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Recherche gegen Rechts – Lokaljournalismus

"Wir verstehen uns als Chronisten"

Recherche gegen Rechts – Lokaljournalismus: "Wir verstehen uns als Chronisten"
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Die Journalisten Alexander Roth und Peter Schwarz berichten seit Jahren für den Zeitungsverlag Waiblingen über Rechtsextremismus im Rems-Murr-Kreis. Ein Gespräch über Strukturen der rechten Szene hier, den Umgang mit Drohungen und die Aufgaben von Journalismus.

Herr Roth, Herr Schwarz, Sie beschäftigen sich seit Jahren intensiv mit Rechtsextremismus im Rems-Murr-Kreis. Wie kamen Sie dazu, sich gerade diesem Thema zu widmen?

Alexander Roth: Bei mir war es 2019 eine Meldung in der überregionalen Presse, dass im Süden Deutschlands eine Ku-Klux-Klan-Gruppierung aufgeflogen ist. Das konnte ich damals kaum glauben, dass es so etwas in Deutschland gibt. Da habe ich angefangen, mich mit dem Thema zu befassen, habe herausgefunden, dass es hier schon früher Ku-Klux-Klan-Gruppen gab, auch mit Bezug zum Rems-Murr-Kreis. Dann habe ich den Bericht des zweiten NSU-Untersuchungsausschusses des baden-württembergischen Landtags gelesen, und von diesem aus gab es wieder viele Rechercheoptionen. Seitdem bin ich nicht mehr davon weggekommen.

Und bei Ihnen, Herr Schwarz?

Peter Schwarz: Das Thema Rechtsextremismus hat mich eigentlich seit meiner Jugend begleitet. Wir hatten in der achten Klasse eine Art Forschungsprojekt bei einem tollen Lehrer, da ging es um jüdisches Leben in Ellwangen, wo ich herkomme. Später im Studium habe ich meine Magisterarbeit in Literaturwissenschaft über die Darstellbarkeit des Holocaust geschrieben. Und dann bin ich im Lokaljournalismus beim Zeitungsverlag Waiblingen gelandet und hier auf das Thema erstmals im Jahr 2005 oder 2006 gestoßen.

Aus welchem Anlass?

Schwarz: Damals ging so das Gerücht um, in Welzheim, einer Kleinstadt im südöstlichen Rems-Murr-Kreis, gebe es No-Go-Areas, wo die Rechten den Ton angeben, wenn es dunkel wird. Wir haben dann eine große Serie darüber gemacht. Das war damals noch der Old-School-Rechtsextremismus, Glatze und Springerstiefel waren das Thema.

Gab es diese No-Go-Areas?

Schwarz: Jein. Es gab tatsächlich im Welzheimer Wald eine mal mehr, mal weniger stark präsente rechte Szene. Und es war schon so, dass sich zeitweilig die eher linken Jugendlichen in Welzheim abgesprochen haben, dass sie nicht allein aus dem Juze nach Hause gehen. Aber No-Go-Area klingt ein bisschen zu groß. Danach ist mir das Thema immer wieder begegnet, wenn es Ereignisse gab wie den Brandanschlag in Winterbach 2011. Dazu kam, dass ich die Opferperspektive nah kennengelernt habe, weil ich mit Semiya Şimşek, der Tochter des ersten NSU-Opfers Enver Şimşek, ein Buch gemacht habe.

Einige Gemeinden im Schwäbischen Wald im Osten des Kreises liegen bei den Wahlergebnissen für rechte Parteien regelmäßig in der Spitzengruppe in Baden-Württemberg, in den 1990er Jahren waren das Republikaner, NPD oder DVU, heute auf viel höherem Niveau die AfD. Zugleich gab es immer wieder Aktivitäten einer rechtsextremen Szene. Wie hat sich das entwickelt?

