Ausfälle und Verspätungen mit DB Regio. Foto: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 304
Politik

Chaos auf Schienen

Von Jürgen Lessat
Datum: 25.01.2017
Warten und Frieren auf Bahnsteigen. Seit Monaten fahren Regionalzüge im Südwesten ihren Plänen hinterher oder fallen gar ganz aus. Weil Loks und Lokführer schwächeln oder Waggons sich nicht kuppeln lassen. Aber man muss sich nicht alles gefallen lassen.

Das Thermometer sank rapide unter Null zwischen den Jahren. Doch trotz eisigen Winterwetters waren viele Menschen auf den Bahnhöfen unterwegs. Schließlich war Silvester, und in den Städten des Landes sollten die Feten zum Jahreswechsel steigen. Doch die Züge, die die Menschen zum Feiern bringen sollten, fuhren nicht.

Etwa im Filstal: Nur Minuten vor der fahrplanmäßigen Abfahrt verkündeten die Lautsprecher auf den Bahnsteigen, dass die Regionalbahn RB 19268, die sich um 18.38 Uhr von Ulm auf den Weg nach Stuttgart hätte machen sollen, ausfällt. Es blieb nicht die einzige Hiobsdurchsage. Auch der nächste Regionalzug (RB 19272 ab Geislingen 20.29 Uhr, an Stuttgart 21:40 Uhr) fuhr nicht. Zurück blieben bibbernde Bahnreisende, die nicht weiterwussten. Ratschläge, wie sie an ihr Ziel kommen sollte? Dazu schwiegen die Flüstertüten der Deutschen Bahn (DB).

Das Bahnelend von Silvester hat eine Vorgeschichte. Ende September war der Große Verkehrsvertrag des Landes mit der DB ausgelaufen. Er hatte dem Staatskonzern sechzehn Jahre lang sprudelnde Einnahmen im Schienennahverkehr beschert. Erst Winfried Hermann brachte die Quellen zum Versiegen: Der grüne Verkehrsminister teilte das Regionalzugnetz in Lose, staffelte Vertragslaufzeiten und änderte so die Ausschreibung, damit neben dem bisherigen Platzhirsch DB Regio auch kleinere Eisenbahnunternehmen wettbewerbsfähige Angebote unterbreiten konnten. Prompt verlor die Bahntochter die lukrativen Stuttgarter Nahverkehrsnetze an die private Konkurrenz.

Im Sommer 2019 sollen die holländische Abellio die Regionalverkehre von Stuttgart nach Bruchsal, Heilbronn und Tübingen übernehmen. Zeitgleich wird das britische Unternehmen Go Ahead Rems- und Filsbahn bedienen. Doch bis dahin darf die Deutsche Bahn weiterfahren. Denn DB Regio gewann die Ausschreibungen aller Übergangsverkehre, seit Oktober managt das Unternehmen den landesweiten Nahverkehr. Und seitdem regiert das Chaos: Viele der Regionalzüge kommen verspätet ans Ziel – wenn sie überhaupt fahren.

328 Züge fallen aus – so viel wie nie

Mitte Oktober gab es den ersten Negativrekord. In der Kalenderwoche 42 fielen landesweit 246 Züge aus. Doch es kam noch schlimmer: In der ersten Januarwoche schossen die Ausfälle auf 328 Züge hoch. Was einer Ausfallquote von 3,1 Prozent entspricht. "So viele Ausfälle hat es hierzulande noch nie gegeben", kritisiert Matthias Lieb. Dabei sage die Quote bei weitem nicht alles, so der Landesvorsitzende des Verkehrsclub Deutschland (VCD). Etwa über die Zahl der Betroffenen. Vor allem auf der Franken- und Remsbahn warteten Berufspendler oft vergebens auf ihren Zug, so Lieb. "Wenn in der Hauptverkehrszeit so etwas passiert, dann trifft es auf einen Schlag 300 bis 400 Fahrgäste", beschreibt er das Ausmaß des Desasters. Leidtragende sind auch Schüler. Mehrfach fielen in Sigmaringer Schulen Unterrichtsstunden aus, weil Kinder und Jugendliche an den Bahnhöfen im Kreis vergeblich auf den morgendlichen Regionalexpress aus Albstadt warteten.

