E-Autos gelten bei uns als relativ sauber, dafür steigt der Umweltstress in anderen Teilen der Erde. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 339
Wirtschaft

Das E-Mobil ist nicht die Lösung

Von Gastautor Roland Kugler
Datum: 27.09.2017
Martin Schulz fordert eine EU–Quote für Elektroautos. Stuttgarts OB Kuhn hält deren Kauf für eine patriotische Pflicht. Dabei ist der ökonomische Sinn und der ökologische Nutzen strombetriebener Fahrzeuge durchaus zweifelhaft.

Die Idee einer Quote stammt aus China, nicht unbedingt dem Reich der freien Rede und des freien Handels. In China werden seit Jahren mit mäßigem Erfolg Elektrofahrzeuge und Autos mit Hybridantrieb produziert, die in den Schaufenstern der Händler schon dicke Staubschichten angesetzt haben, weil die Akkus meist schon nach 250 Kilometern Fahrt geladen werden müssen. Sie sind deshalb noch keine wirkliche Alternative für zahlungskräftige chinesische Kunden zu den benzinbetriebenen Fahrzeugen. Hier möchte die chinesische Regierung etwas zur Ankurbelung der heimischen Wirtschaft tun. Auch haben chinesische Unternehmen in den letzten Jahren enormes Kapital in den Bau von Batteriefabriken und Fabriken für Elektrofahrzeuge investiert. Chinesische Unternehmen haben weltweit Schürfrechte für seltene Erden erworben, die für die Akkus benötigt werden. Bisher haben sich diese Investitionen wegen der schleppenden Verkäufe chinesischer Elektroautos nicht amortisiert. Dies könnte das wahre Motiv für die Quote sein. So sehen es jedenfalls einige deutsche Autobauer.

Auch aus Sicht einiger Ökonomen würde der noch immer schleppende Absatz chinesischer Elektrofahrzeuge die Einführung der Quote zum Abbau der aktuellen Überproduktion erklären. Wenn trotz Quote in China noch immer zu viele Elektrofahrzeuge produziert werden, dann sollte man daran denken, wie China aktuell sein Problem mit der Überproduktion von Stahl oder Solarzellen löst: nämlich durch Dumpingpreise. Es ist somit leicht vorhersehbar, welchen zweiten Schritt China nach Einführung des ersten Schritts einer E-Quote machen könnte. Es könnte versuchen, den Aufbau einer Akkuproduktion in Europa durch künstlich niedrig gehaltene Preise für Autobatterien zu verhindern. Hierdurch wäre der Aufbau einer wirtschaftlichen Akkuproduktion in Deutschland nicht möglich. Dann würde die Quote genau das verhindern, was sie eigentlich erreichen möchte: nämlich den Aufbau einer deutschen Batterienproduktion. Ein wesentlicher Teil der Wertschöpfung bei der Autoherstellung fände dann nicht mehr in Deutschland statt. Mit gewaltigen Auswirkungen, gerade für den Arbeitsmarkt im autoproduzierenden Baden-Württemberg.

Abgase kommen nicht aus dem Auspuff, sondern aus dem Schornstein

Auch der ökologische Nutzen eines Elektroautos ist äußerst fraglich. So stammten im Jahr 2016 nur 29,5 Prozent des in Deutschland erzeugten Stroms aus erneuerbaren Quellen wie Wasser, Wind oder Sonnenenergie. Dagegen werden auch bei uns noch immer mehr als 40 Prozent unseres Stroms aus den fossilen Energieträgern Braunkohle und Steinkohle erzeugt. 13 Prozent stammen aus Atomkraftwerken. Zwar ändert sich der Strommix zugunsten ökologisch produzierten Stroms, doch erst im Jahr 2050 kann laut Umweltbundesamt in Deutschland das Ziel erreicht werden, 100 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen. Ein Elektroauto wird somit auch in den nächsten 23 Jahren, ähnlich einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor, die Umwelt mit Co2 und Stickoxiden belasten. Es bleibt der einzige Unterschied, dass die Abgase nicht aus dem Auspuff, sondern aus dem Schornstein der Kraftwerke geblasen werden. 

