Spiderapp – eine der harmloseren Tücken der Digitalisierung. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 389
Politik

"Weil ihr auf eure Handys schaut"

Von Johanna Henkel-Waidhofer
Datum: 12.09.2018
Zum Schuljahresbeginn wird auch im Land die Gretchenfrage gestellt: "Wie hast du's mit dem Digitalen?" Immer mehr WissenschaftlerInnen warnen davor, Wissen über den Zugriff aufs Netz mit tatsächlichem Wissen zu verwechseln und den Umgang mit dem Handy zur Kulturtechnik zu stilisieren.

Wenig ist weltweit so breit untersucht worden wie die Frage, was ständige und flächendeckende Nutzung von Computern, Tablets, Smartphones und sozialen Medien mit Kindern und Jugendlichen macht. Schon vor bald 20 Jahren wurde der damalige CDU-Fraktionschef im Landtag Günther Oettinger während eines New-York-Trips von seinen einschlägig forschenden Gesprächspartnern gefragt: "Würden Sie Ihrem Sohn einen Sack Süßigkeiten vor die Nase stellen zur Selbstbedienung ohne Einschränkungen?"

Die Frage ist beantwortet. Smartphones und Tablets gehören zum Alltag, vereinfachen unstrittig die Kommunikation, den Datenaustausch, öffnen Türen in neue Dimensionen von Assistenz- oder Steuerungssystemen. Und viele reale bildungspolitischen Debatten sind längst überrollt von der Bekenntnisbereitschaft zur Digitalisierung des Unterrichts. Legionen von PolitikerInnen hängen an der Idee, Schulen möglichst früh mit Tablets für alle auszustatten.

Das bayerische Handyverbot, erlassen vor Jahren und eben erst kopiert in Frankreich, galt als zumindest problematisch und wird auf Druck von Eltern und SchülerInnen gerade gelockert. Er hoffe, sagt Landesschülersprecher Florian Schwegler, auf mehr Freiheit und "junge Schulleiter, die medienpädagogisch entwickelter sind". Die Neugierde auf Schulen, die sich ebenfalls für medienpädagogisch entwickelt halten, nur in die diametral andere Richtung, ist dramatisch gering. Sein halbes Kabinett begleitet Winfried Kretschmann Mitte September nach Kalifornien, um im Silicon Valley wieder einmal den "spirit" zu erleben, den der Grüne so bewundert. Auf die Idee, in Los Altos jene Schule zu besuchen, in der drei Viertel der Kinder Eltern haben, die bei Google, Facebook, Apple oder Yahoo arbeiten, ist abermals niemand gekommen.

Ausgerechnet in Silicon Valley: schlichte Schultafel mit bunter Kreide

Dabei gäbe es dort viel zu erleben. "Während andere mit ihren verkabelten Klassenzimmern prahlen, bietet die Schule in Los Altos einen schlichten Retro-Look-Tafeln mit bunter Kreide, Bücherregale mit Enzyklopädien, Holzschreibtische mit Arbeitsmappen und Stifte Nr. 2.", staunte die "New York Times" schon vor Jahren. Inzwischen ist die "School of the Peninsula" ein vielfach gerühmtes Modell, die sich als eine von weltweit rund 1200 Waldorf-Schulen versteht. "Die Idee, dass eine App auf einem iPad meine Kinder besser Lesen oder Arithmetik lehren kann, ist lächerlich", lautet der ins Grundsätzliche gehende Kommentar eines Vaters aus der Kommunikationsabteilung von Google.

Die Radikalität, mit der bis Klasse acht auf jede digitale Unterstützung verzichtet wird, ist umstritten. Aber die Erkenntnis, dass weniger mehr wäre, hat sich längst als Lehrmeinung durchgesetzt. Gerade im Unterricht von Kindern bis zwölf, weil der weit überwiegende Teil sein in diesem Alter als sinnvoll erachtetes 2.0- oder 4.0-Pensum alltäglich schon daheim deutlich überzieht. Auch ein Unterricht in Medienkompetenz ändert daran nichts: Viel zu groß sind der Reiz und das Suchtpotenzial vor allem vom Smartphones, wie langgediente Lehrkräfte nur zu genau wissen.

