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So schön ist die Welt

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 Fotos: Mihaela Noroc 

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Datum:

Mihaela Noroc, Fotografin aus Bukarest, fotografiert Frauen auf der ganzen Welt. Ihre Portraits, von denen jedes einzelne seine eigene Geschichte von Würde, Stolz und Schönheit erzählt, wurden vor allem durch soziale Netzwerke bekannt. Einen Teil ihrer Arbeit "The Atlas of Beauty" zeigt nun non-virtuell eine Ausstellung in Stuttgart.

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Mihaela Noroc, Anfang 30, kommt aus Bukarest in Rumänien. Der Vater ist Maler und seine Tochter wächst zwischen bunten Farben auf. Später studiert sie Fotografie, hängt ihren Traumberuf aber dann voller Selbstzweifel an den Nagel. Mit dem Rucksack macht sie sich irgendwann auf Reisen, die Fotografie ist zum Hobby geworden. 2013 ist sie in Äthiopien und begegnet dort Frauen, die in Stämmen leben, für die Nacktheit normal ist. Aber auch Frauen aus konservativen Familien, die ihr Haar unter Kopftüchern verbergen, und wieder andere, die in großen Städten ein modernes Leben führen. Die meisten arbeiten hart, viele leben in Angst, werden als Frauen diskriminiert, aber in dieser oft harschen Umgebung, sagt die Fotografin, "schienen sie wie Sterne – mit Würde, Kraft und Schönheit."

Und weil es in Äthiopien, in nur einem einzigen Land, schon so viele unterschiedliche Frauen gab, beschloss Mihaela Noroc, dass eigentlich alle Frauen auf unserem Planeten mehr Aufmerksamkeit verdient hätten. Sie kündigte ihren Job und startete das Fotoprojekt "The Atlas of Beauty".

Aus dem anfangs kleinen Projekt wurde schnell ein immer größeres. Ihre Fotografien verbreiteten sich durch soziale Netzwerke, wurden auf Hunderten, dann Tausenden, dann Hunderttausenden Facebook-Accounts geteilt.

Mehr als 2000 Frauen auf der ganzen Welt hat Noroc mittlerweile portraitiert. Sie war in Tibet, im Irak, am Amazonas, in Paris und Peking. Bis auf die Antarktis hat sie jeden Kontinent bereist, um zu zeigen, dass Schönheit keine Grenzen hat. Im Gegenteil: Schönheit, so sagt es die Fotografin, liege für sie vielmehr in der Vielfalt, in der Unterschiedlichkeit all der Frauen, die sie fotografiert.

Verschiedenheit sei ein wertvoller Schatz und sollte nicht Auslöser sein für Konflikte und Hass. Denn überall, sagt sie, egal ob in einem afghanischen Dorf oder in Manhattan New York, habe sie das gefunden, was alle Menschen verbindet: "We are very different but at the same time we are all part of the same family." – Wir sind sehr unterschiedlich, aber gleichzeitig auch alle ein Teil derselben Familie.


Info:

Die Ausstellung ist noch bis 20. Januar 2019 im Tagungszentrum Hohenheim der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart zu sehen. Mehr dazuhier.


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