10 Milliarden für Stuttgart 21: 333. Montagsdemo gegen das Bahnprojekt in Stuttgart im August 2016. Foto: Joachim E. Röttgers

Zehn Milliarden für Stuttgart 21: 333. Montagsdemo gegen das Bahnprojekt in Stuttgart im August 2016. Foto: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 442
Politik

Bahnkrott

Von Johanna Henkel-Waidhofer
Datum: 18.09.2019
Der Bundesrechnungshof hat als regelmäßiger Mahner schon viel Abträgliches zum Zustand der Deutschen Bahn zusammengetragen. Jetzt beschreibt ein Sonderbericht die Entwicklung des Konzerns als besorgniserregend. Schuld daran ist auch Stuttgart 21.

Dass dieser Punkt irgendwann kommt, musste selbst ProjektbefürworterInnen klar sein. Jedenfalls den wenigen, die ihr Urteilsvermögen noch nicht ganz begraben haben. Der Bundesrechnungshof (BRH) greift die Verantwortlichen der Deutschen Bahn offen an dafür, wie Investitionsmittel falsch und unwirtschaftlich eingesetzt werden. Dabei nennen die obersten Prüfer der Republik einmal mehr Stuttgart 21 als Beispiel. Außerdem knöpfen sie sich die Bundesregierung vor, weil Empfehlungen für den und Kritik am Bahnkonzern bisher "im Wesentlichen" nicht aufgegriffen worden seien. 

Das war schon vor über einem Jahrzehnt so. 2008 flatterte dem damaligen Vorsitzenden des Haushaltsausschusses im Bundestag, Otto Fricke (FDP), ein 13-seitiges Schreiben auf den Tisch. Die Finanzkontrolleure übermittelten ihre Ergebnisse der Prüfung des Tiefbahnhofs und der Neubaustrecke nach Paragraph 88, Absatz zwei der Bundeshaushaltsordnung. Darin wird bemängelt, dass es "keine Gesamtschau der Kosten" gebe, dass durch die beiden Vorgaben der "Beginn" beziehungsweise die "Fertigstellung anderer Projekte gefährdet sind".

Aufschrei bleibt aus

Der Liberale hätte aufschreien müssen, was er aber unterließ. Stattdessen reagiert heute sein Parteifreund, der Karlsruher Bundestagsabgeordnete Christan Jung, auf den BRH-Bericht mit verwirrten und verwirrenden Einlassungen: "Stuttgart 21 muss zu Ende gebaut werden", lässt der Verkehrsexperte seiner Fraktion ausrichten. Es könne doch nicht sein, so Jung weiter, "dass die DB und insbesondere der DB-Infrastrukturvorstand Roland Pofalla den Aufsichtsrat der DB, die Bundesregierung und den Deutschen Bundestag über die massiven finanziellen Risiken nicht richtig informiert haben". Die Bundesregierung werde nicht nur in Bezug auf die Finanzen der DB, sondern auch in Bezug auf die finanziellen Risiken beim Projekt Stuttgart 21 auf verschiedenen Kanälen gewarnt. Seit Monaten? Jung blendet 25 Jahre Projektgeschichte offenbar einfach aus. 

Ganz anders der Bundesrechnungshof. Seit 2007 werden der Tiefbahnhof und die Neubaustrecke "eng begleitet", wie es in einer der vielen Stellungnahmen aus der Berliner Adenauerallee heißt. Deutlich vor der endgültigen Weichenstellung durch Ministerpräsident Günther Oettinger, Stuttgarts OB Wolfgang Schuster und Bahnchef Rüdiger Grube am 10. Dezember 2009, prognostiziert der BRH Gesamtkosten von über fünf Milliarden Euro. Keiner der Projektpartner findet die Kraft zum Ausstieg. Dabei sind die festgeschriebenen 4,1 Milliarden Euro  bei ihrer öffentlichen Verkündung intern bereits überholt. 