"Das Gehirn wird so, wie man es benutzt", sagt Gerald Hüther. Der bekannte Hirnforscher ist unverdächtiger als nicht minder anerkannte KollegInnen, weil er weniger polarisiert bei Themen wie Handynutzung. Seine Botschaft ist trotzdem glasklar: "Wir müssen uns deshalb fragen, ob wir die Verantwortung für die Strukturierung des Hirns unserer Kinder weiter allein den Werbestrategien der Hersteller überlassen wollen." Hüther kennt unwiderlegbare Zusammenhänge: Direkt hinter der Stirn liegt eine der wichtigsten Kommandozentralen, der Frontalkortex. Ein Netzwerk, das Menschen befähigt zu Empathie, Planung, Impulssteuerung oder Umgang mit Frust. Der Professor, tätig in Göttingen und Mannheim, verweist darauf, dass "junge Menschen, die einen hohen Medienkonsum haben, und dazu gehört auch die Nutzung von Smartphones, Probleme bekommen, den Frontalkortex aufzubauen". Daraus erkläre sich, "warum diese Kinder Schwierigkeiten haben mit sozialer Kompetenz, Impulskontrolle und Konzentrationsfähigkeit". Und warum Gestik oder Mimik verkümmerten.

Kämpfer gegen "digitale Demenz"

Baden-Württemberg hätte jeden Grund, sich an die Spitze einer Bewegung zu stellen, die auf schulische Behutsamkeit drängt. Das könnte mitbefördert werden von der Erinnerung an die vielen unerfüllten Versprechungen: Vor der Landtagswahl 2001 setzte die Junge Union auf dem Mannheimer CDU-Parteitag die Forderung durch, Schülern und Schülerinnen im Land einen vergleichsweise preiswerten Laptop zur Verfügung zu stellen. Oettinger sicherte eine Umsetzung bis 2006 zu und dass bis dahin "alle ein Arbeitsgerät modernster Technologie in ihrer Schulmappe haben", einen "robusten Schüler-Laptop für nur 800 bis 1.500 Mark". Ministerpräsident Erwin Teufel kassierte das Projekt, "wegen der Kosten in Milliardenhöhe". Zugleich gab er den Hellseher und beteuerte, der Umgang mit Computern werde künftig in den Schulen so wichtig das Erlernen von Lesen, Rechnen und Schreiben.

Schon bei einem der großen Bildungskongresse der CDU/FDP-Landesregierung riet Manfred Spitzer, einer der größten Kämpfer wider die Entwicklung in Richtung "digitale Demenz" und damals Ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik Ulm, besser in zusätzliche Lehrkräfte zu investieren. Es sei "Quatsch", Geld und Zeit in Computer zu stecken. Viel zu schnell seien sie veraltet, viel zu groß die Gefahr, schon mit zwölf zu verdummen. Kinder seien dann "mit 19 gerade mal noch imstande, den nächsten Bildschirm aus China zu kaufen, weil sie kein Weltwissen mehr haben". Das Argument der Vorbereitung auf die Berufswelt ließ und lässt der Vater von fünf Kindern ebenso wenig gelten: "Das Auto braucht man auch für viele Berufe, und trotzdem lernt man Autofahren nicht in der Schule."

Abhängigkeit von und durch Smartphones oder Tablets hat nicht nur mit dem immerwährenden Wunsch zu tun, zu wissen, was sich tut in der eigenen WhatsApp-Gruppe. Abhängigkeiten sind zudem durch eine galoppierende Verbreitung befördert worden. Nach der Finanzkrise von 2008 war zunächst in den USA und dann anderswo das Geschäft förmlich explodiert. "Wer auf der Suche nach einem lukrativen Job ist, will nicht als abgehängt gelten", stellte das Washingtoner Magazin "The Atlantic" im Rückblick fest. Genau damals habe der Anteil der Amerikaner, die ein Smartphone besaßen, 50 Prozent überstiegen. Und im Gegenzug ging die Zahl jener, die sich fast jeden Tag mit Freunden treffen, um mehr als 40 Prozent zurück. Zugleich übrigens wurde der Like-Button etabliert, der den Hang zum Digitalen zusätzlich befeuerte.

