Freitags nun auch in Esslingen: Schülerdemo für Klimaschutz. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 419
Gesellschaft

Lernen auf der Straße

Von Gesa von Leesen
Datum: 10.04.2019
In fast 70 deutschen Städten sind in der vergangenen Woche am Freitag wieder SchülerInnen für Klimaschutz auf die Straße gegangen. Zum ersten Mal in Esslingen. Inzwischen spitzt sich die Debatte um Bußgelder für die Protestierenden zu.

Mehr als 100 SchülerInnen kamen zur ersten Fridays for Future-Demo in Esslingen. Und sie hatten sich gut vorbereitet. "Klimaschutz statt Kohleschmutz", "There is no planet B!" stand auf den Schildern, der 12- bis 18-jährigen Jugendlichen. Es sei doch "echt wichtig, was zu tun", fanden Moritz, David und Carl, alle aus der siebten Klasse des Georgii-Gymnasiums. Auf ihrem Schild stand "We don´t want your hope, we want your panic" – ein Zitat der Schwedin Greta Thunberg, die bekanntlich die Fridays-for-Future-Demos losgetreten hat. "Wenn man sich anschaut, was passiert, wenn die Temperatur um drei oder vier Grad steigt ...", fängt David an und Moritz ergänzt: "Wenn die Pole schmelzen, dann können die Reichen auch nicht mehr jedes Jahr Urlaub in der Karibik machen. Die gibt es dann nämlich nicht mehr." Dass am Freitagvormittag demonstriert wird, ist für die drei nur konsequent. "Samstag kann ja jeder", sagt Moritz. "Aber dann würden die Leute nicht so auf uns achten."

Im Internet wird derweil ordentlich über die demonstrierenden Schüler hergezogen. Auf der Facebook-Seite der Eßlinger Zeitung, die die Demo mit einem Live-Blog begleitete, waren Zitate wie diese zu lesen: "Ich hoffe, das hat Konsequenzen. Man sollte alle Klassenarbeiten Freitags schreiben und wer nicht da ist: 6", schreibt einer. Der nächste: "Und diese Woche jammern es fliegen immer mehr beim Abi durch." Und: "Schön weiterhin .... Kaffee to Go kaufen – Mc Donalds Müll unterstützen oder mal eben nen Döner ? Ich glaube die weißen wissen gar nicht warum sie überhaupt auf die Straße gehen Hauptsache sie müssen nicht die Schulbank drücken." (sic) Und: "Wehe ich höre nochmals Klagen zum Thema Stundenausfall."

Stundenausfall wegen Demo? Nö – wegen Lehrerausflug

Gutes Stichwort: Stundenausfall. Wie sieht´s damit eigentlich aus? In Esslingen dürfte der sich am vergangenen Freitag in Grenzen gehalten haben. Denn: Die fünfte und sechste Stunde fielen am Georgii-Gymnasium, von dem die meisten Demo-TeilnehmerInnen kamen, sowieso aus, wegen des jährlichen Lehrerausflugs, der in diesem Jahr auf die Schwäbische Alb führte. Geplanter Unterrichtsausfall also. Der wird wahrscheinlich statistisch gar nicht erfasst werden.

Ansonsten scheinen sich die Schülerinnen und Schüler von heute mit einem gewissen Stundenausfall arrangiert zu haben. "Der morgendliche Weg zum Vertretungsplan ist tägliche Routine", erzählt Matthias Dinkela, 16. Sein Schülersprecher Moritz Friedrich verdeutlicht: Ich schätze, es fällt jede Woche was aus." Ayla Klink aus der Elften, ebenfalls Schülersprecherin am Georgii, hat eine pragmatische Sicht auf den Stundenausfall. "Wenn Stunden ausfallen, ist das nicht so schlimm, da haben wir mehr Zeit zu lernen." Sie lacht. Übrigens sei erst kürzlich der Unterricht eines ganzen Tages ausgefallen, weil die Lehrer "pädagogischen Tag", also Fortbildung hatten.

