Betrug ist die "Vorspiegelung falscher oder [...] Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen", heißt es unter anderem in Paragraf 263 StGB. Das tut natürlich niemand. Foto: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 272
Gesellschaft

Täuschung und Lüge

Von Oliver Stenzel
Datum: 15.06.2016
Irren ist menschlich: Der Wirtschaftswissenschaftler Werner Rothengatter entdeckte systematische Täuschungen bei Großprojekten, gutachtete dann selbst nach unten und ist jetzt überrascht, dass Stuttgart 21 noch teurer geworden ist.

Warum werden Großprojekte eigentlich immer so viel teurer und erfüllen die in sie gesetzten Hoffnungen nicht? "Dass Täuschung und Lüge als Taktik angewandt werden, um ein Projekt in Gang zu bringen, scheint am besten zu erklären, warum bei Infrastrukturprojekten die Kosten in hohem Maße und systematisch unterschätzt und Nutzeneffekte überschätzt werden." Ein Satz, den man eigentlich auf einer Montagsdemo gegen Stuttgart 21 erwarten könnte, einer, der den beliebten Ruf vom "Lügenpack" zu bestätigen scheint, mag er auch weniger rustikal klingen.

Es ist aber kein Satz aus einer Demorede, sondern aus einem wissenschaftlichen Buch: "Megaprojects and Risk", 2003 von dem dänischen Stadtplaner Bent Flyvbjerg, dem schwedischen Wirtschafts- und Verkehrswissenschaftler Nils Bruzelius und dem Karlsruher Wirtschaftswissenschaftler Werner Rothengatter veröffentlicht. Die drei Autoren weisen anhand zahlreicher Beispiele, darunter dem Eurotunnel unter dem Ärmelkanal und der Öresund-Brücke, detailliert nach, wie Förderer und Betreiber von Großprojekten stets systematisch Mandatsträger, Öffentlichkeit und Medien falsch informieren, um Zustimmung zu erlangen und ein Projekt in Gang zu bekommen.

Die Erkenntnisse lesen sich teils wie eine Beschreibung der bisherigen Entwicklung von Stuttgart 21. Auch wenn sie aus heutiger Sicht wenig überraschen, so frappiert doch, wie präzise die Autoren die immer wiederkehrenden Mechanismen offenlegen. Täuschung und Lüge seien keine Ausnahmen, sondern gängige Muster in diesem Bereich, so die Autoren. Bei der Entscheidungsfindung herrsche ein eklatanter Mangel an Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit, kurz, ein "Demokratiedefizit". Zwei ihrer Schlussfolgerungen: "Traue keinen Kostenschätzungen", und "traue keinen Verkehrsprognosen, besonders nicht solchen für Bahnverkehr".

S 21 als Paradebeispiel systematischer Fehlprognosen

Nun sind die Kostenentwicklungen bei Stuttgart 21 bekannt, die wundersame Entwicklung der Prognosen für den Bahnverkehr, konkret, die versprochenen Kapazitätssteigerungen des Tiefbahnhofs ebenso: Anfangs in den 1990er sollte der neue Bahnhof doppelt so viele Züge wie der alte abfertigen können, rund zehn Jahre später waren es noch 50 Prozent, ehe beim so genannten Stresstest im Juli 2011 der geplanten Station dann eine um 30 Prozent höhere Kapazität bescheinigt wurde. Ein Ergebnis, das aber schon bei der Präsentation in mehrfacher Hinsicht Zweifel aufwarf (siehe unter anderem die Kontext-Artikel "Bissle Friede" und "Was vom Spruche blieb").

Pikant an dieser Stelle ist, dass ausgerechnet der mittlerweile emeritierte Karlsruher Wirtschaftswissenschaftler Rothengatter auch Mitautor des 2009 veröffentlichten Gutachtens "Volkswirtschaftliche Bewertung des Projekts Baden-Württemberg 21" ist ("Baden-Württemberg 21" nannte man damals kurz die Kombination von S 21 und der Neubaustrecke Stuttgart–Ulm). Unter den Koautoren ist auch Ullrich Martin, Direktor des Verkehrswissenschaftlichen Instituts der Uni Stuttgart und in dieser Funktion Nachfolger des "S-21-Erfinders" Gerhard Heimerl.

