Da schau her: Die Bahn ist kein Platzhirsch mehr. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 244
Wirtschaft

Angst vor dem Abstellgleis

Von Jürgen Lessat
Datum: 02.12.2015
Ein Paukenschlag, den Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) jüngst verkündete: Die Deutsche Bahn soll bei der Vergabe des Stuttgarter Regionalzugnetzes leer ausgehen. Es geht um viel Geld, aber auch gekränkte Eitelkeiten. Und nicht zuletzt um ein Erbe aus CDU-Regierungszeiten.

Damit hatte die DB Regio, die Tochter des Staatskonzerns, nicht gerechnet: Von Juni 2019 an sollen ihre roten Nahverkehrszüge aufs Abstellgleis rollen, ersetzt durch moderne Triebwagen des britischen Bahnunternehmens Go-Ahead sowie der holländischen Abellio-Group. Nun setzt die Bahn alle Hebel in Bewegung, um dies zu verhindern, was nachvollziehbar ist, weil das Stuttgarter Netz eines der größten und damit lukrativsten bundesweit ist.

Es umfasst 14,8 Millionen Zugkilometer im Jahr, und damit fast ein Viertel des Regionalzugverkehrs in Baden-Württemberg. Das Auftragsvolumen während der 13-jährigen Vertragslaufzeit summiert sich auf stolze 2,7 Milliarden Euro. Nach den Einbußen im Schienenfernverkehr, wo immer mehr Kunden zu den günstigen Fernbussen abwandern, schmerzt der Verlust des Stuttgarter Großauftrags umso mehr. Auch weil man mit dem Regionalverkehr zwischen Rhein, Main und Bodensee bislang fabelhaft verdient. Bahnexperten sagen, dass der Staatskonzern das Land auf Basis des großen Verkehrsvertrags von 2003 richtig melke. Anfang des Jahrtausends orderte die damalige schwarz-gelbe Regierung auf einen Schlag 49 Millionen Zugkilometer jährlich bei DB Regio ohne Ausschreibung und mit auffällig lukrativen Konditionen zu Gunsten der DB.

In diesen 13 Jahren zahlt das Land rund eine Milliarde Euro zu viel an die Bahn, errechnete der Verkehrsclub Deutschland. Nackte Zahlen unterstreichen dies: So bezahlt das Land bis heute 11,69 Euro je Zugkilometer im Stuttgarter Netz. Im aktuellen Vergabeverfahren jedoch liegen die günstigsten Angebote unter sechs Euro. Damit erhärtet sich der Verdacht, den die Grünen, damals noch als Opposition, hegten: Mit dem großen Verkehrsvertrag hat sich das Land, respektive die regierenden Projektbefürworter, Stuttgart 21 erkauft. Zuvor hatte die Bahn an dem umstrittenen Tiefbahnhof herzlich wenig Interesse gezeigt weil er sich für den Konzern nicht rechnete.

Die Gewinne sprudelten auch, weil der damalige CDU-Verkehrsminister Ulrich Müller und sein Staatssekretär Stefan Mappus der Bahn eine bis dato völlig unübliche Einnahmequelle im länderfinanzierten Regionalzugverkehr eröffneten: Seit Januar 2007 stellt DB Regio steigende Trassen-, Stations- und Energiepreise dem Land zusätzlich in Rechnung alles Kostenposten, die üblicherweise durch die jährlich erhöhten Regionalisierungsmittel des Bundes aufgefangen werden. Doppelte Dynamisierung nennt sich das, was den Zuschussbedarf aus dem Landeshaushalt bis zum Ende des Großen Verkehrsvertrags im kommenden Jahr auf insgesamt 184 Millionen Euro anwachsen lässt. Mittlerweile wehrt sich das Land gegen die Abzocke: Rund 140 Millionen Euro an "Überzahlung" hält es zurück, was die Bahn juristisch bislang nicht angefochten hat.

Kretschmann lobt seinen Verkehrsminister das ist selten

Als "sensationell gutes Ergebnis" bezeichnete Verkehrsminister Hermann denn auch das aktuelle Ausschreibungsresultat, das dem Land künftig zweistellige Millionenbeträge jährlich spart. Die Kostensenkung ermögliche es, das Angebot zu verbessern, zum Beispiel mit Stunden- und Halbstundentakten je nach Auslastung der Strecke, so der Minister. Dafür gab's Lob vom Chef, was nicht häufig passiert: Durch das Vergabeverfahren seien hervorragende Ergebnisse erreicht worden, pries Ministerpräsident Winfried Kretschmann seinen Verkehrsminister. Nicole Razavi dagegen entdeckte nur Haare in der Suppe. Hermann trage die Verantwortung dafür, dass diese "guten Preisen mit neuen Fahrzeugen" nicht schon ab 2016 mit Auslaufen des Großen Verkehrsvertrages gelten, sondern erst 2019/2020, monierte die verkehrspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion in der "Stuttgarter Zeitung". Dies bedeute einen Schaden von 200 bis 300 Millionen Euro und schlechtere Fahrzeuge in den Übergangsverträgen. Nicht erwähnt hat sie, dass sie während der Aushandlung des Großen Verkehrsvertrags im Vorzimmer von Stefan Mappus saß.