Durch die Einführung einer Quote für Elektroautos würde der Stromverbrauch zukünftig zudem noch überproportional schneller steigen, so dass das Ziel von 100 Prozent Ökostrom bis 2050 kaum zu erreichen sein dürfte. Dabei sind die Umweltbelastungen durch die Gewinnung der Rohstoffe für die Akkus noch gar nicht berücksichtigt.

Das Fraunhofer Institut hat im Jahr 2010 in einer Studie errechnet, dass in einem heute gebräuchlichen Fahrzeug ungefähr 25 Kilo Kupfer stecken. Allein in einem Elektromotor werden, je nach Leistung, 50 Kilo Kupfer und mehr verbaut. Rechnet man das in jedem Fahrzeug ohnehin vorhandene Kupfer hinzu, kann man getrost davon ausgehen, dass ein Elektrofahrzeug mindestens die dreifache Menge dieses Rohstoffs gegenüber einem mit Verbrennungsmotor betriebenen Auto benötigt.

Das Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt und Energie hat errechnet, dass zur Gewinnung von einem Kilogramm Kupfer ungefähr 350 Kilo Erde zu bewegen und zu bearbeiten sind. Andere Quellen sprechen von nahezu 500 Kilogramm Erde für ein Kilo Kupfer. Und hierbei ist der Kupferbedarf für den Ausbau der Zuleitungen zu den Stromtankstellen und der Ladeanschlüsse noch nicht berücksichtigt.

Coltan, ein ebenfalls für die Herstellung der Akkus benötigtes Erz, wird hauptsächlich aus Lagerstätten in Australien und dem Kongo gewonnen. Besonders wegen der Abbaubedingungen in der Demokratischen Republik Kongo wird Coltan als sogenanntes "Konfliktmineral" bezeichnet. Der unkontrollierte Abbau in der Region Kivu hat sklavenähnliche Arbeitsbedingungen und Umweltzerstörung zur Folge. Er hat den Lebensraum der Gorillas nahezu vollständig zerstört. Der Gewinn aus dem Abbau des Erzes diente bereits zur Finanzierung von Bürgerkriegen. Nicht viel besser sieht es bei der Gewinnung der sogenannten seltenen Erden aus, deren Lagerstätten hauptsächlich in China und in Afrika liegen.

An Feinstaubwerten ändert E-Mobilität nichts

Vergleicht man nun die bei der Herstellung und dem Betrieb eines Elektrofahrzeugs entstehenden Co2-Emissionen mit denen eines heute noch gebräuchlichen Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor, so mag es geringe Vorteile für E-Autos geben. Beim Betrieb des Elektroautos vor Ort werden weniger Stickoxide und Co2 emittiert, dafür steigt der Umweltstress in anderen Teilen der Erde.

Auch für das Stuttgarter Feinstaubproblem werden Elektroautos keine Lösung bringen: der am Neckertor gemessene Feinstaub der B14 stammt hauptsächlich vom Reifenabrieb und aus Bremsen. Und den verursachen Fahrzeuge unabhängig von der Antriebsart. Die Feinstaubemissionen werden deshalb unverändert hoch bleiben, wenn wir uns nur um die Antriebsart der Fahrzeuge kümmern.

Wenn mit der Elektromobilität auf absehbare Zeit die Co2-Ziele nicht erreicht werden können und die Luft in Stuttgart weiterin mit Feinstaub belastet sein wird, was bleibt dann noch?

Die Lösung heißt: weniger ist mehr.