In dem 2009 veröffentlichten Gutachten werden noch Projektkosten von 3,1 Milliarden Euro genannt. Schon kurz nach dem Erscheinen entpuppten sie sich als eine ebensolche systematische Kostenunterschätzung, die Rothengatter und seine Koautoren 2003 scharf kritisiert hatten. Hatte der Karlsruher für das Gutachten die Erkenntnisse der von ihm mit verfassten "Megaprojects"-Studie also außen vor gelassen, sich für eine Täuschung einspannen lassen?

"100 Prozent Steigerung konnten wir uns nicht vorstellen"

Tatsächlich seien die Erkenntnisse aus "Megaprojects" in dem Gutachten durchaus mit einbezogen worden, so Rothengatter, allerdings seien die Kostensteigerungen auf Dauer doch eklatant höher gewesen als angenommen. "Die Zahlen zu Baukosten und Bauzeiten kamen vom damaligen Innenministerium, das auch für den Verkehr zuständig war", erklärt Rothengatter. "Wir haben intern aber unterstellt, dass die Kosten zu gering geschätzt sind, und haben mit einer Erhöhung von 50 Prozent gerechnet." Das habe etwa dem Durchschnitt vergleichbarer Projekte aus "Megaprojects and Risk" entsprochen. "Aus unserer Sicht hätte sich das Projekt auch bei einer 50-prozentigen Kostensteigerung immer noch volkswirtschaftlich gerechnet." Der Puffer schien ausreichend, "deswegen waren wir uns unserer Sache da ziemlich sicher", so Rothengatter. "Wir haben uns damals allerdings nicht vorstellen können, dass es mehr als 100 Prozent Steigerung werden." Seit 2013 ist das der Fall, da liegt der Finanzrahmen des Projekts bei 6,5 Milliarden Euro, das Ende der Fahnenstange scheint längst nicht erreicht.

14 Jahre lang war Rothengatter auch Mitglied im Beirat der Bahn AG, in diesem Jahr ist er ausgeschieden. Er steht Stuttgart 21 immer noch prinzipiell positiv gegenüber, auch wenn er die "unangemessene Geheimhaltung" der Kostensteigerungen und das Projektmanagement vor allem in den ersten Jahren scharf kritisiert. Etwa, dass man das Projekt begonnen habe, ohne Alternativen zu prüfen und ohne sich genau zu überlegen, was für einen Betrieb man da realisieren kann – "das ist für mich ein Ding der Unmöglichkeit". Und "ein ganz dolles Ding" sei auch die anfängliche Argumentation der Stadt Stuttgart gewesen, die Hälfte des Projekts durch die Verkäufe der frei werdenden Gleisflächen zu finanzieren.

Letztlich hat sich aber auch Rothengatter täuschen lassen. "Man hat immer gedacht, die Bahn hat ja vernünftige Manager, das sind ja keine Dummköpfe", sagt der emeritierte Ökonom. Auch dem Infrastrukturvorstand Volker Kefer habe er vertraut, bei Kostenfragen sei der für ihn immer sehr überzeugend aufgetreten. Mittlerweile wagt er keine Prognose mehr, wie teuer das Projekt noch werden wird. "Es kommt mehr und mehr die Erkenntnis, dass es bei Stuttgart 21 auch nicht anders ist als bei anderen Großprojekten."

Sein ehemaliger Mitautor Bent Flyvbjerg scheint da von vornherein kategorischer: "Die meisten Projektmanager sind Dummköpfe oder Lügner", sagte der schon 2013 in einem Interview auf "Spiegel online".


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16 Kommentare verfügbar

  • Barolo
    am 21.06.2016
    Da sagt ein Professor aus der Ökonomie: Ich nehme das, was die Bahn sagt und schlage wegen Lügenverdachts den durchschnittlichen Lügenfaktor drauf.
    Das geb ich als Prognose dann ab.
    Was für eine unglaubliche wissenschaftliche Leistung. Ich bin beeindruckt und akzeptiere nun die Leute, welche den Wirtschaftswissenschaften die Wissenschaft absprechen.
    Auf die Idee wie es z.B. die Firma Vieregg+Rössler macht, gebaute und abgerechnete Tunnelkilometer mit den S21 Lügen zu vergleichen, darauf kann ein "Wissenschaftler" natürlich nicht kommen.
    Und dann ein fast weinerliches "Man hat immer gedacht, die Bahn hat ja vernünftige Manager, das sind ja keine Dummköpfe" Seit die Bahn eine "AG" ist sitzen dort die gleichen raffgierigen Vorstände wie bei den Banken auch. Mehdorn hat nur versagt, die Bahn auch noch an die Börse auszuverkaufen. Gegen einen fetten Bonus versteht sich. Und die Erkenntnis "Die meisten Projektmanager sind Dummköpfe oder Lügner" ist vollkommen richtig. Aber weder Käfer noch Grube sind Dummköpfe.
    Im nachhinein Megaprojekte mit dem Budget zu vergleichen, das kann ein Volksschüler.