Die Neuvergabe des Stuttgarter Netzes bedeutet einen Quantensprung im Zugkomfort. Wo die Deutsche Bahn Pendlern teils noch mehr als 50 Jahre alte Waggons, früher Silberlinge genannt, zumutet, sollen künftig neue Triebwagen mit barrierefreiem Zustieg, reichlich Platz für Räder und Rollstühle sowie WLAN an Bord angenehmes Reisen garantieren. Die neuen Zeiten werden sich auch in der Lackierung der Zuggarnituren widerspiegeln. Das Regionalrot der Bahn wird den Landesfarben Gelb-Schwarz weichen. 

Es ist auch ein peinlicher Imageschaden für die Bahn

Abgesehen vom finanziellen Fiasko beschert das Vergabeaus der Bahn im Herzen Baden-Württembergs auch einen peinlichen Imageschaden. Ausgerechnet in Stuttgart, wo man trotz milliardenschwerer Kostensteigerungen, chaotischen Planungen auf den Fildern und renitentem Bürgertum unten im Talkessel weiter den Hauptbahnhof vergräbt, ist Rückzug angesagt. Im bestehenden Kopfbahnhof tragen von den rund 600 täglichen Zugankünften nur die drei TGV-Zugpaare nicht das Logo des Platzhirsches. Nach Fertigstellung der futuristischen Bahnstation wird die Bauherrin dort jedoch selten einfahren. Im Regionalverkehr hält DB Regio nur noch mit der Gäubahn, bei deren Ausschreibung sich die Bahntochter jüngst gegen fünf Mitbewerber mit einem Kilometerpreis von 8,22 Euro durchsetzte. Vorausgesetzt die Einfädelung der Linie am Flughafen wird wie angekündigt bis zum Jahr 2023 realisiert. Der Gäubahn-Verkehrsvertrag mit jährlich 2,1 Millionen Zugkilometern endet bereits nach acht Jahren in 2024.

Kein Wunder also, dass sich der Staatskonzern dagegen wehrt, in Stuttgart aufs Abstellgleis geschoben zu werden. "Wir können den Ausschluss nicht nachvollziehen und kämpfen für die Anerkennung unseres Angebots", verkündete Andreas Moschinski-Wald nach kurzer Schockstarre. Auch bei einer erneuten Prüfung der Vergabeunterlagen sei kein Formfehler feststellbar gewesen, betonte der DB-Nahverkehrschef für Baden-Württemberg.

Was folgte war eine offizielle Rüge des Vergabeverfahrens, die das gerügte Verkehrsministerium jedoch postwendend zurückwies. "Wir sind uns sicher, dass die Deutsche Bahn ein Mindestkriterium nicht erfüllt hat", gab ein Ministeriumssprecher zu Protokoll. Konkret soll der Zugkilometerpreis im ersten Jahr mehr als zehn Prozent über dem Preis der Folgejahre liegen, was die Ausschreibung aber verbietet.

Am Donnerstag vergangener Woche zündete die Bahn die nächste Eskalationsstufe. "Die Bahn hält den Ausschluss ihrer Angebote nach eingehender Prüfung für ungerechtfertigt. Sie hat daher ein vergaberechtliches Nachprüfungsverfahren bei der Vergabekammer Baden-Württemberg eingeleitet", bestätigte eine DB-Sprecherin gegenüber Kontext. Wird der Antrag zugelassen, ist mit einem Spruch erst im neuen Jahr zu rechnen. Gegen diesen kann die unterlegene Partei vor dem Oberlandesgericht klagen.

Die Bahn bemüht die Juristen und das kann dauern

Damit hat die Bahn einen wenn auch kleinen Etappensieg bereits errungen: Die Vergabe an die private Konkurrenz verzögert sich. Was weitreichende Konsequenzen haben kann. Ohne Rechtssicherheit werden Planungen für den Start des Netzbetriebs zum Harakiri-Unterfangen. Go-Ahead und Abellio dürften deshalb die Bestellung neuer Züge bis zur endgültigen juristischen Klärung zurückstellen. Und das kann beim Gang durch alle Instanzen und möglicher Neuausschreibung dauern.

