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Pullfaktoren abbauen

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Diese Hitze, unaushaltbar. In Villingen-Schwenningen brannte vergangene Woche sogar ein Waldstück. Dabei haben wir es im Südwesten Deutschlands noch gut, verglichen mit südeuropäischen Ländern, wo in den vergangenen Tagen ganze Landstriche dem Feuer zum Opfer fielen. Der Rauch war über Hunderte Kilometer bis nach Südbaden zu riechen.

Bei solchen Temperaturen ist es wichtig, sich die Hitze vom Leib zu halten. Dazu muss man nicht 180 Meter in die Tiefe fahren wie unser Autor Martin Mezger im Bergwerk Bad Friedrichshall. Auch wenn es da angenehme 18 Grad hat. Nein, es hilft schon, die Wohnung abzudunkeln oder, so empfiehlt es der DRK-Kreisverband Ravensburg, die Fenster mit Rettungsdecken zu isolieren. Oder man taucht gleich ein ins kühle Nass. Nur: Schwimmbäder sind freiwillige Leistungen der Kommunen, und die sparen in schwierigen Haushaltszeiten genau dort. Damit fällt nicht nur Freizeitspaß, sondern auch Gesundheitsvorsorge weg. Unser Autor Mark Schwarz hat die Stuttgarter Bäder-Lage unter die Lupe genommen.

Dass Bäder schließen, teurer werden oder kürzer offen haben, ist aber vielleicht ganz gut. Schließlich sei Deutschland und Europa im Allgemeinen viel zu attraktiv, meint die FAZ, nachdem vergangene Woche Zehntausende Menschen aus Marokko in die spanische Exklave Ceuta eingereist sind. "Europas Anziehungskraft ist immer noch zu hoch", resümiert das Frankfurter Blatt. Deshalb müsse diese "Anziehungskraft" grundlegend verringert werden, "vom Sozialstaat bis zum Asylrecht selbst". Die "Bild" spricht gar von einer "Invasion der Flüchtlinge" und malt aus, wie die Stuttgart erreicht. Dass die meisten Marokkaner:innen nach kurzer Zeit Ceuta wieder verlassen haben – egal. Aber wie soll das in Zukunft werden? "Schon die aktuelle Festung Europa hat ziemlich viel Dystopisches", schreibt Kontext-Chefredakteurin Anna Hunger. Auf eine Idee, wie man menschenfreundlich mit Migration umgehen könnte, kam in der EU noch niemand.

Ganz im Sinne der FAZ gibt Deutschland alles, um unattraktiver zu werden. Der ohnehin unbeliebte Regierungschef Friedrich Merz machte sich mit seiner Kabinettsneubesetzung noch unbeliebter, vor allem in der eigenen Partei. Der neue Verkehrsminister Steffen Bilger wurde dabei nicht nur vom Kanzler, sondern auch von Medien als Experte im Ressort vorgestellt: Immerhin war er in diesem Haus bereits Staatssekretär. Dem stellt unsere Autorin Johanna Henkel-Waidhofer entgegen, dass der in Backnang aufgewachsene CDUler unter anderem die "Ausländer-Maut" seines Vor-Vor-Vorgängers Andreas Scheuer (CSU) verteidigt hat oder der Deutschen Umwelthilfe (DUH) die Gemeinnützigkeit entziehen wollte. Attraktiver dürfte die Verkehrspolitik kaum werden.

Auch die deutsche Wirtschaftslage wird mehr und mehr ungemütlich. Das trifft nicht nur die Beschäftigten großer Konzerne wie Mercedes, Bosch und Porsche, sondern auch die der "Hidden Champions" wie beim Esslinger Maschinenbauer Festo. Die "Festo-Familie" – so nennt die Firma ihre Angestellten gerne – soll um 1.300 Mitglieder schrumpfen. Derzeit läuft ein "Freiwilligenprogramm", bei dem Beschäftigten Aufhebungsverträge vorgelegt werden. Mit Freiwilligkeit hat das allerdings nicht viel zu tun, erzählten Betroffene Kontext-Redakteurin Gesa von Leesen.

Abbau des Sozialstaats, schlechte Infrastruktur, Wirtschaftsflaute – die Stimmung hierzulande ist bei vielen eh schon im Keller, soll Deutschland sich wirklich noch unattraktiver machen? Profitieren würde davon wahrscheinlich die rechtsextreme AfD, die in wenigen Wochen nach aktuellen Umfragen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern die Landtagswahlen gewinnen wird. Eine absolute Mehrheit für die AfD in Sachsen-Anhalt ist nicht auszuschließen, der Ministerpräsident hieße dann Ulrich Siegmund. Dabei ist die Partei schon als Oppositionsführerin in Baden-Württemberg kaum zu ertragen, schreibt unsere Autorin Henkel-Waidhofer.

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