Ausgabe 395
Medien

Kontext mit Erinnerungsbanner

Von unserer Redaktion
Datum: 24.10.2018
Unsere LeserInnen wissen es zu schätzen: In Kontext stören keine blinkenden Anzeigen. Seit mehr als sieben Jahren. Das soll so bleiben. Viele spenden uns bereits, weil sie wissen, dass unabhängiger Journalismus Geld kostet. Alle anderen wollen wir ab heute daran erinnern. Damit Sie weiterhin werbefrei lesen können.

Von dieser Ausgabe an blenden wir, ab Mittwochvormittag, über jedem Artikel ein Banner ein, das Ihnen die Möglichkeit gibt, Kontext zu unterstützen. Wenn Sie noch einmal nachdenken möchten, können Sie unseren sanften Störer wegklicken. Wenn Sie schon Soli-Spender sind, über "ich unterstütze schon", wenn Sie noch Gratis-LeserIn sind, über den Button "Das überlege ich mir noch". Frei lesen können Sie Kontext aber in jedem Fall.

Aktuell finanzieren uns rund 1500 Menschen mit einer regelmäßigen monatlichen Spende, unserem Soli. Es ist großartig, so viele UnterstützerInnen zu haben, die unsere Arbeit und unseren Journalismus mit Haltung wertschätzen. Sie sind das Herz von Kontext, ohne Sie stünden die Rädchen in der Kontext-Redaktion still. Sie ermöglichen es, dass die Ergebnisse unserer Recherchen Woche für Woche im Internet stehen. Denn wir meinen, Journalismus im Netz sollte allen Menschen frei zugänglich bleiben. Deshalb fördern Sie mit Ihrem Beitrag nicht nur unsere Arbeit, sondern auch die Informationsfreiheit im Netz.

Gerichtsprozess gegen die AfD: Wir brauchen Rückenwind

Eine große Unterstützergruppe im Rücken hilft nicht zuletzt dabei, einen festen Stand zu haben, wenn der Wind von vorne bläst. Dem Gerichtsprozess gegen den Mitarbeiter der AfD-Landtagsabgeordneten Baum und Merz haben wir standhalten können, weil Sie, unsere UnterstützerInnen, an unserer Seite stehen. Sie ermöglichen uns auch, dass wir nun beim Oberlandesgericht Karlsruhe Berufung einlegen gegen das Urteil, das die Pressekammer des Mannheimer Landgerichts gegen uns gefällt hat. Danke Ihnen allen für all die aufmunternden Worte und Spenden. Sie sind unser Rückenwind!

Seit einigen Jahren verändert sich der Zeitungsmarkt kontinuierlich. Die alten Abo-Modelle sind überholt, Werbung trägt die Blätter nicht mehr, vor allem nicht online. Kontext ist werbefrei angetreten und möchte das bleiben. Denn Werbung macht abhängig. Und eine Online-Seite unlesbar, wenn ein Spot in den Augenwinkeln blinkt und flattert, ein Artikel immer wieder von lauten Werbespots zerschnitten wird oder das "Schließen"-Kreuz beim Versuch, es zu treffen, über den halben Bildschirm wandert. Wir von Kontext lehnen dieses Finanzierungsmodell und seine optischen wie akustischen Zumutungen ab.

Wir vertrauen auf die vielen Schultern, die uns in eine spannende Zukunft tragen. Denn die Zukunft birgt Entwicklung und Chancen für ein kleines, ehrgeiziges Medium wie die Kontext-Wochenzeitung. Kontext hat sich in den vergangenen Jahren in der Medienlandschaft etabliert, und aus einem Medienprojekt ist eine Online-Zeitung geworden, deren LeserInnen aus ganz Deutschland kommen. In diesem Zusammenhang ist auch der taz zu danken, die uns samstags in ihrer Printausgabe huckepack nimmt und für weitere Verbreitung sorgt. Wir wünschen dem Partner in Berlin weiterhin viel Erfolg im frisch eingeweihten Neubau.