Wir müssen der Tatsache ins Auge sehen, dass alle Verbesserungen am Motor der letzten Jahrzehnte zur Verringerung des Schadstoffausstoßes durch zwei dazu gegenläufige Entwicklungen neutralisiert wurden: Eine davon ist die seit den 50er Jahren ständig wachsende Zahl der Fahrzeuge. Die andere ist die ständige Vergrößerung der Motoren. Immer mehr und immer größere Autos fahren durch unsere Städte. Und das ist kein Luxusproblem der Autostadt Stuttgart, sondern ein weltweites Phänomen. Obwohl Stuttgart so viele Kilometer befahrbarer Straßen besitzt, wie noch nie in seiner Geschichte, geht die durchschnittlich gefahrene Geschwindigkeit im Stadtgebiet seit Jahren zurück. Auch dies ist ein weltweites Problem aller großen Städte. Für London wurde vor einigen Jahren berechnet, dass man vor 150 Jahren mit der Pferdekutsche schneller an sein Ziel kam als heute mit dem Auto. Es gibt für die im Verkehr ertrinkenden Städte nur zwei Stellschrauben für eine Regulierung: entweder mehr Straßen bauen oder den Verkehr reduzieren.

Das Ziel ist klar, nur der Weg dorthin ist weit

Stuttgart nach dem Krieg ging mit dem Ziel der autogerechten Stadt den ersten Weg. Der Preis war die Zerstörung des noch übrig gebliebenen historischen Stadtbildes. Diese Stellschraube hat bis heute zu keiner Lösung des Verkehrspoblems geführt und würde bei einer Fortsetzung letztendlich die Innenstadt unbewohnbar machen.

Bleibt nur die zweite Stellschraube, wenn wir uns mit den täglichen Staus und der gesundheitsgefährdenden Luftverschmutzung nicht abfinden wollen. Und das ist die Verkehrsmenge. OB Kuhn führte seinen Wahlkampf mit dem Ziel, bis zum Ende seiner Amtszeit den Individualverkehr in der Stadt um 20 Prozent zu reduzieren. Das ist eine ehrgeizige Marke. Das Land Baden-Württemberg verpflichtete sich in dem vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart im April 2016 geschlossenen Vergleich, an Tagen des Feinstaubalarms den Verkehr am Neckartor um 20 Prozent zu reduzieren. Auch hier war von Anfang an klar, dass diese ehrgeizigen Ziele nur erreicht werden können, wenn man ohne Zögern mit einer das gesamte Stadtgebiet umfassenden Planung zur Reduzierung der Verkehrsmenge beginnt.

Das richtige Ziel wurde klar benannt. Allerdings hat man sich bis heute noch nicht auf den Weg dorthin gemacht. Zur Umsetzung bedarf es umfangreicher integrativer Verkehrsplanungen, die alle Verkehrsarten vom Auto, über den öffentlichen Nahverkehr bis zu den Fußgängern und Radfahrern erfasst. Ein solcher großer Zukunftsentwurf fehlt. Zwar gibt es im Land gute Ansätze zur Förderung des Bahnverkehrs oder des Radverkehrs. Es sind aber nur einzelne Ansätze, die nicht in ein Gesamtkonzept eingebettet sind. Vielleicht liegt es daran, dass mit diesem Thema nur sehr schwer Wahlen zu gewinnen sind. Und irgendwo ist immer Wahlkampf in dieser Republik.

In Stuttgart sieht es nicht besser aus. Es ist nicht zu erkennen, wie in den verbleibenden noch knapp vier Jahren bis zur nächsten OB-Wahl das Ziel einer zwanzigprozentigen Verkehrsreduzierung auch nur annähernd erreicht werden könnte. Wenn Stuttgart weiter so zögerlich mit dieser Herausforderung umgeht, dann werden die wichtigen vekehrspolitischen Entscheidungen zukünftig nicht mehr von den Parlamenten, sondern von den Gerichten getroffen.

Wollen wir das wirklich?

 

Roland Kugler arbeitet seit 1979 als Anwalt in Stuttgart und ist ein ausgewiesener Experte für Feinstaub. Bis 2009 saß er für die Grünen im Gemeinderat der Landeshauptstadt.


