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30 Jahre Vertrag von Lugano

Große Blamage

30 Jahre Vertrag von Lugano: Große Blamage
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Im Vertrag von Lugano verpflichteten sich Deutschland und die Schweiz 1996, den Schienenverkehr zwischen beiden Ländern auszubauen. Die Eidgenossen haben ihren Teil längst erfüllt, ihre Nachbarn hinken Jahrzehnte hinterher. Nun versucht die Schweiz es über Frankreich.

Kürzlich zeigten die niedrigen Pegelstände des Rheins wieder einmal, dass es eine gute Idee wäre, mehr Güter auf die Schiene zu bekommen. Einen ambitionierten Versuch dazu gab es vor 30 Jahren mit dem Vertrag von Lugano zwischen der Schweiz und Deutschland. In dem am 6. September 1996 unterzeichneten Dokument verpflichten sich beide Staaten "zur Sicherung der Leistungsfähigkeit des Zulaufes zur neuen Eisenbahn-Alpentransversalen (NEAT) in der Schweiz". Bei der NEAT handelt es sich um ein Schweizer Großprojekt, das dem Güter-Transitverkehr erheblich mehr Kapazität verschaffen soll. Kernstück sind drei große Bahntunnel: der Lötschbergtunnel im Westen sowie der Gotthard- und der Ceneri-Basistunnel im Osten. Hier geht es nicht nur um Verkehr zwischen zwei Ländern, sondern um den Ausbau eines der wichtigsten europäischen Schienennetze: den Güterverkehrskorridor Rotterdam–Genua.

Sondervermögen wofür eigentlich?

Deutschland muss mehr Geld in die Schiene investieren, meinen nahezu alle Verbände und Politiker:innen, die sich für eine bessere Bahn einsetzen. Dass der Teufel auch hier im Detail stecken kann, zeigt das "Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität", das im März 2025 vom Bundestag beschlossen wurde. Es umfasst 500 Milliarden Euro, die auch für die Schiene verwendet werden sollen – aber nur für die Sanierung des Bestands. "Das Sondervermögen wird bisher nicht für Neu- und Ausbaumaßnahmen eingesetzt", sagt der grüne Bundestagsabgeordnete und Verkehrsexperte Matthias Gastel auf Kontext-Anfrage. "Entsprechend fließt es auch nicht in die Maßnahmen, die den Vertrag von Lugano erfüllen würden." Auch wenn Maßnahmen wie die Fertigstellung der Rheintalbahn durch die erhöhten Güterverkehrskapazitäten einen großen Nutzen fürs Klima hätten. Gastel kritisiert zudem, dass die mit dem Sondervermögen finanzierten Sanierungskosten neben der Generalsanierung insbesondere Ausgaben umfassen, "die bis 2025 aus dem regulären Haushalt finanziert worden sind". Somit werde das Sondervermögen "zur Sanierung des Haushalts missbraucht, anstatt Staatsverträge zum Ausbau der Schiene zu erfüllen". Bereits im Juni 2025 appellierte die Allianz pro Schiene an die Bundesregierung, das Sondervermögen auch in den Bau neuer Schienenstrecken zu stecken. "Nur mit der Sanierung der Strecken ist es nicht getan, wir brauchen auch zusätzliche Gleise", forderte Geschäftsführer Dirk Flege damals. Bislang ist nicht erkennbar, dass der Bund dies in Erwägung zieht. Eine Kontext-Anfrage, ob zukünftig Mittel aus dem Sondervermögen auch für Aus- und Neubauprojekte wie Rheintalbahn oder Gäubahn zur Verfügung gestellt werden könnten, ließ das Bundesverkehrsministerium unbeantwortet.  (os)

In dem Vertrag verpflichtete sich Deutschland auf den vierspurigen Ausbau der bislang zweispurigen Rheintalbahn zwischen Karlsruhe und Basel, außerdem auf die "Stärkung der Korridore Stuttgart–Zürich und München–Lindau–Zürich". Stuttgart–Zürich ist die Gäubahn, hier sollte die Reisezeit auf zweieinviertel Stunden verkürzt werden, zwischen München und Zürich sollten dreieinviertel Stunden erreicht werden.