Nicht nur deshalb sind viele Bahnreisende frustriert. Wenn die Regionalzüge fahren, dann sind sie oft verspätet unterwegs. Die Filsbahn erweist sich auch in dieser Hinsicht als Problemstrecke. Zwischen Stuttgart und Ulm war in der ersten Kalenderwoche des neuen Jahres mehr als jeder vierte Zug unpünktlich. Nur 72,6 Prozent der Bahnen fuhren nach Fahrplan. Nicht viel besser lief es auf der Frankenbahn nach Heilbronn sowie auf der Südbahn zum Bodensee, wo nur 79 Prozent der Züge "just in time" verkehrten. Zum Vergleich: Bundesweit fuhr die DB Regio im Jahr 2016 eine Pünktlichkeit von 94,8 Prozent ein. Die Verspätungsquote wäre allerdings viel höher, würde die Bahn nicht mit einem großzügigen Puffer rechnen. Züge, die bis 5 Minuten und 59 Sekunden hinter Fahrplan ankommen, gelten nach ihrer Lesart noch als pünktlich.

Schnell drängt sich der Verdacht auf, dass es die DB Regio vor allem auf den Strecken nicht so genau nimmt, die in einigen Monaten von der privaten Konkurrenz übernommen werden. Ganz nach dem Motto: nach mir die Sintflut. Tatsächlich liegt die Mehrzahl der Ausfälle im eigenen Verantwortungsbereich des Unternehmens, wie die bahninterne Statistik zur Betriebsqualität zeigt. "Schäden an Fahrzeugen" legten die Züge am häufigsten still.

Die "Silberlinge" wurden überhastet ersetzt

"Bis zum 30. September waren Züge im Einsatz, die funktioniert haben", sagt VCD-Vorsitzender Lieb. Aus politischen Gründen habe man die alten "Silberlinge"-Nahverkehrszüge, die teilweise seit 50 Jahren durchs Land rollten, überhastet durch gebrauchte Doppelstockwagen, so genannte DoStos, ersetzt, kritisiert er. Die seien zwar nur rund halb so alt, aber in weitaus schlechterem Zustand als das bisherige Wagenmaterial. "Es bringt nichts, wenn ich leichter in Doppelstockwagen einsteigen kann, deren Türen aber defekt sind", nennt er ein Beispiel.

Tatsächlich musste DB Regio Dutzende "DoStos" in anderen Bundesländern zusammenklauben und nach Baden-Württemberg überführen, um die mit dem Land vertraglich vereinbarte Modernisierung des Fuhrparks erfüllen zu können. Offenbar wurde dabei übersehen, dass sich die verschiedenen Waggon-Baureihen nicht immer koppeln lassen. "Es gab Kompatibilitätsprobleme", bestätigt ein Bahnsprecher, dass unterschiedliche Technik die Züge ausbremste.

Doch nicht nur dies sorgte für Ausfälle. Ähnlich oft fehlte es am Personal. "Im Januar hatten wir einen Peak bei den Krankmeldungen", begründet ein Bahnsprecher die hohe Ausfallquote zu Jahresbeginn. Logistikprobleme verschärften die Situation zusätzlich. Loks und Wagen standen nicht am richtigen Ort bereit. Hinter den Kulissen ist von schweren Managementfehlern bei DB Regio die Rede. Denn weit weniger oft bremsten "Dritte" die Regionalzüge aus, worunter Personenunfälle und defekte Infrastruktur fallen. Für kaputte Signale und Weichen ist mit DB Netz jedoch auch eine Bahntochter verantwortlich.

Pleiten, Pech und Pannen passierten zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt, nämlich mitten in der winterlichen Feinstaubsaison. "Autofahrer sollen wegen Feinstaubalarm auf Busse und Bahnen umsteigen. Und DB Regio zeigt, dass der Umstieg nicht funktioniert", kritisiert VCD-Chef Lieb.

Die Bahn muss beim Verkehrsminister antanzen

Auch aus diesem Grund ließ das Desaster im Verkehrsministerium die Alarmglocken läuten. Empört bestellte Winfried Hermann Anfang Dezember die DB-Regio-Manager zum Rapport ein. Wöchentlich müssen sie seither über Ursachen und Abhilfe bei Ausfällen und Verspätungen berichten. Daneben gibt es einen heißen Draht zwischen Bahn und Beamten. Man telefoniere fast täglich miteinander, heißt es aus dem Ministerium. Nach Kontext-Informationen intervenierte Hermann mehrfach direkt bei Bahn-Chef Rüdiger Grube und drängte auf Verbesserungen.

