Scheinbar steht nur ein Baustellenzaun zwischen heute und einer glorreichen Zukunft. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 283
Politik

S 21: durchgefallen, schöngerechnet

Von Johanna Henkel-Waidhofer
Datum: 31.08.2016
Vor fünf Jahren hätte Stuttgart 21 endgültig scheitern müssen. Denn der Tiefbahnhof hatte den Stresstest nicht bestanden. Daran änderten auch eilends nachgeschobene Absichtserklärungen der Deutschen Bahn nichts.

Die Fahrplanrechner, die Abstimmer und die Anpasser bei der DB arbeiteten auf Hochtouren, damals im Spätsommer 2011. Und die Grafiker ebenfalls. Denn auf den Tisch musste bis Mitte September der "Finale Abschlussbericht zur Fahrplanrobustheitsprüfung". Ein 72-seitiges Papier, das noch heute vor allem besticht durch bunte Eyecatcher.

"Umgesetzt" ist vollmundig auf den schöngerechneten Stresstest gestempelt. Grüne Haken werden verteilt wie in einem Schulheft der Sechzigerjahre, Begriffe wie "Optimal" oder "Premium" oder "Erledigt" sollten hervorstechen. "Nur die Kosten sind Premium, der Nutzen ist mehr als fragwürdig", kontert Verkehrsminister Winne Hermann (Grüne) ungerührt. Sich Gehör verschaffen in der breiten Öffentlichkeit konnte er nicht wirklich. So wenig wie viele andere, die sich von den vielen plakativen Behauptungen nicht blenden lassen wollten.

Der Prestigekampf strebte seinem Höhepunkt, der Volksabstimmung, entgegen. Der "Finale Abschlussbericht" hätte gerade deshalb noch einmal auf Herz und Nieren geprüft werden müssen. Gerade die Befürworter hätten Belege dafür anfordern müssen, dass tatsächlich "nach Umsetzung der Nachbesserungen im Datenmodell mindestens 49 Zugankünfte in der Spitzenstunde im Bahnhof Stuttgart Hbf mit wirtschaftlich-optimaler Betriebsqualität realisiert werden können".

OB Schuster beerdigte Geißlers Kombivorschlag

Stattdessen wurden die Simulationen nicht einmal gegen den von Heiner Geißler und SMA-Chef Werner Stohler Ende Juli präsentierten Kombivorschlag ("Frieden in Stuttgart") gestellt. Denn den hatte OB Wolfgang Schuster mit großer Geste und nach angeblich 25-stündiger Prüfung schon Tage vor der Veröffentlichung des "nachjustierten Stresstests" beerdigt. "Die Behauptungen und Feststellungen im Kombikonzept sind in keinem Punkt nachgewiesen", dröhnte Schuster.

Das war aber noch längst nicht die größte Dreistigkeit dieser Septembertage. DB-Chef Rüdiger Grube stilisierte S 21 zum Lackmustest dafür, ob "sich Deutschland selbst aus der ersten Liga der erfolgreichen Wirtschaftsnationen herauskatapultiert". Es versprach, "dass im gesamten Personenverkehr, also S-Bahnen, Regional- und Fernzüge zusammen, eine Pünktlichkeitsquote von über 90 Prozent erreicht wird". Ein trauriger Witz angesichts der Tatsache, dass zum Beispiel im Fernverkehr bundesweit derzeit die 90-Prozent-Marke nur erreicht werden kann, wenn fünf Minuten Verspätung auch noch als "pünktlich" gelten. Sogar mit 15 Minuten wird gerechnet, um die Kurven hoch zu halten.

Noch voller nahm der DB-Chef den Mund in Sachen Informationspolitik für die am 27. November 2011 stattfindende Volksabstimmung: "Wir werden die Fakten auf den Tisch legen, denn wir werden glaubwürdig bleiben." Kaum ein namhafter Befürworter hatte das jemals im Sinn. Stattdessen wurde eine beispiellose Kampagne gestartet, wurden Millionen investiert und Sprüche geklopft wie "fertig bauen statt weiter ärgern", obwohl alle wussten, dass außer einer von Günther Oettinger inszenierten Prellbock-Versetzung und dem Stefan Mappus anzurechnenden Kahlschlag im Schlossgarten nichts geschehen war.