Unterschiedliche Auslegungen

Bis 2020 realisierte die Schweiz alle ihre Projekte. Und Deutschland? "Nach 30 Jahren muss man konstatieren, dass auf allen drei Achsen im deutschen Abschnitt entweder nichts oder nichts richtig gemacht wurde", sagt Jörg Dengler, Landesvorsitzender des VCD Baden-Württemberg. "Der Vertrag hat nichts erkennbar beschleunigt", urteilt auch der Nürtinger Grünen-Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel, Verkehrsexperte seiner Fraktion.

Offensichtlich wurde der Vertrag sehr unterschiedlich ausgelegt. Die Vertragslaufzeit ist bis 31. Dezember 2020 angegeben, danach sollte er sich ohne Kündigung jeweils um ein Jahr verlängern. In der Schweiz scheint dies als verbindliche Frist interpretiert worden zu sein, und mit dem Ceneri-Basistunnel wurde tatsächlich der letzte Teil der NEAT im Dezember 2020 eröffnet. Auf deutscher Seite sah man ihn eher als "Absichtserklärung ohne jede Verbindlichkeit", sagt Gastel. Vom Bundesverkehrsministerium sei ihm einmal geantwortet worden: "Ja, wir haben einen Vertrag geschlossen, aber in dem steht ja nicht drin, bis wann das umzusetzen ist."

Rheintalbahn: schlechte Planung, wenig Geld

Der vierspurige Ausbau der Rheintalbahn wurde zwar schon 1987 begonnen, doch Stand heute sind von den 182 Kilometern Gesamtstrecke erst 61 Kilometer viergleisig ausgebaut: Die Abschnitte Rastatt-Süd–Offenburg (44 km) und Schliengen–Eimeldingen (17,5 km). Ende des Jahres 2026 soll zudem die 28 Kilometer lange Strecke Karlsruhe–Rastatt-Süd fertig sein. Damit wäre 39 Jahre nach Baubeginn knapp die Hälfte der Strecke auf deutscher Seite ausgebaut. Bis 2041 wollen Bund und DB dann ganz fertig sein. Wäre auch Zeit: Seit 2008 gelten Teile der Strecke als "überlasteter Schienenweg".

Der bald in Betrieb gehende Abschnitt Karlsruhe–Rastatt hätte schon 2022 fertig sein sollen, aber 2017 bogen sich hier die Gleise: Über dem Tunnel für die neue Strecke sackte die Bestandsstrecke ab. Kurz danach berichtete Kontext, dass die DB wohl ein unnötig riskantes Bauverfahren gewählt und Risikofaktoren nicht beachtet habe.

Es hätte nicht dieses spektakulären Unglücks bedurft, um das Projekt zu einem unendlichen zu machen. Die Bundesregierung nannte 2024 als "Gründe für die Verzögerung (...) unter anderem Bürgerproteste gegen die Ausgestaltung des Ausbaus zwischen Offenburg und Basel." Auch in Schweizer Medien, die über den schleppenden Ausbau klagen, wird dies oft genannt. Doch tatsächlich geht es hier eher um schlechte Planung: Die Proteste, bei denen es vor allem um Lärmbelastung ging, gab es – aber die Bahn hätte sie vermeiden können.

Bereits in den 1990er-Jahren stieg auf der Bestandsstrecke die Zahl der Güterzüge und damit der Lärm stark an, Pläne zu dessen Reduzierung wurden nie umgesetzt. Angesichts der Klagen von Bürgermeistern der Anrainer-Orte wurde schon 2004 darüber diskutiert, ob statt der "Antragstrasse" durch Ortslagen nicht eine autobahnparallele Trasse zwischen Offenburg und Freiburg besser sei, doch Bahn und Bund beharrten auf dem Ursprungsplan. Erst die Proteste gegen Stuttgart 21 um das Jahr 2010 bewegten beide zum Umdenken. Ein Projektbeirat wurde einberufen, jahrelang mit Bürgerinitiativen vor Ort diskutiert – am Ende stand der Schwenk zur autobahnparallelen Trasse. Im Januar 2016 bewilligte der Bundestag dafür Mehrkosten in Höhe von 1,5 Milliarden Euro, Baden-Württemberg schoss 400 Millionen zu. Zwölf verlorene Jahre.