Sogar die 8,7 Milliarden Euro, die die Münchener Experten vom Ingenieurbüro Vieregg & Rössler im September 2010 unter einem Proteststurm der Bahnhofs-BefürworterInnen vorrechnen, werden am Ende, wie auch immer dieses aussieht, noch zu optimistisch gewesen sein. 2015 haben die Bayern 9,8 Milliarden Euro errechnet, die Stuttgart 21 kosten würde. Der BRH geht zu diesem Zeitpunkt bereits von zehn Milliarden Euro aus. Und beklagt abermals die fehlende Seriosität der offiziellen Zahlen. "Das Bundesverkehrsministerium kontrolliert nicht ausreichend, ob die Gesamtfinanzierung des Projektes und die Qualität der Baumaßnahmen gesichert sind, damit kommt es den normativen Vorgaben nicht nach", heißt es im Bericht. Denn wenn der Bund Zuwendungen gebe, müsse er genau das prüfen. 

Nur billige Ausreden vom DB-Konzern

Die Verantwortlichen bei der Bahn wehren sich mit der billigen Ausrede, nicht ausreichend in die Berechnungen einbezogen gewesen zu sein. Unter anderem seien "veraltete Unterlagen" verwendet worden. Der Bundesrechnungshof weist das umgehend und "in aller Deutlichkeit" zurück: Dies entspreche nicht der Sachlage und sei "für eine sachliche Diskussion in den zuständigen Gremien wenig hilfreich". Aber wäre den Bundesverkehrsministern seit Peter Ramsauer (CSU), wäre Bahnchefs seit Hartmut Mehdorn, wäre der CDU, den Liberalen und den BefürworterInnen in der SPD an eben jener sachlichen Diskussion gelegen gewesen, dann stünden im Stuttgarter Schlossgarten noch die jahrhundertealten Platanen. 

Nicht erst seit wenigen Tagen lesen sich die immer neuen Sonderberichte wie Bankrotterklärungen. Schon seit Jahresbeginn liegen 44 Seiten auf dem Tisch, in denen der BRH der Bahn vorrechnet, dass sie "nach den aktuellen Kostenprognosen" für Stuttgart 21 über 5,2 Milliarden Euro ganz allein aufbringen müsste, "mehr als dreimal so viel wie ursprünglich geplant". Im Übrigen "bezweifelt" der Rechnungshof, "dass derartige Investitionen zum Erreichen der verkehrs-, umwelt- und klimaschutzpolitischen Ziele der Bundesregierung beitragen".

Womit nach so vielen Jahren endlich doch an den entscheidenden Stellschrauben gedreht werden könnte. Denn gerade die CDU verlangt in ihrem zum Wochenbeginn präsentierten Beschluss "Klimaeffizientes Deutschland – mit Innovationen in die Zukunft" zahlreiche Anstrengungen von der Bahn, die Schiene für Fahrgäste ebenso wie im Güterverkehr attraktiver und effizienter zu machen. Wo aber das Geld hernehmen, wenn es vergraben ist im Stuttgarter Talkessel?  

Manfred Gastel, Bahnexperte der Grünen-Bundestagsfraktion, hat da schon eine Idee entwickelt und will Stuttgart 21 runderneuern, weil es "in den verkehrlichen Anforderungen der Vergangenheit hängen geblieben ist und eine schwere finanzielle Hypothek auf die Zukunft darstellt". Das ganze Unternehmen unterliege weder einem "angemessenen Controlling", noch sei es "zu Ende finanziert". Er hebt die Mitverantwortung der Bundesregierung dafür hervor und derjenigen, "die einst Stuttgart 21 gegen allen fachlichen Rat und alle Warnungen durchgesetzt haben". Die, so hängt der Grüne frommen Wünschen nach, müssten jetzt endlich Verantwortung übernehmen.