    Sich aber mit diesem Wissen willfährig vor den S21 Karren spannen zu lassen .......... nun ja, er wird es nicht ganz umsonst gemacht haben, der Herr Ökonom.

    Dummkopf oder Lügner, eine gute Alternative wenn man an dem S21 Projekt mitgearbeitet hat. Gell?
    Die beteiligten Politiker nehme ich natürlich von der Alternative aus.
    Die können auf Wunsch das "oder" durch ein "und" ersetzen.

    Einer der wenigen, die ich von dieser Alternative ausnehme ist übrigens der Hany Azer.
    Der war intelligent und hat sich geweigert die Lügenstory mitzutragen
  • Schwabe
    am 21.06.2016
    "Wir haben intern aber unterstellt, dass die Kosten zu gering geschätzt sind, und haben mit einer Erhöhung von 50 Prozent gerechnet." Das habe etwa dem Durchschnitt vergleichbarer Projekte aus "Megaprojects and Risk" entsprochen. "Aus unserer Sicht hätte sich das Projekt auch bei einer 50-prozentigen Kostensteigerung immer noch volkswirtschaftlich gerechnet." und "Wir haben uns damals allerdings nicht vorstellen können, dass es mehr als 100 Prozent Steigerung werden."
    Lieber Herr Rothengatter, Sie konnten sich also eine Kostensteigerung von 100 % nicht vorstellen und hielten 50 % Kostensteigerung noch für volkswirtschaftlich vertretbar. Ihre Vorstellungskraft endete also bei > 50 % Kostensteigerung?!.
    Wer als Gutachter seine (persönliche) Vorstellungskraft beim erstellen eines Gutachtens mit einbringt verstößt m.E. gegen die ihm obliegende Sorgfaltspflicht!
  • joergkrauss
    am 21.06.2016
    Wollt euch mein Erstaunen über folgenden Text, den wir mit Band auch auf der Bühne präsentieren nicht vorenthalten. Beachten wir, der Text ist, soweit ich Kenntnis habe aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts.

    Fritz Mauthner: Aus dem Märchenbuch der Wahrheit

    Die Eisenbahn
    Der alte Zauberer hatte den Menschen eine schöne Eisenbahn geschenkt. Sie führte hundert Jahre lang mitten durch die Welt, an Sternen und Meeren vorbei über Berg und Tal, durch Gärten und Wüsten. Wie die Welt nun schon ist. Am Ende der Fahrt fuhr der Zug freilich mit Mann und Maus aus der Welt hinaus in einen schwarzen Abgrund hinein. Am Boden des Abgrundes zerschlug sich der Zug zu Brei. Aus dem Brei machte der alte Zauberer neue Wagen und neue Maschinen, neue Kohlen und Wasser und neue Menschen. Und auf der anderen Seite kam die Eisenbahn wieder frisch in die Welt hinein und fuhr durch die Welt wieder dem schwarzen Abgrund zu.
    Die Menschen waren wie versessen auf die schöne Eisenbahn. Es gab da auch Schlafwagen, Speisewagen, Lesewagen und Kirchenwagen, alles erster bis vierter Klasse. In solcher Weise fuhren die Menschen über Berg und Tal, durch Gärten und Wüsten. Sie wußten, daß die Fahrt in den schwarzen Abgrund führte, aber sie dachten nicht daran, wenn sie nicht gerade aus dem Fenster schauten und die Weichensteller erblickten, grinsende Gerippe mit schwarzen Fähnlein.
    Der alte Zauberer hatte die Maschine genau auf eine Fahrt von hundert Jahren eingerichtet. Die Menschen aber arbeiteten sich während der Fahrt zuschanden, nur um die Maschine überhitzen zu können. So haben sie es allmählich dahin gebracht, schon in fünfzig bis vierzig Jahren durch die ganze Welt zu fliegen, und am Ende in den schwarzen Abgrund hineinzustürzen.
    Sie heizen die Maschine zum Spaß. Wenn es aber zum Kippen kommt, so schreien sie furchtbar auf und fluchen dem alten Zauberer.
  • Peter S.
    am 20.06.2016
    @Fred Heine, ich wusste gar nicht daß die Bürger jemals gefragt wurden wo ein Hbf denn hin soll, oder hab ich 1998 was versäumt?
    Halte zwar einen Kopfbahnhof im Herzen einer Stadt grundsätzlich für die bessere Lösung wie das auch in anderen Grossstädten üblich ist, aber als Cannstatter hätte ich einem Cannstatter Hbf auch zugestimmt :-)
  • Fred Heine
    am 19.06.2016
    D. Hartmann, 16.06.2016 15:29
    "Diese Beispiel belegt, was man in Stuttgart mit einer Verlagerung des Hauptbahnhofs zwischen Cannstatt und Untertürckheim gewinnen könnte (bewusst im Präsens). Rein wirtschaftlich betrachtet, könnte man immer noch erfolgreich (d. h. Vermeidung von weit größerem Schaden) aus S2X aussteigen."