Könnte noch über 80 Jahre dauern

Zur schlechten Planung kommen die spärliche Finanzierung und eine fragwürdige Prioritätensetzung. Schon vor Jahren kritisierte Matthias Lieb, damals Vorsitzender des VCD Baden-Württemberg, dass auch die Bevorzugung von Stuttgart 21 den Ausbau der Rheintalbahn verzögert habe. So seien etwa 2012 im Bundeshaushalt nur 20 Millionen Euro für die Rheintalbahn aufgewendet worden, aber 56 Millionen für S 21 – insgesamt trägt der Bund rund eine Milliarde Euro der S-21-Finanzierung.

Die jährlichen Bundesmittel wuchsen zwar über die Jahre – für 2025 und 2026 waren jeweils etwa 160 Millionen Euro bewilligt, für 2027 sollen es 154 Millionen sein. Dass das reicht, wenn die Rheintalbahn bis 2041 fertig werden soll, daran weckt ein Blick in den kürzlich veröffentlichten Verkehrsinvestitionsbericht 2024 des Bundesverkehrsministeriums gehörige Zweifel: Demnach betragen die Gesamtkosten des Projekts mittlerweile 18,58 Milliarden Euro, Anfang der Nullerjahre wurde mit einem Viertel davon kalkuliert. Davon bereits ausgegeben sind bis einschließlich 2024 rund 5,13 Milliarden. Aufgewendet werden müssen also noch 13,45 Milliarden, wenn weitere Teuerungen ausbleiben. Soll die Strecke bis Ende 2041 fertig sein, müssten ihr ab 2025 jährlich 790 Millionen Euro zur Verfügung stehen, das Sechsfache der jetzigen Summe. Bliebe es bei der, würde noch 84 Jahre gebaut werden.

Gäubahn: fast nichts passiert

Bei der Gäubahn, die seit 1946 zwischen Horb und Tuttlingen eingleisig ist (nach dem Krieg baute Frankreich die Hälfte der Gleise als Reparationsleistung ab), sieht es noch düsterer aus: Hier begann die DB überhaupt erst 2022 mit Ausbaumaßnahmen. Vom Ziel, in zweieinviertel Stunden von Stuttgart nach Zürich zu kommen, hat man sich längst verabschiedet. Im Moment dauert die schnellste Verbindung noch zwei Stunden und 54 Minuten, 1996 waren es etwa drei Stunden, dafür gibt es heute mehr Verspätungen. Die leichte Verkürzung liegt vor allem an zweispurigen Ausbauten auf Schweizer Seite, die bereits 2012 fertig waren. Verbindungen von bis zu zwei Stunden und 42 Minuten ermöglichten zwischen 1999 und 2010 ICEs mit Neigetechnik, die die DB aber wegen zu hoher Kosten aufgegeben hat.

Für einen komplett zweigleisigen Ausbau sah 2006 eine Studie des Bundes ein zu schlechtes Kosten-Nutzen-Verhältnis. 2007 kam eine Studie des Landes Baden-Württemberg aber auf einen positiven Faktor, wenn nur mehrere Abschnitte zweigleisig ausgebaut werden – dieser Plan wird bis heute weiterverfolgt.

