Es ist nochmal sommerlich warm geworden am Samstag, die Stadt platzt aus allen Nähten. Dumpfes Gewummer tönt vom "Tag der Schiene" auf den Kleinen Schlossplatz herauf, wo sich im Vergleich zu den Menschenmassen, die sich unten über die Königstraße wälzen, eine kleine Schar zur Eröffnung eingefunden hat. Kulturregionale – so nennt sich nun das Festival der Kulturregion Stuttgart. Und die Kunst spricht Englisch: "Beyond Fun" lautet der Titel, was immer das sein mag, was da jenseits der Bespaßung lauert.
Elf der 45 Kommunen und die Wirtschaftsförderung der Region haben Minigolfbahnen gebaut. Denn wie schon Friedrich Schiller wusste: "Der Mensch ist nur dort ganz Mensch, wo er spielt." Beim Spielen herrsche "eine angenehm kreative Atmosphäre", findet Regionaldirektor Alexander Lahl, fügt aber hinzu, Spielen sei auch "eine gute Voraussetzung, um die Transformation, den Strukturwandel zu bewältigen."
Um das Spiel einzuläuten, spielt Daniel Kartmann auf dem Glockenspiel. Noch sind die zwölf Bahnen – zwei weitere Kommunen haben sich krank gemeldet – in blaue Folie gehüllt, lediglich die Herrenberger Stiftskirche streckt schon ihre Turmspitze heraus. Die Deutschbrasilianerin Hanna Araujo Ulmer performt eine Art Work-out, spricht das Publikum auf Englisch an und wackelt mit dem Hintern. Dann geht es ans Auspacken. Es ist wie Weihnachten, nur sehr viel wärmer.




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