Wie Kaugummi: Die Gleise haben sich um einen halben Meter abgesenkt.

Dieser Moment, wenn der Zug mal pünktlich ist...

!!!

Ausgabe 333
Schaubühne

Der Schienen-Gau

Von Minh Schredle
Fotos: Joachim E. Röttgers
Datum: 16.08.2017
Der Zugverkehr zwischen Rastatt und Baden-Baden steht auf unbefristete Zeit still. Die Bahn spricht von einem "technischen Defekt", Bauarbeiter berichten: Beim Tunnelbau sei es zum Einsturz gekommen. Experten sehen erschreckende Parallelen zu Stuttgart 21.

Ihm kam das von Anfang an verdächtig vor, erzählt ein Anwohner, ein wohlernährter Mann mit lichtem braunen Haar und schwarz gerahmter Hornbrille. Als der 36-Jährige am vergangenen Wochenende aus dem Urlaub zurück kam, war zu seiner großen Verwunderung kein Lärm zu hören. Und den gibt es für gewöhnlich rund um die Uhr, in der Rastatter Ringstraße im Ortsteil Niederbühl. Vom Gleisbett, das hier entlang verläuft, bis zur nächsten Wohnbebauung sind es keine 20 Meter. Von früh bis spät rollen Personen und -Güterzüge durch die erweiterten Vorgärten der Anwohner. Und wenn die Züge einmal Ruhe geben, "dann surren und rattern die Generatoren, der Tunnelbohrer, diese Gefriermaschine oder was auch immer". Das ist schon so, berichtet er, seit er hier hergezogen ist.

Die Deutsche Bahn hat ihre Bauarbeiten in Rastatt bereits vor vier Jahren begonnen. Die gesamte Stadt soll untertunnelt werden, damit Reisende komfortabler von Karlsruhe bis nach Basel kommen. Güter verkehren weiterhin oberirdisch. Tunneldecke und Erdoberfläche trennen dabei an den dünnsten Stellen gerade einmal drei Meter. Am Samstag Mittag, am 12. August, kam es, wie die Bahn mitteilt, zu "technischen Störungen": Über eine Länge von etwa zehn Metern verbogen sich die Gleise bei Niederbühl und sackten circa 40 Zentimeter in die Tiefe. Die rund 20 Kilometer lange Strecke zwischen Rastatt und Baden-Baden ist seitdem für unbestimmte Zeit gesperrt.

Die aufgestellten Absperrungen in der Ringstraße haben eher symbolischen Charakter. Abenteuerlustige könnten die Baustelle problemlos betreten. Der Mann, der nur wenige Kilometer entfernt wohnt, traut sich das nicht, er will sich keinen Ärger einheimsen, er will nicht einmal namentlich in der Zeitung genannt werden. Also tänzelt er am Bauzaun herum, streckt den Kopf am Gitter vorbei, doch hütet sich, am helllichten Tag einen Fuß in die verbotene Zone zu setzen. Er ist sichtlich geknickt, dass er von hier aus keinen Blick auf die deformierten Gleise erhaschen kann, die es "sogar ins Fernsehen" geschafft haben. Man kann es sich schon denken: "Normalerweise ist hier in Niederbühl eher tote Hose."

Taxi-Fahrer können sich die Hände reiben

Knapp drei Kilometer weiter ist am Bahnhof Rastatt – wie auch in Karlsruhe, Offenburg und Baden-Baden – seit Tagen die Hölle los. In der Unterführung zu den Gleisanlagen gibt es am Montag ein dichtes Gedränge, hunderte Reisende machen einen eher orientierungslosen Eindruck. Die wenigen Hinweise auf den Schienenerstatzverkehr im "ca. 6-Minuten-Takt" hat die Bahn gut versteckt. Die elektronischen Anzeigetafeln an den betroffenen Gleisen zeigen nichts an. Ein einsamer Bahnmitarbeiter, der eine Weste mit der Aufschrift "Info-Point" trägt, ist am Montag Nachmittag begehrt wie die Hauptattraktion auf dem Rummelplatz. Immerhin: Die Bahn hat inzwischen per Pressemitteilung zusätzliches Personal an den betroffenen Bahnhöfen (Rastatt, Baden-Baden, Karlsruhe, Offenburg) versprochen.