Im Monitoring-Bericht des Plebiszits kritisiert "Mehr Demokarte" ein Jahr später fehlende Ausgabenlimits und die fehlende Offenlegung der Finanzen als unfair: "Geld ist eine wichtige Ressource bei Kampagnen, die zur Bevorteilung einer Seite führen kann. Ausgabenlimits, wie sie zum Beispiel in Großbritannien existieren, und Offenlegungspflichten können mögliche Ungleichgewichte transparent machen und abmildern." Das Aktionsbündnis gegen S 21 habe über 500 000 Euro verfügt, die Pro-Seite "nach Schätzungen über das vier- bis fünffache Abstimmungsbudget".

Große Sprüche, keine Fakten

Auch Schuster bekommt noch einmal sein Fett weg, unter anderem, weil er versucht hatte, alle Stimmberechtigten in der Landeshauptstadt persönlich per Brief von der Sinnhaftigkeit der Milliardeninvestition zu überzeugen. Und wer verantwortet eigentlich die Pro-Argumente in der von der Landesregierung herausgegebenen Broschüre? Da hieß es allzu kühn, Stuttgart 21 sei im Kostenrahmen und halte einen Puffer für Baupreissteigerungen vor. Oder: "S 21 hat den Stresstest bestanden und ist damit als leistungsfähiger Knoten bestätigt worden."

Claus Schmiedel ist hochverdächtig. Der damalige SPD-Fraktionschef hatte jedenfalls hinter den Kulissen schon versucht, gemeinsame Sache mit der CDU zu machen. Das allerdings war aufgeflogen. Aus dem bunten Strauß seiner kühnen Lobsprüche stach eines besonders heraus: dass auf dem Projekt Gottes Segen liege. Überhaupt hatte der inzwischen nicht mehr in den Landtag gewählte Ludwigsburger eine Schlüsselrolle. Er war es, der – am Tag, als die Resultate des Stresstest publik wurden - blitzschnell erkannte, dass den Gegnern die Deutungshoheit über die Bewertung entrissen werden muss. Wenn schon Gott im Spiel ist, wog diese Sünde am schwersten.

Im Schlichterspruch war vereinbart worden, die DB müsse "den Nachweis führen, dass ein Fahrplan mit 30 Prozent Leistungszuwachs in der Spitzenstunde mit guter Betriebsqualität möglich ist". Noch spannender ist der nächste Satz: "Dabei müssen anerkannte Standards des Bahnverkehrs für Zugfolgen, Haltezeiten und Fahrzeiten zur Anwendung kommen." Von wegen anerkannte Standards. Wieder spielt der allzu lockere Umgang mit Verspätungen eine Rolle. Statt wie bis dahin üblich 20 Minuten zugrunde zu legen, wurden nur noch fünf simuliert, außerdem die Regeln einer "wirtschaftlich optimalen Betriebsqualität" abgemildert und auf echten Stress durch Notfälle ganz verzichtet.

Farbenblindheit bei S-21-Befürwortern

Tübingens grüner OB Boris Palmer, in Nebenberuf bekanntlich Fahrplanexperte, konnte zügig ganze 60 Regelverstöße aus der Dokumentation des Tests herauslesen: "Stuttgart 21 hat nicht mit Note gut bestanden, sondern ist mit mangelhaft durchgefallen." Aber Schmiedels Botschaft, beklatscht von CDU und FDP, von Grube und Schuster sowieso, war griffiger: "Die Gutachter geben grünes Licht." Was nur bei Farbenblindheit behauptet werden konnte und kann.