Die SPD bleibt stur bei Stuttgart 21

Auf die SPD im Land muss er da nicht bauen. Vor allem die Landtagsfraktion lässt alle Steilvorlagen zur Besinnung unverwandelt, weil Tradition hat, dass sich die vernünftigen Stimmen nicht durchsetzen können gegen die Sturheit der TiefbahnhoffreundInnen. In CDU und FDP sind letztere noch hartleibiger in der Verweigerung der Realität. Und Ministerpräsiden Winfried Kretschmann versucht, das lästige Thema von sich wegzuhalten, mit dem Hinweis darauf, dass das Land ja gar nicht Bauherrn sei. 

Bleibt der grüne Verkehrsminister Winfried Hermann, der nicht nur wie Sisyphos regelmäßig auf die ungezählten Schwachstellen aufmerksam macht, die für zehn Milliarden oder noch mehr Euro gebaut werden, sondern der sich auch seine Angriffslust nicht abtrainieren hat lassen. Am Dienstag, auf der Regierungspressekonferenz wird der Verkehrsminister gefragt, was er davon hält, dass die Deutsche Bahn für Frankfurt neuerdings exakt über jenen Kombibahnhof nachdenkt, der für Stuttgart über alle die Jahre nie ernsthaft geprüft wurde. Das sei frivol, sagt er, und schiebt ein "angesichts der Finanznot" hinterher. Im ganz sicheren Wissen, dass genau diese Finanznot die Dinge in der Landeshauptstadt Stuttgart zumindest verkehrlich zum Besseren wenden könnte. Die Bahn,  befindet der Bundesrechnungshof im jüngsten Bericht, könne Investitionen nicht mehr aus eigenen Mitteln finanzieren. Sie muss also in Bälde auch offiziell noch einmal neu nachdenken. Und zwar über alles.


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12 Kommentare verfügbar

  • Ruby Tuesday
    am 21.09.2019
    Kinder frieren leise. Zwischen der Berichterstattung über Fridays for Future (FfF) und Bockbierfest blieb eine wichtige Meldung unbeachtet . Der Weltkindertag. Verbunden mit der Frage: Welche Rechte haben Kinder? Auch wenn es um ihre Beförderungsbedingungen zur Schule und dem Heimweg geht. Selbst FfF sehen, scheint es, keine Notwendigkeit sich diesen lokalen ÖPNV – Themen zuzuwenden.

    Da gibt es ein Problem mit dem Schienenersatzverkehr aktuell in Langenargen, also auf der Strecke Lindau/Friedrichshafen. In Langenargen berichten Eltern, sind die Busse gnadenlos überfüllt, oft ist gar ein rein quetschen unmöglich und ein Teil der Kinder bleibt draußen stehen. Auf den folgenden Haltepunkten kann sowieso niemand mehr zusteigen.
    Die Temperaturen sind frostig. Wer mit anderthalbstündiger Verspätung an sein Ziel kommt, ist erschöpft. Überhaupt ist ein Kind das solchen Bedingungen dauerhaft ausgesetzt wird, schnell am Ende seiner Kräfte und Leistungsfähigkeit.

    Das ist nicht nur ein Ereignis, das in Langenargen gehäuft auftritt, betroffen sind jeden morgen hunderte Kinder auf dem Land und auf anderen Strecken in Seenähe.
    Schuld daran, so denken viele, ist die finanzielle Schieflage der Bahn, die statt ausreichend Ersatzbusse und längere Züge zu stellen, möglicherweise nur das Geld einstreicht und nicht liefert. Nach Auskunft des zuständigen Verkehrsverbundes hörte man jedenfalls, es wurde gefordert, dass mehr Busse bestellt werden. Wer glaubt da noch einer SPD, deren Vorschlag es war, einen 365-Euro-Tarif einzuführen. Wenn es schon keiner Partei gelingt dafür Sorge zu tragen, dass Fahrzeiten eingehalten werden.