Immer dann, wenn Züge eintreffen, die nicht weiterkommen, wird es proppenvoll auf dem Bahnhofsvorplatz. An den Bushaltestellen werfen viele wehmütige Blicke in Richtung der Taxen, die bereit stehen, jene mitzunehmen, die sich's leisten können. Vor einem der Autos steht ein Fahrer und grinst zufrieden. Das Geschäft laufe gerade "richtig krass", lässt er wissen. Die Fahrt von Rastatt nach Baden-Baden kostet gut 30 Euro, zum Flughafen 38 und nach Karlsruhe etwa 60 Euro. Dutzende Male ist er die Strecken in den vergangenen drei Tagen gefahren, dabei kutschierte er meist gutbetuchte Geschäftsleute in teuren Anzügen: "Wer genügend Kohle hat, steigt da nicht ein", sagt er und nickt mit dem Kopf in Richtung eines hoffnungslos überfüllten Ersatzbusses.

Verkehrschaos weckt archaische Instinkte

Gesichter werden hier gnadenlos gegen Fensterscheiben gepresst, Nasenspitzen plattgedrückt und zahlreiche Reisegäste stecken mit ihren Köpfen tief in den Achselhöhlen von Mitreisenden. Trotz einer Dichte, die selbst bei Sardinen Klaustrophobie hervorrufen könnte, will noch eine Frau mit zwei dicken Reisekoffern zusteigen und fordert die Passagiere auf, weiter in die Gänge vorzurücken. Ein vielköpfiges Stimmengewirr aus dem Inneren des Busses ist sich einig, dass dies unmöglich sei. Die Dame quetscht sich aber dennoch rein, die Türen können nicht mehr schließen. Ein entnervter Busfahrer muss mehrfach durchsagen, dass er mit offenen Türen schlecht weiterfahren kann. Schließlich überlassen ein Vater und sein Sohn ihre schon sicher geglaubten Plätze den dreisten Dränglern. Ellenbogen first.

Dutzende müssen draußen bleiben. Eine Frau mit wundersam entspanntem Lächeln hat gar nicht erst versucht, zuzusteigen. Die 28-Jährige pendelt beruflich zwischen Karlsruhe und Bühl. "Heute morgen hatte ich noch das Glück, dass mich jemand mitnehmen konnte", erzählt sie. Die kommenden Tagen wird sie mindestens zwei Stunde länger unterwegs sein als gewohnt. Die verlängerte Reisedauer sei aber nicht das schlimmste. "Übler ist, bei Temperaturen um die 30 Grad eine halbe Stunde lang in solchen Bussen zu fahren."

Gewaltiger Schaden

Doch nicht nur der Personenverkehr leidet unter der Streckensperrung. Laut dem Netzwerk Europäischer Eisenbahnen, einem Zusammenschluss von Privatunternehmen im Güterverkehr, sei die "wichtigste Schlagader des transeuropäischen Schienengüterverkehrs" betroffen. Allein für die Güterbahnen entstehe nach ihren Schätzungen durch ausbleibende Umsätze ein Schaden von circa zwölf Millionen Euro pro Woche. Hinzukommen Kosten für den Schienenersatzverkehr, die Unterbringung Betroffener und schließlich die Reparaturmaßnahmen selbst.

Nach Angaben der Bahn ist es aktuell noch zu früh, eine Schadenssumme, auch nur eine ungefähre Größenordnung, seriös zu beziffern. Zudem ist derzeit unklar, wie viel Zeit die Reparaturarbeiten beanspruchen werden. Zunächst peilte der Konzern eine Zeitspanne von etwa zehn Tagen an. Wie allerdings Stadtarbeiter an der Rastatter Baustelle hinter vorgehaltener Hand berichten, sei ein Tunnelbohrer verschütt gegangen. Soll heißen: Teile des Tunnel seien eingestürzt und die Maschine liege begraben unter Erdmassen. Diese müsse nun erst geborgen werden, danach werde man den gesamten Tunnel sichern und erneuern müssen. Dass die Reparaturarbeiten bis Ende des Monats abgeschlossen werden können und die Züge noch im August wieder rollen, hält hier keiner für realistisch.

