Die Schweizer gucken in die (neue) Röhre: kein deutscher Zug in Sicht. Foto: SWR

Ausgabe 269
Politik

Ein Tunnel blamiert die Kanzlerin

Von Hermann G. Abmayr
Datum: 25.05.2016
Wenn Angela Merkel am 1. Juni bei der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels in die Kameras lächelt, müsste sie vor Scham im Boden versinken. Während die Schweiz den längsten Eisenbahntunnel der Welt gebaut hat, bleibt das Schienen-Nadelöhr Basel–Karlsruhe noch mindestens 20 Jahre bestehen.

Viele Tausend Menschen erwarten die Schweizer am 1. Juni zur Eröffnung der einzigen Flachbahn durch die Alpen. Es soll ein Volksfest werden. Schließlich geht es um ein Jahrhundertprojekt. Und das auf dem wichtigsten Güterkorridor Europas, der Achse Rotterdam–Genua. Das Ziel: Zigtausende Güter sollen nicht mehr auf der Straße, sondern auf der Schiene transportiert werden. Ein "epochales Ereignis", lobt Hans-Jörg Bertschi von der Unternehmensgruppe Hupac, die auf den alpenquerenden Güterverkehr auf der Schiene spezialisiert ist.

Johann Niklaus Schneider-Ammann, der Bundespräsident der Schweiz, wird am 1. Juni mehrere Staats- und Regierungschefs empfangen. Neben der deutschen Kanzlerin wird auch Italiens Premier Matteo Renzi mitfeiern. Im Gegensatz zu Angela Merkel wird der Italiener nicht mit leeren Händen dastehen: Er wird den Schweizern versprechen, dass die drei großen italienischen Zufahrtsstrecken zur neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) in fünf Jahren – mit einer finanziellen Unterstützung der Eidgenossen – vollständig ausgebaut sein werden: 2020, pünktlich zur Eröffnung des Ceneri-Basistunnels zwischen Bellinzona und Lugano, dem letzten Schweizer Teilstück auf der Strecke.

Die Kanzlerin dagegen wird den Eidgenossen bei den Feierlichkeiten erklären, dass Deutschland die beiden zusätzlichen Gleise für den Güterverkehr auf der 182 Kilometer langen Rheintalstrecke zwischen Basel und Karlsruhe frühestens 2035 abschließen wird. Mit 20-jähriger Verspätung.

"Weltweites Gelächter" über S 21

Angela Merkel lag bekanntlich ein anderes Milliardenprojekt in Baden-Württemberg mehr am Herzen: Stuttgart 21 und der Bau einer Schnellstrecke über die Schwäbische Alb nach Ulm. Ein Scheitern des Großprojekts würde "Deutschlands weltweitem Ruf als zuverlässiger Wirtschaftspartner" schaden, erklärte sie Anfang der 2010er-Jahre immer wieder. Jetzt blamiert sich das Land der Ingenieure tatsächlich weltweit.

Merkel blamiert sich auch in anderer Hinsicht: Während die Schweiz beim Gotthard den Scheitelpunkt der Eisenbahnstrecke viele Hundert Meter tiefer legt, investiert man in Deutschland viele Milliarden Euro, um Züge zwischen Stuttgart und Ulm zum Teil in langen Tunnelröhren 300 Meter höher klettern zu lassen, so Professor Wolfgang Hesse, der an der Ludwig-Maximilians-Universität in München lehrt. Die Steigung der neuen Strecke über die Alb wird so groß sein, dass sie für den Einsatz von Güterzügen viel zu teuer sein wird. Hesse prophezeit dem "deutschen Zukunftsprojekt" Stuttgart 21 "ein weltweites homerisches Gelächter".

Rückblick: Als Matthias Wissmann am 6. September 1996 in Lugano die Vereinbarung zur "Sicherung der Leistungsfähigkeit des Zulaufes zur neuen Eisenbahn-Alpentransversalein der Schweiz" unterschrieben hat, war er noch nicht Auto- und Lkw-Lobbyist, sondern Verkehrsminister. Und Angela Merkel kümmerte sich als "Kohls Mädchen" um die Umwelt. Güter auf die Schiene forderten damals beide. Ein Postulat, das seitdem in allen Koalitionsvereinbarungen steht.

Ohne die Strecke Basel–Karlsruhe ergibt der Tunnel keinen Sinn

Deutschland verpflichtete sich damals im Vertrag von Lugano, die Eisenbahnstrecke zwischen Basel und Karlsruhe auf vier Gleise auszubauen. Denn ohne diesen wichtigen Zulauf im Norden ergibt eine viele Milliarde schwere Investition wie der Gotthard-Basistunnel keinen Sinn. Niemand wäre auf die Idee gekommen, ihn für den Eisenbahnverkehr innerhalb der Schweiz zu bauen. Auch nicht für Touristen aus dem Norden. Denn die Deutschen, die einmal im Jahr ihre Villa im Tessin besuchen, kommen ohnehin im SUV mit Allradantrieb. Und diejenigen, die gern am Lago Maggiore oder am Luganer See zelten, ziehen die aussichtsreiche Fahrt in der Gebirgsbahn dem 57 Kilometer langen Blick auf öden Tunnelbeton vor. Die über hundert Jahre alte Bahnstrecke windet sich bis auf 1150 Höhenmeter, wo ein 15 Kilometer langer Tunnel die Ortschaft Göschenen im Kanton Uri mit Airolo im Tessin verbindet.

Für Touristen ist die Aussicht toll, für Güterzüge ist der Weg teuer und zeitaufwendig. Die Waggons müssen von zwei, bei hohem Gewicht sogar von drei Lokomotiven gezogen werden. Die neue Strecke durch den Gotthard hat dagegen keine engen Kurven mehr; der Tunnel beginnt und endet auf Talhöhe. Statt bisher 180 Züge pro Tag können über 250 fahren.