Dass in Baden-Württemberg viel Unterricht ausfällt, ist hinreichend bekannt. Zuletzt veröffentlichte das Kultusministerium im Januar eine Statistik, in der der Ausfall einer Woche im November erfasst war. Demnach konnte an den staatlichen Schulen im Südwesten jede 11. Stunde nicht wie geplant gegeben werden, weil der Lehrer fehlte. Auf Platz Eins beim Unterrichtsausfall stehen dabei die Berufsschulen, gefolgt von den Gymnasien.

Statistisch nicht erfasst werde allerdings "wenn Klassen mitbeaufsichtigt werden, also man die Tür zur Nachbarklasse aufmacht, den Schülern eine Aufgabe zum Selbstlernen gibt und darauf achtet, dass es ruhig bleibt", erklärt David Warneck, Vorsitzender des GEW-Kreisverbands Esslingen. Tatsächlich dürfte der Ausfall von Unterricht mit dem richtigen Fachlehrer also höher sein.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) ist das Dilemma durchaus klar. Ihr Haus hatte im Februar errechnet, dass bis 2030 zusätzlich 10 600 Lehrerstellen benötigt werden. Wann und ob diese Stellen überhaupt geschaffen werden, ist allerdings unklar. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) erklärte in Richtung Eisenmann: "Diese Berechnung bedeutet jedenfalls nicht, dass wir jetzt auch 10 600 neue Stellen schaffen."

Neben Grandparents und Scientists nun auch Educators for Future 

Die Schülerinnen und Schüler, die ihre Sorge um das Klima freitags auf die Straße treibt, sehen sich also folgerichtig nicht für Unterrichtsausfall verantwortlich. Zumal sie eine Menge lernen. Auf der Straße. Das zeigten auch die Rednerinnen und Redner beim Demo-Auftakt in Esslingen. Der Schüler Matthias Dinkela ging das Thema Klimaschutz philosophisch an: Immer wieder hätte die Menschheit die Möglichkeit gehabt zu wählen, zum Beispiel zwischen Krieg und Frieden. Leider hätte sie sich oft falsch entschieden. Heute aber hätte die Menschheit nicht die Wahl. Denn wenn jetzt nicht endlich entschieden gegen den Klimawandel angekämpft werde, werde "ein schrecklicher Preis gezahlt werden", unter dem "unsere Kinder und Enkelkinder leiden werden. Wir haben keine zweite Chance. Wir haben die Pflicht das Klima zu schützen", rief Matthias und erntete großen Applaus.

Schülersprecherin Ayla Klink ging es in ihrer Rede darum, was jede und jeder fürs Klima tun kann. "Ich gebe euch ein paar Tipps", sagte sie und zählte Konkretes auf: Bambuszahnbürsten verwenden, bei Klamotten darüber nachdenken, ob man sie braucht und wie sie hergestellt werden, weniger Fleisch essen, Früchte von hier, keine Mama-Taxis, mehr Bus und Bahn und Fahrrad fahren. Ähnliche Anliegen hatten Eftalia Calik und Zoal Amiri, beide 7. Klasse vom Georgii. Sie rechneten vor, wieviel Plastik die Weltmeere vermüllt und appellierten an ihre Mitschüler, Plastik zu meiden.

Politik gefordert

Am Montag (8. April) haben Sprecher von Fridays for Future (FfF) erstmals konkrete Forderungen an die Politik vorgelegt. Um die Ziele des Pariser Abkommens noch einzuhalten und die Erwärmung des Klimas auf 1,5 Grad zu begrenzen, lauten die Forderung für Deutschland unter anderem: Bis Ende dieses Jahres ein Viertel der Kohlekraft abschalten, keine Subventionen mehr für fossile Energieträger und die Einführung einer CO2-Steuer. Bis 2030 soll der Kohleausstieg komplett sein, bis 2035 die gesamte Energieversorgung zu 100 Prozent erneuerbar sein. „Fangt endlich an, auf die Wissenschaft zu hören“, sagt Sana Strahinjić von FfF in Richtung Politik.