Auf Kontext-Anfrage wollen sich Bahnsprecher dazu nicht äußern. Sie verweisen auf eine Pressemitteilung, die als allgemeine Sprachregelung gelte, darüber hinaus könne man derzeit keinerlei Angaben machen. Abweichend davon zitieren am Dienstag Nachmittag (15. August) diverse Medien Sven Hantel, den Konzernbevollmächtigten der Bahn im Südwesten, das Unternehmen werde den Tunnel auf einer Strecke von 50 Metern mit Beton füllen und dabei eine Bohrmaschine – laut der "Stuttgarter Zeitung" stolze 18 Millionen Euro wert – aufgeben, da diese nicht mehr zu bergen sei. Zudem nennt das Unternehmen seit Dienstag nicht einmal mehr ein Datum, bis wann damit zu rechnen ist, dass die Züge wieder rollen. Im Bahndeutsch der Pressemitteilung liest sich das so: "Die Experten entwickeln derzeit einen validen Zeitplan, über den die DB die Öffentlichkeit zeitnah informieren wird." Was die Verzögerung gegenüber der ursprünglichen Prognose verursacht, wird dort nicht ausgeführt.

In Stuttgart läuten derweil alle Alarmglocken. Jenö Egan-Krieger von der Gesellschaft zur Erhaltung von Schienenfahrzeugen (GES) mit Sitz in der Landeshauptstadt bezeichnet den Tunnelbau der Bahn als "hochgradig unverantwortlich". Und zieht "erschreckende Parallelen" zu Stuttgart 21. In Rastatt wolle die Bahn den vier Kilometer langen Tunnel nur wenige Meter unter vorhandenen Gleisanlagen bauen. "Auch in Stuttgart haben wir Streckenabschnitte mit einer sehr geringen Überdeckung." Wie in Rastatt, erläutert er, wolle die Bahn auch den Stuttgarter Untergrund für Bauarbeiten stabilisieren, indem sie das Bodenwasser gefriert. Nach Darstellung des Unternehmens handle es sich dabei um ein "international bewährtes Verfahren".

Egan-Krieger kommentiert trocken, in Rastatt sei es "offensichtlich gescheitert" und führt dazu aus, die Sicherheit einer Methode müsse bei einem solchen Bauvorhaben zu 100 Prozent gewährleistet sein: "99 Prozent reichen nicht." Und während die Stabilisierung per Eisring im Tiefbau zwar bereits erfolgreich praktiziert worden sei, handle es sich beim Einsatz im Tunnelbau um eine Weltpremiere, einen Teil des "neuzeitlichen Experimentierkastens" der Bahn. 

Hinzukommt: Laut einem Bericht der FAZ habe es in Rastatt seit Samstag "Risse, Erdbewegungen und Wassereintritt an der Tunnelbaustelle gegeben". Sollte Stuttgart das gleiche Schicksal erleiden, hätte das fatale Folgen für das Anhydrit im Untergrund (Kontext berichtete mehrfach). Bei Werner Sauerborn vom Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 steht das Telefon aktuell nicht mehr still: Die Meinungen der Kritiker sind zur Stunde besonders gefragt. Sogar die ARD habe angefragt, erzählt er, für einen Beitrag in der "Tagesschau" – dort war am 15. August Klaus Gebhard, Gründer der Parkschützer, mit einer Stellungnahme zu sehen. Unter den vorhandenen Rastatter Schienen ein neues Verfahren auszuprobieren, sagte er hier, sei "unverzeihlich" und zeige, was für "Glücksritter hier inzwischen bei der Bahn das Reglement übernommen" hätten. 

Am Montag Nachmittag sind die Arbeiter der Rastatter Stadtwerke damit beschäftigt, die Häuser in der Ringstraße wieder an das Gas- und Stromnetz anzuschließen. "Inzwischen kann man Entwarnung geben", meint einer mit Brille und Bart. Bis auf vier Häuser, die auf unbefristete Zeit evakuiert bleiben müssen – eben so lange, bis die Bahn mit ihren Reparaturen fertig ist.

Immerhin ist wenigstens einer glücklich mit der aktuellen Lage: Der Anwohner, der seinen Namen nicht nennen will. Der räumt freimütig ein: "Für andere ist das sicher saublöd, aber ich bin dankbar für die Ruhepause." Und wenn dann, in ferner Zukunft, die Gerätschaften wieder röhren und die Bahn ihren Tunnelausbau lautstark vorantreibt, sagt er und lächelt gequält, "dann geht das mit dem Krach noch mindestens ein Jahr so weiter."


