Andererseits habe das Vorhaben "eine Bedeutung für die Stadt Stuttgart, die es erlaubt, eine breitere Zivilgesellschaft und gemeinwohlorientierte Körperschaften zu adressieren und zu begeistern". Um die Risiken zu minimieren, müsse der Verein schrittweise vorgehen: Er wirbt zunächst Mitglieder, spricht mit Stiftungen, institutionellen Finanzpartnern und der Stadt und sondiert, was diese jeweils zu investieren bereit wären. Erst wenn das Vorhaben so realisierbar erscheint, folgt als zweiter Schritt die Genossenschaftsgründung.
Um das bis Jahresende hinzukriegen – und das ist das Ziel –, benötigt der Verein professionelle Unterstützung, die wiederum eine Finanzierung voraussetzt. Hofer nennt das die Henne-und-Ei-Problematik. "Das ist alles anspruchsvoll, aber nicht sehr risikoreich", hält der IBA-Intendant möglichen Einwänden entgegen. "Wir möchten diesen Weg gehen, weil er beispielhaft dafür sein könnte, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten durch Solidarität, Sorgfalt und professionelle Planung etwas realisiert werden kann, das im Moment weder private Investor:innen noch die öffentliche Hand leisten können."
Studientag will "den Boden bereiten"
Am 18. Juni soll nun ein Studientag in das Thema Dritte Räume einführen und Gelegenheit geben, den Verein und das Viertel kennenzulernen. Er beginnt mit einem Impulsvortrag von Oliver Ibert, Direktor des Leibniz-Instituts für raumbezogene Sozialforschung, gefolgt von einer Podiumsdiskussion und acht Workshops am Nachmittag. Die lokale Expertise kommt ebenso zur Sprache wie die Erfahrungen aus anderen Städten, etwa des Planungsbüros "Stattbau München".
Andreas Krüger, der die Podiumsdiskussion moderiert, kennt beide Seiten. Sein Büro Belius aus Berlin hat bereits an der Beteiligung zur Neuen Mitte Leonhardsvorstadt 2020/21 mitgewirkt. Und sein Name taucht überall auf, wo in Berlin Interessantes passiert: vom Moritzplatz in Kreuzberg bis zum Haus der Statistik, dem größten gemeinwohlorientierten Stadtentwicklungsprojekt in Deutschland, direkt am Alexanderplatz, zehnmal so groß wie das Züblin-Parkhaus.
Der Studientag, so Eberhard Schwarz, will "den Boden bereiten" für das weitere Vorgehen. Noch ist der junge Verein dabei, sich und das Vorhaben zu organisieren. Richtig spannend wird es im Herbst. Dann wird sich herausstellen, ob es gelingt, genügend Unterstützung zu finden.
Der Studientag "Über Dritte Orte und Dritte Räume" findet am 18. Juni von 10 bis 17 Uhr in der Leonhardskirche und an verschiedenen Orten im Viertel statt. Zum Programm geht es hier.
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