecke unbedingt einer "Revision" unterzogen werden ?
      Man kann , wie in vielen Ideologien , einen ideengeschichtlich akzeptablen Kern im Zionismus finden , wie hier die jahrhunderte andauernde Verfolgung einer Religionsgruppe .
      Aber das begründet in keiner Weise kolonialistische und nationalistische Auswüchse und systematische ,sich ideologisch rechtfertigende Verletzungen von Menschenrechten Indigener , wie sie bis heute weltweit "normal" sind und gedeckt werden. Auf dem Basler zionistischen Weltkongreß 1898 wurde ja auch Argentinien
      und Uganda als mögliche Zielländer diskutiert.
      Stellen wir uns einmal als auserwähltes Land Uganda vor. Das versinnbildlicht den
      kolonialen Wahn und die koloniale Willkür des 19. Jahrhunderts , der bis heute ,
      beileibe nicht nur im Beispiel Israel , weiter existiert.
  • Andreas Maier
    am 14.02.2019
    Aus welchen Gründen man eine Vortragsveranstaltung mit Herrn Zumach überhaupt falsch finden könnte, geht aus dem Beitrag (den ich zuerst bei Seemoz gelesen und dort ebenfalls kommentiert habe) leider nicht hervor. Wen es interessiert: Der offene Brief von haGalil an den Präsidenten der Uni München (http://www.hagalil.com/2018/11/bds-2/) nennt einige.

    Zum Beitrag von Herrn Bausch seien folgende kleine Anmerkungen gestattet:

    1. Der Satz, dass das „Simon-Wiesenthal-Zentrum in Los Angeles erklärte, in Bad Boll plane man eine Tagung mit dem Ziel, sechs Millionen Juden zu ermorden“ hat mich doch sehr irritiert. Eine kleine Recherche zeigt, dass dieser in jeder Hinsicht falsch ist. Zum einen handelt es sich bei der Äusserung nicht um eine offizielle Stellungnahme des Wiesenthal-Centers, sondern um eine Äusserung von Rabbi Abraham Cooper, der dessen stellvertretender Leiter (Associate Dean) ist. Zum anderen hat Cooper folgendes gesagt: „It is scandalous that any Christian church in Germany would utilize its moral authority to organize an event that legitimizes those who want to destroy the six million plus Jews in Israel.“ (Jerusalem Post vom 22.9.2018). Ein ganz anderer Inhalt, der auf Grund der politischen Haltung der bei der betreffenden Veranstaltung eingeladenen Personen auch durchaus Sinn ergibt.

    2. Herr Zumach hat sich, wie glaubwürdig man das auch immer finden mag, in der von ihm erwirkten Gegendarstellung zum erwähnten SZ-Artikel ausdrücklich gegen die Unterstellung gewehrt, er sympathisiere mit BDS („Ich habe nichts genannt, was ich an BDS gut finde“) . Dass Herr Bausch sich bemüßigt fühlt, diese, vorsichtig ausgedrückt, umstrittene Bewegung zu verteidigen, sagt damit unter Umständen mehr über ihn als über den Referenten aus.

    3. Meine volle Zustimmung hat Herr Bausch, wenn er sagt, dass die Boykott-Aufrufe „Vergleiche mit ‚Kauft nicht bei Juden‘-Parolen der Nazis hervorrufen“ – genau darum sollte man sie auch unterlassen. Wer in seinem Beitrag dann allerdings selbst Begriffe wie „Antisemitismuskeule“ benutzt, sollte sich nicht darüber wundern, wenn die Positionen von „ausgewiesenen Antisemiten“ wie Wolfgang Gedeon unmittelbar anschlussfähig sind.
    • Andromeda Müller
      am 17.02.2019
      Die gewaltlose BDS-Bewegung , also das gleiche was Ghandi und Mandela gemacht haben mit Hitler gleichsetzen ? Was für eine abstruse Ideologie und Überzeugung muß hinter diesem Vergleich stehen .
      BDS sagt ganz eindeutig , daß sich der Boykott NICHT gegen Juden richtet. Sondern gegen die israelische Besatzungspolitik und die Verhinderung jeglicher normaler Entwicklung hin zu dem UN-verbrieften Recht auf Gründung eines eigenen von Israel respektierten palästinensischen Staates. Dann sind die die gewaltlosen wirtschaftlichen Maßnahmen , die übrigens auch internationale Firmen betreffen ,als obsolet einzustellen. D weigert sich ja als einziges Land innerhalb der EU die Kennzeichnungspflicht von Produkten aus den israelisch besetzten Gebieten
      umzusetzen. Es ist also mit daran Schuld , wenn technisch keine Unterschiede beim Boycott gemacht werden können.
      Die EU und Deutschland stehen doch offiziell hinter der 2-Staaten -Lösung. Faktisch unterstützen sie aber , bis auf wenige Beispiele , die Annexionen und den seit über 50 jahren andauernden schwelenden Kriegszustand unter Militärverwaltung , nebst wirtschaftlicher Strangulierung und Verelendung.
      Und als Sahnehäubchen obendrauf : Jeder palästinensisch-stämmige Deutsche braucht sich keinerlei Hffnung zu machen diplomatische Unterstützung seines neuen Heimatlandes bei Problemen in seiner alten Heimat durch die Demokratie D zu erhalten . Dies wird ihm vorab explizit mitgeteilt. Also Degradierung zu einem Staatsbürger 2.ter Klasse. Deutschland und die internationale Wertegemeinschaft hat doch durch ihre gnadenlose Untätigkeit die BDS-Bewegung doch erst mit - erschaffen. Ebenso wie Israel selbst. De facto vogelfreien Indigenen auch noch
      das Recht auf gewaltlosen Widerstand wegzunehmen , ebenso wie jüdischen Israelis , ist totalitär und menschenverachtend.
  • Frank-Michael Lange
    am 13.02.2019
    Der Artikel ist hinsichtlich des Qualitätsanspruches einer "Betrachtung mit Tiefgang" in Ordnung, leider enthält er aus meiner Sicht zu viel versteckte BDS - Sympathien. Schade! Heikles Thema, gerade unter "Linken".
  • Waldemar Grytz
    am 13.02.2019
    Ist jeder, der den Zionismus (wie Kemalismus und andere Ismen) ablehnt gleich ein Anti-Semit? Stellt sich die aktuelle israelische Regierung über das Völkerrecht und untermauert seine Politik der Landnahme noch mit 2000 Jahre alten Gebietsansprüchen? Differenzierte Betrachtung fällt schwer, ist aber dringend nötig.
    z.B.: https://www.medico.de/blog/fuer-ein-denken-in-widerspruechen-17308/

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