"Das Land ist stolz auf den neuen Alpentransit", sagt Benedikt Weibel. 1996, als der Vertrag von Lugano unterschrieben wurde, war er Chef der Schweizer Bundesbahn und gehört zu denen, die die Schweiz zum Musterland im Schienenverkehr gemacht haben. Auch der Schienengüterverkehr wuchs seit Mitte der 90er-Jahre. Um 25 Prozent. Täglich transportiert die Bahn heute 260 000 Tonnen. Insgesamt 41 Prozent des Gütertransports werden in der Schweiz auf der Schiene abgewickelt. In Deutschland ist es dagegen nie gelungen, tatsächlich mehr Güter auf die Schiene zu bekommen. Der Anteil liegt gerade mal bei 17 Prozent.

Was hat die Schweiz anders gemacht? Für die Bahn gebe es klare politische Vorgaben, sagt Benedikt Weibel. Das Ziel, Güter auf die Schiene zu bringen, habe Verfassungsrang. Über den Alpentransit habe man 50 Jahre diskutiert, erinnert sich der langjährige Bahnmanager. "Man hat viermal abgestimmt." Und dabei sei es auch um viel Geld gegangen. So billigten die Schweizer bei einer Volksabstimmung in den 90er-Jahren Gesamtkosten von 14,5 Milliarden Franken. Außerdem habe das Volk eine Lastwagensteuer beschlossen, sagt Weibel und lacht spitzbübisch. "Damit finanziert man zu einem wesentlichen Teil der Infrastruktur. Das ist eine unglaublich geschickte Geschichte."

In Deutschland bestimmt schlechte Planung das Bild

In Deutschland dagegen hat sich der Ausbau der Rheintalstrecke ständig verzögert. Schlechte Planungen und Entscheidungen über die Köpfe der betroffenen BürgeInnen bestimmten das Bild. Die Proteste gegen dagegen wurden jahrelang nicht ernst genommen. Dabei sei der Lärm der stark befahrenen Autobahn- und Eisenbahnstrecken (225 Güterzüge pro Tag) kaum erträglich, sagt Roland Diel, Sprecher der vielen Bürgerinitiativen im Rheintal, bei einem Ortstermin im nördlichen Markgräfler Land. Der pensionierte Physiker kann sogar den Geräuschpegel eines deutschen und eines Schweizer Güterzuges unterscheiden. "Die aus der Schweiz sind leiser", sagt er, "denn sie sind moderner." In Deutschland dagegen sind meist noch Klotzbremsen im Einsatz. Eine Uralttechnik, die für den extrem starken Lärm verantwortlich ist.

Zumindest eines bleibt Angela Merkel bei ihrem Schweiz-Besuch: Sie kann sich auf einen Beschluss des Bundestags zum Ausbau der Rheintalstrecke berufen. Er bewilligte im Januar Mehrkosten in der Höhe von 1,5 Milliarden Euro für Lärm- und Umweltschutz, Tunnels, Tieferlegung und Schutzwände. Das Land Baden-Württemberg schießt für einen besseren Lärm- und Landschaftsschutz gut 400 Millionen Euro zu. Weit weniger, als die früheren CDU-Regierungen für Stuttgart 21 beschlossen hatten.

Laut Bundesregierung wird der Güterverkehr in Deutschland bis 2030 um 38 Prozent steigen. Das Bundesamt für Verkehr der Schweiz rechnet im alpenquerenden Schienengüterverkehr im gleichen Zeitraum sogar mit einem Wachstum von 50 Prozent. Österreich plant deshalb bereits einen Brenner-Basistunnel.

 

Info:

Das SWR-Fernsehen hat erst dieser Tage eine Bahn-Dokumentation unseres Autors Hermann G. Abmayr ausgestrahlt. Titel: "Falsches Signal – Wie die Bahn beim Güterverkehr versagt".


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34 Kommentare verfügbar

  • Blender
    am 06.06.2016
    Lasst uns zukünftig doch bitte von s23 sprechen. Ich denke aber, wir sollten uns die Zahlenreihe dahinter auch schon mal merken. Erstaunlich fand ich dass die Bahn das Jahr 2022 planungsmäßig gleich ganz übersprungen hat. Solche kreativen Sprünge wird sie bei der Finanzierung wahrscheinlich auch schon planen. Die Spin Doktoren überlegen schon, ob eine großer Kosten-Sprung besser ist, oder ob die Salamitaktik besser ist. Meine Prognose: Salamitaktik mit mehreren großen 679 Mio Schritten, und als Abschlusszuschlag am Ende nochmal 1,58 Mrd. Bis dahin hat sich Otto-Normalbürger eh schon längst ausgeklinkt, vorstellen kann sich das nur noch derjenige der die Rechnungen schreibt, nicht wahr, Herr Herrenknecht?
  • Kornelia
    am 05.06.2016
    Gott-hard Gott-hard über alles...
    Die Schweiz hat den größten Tunnel der Welt. Und einen ziemlich großen Lohnraub…

    Der neue Gotthard Tunnel war und ist Gegenstand breitester
    Medienberichte über das technische Wunderwerk. Weitaus weniger Gegenstand sind die Bedingungen für jene, die ihn gebaut haben. In dem Artikel „Dicke Luft im Stollen“ von Michael Stötzel am 19. Mai 2016 in work (Zeitung der Gewerkschaft Unia) ist dies das Thema: „Die Löhne der Tunnelarbeiter waren praktisch während der ganzen Bauzeit am Jahrhunderttunnel ein Thema. Zwar hatten sich alle beteiligten Firmen verpflichten müssen, den Schweizer Bauvertrag (LMV) einzuhalten.
    Insbesondere bei den Zulagen tricksten aber viele von ihnen, nicht nur ausländische Unternehmen. Hans Baumann, damals der Ökonom der GBI, weiss, dass allein in den Jahren 2003 und 2004 «mindestens 1000» Verstösse aufflogen. Er erinnert sich an einige grössere Auseinandersetzungen in den ersten Jahren“ und gibt einen Überblick über eine ganze Reihe von Auseinandersetzungen in den langen Jahren des Baus, der 1997 mit folgendem Vorfall beginnt: „An seinem Ende hob
    ein südafrikanisches Subunternehmen einen Schacht bis zur geplanten Tunnelsohle in 800 Metern Tiefe aus. Dort sollte eine Förderanlage eingebaut werden. Doch die südafrikanischen Arbeiter, Spezialisten im Schachtbau, erhielten lächerliche Löhne. Das war der erste Lohndumpingskandal am Gotthard“
    http://workzeitung.ch/tiki-read_article.php?articleId=2646&topic=1