Das schärfste Schwert schwingt er bislang jedoch noch nicht: DB Regio kassierte noch keine offizielle Abmahnung. "Das würde den Konflikt verschärfen und Gespräche erschweren", begründet Ministeriumssprecher Edgar Neumann die Zurückhaltung. Derartige Sanktionen hätten weitreichende Folgen. Nach zweimaliger Abmahnung könnte das Land die Nahverkehrsverträge einseitig kündigen, DB Regio zur Leistungserbringung zwangsverpflichten und gefahrene Zugkilometer nach eigenem Ermessen vergüten. Experten warnen allerdings, dass sich DB Regio juristisch dagegen wehren könnte. Und der Nahverkehr völlig zum Erliegen käme.

Ohnehin muss die Bahn schon so bluten. Fällt ein Zug aus, zahlt das Land nicht. Im vergangenen Jahr kostete dies DB Regio über zwei Millionen Euro an Einnahmen. Hinzu kommen Strafzahlungen bei Verspätungen. Macht summa summarum fünf Millionen Euro im Jahr 2016.

Alles wird besser: Die Bahn schafft eine Taskforce

Die DB Regio reagierte – vollmundig mit einer "Taskforce Qualitätsstabilisierung BW". Die interne Eingreifftruppe soll in fünf Schwerpunktbereichen für Verbesserungen sorgen. So wurden etwa zusätzliche Loks geleast, Werkstattpersonal aus Ostdeutschland herbeibeordert, Boni für fleißige Mitarbeiter versprochen und eine neue Planungssoftware eingesetzt. Nicht zu vergessen eine neue Charmeoffensive. Über 2000 Stammkunden mit Jahresabonnement auf der Rems- und der Frankenbahn bekommen einen Monatsbetrag in Form eines Reisegutscheins erstattet, als Entschuldigung für Verspätungen und Ausfälle. Zuvor hatten zahlreiche Fahrgäste und die Bürgerinitiative "BI 780 Frankenbahn" gegen das Bahnchaos protestiert.

Der VCD begrüßte die Geste der Bahn. Sie geht dem Verkehrsclub jedoch nicht weit genug. Per Unterschriftenaktion fordert er für alle betroffenen Pendler Entschädigungen nach österreichischem Vorbild. In der Alpenrepublik erhalten Dauernutzer im öffentlichen Verkehr am Jahresende einen Nachlass in Höhe von zehn Prozent, wenn die Pünktlichkeit im Jahresschnitt unter den mit dem Betreiber vereinbarten Zielwert liegt.

Inzwischen deutet die aktuelle Betriebsstatistik an, dass die Nahverkehrszüge wieder zuverlässiger rollen. "Verbesserungen sind zuletzt eingetreten. Aber sie sind noch weit weg von dem, was wir uns vorstellen", betont Ministeriumssprecher Neumann. Natürlich sei nicht immer die Bahn schuld, wenn es Ausfälle und Verspätungen gebe, räumt er ein, in harten Wintern wie diesem könnten auch Weichen einfrieren. Doch DB Regio habe selbst gravierende Fehler gemacht, bekräftigt er. Das sieht auch der VCD-Vorsitzende so. "Wer sich an der Ausschreibung von Verkehrsverträgen beteiligt, weiß, was auf ihn zukommt", sagt Matthias Lieb.

Der Fahrgast hat auch Rechte

Die DB Regio Baden-Württemberg fährt jede Woche mit rund 10 500 Zügen durchschnittlich 700 000 Kilometer. Verspätete Züge oder Ausfälle brauchen Fahrgäste nicht schicksalhaft hinnehmen. Ein Beispiel: Nutzer des Nahverkehrs dürfen bei einer zu erwartenden Verspätung von mindestens 20 Minuten am Zielbahnhof ohne Aufpreis in höherwertige, nicht reservierungspflichtige Züge wie IC oder EC umsteigen. Oder: Verspätet sich ein Zug so stark, dass ein Bahnreisender sein Ziel erst am Morgen des Folgetags erreichen würde, müssen ihm die Kosten für Taxifahrt oder Hotelübernachtung erstattet werden. Details der Fahrgastrechte finden sich hier. Zur Unterschriftenaktion des VCD Ba-Wü zur Erstattungsregelung für Pendler nach österreichischem Modell geht es hier.