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17 Kommentare verfügbar

  • Roland Beck
    am 03.10.2017
    Die in dem Artikel geäußerte Kritik am Elektroauto halte ich für übertrieben: ein Elektroauto reduziert die Lärmbelastung signifikant und ist lokal emissionsfrei. Feinstaub durch Verbrennungsvorgänge in den Innenstädten entsteht keiner und der Bremsabrieb bei Elektroautos ist auch deutlich geringer, da meist zur Stromgewinnung mit dem Motor gebremst wird. Kupfer lässt sich sehr gut zurück gewinnen, insbesondere wenn es im Elektromotor sehr kompakt vorliegt. Die genannte Kupfermenge von 50kg in einem Elektromotor entspricht zum Beispiel einer Kupferdachrinne am Haus, jedoch habe ich noch nie Kritik an Hausbesitzern gehört, die Kupfer verwenden. Auch Coltan wird seit Jahren in Tantalkondensatoren verwendet, ohne dass Kunden ein schlechtes Gewissen beim Kauf von elektronischen Geräten hatten - bei Elektroautos scheint das Material dann plötzlich besonders verwerflich zu sein, obwohl viele Firmen seit einigen Jahren auf konfliktfreie Alternativen setzen. Überhaupt scheinen viele Dinge erst schlimm zu sein, wenn sie in einem Bereich verwendet werden, der allgemein als "lästig" empfunden wird - oder gibt es in der Presse irgendwo Kritik an der Verwendung des hochgiftigen Cadmiums in Quantum-Dots, damit Fernseher schönere Farben anzeigen? Meiner Meinung nach wirklich kein Grund, ein Schwermetal zu verwenden.
    Natürlich steht ein Elektroauto genauso wie jedes andere Fahrzeug im Stau und löst somit die Verkehrsprobleme nicht. Dazu wäre ein deutlicher Ausbau des ÖPNV notwendig, jedoch läßt Stuttgart in diesem Bereich leider eine gewisse Mutlosigkeit erkennen. Ein Schlechtreden des Elektroautos wird aber nicht dazu beitragen, dass alle Bürger plötzlich auf das Fahrrad umsteigen...
  • Thomas Sauer
    am 03.10.2017
    Bemerkenswert - wie man in Deutschland die e-Fahrzeuge niederschreibt und zwar mit windigen und unreflektierten Argumenten. Das ist mittlerweile wohl deutsche Leidenschaft. Oder von der Autoindustrie koordiniert ??
    NA KLAR sind sie nicht die eine Lösung für alle Probleme. Aber als Radfahrer habe ich echt die Nase voll vom Verbrennergestank. Das ausgeleierte Argument dass der Strom eh aus dem Kohlekraftwerk kommt hilft da überhaupt nichts wenn man mal wieder im Mief an der Ampel steht.
    Und e-Fahrzeuge haben eine eingebaute Nachbarschaftsfunktion. Man kann damit nämlich ziemlich lautlos losfahren ohne alle Nachbarn aufzuwecken.

    Allein die Punkte lokale Emissionen und Lärm sprechen sehr für die e-Fahrzeuge. Und mal ehrlich: wer will denn überhaupt noch einen Verbrenner kaufen wenn er/sie elektrisch unterwegs waren ??
  • Sven Linscheid
    am 02.10.2017
    Immer mehr liest man diese Sichtweisen. Intressant vor 10 Jahren wurde ich dafür angepöbelt und als Troll gebrandmarkt. Vielleicht, da nun mehr Menschen mal ihr Hirn soweit unterrichtet haben, wird es ein jedem klar.

    1) E-Autos sind genau so dreckig wie Benziner und Diesel
    2) E-Autos sparen rein garnichts ein - Sie befeuern nur den Eigentumverlust am Auto ( Akku-Miete, Verträge mit Zangsbindungen usw. )
    3) E-Autos sind eine unvernüftige Lösung wenn es um Individualverkehr geht
    4) E-Autos sollten nicht auf die Strassen wenn nicht vorher viele andere Dinge geregelt wurden.

    Was ist damit gemeint ?