    Siehe dazu weiteren Beitrag
    http://www.labournet.de/?p=99143
  • Demokrator
    am 04.06.2016
    "Neue Probleme bei Stuttgart 21 Zeit und Geld werden knapp"

    "Die Bahn gerät mit S21 in neue Schwierigkeiten - offenbar wackelt jetzt der Eröffnungstermin. Und damit nicht genug: Das umstrittene Projekt wird womöglich noch teurer."

    http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/stuttgart/zeit-und-geld-werden-knapp/-/id=1592/did=17537484/nid=1592/k7t211/index.html

    Tja, da werden die "Müller" wohl noch einiges an Überzeugungsarbeit leisten müssen...
  • D. Hartmann
    am 03.06.2016
    Um zu sehen, wie man einen Kopfbahnhof in vertretbarem Zeit- und Finanzrahmen für die Anforderungen des Schienenverkehrs im 21. Jhdt. ertüchtigt, muss von Stuttgart aus nicht allzu weit fahren, nämlich nur nach Zürich.

    In Zürich kann man dann einen rundum modernisierten Kopfbahnhof bestaunen. Der Züricher Kopfbahnhof dürfte mit an die 3000 Zugfahrten pro Tag einer leistungsstärksten der Welt sein. Er besteht aus 16 oberirdischen Sackgleisen und zehn Durchgangsgleisen im Untergrund: Sechs davon werden nur von der S-Bahn genutzt und existieren schon seit 1990, vier der zehn sind erst seit 2014 in Betrieb.

    Die vier 2014 fertiggestellten Durchgangsgleise im Untergrund dienen auch dem Fernverkehr auf der West-Ost-Achse. Im Gleisvorfeld ermöglichen neue Brücken- und Tunnelbauten die kreuzungsfreie Ein- und Ausfahrt von Zügen. Die Umsetzung dauerte 17 Jahre (1998 Volksinitiative, Fertigstellung 2015). Und die Kosten blieben mit gut 2 Mrd CHF recht überschaubar

    In Stuttgart / Deutschland ist man bereit für eine Tieferlegung von 8 Gleisen mindestens 6,5 Mrd EUR auszugeben. Dafür bekommt man dann einen netten U-Großbahnhof aber mit deutlich verringerter Kapazität gegenüber dem Stuttgarter Kopfbahnhof im Zustand der 60 Jahre des 20 Jhdt.
    Um den Sinn dahinter zu verstehen, muss man wohl deutscher (schwäbischer?) Politiker sein.
  • Müller
    am 02.06.2016
    @Blender
    Nein, ich habe großes Verständnis wenn die Menschen gegen lärmende Bahntrassen demonstrieren. Deshalb bin ich auch für die Entfernung der Trassen aus dem Stadtgebiet.
    In 10 Jahren wünschen sich genauso viele Menschen K20 zurück wie heute sich heute die Menschen die quietschende Strampe auf den Schlossplatz wünschen: Null

    @Herr Ruch. Gerne. Wir können auch Wetten über das rutschende Kernerviertel, die kippenden Bahnhofs- und Fernsehtürme, den Untergang des Mineralwassers etcpp abschließen. Aber wahrscheinlich glaubt von den Genern keiner so ernsthaft an die Märchen, als dass er nur einen Cent darauf wetten würde. Alles nur blabla.
  • Blender
    am 02.06.2016
    @Müller: wie,sie sich vielleicht erinnern waren die S21-Kritiker bei der Schlichtung sehr gut informiert und im gegensatz zu den Vertretern der Bahn und der Mappus-Regierung auch konstruktiv. Hätte man den Bahnhof so gebaut wie ursprünglich geplant wäre Stuttgart's Innenstadt wahrscheinlich weitgehend vom öffentlichen Schienenverkehr (Fern- und S-Bahn) abgehängt worden. Für die paar "Magistrale-Züge" hätte man auch einen Halt im Kornwestheimer Durchgangsbahnhof einrichten können. Aber Sie haben schon recht, gegen die Rheintaltrasse wie ursprünglich geplant hätte ich auch demonstriert denn Lärmschutz halte ich für essentiell. Lärm ist nämlich für KHK und Schlaganfälle verantwortlich, und das muß keiner grundlos erleiden. So wie ich Sie verstehe, wären Sie für die Abschaffung des Klagerechts der Anwohner. In so einem Deutschland möchte ich aber nicht leben, auch dagegen würde ich demonstrieren. Hab ich jetzt alle Ihre Klischees vom klagewütigen Berufsdemonstranten erfüllt?
  • Horst Ruch
    am 02.06.2016
    .....Ihr grenzenloser Optimismus in Ehren....wetten @müller, daß "des 8-gleisige Tiefbahnhöfle" als das dümmste und teuerste Miniprojekt in der Geschichte der Eisenbahnwelten eingehen wird. Immerhin ein weiterer Rekord für den Exportweltmeister für das Guinessbuch der Rekorde 2025.......
  • Müller
    am 02.06.2016
    @blender
    Genau. Und die neue Messe bringt den Menschen in Stuttgart gar keine Entlastung vom Dauerstau und Abgasen. Und überhaupt braucht gar niemand eine so große Landesmesse die wird niemals ausgelastet sein.

    Und im Gotthard werden alle sterben aber das Projekt wird vorher sowieso an seiner Komplexität scheitern.