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11 Kommentare verfügbar

  • Ruby Tuesday
    am 20.08.2017
    Es fährt kein Bus nach Irgendwo. Der Verkehrsminister lacht, kann er doch die Landeskasse mit immer mehr "Schmerzensgeld" füllen. Für die Fahrgäste ändert sich nichts. Letzte Auskunft Karlsruhe: "Die Zugbegleiter informieren über die Weiterfahrt". Die Auskunft: In Karlsruhe - Busersatzverkahr angekündigt, aber es kommt kein Bus von irgendwo. 300 bis 400 Fahrgäste irren durch den mogendlichen Regen. Kein Infopoint nur
    1 "Orangeweste" verspricht 40 Minuten lang - " Der Bus kommt bald" Vom Sicherheitsdienst keine Auskünfte, doch "wenden Sie sich an die Bahn - Info". Nur so früh 4:00 Uhr ist dort niemand. Baden-Baden ebenso. Die zwei Sicherheitsdienstleute der DB telefonieren sich die Finger wund. Die Verkehrsbetriebe wollen keine Busse schicken, solange die Finanzierungsfrage nicht geklärt ist. Die Leitzentrale erreicht keine Entscheider, zeigt sich hilflos. Info-Points unbesetzt. Zwei, Zugbegleiter in Feiermorgentimmung grinsen dümmlich in der Gegend herum. Haben scheinbar ihren Spass an der Situation. Hilfe ist von ihnen nicht zu erwarten. Die Rollkoffer bleiben zu.
    Bahn und Land verdienen nur noch an der Zerstörung der Bahninfrastruktur. Für Touristen werden Fahrkarten "verschenkt" KONUS 36 Cent, Echt Bodensee Card 1 Euro, jeweils für das Gesamtnetz. Die Fahrgastverbände finden das scheinbar auch noch richtig. Sie sind Zuwendungsempfänger der Bahn und Verkehrsministerien. Lösungsvorschlag:
    Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste halten Busse vor, die unbenutzt in Garagen stehen. Sie können eingesetzt werden. Wenn es zu einem Großschadensereignis kommen sollte wären sie einsatzbereit und könnten abgerufen werden - aber bis zu einer solchen Notlage wäre es sinnvoll gestrandete Fahrgäste einzusammeln, es sind bedauernswert viele alte Menschen Opfern der Bahn, denen keiner hilft z.B. beim Koffer schleppen über endlose Treppen Auf- und Abgänge.
  • by-the way
    am 19.08.2017
    Ganz einfach: das ausführende Bauunternehmen, die Ed. Züblin AG für den angerichteten Großschaden gnadenlos in Regress nehmen und zwar bis zur Firmenpleite... Nebeneffekt:
    einen S21-Großprofiteur eliminiert!
  • M. Stocker
    am 19.08.2017
    Nun hat es VM Herrman ja nicht leicht, weil sich wieder einmal herausstellt, dass man die 10 Mrd. für S21 eher in den Ausbau der Rheintalbahn hätte reinstecken sollen, um damit vielleicht auch solche waghalsigen Manöver zu vermeiden, wie die Stabilisierung von sandigen Böden ein paar Meter unter der Erdoberfläche mittels Vereisung. Das ärgert die CDU, denn rechthaben steht nur ihr zu, deshalb wird es auch lange dauern, bis der Streckenabschnitt wieder befahrbar wird.
    Aber halt: vielleicht sollte man einfach mal eine andere Grünen-Politikerin ranlassen. Frau Göring-Eckardt zum Beispiel. Sie könnte als sister-in-NATO-arms sozusagen von Militär-Stiefelette zu Militär-Stiefelette bei Frau von der Leyen anfragen, ob sie nicht ein schweres PionierInnen-Bataillion schicken könnte. Die sollten so einen Schienen-Behelfsbrückenbau über ein paar Meter Dälle im Boden nämlich gefechtsmäßig in wenigen Tagen hinkriegen. Wo rollen rollen rollen denn sonst die Räder für den Sieg hin? Man stelle sich das mal vor: der gemeinsam mit den lupenreinen Musterdemokraten aus Polen, Ungarn und den baltischen Staaten veranstaltete NATO-Rabatz entlang der russischen Grenze könnte womöglich wegen 30 m verbogenen Schienen monatelang ins stocken kommen!