Schwarz: Es war nicht immer gleich. Was man aber schon sagen kann ist, dass im Bereich Backnang und Welzheimer Wald immer wieder was los war. Auf diese Orte ist man gestoßen, wenn es einen Brandanschlag gab oder ein brennendes Kreuz vor einer Flüchtlingsunterkunft. Dann waren die Täter oft aus der Gegend. Die Treffpunkte der Rechten haben sich dabei immer wieder geändert, vor Jahrzehnten war es mal das "Point", eine Kneipe in Backnang, dann die Gaststätte "Linde" in Schorndorf-Weiler. Die Szene brauchte halt irgendwo einen Ort und wenn an einem der Verfolgungsdruck stieg, dann verlagerte sie sich. Aber sie war insofern greifbarer als heute, weil sie bestimmte Treffpunkte hatte. Die konnten auch im Saarland oder in Thüringen sein.

Foto: Julian Rettig

Alexander Roth, Jahrgang 1989, ist stellvertretender Leiter der Live-Redaktion beim Zeitungsverlag Waiblingen (ZVW). Zu seinen Themenschwerpunkten zählen Rechtsextremismus, Querdenken, Antisemitismus und Verschwörungsideologien. Für seine Recherche "Knietief im Sumpf: Recherche zur Querdenken-Szene in Stuttgart" erhielt er den Deutschen Lokaljournalistenpreis 2021. Gemeinsam mit Peter Schwarz macht er seit 2022 beim ZVW den Podcast "Bewegungsmelder" (os)

Gab es denn einen überregionalen Austausch?

Schwarz: Ich weiß noch, nach dem Brandanschlag bei Winterbach 2011 sind vor Gericht die Angeklagten alle gefragt worden, was sie getrunken hatten, um festzustellen, ob eine verminderte Schuldfähigkeit vorliegt. Und es kamen immer wieder Antworten wie: "Acht Bier und 14 Pfeffi" oder "Zwölf Bier und neun Pfeffi". Wir haben uns alle gefragt: Was ist ein "Pfeffi"? Bis wir geschnallt haben, das ist ein in Thüringen verbreiteter Pfefferminzlikör. Das war eine Art Kulturtransfer, den haben die Thüringer Neonazis mitgebracht. Aber diese Treffstruktur, das scheint vorbei zu sein. Wann das letzte Mal ein Neonazi-Konzert im Rems-Murr-Kreis aufgeflogen ist, kann ich mich überhaupt nicht mehr erinnern.

Roth: Im Ostalbkreis gibt es das schon noch.

Schwarz: Dort noch eher, aber hier ist es durch. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob der Rems-Murr-Kreis wirklich immer so ein Hotspot war oder ob man es hier einfach ein bisschen besser auf dem Schirm gehabt hat. Es gab 2008 eine Studie des Tübinger Erziehungswissenschaftlers Josef Held über Rechtsextremismus im Kreis (Kontext berichtete), und wir vom ZVW haben immer relativ viel darüber berichtet.

Wie sieht es mit der Szene im Kreis heute aus?

Roth: Für eine Recherche habe ich Leute aus der Lokalpolitik befragt zur Bedrohungssituation, und da gingen die Antworten in, grob gesagt, der Nordhälfte des Rems-Murr-Kreises deutlich stärker in die Richtung: Hier gibt es sichtbaren Rechtsextremismus und auch Einschüchterungen durch Rechtsextremisten, die trauen sich hier mehr, sind stärker präsent. Allerdings trifft das viel stärker auf die ältere, historische Neonazi-Szene zu. Denn feste Orte und Treffpunkte werden immer überflüssiger, weil Vernetzung öfter online stattfindet. Und gleichzeitig, um das wieder zu konterkarieren, gibt es hier den "Dritten Weg", diese Neonazi-Kleinstpartei, die ihre paramilitärischen Übungen macht. Auf irgendwelchen Sportplätzen, mal bei Murrhardt, mal eher in der Ecke Rudersberg.

Foto: Julian Rettig

Peter Schwarz, Jahrgang 1965, ist seit 1997 Redakteur beim Zeitungsverlag Waiblingen (ZVW) und mittlerweile Mitglied der Chefredaktion. Er hat zahlreiche Journalistenpreise erhalten: etwa den Theodor-Wolff-Preis, den Deutschen Reporterpreis für die beste Lokalreportage, den Caritas-Journalistenpreis und mehrmals den Deutschen Lokaljournalistenpreis. Gemeinsam mit Semiya Şimşek schrieb er das Buch "Schmerzliche Heimat", eine Aufarbeitung der Geschichte der NSU-Morde, 2013 erschienen im Rowohlt-Verlag.  (os)

Gibt es auch Vernetzungen zwischen der AfD und anderen rechten Gruppen?