    Auch zur Rheintalbahn wurde gestern viel berichtet.
    Alle Experten sind sich einig: Dort gibt es eine geringere ingenierstechnische Komplexität. Aber eine tausendfach höhere gesellschaftspolitische.
    Im Gotthard wohnt niemand. Der Berg stellt einige technischen Aufgaben. Aber er demonstriert und prozessiert nicht. Und er dramatisiert nicht. Die Ing können in aller Ruhe die Herausforderungen des Berges angehen.
    Die Rheintalbahn führt durch dichtbesiedeltes Gebiet.
    Und der Ausbau bringt viel Lärm mit sich. Und wenn der Bau fertig ist rollen viele viele Züge mehr durch diese wunderbare Landschaft vorbei an Städten und auch mittendurch. Das ist heute den Menschen nicht mehr vermittelbar. Daher stockt der Ausbau. Und auch K21 wäre daran gescheitert. K21 hätte Lärm, Flächenverbrauch und endlose Proteste mit sich gebracht. Verständlicherweise. Sie und die Montagsfreunde wären die ersten, die gegen die Rheintalbahn demonstrieren würden, wenn diese vor ihrer Haustüre wäre.
    Es fehlt nicht am Geld. Davon gibt es reichlich.
  • Blender
    am 01.06.2016
    Nein Herr Müller! S21 wird nicht mehr gut, auch nicht falls jemals Züge durchfahren. Es wird immer nur eine Haltestelle bleiben, statt eines Bahnhofs, mit halb so viel Gleisen wie im Mannheimer HBF, in der kein Zug die Richtung ändern darf, es wird immer schräg bleiben, und damit die Züge durchfahren können müssen die Bahnfahrer zum Bahnsteigwechsel über Treppen die Gleise überqueren. Über S-Bahn Verspätungen, Baustellenumleitungen, und Sonntags- und Feiertagslärm bis zur Fertigstellung ganz zu schweigen. Auch dass für den Rheintalausbau momentan kein Geld da ist liegt an der S21 Verschwendung.
  • Müller
    am 01.06.2016
    Hihi... Heute kommen auf allen Sendern Beiträge zur Eröffnung des GBT. SWR2, DLF....
    Auch die Gegnerargumente wurden betrachtet:
    "Todesfalle, zu komplex, unwirtschaftlich, wird an sich selbst scheitern etcpp..." :-)
    Und heute ists wie bei der Landesmesse. Keiner will dagegen gewesen sein.
    Wie in wenigen Jahren in Stuggi
  • Barolo
    am 31.05.2016
    Hatte nun endlich Zeit den im Artikel angegebenen Film "Falsches Signal – Wie die Bahn beim Güterverkehr versagt" anzusehen.
    Als Stuttgarter ist man schon verblüfft, wie bei unserem Grossmarkt, trotz Gleisanschluss, 100% mit LKW transportiert wird. Ein wirklich empfehlenswerter Film.

    Es bleibt einem die Spucke weg, wenn man die Diskrepanz zwischen den Worthülsen deutscher Politiker und den entsprechenden (Nicht)-Taten sieht. Die Ramsauers und Dobrindts müssten eigentlich alle mit einer Pinocchio Nase von einem Meter Länge rumlaufen und vor Scham in den Boden versinken.

    Wenn man sich noch vor Augen hält, daß wir mit dem LKW Wahnsinn nicht nur endlose Staus produzieren, sondern die LKWs auch für 99% der Strassen- und Brückenschäden verantwortlich sind, dann erkennt man den ganzen Wahnsinn unserer sogenannten Verkehrspolitik. Und dabei ist das Thema Öko noch nicht mal betrachtet.
    Und die von den Grünen nun geliebten Gigaliner machen alles nur noch schlimmer, da noch mehr auf die Strasse kommt.

    P.S.: Was steht im Staatsvertrag mit der Schweiz? Wann haben wir dort schriftlich dokumentiert, 4 spurig fertig zu sein? Oh Merkel, wie peinlich und verkehrlich dumm ist das denn?
  • D. Hartmann
    am 30.05.2016
    Zum letzten Satz Ihres Artikels eine wichtige Korrektur:
    Am Brennerbasistunnel wird breits seit über 2 Jahren gebaut. Inzwischen sind neben Erkundungs- , Zufahrts- und Rettungsstollen auch schon fast 5 km Haupttunnelröhren ausgebrochen.
    Details: http://www.bbt-se.com/projekt/baufortschritt/

    Auch in diesem Fall werden die zuführenden Bahntrassen in Deutschland zwischen München und Kufstein woh erst nach Fertigstellung des Tunnels (geplant 2025) ausgebaut werden.
  • Befix
    am 29.05.2016
    Es geht hier doch nicht -obwohl man den Eindruck hat- um S21.
    Schaut Euch das SWR-Video an, wie die Bahn in Deutschland ausgebremst wird (und sich -u.a. dank McKinsey im Konzernprojekt "Zukunft Bahn" und einiger Topmanager, die keinen Bezug zum eigenen Produkt haben- auch selbst ausbremst).
    Deutschland wird damit verkehrspolitisch immer mehr zum Entwicklungsland:
    - Lärm,
    - Abgase (ich warte auf den LKW-Abgasbetrugsskandal: Es heißt ja immer, wie "effizient und sauber" die LKW nach EU-Norm geworden seien..),
    - Verkehrstote,
    - Flächenverbrauch,
    - ästhetische Verschandelung u.v.m.