Von den geplanten Maßnahmen – drei mehrere Kilometer lange zweigleisige Abschnitte, Ausbau von Tunneln und Streckenteilen für Güterverkehr, Warte- und Überholgleise an einigen Stellen sowie ein Streckenneubau zwischen Neckarhausen und Sulz für höhere Geschwindigkeiten – ist bislang genau eine umgesetzt: Von 2022 bis 2024 wurde die Strecke zwischen Horb und Neckarhausen zweigleisig ausgebaut. Und bereits 2020 stellte der Pfaffensteigtunnel wieder alles auf den Kopf. Den Tunnel brachte der damalige Verkehrsstaatssekretär und heutige Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) für den Anschluss der Gäubahn an den Stuttgart-21-Tiefbahnhof ins Spiel. Um seine Finanzierung durch den Bund zu sichern, packte Bilger den für sich genommen mutmaßlich sehr unwirtschaftlichen Tunnel in ein Paket mit den anderen Gäubahn-Ausbaumaßnahmen, die alle ein weit besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis haben.

Während der neu hinzugekommene Tunnel nun, wie sich das Bundesverkehrsministerium brüstet, "in Rekordzeit" planfestgestellt wurde und Anfang 2026 erste vorbereitende Baumaßnahmen erfolgten, ist bei den anderen Abschnitten die Planung immer noch nicht abgeschlossen. Laut Bund und DB Infrago wird ihr Bau frühestens Anfang der 2030er-Jahre beginnen. Und zu befürchten ist, dass der elf Kilometer lange und für den Güterverkehr bedeutungslose Pfaffensteigtunnel die Finanzierung der anderen Abschnitte kannibalisiert. Im Bundeshaushalt 2026 ist er mit 1,69 Milliarden Euro angegeben, Kritiker:innen gehen von mindestens doppelt so hohen Kosten aus. Der Pfaffensteigtunnel werde "am Ende voraussichtlich 3,5 Milliarden Euro kosten", glaubt Hendrik Auhagen vom Bündnis Pro Gäubahn Konstanz. "Mit einem Bruchteil dieser Summe ließe sich die bestehende Gäubahn zwischen Horb und Tuttlingen erheblich leistungsfähiger machen."

München–Lindau: fertig – aber halbherzig

Ein Vorhaben hat Deutschland immerhin umgesetzt: Die Reisezeit zwischen München und Zürich konnte von viereinhalb auf dreieinhalb Stunden verkürzt werden – nahe an den geforderten dreieinviertel Stunden aus dem Vertrag. Dies gelang, weil der 130 Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen dem bayerischen Geltendorf und Lindau am Bodensee für rund 500 Millionen Euro elektrifiziert und für höhere Geschwindigkeiten ausgebaut wurde.

Doch die Strecke blieb größtenteils eingleisig, und seit dem Ausbau hat sie eine miserable Betriebsqualität. "Probleme mit Verspätungen und Anschlussverlusten reißen nicht ab", berichtet Jörg Dengler vom VCD, "hat man doch vergessen, ausreichend Kreuzungsbahnhöfe und Blocksignale einzubauen." Auch der Grüne Matthias Gastel übt Kritik: "Der Ausbau wurde nur sehr halbherzig gemacht." Für ihn zeigt sich hier exemplarisch die deutsche Bahn-Misere: "Es ist beim zweigleisigen Schienenausbau wie bei der Elektrifizierung: Man macht nicht einen Meter mehr, als zwingend sein muss."

Schweiz sucht Alternative via Frankreich

Für Deutschlands südlichen Nachbarn sind die Verzögerungen ein extremes Ärgernis. "Die Schweiz kommt sich verschaukelt vor", titelte schon 2017 die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ). 23 Milliarden Schweizer Franken hat sie für die NEAT investiert, gewaltige Bauten wie der 55 Kilometer lange Gotthard-Basistunnel ermöglichen zwar mehr Güterverkehr, doch der kommt nicht mangels leistungsfähigerer Strecken aus Deutschland.