Alle Forderungen sowie eine Aufzeichnung der Pressekonferenz im Berliner Naturkundemuseum hier.

(gel)

Nicht nur das Engagement der jungen Leute, auch deren Wissen um den Klimawandel beeindrucken immer mehr Erwachsene. Mittlerweile haben sich "Parents für Future" ("Eltern für die Zukunft") sowie "Grandparents für Future" ("Großeltern für die Zukunft") gegründet. Mit "Scientists for Future" (Wissenschaftler) unterstützen mehr als 12.000 Wissenschaftler aus dem deutschsprachigen Raum die Schülerinnen und Schüler. "Jetzt haben sich auch "educators for future" gegründet", berichtet der GEW-Mann Warneck. "Also Pädagogen, Erzieher, Sozialarbeiter." Seine Gewerkschaft stünde selbstverständlich auch hinter den streikenden Schülerinnen und Schülern. "Wir freuen uns, dass die Jugendlichen sich politisch engagieren. Da steht das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung höher als die Schulpflicht."

Auch in Baden-Württemberg wird mit Bußgeldern gedroht

Die Jugendlichen von "Fridays for Future" bestärkt das, zumal sie selbst immer mehr werden. Mehr als 370 Ortsgruppen verzeichnet aktuell die Webseite von "Fridays for Future". Dass am vergangenen Freitag in nahezu 70 deutschen Städten SchülerInnen auf die Straße gingen, fanden Rebecca, Melinda und Sophie, zwölf und 13 Jahre alt, "total cool". Die Freitagsdemo in Esslingen ist ihre erste Demonstration. "Anfangs war es komisch. Da haben wir uns nicht so getraut, die Slogans zu rufen. Aber dann schon", erzählen sie. Die drei strahlen, denn sie sind Teil einer großen Bewegung.

Ob diese Bewegung es schafft, die deutsche Klimapolitik zu ändern, ist noch unklar. Ihr schlägt viel Widerstand entgegen. Nicht nur von Protagonisten, von denen man es erwartet, wie dem FDP-Vorsitzenden Christian Lindner. Der bezeichnet Schulschwänzen als "Regelbruch", der von einigen Politikern "heiliggesprochen" werde, und ist gegen feste CO2-Einsparziele.

Gegenwind kommt auch von unerwarteter Seite. So hat Winfried Kretschmann, Grüne, zwar noch beim politischen Aschermittwoch in Biberach erklärt, es mache Mut, zu sehen, was die jungen Leute tun. Doch mittlerweile hat der Ex-Lehrer seine Meinung geändert. Nach einem Treffen mit Schülern der Fridays-for-Future-Bewegung befand er, während der Schulzeit zu streiken, könne "nicht ewig so weitergehen". Zwar sei die Sorge der Schüler um das Klima berechtigt, aber wenn Regeln verletzt würden, müsse man mit Sanktionen rechnen.

Die gibt es in Baden-Württemberg (noch) nicht. In Bayern dagegen, genauer an einem Münchner Gymnasium wurde nun angekündigt, dass "künftig unentschuldigtes Fehlen mit Ordnungsmaßnahmen und möglicherweise auch über das Referat für Bildung und Sport mit Bußgeld geahndet werden wird". Die GLS-Bank hat daraufhin eine Spendensammlung gestartet, bei der vor einigen Tagen bereits 13 000 Euro eingegangen sind. In Bayern kann ein Bußgeld maximal 1000 Euro kosten.