Trotz der Nachbesserungen wurde und wird die Kapazität von 49 Zügen nicht erreicht. Seriös errechnet sind in der morgendlichen Spitzenstunde zwischen 32 und 38. Weil aber weiterhin Simulation gegen Simulation und Papier gegen Papier steht, anerkennen Hardcore-Befürworter solche Prognosen bis heute nicht an. Dass aber der Praxistest auf den Stresstest folgt, darf sich niemand wünschen – das Chaos im Tiefbahnhof wäre programmiert. Dann schon lieber Kombi und "Frieden in Stuttgart".

Mal schauen, wie anno 2021 der Zehn-Jahres-Rückblick auf die entscheidenden Wochen ausfällt. Die Hoffnung stirbt zuletzt.


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12 Kommentare verfügbar

  • Horst Ruch
    am 05.09.2016
    ....wenn die 7 Schwaben....wenn der Dürr nicht mit dem Teufel, der Oettinger mit dem Schuster, der Mappus mit der SPD den unseligen Pakt unter der Regie von Angela Merkel mit dem Ramsauer den Mehdorn durch den Grube ersetzen ließ, ja dann hätten wir seit Jahren den technisch aufgerüsteten bestfunktionierenden HAUPTbahnhof nicht nur im Schwabenländle, sondern den in
    ganz Deutschland......für vielleicht 2 Mia, schon amortisiert.
    Allerdings hätten wir keine 20 000 Arbeitsplätze und keine 100 ha Rosenstein und keine 15 Minuten Zeitgewinn aufs Ulmer Münster. Und nicht zu vergessen Daimler hätte nicht soviel LKWs und Omnibusse ausgeliefert, wie es sich in einer vorzüglichen
    Lobbykratie gehört.
    Leider ist der Verstand auf der Strecke geblieben.
  • Andrea
    am 04.09.2016
    In Berlin feiert man derzeit "10 Jahre BER" (http://www.tagesspiegel.de/berlin/visite-zum-10-jahrestag-des-baubeginns-ruhetag-auf-der-ber-baustelle/14495898.html). Wann die Eröffnung wohl ist?

    Seit der "Prellbockanhebung" im Februar 2010 haben wir immerhin schon 6 Jahre geschafft. Glaubt jemand, dass wir 2020 schon über einen Inbetriebnahmetermin sprechen werden?
  • Zaininger
    am 02.09.2016
    Lieber D. Hartmann,
    Ihre Zahlen zeigen, dass da eine "Mafia", die man so nicht nennen oder gar personalisieren darf, in Verbindung mit einem "tiefen Staat" sich bei allen Mehrkosten die Taschen füllt. Gibt es ein einziges aktuelles größeres Bauprojekt in Deutschland, dass seine geplanten Kosten nicht erheblich überschreitet oder das nach wenigen Jahren mit erheblichen Sanierungskosten wiederum den Steuerzahler belastet? Das fängt bei baulichen Mängeln in Schulen, Aufzügen und anderen "Peanuts" an und endet bei den größeren Dingen.
  • D. Hartmann
    am 01.09.2016
    Wer sind die Leute, die 10 Mrd EUR für einen Bahnhof ausgeben wollen, den man auch 2 bis 3 Mrd bekommen könnte? Was treibt diese an, so offensichtlich verantwortungslos zu handeln.

    Selbst bei einer völligen Rückabwicklung des begonnenen Baus ließen sich auch jetzt noch mehr als 5 Mrd EUR sparen. Dies ist keine Glaubensfrage! Dies kann man anhand der Hauptbahnhöfe in Zürich bzw. Wien belegen.

    Während man in Deutsch- und Schwabenland schwadronierte, intrigierte und Potjomkinsche Baustellen einrichtete, sind nämlich in zwei mitteleuropäischen Großstädten in Österreich und der Schweiz (Wien und Zürich) ein Bahnhofsneubau und ein -umbau fertig geworden.