Mit dieser Strategie hatte die Bahn zuletzt Erfolg bei der zweiten Stufe des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes, die aktuell am 15. Dezember in Betrieb geht. Bei der Vergabe im Jahr 2013 für das erweiterte Schnellbahnnetz im Raum Dessau, Halle, Leipzig und Wittenberg unterlag die DB Regio Südost zunächst. Die Länder Sachsen-Anhalt und Brandenburg sowie der Nahverkehrsverband Leipzig wollten Abellio mit Bahnleistungen von jährlich rund 5,6 Millionen Zugkilometer beauftragen. Die von der DB angerufene Vergabekammer entschied, dass die Angebote in Teilen jedoch neu zu bewerten seien. Wegen dieses Zeitverzugs und der damit verbundenen wirtschaftlichen und qualitativen Risiken zog Abellio sein Angebot für den 1,1 Milliarden Euro schweren Großauftrag zurück. Die Bahn als Zweitplatzierter kam zum Zug.

Die Kontrahenten begegnen sich dennoch vor Ort. Ebenfalls zum 15. Dezember übernehmen die Holländer für zunächst 15 Jahre das Saale-Thüringen-Südharz-Netz vom Staatskonzern. Der Auftrag, zu dem die Strecke Eisenach-Erfurt-Halle gehört, hat einen Wert von 1,5 Milliarden Euro. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die Deutsche Bahn nach dem Netzbetrieb auch den Vertrag zur Stromlieferung verliert. Der künftige Betreiber Abellio beauftragte die Stadtwerke Tübingen, ab 2016 den Bahnstrom für die Strecken zu liefern. Bisher hatte die Bahntochter DB Energie GmbH praktisch ein Monopol für diese Leistung. Erst Mitte 2014 wurde der Bahnstrom-Markt geöffnet.

Die Holländer setzten sich auch beim bislang größten Ausschreibungsverfahren im bundesdeutschen Schienenpersonennahverkehr seit der Marktöffnung im Jahre 1996 durch. Zusammen mit der britischen National Express Rail soll Abellio ab 2018 den Rhein-Ruhr-Express fahren. Die Verkehrsverträge wurden Mitte Oktober unterschrieben. Die drei Lose umfassen rund 14,6 Millionen Zugkilometer, die bisher von der DB Regio befahren wurden. Der Marktanteil der Bahn ist damit bundesweit im Regionalzugverkehr auf rund 70 Prozent gesunken.


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27 Kommentare verfügbar

  • Franz Habig
    am 15.12.2015
    Mit ähnlicher Ignoranz ging vor gut zwanzig(?) Jahren die Wiesentalbahn an die SBB verloren. Doch auf der Rheintalbahn die z.Teil parallel zur Wiesental-Bahn fährt, hat man nicht einmal das Gefühl bekommen, die Bahn bemühe sich, durch ein besseres Angebot, wenigsten sich diese Strecke zu erhalten oder die Wiesentalbahn zurück zu gewinnen. Im Gegenteil: Ständig Verspätungen und Zugausfälle für uns Pendler, gepaart mit ausbleibender Kundeninformation.
  • Klaus
    am 08.12.2015
    Wenn man zuvor ohne Konkurrenz EUR 11 pro Schienenkilometer bezahlt hat und nun - mit Konkurrenz EUR 6-7,
    dann ist das billiger. Und der Wucherer von zuvor hat dann halt Pech gehabt, wenn er nun einen Verwaltungsfehler macht.
  • Müller
    am 08.12.2015
    "...Wenn doch alles so günstig ist/wird wie Sie Müller es uns weiß machen wollen?..."
    Ich habe sowas doch gar nicht behauptet.
    Ich vertrete schlicht die Meinung, dass es für uns Bahnkunden gut ist, wenn hervorgerufen durch Konkurrenz, der Bahnkilometer günstiger wird.
    Ich bin intellektuell leider nicht in der Lage von solch primitiven Erkenntnissen gleich auf Geopolitische, Gesundheitswesen, Energiepolitik oder sonstige Zusammenhänge zu schließen.
    Und ich bewundere Menschen die sowas alles checken.
    Ich kenne Menschen, die sind Geologen, Bahnexperten, Weltklimasachverständige, Politologen, Wirtschaftsgurus, und was weiß sich alles...
    Der Hammer. Immer voll den Durchblick.
    Ich bin ein ganz kleines Licht.
    Kleine überschaubare Themen bewerten. Das bekomme ich hin.
    Und das habe ich den Superexperten voraus.
    Auf einfache Fragen können diese nie antworten.
    Seltsam.
  • Schwabe
    am 08.12.2015
    @Müller
    Auch wenn der Schienenkilometer wieder das normale Preisniveau vor der CDU-Regierung erreicht, billiger bzw. besser wir es für die Bahnkunden nicht werden. Im Gegenteil, ich behaupte das die Fahrkartenpreise wieder teurer werden!