    Man muss Kinder nicht schlagen um ihre Seelen zu verletzen. Es reicht oft schon sie dauerhaft frierend in der Kälte stehen zu lassen, bis sie stumm sind und an einem Staat verzweifeln, der ihnen vollmundig ein Recht auf Bildung, Freizeit, Spiel und Erholung, Gesundheit und Gleichheit vorspiegelt und hnen ihre Rechte im selben Augenblick vorenthält, weil ja erst einmal ein Milliarden teurer Bahnhof fertiggestellt werden muss.
  • Andreas Spreer
    am 19.09.2019
    Der Kombibahnhof in Stuttgart muss und wird sein. Erstens werden damit die absehbaren zusätzlichen Engpässe durch S21 im öffentlichen Nahverkehr der Stadt vermieden. Zweitens kann dann ein erheblicher Teil der Stuttgarter Bürgerschaft sehr viel leichter Frieden mit der ganzen Sache schließen -> gut für's Stadtklima ;-) Drittens und bestens muss dafür gar nicht mehr gebaut werden als ohnehin gebaut wird. Im Kombibahnhof liegt eine riesengroße Chance, die offenbar bisher nur Verkehrsminister Hermann sieht. Ich verstehe auch Kretschmann und Kuhn nicht, die anderen noch viel weniger. Es sieht im Moment so aus, als hätten alle Angst, dass der erste, der sich bewegt, erschossen wird. Aber das Gegenteil ist richtig: Wer von den bisherigen Befürwortern zuerst seine Einstellung ändert, der ist den anderen voraus, und es wird Leute geben, die ihm das danken, egal, was er vorher geredet hat.
    • Demofotograf
      am 19.09.2019
      @Andreas Spreer
      Es wird und darf in Stuttgart keinen Kombibahnhof geben. Ein Kombibahnhof benötigt die gleichen Tunnel durch Anhydrit (Gipskeuper) wie die jetzige Planung. Damit ist das Übel nicht beseitigt, dass im Falle eines Falles bei Wassereintritt der Gipskeuper anfangen kann zu quillen. Was dann passiert, kann man sich sehr schön in Staufen/Breisgau ansehen)
      Stellen Sie sich vor, der Gipskeuper quillt und die Schienen, auf denen die Züge fahren sollen, werden durch die Quellungen nach oben gedrückt. Besonders an den Schnittstellen zweier Gleisstränge ist das dann wie Skispringen, wenn diese nach oben stehen. Wie soll das funktionieren, wenn z.B. ein Gleisteil noch ordnungsgemäss liegt, das Folgende in Fahrtrichtung aber 10 cm nach oben steht? 10 cm ist zwar nicht viel, aber für einen Zug nicht benutzbar.
      Wenn dieser Fall eintritt mit den Quellungen, muss auch diese Strecke gesperrt werden, um wieder zu renovieren. (siehe Leonberger Tunnel oder Wagenburgtunnel, die alle 2 Jahre renoviert werden müssen.

      Davon abgesehen ist auch die Schräglage des Bahnhofs ein unzulässiges Relikt. 15/1000 Steigung auf 1 m gesehen sind 15 mm also 1,5 cm. Rechnet man das hoch, ist das bei einer Bahnsteiglänge von 420 m ein Höhenunterschied von 6,30 m. DAs bedeutet, dass der Zugkopf höher steht als das Zugende. Zulässig sind laut Eisenbahnbetriebsordnung aber maximal 2,5/1000 pro Meter, was einer Steigung von 1,05m auf 420 m Bahnsteiglänge entspricht.
      Dieser Unterschied zwischen zulässiger (1,05m) und unzulässiger Steigung (6,30m) ist so extrem gravierend, dass dadurch sehr viele Züge in Zukunft wegfahren werden und viele Menschen dadurch geschädigt werden könnten.