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14 Kommentare verfügbar

  • by-the-way
    am 30.01.2017
    @ Schwabe 28.01. 14.35 Uhr

    Danke!
    Ebenfalls meine volle Zustimmung zu Ihrem Kommentar.

    Diese Unternehmen "Deutsche Bahn AG" musss endlich für die täglich angerichteten Schäden an Zeitverlusten für ihre Kunden in Regress genommen werden.
    Und zwar gnadenlos zum Stundensatz, der nicht erwirtschaftet werden konnte.

    Dann wären sehr schnell Änderungen der bisherigen Kundenbedienung da oder das Unternehmen eben pleite.

    Das wäre nicht die schlechteste Alternative, könnte doch vielleicht die SBB (Schweizer Bundesbahn) das insolvente Unternehmen übernehmen.

    Die können Bahn!

    Warum die ausgerechnet die Schweizer?

    Weil die völlig frei sind von der Automobil-Industrie-Pest im eigenen Land und deren Lobbyisten, die die Politik bestimmen (bestechen)!
  • Jupp
    am 30.01.2017
    @klaus
    Natürlich wird alles besser... Bahn isch so easy, des kann jeder. Und das sind sicher soziale Unternehmen die gut bezahlen.

    @bytheway
    Der böse Chef der Schweizer Bahn hat mal gsagt, dass in D gar kein integraler Taktfahrplan wie in der Schweiz möglich ist. Der Lump.
    Außerdem ist die Schweiz ein sehr reiches neoliberales Land ( wollte auch mal Neoliberal schreiben. ) das von der Ungleichverteilung profitiert. Und die Menschen dort sind nicht gegen Tunnels.

    Außerdem ist der Grube weg und S21 Geschichte. Ganz bestimmt.
  • Schwabe
    am 28.01.2017
    Auf dem Neckar hat sich aufgrund der derzeitigen Kältewelle (?!) eine 5-8 cm dicke Eisschicht gebildet. Nun sind - nach Jahren - wieder Eisbrecher mit verstärktem Rumpf und 600 PS Leistung auf dem Neckar im Einsatz (wow was ne beeindruckende Info). Die Männer Leisten Präzisions und Schwerstarbeit - wow (machen Handwerker auf dem Bau auch - täglich!).
    Und in der Zeit in der die Eisbrecher unterwegs sind entsteht durch die behinderte Binnenschifffahrt ein immenser wirtschaftlicher Schaden. Aha, und das ist dem SWR also einen eigenen längeren Bericht wert. Aber wenn bei der Deutschen Bahn AG Zugausfälle und Verspätungen zur Routine werden bzw. zur Unternehmensphilosophie und damit tagtäglich Millionen Menschen zu spät zur Arbeit kommen und man sich nicht mehr auf den ÖPNV verlassen kann, dann herrscht schweigen im Blätterwald unserer Leitmedien hinsichtlich dem dadurch täglich entstehendem wirtschaftlichem Schaden (jedenfalls nicht in annähernd angemessenen Maße)! Keiner der verantwortlichen Führungskräfte der Deutschen Bahn AG oder die für die Privatisierung der Bahn verantwortlichen Politiker wird zur Verantwortung gezogen.
  • Schwabe
    am 28.01.2017
    Applaus und volle Zustimmung von mir für den Kommentar von by-the-way, 27.01.2017 22:13
  • Grosser:.Klaus
    am 28.01.2017
    Glaubt irgendjemand ernsthaft, dass es mit Abellio Mitteldeutschland und GoAhead besser wird?
    Ich denke, es ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was kommen wird.
    Bei der Abellio Mitteldeutschland sind durch Personalmangel und defekte Triebwagen, ausgefallene bzw. verspätete Züge schon fast normal!
  • by-the-way
    am 27.01.2017
    Alles verursacht durch fehlende Standards:
    die Lösung wäre, den sogenannten "VVS", inclusiuve "SSB" durch etwas Vernünftiges und, vor allem, Funktionierendes zu ersetzen:

    dafür müsste man einfach mal die SSB, Schweizer Bundes-Bahnen um ein Angebot bitten, den Verkehr zu organisieren.