    Haben Sie die Cannstatter und die Untertürkheimer gefragt, ob sie gerne einen Hauptbahnhof vor ihrer Nase hätten? Wieso graben Sie diese Leiche aus, die ja schon 1998 von den Bürgern begraben wurde. Genauso wie die vielen anderen "Alternativen" die keiner haben wollte: Flughafen, Rosenstein und was weiß ich.

    Sie haben halt auch so eine Idee. Und diese Idee hätte sicher auch den einen oder anderen Vorteil, das will ich gar nicht abstreiten. Sie vergessen aber, dass eine Idee gar nichts ist: 1 Prozent Inspiration, 99 Prozent Transpiration – es steht Ihnen offen, für Ihre Idee zu kämpfen. Die (Vor-)Geschichte von Stuttgart 21 hat aber deutlich gezeigt: 1. jede Lösung, bei der der Stuttgarter Hauptbahnhof seine Rolle als Hauptbahnhof verliert, ist gegen den Bürgerwillen nicht durchzusetzen. Und 2.: Jede Lösung, die auf Kosten des Stuttgarter Neckartals geht, ebenso.
  • D. Hartmann
    am 16.06.2016
    @ Dr. UwePrutscher

    Wien ist nicht nur ein gutes Beispiel für eine Stadt, die sich keinen Tunnelbahnhof aufschwatzen hat lassen, sondern auch eines für den Neubau eines Hauptbahnhofs ohne größere Verzögerungen und für einen vertretbaren Preis.

    Kerndaten Hauptbahnhof Wien:
    12 oberirdische Durchgangsgleise (nur 10 davon mit Bahnsteig),
    konkrete Planung ab 2006,
    reine Bauzeit ca. 6 Jahre (2009 - 2015),
    Baukosten gut 1 Mrd. EUR.

    Diese Beispiel belegt, was man in Stuttgart mit einer Verlagerung des Hauptbahnhofs zwischen Cannstatt und Untertürckheim gewinnen könnte (bewusst im Präsens). Rein wirtschaftlich betrachtet, könnte man immer noch erfolgreich (d. h. Vermeidung von weit größerem Schaden) aus S2X aussteigen.