Der medienpädagogische Forschungsverbund Südwest ermittelt in seinen JIM-Studien - "Jugend, Information, (Multi-)Media" - regelmäßig die Lage im Land. Danach besaß 2010 jedes zehnte Kind in Baden-Württemberg zwischen sechs und bis sieben ein eigenes Handy, bei den Acht- und Neunjährigen jedeR Dritte, zwei Drittel bei den Zehn- und Elfjährigen. Und unter "Zwölf- und 13-Jährigen (91 Prozent) ist ein eigenes Handy quasi obligatorisch". Zum Vergleich: Zehn Jahre zuvor hatten acht Prozent aller Zwölf- bis 19-Jährigen ein eigenes Mobiltelefon. Heute sind 97 Prozent mit einem eigenen Smartphone ausgestattet. "Seit 2017 kann man von einer Vollversorgung sprechen", schreiben die AutorInnen. 95 Prozent der Zwölf- und 13-Jährigen haben übrigens mit ihren Geräten Zugriff aufs Internet.

Lehrerverbände wünschen sich restriktiveres Vorgehen

So weit, so überlegenswert. Rund um den Erdball rufen WissenschaftlerInnen auf, Kindern, erst recht Kleinkindern, die Handynutzung zu verbieten. Auf noch einer Station der Amerika-Reise, in Toronto und Ottawa, könnte der Tross aus Baden-Württemberg weitere spannende Einsichten gewinnen. In Kanada versuchen zahlreiche Organisationen, etwa "Active healthy kids", das Bewusstsein für mehr Zurückhaltung zu schärfen. Lehrerverbände wünschen sich klarere und restriktivere Vorgaben.

Manche der vielen forschungsbasierten Gegenargumenten sind uralt, etwa das Wissen um die Gefahren gesteigerter Unduldsamkeit oder gar Aggressivität durch übermäßigen Medienkonsum. Andere klingen wie aus einem Horrorfilm: Am Boston College wurde ermittelt, dass drei Viertel der Neun- und Zehnjährigen an Schlafarmut leiden. Ein Grund dafür ist das blaue Licht, das die zu nahe am Bett aufbewahrten Geräte emittieren und das den Ausstoß des für einen gesunden Schlaf-Wach-Rhythmus notwendigen Melatonin hemmt. Hinzu kommt die oft eingeknickte Körperhaltung, das Smartphone wird nicht einmal beim Essen aus der Hand gelegt, der aktive Wortschatz entwickelt sich mühsam oder das räumliche Empfinden ist nicht mehr möglich.

Die zuträgliche Dosierung ist schon lange untersucht, was aber weder in Elternhäusern noch bei Debatten von Bildungspolitikern hierzulande auf fruchtbaren Boden fällt. Kinder bis zu zwei Jahren sollten gar keinen Zugang zu jeglicher Technologie haben, bis zu fünf Jahren sollte er auf eine Stunde täglich begrenzt werden und bei Kindern zwischen sechs und 18 (!) Jahren auf zwei. Letzteres ist an der Amerikanischen Akademie für Kinderheilkunde schon vor fast zwei Jahrzehnten belegt worden: Die Alterskohorte sei zwar weit gefasst, für alle Perioden aber kennzeichnend die große Bedeutung von selbst erfahrenen Außenreizen, gerade im Umgang mit anderen Menschen und im Erleben unterschiedlichster Situationen.

Ebenfalls empirisch belegt ist, warum all die Studien und die Analysen, die Appelle und Ideen so wenig fruchten: nicht zuletzt weil viel zu viele Eltern und Großeltern alles andere als ein Vorbild im Umgang mit den neuen Medien sind oder sein können. Am vergangenen Wochenende gingen in St.Pauli sogar Kinder auf die Straße, organisiert vom siebenjährigen Emil, für den seine Eltern die Demo beantragten. Ihre überraschende Protestbotschaft: "Spielt mit mir! Nicht mit euren Handys!" Oder: "Wir sind laut, weil ihr auf eure Handys schaut." So gesehen müsste sich erst einmal die Erwachsenenwelt neu ordnen.

"Natürlich wird die Digitalisierung unser Leben bestimmen, Bildung aber besteht im Anspruch, diesem Prozess souverän, gestaltend und selbstbewusst begegnen zu können, und nicht darin, sich diesem blind zu unterwerfen", schrieb der Philosoph Konrad Paul Liessmann von der Uni Wien dieser Tage im österreichischen "Standard". Und weiter: "Wer junge Menschen zu einer reflektierten und kritischen Haltung gegenüber sozialen Medien, Filterblasen, automatisierten ideologischen Botschaften und den Verführungen einer digitalen Zerstreuungsindustrie erziehen möchte, wer ihre Sensibilität angesichts der sozialen und ethischen Fragen, die der Einsatz künstlicher Intelligenz aufwerfen wird, wecken möchte, kann sich nicht darauf beschränken, das Programmieren als neue Kulturtechnik zu propagieren."