    1) Autos müssen bis zum einen gewissen Stichtag aus privater Hand genommen werden
    2) Transport wird nur noch als TAAS ( Transportation as a Service ) angeboten
    3) Autos fahren alle selbst!
    4) Ein jeder "mietet" ein KFZ nur noch dann wenn er es bedarf.
    5) Der Fuhrpark wird durch Staat gestellt und nach dessen Anforderungen unterhalten
    6) Die gefahrenen Kilometer werden FAIR abgerechnet
    7) Die Bahn wird weiter fahren, aber wird in dieses System integriert!

    ÖPNV ist keine Lösung! Ich kann dies mit Fug und Recht! behaupten. Ich haben über 25 Jahre Erfahrungen sammeln "dürfen" mit Zügen, Bussen und Fahrrad. Demnach kann ich sagen das Bahn keine Lösung ist, sie ist ein Hilfsmittel.

    Was wir brauchen sind eine reduktion der KFZ auf den Strassen, das erreichen wir dadurch das jeder ein Auto per "Knopfdruck" rufen kann und dabei den Zweck definiert.

    Beispiele dafür sind z. B. ich will Einkaufen fahren. 2 Personen / kein Gepäck. Es kommt ein Kleinstwagen vorbei, der auch weniger p. km. kostet. Bei der Rückfahrt dann wird halt 2 Personen + 1 Einkaufswagen + ein Großteil ein größeres KFZ bereitgestellt. Zuhause ausgeladen verschwindet das KFZ wieder zur Nutzung für andere Menschen.

    Bewegen sich dann weniger KFZ? - Ja ! - denn Mitfahrer und Gemeinschaften werden dann durch ein System automatisch erstellt. Statt 3 KFZ mit je einen Einkäufer kommt dann 1 KFZ mit 3 Einkäufern gefahren.