    Wie kann sich ein so reiches Land so sehr der Autoindustrie verkaufen? Alles opfern, was das Leben für einen selbst und andere Menschen und die Umwelt schön macht?
    Es geht wohl nur über klare politische Vorgaben (u.a. radikale Verteuerung der Kraftstoffe, Fahrverbote, endlich eine PKW-Maut unter Beibehaltung anderer Steuern).
    Sonst bleibt nur noch die Hoffnung, dass die Schweiz nicht die Grenzen für Geflüchtete aus Deutschland verschließt.
  • Müller
    am 28.05.2016
    @frau Rath
    Beim Gotthardbasistunnel gibt es eine Ost- u eine Weströhre. Also wurden über 100km Tunnel gebohrt.
    Dennoch bin ich komplett bei Ihnen. Die Gesamtkomplexität ist bei S21 größer als beim GBT.
    Daher glaube ich auch an weitere Kostensteigerungen.
    Dafür erhält man eine Neuordnung des kompletten Bahnknotens inkl. vier Bahnhöfen und riesige Flächen für Parkerweiterung und Stadtteile. Das schafft dringend benötigten Raum für uns Menschen. Zum Wohnen, Arbeiten und zum Erholen.
    Da wollen Sie die Zahlen doch nicht etwa mit einem reinen Bahnprojekt vergleichen, oder?

    @liebe/r Andrea
    Ich kann mich noch gut an die täglichen Staus am alten Engelbergtunnel erinnern. Da hat der neue Tunnel eine große Erleichterung gebracht. Ich fahre regelmäßig und staufrei hindurch. Unbezahlbar dieser Tunnel. Ein paar Milliönchen Sanierung sind sicher weniger als 0,1% der Kosten die durch Staus entstehen. Nach wie vor eine richtige Entscheidung.
    Wie hätte denn eine alternative Trassenführung ausgesehen. Zwischen Höfingen und Leo durch die Obstwiesen und Vorgärten?
    Oder gar über den Berg wie am Drachensteiner Hang hoch und runterschlängeln?
    Bin gespannt...
    Vielleicht sollten wir uns überhaupt mal darüber unterhalten warum die Menschen vor langer Zeit angefangen haben Tunnels zu bauen.
    Und warum gerade in Stuttgart der erste Straßentunnel Deutschlands gebaut wurde.
    Und warum der S-Bahntunnel in Stuttgart bis vor wenigen Jahren der längste Bahntunnel Deutschlands war.
    Und wie konnten die Ingenieure das alles ohne Weltuntergang errichten, wo es doch damals noch keine Wutbürger gab die alles besser wussten?
  • Horst Ruch
    am 28.05.2016
    ....arme Angela Merkel und ihr Deurschland AG-Syndrom, so lange an der Macht und nichts bzw. erst allmählich etwas dazugelernt.........lieber@ Müller, es ist schon amüsant, wie Sie den rechnerischen und technischen Unsinn von unserem S(21)- Bahnhöfle immer und immerwieder als Musterbeispiel Deutsch-"schwäbischer" Ingenieurskunst beschwören. Natürlich sind es nicht die Ingenieure ansich, sondern ihre "beamteten" Verteter in den Genehmigungs/Aufsichtsgremien, die ohne Berufsethos den politischen Gernegroß markieren, d.h. die nicht den Mut haben, den ihnen verordneten Maulkorb in den Abstellraum zu stellen. Bloß ja nicht ihr lukratives Aufsteigerpöstchen aufs Spiel setzen. Da nützten auch die unseligen Drohgebärden des"Schwanau"-Vertreters der Ingenieurskunst wenig, dem außer Eigeninteresse der Gesamtzusammenhang eines "visionären" Projektes schlichtweg "wurscht" ist. Seine Maschinen sind zum Bohren dicker Tunnellöcher hervorragend geeignet, setzten diese allerdings eine sinnvolle Planung voraus. Der teuerste und längste Tunnel ohne Anschluß bleibt eine Karikatur seiner selbst.
    So ist die Ingenieursleistung zwar unumstritten, doch im Gegensatz zu S21 kann die Deutsche (Außen) Aktienpolitik der Bahn ihre "Meister"Leistung der fehlenden Anschlüsse der Gotthardgleise immerhin mit ziemlicher Verspätung in Aussicht stellen. Vertrag ist Vertrag. Die AG als "verlässlicher" Partner mit der "Nullen"-Kompetenz seines Managements.
    Leider hat es Angela Merkel immer noch nicht begriffen, von A-ckermann bis Z-etsche, das undurchsichtiges Geflecht von nimmersatten globalplayern zu durchschauen. Ein Defizit, das aus ihrer Lehrzeit in der DDR herrührt.....Tunnelblick....
    Bedauerlich, so spaltet sich eine Nation mitsamt Europa auf.
  • Andrea
    am 28.05.2016
    Liebe/r Müller,

    wenn die Welt so simpel wäre könnte alles so einfach sein.

    Bei BER wären die Ingenieure selbstverständlich in der Lage gewesen, ein funktionierendes Brandschutzkonzept zu liefern - leider wurden sie dazu gar nicht aufgefordert. Übrigens ganz parallel zu S21, wo das Branschutzkonzept erst auf Druck der Ihnen so verhassten kritischen Bevölkerung überarbeitet wurde. Muss man sich dafür entschuldigen? Ich denke nicht.

    Übrigens: Die Berliner haben den Vorteil, sie haben noch andere Flughäfen. Wir haben keinen anderen Bahnhof, den wir dann so lange nutzen könnten, bis alle Nachbesserungen erledigt sind.

    Die Mode in Deutschland ist es nicht, Projekte zu torpedieren, die Mode heißt alte Konzepte auf Teufel-komm-raus zu realisieren um sich in der Welt zu profilieren.

    Projekte wie S21 oder der Hochmoselübergang lagen Jahrzehnte in irgendwelchen Schubladen. Ist es dann wirklich falsch darauf zu bestehen, dass sie sowohl nach dem aktuellen Stand der Technik, der Sicherheit und auch der Verkehrsbedarfe überarbeitet werden, bevor man sich für Milliarden sinnfreie Denkmäler in die Landschaft pflanzt? Für diese Forderung muss sich sicher auch niemand entschuldigen.