    Gegenfrage:
    Warum wird für den Verbraucher/Kunden jedes Jahr alles teurer bei gleichbleibend schlechter bzw. sich weiter verschlechternder Qualität - insbesondere bei der privatisierten Daseinsvorsorge (Energie, Gesundheit, ÖPNV)? Wenn doch alles so günstig ist/wird wie Sie Müller es uns weiß machen wollen?

    Die Politik der Privatisierung der Daseinsvorsorge (Lebensgrundlagen) schafft es, aufgrund der daraus folgenden Abhängigkeit der Gesellschaft, diese der privaten Profitlogik zu unterwerfen. Was der finanziellen Ausbeutung einer Gesellschaft Tür und Tor öffnet - bei schlechter werdender Qualität in allen Belangen.
  • Müller
    am 07.12.2015
    ..links" (= menschlich, friedlich, sozial)
    Ja nee, is klar...
    Wahrscheinlich auch noch tolerant.
    Und jeder der ne andere Meinung hat wird niedergeträllert. Oder ist ein Troll.
    Wenn man nur noch Mitmenschen akzeptiert die die gleiche Meinung haben wird es um eiben sehr sehr einsam.
    Zum Thema: warum ist es nun schlecht, wenn der Bahnkilometer bei gleichbleibender oder gar besserer Leistung günstiger wird?
    Einfache Frage. Bin gespannt.
    Hat auch nix mir S21 zu tun. Also keine Abschweifungen.
  • Schwabe
    am 07.12.2015
    Autsch, das tut weh! Unser trolliger Forist "Müller" als selbst ernannter Experte in Sachen "schmerzempfinden" von Mitforisten und als Sprecher von "uns (Bahn)Kunden".

    Konkurrenz unter Anbietern ist gut! Das mag für bestimmte Produkte/Konsumartikel gelten, nicht jedoch für die Bereiche der (öffentlichen) Daseinsvorsorge von denen ganze Gesellschaften/Bevölkerungen abhängig sind und auf die sie ein Anrecht haben. Es sei denn, Sie unterstellen der öffentlichen Hand unlautere Absichten.

    Wußten Sie übrigens schon das sich die politische "Mitte" heutzutage ganz "links" (= menschlich, friedlich, sozial) befindet? Falls Sie es nicht glauben, schauen Sie sich doch bitte das Abstimmungsverhalten der Parteien im Bundestag zum Kriegseinsatz in Syrien an!

    Wenn Sie sich sachlich mit dem Artikel auseinandersetzen wollen dann ignorieren Sie bitte nicht weiter den sachlich fundierten Kommentar von "Velo Fisch".
  • Müller
    am 07.12.2015
    Komisch. Ihnen tut das "Links", mir das "Rechts" weh...
    Lassen wir das Geplänkel und zurück zum Artikel.
    Es freut uns Kunden, wenn Konkurrenz unter den Anbietern herrscht. Das ist super.
    Mich hätte jedoch interessiert, wie das Angebot der Bahn war. Und wie gravierend der "Formfehler" der Bahn war.
    Ich werde den Eindruck nicht los, dass unser VM auf dem Rücken der Bahnkunden eine Privatfehde austrägt.
    Selbstverständlich unter dem Beifall der S21-Kritiker.
  • by-the-way
    am 06.12.2015
    @Müller:

    wie kommen Sie darauf, Foristen als "Linke" zu identifizieren?
    - nur weil deren Meinung links von Ihrer rechten Meinung ist ?!

    Es geht außerdem nichr darum, dass in der Schweiz mehr Autos je Einwohner fahren, sondern um die in der Schweiz fehlende Autoindustrie und damit fehlenden Lobbyisten, die die Konkurrenz gegen die Wand fahren.
    Sehr effektiv übrigens, da setzt man einen ehemaligen Daimler-Manager an die Spitze der Deutschen Bahn AG.

    Leute eben, die keine Ahnung vom Metier haben (der letzte Bahner war Ludewig) und wo sie hinlangen, nur maximalen Schaden anrichten.