Im Südwesten sollen laut Kultusministerin Eisenmann (CDU) keine Bußgelder verhängt werden. Allerdings sollten ihrer Ansicht nach die Schüler in ihrer Freizeit demonstrieren. Die Schülerinnen und Schüler, denen das Weltklima derzeit wichtiger ist, als der Unterricht am Freitag, dürfte das nicht weiter beeindrucken. Markus Gauch, 17, vom Orga-Team des Esslinger Protests erklärte auf die Frage nach dem freitäglichen Unterrichtsausfall trocken: "Unterricht kann man nachholen." An seiner Schule hätten viele Lehrer indirekt Unterstützung signalisiert. "Eventuell werden halt Fehlstunden eingetragen", sagt er und zuckt mit den Schultern.


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13 Kommentare verfügbar

  • Peter Hermann
    am 12.04.2019
    Bedaure sehr, daß wir zu meiner Schulzeit keine derart griffigen Ausreden fürs Schulschwänzen hatten. Theoretisch könnten diese ach so besorgten Schüler ja auch in der Freizeit demonstrieren, wenn ihnen die Sache wichtig ist. Und im übrigen sind viele von denen, die da freitags demonstrieren, auch eben genau jene, die sich montags dann wieder von Mutti im XXL-SUV in die Schule kutschieren lassen.
    • Dr. Diethelm Gscheidle
      am 15.04.2019
      Sehr geehrter Herr Hermann,

      da haben Sie vollkommen recht. Können Sie mir bitte nochmals einen Link zu der amtlichen oder wissenschaftlichen Statistik schicken, die einen Zusammenhang zwischen den streikenden Rotzlöffeln und den Montags-Auto-Mitfahrern offenbart? Einfach, damit wir unsere Argumentation gegen diese frechen Lausebengel und -gören auch wirklich hinterlegen können. Sonst könnte ja tatsächlich einer kommen und behaupten, wir hätten uns das aus den Fingern gesaugt, nur weil wir generell etwas gegen unsere unredliche, dumme, faule und kriminelle Demonstranten-Jugend haben, denen man das Demonstrieren mal mit dem Rohrstock austreiben sollte!

      Mit freundlichen Grüßen

      Dr. Diethelm Gscheidle
      (Verkehrswissenschaftler & Dipl.-Musikexperte)
    • Olio Molio
      am 16.04.2019
      Schuleschwänzen ist natürlich nice. Aber vor allem gehts darum, die gewohnte Ordnung zu stören. Der Protest soll ja gerade nicht systemkonform sein. Was sollen wir auch mit den Olchis schmusen, die uns die ganze Misere eingebrockt ham?
  • Jue.So Jürgen Sojka
    am 12.04.2019
    Am Donnerstag von 15.00 Uhr an im Gemeinderat Stuttgart: Generaldebatte zum Thema Klimaschutz https://www.youtube.com/watch?v=yk7sE-I1zTc Video 2.51.28
    Ab Min. 7.32 eröffnet durch "Friday for Future"-Bewegung, Paul Epple und Yvonne Sauter
    Bis Min. 21.45 - daran anschließend OB Fritz Kuhn bis Min. 35.16

    StZ 11. April 2019 - 19:29 Uhr [i]Kommentar[/i] Von Josef Schunder
    Generaldebatte in Stuttgart https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.generaldebatte-in-stuttgart-zwiespaeltiges-signal-an-die-klimaschuetzer.76b42539-904b-495e-ac5a-e75a7b6f391b.html
    [b]„Zwiespältiges Signal an die Klimaschützer“[/b]
    Die protestierenden jungen Menschen sind von der Stadt ernst genommen worden. Der Verlauf der Debatte muss sie aber eher abschrecken.


    12.4.2019, 9:24 Uhr https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/stuttgart/Liveuebertragung-aus-dem-Rathaus-Generaldebatte-zum-Klimaschutz-im-Stuttgarter-Gemeinderat,generaldebatte-gemeinderat-stuttgart-klima-100.html
    Angeregt durch die freitäglichen Schülerstreiks der "Fridays for Future"-Bewegung hat der Stuttgarter Gemeinderat am Donnerstag eine Generaldebatte zum Thema Klimaschutz geführt.

