Bild 1 von 11: Susanna Lakner, die aus Budapest stammt und seit 1989 in Stuttgart lebt, lud den US-Künstler Jon Foster zur Mitwirkung an ihrer Collage "Präsidenten" ein. Fotos: Zero Arts

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Das großformatige Gemälde von Clemens Hövelborn erinnert an den kritischen Realismus der sechziger Jahre. Doch der Künstler ist erst 1980 geboren.

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Manfred Unterwegers "TRUMPet".

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Warum das Parkhaus in Kassel den Namen Vaterland trägt, kann Oliver Herrmann auch nicht beantworten.

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Peter Schmidts "Brot und Salz" bezieht sich auf eine Pfarrerin, die damit 2014, nach altem Brauch, Flüchtlinge in einem kleinen schwäbischen Dorf begrüßte. Regine Richters Arbeit spricht für sich selbst: "Don't forget".

Peter Schmidts "Brot und Salz" bezieht sich auf eine Pfarrerin, die damit 2014, nach altem Brauch, Flüchtlinge in einem kleinen schwäbischen Dorf begrüßte. Regine Richters Arbeit spricht für sich selbst: "Don't forget".

Von hinten erinnert Schmidts Salzpackung an ein Puppenhaus: Eine Flüchtlingsunterkunft ist zu sehen, eine Hilfsgüter-Sammlung in Ludwigsburg, Protest-Zelte am Berliner Oranienplatz. Neu dazu gekommen ist Alexander Gauland im Bundestag.

Von hinten erinnert Schmidts Salzpackung an ein Puppenhaus: Eine Flüchtlingsunterkunft ist zu sehen, eine Hilfsgüter-Sammlung in Ludwigsburg, Protest-Zelte am Berliner Oranienplatz. Neu dazu gekommen ist Alexander Gauland im Bundestag.

"Eine ungewöhnliche, neue Pflanze, geschaffen aus einander fremden Teilen. Nicht konform, nicht angepasst, eigentlich so nicht vorgesehen, aber doch möglich. Anders und sehr schön." So beschreibt Maria Grazia Sacchitelli ihre hybride Plastikblume.

"Eine ungewöhnliche, neue Pflanze, geschaffen aus einander fremden Teilen. Nicht konform, nicht angepasst, eigentlich so nicht vorgesehen, aber doch möglich. Anders und sehr schön." So beschreibt Maria Grazia Sacchitelli ihre hybride Plastikblume.

"You're in the Army now": eine kleine, sensibel aquarellierte Tuschzeichnung von Annette Haug.

"You're in the Army now": eine kleine, sensibel aquarellierte Tuschzeichnung von Annette Haug.

Die Arbeit "Sehnsucht & Gewalt" von Sigma Talberg ist ein Objet trouvé: Der Bildhauer hat den Kaugummiautomaten so vorgefunden.

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Peter Haußmann zitiert das Grundgesetz

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Ein kleiner Wutbürger von Rüdiger Scheiffele.

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Ausgabe 358
Schaubühne

Kunst gegen Rechts

Von Dietrich Heißenbüttel
Datum: 07.02.2018
Wie politisch darf Kunst sein? Sehr, meinen sie bei Zero Arts – und machen eine Sammelausstellung zum Thema "Das neue Braun". Werke von 30 KünstlerInnen bringen die Räume des kleinen Vereins im Stuttgarter Osten fast zum Platzen.

Bräunlich in der oberen rechten Ecke, nach unten links immer blasser: Auf den ersten Blick sieht das aquarellierte Blatt von Gabrielle Zimmermann nach abstrakter Kunst aus. Stünde da nicht unten, mit Schreibmaschine getippt: "Das wird man ja wohl noch sagen dürfen". Dazu informiert das Schild mit den Bildangaben, das Blatt sei mit Blut und Wasser gemalt. Auf den ersten Blick unscheinbar, harmlos, steckt mehr in dem Blatt Schreibmaschinenpapier. Wie in dem sich unschuldig gebenden Spruch der neuen, fremdenfeindlichen Rechten.

Forum gegen Rechts

Am Samstag, 10. Februar, von 14 bis 17 Uhr, lädt das Aktionsbündnis Stuttgart gegen Rechts zu einem offenen Forum in den Räumen des Württembergischen Kunstvereins ein. Es geht ums Kennenlernen, um Austausch, Tipps und Fragen wie: Welchen aktiven Beitrag kann die Kulturszene zur Arbeit gegen den Rechtsruck leisten? Mit dabei: Der Journalist Jo Bauer, Rapper Toba Borke und Beatboxer Pheel. Am Aktionsbündnis Stuttgart gegen Rechts sind unter anderem Antifaschisten, Die Linke, Jusos und Grüne Jugend, Verdi, attac, VVN und der Arbeitskreis Asyl beteiligt.