    Selbiges gilt aber auch für Arbeitswege und anderes. Somit wird ein Auto dann ein Teil von ÖPNV und siehe da - alle werden glücklich. Individuell und dennoch öffentlich.
  • Real Ist
    am 01.10.2017
    Die Stadträte sind nicht imstande, einen attraktiven und preisgünstigen ÖPNV anzubieten
    Schon vor etlichen Jahrzehnten kamen Bürokraten auf die Idee, dass die Bürger vermehrt auf den ÖPNV umzusteigen sollen, da die uneinsichtige Bürger aber wegen zu hohen Preisen und zu langsamen Bus- und Bahn- Verbindungen der Idee nicht Folge leisteten, waren die Stadträte und Landespolitiker der Meinung, den Verkehrsfluss des Individualverkehrs mittels raffinierten Schikanen künstlich auszubremsen, an dieser gescheiterten Verschlimmbesserungs-Strategie wird bis zum heutigen Tag stur festgehalten, nach dem Motto, wir können nichts dafür, wen die Bürger nicht verstehen, wie erfolgreich unsere Ideen sind.
    Als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, genehmigten die schwäbischen "Verkehrsexperten" einen leistungsstarken Kopfbahnhof zu beseitigen und mit halbierter Gleiszahl unter die Erde zu legen und für diese bis heute nicht fertig geplante Bahnhofsverkleinerung die ganze Stadt Jahrzehnte lang in eine Baustelle zu verwandeln und ungeheure Mengen an zusätzlichem Feinstaub zu produzieren.
    Da der zu kleine Tiefbahnhof die 248.000 Passagier nicht mehr bewältigen können wird, muss der Individualverkehr zusätzlichen KFZ-Verkehr verkraften, dazu kommen noch die Fahrzeuge und Zweitwägen für 14.000 Menschen im neuen Rosensteinquartier, der eigentliche Grund für das irrwitzige Bahnprojekt..
    Nachdem diese absurden Ideen, wie Klebefolie, Tiefbahnhof, Mooswände, vorsätzliche Verkehrsbehinderunen, irrwitzige Tempolimits, Milaneo, scheiterten, haben diese fabelhaften Theoretiker nun E-Mobile als Allheimittel entdeckt.
    Wer sich mal neutral und mit logischem Menschenverstand mit der Marterie beschätfigt hat, weiss genau, dass diese idee genau so wenig funktioniert, wie die bisherige Schnapsideen.
    • by-the way
      am 02.10.2017
      Zitat: " waren die Stadträte und Landespolitiker der Meinung, den Verkehrsfluss des Individualverkehrs mittels raffinierten Schikanen künstlich auszubremsen, an dieser gescheiterten Verschlimmbesserungs-Strategie wird bis zum heutigen Tag stur festgehalten, nach dem Motto, wir können nichts dafür, wen die Bürger nicht verstehen, wie erfolgreich unsere Ideen sind."
      Da haben Sie vollkommen Recht. Es regieren offensichtlich nur Dilletanten oder korrumpierte Volkszertreter.
      Nehmen wir mal als Beispiel die SSB Haltestelle "Lauchhau". Hier halten im Berufsverkehr 6 Buslinien mitten auf der Straße mit Rückstau über bis zu 500 Metern. Die zuvor vorhandene Busbucht wurde zurückgebaut. Reine Schikane.
      Die sinnlos verbrachte Lebenszeit im künstlich geschaffenen Stau sollte man den Verursachern auch, mindestens doppelt und dreifach nehmen. Politpack!
  • To. Gue.
    am 01.10.2017
    ...den Individualverkehr um 20% reduzieren... nach den Plänen in den Köpfen vieler Bürokraten geht das (so meine Vermutung!) wieder nur über Verbote, Regulierungen, "Gängelungen", planwirtschaftliche Verteuerungen von Alternativangeboten... Viel sinnvoller wäre es, die Angebote des ÖPNV so attraktiv zu gestalten, dass die Leute freiwillig das Auto stehen lassen. Ich kenne Stuttgart nicht, aber sehr viele Städte im Rhein-Main-Gebiet und muss sagen, dass da enormes Verbesserungspotential zu erreichen wäre. Ein anderer Punkt, der im Artikel m. E. viel zu kurz kommt: Die Verbesserung des VerkersFLUSSES. Auch hier wieder Erfahrungen aus dem Rhein-Main - Gebiet: Darmstadt ist nach meiner Meinung diesbezüglich eine pure Katastrophe. Die Ampelschaltungen sind für erhöhtes Verkehrsaufkommen sehr schlecht ausgelegt. Aus welchem Grund? Mangelnde Kompetenz der Verwaltung? Schwer zu glauben! Oder steckt ein anderer Ansatz dahinter...? Das kann sich jeder selbst überlegen. Mit diesen zwei Punkten: Attraktivität des ÖPNV steigern UND gleichzeitig den Verkehrsfluss beschleunigen würde man schon viel erreichen. Und man müsste die Menschen nicht zu ihrem "Glück" zwingen, sondern sie würden sich freiwillig für das bessere Angebot entscheiden!
  • Helmut Lang
    am 29.09.2017
    Der Bericht zeigt auf was mir schon immer klar war: E-Mobilität ändert NICHTS am Klima. Doch die Medien pushen die E-Mobilität und Otto-Normalverbraucher fällt darauf rein. Meiner Überzeugung nach ist es der Plug-in Hybrid. Bei der ganzen E-Mobilität Diskussion stelle ich mir ganz gerne die Frage: WER HAT WELCHE INTERESSEN??????
  • Schwa be
    am 29.09.2017
    Das nenne ich mal Klartext - Chapeau an den Gastautor Roland Kugler!

    Ganz im Gegensatz zu dem laut "KONTEXT Extra" von Kretschmann geäußerten bürgerlichen Geschwafel in Richtung AfD. Wenn eine bürgerliche Partei Wähler einer offen rechtspopulistisch rassistischen Partei zurückgewinnen will heißt dies nichts anderes als das diese Partei auch weiter nach rechts rückt - nichts anderes. Ob sie nun CDU, SPD, FDP, Grüne oder CSU heißt (aus deren Schoß die AfD entsprungen ist).
    Das viele der AfD Wähler keine Rassisten sind glaube ich im übrigen auch (ob nun mehr oder weniger als 60 % entzieht sich meiner Kenntnis). Oft höre ich von AfD-Wählern ..ach, die kommen eh nicht an bzw. in die Regierung". Doch selbst wenn sie damit diesmal recht haben, die Auswirkungen auf die bürgerliche Parteien Landschaft und damit auch auf die Gesellschaft sind schlimm.