    11.10.2018, 11:05 Uhr Generaldebatte über Zukunft der "Sozialen Stadt Stuttgart" https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/stuttgart/Livestream-aus-dem-Gemeinderat-Generaldebatte-ueber-Zukunft-der-Sozialen-Stadt-Stuttgart,soziale-stadt-stuttgart-100.html
  • Andrea K.
    am 10.04.2019
    In der Politik wird immer das gleiche Spiel gespielt: Das Gegenüber diskreditieren und in Scheindebatten verwickeln. Die parallele ist doch die Erfahrung mit Stuttgart21:

    Dort wurden die Demonstranten stets als "Rentner und Arbeitslose" abgekanzelt, als würden Menschen Ihr Gehirn mit Eintritt in den Ruhestand oder Austritt aus dem Erwerbsleben abgeben. Angesichts der "Die Kinder haben keine Ahnung" - Attitüde müsste man fragen, in welchem Lebensjahr man genau ein Recht auf eine Meinung hat.

    Und das Ablenken vom Inhalt, das kennt man auch noch zu gut. Diskutiert wurde damals über den Stau am Montagabend oder eventuell vorgekommene, aber dann doch nicht nachweisbare Sachbeschädigungen und und und - aber eben nicht über die Message der Demonstranten. Nun diskutieren wir also über die versäumten Schulstunden, Schulpflicht und was dazugehört. Spannend, denn die vielen Schülerkundgebungen am Nachmittag werden damit einfach weggewischt. Was sie in den Medien ja ohnehin werden, denn es wird nicht darüber berichtet. Womit die Schüler beweisen, dass sie das einzig richtige tun um irgendwie Aufmerksamkeit zu erregen.

    Demo am Samstagnachmittag? Da erinnere ich mich mit Entsetzen an einen beeindruckenden Schweigemarsch durch Stuttgart, der mein Interesse geweckt hatte. Ich musste lange recherchieren um herauszufinden, dass es um ein mahnendes Erinnern an Srebrenica ging. Kein Wort war darüber in den lokalen Zeitungen zu lesen.

    Mein Fazit: Weiter so. Nicht aufhören, bis die Politik Maßnahmen benennen muss.
    • Harald A. Irmer
      am 13.04.2019
      Old and busted: Rentner und Arbeitslose demonstrieren gegen S21, weil sie nichts Gescheites zu tun haben.
      New hotness: Schüler streiken nicht, weil sie Ferien haben.

      Doch echt, wahrlich ich sage Euch, in den Ferien gibt‘s keine Klimastreiks!

      Die Schülerstreiks sind übrigens keine Erfindung von Greta, sondern die Idee entstand schon 2015:
      „At the Global Youth Summit in May 2015, we came up with the idea of a global school strike for climate action.“ www.climate.net/“About us“
      Man hatte erkannt, dass Schüler während der Unterichtszeit bestens disponibel sind.

      Junge Menschen lassen sich für Alles begeistern, ob Gut oder Schlecht.

      Worauf‘s ankommt, ist dass Probleme gelöst werden, hier das mit den ca. 60 GW Grundlast. Wie möchte man sie bereitstellen, ohne Kohle, wohl auch ohne Atomstrom, und das bis 2030?

      Abgeschaltet ist ganz schnell – und dann gehen die Lichter aus und dann gibt‘s Tote, lange vor einer Klimakatastrophe.

      Avanti dilettanti!
  • Real ist
    am 10.04.2019
    Genauso wie viele Erwachsene sind auch die FFF Demonstranten von der ihnen aufgetischten CO² These überzeugt, eine unabhängige Herangehensweise an die Materie kann man schon aufgrund ihres Alters ausschließen, bei Erwachsenen ist das übrigens auch nicht besser, man hat sich auf die Schnelle eine Meinung gebildet, ohne sich gründlich und vor allem neutral mit der Materie zu befassen, Gegenargumente sind des Teufels und dürfen nicht überprüft werden, allein die Tatsache, dass auch die AFD eine nennenswerte antropogene Erderwärmung bestreitet, ist Argument genug, das die These keinesfalls falsch sein kann.