  • D. Hartmann
    am 16.08.2017
    Herrenknecht hat eine Bohrmaschine verloren. Ruhe ist die erste Bürgerpflicht.
    • Horst Ruch
      am 18.08.2017
      ....hervorragend, die Neue ist schon bestellt. Arbeitsplatzsicherung ,Steigerung des
      Bruttosozialproduktes...... Germany First....mit know how.
    • Peter Kurtenacker
      am 19.08.2017
      Und alle Großunternehmen, sogar Staaten wie die Schweiz und Italien, halten sich an die Pflicht zu schweigen. Die paar Querulanten werden auch noch geschafft. Wird Zeit das die Wahl um ist. Immer diese Ungewissheit ob man die 5 Abgeordnete von Links oder rechts zurecht biegen muss.
      In Stuttgart wartet man inzwischen darauf die Änderungen der Planfeststellungen offiziell zu bekommen. Baugrube 16 und 17 sind längst zusammengefasst. Da steht sogar sichtbar gut die 3 Stütze in einen Bereich der laut PFA 1.1 (Bautagtung) nicht sein kann. Immerhin ist die gewünschte Änderung der PFA 1.1 bei der EBA schon eingereicht! Und die Stuttgarter Staatsanwaltschaft wartet auch mit Sehnsucht darauf sie meine Strafanzeige deswegen in den Reißwolf werfen zu dürfen. Es gibt für diesen Vorgang wirklich ein Aktenzeichen von 2016.
      Größter Witz in der PFA 1.1 ist die vorgeschriebene Grasnarbe während der Bauzeit. Und sogar die regelmäßige Durchfahrt von Kehrmaschinen ist in der PFA 1.1 geregelt. Ich war sprachlos als die Reinigung der Wege mit Wegkratzen per Bagger erfolgte.
      Aber bis heute liegt keine geänderte PFA 1.1 und wasserrechtliche Bewertung vor.
      Aber die neuen Tanks der Wasseraufbereitung stehen schon lange und man hört das beruhigten Geräusch der Pumpen.
      Hauptsache es geht auf der Baustelle weiter.
      Warum machen die alle bei den Scheiß mit Bürgerbeteiligung usw. mit?
      Das wird doch eh alles in Augsburg bei der SRABAG entschieden. Hat das Bundesverkehrsministerium da eigentlich schon eine Zweigstelle? Schaut mal nach wer alles zur STRABAG gehört.
      Leute der ganze Beschiss läuft allein deshalb erfolgreich weiter weil es niemand kapiert.
      Nebenher: Der Brandschutz ist schon lange überfällig. Schaut einmal den großzügigen Platz neben den gebauten Stützen an. Man bekommt schon eine Ahnung was schief geht.
      Die Treppen sind von Anfang an falsch geplant wurden (lichte Breite=2,40m plus Geländer nach Vorschrift). Die Genehmigung von 2005 auf die sich die EBA immer beruft ist unzulässig (b=2,35m roh) da sie nicht mit der Musterbauordnung des Bundes übereinstimmt.
      Die EBA eiert ständig herum. Einerseits wollen sie unabhängig sein, anderseits stinkt es gewaltig wegen des ständigen Aufenthalts in den Darmausgängen der Verkehrsminister. Gewaltenteilung ist das nicht.
      So kann man ständig weitermachen... Ist alles verlorene Lebenszeit. Mist schon wieder ein Stunde sinnlos verplempert.
  • Marie Laveau
    am 16.08.2017
    Warum übernehmen eigentlich alle das Wording der DB, die behauptet, dass das Vereisen im Tunnelbau eine "Weltpremiere" wäre?