    Diese Bahnprojekte zeigen, dass man für 1 bis 2 Mrd. Euro deutlich mehr Bahnhof bekommen kann als das, was derzeit 10 (oder mehr?) Mrd. in Stuttgart gebaut wird. Und das auch noch schneller nämlich in 6 bis 8 Jahren Bauzeit.

    Kerndaten neuer Hauptbahnhof Wien:
    12 oberirdische Durchgangsgleise (nur 10 davon mit Bahnsteig),
    konkrete Planung ab 2006,
    reine Bauzeit ca. 6 Jahre (2009 - 2015),
    Baukosten gut 1 Mrd. EUR.

    Siehe auch:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Wien_Hauptbahnhof
    http://www.ingenieur.de/Themen/Architektur/Oesterreichs-groesstes-Bauprojekt-fertig-kaum-teurer-geplant

    Kerndaten Bahnhofumbau Zürich:
    4 neue Durchgangsgleise im Untergrund (zu 16 bestehenden oberirdischen des Kopfbahnhofs),
    mehrere Brücken und einige Tunnelkilometer für kreuzungsfreie Zufahrten,
    erster konkreter Vorschlag (Volksabstimmung 1998),
    reine Bauzeit gut 8 Jahre (2007 - 2015),
    Baukosten kleiner 2 Mrd. EUR.

    Siehe auch:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%BCrich_Hauptbahnhof
    http://www.sbb.ch/sbb-konzern/ueber-die-sbb/projekte/ausbau-schienennetz/projekte-zuerich-ostschweiz/dml.marketingurl_$$$durchmesserlinie.html
    http://www.nzz.ch/zuerich/aktuell/durchmesserlinie-chronologie-in-16-jahren-von-der-volksinitiative-zur-eroeffnung-ld.3583
    http://www.nzz.ch/zuerich/jetzt-ist-der-hauptbahnhof-gebaut-1.18312864
  • Heidrun Stollberg-Lohmann
    am 01.09.2016
    Wir leben in der Gegenwart. Was soll das bringen Sachen aufzuarbeiten die vor 5 Jahren waren? Das wird S21 nicht verhindern.
  • Peter S.
    am 01.09.2016
    Also ich erinnere mich noch genau, wie der ehrenwerte hanseatische Kaufmann Grube sagte, über 4,5 Mrd sei das Projekt unwirtschaftlich.
    Was ist die Steigerung von unwirtschaftlich?
    Aber Hauptsache der eigene Bonus ist nicht in Gefahr.
    Dass dieser aus unseren Steuern finanziert wird, lässt einem schon den Hals anschwellen.
    Wennn schon ein Kefer noch ein Jahr lang jeden Monat 100.000 Euro bekommt, dann ist es beim Chef sicher noch etwas mehr.