    Man müsste von politischer Seite nur bereit sein zu sagen: "Lehrgeld gezahlt". Dies würde mittelfristig auch als Zeichen von politischer Stärke gesehen werden. Und es wäre in jedem Fall besser, als noch in 10 Jahren weiterhin "Leergeld" zahlen zu müssen.
  • Dr. UwePrutscher
    am 15.06.2016
    Wer im traurigen Monat November 2010 das als Schlichtung kostümierte Trauerspiel um eine Bahnhofsbeerdigung live direkt verfolgen konnte und zusehen musste, wie Volker Kefer jedes fachmännische Argument irrational in den Orkus grinste, für den ist die reale Projektentwicklung bis heute überhaupt keine Überraschung: gewiss wird es nicht bei den kalkulierten Mehrkosten bleiben und das Finanzpüfferle wird lange vor der unabsehbaren Fertigstellung verpufft sein.
    Schon 2010 und vorher klaffte ein Abgrund z.B. zwischen dem erfahrenen langjährigen Stuttgarter Bahnhofschef Hopfenstitz oder dem studierten Mathematiker und Tübinger OB Boris Palmer und den überdotierten im Glanze ihrer Ahnungslosigkeit daher schwadronierenden Bahnvorständen und deren Lobbyisten.
    Nicht um die Effizienz eines unterirdischen Durchgangsbahnhofs (Frankfurt. München, Wien und Paris z.B. fahren weiter gut mit ihren Kopfbahnhöfen) ging und geht es - nein, es lockt die fette Beute des zentralen Baugrunds auf dem Gleisvorgelände mitten in der Stadt. Mit Grube wird der Bahnhof in die Grube fahren und unser demokratisches Restvertrauen gleich mit, weil asoziale Verantwortungslosigkeit und Raffgier unserer Pseudo-Eliten eine demokratisch offene und sachgerechte Durchführung von Großprojekten in Deutschland mittlerweile verunmöglichen.
    Mit dem Bahnhof werden unabsehbar weitere Steuermilliarden auf dysfunktionalen Gleisen in finsteren Tunnels versenkt und die Konten der Auftragnehmer glänzen lassen - überirdisch sprudeln dann die privaten Spekulationsgewinne auf dem Gleisvorfeld. Zwischen Glanz und Finsternis reibt sich der dröge Lümmel Volk die Augen: mehr gestehen ihm die Besseren Kreise im Kampf der Paläste gegen die Hütten nicht zu.
  • Blender
    am 15.06.2016
    Kefer hat das Projekt als Karrieresprungbrett verwendet und kann zukünftig mit seiner Familie den Niedergang Stuttgarts bzw. des S21-22-23-.. Projekts auf dem Sofa sitzend verfolgen. Wenn's Geld bei Kefers knapp wird, hilft Familie Herrenknecht bestimmt gerne aus und die setzen das mit auf die Rechnung der Steuerzahler und Bahnkunden.
  • Karl Marx
    am 15.06.2016
    Nix Neues, hab ich doch schon vor über 100 Jahren geschrieben:

    "Wie die Staatsverwendungen überhaupt und die Staatsanleihen, so exploitierte die herrschende Klasse die Eisenbahnbauten. Dem Staate wälzten die Kammern die Hauptlasten zu, und der spekulierenden Finanzaristokratie sicherten sie die goldenen Früchte. Man erinnert sich der Skandale in der Deputiertenkammer, wenn es gelegentlich zu Vorschein kam, daß sämtliche Mitglieder der Majorität, ein Teil der Minister eingerechnet, als Aktionäre bei denselben Eisenbahnbauten beteiligt waren, die sie hinterher als Gesetzgeber auf Staatskosten ausführen ließen."

    Nachzulesen in meiner Schrift "Die Klassenkämpfe in Frankreich 1848-1850", Kapitel "Die Juniniederlage"
  • D. Hartmann
    am 15.06.2016
    Wer mal was "Positives" zum Thema Umwandlung eines Kopfbahnhofs lesen will:

    http://www.ingenieur.de/Themen/Architektur/Oesterreichs-groesstes-Bauprojekt-fertig-kaum-teurer-geplant