Roth: Die AfD ist überall in Deutschland eng mit der Identitären Bewegung vernetzt, auch bei uns. Es gibt weiterhin eigene Parteien wie den "Dritten Weg" oder "Die Heimat", früher NPD, die haben hier auch ihre Jugendorganisationen. Und es kommen gerade eine Reihe von moderneren, noch jüngeren rechtsextremen Organisationen hoch, die mit Parteien wenig am Hut haben. Die haben sicher auch ihre Sympathien für die AfD, aber dass die AfD dort im klassischen Sinne vernetzt ist, sehe ich nicht. Sie ist teils eher das Sprachrohr für diese Gruppierungen, indem sie rechtsextreme Politik normalisiert. Aber was auffallend ist: Die AfD bekommt in unserer Region zwar Zustimmung, aber es entsteht keine große politische Beteiligung in der Breite.

Schwarz: Überhaupt nicht! Es gibt 31 Gemeinden im Rems-Murr-Kreis, und nur in zwei davon gab es Gemeinderatskandidaten von der AfD bei den letzten Kommunalwahlen 2024. Es ist nicht so, dass da Graswurzelpolitik betrieben würde und die überall präsent wären. Das ist sicher in anderen Bundesländern anders, vor allem im Osten.

Trotzdem wird die AfD in diesen Kommunen von vielen gewählt.

Schwarz: Die AfD hat Stärken. Sie ist stark darin, einfache Botschaften zu formulieren, sie ist stark darin, die auf Social Media auszuspielen. Aber man kann es, glaube ich, nicht nur mit der Stärke der AfD erklären, sondern eine Rolle spielt auch eine Schwäche des Politikbetriebs, der bestimmte Probleme nicht geregelt kriegt. Nicht unbedingt, weil die Politiker zu blöd sind, sondern weil vieles wirklich schwierig ist. Es ist objektiv nicht einfach, das Rentensystem zu reformieren. Und es ist klar, dass dann extreme Positionen Zulauf kriegen. Für mich ist das kein Wunder, und ich bin auch ein bisschen erschöpft, die Leute darauf hinzuweisen, dass die AfD rechtsextrem ist. Die Leute wissen es, und es ist ihnen egal. 

Roth: Das ist der Spagat, den wir als Journalisten die ganze Zeit über versuchen: zu verstehen, warum das so ist, und nicht einfach zu sagen, alle, die die AfD wählen, sind rechtsextrem. Und gleichzeitig aber klarzustellen: Nur weil immer mehr Menschen der Meinung sind, dass nur zu Deutschland gehört, wer, sagen wir mal, einen deutschen Opa hat, nur weil so eine Ansicht mittlerweile populärer geworden ist, ist das keine weniger völkische Ansicht. Aber unsere Arbeit ist natürlich nicht leichter geworden dadurch, dass so ein Denken mehrheitsfähiger wird. Viele Leute gehen deswegen aggressiver gegen unsere Berichterstattung vor, bedrohen uns.

Wie spüren Sie das in Ihrer täglichen Arbeit?

Roth: Also ich merke das extrem. Ich versuche auf allen möglichen Plattformen die Inhalte meiner Artikel zu verbreiten, auf Instagram und allen möglichen Twitter-Alternativen. Und es gibt immer mehr Leute, die unter offensichtlich rechtsextremen Aussagen Sachen kommentieren wie: Das denken doch eh die meisten, das soll jetzt rechtsextrem sein? Und es ist auch so, dass mittlerweile automatisch mindestens Beleidigungen kommen, wenn ich über die AfD schreibe. Bis hin zu Drohungen. Gestern habe ich zum Beispiel eine Nachricht bekommen: "Deine Zeit ist abgelaufen, du wirst deine Quittung noch bekommen." Das ist leider Alltag geworden. Auch auf AfD-Veranstaltungen weiß ich mittlerweile genau, was passiert, wenn ich da hingehe. Da hat sich schon die Hemmschwelle extrem nach unten verlagert.