    Anhydrit ist für Sie auch Unfug? Beim Dauersanierungsfall Wagenburgtunnel wusste man es wahrscheinlich noch nicht besser - und als Luftschutzbunker war er wirklich Gold wert. Aber beim Dauernsanierungsfall Engelbergtunnel - tja - da hätten die Ingenieure eine andere Trasse gewählt. Raten Sie, wer das verhindert hat? Ein Tipp: Die kritische Bevölkerung war es nicht.
  • CharlotteRath
    am 27.05.2016
    Der Gotthard-Basistunnel hat eine Länge von 57,1 km, der Bau kostete 11, 9 Mrd. Euro.

    S 21 umfasst 54,6 km, soll allerdings zum Schnäppchenpreis von Euro von 4,07 Mrd Euro zu haben sein?
    Zwar werden bei S21 nur 35 km im Tunnel geführt, dies jedoch kreuz und quer unter einer Landeshauptstadt (Grunddienstbarkeiten). Hinzu kommen weitere Kostentreiber wie mehrere Brückenbauwerke, Bauen im gespanntem Grundwasser und Wassermanagement, drei neue Bahnhöfe, Verlegung zahlreicher Infrastrukturstränge (vom Hauptabwassersammler bis zu Stadtbahnhaltestelle, jeweils unter Betrieb) ...

    @Müller: Für wie belastbar halten Sie die Kostenberechnungen der Deutschen Bahn AG?

    By-the-way (:-) - was gibt's eigentlich dazu Neues vom Bundesrechnungshof? Der wollte ursprünglich schon im September vor der letzten Bundestagswahl seine aktualisierte Stellungnahme zu S 21 vorlegen, wurde dann aber von der amtierenden Bundesregierung ausgebremst (Aushebeln von checks and balances - so etwas stärkt das Vertrauen der mündigen Wahlbevölkerung in die Regierung ungemein) ...
    Fragt da mal ein Journalist, eine Journalistiin nach?
  • Müller
    am 27.05.2016
    Ich hätte nicht gedacht, dass ich so viel Zustimmung für meinen Kommentar erhalte.
    Wenn die meisten dem Knowhow der Ingenieure vertrauen, könnten wir dann in Zukunft die Märchen von kippenden Bahnhofs- und Fernsehtürmen, vom sooo komplexen Karstgebirge und dem alles vernichtenden Anhydrit, vom rutschenden Kernerviertel oder der im Loch versunkenden Stadt... Können wir das dann mal lassen? Oder uns vielleicht sogar mal für diesen Unfug entschuldigen?
    Zur Mutti: Mutti hat nie behauptet, dass von S21 die Zukunftsfähigkeit des Landes abhängt. Das ist eine mutwillige Falschintetpretation.
    Es geht darum, dass es in D zur Mode wurde Projekte dann zu torpedieren, wenn sie durch sämtliche Entscheidungsgremien gegangen sind.
    Wenn die Bagger kommen dann laufen Umweltverbände Sturm. Ein sooo seltener Käfer findet sich in jedem Baum. Von Populisten werden Ängste geschürt ohne jeden Realitätsbezug (siehe rutschendes Kernerviertel etc.) Es werden hunderte Gerichtsverfahren angeschoben, 99% ohne jede Erfolgsaussicht aber mit dem Ziel das Projekt zu verschleppen.
    All dies schadet dem Land und wäre in der Schweiz nicht denkbar. Wenn entschieden wurde herrscht Ruhe. Bei uns herrscht vor der Entscheidung Ruhe und beim Baubeginn geht der Punk ab.
    Vollkommen sinnbefreit und nur destruktiv.
    Das meinte Mutti und mir ist es ein Rätsel wie man so primitive Dinge nicht verstehen kann.
  • Rolf Schmid
    am 26.05.2016
    Lieber Hermann G. Abmayr,

    diese Kanzlerin hat sehr viel mehr und schlimmeres zu verantworten als die noch immer nicht ausgebaute Rheintalbahnstrecke. Deshalb wird sie bei der Eröffnung des Jahrhunderttunnels in der Schweiz am 1. Juni in die Kameras lächeln als ob alles im Butter wäre! Natürlich nur, wenn sie für die Teilnahme an der Eröffnung überhaupt Zeit hat und nicht schon wieder bei ihrem vermeintlichen Retter ERDOGAN antichambrieren oder die massive Stationierung der Bundeswehr an der russischen Grenze begutachten - und natürlich auch deren Front abschreiten - muss!
    Und wer wie ebenfalls diese Kanzlerin mit verantwortlich ist am Bau-Desaster bei der zum Abriss-fälligen Bauruine in Berlin, die einstmals ein Flughafen hätte werden sollen, die lässt sich durch nichts von einem wenn vielleicht auch verkrampften Kamera-Lächeln abbringen, wenn das von ihr erwartet wird!
    Die Einweihung des Baudesasters "Stuttgart 21", für das sie sich noch vor kurzem intensiv einsetzte, wird ihr dafür höchstwahrscheinlich sowie aus ganz natürlichen Gründen erspart bleiben!
  • Demokrator
    am 26.05.2016
    Und mit der Demokratie hast Du es wohl nicht so, "Ansgar"?

    China ist übrigens eine Diktatur und wir (noch) ein freiheitlich-demokratischer Rechtsstaat.

    Aber manche traurigen Gestalten wollen scheint's schon lieber wieder in ersterem Staatsgebilde leben, weil dort die Züge ja (angeblich) immer pünktlich fahren. Und Kritiker gleich ins Gefängnis wandern.
  • M. Stocker
    am 26.05.2016
    @Ansgar, (Zitat) "Wieso baut denn die Bahn nicht den Tunnel und man tut immer so als sei das Aufgabe der Politik?"
    Weil die Bahn dazu Steuergelder braucht, da sie das, was sie als Gewinne ausweist und an den Bund 'zurück'zahlt, nur aus überteuerten Minderleistungen eines Gebietsmonopolisten erzielte Überschüsse sind, die in Wirklichkeit rezirkulierte Regionalisierungsmittel, also Steuergelder sind. Die Bahn hat kein eigenes Geld für Investitionen.