    Was der Daimler Aufsichtsrat dem Zetsche bewilligt ist deren Sache, weil es mit jedem verkauften Auto erwirtschaftet wird.
    Die Bahn Manager saugen aber aus einem über Jahrzehnte geschaffenen Volksvermögen welches auch weiterhin und zu Recht aus Steuern bezuschusst wird. Und da empfinde ich diese, von Politikern genehmigte, Selbstbedienungsmentalität als eine Schandtat.
    Der Privatisierungswahn der 90iger Jahre war das Vehikel, welches solche Raubzüge möglich machten.
    Gute PR Arbeit muss man sagen, aber im Endeffekt ein sauteurer Spass für die Bürger.
    Wie man es richtig macht sieht man in jeden Bericht über die Schweizer Bahn. Dort ist es normal eine Jahreskarte zu haben und man versucht alles, um Güter auf die Schiene zu bekommen.
    Wir tun alles um unsere Strassen durch mehr LKW noch schneller zu zerstören.
    Sie glauben nicht, daß ein LKW die Strasse so schädigt wie 100.000 PKW?
    Dann einfach hier lesen
    http://www.zeit.de/2011/31/Stimmts-Strasse
  • Hubert Galozy
    am 01.09.2016
    Das die Baden-Württemberger von unsinnigen Großlrojekten nichts gelernt haben ist sehr schade. Aktuell werden von RWE, E.on und Co. NEUE HGÜ-Stromautobahnen gefordert. Ein Milliardengrab. Die Mosten für Ultranet, Suedlink und Südostlink betragen ein Vielfaches von S 21. Trotzdem waschen insbesondere die Grünen (oder sind es eher schwarze Grüne, wie Kretschmann und Untersteller) waschen diese Autobahnen für den europäischen Atom- und Kohlexport mit dem Windstromärchen (Windstrom muss von Norden nach Süden) grün. Es ist traurig, dass man gerade in B.W. nichts dazugelernt hat aus S 21. Eine dezentrale, regenerative Energiewende benötigt Speicher und keine Abtransportleitungen quer durch Europa. Eine unglaubliche Umweltzerstörung und Provokation der großen Energiekonzerne.
  • Peterwmeisel
    am 01.09.2016
    Ergänzung - Noch etwas zum Hinschauen.
    Am 31. August 2016 bringt die ARD einen vorzüglichen Bericht (44 Min.) über die ungenutzten Chancen der Bahn Mir erscheint dies eher ein vorsätzliches Versagen der Politik zugunsten der Automobil-Industrie. Baden- Württemberg hat die Marktkonforme Demokratie bereits umgesetzt?
    http://www.ardmediathek.de/tv/Kontrovers/Falsches-Signal-Wie-die-Bahn-beim-Güte/Bayerisches-Fernsehen/Video?bcastId=14913688&documentId=37454490
    Dank dieser real existierenden Lobby-Kratie der Automobil-Industrie wird Schaden der Allgemeinheit (den Menschen und der Natur) zugeführt.
    Stuttgart 21 erscheint mir ein solches vorsätzlichen Versagen aus spekulativen Gründen zu sein. Siehe dazu auch KONTEXT Ausgabe 20 vom 17.08.2011 "Spekulation, na und?"
    Pulsschlag - wie eine Region tickt von Meinrad Heck am 26.08.2011 http://www.kontextwochenzeitung.de/meta/suche.html?tx_newssearch_pi1%5Bcontroller%5D=News
    Zitat: Stuttgart 21 ist ein "Jahrhundert-Immobilienprojekt" Als städtebauliche Entwicklungschance verpackt und von langer Hand vorbereitet."
  • leo leowe
    am 31.08.2016
    Ich sag nur: "Oben bleiben!" -- Das Projekt ist immer noch so wackelig wie die Betonstützen, die laut StZ-Bericht wahrlich kompliziert herzustellen sind.

    Hätte man sich zumindest für "Kombi plus" entschieden, dann könnte man jetzt bereits Geld in den zweispurigen Ausbau der Gäubahn und in die Optimierung des S-Bahn-Rings rund um die Landeshauptstadt investieren. So aber werden wir noch jahrelang in die Grube im Schlosspark schauen und mit dem Verkehrschaos in und um Stuttgart leben lernen. -- Und das Grundwasser drückt von unten gegen den Betonsockel.

    Es ist echt bitter, dass nun (fast) alle Prognosen rund um "Stuttgart 21" wahr werden. Von wegen "best geplant" ...
  • Werner
    am 31.08.2016
    Wir müssen uns leider damit abfinden, dass dies alles Realität in der Bananenrepublik Deutschland ist. Ich hoffe noch immer, dass dieses ganze Gesockse doch noch zur Rechenschaft gezogen wird.
    Aber S21 wird durchgezogen, koste es was es wolle.
    Vor Jahren schon wurde uns von der Bahn erzählt, dass die Einführung der neuen IC`s auf der Strecke Köln - Norddeich in Kürze ansteht. Sie erfolgte jetzt mit mehrjähriger Verspätung im Frühjahr 2016. Weil die Doppelstockwaggons schaukeln wie die Nordseekutter, soll jetzt zunächst wieder auf die alten Rumpelkisten zurückgegriffen werden. Kommt mir bekannt vor (Neigezugtechnik auf den ICE-Strecken Stuttgart - Singen oder Nürnberg - Hof). Verantwortliche dafür bei der DB gibt es wohl nicht.
    Armes Deutschland.
  • Markus Hitter
    am 31.08.2016
    Da musste ich mir doch gerade die Augen reiben und nochmal auf das Datum des Artikels schauen: tatsächlich, er ist nicht mehrere Jahre alt, sondern von heute, dem 31. August 2016.

