Bunte Wimpel bewegen sich sacht im Wind. Auf einer ganz in Gelb und Orange gehaltenen Kletterlandschaft tummeln sich Kinder und auch ein paar Jugendliche. Da und dort wachsen Bäume und Sträucher in eingefassten Beeten. Und trotz des grau-kalten Wetters schlendert eine junge Familie mit Eistüten in den Händen vorbei. So zeigt sich der Obertorplatz im Ortskern der Stadt Hechingen. Ein Zentrum "mit Verweilqualität und Treffpunktcharakter" verspricht der Internetauftritt der Zollernalb. Und tatsächlich: Für einen trüben Sonntagnachmittag Anfang Februar ist der Platz erstaunlich belebt.
Waltraud Feuchter aber spricht aus Erfahrung, wenn sie sagt: "Sobald es dunkel geworden ist, kriegt man hier niemanden mehr vor die Tür." Feuchter ist die Initiatorin der Hechinger Ortsgruppe von Omas gegen Rechts. Mit ihr sitzen drei weitere Omas am Tisch: Uri Boeckh-Detel, Ute Efferenn und Eva-Marie Waltner. Gemeinsam überlegen sie, wie sie den letzten Samstag des Monats verbringen können. Denn für den 28. Februar haben die Omas gegen Rechts in Baden-Württemberg eine landesweite Aktion geplant. Wenige Tage bevor die Menschen an die Wahlurnen treten, wollen sie ein Zeichen für Demokratie und Menschenwürde setzen. Unter dem Motto "Licht an für Demokratie" sollen in möglichst vielen kleinen und großen Orten Lichterzüge durch die Straßen ziehen. Die größte Veranstaltung wird dabei in Stuttgart erwartet. "Oma gegen Rechts zu sein, ist etwas anderes auf der Schwäbischen Alb als in der Landeshauptstadt", hält Feuchter fest.
Haltung trifft Bummeln und Einkaufen
Ein Blick in die jüngste Geschichte der Stadt lässt erahnen, was sie meint. Nur einen Steinwurf vom Obertorplatz entfernt liegt die Stadthalle von Hechingen. Dort hielt im vergangenen November die AfD ihren Landesparteitag ab – mancher Proteste zum Trotz. Einen davon organisierten die Omas gegen Rechts. Die Idee: sich an eine Veranstaltung des Stadtmarketingvereins angliedern, die für den Vorabend angesetzt war. Der Lichterglanz eine Woche vor dem ersten Advent ist ein Format, das an einem verkaufslangen Samstag mit Lichtilluminationen "zum Bummeln, Einkaufen, Staunen und Genießen" einlädt. Neben Lichtobjekten, die sich von der Johannesbrücke, über die Staig bis hin zu Markt- und Kirchplatz verteilen, gibt es Essensstände, eine Nachtwächterführung und eine Feuershow. Inmitten all dessen hätten die Omas gegen Rechts gern einen Stand gehabt. Der blieb ihnen aber verwehrt.




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