    Aber genau das ist politisch gewollt:
    Bahnpolitik wird im Kanzleramt gemacht!
  • Müller
    am 06.12.2015
    @bytheway
    "....Warum sind die Schweizer Bundesbahnen (SBB) beim Bahnverkehr Weltspitze?..."
    In erster Linie, weil die Schweiz das Zentrum der Umverteilung und das Kapitalismus ist und somit eines der reichsten Länder der Erde? Das Zentrum des Dirtymoney und des Rechtspopulismus ist nun das gelobte Land der Linken? (Wow, wenn man hier ein wenig im Forum liest geht einem das Dramatisieren leicht von der Hand... ;-)
    Fakten: die Schweiz investiert ca 300€ pro Einwohner im Jahr ins Netz. D nur 50. das ist der Faktor 6!
    Die Schweizer haber pro Kopf mehr Autos als die Deutschen.
    Die Schweizer haben kein Demokratieverständnis von trotzigen Kleinkindern.
    PS: der Chef der SBB sagte im Rahmen des Stresstests dass ein integraler Taktfahrplan wie in der CH bei uns in D nicht möglich sei. Er verstehe diese Diskussion nicht.
    Aber ganz einfach. Lügenpackschublade auf. SBB-Chef rein.
  • Andreas Spreer
    am 06.12.2015
    @velofisch
    Hatte sich mit meinem Beitrag überschnitten. Ist gut, da stimme ich zu! Also nicht zerschlagen ist die Lösung, sondern andere Vorgaben von oben. Da ist gerade auch Herr Grube äußerst hinderlich. Und meiner Meinung nach entprivatisieren.
  • by-the-way
    am 05.12.2015
    @ Andreas Spreer

    Zitat: ""Enteignet werden"??
    Die DB gehört doch uns, dem Staat."

    Wie kommen Sie darauf, daß die "Deutsche Bahn AG" uns, und damit auch Ihnen gehört?

    Haben Sie Aktien dieses Unternehmens oder wurden die Aktien unter allen Bürgern aufgeteilt?

    Die Deutsche Bahn ist ein Aktienunternehmen und damit ein privates Unternehmen.

    Volksvermögen wurde somit privatisiert (lateinisch "privare" = berauben).

    Da spielt es auch keine Rolle, ob die Aktien zu 100% vom Bund
    gehalten werden.

    Bitte klären Sie zunächst einmal, wer oder was dieser Staat ist.
    "Wir alle" sind definitiv nicht "der Staat".
    Und Ihnen und uns gehört im rechtlichen Sinne auch kein Staatseigentum.

    Mit der sogenannten Bahnreform fand eine Enteignung von Volksvermögen statt.
    Haben Sie schon mal etwas von der "Aurelis" gehört?
    Hier werden Bahnimmobilien, also Bahnhöfe, Grundstücke aus Volksvermögen vergoldet (daher wohl der Name).
    Und die Erlöse landen in den Taschen von wem ?

    Die Deutsche Bahn AG ist für den Bahnverkehr in Deutschland verzichtbar, eine bessere Alternative hatte ich genannt: SBB !
    Und ein Unternehmen, das den Bahnverkehr in Deutschland betriebe, würde sicher sehr viele Mitarbeiter der DB AG übernehmen, denn Fachpersonal könnten die auch nicht aus dem Hut zaubern.