Auf, auf also - zurück in die Zukunft. Es muss ja nicht mit dem Federkiel sein, die Wiederentdeckung der handyfreien gepflegten Gesprächsatmosphäre im Freundes-, KollegInnen- und Familienkreis wäre schon ein Schritt in die richtige Richtung.


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13 Kommentare verfügbar

  • Schoko Keks
    am 14.09.2018
    Bei Hüther wäre ich eher vorsichtig was da die Sachlichkeit angeht
  • Andromeda Müller
    am 14.09.2018
    Na ja , jeder kann ja mit einem Adolescenten oder Kind sich mal unterhalten , daß am Handy gerade lernt, und wenn es nur "flinke Finger" lernt.
    Im Übrigen hat es das Wahrheitsministerium dann auch kinderleicht , die Wahrheit in die Köpfe zu implementieren. Die Kinder/Jugendlichen lesen ja keine Presse mehr und der TV-Konsum geht wohl auch zu Gunsten des Internet zurück. Das wäre dann aufgefangen.

    Übrigens viele Grüße aus Wikihausen ! Vorläufer die Dokus "Die dunkle Seite der Wikipedia" und "Zensur". Sind es nur 2 Gruppen von Spinnern oder ist das Ganze im großen Stil organisiert ?
    Auch bei Twitter und youtube sollen ja mißliebige politische Inhalte massiv zensiert werden. Die Lerninhalte der Zukunft übers globale (US-) Netz !
    Der nächste Schritt ist Billig-Bildung ohne Lehrer für die Masse. Gibt`s auch schon lange.
    Siehe Mexiko in der Fläche.

    Die Gesetze für die outgesourcte und externalisierte Zensur sind ja alle schon da ; ebenso wie die freudigen neuen privatisierten Richter über das , was wir lesen dürfen und was nicht. Maaß , Maaßen , "Correctiv" und Konsorten/unsere Freunde lassen von Orwell grüßen.

    Kriege beginnen lange vorab mit dem Kampf um die Köpfe , die öffentliche Meinung , via Propaganda.
    Ganz plumpe Propaganda reicht völlig . Via Handy , via Bildschirm in bald jeder Kneipe , beim Metzger oder Arbeitsamt, Flugzeug oder Bus, vom Hotelbett oder seiner Couch. Am Besten Fox-News , RTL oder ZDF , möchte hier aber keinen Sender benachteiligen ..... , oder jeder mail-Dienste-Webseite . Alles gleich. Alles vielfach. Alles alles Andere dominierend.
    Siehe aktuell Von der Leyen und Merkel , siehe Al-Qaida-"Weißhelme" und siehe britischer Geheimdienstler/US/GB/F/D-Gelder als "Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte" wegen Chemiewaffen .
    In Afghanistan hat man die Bevölkerung wegen der "Menschenrechte" und der "Frauenrechte" noch von Taliban und Al-Quaida "befreit". In Syrien droht in der gleichen Konstellation eine humanitäre Katastrophe und Putin spielt ein "perfides Spiel", - beim gleichen Gegner .
    "Ich muß nochmal in mein Smartphone gucken , da gibt`s bestimmt eine Erklärung , ich seh`da schlimme Bilder ...... ", so sieht die BILD-dungsgesellschaft der Zukunft aus.BLÖD.

    Aber falsche Vorraussetzungen , denn "Afghanistan" hat der Konsument und sein Kurzzeit-Gedächtnis schon lange wieder vergessen . Da wird bestimmt bereits geforscht,
    wie das Vergessen am Besten induziert wird.
    Ja , tatsächlich, ist wohl schon machbar , es sei einfach mal an die Trauma-Forschung mit Erinnerungsauslöschung erinnert.