    Beim Bau der neuen U-Bahnlinie in Düsseldorf wurde dieses Verfahren auch angewandt:
    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/eiskalter-u-bahn-tunnel-fast-fertig-aid-1.4310807

    "Monatelang befand sich unter dem Kaufhof an der Kö eine meterdicke Schicht aus Eis. Eine Röhre aus gefrorenen Wänden sollte garantieren, dass beim Bau des Tunnels für den U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee, der die beiden anderen Abschnitte der Wehrhahn-Linie verbindet, das denkmalgeschützte Gebäude obendrüber stabil bleibt."

    "Große Hydraulikbagger mit so genannten Fräsebohrern haben den Boden in mehreren Abschnitten innerhalb des Frostkörpers gelöst. Das Eis funktionierte nicht nur zur Stabilisierung des Gebäudes, auch als Dichtung gegen das Grundwasser."

    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/tunnelbau-unter-dem-kaufhof-startet-am-montag-aid-1.3368293

    "Für die Vereisung mussten 122 Rohre jeweils 75 Meter tief in die Wand gebohrt werden, durch die Kühlflüssigkeit mit minus 35 Grad Celsius geleitet wird. Das System, leistet so viel wie 2000 Kühlschränke. Auf diese Weise wurde der dicke Eisring gebildet, aus dessen ungefrorener Mitte die Bagger den ungefrorenen Boden abtragen. Das Eis stabilisiert den Boden und hält vor dem Grundwasser dicht. Den Hohlraum, der durch die Bagger innerhalb des Eisrings entsteht, schützt eine Betonschale. In weiteren Rohren sind 500 Temperatur-Fühler angebracht, die ermitteln, wie dicht und dick der Eispanzer gerade ist. Im Untergeschoss des Kaufhauses registrieren Sensoren jede Bewegung des Bodens."

    Einen gravierenden Unterschied gab es jedoch:
    In Düsseldorf wurde die Tunnelbohrmaschine im vereisten Abschnitt NICHT eingesetzt. Sie war für einen großen Teil der Tunnels im Einsatz, aber vor dem vereisten Gebiet wurde sie gestoppt und im Eis wurde nur mit den Spezialbaggern gearbeitet.
    Wohingegen in Rastatt die TBM auch durchs vereiste Gebiet fuhr. Noch dazu sehr dicht unter der Oberfläche (weniger als 5 m).
    • D. Hartmann
      am 16.08.2017
      Das Verfahren selbst ist nicht neu. Nur bewegte man sich bisher z. B. beim U-Bahnbau meist in Tiefen von deutlich mehr als 10 m (Grundwasser, ganzjährig gleiche Temperatur ...).
      Neu in Rastatt war, dass man diese Technik bei einer Überdeckung (Abstand Tunnelfirste von Gländeoberfläche) von nur 5 m eingesetzt hat.
      In den damit verbundenen Schwierigkeiten wird wohl auch der Fehler zu finden sein, der zu diesem Desaster geführt hat.
  • Blender Blender
    am 16.08.2017
    Vielleicht sollte man mal bei den Pionieren der Bundeswehr nachfragen ob die nicht irgendwo eine mobile Brücke rumliegen haben, z.B. um im Kriegsfall Panzer über Gräben zu bringen. Dann Gleise drauf und langsam drüberfahren, bis die Bahn einen Plan hat. Die Pariser Metro wurde übrigens damals im 19 Jahrhunder überirdisch gebaut und dann die Tunnelröhren von oben abgesenkt.
    • Herr Blinki
      am 18.08.2017
      ...oder in China nachfragen....
  • Peter Kurtenacker
    am 16.08.2017
    Wieder anscheinend ein Freudentag für Kritiker? Von wegen, man wird schneller alles vergessen als viele denken. Ist wie ein Unwetter und es gab sogar keine Toten. Staufen ist seit 5 Jahren am zerreißen, irgendwann kann es keiner mehr hören. Auch hier heißt es für die Verantwortlichen: einfach warten und der Boni zum Jahresende kommt auch gewiss.
    Im übrigen: Dieser Tunnel wurde auf Druck der Bevölkerung so geplant. Man wollte zurecht keine oberirdische Strecke durch Rastatt bauen. Da haben es die Kritiker doppelt schwer. Zumal zurecht auf den alten Staatsvertrag mit der Schweiz hingewiesen wird, wo der Ausbau der Rheinstrecke gefordert ist. Warum hat denn keiner das vorher hinterfragt?
    Die Firma Herrenknecht ist dagegen vorbildlich aufgestellt. Die sagen: Sozial ist was Arbeit schafft. Die Tunnelbohrmaschine wird jetzt ein betoniert? Egal, dann liefern sie die nächste. Zahlt vielleicht die Versicherung? Ist doch gut, dann nicht der Steuerzahler? Wo liegt nur der blöde Gedankenfehler? Zahlen wir vielleicht über diese Rückversicherungen alle?
    Einfach ein Jahr abwarten, dann hat man wenigsten einen weiteren Jahrestag.

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