Bild 1 von 14: Der Knast aller Knäste wurde zum Symbol des Deutschen Herbstes.

Bild 1 von 14: Der Knast aller Knäste wurde zum Symbol des Deutschen Herbstes.

Polizei zwischen Hecken und Mauern.

Polizei zwischen Hecken und Mauern.

Oft fotografiert: der Flur im 7. Stock.

Oft fotografiert: der Flur im 7. Stock.

Vorhang zu in der ehemaligen Wachstube.

Vorhang zu in der ehemaligen Wachstube.

Schließer an der Zellentür von Ulrike Meinhof.

Schließer an der Zellentür von Ulrike Meinhof.

Blick durch den Türschlitz in die Baader-Zelle.

Blick durch den Türschlitz in die Baader-Zelle.

Heute dient Baaders Zelle als Rumpelkammer.

Heute dient Baaders Zelle als Rumpelkammer.

Zellentüren von Irmgard Möller und Ulrike Meinhof.

Zellentüren von Irmgard Möller und Ulrike Meinhof.

Zelle von Ulrike Meinhof.

Zelle von Ulrike Meinhof.

Zellentür von Andreas Baader.

Zellentür von Andreas Baader.

Hier ging's zum Hofgang.

Hier ging's zum Hofgang.

Zarte Pflänzchen auf der Dachterrasse im 8. Stock.

Zarte Pflänzchen auf der Dachterrasse im 8. Stock.

Von den Insassen wird die vergitterte Terrasse "Affenkäfig" genannt.

Von den Insassen wird die vergitterte Terrasse "Affenkäfig" genannt.

Inzwischen ziemlich marode: Außenansicht Stammheim.

Inzwischen ziemlich marode: Außenansicht Stammheim.

Ausgabe 342
Schaubühne

Die Festung der Staatsgewalt

Von Susanne Stiefel
Fotos: Leif Piechowski
Datum: 18.10.2017
Im Herbst 1977 starben die RAF-Mitglieder Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe in ihren Zellen im Hochsicherheitstrakt in Stammheim. Bis heute sind die Umstände ihres Todes nicht vollständig geklärt. Fotografische Impressionen 40 Jahre danach.

Als es Anfang der 60er Jahre gebaut wird, gilt das Stammheimer Gefängnis als das modernste Deutschlands. Geplant ist es als Untersuchungsgefängnis. Da es mit seinen meterhohen Mauern, mit seinen Überwachungskameras und Bewegungsmeldern die sicherste Anstalt im Südwesten ist, wird 1974 die Führungsriege der "Roten Armee Fraktion" in Stammheim untergebracht, in einem Hochsicherheitstrakt im siebten Stock. Für den Prozess wird auf dem Gefängnisgelände eine fensterlose Halle wie eine Festung errichtet. Die Bilder von den mit schwerbewaffneten Polizisten bewachten Gebäuden, von Stacheldraht und Kameras, werden in den ausgehenden 70er-Jahren für viele zum Symbol staatlicher Gewalt und für manche gar für Justizmord.

Deutscher Herbst in Kontext

Immer wieder haben wir die bleierne Zeit des Deutschen Herbstes in Kontext thematisiert. Hier ein kleiner Überblick:

"Beschränkte Einsichten"
Jörg Lang, Verteidiger der ersten RAF-Generation, äußert sich erstmals seit 1974.

"Putativ erschossen"
Erinnerung an Ian McLeod, der 1972 irrtümlich von Polizisten erschossen wurde.

"Grohmann und die RAF"
Im Wettern der Woche erinnert Peter Grohmann in drei Filmfolgen an die Zeit der RAF in Stuttgart.

"Schleyers Gattin"
Der NS-Experte Erich Später belegt, dass Hanns Martin Schleyers Frau von dessen NS-Vergangenheit wusste.(sus)

Wie konnten die Schusswaffen, mit denen sich Raspe und Baader angeblich selbst erschossen, in Deutschlands bestgesicherten Knast gelangen? Wie konnte sich Gudrun Ensslin erhängen und Irmgard Möller mit einem Messer lebensgefährlich verletzen, ohne dass die Wärter irgendetwas bemerkt hatten? War es wirklich Selbstmord? Die Zweifel werden immer wieder laut.

Viel wurde seit 1977 dazu gesagt, im Fünfjahres-Rhythmus erschienen zum Jahrestag neue Filme, neue Theorien und immer wieder neue Erkenntnisse wurden präsentiert. Zuletzt vor fünf Jahren, als der Autor Helge Lehmann und Gottfried Ensslin, der Bruder von Gudrun Ensslin, die amtliche Version des Selbstmordes anzweifelten. Von Anfang an sei nur in diese Richtung ermittelt und Fremdverschulden ausgeschlossen worden. Sie stellten mehr als 30 Gründe zusammen, warum sie zweifelten, und viele klingen plausibel wie etwa der angebliche Schmuggel von Waffen ins Gebäude. Eine Neuaufnahme des Verfahrens jedoch lehnte 2013 die Staatsanwaltschaft Stuttgart ab. Heute, am 18. Oktober um 19 Uhr, spricht Helge Lehmann darüber im Württembergischen Kunstverein in Stuttgart.

Inzwischen steht der Hochsicherheitstrakt im 7. Stock leer. Die einstige Zelle von Andreas Baader ist eine Abstellkammer, die vergitterte Dachterrasse mit der Tischtennisplatte wird von den Insassen heute als "Affenkäfig" bezeichnet. Der Stuttgarter Fotograf Leif Piechowski konnte vor wenigen Wochen Eindrücke einfangen von einem Gefängnis, das einst als "Knast aller Knäste" galt.


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Ausgabe 402 / Fingerhakeln mit Kretschmann / Hans-Peter Piepho / vor 2 Tagen 7 Stunden
Die interessante Figur ist Ebert






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