Entkrampfung in Stuttgart: Wahlkampfveranstaltung der Linken auf dem Schlossplatz im September 2017. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 338
Politik

Warum links so schwierig ist

Von Oliver Stenzel
Datum: 20.09.2017
Ginge es nur nach den Inhalten ihres Wahlprogramms, könnte die Linke auf ein glänzendes Ergebnis bei der Bundestagswahl hoffen. Doch so einfach funktionieren Wahlentscheidungen nicht. Vor allem alte Ressentiments halten potenzielle Wähler ab.

Johanna Tiarks fängt mit dem Wahlkampf an, wenn sie Feierabend hat. Die Lehrerin und stellvertretende Leiterin einer Altenpflegeschule in Stuttgart hat gerade eine Podiumsdiskussion des Hebammenverbandes im Hospitalhof hinter sich, nachher muss sie noch an ihrer Rede für den kommenden Tag feilen, da steht sie mit Bernd Riexinger, Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch auf der Bühne auf dem Schlossplatz.

Tiarks ist Linken-Kandidatin für den Wahlkreis Stuttgart I, Riexinger für den Wahlkreis Stuttgart II. Die Gegensätze könnten kaum größer sein: Während der mittlerweile medienbekannte Bundesvorsitzende auf Platz eins der Landesliste seiner Partei steht und ihm das Bundestagsmandat sicher ist, kennen selbst in Stuttgart viele die 35-jährige Tiarks nicht, und sie steht auf Listenplatz elf. Die Linke müsste bundesweit etwa 19 Prozent erreichen, damit sie in den Bundestag kommt. Da wäre schon "viel Optimismus nötig", sagt sie. Momentan steht die Linke in Umfragen bei etwa zehn Prozent, mehr als bei der vergangenen Bundestagswahl, aber noch unter dem bislang besten Ergebnis 2009. Auch der Status als drittstärkste Partei ist nach aktuellen Prognosen nicht sicher.

Erst seit vier Jahren ist Tiarks Linken-Mitglied, Vorbehalte gegenüber der Partei hat sie immer wieder erlebt. Skeptisch sei auch einer ihrer Brüder gewesen, ehe er einmal im Zug von Berlin "das Parteiprogramm von vorne bis hinten durchgelesen" habe. "Danach hat er gesagt, das ist eigentlich das, was alle wollen. Wieso wählen die nicht alle die Linke?" Eine gute Frage. Denn hört man sich im Bekanntenkreis um, kommt momentan häufig das irritierte Bekenntnis wie vom Donner gerührter Wahl-O-Mat-Nutzer, die Linke sei ganz vorne gelandet. Meistens gefolgt von der Beteuerung, sie aber doch nicht zu wählen.

Je weiter westlich, umso mehr Ressentiments

Das sei "nicht untypisch", sagt der Berliner Politikwissenschaftler Gero Neugebauer. Zustimmung ja, aber keine Wahlentscheidung. An den Programminhalten läge das nicht. "Je weiter man von der Elbe nach Westen geht, umso mehr nehmen Ressentiments zu, die etwas zu tun haben mit der Herkunft der Linken und mit den Repräsentanten der Linken im Westen", erklärt Neugebauer. Dazu komme der verbreitete Eindruck, wegen innerparteilicher Konflikte sei die Partei gar nicht handlungsfähig.

Noch eingehender mit den Wählern – oder eben Nichtwählern – der Linken hat sich Horst Kahrs beschäftigt, wissenschaftlicher Referent am Institut für Gesellschaftsanalyse in Berlin, das zur Linken-nahen Rosa-Luxemburg-Stiftung gehört. "Das Modell 'Wahl-O-Mat' wäre ja: Ich habe ein Programm gelesen und dann wähle ich die Partei, mit der ich die größten Übereinstimmungen habe", sagt Kahrs. Und diese gebe es häufig durchaus: in Fragen der Rente oder anderen sozialen Themen, zu Militär und Rüstungsexporten und zumindest teilweise zur Außenpolitik. Ein Grund, die Linke zu wählen, sei all das aber nicht zwangsläufig. Denn so funktioniert der durchschnittliche Wähler nicht.

"Wahlentscheidungen werden nach anderen Kriterien getroffen", sagt Kahrs. Am Anfang stehe die Frage: "Ist das eine Partei, von der man sich überhaupt vorstellen kann, sie zu wählen?" Aus Umfragen wisse man, dass das nur bei 20 Prozent aller Wahlberechtigten in Deutschland für die Linken der Fall ist. Das liege am Image der Partei, am Bild, das man sich von ihr mache. "Das Bild der Partei war im Westen lange Zeit das der SED", der Sozialistischen Einheitspartei der DDR, aus der nach der Wende die PDS hervorging. Dieses Bild sei zwar "ein bisschen korrigiert" worden durch den Zusammenschluss von PDS und WASG (Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit) im Jahr 2007. Aber die WASG wiederum werde stark mit ihrem prominentesten Mitglied Oskar Lafontaine identifiziert, "einer Person, die sehr polarisiert", sagt Kahrs. Und so "hat sich das Bild einer Partei festgesetzt, die man entweder einordnet als die alten SEDler oder als die Lafontainisten, die sich von der SPD abgesetzt haben" – beides sei "nicht unbedingt ein positives Image". Derart vereinfachte Sichtweisen betreffen freilich nicht nur die Linke. "Viele Wähler machen sich auf solche Weise ein Bild von Parteien, und dieses Image bestimmt dann langfristig, ob sie diese Partei auf dem Zettel der Möglichkeiten haben."