      Auch die dann im Tiefbahnhofsteil vorhandenen Bahnsteige, die auf weniger Platz die doppelte Fahrgastzahl aufnehmen sollen, sind unzulässig und letztendlich von Eisenbahnbundesamt nicht genehmigbar, will man ein grösseres Unglück vermeiden.
      Der Fall eines Brandes, in dem der Zug dann bis zur Tiefbahnhof-Haltestelle fahren soll, wäre dann der SUPERGAU, bei dem es nur verbrannte Brikets aus menschlichen Körpers zu bergen gäbe.
      Denn eines ist heute schon sicher: In einen Tunnel mit einem brennenden Zug wird die Feuerwehr NIEMALS reingehen.

      Bei Youtube gibt es mehr als genug Videos von Zugbränden, die sich auf freier Strecke abspielten und schon da mehr als genug Schwierigkeiten beim Löschen auftraten.
      Was passieren würde, wenn solch ein Brand in einem Tunnel passiert und der Zug da drin stehenbleibt, kann sich vermutlich niemand vorstellen. Nimmt man die Seitenabstände von 80 cm vom Zug zur Tunnelwand, ist das eine sehr enge Angelegenheit. Wie sollen da bei Hektik und Panik der Reisenden, die alle nach draussen drängen werden, noch Feuerwehrleute zum Brandherd kommen. Auch Rollstuhlfahrer und Kimderwägen oder ältere Menschen, die möglicherweise nicht gut zu Fuss sind, befinden sich im Zug.
      Da kann man dann nur sagen: Herzlichen Glückwunsch, lieber Reisende/r. Sie haben ein Los erster Klasse gezogen. Am besten sie bleiben sitzen und warten, bis sie verrecken am Rauch und Qualm. Dieser wird bereits nach wenigen Atemzügen giftigen Rauches eintreten.

      Umweltbewusst oder grün ist dieser Tiefbahnhof nun auch nicht, denn Tausende von Lampen werden im Tunnel und der Tiefhaltestelle Tag und Nacht brennen müssen, die Züge müssen mit massivem Luftwiderstand durch die Tunnel und damit zu enormem Energieaufwand gezwungen sein. GRÜN oder NACHHALTIG hört sich ganz bestimmt anderst an.

      Fazit:
      Dieser Tunnelbahnhof darf niemals fertiggebaut werden, denn er ist gefährlich, brandgefährlich und menschenfeindlich. Abgesehen davon, dass er nicht finanziert ist und vermutlich auch nie finanziell über die Runden kommt bei der angespannten Lage der DB AG
      Momentan werden die Kosten von der DB AG mit 8,4 Mrd offiziell angegeben, die Wahrheit dürfte aber bereits heute wesentlich höher liegen.
      Leider hat keiner der Verantwortlichen aus Bahnkreisen (Daimlerkreisen) und Politik den "Arsch in der Hose" und bringt dieses unglückselige Projekt endlich zum Absturz.

      Alternativen gibt es. Sogar eine sehr Sinnvolle und wesentlich kostengünstigere, die zudem nicht menschengefährdend ist.
      Was den Frieden in der Stadt angeht, kann man den Befürwortern nur raten, sich mit den tatsächlichen Fakten zu beschäftigen und nicht nur die Hochglanzlügenprospekte der DB AG sowie die mangelhaften Berichte von STZ/STN und weiteren S21-befürwortenden Blätter zu lesen.

      Vieles, um nicht zu sagen alle Einwendungen, die von den Projektgegnern herausgefunden und veröffentlicht wurden, sind bereits eingetreten.

      Die einzige Lösung für Stuttgart heisst eindeutig und einzig allein www.umstieg-21.de. Auch in Hinsicht auf Klima und Umwelt.

      Aber letztendlich geht es ja schliesslich nur um ein Immobilienprojekt, das von der Politik so gewollt ist.
  • Gottfried Ohnmacht-Neugebauer
    am 19.09.2019
    @Karl Heinz Siber

    Die Vermutung, dass Fritz Kuhn, Winne Hermann oder gar Winfried Kretschmann,
    "eigentlich" gegen das widersinnige Projekt "Stuttgart 21" sein könnten, ist ziemlich gewagt.