    Warum sind die Schweizer Bundesbahnen (SBB) beim Bahnverkehr Weltspitze?
    Nun - in der Schweiz gibt´s halt keine Lobbyisten von Autoherstellern im Land...
  • Schwabe
    am 05.12.2015
    @Andreas Spreer
    Lesen Sie den Kommentar von "Velo Fisch" weiter unten.
  • Rolf Steiner
    am 05.12.2015
    Zitat: "Seit Januar 2007 stellt DB Regio steigende Trassen-, Stations- und Energiepreise dem Land zusätzlich in Rechnung –alles Kostenposten, die üblicherweise durch die jährlich erhöhten Regionalisierungsmittel des Bundes aufgefangen werden." #################################################
    Ich frage: Wann wird gegen diese beiden CDU-Verschwender ein Strafverfahren eröffnet wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder?
  • Andreas Spreer
    am 05.12.2015
    @by-the-way
    "Enteignet werden"?? Die DB gehört doch uns, dem Staat.
    Zum großen Teil besteht die Bahn aus äußerst fähigen Mitarbeitern. Die meisten hier sind - hoffe ich - große Bahnfans, so wie ich.
    Wissen Sie, was Sie da fordern, die Bahn zerschlagen und "von der Landkarte tilgen"?
    Nicht privatisieren, im Gegenteil. Für den Anfang reicht es mir, wenn man Herrn Grube in die Wüste schickt und einen Fähigeren an seine Stelle setzt, der nicht von Daimler oder der Lufthansa kommt.
    Das wäre zumindest mal ein Anfang.
  • Mueller
    am 05.12.2015
    Konkurrenz bei den Anbietern ist für das Land super. Gab es diese Konkurrenz schon beim letzten Vertrag?
    Ich kann mir schlecht vorstellen, das das Land an die Bahn für 11€/km vergeben darf, wenn es auch Angebote für 6€/km gab.
    Und falls es diese Angebote nicht gab, ist es unredlich die Situation damals mit der heutigen zu verglichen.
    Und warum wirft man einen Lieferanten wegen einem angeblichen Formfehler aus dem Verfahren?
    Ich kenne die Details nicht, aber falls die Bahn ein besseres Angebot abgegeben hat als die Konkurrenz und wegen einem Formfehler nicht zum Zug kommt führt man dem Land Schaden zu.
    Aber zusammengefasst ist es prima, dass man Druck auf ein monopolverwöhntes Unternehmen aufbaut.
    Am Ende profitiert der Kunde.
    Bleibt zu hoffen, dass der Wechsel zu anderen Anbietern nicht so ausgeht wie die Trainerwechsel beim VfB. Da ist der Nächste immer der Beste.
  • Velo Fisch
    am 05.12.2015
    Eine öffentliche Bahn in privater Rechtsform ist nicht per se "gut" oder "böse". Sie ist jedoch der öffentlichen Kontrolle entzogen. Jedes unangenehme Detail wird zum "Betriebsgeheimnis". Das Parlament hat zudem nur noch sehr eingeschränkte Rechte.

    Die Bahn wird effektiv jedoch durchaus kontrolliert - aber durch die Regierung. Zwischen Kontrolleuren und der Bahn gibt es Verflechtungen, die es für eine effektive Kontrolle nicht geben sollte. Zudem kann die Regierung bei der Bahn insgeheim dem Vorstand Prioritäten aufgeben, die sich von den öffentlich geäusserten Regierungszielen unterscheiden.

    Da die Länder im Nahverkehr die Bahnhoheit haben, funktioniert der Wettbewerb für das rollende Material. Wenn festgelegt wird, wo wieviele Züge fahren und mit welchen Tickets diese benutzt werden können, ist es nicht so wichtig, wer diese Züge dann tatsächlich fährt. Der Preisvorteil durch Wettbewerb wird allerdings durch Synergieverlust erkauft.

    Problematischer ist es beim Fernverkehr - diesen entscheidet die Bahn selbst. Da hier Bezahlung (Subvention) und Leistung (Zugkilometer, Geschwindigkeit und Pünktlichkeit) keinen direkten Zusammenhang haben, reduziert die Bahn hier das Angebot immer weiter. Richtig problematisch ist es jedoch beim Netz. Hier geriert sich die Bahn wie ein Monopolist, der Bahnverkehr verhindern will, wenn er ihn nicht selbst betreibt.

    Dabei ist die Lösung ganz einfach. Der Bahn hat alle Gesellschafteranteile. Er könnte das Netz leicht herauslösen - aber er bräuchte nicht einmal das zu tun. Er könnte vielmehr der DB aufgeben, möglichst diskriminierungsfrei möglichst viel Verkehr auf die Schiene zu bringen. Die Subventionen könnten abhängig vom Netzzustand und den gefahrenen Kilometern gezahlt werden. Das ist gerade der Vorteil einer Bahn in Staatsbesitz. Leider scheint das nicht nur die Regierung nicht zu wollen sondern scheinen dies auch die Kritiker zu ignorieren.
    Da brauch die Bahn weder kaputt geredet noch zerschlagen zu werden. Es reicht, wenn ihr die Regierung sagt, dass sie das richtige tun soll.
  • by-the-way
    am 04.12.2015
    @Andreas Spreer

    Wieso?

    Das Unternehmen "DB" sollte enteignet werden, weil es seinen gesellschaftlichen Verpflichtungen nicht nachkommt.

    Da das aber mit Sicherheit nicht geschieht, ist "DEUTSCHE-Bahn-bashing" eine richtige Methode, den eigenen Ruf hat sich dieses Unternehmen selbst zuzuschreiben.

    Und hier ist ja auch niemand gegen Bahn, nur "DEUTSCHE" sollte eben nicht davorstehen.

    Dieses Unternehmen sollte zerschlagen und von der Landkarte in Deutschland getilgt werden.