    Um die Schüler vor sich selbst zu schützen, halte ich restriktive Maßnahmen gegen das Schulschwänzen für erforderlich, da die wirtschaftlichen Kennzahlen und Prognosen ziemlich klar auf Rezession hinweisen, wird der Verteilungskampf härter werden, wer kein vernünftiges Zeugnis vorweisen kann, wird zum Verlierer und zu dem immer größer werdenden Heer gehören, die die explodierende Strompreise nicht mehr bezahlen können.

    Der Angriff auf unsere KFZ-Industrie, absurde Bürokratie und die Abschaltung der Kohlekraftwerke werden den wirtschaftlichen Abschwung noch befeuern, Weltrettungsphantasien sind eben nicht umsonst zu haben, vor allem nicht, wenn unsere globale Konkurrenten Weltrettungen aufgrund unbelegter Erderwärmungstheorien ablehnt.

    Wenn die Schüler nicht mehr Schwänzen dürfen, können sie ja immer noch in ihrer Freizeit demonstrieren, sinnvoller wäre es freilich, sich mal Zeit für das Thema antropogene Erderwärmung zu nehmen, das geht aber nur, wenn man neutral an das Thema herangeht und sich mit Argumenten beider Seiten befasst, was eigentlich die Aufgabe der Medien wäre, aber deren Meinungsbidungsprozess ist ja unabänderlich abgeschlossen, wissenschaftliche Betrachtungen und empirische Fakten werden ignoriert, in den Medien kommen fast ausschließlich Klimawarner zu Wort, in Talkshos diskutieren Kinder, unfähige Politiker und grüngefärbte GEZ-Wissenschaftler, fundiert ausgebildete Klimaskeptiker mit jahrzehntelanger Erfahrung bleiben außen vor.
    • Marla M.
      am 10.04.2019
      Sie gehören also auch noch zu dem Heer an "Bildung lohnt sich" Gläubigen? Und sie glauben allen Ernstes, dass die formal Gebildeten unsere Zukunft sind?
      (Weswegen ja auch Kinder immer früher in die Bildungsmaschinerien gepresst werden und demnächst mit Digitalisierung komplett zertifiziert verblödet werden sollen!)
      Und wir gern pegidistisch nur den selbstverschuldeten Ungebildeten diffamierend heranziehen! Die vielen Akademiker, die weder erwerbstätig sein können, bzw von ihrem Geld nicht leben können werden gern ignoriert!

      Eins haben doch die letzten 30-40 Jahre gezeigt: Bildung ist zu was Abgehobenen geworden, komplett an der Realität vorbei taktierendes!
      (Am Besten zu sehen, wenn jetzt die Wissenschaftler plötzlich Wahrheiten entdecken und sich nicht schnell genug hinter den Kindern aufplustern können! Wo waren die eigentlich in den letzten Jahrzehnten?

      Wer weiss, dass zu viel einfach zu viel ist, sollte dementsprechend Konsequenzen ziehen! Wer also schon ab 74 weiß, dass Erdöl endlich ist, sollte ab da nicht noch die Steigerung des Autoverkehrs subventionieren!


      Und wenn ein Kretschmann Sanktionen fordert, dann steht doch die Demokratie vorm Scherbenhaufen: Sanktionen bei der Obrigkeit? Beim Herrenmenschen? Nein!
      Sanktionen beim Fussvolk? Jawohl! Und stramm gestanden!
    • Harald A. Irmer
      am 10.04.2019
      Hallo „Real ist“. Bitte argumentieren Sie konkret, dem kann nur ausweichen, der auch „1+1=2“ bestreitet. Aus einer Antwort an Sie: „Sie gehören also auch noch zu dem Heer an "Bildung lohnt sich" Gläubigen?“ - Naturwissenschaftliche Bildung lohnt sich aber immer noch, z.B. ein Physik-Studium; Geisteswissenschaftliche Studien lohnen sich meistens nicht. So sieht‘s aus.