    Ansgar: "Bei Stuttgart 21 wissen es alle Leute besser und machen einen Heidenlärm wegen einem kleinen Bahnhof."
    Genau deswegen. Weil für einen geradezu schwachsinnig unterdimensionierten Bahnhof, der einen Rückbau des bestehenden Systems darstellt, eine geradezu obszöne milliardenschwere Geldverschwendung organisiert wird.

    Ansgar: "So kann Investition in Deutschland nicht funktionieren, dem Land der Verhinderer."
    Gebe ich Ihnen vollkommen recht: Wer den Schienenverkehr ausbauen will, muss in den Ausbau des Schienenverkehrs investieren. Wie im Rheintal z.B., allerdings nicht nur im Schneckentempo. Aber man darf das Geld nicht in den schwachsinnigen Rückbau des Schienensystems wie in Stuttgart 21 versenken.

    Ansgar: "In der Zeit wo man in Deutschland über solche Vorhaben prozessiert und Regierungen stürtzt, hat man es in China schon gebaut und wieder abgerissen für die nächste Lösung."
    Richtig! Genau deswegen verteidigen wir hier den Rechtsstaat gegen die feuchten Träume unserer Herrschenden Klasse (und Leute wie Ihnen, werter Ansgar), die hier sehr gerne eine poststalinistische Kapitaldiktatur wie in China errichten würden.
  • Velofisch
    am 26.05.2016
    @Andreas Spreer: Auch in der Schweiz ist die Autolobby aktiv. Mit Lügenmärchen wurde eine Volksabstimmung zum Ausbau des Autobahntunnels gewonnen. In Genf wollen sie eine 5 Mrd teure Seequerung bauen und obwohl die Autobahnvignette im Preis nicht erhöht werden soll, sollen Milliarden in den Autobahnbau gesteckt werden. Die Ticketpreise dagegen steigen kontinuierlich weiter, damit irgendwann auch die in ihre Züge verliebte Schweiz heim zum Auto findet.
    Aber es stimmt natürlich, im Vergleich zu Deutschland sind die Verhältnisse in der Schweiz (noch) deutlich besser.
  • Ansgar
    am 26.05.2016
    Wieso baut denn die Bahn nicht den Tunnel und man tut immer so als sei das Aufgabe der Politik?

    Bei Stuttgart 21 wissen es alle Leute besser und machen einen Heidenlärm wegen einem kleinen Bahnhof. So kann Investition in Deutschland nicht funktionieren, dem Land der Verhinderer. In der Zeit wo man in Deutschland über solche Vorhaben prozessiert und Regierungen stürtzt, hat man es in China schon gebaut und wieder abgerissen für die nächste Lösung.
  • Dr. Uwe Prutscher
    am 26.05.2016
    GERMAN ENGINEERING - DAS ist nicht das Problem! Das Problem sind unsere gewählten Vertreter, die ohne Rückkopplung nach Gutsherrenart wissen, was für den tumben Pöbel, diesen unsäglichen Lümmel Volk, gut ist!
    Das noch größere Problem sind die unermüdlich bohrenden Maulwürfe in den Lobbytunnels unserer fundamental durchlöcherten Demokratie.
    Das BaWü-SPD-Führungspersonal hat sich mit anbohren lassen im unsäglichen Drang ran an die Tröge der Herrschenden Klasse.
    Als die Empörung über S 21 2010 auf dem vorläufigen Höhepunkt tobte, sagte der Schweizer Verkehrsminister in einem SWR-Interview sinngemäß: Bei einem derart gigantischen Projekt wie dem Gotthard-Basistunnel ist es doch selbstverständlich, dass wir die betroffene Bevölkerung in den Kantonen und im Bund mitnehmen müssen. ANDERS sind solche Projekte gar nicht realisierbar. In mehreren Abstimmungen haben wir dem Wahlvolk die Pläne vorgelegt und um Diskussion gebeten. Diese war engagiert und sehr produktiv und hat mit ihren Vorschlägen für das Gesamtvorhaben zweifellos Verbesserungen gebracht. Mit der Unterstützung der betroffenen Menschen wird die Schweiz das Vorhaben im gesicherten Kostenrahmen sehr pünktlich fertig stellen und so den von uns garantierten Beitrag zur wichtigsten europäischen Nordsee-Mittelmeer-Ferngütertrasse von Rotterdam bis Genau wie vereinbart leisten.
    DEMOKRATIE GEHT DOCH!
  • Blender
    am 25.05.2016
    Wenn man beim Betonieren der Bodenplatte dran denkt, könnte man die Bahnsteigkante einebnen in dem man alle 5 Meter eine 7,5 cm Stufe einbaut, also auf die Bahnsteiglänge ca. 100- 150 possierliche Stufen. Für Rollstuhlfahrer wird die Reise per Zug dann halt zum Hindernislauf und die Stiftung Warentest kann beim nächsten Rollkoffertest die massenhafte Stufenüberwindung gleich mit ins Prüfprogramm aufnehmen, dafür rollt dann aber kein Kinderwagen unachtsam auf die Gleise. Gegen wegrollende Züge bringen die Stufen halt nichts. Da bräuchte man noch Technik wie sie bei Zahnradbahnen verwendet wird. FEHLPLANUNG! Und andernorts werden Güterbahnhöfe geschlossen, Streckenausbau verzögert, Lärmschutzmvernachlässigt, lärmende Bremsen belassen, Personal abgebaut, .... SCHANDE!
  • Blender
    am 25.05.2016
    In Mannheim hat die Bahn kürzlich festgestellt, dass die bestehenden Gleise nicht ausreichen weshalb ein zusätzlicher Bahnsteig oberirdisch gebaut werden soll. Sowas wird in Stuagart's Tiefschräghaltestelle nie und nimmer möglich sein.
  • Contra-Müller
    am 25.05.2016
    Ach ja?
    Zitat: "Und auch bei der NBS und S21 laufen alle Baustellen problemlos."
    Das ist aber dann seltsam - dann müßte ja eigentlich schon längst die Bodenplatte fertig sein, die wunderschönen weißen Lichtaugen-Kelche bereitstehen und die von der StZ aufgeführten Probleme sind auch schon beseitigt????
    "Bei Stuttgart 21 und neuerdings auch der Neubaustrecke von Wendlingen nach Ulm gibt es an mindestens drei Stellen Probleme mit dem Baufortschritt. So fehlt die Genehmigung für den Anschluss des Flughafens an die Schnellfahrstrecke entlang der Autobahn, beim Albvorlandtunnel könnten sich Bauverzögerungen durch die Umsiedlung von Eidechsen einstellen, und in der Stadtmitte hat sich das Betonieren des Tiefbahnhof-Fundaments verzögert."
    Wie kommt's? Vor wem verneigen Sie sich denn? Vor denen, die Sie auf Teufel komm raus angelogen und betrogen haben, die die Landeshauptstadt Ba-Wü's in eine Riesenbaustelle ohne Anfang und Ende verwandelt haben, die einen gut funktionierenden Bahnhof in einen Dauerengpass verwandeln wollen, die Milliarden Euros in den unberechenbaren Anhydrit stecken und schon heute nicht mit ihren "Umbauten" klarkommen?
    Ich frage mich, welche Substanz man den S21-Jubelpersern gegeben hat, dass ihr Hirn ständig auf dauerrosa gepolt ist!