    Per Smartphone/Handy , sozusagen als Lern-und Lebensmittelpunkt , mit ein paar politischen Filtern , ist jeder "Eintritt" in einen "Kampfeinsatz" (Kriege gibt es ja gar nicht mehr , siehe Köhler-Rücktritt, Wordings ) binnen 1 Woche zu rechtfertigen.
    Es ist das perfekte totalitäre Tool für Gehirnwäsche . Die komplette Lebensumwelt
    wird auf das Smartphone zugeschnitten , das ist Alltagsbeobachtung , und zwingt jedes Individuum , ökonomisch und sozial , sich dieser Gehirnwäsche auszusetzen.
    Nur so zur Reflexion , ohne Content-Hilfe :
    Hat man auch Erwägungen für Kampfeinsätze der Bundeswehr damals gegen die USA in Erwägung gezogen ? Vietnam/Hiroshima/Nagasaki/Schweinebucht/Unterstützung der Khmer Rouge ? Oder wegen der beliebten Uran-Munition ? Oder den Streubomben ? Hat sich die USA schon einmal entschuldigt und Wiedergutmachungen gezahlt ? Egal , Hurra und Feuer frei !!! Hauptsache Smartphone , die neue "Mitte" der Gesellschaft.
  • Dr. Diethelm Gscheidle
    am 13.09.2018
    Sehr geehrte Damen und Herren,

    es freut mich, dass hier wenigstens ein geringfügig kritischer Artikel über Handtelefone veröffentlicht wird - nachdem diese gefährlichen Geräte heute überall nur über den grünen Klee gelobt werden, wird hier wenigstens ein wenig zum Nachdenken angeregt.

    Leider führt der Artikel die wichtigsten und bekanntesten Gefahren der Handtelefone überhaupt nicht auf. Wenigstens ansatzweise wird noch erwähnt, dass Handtelefone (genauso wie die diabolische Selbstbefleckung!) zu krummem Rücken, krummen Fingern und einer verkümmerten Figur führt, und das gerade bei Jugendlichen, die dadurch noch mehr verweichlichen! Als weitere große Gefahren der Handtelefon-Nutzung sind jedoch zu nennen:
    * "Moderne" Handtelefone erlauben neuerdings ja sogar die Nutzung des Internetzes! Unsere Jugend ruft hier hochgefährliche Seiten auf, wie z.B. www.bibiblocksberg.de (eine Seite, die zu diabolischer Hexenverehrung führt!), www.spd.de (eine Seite, die der Arbeitsfaulheit, der Staatsverschuldung und dem Schlendrian das Wort redet) oder sogar www.sesamstrasse.de (eine Seite, welche unsere Kinder und Jugendlichen gegen redliche Autoritäten aufhetzt).
    * Mit Handtelefonen wird üblicherweise böse Krach- und Gewaltmusik gehört. Dadurch werden unsere Jugendlichen zu kriminellen Schlägern.
    * Auf Handtelefonen können diabolische Schieß-Spiele gespielt werden, welche die Benutzer bekanntlich zu gefährlichen Amok-Läufern machen.
    * Handtelefone senden eine gefährliche Strahlung aus, welche den gefährlichen Gehirnbrand verursacht, der unsere Jugend und unser deutsches Volk komplett verdummt!

    Aus diesem Grunde habe ich selbstverständlich niemals ein Handtelefon besessen. Tun Sie es daher auch mir gleich: Schaffen Sie Ihr gefährliches Handtelefon ab. Brechen Sie sofort Freund- und Bekanntschaften mit Handtelefonbesitzern ab! Falls es sich jedoch absolut nicht vermeiden lässt, in die Nähe eines Handtelefons zu kommen, setzen Sie sofort einen Strahlenschutzhelm auf. Und führen Sie ein redliches Leben - redliche Menschen sind vor dem gefährlichen Gehirnbrand weitgehend gefeit.

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. Diethelm Gscheidle
    (Handtelefon-Experte, Verkehrswissenschaftler & Dipl.-Musikexperte)
    • Marco Lenz
      am 13.09.2018
      Sehr geehrter Herr Gscheidle,
      War soll die, in das ironisch gezogene Verharmlosung?
      1. Mit dem Internetfähigen Handy gelangt der Jugendliche auf Seiten, die definitiv seiner Persönlichkeitsentwicklung schadet. Gewaltvideos, Pornographie etc
      2. Die Herausgeber von Ego-shooter Spielen behaupten gerne: " Durch diese Spiele wird keiner zum Amokläufer". Leicht daher gesagt. Aber: Alle Amokläufer haben unmittelbar vor ihrem Amoklauf exzessiv Ego-Shooter Spiele gepielt.
      3. Die Auswirkung der Handy-Strahlen soll nicht ausgewertet werden, oder wenn dann nicht veröffentlicht. Ebenso wie du negative Wirkung von Induktion und Mikrowelle. Nur weil davon nichts bekannt ist, bedeutet nicht dass es unbednklich ist.
    • Rainer Meyer
      am 15.09.2018
      Das ist die beste Manfred Spitzer Kritik, die ich je gelesen habe. Vielen Dank für diese Leistung , schade dass Leute wie Blasberg und Co hier keine Kommentare lesen.
    • stolen fee
      am 08.10.2018
      Sehr geehrtes Dr. Gscheidle,
      wie allseits bekannt, wurden die dunklen Strukturen des Internetzes bereits vor einhundert Jahren durch die Baden-Württembergische Tabakindustrie gestrickt...