      Konkret argumentiert: Die IPCC ist eine politische Organisation; man muss ihr nicht alles glauben:  http://diekaltesonne.de/wie-solide-ist-eigentlich-das-begutachtungssystem-der-ipcc-berichte-teil-2/
      Die Sommer waren vor einigen Jahrtausenden auf der Nordhalbkugel wärmer als heute. Eine wichtige Feststellung, die den einen oder anderen Entscheider vielleicht interessiert hätte. Leider fehlt die Aussage in der Zusammenfassung für Politiker…

      "Ein Kohleausstieg bis 2030 und eine 100prozentige Versorgung mit erneuerbaren Energieträgern bis 2035 seien machbar". Das ist völlig irrsinnig, es sei denn man baute ganz schnell 1/2 Dutzend neue Kernkraftwerke [Kohleausstieg]

      https://www.achgut.com/artikel/woher_kommt_der_strom_und_ein_beinahe_blackout
      ( Vorsicht, rechte Terawattstunden ;-) )

      An Tagen diesen Jahres lieferten Erneuerbare 0,1 TWh bzw. 0,2 TWh von verbrauchten 1,36 TWh (Kürzere Zeitspannen nicht berücksichtigt; entspr. Minderleistung könnte kurzzeitig noch öfters gewesen sein!)

      Gaskraftwerke?: Eine Grundlast von ca. 64 GW: Die installierte Leistung von z.Z. ca 30 GW (mindestens!) verdoppeln - sehr teurer Strom!

      Stromspeicher?: Für die Energie einer Woche, ca. 11 TWh, in Lithium-Akkus bräuchte man die Jahresproduktion von Lithium.

      Pumpspeicherkraftwerke?: Gesamtspeicherkapazität von etwa 40 GWh (Stand 2010) nach Wikipedia (Tagesverbrauch ca. 1,36 TWh)



      Nachher sagen uns die Politiker, wenn wir uns über venezolanische Verhältnisse beschweren, geliefert wie bestellt!
  • Reinhard Muth
    am 10.04.2019
    Ministerpräsident Kretschmann hat 2012 als eine seiner ersten Amtshandlungen 11.500 Lehrerstellen gestrichen! MP Kretschmann ist gegen Schülerstreiks und gegen Enteignung von Wohnungskonzernen und steht beim Streit um saubere Luft in den Städten auf Seiten der Autoindustrie, nicht der Bürger. Wann wechselt er endlich zur CDU?
    • Peter Meisel
      am 10.04.2019
      Schaut auf die Natur: Im Frühling blüht sie. dann wird alles grün und jetzt im politischen Herbst werden sie braun?
      Ich vertraue der Jugend, die hinschaut, mehr als dem Herbst!
  • Peter Meisel
    am 10.04.2019
    "Nicht nur das Engagement der jungen Leute, auch deren Wissen um den Klimawandel beeindrucken immer mehr Erwachsene."
    Guten Morgen Abendland!
    Nicht die "Politik" ist gefordert, sondern ich der Souverän!
    Ein Blick in den Spiegel genügt, den Verantwortlichen zu finden! Demokratie ist, wenn die Besten gewählt wurden und es nach dem Gesetz zugeht! (Aristoteles)
    Regiere Dich selbst!
    Wann fangen wir damit an? Die 16 jährige Greta Thunberg zeigt uns, wie WIR versagt haben!
    • Kornelia .
      am 10.04.2019
      Sorry, ich habe nicht versagt! Die, denen ich vertraut habe, denen ich Teile meiner Angelegenheiten anvertraut habe, die die sich ermächtigt haben, meine Vertretungen wahrzunehmen.... die haben versagt!
      Staat-versagen, Institutionenversagen wo man hin schaut! Und je mehr sich diese Institutionen goliathisch und echokammerisch verbunden haben, desto weniger Zugriff hat der Souverän!

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