    Die können das, wie das sprichwörtliche "Schweizer Uhrwerk".

    Das läuft dann - garantiert!
  • era
    am 27.01.2017
    Man braucht keine Boni, wenn der Betrieb auch nur eine normal gute Arbeitsumgebung stellt.
    Die meisten Berufstätigen orientieren sich nach Neigung zu einem bestimmten Berufsfeld. Man muß die nicht extra anspornen.

    Wenn es nötig ist, Leute mit "Boni" anzuregen, ist das schon mal ein deutliches Armutszeugnis. Und das liegt nicht am arbeitenden Personal.

    Und klarer kann man es gar nicht zeigen: die Bahn kann sich diese Mißwirtschaft nur deshalb erlauben, weil sie einerseits überhaupt nicht am Markt arbeitet: für nichts Geld vom Staat bekommen kann (Stichworte 17% Planungskosten abrechnen, Gelder für Instandhaltungen etc) und andererseits ihre Eigner - die Regierung - dem Dogma verfallen ist, der Betrieb muß trotzdem mit den marktüblichen Methoden geführt werden.

    Dummheit, Korruption und Fehlentscheidungen sind da vorprogrammiert.
  • by-the-way
    am 27.01.2017
    Es ist höchste Zeit, Verantwortliche für dieses Chaos, verursacht durch persönliche Fehlleistungen voll und ganz in persönliche Haftung zu nehmen.
    Das betrifft die Politiker, im Fall der Verantwortlichkeit für die Organisation des Nahverkehres im Raum Stuttgart, namentlich den "Verband Region Stuttgart", die von abgehalfterten Politikern, wie einen Herrn Thomas Bopp geführt werden und die eigentliche Aufgabe des Verbandes, nämlich die Interessen der Einwohner des vertretenen Gebietetes an einem gut funktionierenden Nahverkehr, man kann es nur so sagen, im wahrsten Sinne des Wortes SABOTTIEREN!

    Dieser Verband muss mit sofortiger Wirkung aufgelöst werden, da hier mit weiterer Steuergeldverschwendung nur offensichtlich unfähige oder anzunehmerderweise Korrupte Politiker auf Steuerzahlerkosten alimentiert werden.

    P.S.:
    Ich habe mein Auto während des Feinstaubalarms nicht benutzt und bin mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln gefahren. Leider keine wirkliche Alternative... Verspätungen sind der Standard.
    Am Dienstag um 15.03, dann der Gipfel: ich wollte am Bahnhof Reichenbach/Fils nach der Arbeit nach hause fahren.
    Der Zug fiel leider aus.

    Und das ist das Ergebnis von Politiker-Versagen oder eben Ignoranz vor dem Auftrag, die Wähler zu vertreten!
  • Thomas A
    am 27.01.2017
    Wer versetzt werden will wird nicht ersetzt. Dann kann der nachfolgende Vertragspartner auch kein Personal übernehmen. Sind die Passagiere ausreichend gestriezt worden, gibts auch keine Kunden zu übernehmen.
  • Jupp
    am 26.01.2017
    Haltet aus. Bald kommen die Holländer und Engländer und wuppen den Bahnverkehr im Ländle.
    Dann ist alles gut. Die kommen mit ihren unkaputtbaren Lokomotiven. Chuck Norris wurde als Lokführer engagiert weil er nie Kranktage hat. Und die konnten so günstig anbieten weil sie so guten Service haben und ganz tolle Gehälter bezahlen.

    Wettbewerb ist immer gut für die Arbeiter. Und am besten geht es immer den Menschen deren Vorstände mit Dumpingpreisen an den Markt gehen.
    Alles wird gut.