    Aber nun zurück zum obigen Artikel der meines Erachtens deutlich, sachlich und einleuchtend ist.
    Die Probleme (m.E.) weshalb solche Artikel dennoch zu geringe Würdigung beim normalen Bürger erfahren - die deutsche Bevölkerung hat (noch) wenig Empathie für Vorgänge die weit weg, irgendwo in der Welt passieren ("An Feinstaubwerten ändert E-Mobilität nichts (...) dafür steigt der Umweltstress in anderen Teilen der Erde."). Bestes Beispiel sind Drohnenmorde und die vom Westen völkerrechtswidrig geführten Kriege. Und zweites Problem, speziell im Falle von Mobilität - die meisten in Deutschland lebenden Menschen fahren Auto und sind (noch) nicht in der Lage (bestärkt durch die Leitmedien), über ihre Bequemlichkeit hinweg, nachhaltigere, bequemere Mobilitätskonzepte zu denken, weg vom Individualverkehr als Priorität.
    Da hilft und macht Hoffnung m.E. der Blick rüber nach England zur Labour Partei (Schwesterpartei zur SPD hier bei uns) und deren Parteivorsitzenden Jeremy Corbyn. Wer Lust hat hier seine aktuelle und m.E. hoffnungsvolle sowie lesenswerte Parteitagsrede http://www.nachdenkseiten.de/?p=40357
  • David Sohn
    am 28.09.2017
    Der Autor hat recht. Und wer noch mehr von den leider (für Batterie Fans) unangenehmen Fakten lesen will, findet das hier https://www.eike-klima-energie.eu/2017/09/21/die-seltsame-liebe-der-politiker-zum-elektroauto-teil-i/
    Gibt auch noch einen lesenswerten Teil 2
  • D. Hartmann
    am 28.09.2017
    Dem Elektroauto gehört die Zukunft, aber nicht dem mit teuren und schweren Akkus sondern dem mit Brennstoffzelle.
    Troztdem wird man nicht umhinkommen, den motorisierten Individualverkehr erheblich einzuschränken, wenn man die gesteckten Umweltziele wirklich erreichen will. Dies trauen sich aber auch "Grüne" Amtsträger nicht. Man schaue sich hier im Südwesten nur den Verkehr in den Städten an, die seit mehr als 5 Jahren von "Grünen" Oberbürgermeistern regiert werden. Placebos für Radfahrer werden nicht ausreichen.
    • David Sohn
      am 28.09.2017
      "wenn man die gesteckten Umweltziele wirklich erreichen will" Wer bestimmt diese Umweltziele denn? Ist denn geklärt wem die nutzen sollen oder entscheiden das realitätsfremde linksgrüne Politiker, welche gerne vie verbieten und gerade mal den Individualverkehr abschaffen wollen. Danach machen wir dann Veggi day und Jute als einzig erlaubte Bekleidung. Ich erinnere an den Feinstaub Alarmwert von 50 micro Gramm am Neckartor und den Grenzwert am Arbeitsplatz von 10.000 microgramm (gleich 10 Milligram). Die Luft in den meisten deutschen Städten wird seit Jahren immer besser aber man braucht nur die "Grenzwerte" zu verscharfen und Haltet den Dieb schreien. Ist wie in der Gesundheitspolitik und den dortigen Grenzwerten. Dabei wäre dort die Verbesserung der Krankenhaushygiene ein echter Fortschritt.
  • Thomas Albrecht
    am 28.09.2017
    Das Fahrrad ist ein guter Teil der Lösung! Stuttgart braucht ein durchgängiges und sicheres Radwegenetz, dann können viele KfZ-Fahrten ersetzt werden. Auch die Hänge sind dank e-Bikes kein Problem. Elektromobilität findet auf 2 Rädern statt!