      Um einen Gehörschutz vor Krach zu gewährleisten, haben sich in der Kohleförderung am Ason bisher kugelrunde Carbonfiberhelme in galaktischem Holzstrukturdesign plus inwendiger Nadelfilzeinlage als geeignet befunden. Auf audiovielen Teststrecken erwies sich diese Innovation hervorragend gegen Gewaltmusik, und unterbindet offenbar sogar spielerisch die Absorbtion gefährlicher Gase wie Oxygenium! Aussen- und Innenmaterial sind feuerfest, Hirnbrand ausgeschlossen. Vielleicht wäre dieser innovative Kopfschmutz ein geeignter Strahlenprotektor für Sie, wenn Handtelefonklappen in Höhe des Blickwinkels installiert würden?

      Herzallerliebsten Dank jedenfalls für Ihren wertfreien Beitrag.
      Mir dünkt, es sei ein netter Zug, Ihnen für das Hauptstreckennetz Ihres Blindschachtes zukünftig profitable Bremsberge zu wünschen.


      Hochachtungsvoll,
      Ihre Ph.D. Stollenfee
    • anna kraft
      am 26.11.2018
      Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung ( auch Ihre ) den natürlichen Verstand.
      Arthur Schopenhauer
  • R. N.
    am 12.09.2018
    Je mehr die Leute am Unterricht "dran" sind, desto weniger halten sie davon, je weniger die Leute mit Schule zu tun haben, desto mehr wird gefordert, dass der Unterricht doch mit Handy "modern" sein müsse; sehr gerne von Kommentatoren und Journalisten. Das ist schon ein interessantes Phänomen. Ach ja, und technikaffine Menschen sind auch eher kritisch. Auch das bemerkenswert.
    • Andromeda Müller
      am 14.09.2018
      Das ist wie mit der sogenannten "Inklusion". Siehe die Doku "Ich , Du , Inklusion".
      Je näher die Leute dran sind , desto klarer ist es ein Käse hoch 3 (Lehrer,Schulleitung,normale Kinder , Eltern normaler und gehandicappter Kinder).

      Warum nicht Hauptschulabsolventen an die Uni bringen , mit Zwangsverpflichtung von Studenten und Dozenten als Tutoren .

      Es geht alleine um Einsparungen, die woanders für ein , ganz bestimmt tolles "Invest" frei werden sollen . Z.B. Diätenerhöhung oder S 21 oder sonstige Subventionen für die Schwachen der Gesellschaft..
  • Ks Ks
    am 12.09.2018
    In Hamburg hat ein Siebenjähriger zur Anti-Handy-Demo aufgerufen!
    https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/kulturjournal/Siebenjaehriger-ruft-zur-Anti-Handy-Demo,kulturjournal6258.html
    • Jue.So Jürgen Sojka
      am 12.09.2018
      Danke für diesen "kindgerechten" zeitnahen Rückblick. :-)

      Überaus interessant daran ist auch, oder sollte besser geschrieben sein [b]vor allem[/b], dass der Blick von Kindern ein völlig anderer ist, als der von Erwachsenen! [b][1][/b]

      Allerdings haben all jene, die ihre eigene Kindheit nicht verleugnen, sich den Weitblick ihrer Kindertage erhalten!