    Fritz Kuhn hatte schon vor seiner Wahl zum Oberbürgermeister stolz verkündet, er wolle dafür sorgen, dass #S21 die versprochene Kapazität auch erbringen werde; - nur ist er leider bis heute stets der Frage ausgewichen, was er unter der "versprochenen Kapazität" denn verstanden haben will.

    Winne Hermann, zweifellos der klügste Kopf des Triumvirats, hatte schon vor gut zehn Jahren erkannt, dass mit #S21 ein Engpass in die Landschaft betoniert wird. Statt das destruktive und klimaschädliche Projekt endlich zu stoppen, will er es nun durch ein zweites Tief-Kopf-Bahnhöfle sogar noch "verbessern". Er wird am Ende vielleicht dafür sorgen, dass das Projekt größer, teurer, schädlicher und noch dümmer werden wird.

    Und der große Steuermann Winfried Kretschmann hat ohnehin andere Prioritäten:
    "Der Minsterpräsident von Baden-Württemberg fährt ´en Daimler, Basta!"
    (Winfried Kretschmann, https://www.youtube.com/watch?v=1NQjeijM-NU)
  • Jürgen Deutsch
    am 19.09.2019
    Wir sind bei der Bahn soweit, wie im Sudan es geschieht. Dort hat auch die LKW-Lobby das Sagen und sorgt dafür, daß die Güter nur mit LKW`s tranportiert werden.
    Die dortige Bahn wird boykottiert.
    Das ist Fortschritt.
  • Martina Auer
    am 18.09.2019
    Interessant finde ich ja:

    Seit das Betrugsprojekt "Stuttgart 21" irgendwie unterwegs ist, hat man niemals, nie, auch nur ein einziges Wort vom Landesrechnungshof gehört. Einen solchen scheint es überhaupt nicht zu geben.
    • Jue.So Jürgen Sojka
      am 22.09.2019
      @Martina Auer,
      "Sprich nur ein Wort, so wird…" – zu den Verantwortlichen in unserem Landesrechnungshof lässt sich so einiges an Worten finden; zu deren Verweigerung ihr Anforderungsprofil zu erfüllen!
      Gerade zu "S21 – STUTTGART 21" ist die Berufung in das Amt des Präsidenten vielsagend. [1]
      Jetzt tun sich die hier genannten gegenseitig doch nichts an, die sich gemeinschaftlich zu Verfassungsfeinden und Grundgesetzgegnern verabredet haben!!! – StGB § 30 [Verbrechensabrede]

      StN 15.11.2010 Finanzkontrolle | Manchmal beißen die Prüfer auf Granit
      StZ 01.02.2019 Exklusiv_ Landesrechnungshof in Karlsruhe | Sparkommissare fremdeln noch mit neuem Chef https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.landesrechnungshof-in-karlsruhe-sparkommissare-fremdeln-noch-mit-neuem-chef.dfe027c7-331b-421b-b034-27dd3a5e739b.html
      Beim Landesrechnungshof „hakt und klemmt“ es, beklagt der Verband der Prüfbeamten. Die neue Spitze wisse nicht recht, was sie wolle. Nun sollen die Gründe für das eingetrübte Betriebsklima analysiert werden.

      Viel direkter als der alte Präsident
      Noch hat sich nicht jeder an den neuen Stil gewöhnt. Der frühere Präsident Max Munding – eher Denker als Lenker – war von einer ausgesuchten Höflichkeit, die ins Umständliche umschlagen konnte. Heikle Themen umkreiste er lieber in zehn Sätzen, als sie klar anzusprechen. Benz ist da anders: direkter, weniger diplomatisch, zuweilen auch sarkastisch. …

      [1] ABC der Akteure beim Rückkauf der EnBW-Aktien https://www.anstageslicht.de/themen/misswirtschaft-machtmissbrauch/enbw-aktienrueckkauf/abc-der-akteure-aktion-groessenwahn-aktienrueckkauf-enbw/
      MUNDING, Max (CDU) - Präsident des Rechnungshofes in Karlsruhe. Vor seinem Amtseintritt war er Abteilungsleiter einer CDU-geführten Staatskanzlei.