    • Herr Blinki
      am 28.09.2017
      Kann in den großen Konzernen im Südwesten mal jemand eine preiswerte Alternative zum fragilen Speichenrad (so wird das nix mit Lastenrädern) erfinden? Oder will man sich keine Konkurrenz schaffen?
      Und, wie bereits erwähnt, dass "Formulardaten speichern" klappt, muss auch erfunden werden und warum man weiß ins Neon schreiben soll, wer war das? Nasenstüber abholen!)
  • Blender Blender
    am 27.09.2017
    Mich erinnern die mahnenden Worte der Kritiker von E-Mobilität an die Nebelkerzen im Zusammenhang mit dem FCKW-freien Kühlschrank, der wegen des enthaltenen Butan-Gas angeblich explodieren könne. Nun, .. Foron (ehemals ein innovativer DDR-VEB) ging pleite, .. und heute enthält kein Liebherr Kühlschrank mehr FCKW, .. und auch kein Kühlschrank ist explodiert. Sobald Mercedes und VW technisch aufgeholt haben ändert sich auch die Berichterstattung, da bin ich mir sicher.
  • Bernd Kruczek
    am 27.09.2017
    Von wegen umweltfreundlich. Endlich mal wieder ein Artikel der klar und deutlich darlegt, dass mit E-Autos lediglich die Quelle der Umweltverschmutzung verlagert wird, nicht die Verschmutzung an sich. Dann darf ich darum bitten dass die Technikldilettanten der E-Mobil Fraktion jetzt mal gepflegt die Klappe halten. Einzig bis heute denkbare umweltfreundliche Alternative ist die Brennstoffzelle. Übrigens: Feinstaub entsteht durch Reifenabrieb, unabhängig vom Antrieb.
    • Rolf Steiner
      am 27.09.2017
      Danke, Herr Kugler, ich stimme Ihnen gerne zu. Was wir endlich brauchen ist eine knallharte Reduzierung des innerstädt. Verkehrs. Nichts anderes bringt eine dringend notwendige Verbesserung. Warum fällt dem OB samt dem GR nicht das ein, was schon in Paris nicht dumm war: Einfahrt ins Zentrum an einem Tag mit geraden, am nächsten mit ungeraden Auto-Kennzeichen. Vor Ort tätige Handwerker oder Zulieferfirmen erhalten eine Sondergenehmigung. Die Halbierung des Verkehrs wird zwar nicht erreicht, aber andere Maßnahmen könnten weitere Chancen bieten. So ein dichteres und enger befahrenes Netz des ÖPNV, das sowieso weiter ausgebaut werden müsste. Und dann wäre eine Ost-Umfahrung Stuttgarts trotz enormer Proteste aus den Landkreisen LB und WN dringendst geboten. Eine B-14 eine B27 und Teiler der B10 mitten durch die Großstadt - wesentlich dümmer geht es wahrscheinlich nicht. Die bisherigen Regierungen in Baden-Württemberg haben in dieser Sache kläglich versagt und auch in Stuttgart scheinen die traurigen Ölfunzeln aus der Mitte des 19. Jahrhundert noch fröhliche Urständ' zu feiern.
    • Konrad Wanner
      am 28.09.2017
      Ob mit E-Motor, mit Hybrid- Diesei-Benzin- oder Brenstoffzellenmotor: alle Motorfahrzeuge versachen Stau, Schmutz und schlechte Luft. Nur eine radikale Reduzierung des Auto- und LKW-Verkehrs in und um die Städte wird die Lösung sein. Mehr ÖPNV, aber auch mehr bezahlbare Wohnungen für die normal verdienende Bevölkerung sind entscheidende Hebel. Dort wohnen wo mensch arbeitet vermeidet Verkehr.

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