Projekte wie Kontext in Stuttgart oder das gemeinnützige Recherchezentrum "Correctiv" in Berlin sind wichtig. Es gibt ähnliche in Frankreich mit "Mediapart", mit "de Correspondent" in den Niederlanden, mit "Republik" in der Schweiz. Sie sind entstanden aus der Kritik an den bestehenden Medien und dem Verschwinden der Medienvielfalt. Das hat übrigens nichts mit der pauschalen Verunglimpfung der Medien zu tun. Der Begriff Lügenpresse ist längst zu einem Schlachtruf der Demokratiefeinde geworden. Wir reden lieber von den zunehmenden Angriffen auf Journalisten und über die Lücke, welche die Verlegerpresse lässt. Auch in dieser Ausgabe.

Einige wenige Medien-Multis verleiben sich immer mehr Zeitungsverlage ein. Der Große schluckt den Kleinen und auf der Strecke bleiben JournalistInnen, Verlagsangestellte und nicht zuletzt die Meinungsvielfalt. Denn welcher Konzern finanziert noch eigenständige Redaktionen, wenn er "Content" billig einkaufen kann? Aktuell geht es den AuslandskorrespondentInnen an den Kragen. "Durch diesen brutalen Konzentrationsprozess verwandelt sich die bisher vielfältige deutsche Zeitungslandschaft in eine monotone Öde", schreibt uns einer von ihnen. Es ist höchste Zeit, dem eine eigene, neue Medienlandschaft mit einem eigenen und solidarischen Bezahlmodell entgegenzusetzen. Auch daran wollen wir mit unserem soften Stolperstein erinnern.

Weltweit werden Medien von rechten DemagogInnen angegriffen, JournalistInnen werden bedroht, Redaktionen geschlossen oder politisch auf Linie gebracht. Wenn sie keine Community haben, die sie trägt, sind sie meist verloren. Aber gerade jetzt, wo die Rechte immer dreister und gefährlicher wird, ist jede Stimme wichtig, die couragiert dagegen hält. Mit Ihrer Hilfe wird Kontext weiterhin eine dieser Stimmen sein.


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3 Kommentare verfügbar

  • Schwa be
    am 24.10.2018
    Die Frage muss erlaubt sein, ob (finanziell) unabhängiger Journalismus auch immer (politisch) unabhängig/investigativ/objektiv berichtet!
    Für mich bedeutet (politisch) unabhängiger/investigativer/objektiver Journalismus eine Berichterstattung die egal bei welchem Thema, immer - und zwar ohne Ausnahme - den Focus auf dem Wohl der Menschen (und hier der Bevölkerungsmehrheit), der Tiere und der Umwelt hat. Und das schließt automatisch ein marktradikales Profitdenken aus, welches eben nicht durch angemessene Partizipation bis zu der Mehrheit der hart (insbesondere körperlich) arbeitenden Menschen durchdringt.
  • Otto Kaĉ
    am 24.10.2018
    Keine Frage, werbefreier, unabhängiger Inhalt kostet und muss finanziert werden. Die Frage ist allerdings wie.
    Das Abo-Modell von print-Ausgaben auf online-Angebote anzuwenden halte ich für weder angemessen, noch zeitgemäß, noch zumutbar.
    Der Abonnent einer Tageszeitung bezieht i.d.R. eine Zeitung für die er bezahlt und die er mehr oder weniger gründlich liest.
    Der online-Leser besucht jedoch mehrerere Portale und liest jeweils nur einen oder zwei Artikel.
    Die Akzeptanz der User sich an den Kosten zu beteiligen, wäre m.E. erheblich größer, wenn ein Abo-Angebot diesem Verhalten Rechnung trüge. Ob das am Ende ein Volumen-, ein Sammel-Abo der was auch immer sein wird, sei dahingestellt.
    Momentan sehe ich leider kein adäquates und mithin akzeptables Angebot.
    • Eberhard Schmidt
      am 25.10.2018
      In der 'Tageszeitung' (taz) ist jeden Samstag eine gedruckte Ausgabe dabei. Sie können also die Wochenendausgabe der taz abonnieren oder am Kiosk kaufen und dann für Kontext ein Abo bezahlen. Ist Ihnen Pressefreiheit das wert? MfG

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