      Und weitere _9_ CDU-Akteure: ...
  • Karl Heinz Siber
    am 18.09.2019
    Seit bei S21 der "point of no return" überschritten ist (ja, ich weiß, man kann da auch anderer Meinung sein), spielt Geld bei dem Projekt im Grunde keine Rolle mehr - keine noch so gravierende Kostensteigerung und -überschreitung wird zum Baustillstand oder zu Insolvenz oder Konkurs des Bauherrn führen. Für die beteiligten Firmen heißt dass, dass sie beim Rechnungenschreiben ungeniert zulangen können. Für die Politiker, die "eigentlich" gegen S 21 sind, wie Kretschmann oder Kuhn, heißt es, dass sie heute ebenso ungeniert den Wahnwitz des Projekts anprangern könnten. Niemand könnte sie heute noch wegen Verstoßes gegen ihre vertragliche Projektförderpflicht belangen, denn mit ihrer Kritik könnten sie beim jetzigen Projektstand keinen Schaden mehr anrichten - is ja eh scho alles wurscht. Umso enttäuschender die Leisetreterei der beiden Herren. Bei dem einen hängt letztere vielleicht mit der Erfahrung zusammen, dass man mit purer Behäbigkeit und spießiger Bonhomie zum beliebtesten Politiker der Republik aufsteigen kann. Aber dieses Image ist in Abnutzung begriffen. Von einem Regierungschef darf man auch mal mehr als abgeklärte Altersweisheit erwarten, z.B. klare und deftige Worte, wenn ein Missstand zum Himmel schreit.
    • Joachim Lang
      am 20.09.2019
      Zur Erinnerung: Erst war S21 ein Projekt der Kanzlerin, an dessen Scheitern sie das Schicksal Europas knüpfte (Paris - Bratislava). Als sich die ersten Desasterwölkchen am Himmel zeigten, delegierte sie die "Chefsache" an ihren Verkehrsminister. Dieser hatte aber keine Lust sich als Blödmannsgehilfenassistent zu outen und erklärte S21 zum Privatvergnügen der DB AG.
      Nicht zu vergessen: Als S21 noch "Chefsache" der Kanzlerin war, polterte der jetzige Wirtschaftsminister Peter Altmaier in einer TV-Diskussion des SWR: "Stuttgart 21 wird gebaut! Koste es, was es wolle!" Ist ja nicht sein Geld!
  • W. Buck
    am 18.09.2019
    Das Geld geht der Bahn nie aus. Wie anders lässt sich das umlackieren der ICE-Flotte von einem roten in ein grünes Band erklären. Wenn ich Schulden habe wie der berühmte "Sautreiber", kann ich mir keine solchen Faxen leisten. Aber die Bahn schon. Und wenn alle Züge umlackiert sind, steht an der Bahnspitze ein neuer Fuzzy und findet das bisherige grün etwas zu hell oder dunkel und lässt nachbessern.

    Was kostet eigentlich die Malerei? Hat das jemand in Erfahrung bringen können? Wird sicher finanziert durch die demnächst anstehende jährliche Erhöhung der Ticketpreise.
    • Markus Hitter
      am 19.09.2019
      Klebefolie kostet 15 €/qm. Die grüne Verzierung eines ICE dürfte also für weniger als 1000 Euro zu haben sein. Sowas macht man, wenn man extrem knapp bei Kasse ist.
  • Peter Lenk
    am 18.09.2019
    S 21 Mitbegründer Manfred Rommel darf im S 21 Mahnmal nicht fehlen.
    Sein Zitat:

    " Ist der Weg auch falsch und steinig, Hauptsach ist, wir sind uns einig."

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