    Man kann euch eigentlich nur noch bedauern ...........
  • Barolo
    am 25.05.2016
    Ja, es sind nicht die deutschen Ingenieure die sich mit S21 blamieren.
    Wie im Artikel richtig beschrieben sind es die deutschenn Politiker, welche durch dieses schwachsinnige Projekt einen vermutlich zweistelligen Milliardenbetrag verbuddeln um anschliessend eine "Haltestelle Stuttgart" zu haben.
    Damit hätte man, ausser der Rheintalstrecke noch x andere sinnvolle Infrastrukturmassnahmen in Deutschland bauen können.
    Und einen renovierten Hauptbahnhof wie in Leipzig hätten wir auch.

    Bei Lucky Luke war teeren und federn ein gängiges Mittel für Falschspieler und Betrüger.
    Heute dürfen Politiker alles ohne Konsequenzen falsch machen.
    Hauptsache ein Posten in der Wirtschaft winkt.
  • Andreas Spreer
    am 25.05.2016
    Hat hier irgendjemand deutsche Ingenieurskunst bezweifelt? Deutschland hält seine Verträge mit der Schweiz nicht ein, darum geht es.
  • dichtbert
    am 25.05.2016
    @Müller, 25.05.2016 11:01 da fragt man sich doch, wieso im Stuttgarter Talkessel vor allem Firmen aus Österreich mit dem Tunnelbau beauftragt wurden. Die Baustellen laufen übrigens so extrem problemlos, dass es im Talkessel so gut wie gar keinen Baufortschritt mehr gibt..
  • Insider
    am 25.05.2016
    In der Tat wurde der Gotthardtunnel mittles hervorragender Technik aus dem Ländle termingerecht fertiggestellt. In der aktuellen KONTEXT-Ausgabe ist der Mann zu sehen, der dafür verantwortlich ist, dass seine technischen Geräte (Bohrer) weltweit erfolgreich zum Einsatz kommen. Womöglich sogar in Panama?
  • Demokrator
    am 25.05.2016
    Demnächst auf Frontal 21:

    "Unfälle durch abschüssige Bahnsteige
    Achtung Lebensgefahr!

    Die Deutsche Bahn behauptet, "Stuttgart 21" könne trotz der drastischen Neigung der Bahnsteige genauso sicher betrieben werden wie ein ebener Bahnhof. Denn beim künftigen Großbahnhof würden die Bahnsteige nach innen geneigt gebaut. Zudem könnten rollhemmende Bodenbeläge die Reisenden schützen.

    Doch "Frontal 21" liegen exklusiv Videos vor, die Rolltests mit Kinderwagen auf einem vergleichbaren Bahnsteig zeigen. Dabei rollt bald jeder dritte Kinderwagen von selbst ins Gleis. Das zeigen auch Berechnungen, die Gegner des geplanten Bahnhofes dem Deutschen Bundestag dazu vorgelegt haben.

    Belege dafür, dass "Stuttgart 21" genauso sicher ist wie ein ebener Bahnhof, gibt es von der Bahn bis heute jedoch nicht. Erst zur Inbetriebnahme prüft die Aufsichtsbehörde, das Eisenbahnbundesamt, ob das Milliardenprojekt wirklich sicher ist.

    Die Abgeordnete der Linken, Sabine Leidig, befürchtet, dass nach dem Desaster rund um den Hauptstadtflughafen BER bei "Stuttgart 21" ein weiteres Milliardengrab droht.

    "Frontal 21" über nach wie vor gravierende Sicherheitsmängel beim Großprojekt "Stuttgart 21", die schon heute, in der Bauphase, bekannt sind und die Inbetriebnahme des Milliardenprojektes gefährden."

    http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/programdata/f66838f5-a8fb-3da8-aa23-7a6accf45314/bf1fdc6f-0c26-4f74-94a1-57b2308f36f1


    Na, da wird "Müller" wohl noch eine Menge Überzeugungsarbeit leisten müssen...
  • Müller
    am 25.05.2016
    Weltweite Bewunderung für Ingenieurskunst aus dem Ländle!
    Ohne Ingenieurknowhow aus Bawü kein Gotthardtunnel.
    Da sollten die Montagsexperten sich mal ganz tief verneigen.
    Hmmm vielleicht sind Schauspieler und Erzieher dich keine Tiefbauexperten! Mal nachdenken.
    Und auch bei der NBS und S21 laufen alle Baustellen problemlos.
  • Andreas Spreer
    am 25.05.2016
    Freue mich jetzt schon drauf, wenn die Schweizer die Straßen für Transit-LKW dicht machen. Dann wird die deutsche Autolobby aber gucken.

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