Wie kann das aussehen?

Roth: Vor Kurzem war ich in Schorndorf bei einer Veranstaltung der AfD mit Markus Frohnmaier. Dort kam eine Frau auf mich zu und meinte: "Ah, da ist er. Ich wollte mal wissen, wie er aussieht, dieser erbärmliche rote Klappstuhl." Dann wurde ich von den AfD-Leuten auf der Bühne erwähnt, so nach dem Motto: Der ist hier im Saal, der darf jetzt nur noch übers Wetter schreiben beim ZVW, weil seine Berichte so schlecht sind. Und ihr könnt ihm ja mal die Meinung sagen. So etwas ist mittlerweile eine "normale" Erfahrung.

Schwarz: Solche Sachen kriegt vor allem Alex ab, bei ihm war es oft wirklich heftig. Da gab es diese Sache mit Heinrich Fiechtner …

... dem Ex-AfD-Landtagsabgeordneten aus Stuttgart ...

Schwarz: ... der hat Alex immer wieder auf Telegram attackiert, und einmal ist es eskaliert. Wie hieß das Zitat mit der Kugel im Kopf? 

Roth: In Fiechtners Kanal schrieb jemand: "Ohne Kugel im Kopf wird nichts passieren."

Wahlergebnisse: großes Gefälle

Den gesamten Rems-Murr-Kreis als rechtsextremen Hotspot zu bezeichnen, wäre grob irreführend, denn bei Wahlen zeigen sich hier regelmäßig frappierende Unterschiede zwischen urbaneren und eher ländlich geprägten Regionen. Bei der Bundestagswahl 2025 beispielsweise lagen die Ergebnisse der AfD in den Gemeinden des Kreises bis zu 20 Prozentpunkte auseinander: Während die Partei im Remstal sowohl in Städten wie Waiblingen (17,3 Prozent) als auch kleineren Gemeinden wie Kernen (15,2) meist unter 20 Prozent blieb, waren es in den höher gelegenen Gemeinden des Schwäbisch-Fränkischen Waldes und des Welzheimer Waldes teils über 30 Prozent: etwa in Spiegelberg (35,5), Großerlach (34,3) oder Althütte (31,0). Die Gesamtergebnisse für die AfD betrugen 2025 im Wahlkreis Waiblingen (südlicher Rems-Murr-Kreis) 18,1 Prozent, leicht unter dem Bundesdurchschnitt (20,8), im Wahlkreis Backnang–Schwäbisch Gmünd (nördlicher Rems-Murr-Kreis und westlicher Ostalbkreis) dagegen bei 23,4 Prozent.  (os)

Schwarz: Wir haben das dann öffentlich gemacht. Und haben auch klargestellt, dass so etwas nicht dazu führt, dass wir nicht mehr über das Thema schreiben. Der Fall zeigt deutlich, wie wichtig institutioneller Rückhalt ist. Der Rückhalt zum Beispiel von einem Verlag, der einen Justiziar hat, der einen rechtlich beraten kann, von der Chefredaktion, zu der man gehen kann, die einem sagen kann, wie gehen wir damit um, die gemeinsamen Beratungen darüber, ob wir etwas öffentlich machen. All diese Dinge helfen. Wenn das zusammenkommt, dann funktioniert die Berichterstattung immer besser, als wenn nur einer das in einer heroischen Einzelleistung macht und sich in jeder zweiten Redaktionskonferenz dafür rechtfertigen muss.

Wie schläft es sich mit solchen Drohungen im Hinterkopf?