    Bessere Alternativen gibt es bereits:

    sehr viele, fähigere Eisenbahnunternehmen, können die Transportaufgaben wesentlich zuverlässiger und dazu noch günstiger erfüllen.

    Siehe aktuelle Vergabe der Nahverkehrsleistungen.

    Besser noch sollten die Schweizer Bundesbahnen (SBB) den Schienenverkehr in Deutschland organisieren und übernehmen.
    Das wäre Bahn- und Beförderungsqualität vom Feinsten !
  • Klaus
    am 04.12.2015
    Wir bashen nicht die Bahn-wie-sie-sein-soll, sondern die Bahn-wie-sie-ist.

    Die Bahn wie sie sein soll ist ein 'Institut', das den festgeschriebenen Aufgaben gerecht wird. Nicht so ein Gemischt-Saft-Waren-Laden, der im Ausland spekuliert und im Inland dem Gemeinwohl nicht dient.

    Mobilität ist in einer modernen, demokratischen und humanen Gesellschaft ein Produkt der Daseinsfürsorge.

    Den Erfolg beim Einhalten der Vorgaben kann man klar messen.
    Wen man will. Aufricht, klar, eindeutig, transparent. Wie es sich gehört.

    Dämliche Bande, zomGuggGuggaberrrau.
    Punkt.
  • lutz weidner
    am 04.12.2015
    das einzige, mir bekannte privatisierte, börsennotierte bahnunternehmen ist die schweizer bahn, immer pünktlich
    mit bestehender taktung und garantierter anschlußverbindung
    von straßenbahn, zugverbindung bis zu jedweder bergbahn
    lutz
  • Andreas Spreer
    am 04.12.2015
    Bei aller berechtigten Kritik an der DB bitte ich zu bedenken, dass mit einem allgemeinen Bahnbashing genau das befördert wird, was andere sich wünschen, nämlich die allmähliche Zerstörung der Bahn als Alternative zum Auto. Daimler, VW & Co. lachen sich dabei doch ins Fäustchen.
  • Heiner Lempp
    am 03.12.2015
    Ja, ja: "Staatskonzern" DB - das hört sich ganz bähbäh an. Die Verschlechterung der DB begann mit dem versuchten Umbau zur Aktiengesellschaft! Und private englische Bahnkonzerne haben sich auf der Insel wenig mit Rum bekleckert. Die DB muß kritisiert werden - sie liefert täglich viele Gründe dafür, nicht nur S21. Als Pendler Tübingen-Stuttgart weiß ich, wovon ich rede. Trotzdem gehört Mobilität, wie Energie- und Wasserversorgung, Gesundheitsfürsorge, Bildung, Grundlagenforschung u.a. zu den Gemeinschaftsaufgaben und soll von "Staatskonzernen" - möglichst gut! - geleistet werden, nicht vom "freien Markt".
  • CharlotteRath
    am 02.12.2015
    Ja watt denn nu, DB AG?

    Entweder eigenwirtschaftlich arbeiten - das bedeutet, Marktbegleiter anzuerkennen und eben nicht jedes Vergabeverfahren für sich entscheiden zu können.

    Oder eine besondere Rolle in der Daseinsvorsorge spielen - und das bedeutet, Transparenz, flächendeckendes Angebot, Pünktlichkeit und entsprechenden kundenfreundlichen Service zu liefern.