Mehr Infos (dh)

Zimmermann ist eine von rund 30 Künstlerinnen und Künstlern, die auf die Ausschreibung des Kunstvereins Zero Arts reagiert haben. Seit 2006 gibt es den kleinen Kunstraum in der Stuttgarter Ostendstraße, gegründet, um frei von kommerziellen Zwängen aktuelle Kunst vorzustellen. Keiner der Beteiligten lebt von seiner Kunst. Oliver Herrmann, der die Organisation der Ausstellung übernommen hat, macht auch die Öffentlichkeitsarbeit im Freien Radio für Stuttgart.

Normalerweise finden bei Zero Arts nur Einzelausstellungen statt. Für mehr reichen die Souterrain-Räume in der Nähe der Villa Berg kaum aus. Doch im vergangenen Jahr, auch unter dem Eindruck der Documenta, kam es zu angeregten Diskussionen: Wie politisch darf Kunst sein? Was ist überhaupt politische Kunst? Welche Wirkung kann Kunst haben? Besorgt über die zunehmenden populistischen und rechtsextremen Tendenzen von Pegida bis Donald Trump, beschloss der Verein, mit einer Ausschreibung zur Auseinandersetzung aufzurufen. Die Resonanz war groß: Vorschläge kamen aus Stuttgart, aus dem Umland, sogar aus Berlin. Fast alle Arbeiten sind nun in der Ausstellung zu sehen, auch wenn es nicht einfach war, sie alle unterzubringen.

Sie könnten unterschiedlicher kaum sein. Es gibt Gemälde, Aquarelle, Collagen, Zeichnungen und Druckgrafik, plastische Arbeiten und Installationen, Fotografie, Video, Konzeptkunst und Arbeiten zum Mitmachen: Gloria Keller lädt ein, Ziegelsteine mit rosa Wolle zu umstricken, in Erinnerung an die Pink Pussyhats der Frauen-Proteste gegen Donald Trump. Brigitte Neufeldt stellte eine Interviewanfrage an Josef Schuster, den Präsidenten des Zentralrats der Juden. Statt ihr selbst Rede und Antwort zu stehen, schickte er ein fertiges Interview mit der Bild-Zeitung, das sie nun kommentarlos ausstellt. Matthias Schneider-Hollek hat in einer Klangcollage Originaltöne zusammengeschnitten. Ein Redner schwadroniert vom "Bevölkerungsüberschuss Afrikas", den Europa nicht aufnehmen könne. "Will mich nicht dazu äußern. Bin kein Nazi", sagt eine Frauenstimme.

Kino-Spots gegen Rechts

Ebenfalls am 10. Februar um 19.30 Uhr präsentiert der Stuttgarter Filmwinter im Saal Pipilotti im neuen Stadtmuseum im Wilhelmspalais das Projekt "Spots". Im Rahmen des Tribunals "NSU-Komplex auflösen" im Mai 2017 in Köln wurden 21 kurze Filmspots produziert, die in den Werbevorspann von Kinoprogrammen eingeschleust wurden. Mitinitiatorin Madeleine Bernstorff stellt das Projekt und die Spots vor.

Mehr Infos (dh)

Ein eindrucksvoller, nachdenklicher Videoessay von Moritz Liewerscheidt ist unterlegt mit dem verlangsamt abgespielten dritten Satz aus der ersten Sinfonie Gustav Mahlers. Dazu sind Zitate von Karl Marx über den Zivilisationskritiker Ludwig Klages bis hin zum Nazi-Chefideologen Alfred Rosenberg zu hören. Ohne zu wissen, von wem die Aussagen stammen, gerät der Hörer in einen Sog von Argumenten, zwischen denen die Grenzen keineswegs immer so einfach zu ziehen sind. Die Bilder einer verfallenden ostdeutschen Industrielandschaft, die dazu vor den Augen vorbeiziehen, zeigen letztlich nur, dass die Kritik von links die Entwicklung des Kapitalismus ebenso wenig hat aufhalten können wie die rückwärtsgewandte Reaktion von Rechts.

 

Info:

Der Kunstraum Zero Arts befindet sich in der Ostendstraße 16. Die Ausstellung ist noch am Sonntag, 11. Februar von 15 bis 17 Uhr, am Freitag, 16. Februar von 18 bis 22 Uhr und zur Finissage am Freitag, 23. Februar ab 20 Uhr geöffnet.


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Ausgabe 393 / Ach, die Linke / Jochen Sindberg / vor 5 Tagen 14 Stunden
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