    In zwei Wochen ist bekanntlich die Grund/Grabsteinlegung des Tiefbahnhofs. Tun sich deswegen derzeit einige auffällige Dinge rund um das Projekt?

    Da ist der Artikel hier, der Dinge benennt, die seit Jahren bekannt (und natürlich immer noch richtig) sind.

    In der FAZ werden plötzlich kritische Töne am Projekt laut. Die spekulierten 10 Milliarden Euro sind dann wohl selbst für die konservative Klientel zu viel.

    Überhaupt, der Bundesrechnungshof macht vorsichtig auf sich aufmerksam. Ist seit Jahren nicht passiert.

    Winfried Hermann beschreibt unter Berufung auf seine Juristen, dass er das Projekt auf keinen Fall schlecht reden könne und sagt ansonsten nichts. Was natürlich auch eine Aussage ist.

    Im Fachportal Drehscheibe Online werden plötzlich die Tiefbahnhof-Fanboys aktiv. Die schienen schon fast verschwunden, doch seit einigen Tagen versuchen sie wieder Lächerlichkeit über die Kritiker zu schütten und sind voll des Lobes über jeden Betonmischer, der ein paar Kubikmeter in die Bodenplatte giesst. "Fortschritt", "unumkehrbar", derlei Zeug.

    Offensichtlich hängen die Wolken über dem Projekt sehr tief.
  • Peter Meisel
    am 31.08.2016
    KONTEXT bringt die Transparenz der Versprechungen und die wahrhaftigen Ergebnisse. Ein wunderbarer Anlass in meiner Bildersammlung zu blättern. Das Stuttgarter Ballet KRABAT sagt beeindruckend "Nur wer hinschaut, kann etwas sehen"

    Ja zu TTIP sagen die, die Arbeitsplätze in Billig-Lohnländer exportieren
    https://www.dropbox.com/s/bbifl63v3qmvfj1/Screenshot%202016-07-15%2021.07.43.png?dl=0
    Zur S21 Ausstieg "Volksabstimmung" sah ich die Grenze, den Limes bei Köngen
    https://www.dropbox.com/s/n4dazseddywuliy/Screenshot%202016-06-16%2020.51.48.png?dl=0
    Marktkonforme Demokratie zeigt sich als Lobby-Kratie
    https://www.dropbox.com/s/d7cqa0usrgy4aps/Bildschirmfoto%202016-02-21%20um%2008.43.36.png?dl=0
    Herr Hauck nach der "Volksabstimmung"
    https://www.dropbox.com/s/0dfijgm6qzb6dk5/Bildschirmfoto%202016-04-20%20um%2011.08.37.png?dl=0
    zeigt sich heute als "heftiger Befürworter von TTIP, denn es würden in Baden-Württemberg viele Arbeitsplätze geschaffen!". Da sind CDU und FDP mit ihrer S21 Identität überzeugt?
    Wir sollten sie 2017 zur Wahl daran erinnern.

    Im Oktober 2012 hat Stuttgart noch Glückgehabt:
    https://www.dropbox.com/s/fr5qzbl17jefk9r/Bildschirmfoto%202016-04-13%20um%2019.35.54.png?dl=0

    Ich sage NEIN DANKE - Nicht schon wieder:
    https://www.dropbox.com/s/z3zth0p4t0ajbc6/Bildschirmfoto%202016-01-02%20um%2016.45.26.png?dl=0

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