    Je nach Situation entweder die eine oder die andere Karte zu ziehen, schaffen nur die Schnecken (als Zwitter handeln sie bei jeder Begegnung untereinander aus, wer Männlein, wer Weiblein spielt).
    Doch Schnecke, das wollt Ihr doch auch nicht sein, oder?
  • Peter S.
    am 02.12.2015
    Wenn ich das also richtig verstanden habe, hat Mappus,Razavi und Co den Steuerzahler beschissen und der Bahn AG Geld in den Rachen zu geworfen um das wirtschaftlich dämliche aber politisch gewollte S21 zu zu promoten.
    Wenn man unsere Bahn wirklich an die Börse bringt, dann befürchte ich noch weit Schlimmeres.
    Ich stimme meinem Vorredner zu, daß eine Transport Infrastruktur nicht privatisiert gehört.
    Das gilt für Strasse genauso wie für Bahn.
    Ein gewinnmaximierender Konzern, welcher sich für einen Zeithorizont hier unter Einbeziehung von versteckten Steuergeldern optimieren kann ist nicht im Sinne des Bürgers.
    Gibt es eigentlich Länder bei denen die Bahnprivatisierung ein Erfolg war?
    Und welche Länder haben negative Erfahrungen gemacht?
  • Blender
    am 02.12.2015
    @.den Zuschlag bekam das britische Bahnunternehmen Go-Ahead ..
    Was man so über britischen Bahnverkehr hört, ist diese Art von Konkurrenz eher besorgniserregend. Unpünktlich, wenig Service, gewinnmaximiert. Wäre es die französische staatliche SNCF, die hier einsteigt, würde ich frohlocken. Diese Staatsbahn ist nämlich schnell und gut organisiert. Private sind meist schlechter als staatliche Bahnen. Seit die DB "privat" ist wurde vieles schlimmer, was man nicht zuletzt am heute, für das erste Halbjahr 2015, verkündeten Minus von mehr als 500 Mio Euro wiederspiegelt http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2015-07/deutsche-bahn-gewinn-minus-fernbus-konkurrenz .
  • Karl Heinz+Siber
    am 02.12.2015
    Die Reaktion der DB zeigt, dass sich der internationale Logistik-Konzern immerhin noch für das poplige Regionalverkehrsgeschäft in der deutschen Provinz interessiert. Herr Grube wird die Milliarden Umsatz, die die DB in B-W bald verliert, sicher in Katar wieder reinholen
  • Horst Ruch
    am 02.12.2015
    ......typisch Razzavi, als Kennerin der von Mappus mit der DB ausgehandelten S21 - Visionen hat sie schon immer gegen die Unterstützung von Beratern des Verkehrsministeriums wegen angeblich zu hoher Honorare lautstark gepoltert. Unterstützung kam sie prompt vom Rechnungshof BW. Wie wir wissen, hat dieser leider keine Leitlinie wie öffentliche Gelder sinnvoll angelegt sein sollten. Während dieser einerseits die milliardenschweren Fehlinvestitionen für S 21 begrüßt hat, sind nun plötzlich pingelige Beraterausgaben Je nach parteilichem Gusto unangemessen, weil sie möglicherweise den Finanzierungs Sumpf der "alten" Regierungsgarde trockenlegen könnte. Dabei hat Hermann nun erst einmal Erfolg gehabt und endlich Licht in die Verstrickungen gebracht. Neben den Vorteilen der günstigen Zugkilometerpauschalen tritt für die Razzavipartei jedoch jetzt das ein, was sie immer vertuschen wollte. Mit der Vergabe an Privatbahnen ist die Entwidmung der oberirdischen Gleisanlagen-zumindest teilweise- vom Tisch.
    Eine Riesenschlappe für Rosenstein &Co.
  • Peter Meisel
    am 02.12.2015
    Die Deutsche Bundes Bahn ist ein Teil der Öffentlichen Infrastruktur, die der Staat dem Volk zur Verfügung stellen muss,
    damit der Souverän, also DU und ich, sich selbst helfen kann!
    d.h. Bahn von A nach B bei gutem Service, Qualität und Pünktlichkeit. Das garantierten Beamte.

    Privat wirtschaftliche Gewinn Maximierung ist keine öffentlicher Zweck. Wohl aber Service-Qualität! Und deshalb ist der Grüne Verkehrsminister Winfried Herrmann zu loben.
    Das hat am 18. November die Süddeutsche Zeitung sehr gut formuliert, so dass ich spontan unseren verantwortungsvollen Verkehrsminister gelobt habe:
    Sehr geehrter Herr Minister Hermann,
    Es freut mich ausgesprochen sehr, dass die Süddeutsche Zeitung sie lobt! Sie seien der Lieblingsminister der Schwarz-Gelben Opposition. Diese Satire allein ist bereits eine Auszeichnung.
    "Einen großen Verkehrsvertrag gibt es bald nicht mehr:" mit dem gesparten Geld wollen Sie in das Netz investieren. Super!
    Ja Sie müssten eigentlich der Held des Landes Baden-Württemberg sein. "Es kommen brandneue Fahrzeuge zum Einsatz. Barrierefrei, mit mehr Sitzkomfort und kostenlosen Wlan, Schwarz-Gold aussen."
    "Der Bahnschreck sagt wieder nein:" Das ist ein ungewolltes Lob und beweist Ihre Klugheit! Nach einer alten Philosophen Regel heisst es - Der Klügere gibt nicht nach.

    So sind nach der Aufklärung (I. KANT 1784) mit der Französischen Revolution die Allgemeinen Menschen Rechte entstanden.
    https://www.dropbox.com/s/ujtpclrokx6minx/Bildschirmfoto%202015-11-18%20um%2000.52.17.png?dl=0

    Stuttgart hat so einen klugen Radler und Mensch als Verkehrsminister verdient.
    Besten Dank, Ihr Peter Meisel

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