Deutschland verursacht Stau in Italien

Dass die Betriebsqualität der Schweizer Bahn weit besser ist als die der deutschen, ist kein Geheimnis. Die Schweiz sorgt sich auch sehr um diese und greift dafür zum Teil zu radikalen Maßnahmen. Seit zwei Jahren stoppt sie regelmäßig stark verspätete deutsche Fernverkehrszüge an Grenzbahnhöfen wie Basel oder Schaffhausen, um ihren pünktlichen Taktfahrplan nicht durcheinander zu bringen. Weniger bekannt ist, dass die deutsche Schienenmisere auch Auswirkungen auf nicht an Deutschland grenzende Nachbarn der Schweiz haben kann. So erfuhr der grüne Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel bei einem Italienbesuch, dass die Schweiz italienische Güterzüge an der Grenze zurückhalte, "wenn die merkt, dass die Züge nicht nach Deutschland abfließen können". Denn dann würden sie ja das Schweizer Netz verstopfen.  (os)

Die Potenziale der Gotthard- und Lötschberg-Simplon-Achse seien noch nicht ausgeschöpft, heißt es in einem Bericht des Schweizer Bundesrats vom November 2025, ähnlich urteilte 2020 die NZZ: Solange Deutschland nicht fertig sei, "bleibt die Rheintalstrecke das Nadelöhr der Achse, so dass Kapazitätsgewinne der NEAT nicht voll ausgeschöpft werden können und die angestrebte Verkehrsverlagerung von der Strasse auf die Schiene beeinträchtigt wird". Von "Deutschlands Flop" war 2021 in der Schweizer Gütertransport-Fachzeitschrift "TIR Transnews" zu lesen.

Angesichts dieser Erfahrungen setzt die Schweiz mittlerweile auf eine Alternativroute, einen linksrheinischen Zulauf zur NEAT durch Frankreich. 2020 wurde der Bundesrat beauftragt, einen Staatsvertrag mit Frankreich und Belgien dafür in die Wege zu leiten, am 11. Februar 2025 wurde eine Absichtserklärung für einen Ausbau zwischen Frankreich und der Schweiz unterzeichnet. Die nötigen Maßnahmen wären übersichtlicher als bei der Rheintalbahn: Ein vierspuriger Ausbau der Strecke zwischen Metz und Basel wird nicht angestrebt, in erster Linie sollen diverse Tunnel auf der Strecke so verbreitert werden, dass der Transport von Lkw-Auflegern mit vier Metern Höhe möglich wird. Auf Schweizer Seite soll 2027 begonnen werden.

Schwammiger Folgevertrag

Mittlerweile hat der Vertrag von Lugano einen Nachfolger: Am 25. August 2021 unterzeichneten Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und seine Schweizer Amtskollegin Simonetta Sommaruga eine neue Vereinbarung über die "Sicherung der Leistungsfähigkeit des Zulaufs der neuen Eisenbahn-Alpentransversale", die mit ihrem Inkrafttreten die alte Vereinbarung außer Kraft setzen sollte. Der neue Vertrag sei "noch schwammiger als der Vertrag von Lugano", wie Gastel moniert. So wird die "Weiterentwicklung grenzüberschreitender Eisenbahnstrecken" beschworen, genauere Definitionen dieser "Weiterentwicklungen" oder Fristen fehlen aber.

Wie ließen sich Blamagen wie bei der Umsetzung des Vertrags von Lugano zukünftig vermeiden? Andreas Geißler von der Allianz Pro Schiene fordert: "Es braucht dringend eine Reform der Infrastrukturfinanzierung der Schiene mit konkreten Umsetzungsetappen". Klarheit würde hier ein "Infraplan" bieten, wie ihn etwa Österreich für den Bahnverkehr hat: Ein langfristiger Entwicklungsplan, der bei der Finanzierung für mindestens fünf Jahre gilt statt nur für eines, rollierend fortgeschrieben wird und so Planungssicherheit bietet. In der letzten Legislaturperiode sei so ein Infraplan von der Ampel-Bundesregierung schon konzeptionell vorbereitet worden, sagt Allianz-Pro-Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege. "Aber finalisiert, verabschiedet und finanziell abgesichert worden ist er bis heute nicht."

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