    In diesem Artikel von Sept. 2014 wird der neue Wiener Hauptbahnhof kurz vor der Fertigstellung beschrieben. Der Autor konnte sich schon damals nicht etwas Spott über das Stuttgarter Projekt verkeifen (im vorletzten Absatz).
  • Heinz Greiner
    am 15.06.2016
    Wir finden in dem Artikel alles , was D und mehr noch BW ein Alleinstellungsmerkmal bietet :
    Ignorieren einfachster physikalischer Zusammenhänge
    Planung an jedem Bevölkerungsnutzen vorbei
    Durchsetzen der Planung mit Lug und Trug
    " Professoren " die zu jeder Schandtat bereit sind.
    In unserem Fall das noch scheinheilig beklagen - bei anderen.
    Politiker , die persönlich im Image und oft finanziell profitieren, von Razavi bis Kretschmann zu Pofalla und- unten richtig angesprochen - Oettinger bis zur Kanzlerin , die wohl ihre Durchsetzungsfähigkeit immer wieder beweisen muß .
    Eine Justiz die krumme Dinge gerade biegt und was am wichtigsten ist : Eine Bevölkerung , die größtenteils bedingungslos gläubig annimmt , daß Wasser den Berg rauf fließt . Wir können Alles außer Hochdeutsch wie man mit Hochmut bis zur Lächerlichkeit verkündet . Hessen und Bayern , die den Bahnhof ablehnten , halten sich den Bauch vor Lachen . Gscheidle sinds die Mitbürger . Daran liegts .
  • Horst Ruch
    am 15.06.2016
    ...das, was "wir" schon immer wußten...ist so ganz "plötzlich" für die scheinheiligen Politiker eingetreten. Und ein immer weiterso läßt sich trotz turnusmäßiger Wählerei nicht ausmerzen. Demokratie a la Aktiengesellschaft deren Aktien-Besitzer der Steuerzahler ist, hat gerade Hochkonjunktur. Wer von den "Vertrag ist Vertrag"-Unterschriftsberechtigten zu S21 ist denn noch zuständig, bzw. verantwortlich? Wie @ Peter S feststellt, werden für solche straffälligen Karrieristen obendrein großzügige Belohnungen in Aussicht gestellt; mal in Amt und Würden, mal mit Boni. Mehdorn zu BER, Oettinger zur Eu Kommission, Schuster in Pension,...alle Macher mit hochdotierten Altersrücklagen. Den nachfolgenden kritisch begleitenden politischen "Hehlern" ist dies offensichtlich Vorbild, überträgt er das Virus an den nächsten "Verantwortungs"losen einfach und problemlos weiter....und weiterso...denn Straffreiheit ist patentiert und garantiert.
  • Kornelia
    am 15.06.2016
    Sag ich doch : gebildet in schland bedeutet, gänzlich ungebildet sein zu dürfen! Nicht wissen, nicht sehen, nicht gehört und raute!
    Und hier besonders deutlich: gebildete können auch Gott, d.h. multiple Persönlichkeit! (kann pöbel nicht!) Man kann "objektiv" Gutachten erstellen und objektiv im Beraterkreis sitzen! Und meistens auch noch "objektiv" gelder kassieren!
    Der Müllmann darf kein Wässerchen annehmen, die "Gebildeten" dagegen die ganze Schnapsfabrik!
    Allerdings auch hier je nach Gutsherrenart... https://youtu.be/4rB75eDVv1o
  • M. Aldinger
    am 15.06.2016
    Man kann sich nur über die Blauäugigkeit aller Beteiligten wundern. Man muss weder Bauingenieur noch Professor sein, um zu wissen, dass deutsche Großprojekte nicht nur das Doppelte, sondern eher das Dreifache kosten. Dazu genügt ein wenig Lebenserfahrung, Zeitungslektüre und gesunder Menschenverstand.

    Kefer war mit Sicherheit der einzige, der zumindest ahnte, dass Stuttgart 21 weder finanziell noch technisch machbar ist und die Neubaustrecke unwirtschaftlich ist, weil der Trend nicht zu kurzen, sondern zu sehr langen und mehr Güterzügen geht. Da Merkel und Pofalla das irre Projekt durchdrücken wollen, hat er sich vielleicht gefügt. Das Vorstandsgehalt ist ja genug Schmerzensgeld. Sein Gesicht ist aber Mitleid erregend gezeichnet von den letzten Jahren. Ich habe größtes (menschliches) Verständnis dafür, dass er sich 2017 zurückzieht.

    Dass Professoren und Gutachter bei zu billigen Projektkosten mitspielen und lügen, ist in Deutschland gängige Praxis. Großprojekte in der Schweiz werden regelmäßig pünktlich und zu den geplanten Kosten oder sogar billiger fertig. Da redet das Volk mit, nicht nur Lobbyisten, Politiker und Profiteure aller Art.
  • Peter Fackelmann
    am 15.06.2016
    Jetzt ist Kefer zurueckgetreten (der immer die Nase am hoechsten trug).

    Weil er selber nicht mehr daran glaubt, gibt das Hoffnung, dass jetzt nur 2-3 Mrd Abbruchkosten für ein gescheitertes Immobiliengeschäft abgeschrieben werden muessen.
  • Peter S
    am 15.06.2016
    Da kann man doch dem letzten Satz einfach zu 100% zustimmen.
    Und die S21Politiker würde ich da auch gleich mit reintun in den Sack.
    Und wer hat die Leiche aus dem Sarg geholt und sie wieder schminken lassen?
    Unser brillianter EU Kommisar, der heute ein höheres Gehalt einstreicht als eine Merkel.
    Einfach nachhaltig und ausdauern betrügen, das lohnt sich dank Straffreiheit und Pöstchen immer.
    Skrupel? Aber ich bitt sie, sowas altmodisches hat doch heute keiner mehr.

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