Roth: Für mich ist das mittlerweile alltäglich. Auch wenn ich mich weigere, das normal zu nennen. Am Anfang war es für mich extrem, es gab Phasen, in denen es mir richtig schlecht ging. Aber man härtet oder stumpft ab. Ich bin seit der Corona-Zeit sehr stark im Austausch zu diesem Thema mit vielen Kolleg:innen deutschlandweit, weil ich wissen wollte, ob es anderen auch so geht. Und ja, das gibt es leider überall. Das trifft Frauen deutlich härter als Männer und Leute in Ostdeutschland härter als hier bei uns. Viele hören auch ganz auf, über Rechtsextremismus zu berichten. Weil die Familie bedroht wird, weil die Drohungen zu konkret wurden, weil die Adresse bekannt wurde. 

Sie machen weiter?

Roth: Zum einen bin ich in der Luxusposition, dass ich es mir aussuchen kann, Zielscheibe zu sein. Andere sind es schon, weil sie anders aussehen oder weil sie in ein Feindbild passen. Und zum anderen glaube ich einfach, dass es wichtig ist zu berichten. Ich will nicht in einer Welt leben, in der Rechtsextremismus überall alltäglich ist. 

Haben Sie wegen der Drohungen ihr Verhalten im Alltag, auf Terminen verändert?

Roth: Ich bin im Alltag unglaublich zurückhaltend damit, was ich von mir preisgebe, gerade gegenüber Leuten, die ich noch nie vorher getroffen habe. Ich habe bei Demos eine Absprache mit dem Verlag, dass jemand mitkommt, um mich zu begleiten. Ich habe Kleidung, die ich nur auf Demos trage. Eine extra Demojacke zum Beispiel. Das frisst alles sehr viel Kapazität und Kraft im Alltag.

Fühlen Sie sich manchmal wie Sisyphos?

Roth: Wir hatten mal einen Moment, der hat sich in mein Gehirn gebrannt. Wir waren im Aufnahmeraum für unseren Podcast "Bewegungsmelder", der sich um genau diese Themen dreht. Und da hatten wir irgendwann das Gefühl, darüber haben wir doch schon mal geredet. Es liegen doch alle Fakten auf dem Tisch, im Endeffekt erzählen wir immer wieder das Gleiche. Man kann eigentlich nicht mehr nicht wissen, dass die AfD eine rechtsextreme Partei ist. Und Peter hat dann zu mir gesagt, dass er sich mittlerweile eher als eine Art Chronist versteht. Wir schreiben es auf, weil es so ist.

Was bringt, angesichts langlebiger rechter Strukturen und regelmäßig hoher Wahlergebnisse, aus Ihrer Sicht journalistische Berichterstattung?

Schwarz: Ich habe mich in den letzten gut 20 Jahren immer wieder mit dem Thema befasst und immer wieder die Debatte ans Bein gekriegt: Warum schreibt ihr überhaupt über die? Man dürfe die nicht aufwerten, indem man sie zur Kenntnis nimmt. Der klassische Streit. Die einen sagen: ausblenden. Und die anderen sagen: Man muss darauf hinweisen, damit eine Stadt- oder Kommunalgesellschaft die Möglichkeit hat zu sagen, wir wollen das nicht. Es gibt eine Forschungsarbeit, die das am Beispiel Hoyerswerda untersucht hat ...

... wo es 1991 schwere rassistische Ausschreitungen durch Hunderte Rechtsextreme gab.

Schwarz: Danach ist dort die Stadt sehr offensiv damit umgegangen, hat Programme gemacht, zivilgesellschaftliche Initiativen haben sich gebildet – und das hat gefruchtet. Es stimmt eben nicht, dass die Szene verwelkt und abstirbt, wenn man sie ignoriert. Ich glaube, es ist umgekehrt. Man muss das öffentlich thematisieren, man muss es einordnen, darüber berichten, man muss das, was ist, darstellen.
 

Karikatur: Oliver Stenzel

Dank einer Vielzahl von Spenden konnte Kontext das Projekt "Recherche gegen Rechts" ins Leben rufen. Seit Ausgabe 762 und bis ins Frühjahr 2026 werden im Wochentakt Veröffentlichungen erfolgen, die rechtsextremen Strukturen nachgehen, mit einem Schwerpunkt auf Baden-Württemberg. Alle bisherigen Veröffentlichungen der Serie finden Sie hier

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