      [b][1][/b] Mo. 10.09. „Hart aber fair“ https://www.ardmediathek.de/tv/Hart-aber-fair/Schulverweis-f%C3%BCrs-Handy-wie-gef%C3%A4hrlich/Das-Erste/Video?bcastId=561146&documentId=55925056
      Ab Std. 1:04:24 Frank Plasberg [i]„Die Kinder drehen den Spieß um. Da gab es etwas ... Da gab es etwas, dass Kinder gesagt haben: Handy für uns ist gar nicht das Thema! Wir wollen endlich, dass Vater und Mutter uns wieder ankucken, wenn wir ...„[/i]
      Ab Std. 1:06:12 Jöran Muuß-Herold, Erziehungswissenschaftler und Medienpädagoge [i]„Was ich ganz toll fand an den Kindern, die im Film jetzt was gesagt haben, rund um den 7-jährigen Emil - mein Lieblingsslogan war übrigens[/i] "Wir sind hier. Wir sind laut, weil ihr nur aufs Handy schaut!" - [i]war, dass die [b]positive Forderungen[/b] haben. Das unterscheidet die von uns Erwachsenen, die hauptsächlich über Verbote reden, und was wir alles nicht wollen. Die Jugendlichen sagen nämlich klar:[/i]
      Wir wollen mehr gemeinsame Zeit.
      Wir wollen miteinander spielen.
      Wir wollen Aufmerksamkeit.
      [i]Und das würde uns glaube ich auch helfen, wenn wir auch darüber sprechen, was wir eigentlich wollen. ...„[/i]
  • Ernst-Friedrich Harmsen
    am 12.09.2018
    Dieser klare Artikel zeigt positiv die Möglichkeiten eines wirklichen Elternhandels auf. Bei youtube gibt es den amerikanischen Film "Why Waldorf?", in dem von verschiedenen Eltern der Marin Waldorf School, der Kinder und Lehrern, lernendes Leben gezeigt wird. Beides, dieser Artikel und der Film ergänzen sich hervorragend.
  • Jue.So Jürgen Sojka
    am 12.09.2018
    Schuljahresbeginn mit Bildungsauftrag, der nicht zu erfüllen ist – nicht erfüllt werden darf!

    Mann und Frau stellen sich mal vor, es würden aus unseren Bildungseinrichtungen nur noch jene in die Gesellschaft entlassen werden, die als selbstverständlich erachten eigenverantwortlich zu denken und handeln.
    Es gäbe dann keine AMTSTRÄGER [b][1][/b] mehr, die Hierarchien bestehen lassen oder gar fördern!!!

    Gestern in der ARD Frank Plasberg in Hart aber Fair mit dem Thema
    "Schulverweis fürs Handy - wie gefährlich sind Smartphones?"
    FOCUS titelt um 21:19 "Professor verteufelt Smartphones bei Plasberg, will Handyverbot bis 18 Jahren"
    [i]„… Einer der Gäste, Professor Manfred Spitzer, stand besonders im Fokus und feuerte in der ARD-Sendung gegen das Handy. Demenz, Diabetes und Bluthochdruck seien die Folgen des digitalen Alltags … Unter den Gästen in der ARD-Sendung befand sich auch Manfred Spitzer. Er ist Professor für Psychiatrie und Psychotherapie und ist Autor von Büchern wie "Cyberkrank! Wie das digitalisierte Leben unsere Gesundheit ruiniert". Seine Ansichten und Studien sind kontrovers und durchaus umstritten.“[/i]

    Dieser Professor Doktor, Doktor vertritt ein "Thesenpaket" das Aufrechterhalten soll, was in besonderer Ausprägung in der Weimarer Republik "Bildungsauftrag" war: Nur so viel Bildung, dass das Führerprinzip 1000 Jahre existent bleibt!

    [b][1][/b] JuraFORUM: Erklärung zum Begriff Amtsträger – 3 Kommentare http://up.picr.de/33022319jo.pdf

    [b][2][/b] Begriff "Medienbildung" erklärt auf der Internetseite der LMZ Baden-Württemberg https://www.lmz-bw.de/medien-und-bildung/medienbildung/grundlagen-der-medienbildung/medienbildung-und-gesellschaft/
    [i]„… Eine so verstandene verantwortungsbewusste Medienbildung bezieht die Gegebenheiten der Gesellschaft ein und lässt Kinder und Jugendliche nicht allein mit den Medien. Entgegen den Thesen von Manfred Spitzer zeigt sie Möglichkeiten auf, digitale Medien sachgerecht, verantwortungsvoll, selbstbestimmt, genussvoll und schließlich souverän zu nutzen.“[/i]

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