    @Fritz
    Ich schau halt manchmal in eurer kleinen Echokammer vorbei. Sonst würde es ja 100% K21er geben. So gibt es nur 99,9%. Aber den einen einzigen der nicht die Forumsmeinung teilt den haltet ihr schon aus.
    Ich bitte um Rückmeldung falls das zu viel ist. Dann ziehe ich mich zurück. Vielleicht :-)
  • Fritz
    am 26.01.2017
    Es ist schon beeindruckend, wie hier der letzte S21-Befürworter auf seiner einsamen Warte aushält. Woanders wäre es natürlich noch schöner.
  • PeterPan
    am 25.01.2017
    @Jupp:
    "Warum wird in der Wohlstandsgesellschaft so viel geschumpfen? Warum sagen so wenige Danke?"
    Antwort: Weil das bei uns Kultur hat ? - Ned gschumpfa isch globt gnuag! :-)

    Im Ernst: Ist schon richtig ihre Aufzählung der bei jedem Wetter draussen arbeitenden Menschen, die jedes stehende Rad wieder zum rollen bringen. Dieser Einsatz ist anerkennenswert! - Es ist aber auch einfach deren bezahlter Job (womit ich ihn nicht schmälern möchte) und nicht etwa ein Ehrenamt.

    Es ist aber auch richtig und wichtig darauf hinzuweisen, dass in einer technikorientierten, technikgläubigen, profitgetriebenen Gesellschaft & Wirtschaft zunehmend MEHR schlechter funktioniert als früher. Und das ist NICHT die Art von Wachstum, die wir anstreben. Aber es ist die voraussehbare Folge von Kaputtsparrunden durch Management, das allzu lange neoliberalen Glaubenssätzen nacheiferte. Der durchschnittliche Arbeiter am Fließband schaut schon seit Mitte der 80er kritisch zu, wie immer neue Management-Fürze durch unsere Firmen wabern und neue Segnungen bringen sollen. Und dabei wird in der Regel nicht die Belegschaft mit einbezogen. Bei der DB war das nicht anders. Das Resultat ist unterm Strich des roten Sparstifts immer das selbe: Mehr Leistung von weniger Menschen, weniger Zeit für mehr Arbeit, überall die Luft raus pressen bis keiner mehr atmen kann. Und dann über den Krankenstand jammern, "Minderleistende" aussortieren, "Highperformer" belohnen und so die Belegschaften spalten.

    Der Blick fürs Ganze geht verloren. Für Ursache und Wirkung. Und es muss erlaubt sein drauf hinzuweisen, dass der Mist von heute eine Vorgeschichte hat die nicht erst im letzten Berichtsquartal angefangen hat.
  • Markus Hitter
    am 25.01.2017
    @Jupp, mit keinem einzigen Wort werden in diesem Artikel die Arbeiter an der Front bezichtigt.

    Das Versagen liegt ganz offensichtlich in den warmen Bürostuben des DB-Wasserkopfs. Wenn man dort die n-Wagen (Silberlinge) schon abzieht, bevor man das "neue" Rollmaterial auch nur mal ausprobiert hat, ist denen einfach nicht mehr zu helfen. Die DB (Organisationsetage!) führt sich schlimmer auf als man das von einem Anfänger annehmen könnte.
  • Jupp
    am 25.01.2017
    Wenigstens muss man in Stuttgart beim Warten bald nicht mehr frieren.
    Und bald hat der Winni viele Mio KM an ausländische Bahnunternehmen vergeben. Dann wird alles gut. Ganz bestimmt. Da sind die Lokführer alle kerngesund. Krankheit und Defekte sind verboten.

    Von meiner Seite hier mal ein aufrichtiges Dankeschön an alle Bahnangestellten vom Schaffner bis zum Chefingenieur. Alle Postmitarbeiter. SSBler. Flugbegleiter und Piloten. An die Mitarbeiter der Autobahnmeistereien. Taxifahrer.

    Vielen Dank, dass ihr euch Tag für Tag anstrengt.

    Mein Dank gilt nicht denjenigen die euch beim Schaffen zuschauen und schimpfen. Aus der warmen Redaktionsstube ist alles sooo einfach.
    Ich habe letzte Woch mir auch kalte Füße auf dem Bahnsteig geholt. 25 min Verspätung bei Minus 15° ist nicht schön. Ich weiß aber da draußen gibt es Menschen die mit dem gefrorenen Schraubenschlüssel in der Hand für uns arbeiten um den Weichendefekt zu reparieren.
    Danke.

    Warum wird in der Wohlstandsgesellschaft so viel geschumpfen? Warum sagen so wenige Danke?

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