Bei den unter 35-Jährigen spielt das SED-Bild kaum noch eine Rolle

Die Haltung zur Linken entkrampfe sich allmählich, aber das sei eher eine Sache von Generationen als von Legislaturperioden. "Bei den unter 30- bis 35-Jährigen ist das Bild der Partei ein ganz anderes als bei den über 45-Jährigen", die SED als Negativbild spiele bei der jüngeren Generation kaum mehr eine Rolle. Denn sie sei sozialisiert worden, als es die DDR und den Kalten Krieg schon nicht mehr gab. Damit ist auch der Anknüpfungspunkt für den Antikommunismus, der die westdeutsche Politik bis 1989 prägte, passé. Mit der SED-Keule sei sie im Landtagswahlkampf vergangenes Jahr noch konfrontiert worden, sagt Johanna Tiarks. "Jetzt, im Bundestagswahlkampf, noch nicht. Aber vielleicht hab' ich einfach Glück gehabt."

Würden immer nur zementierte Bilder eine Rolle spielen, wäre Tiarks vermutlich nicht bei der Linken. Gewählt hat sie sie früher nicht, kam erst zur Partei, als sie während ihres Pflegemanagement-Studiums politisch aktiv werden wollte. "Ich habe mich erst im Berufsverband für Pflegeberufe engagiert", sagt die 35-Jährige, "irgendwann war mir klar, dass das nicht reicht." Tiarks schaute sich verschiedene Parteien an, verglich die Positionen speziell im Bereich Pflege. Bei der Linken sah sie hier – und auch im Rest des Programms – die größten Übereinstimmungen.

Ganz unbekümmert vom verbreiteten West-Image der Partei war Tiarks nicht. Bevor sie eintrat, habe sie recherchiert, "ob die Linke noch in Zusammenhang mit der SED steht". Und sei zum Ergebnis gelangt, dass dem nicht so sei. "Das hat mich einfach interessiert, weil das ja das ist, was man immer wieder hört, und womit ich auch im Landtagswahlkampf 2016 immer wieder konfrontiert wurde."

Sehr weit links eingeordnet, tatsächlich sozialdemokratisch

Es sind jedoch nicht nur SED-Assoziationen, die viele Wähler zögern lassen, analysiert Horst Kahrs: Die Linke werde in Umfragen sehr weit links eingeordnet, "aber relativ wenige Menschen ordnen sich selbst so weit links ein." Im europäischen Vergleich ist in Deutschland die Bereitschaft, als extrem eingestufte Parteien zu wählen, ohnehin gering, wie die jüngst veröffentlichte "Eupinions"-Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt: Demnach verorten sich in Deutschland ein Prozent der Bevölkerung als "extrem links", zwölf Prozent als "links" und 44 Prozent als "mitte-links". In Frankreich, wo der Linke Mélanchon bei den Präsidentschaftswahlen jüngst knapp 20 Prozent bekam, bezeichnen sich hingegen sieben Prozent der Befragten als "extrem links", 17 als "links" und 27 als "mitte-links". Und in Spanien, wo die junge Podemos bei den letzten beiden Parlamentswahlen auf knapp über 20 Prozent kam, sind es fünf (extrem links), 24 (links) und 28 Prozent (mitte-links).

Auch in diesem Punkt geht es mehr um Wahrnehmungen als um inhaltliche Positionen der Parteien. "Die Linke ist, da schließe ich mich dem ehemaligen Parteivorsitzenden Lothar Bisky an, im Kern eine sozialdemokratische Partei", sagt der Politikwissenschaftler Neugebauer. In ihren politischen Konzeptionen sei nicht mehr die Revolution, sondern die Reform das Zentrale, "sie versteht sich als Reformalternative, nicht als Systemopposition." Das, so der Wissenschaftler, zeige auch eine Untersuchung zu Wahlplakaten der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai dieses Jahres. Von sechs Linken-Plakaten seien vier von einer Mehrheit als sozialdemokratisch eingestuft worden. Bei einem war es unklar, es hätte auch ein grünes sein können. "Das einzige, was als eindeutige Linken-Forderung übrig blieb, war 'kostenloser öffentlicher Nahverkehr'". Beim derzeitigen Bundestagswahlkampf sei das nicht anders, in den Positionen zum Arbeitsmarkt, zur Rente, zum Gesundheitswesen und Bildungsbereich, zur Rolle des Staates, "da finden Sie keine anderen als sozialdemokratische Lösungen", sagt Neugebauer.

Verwunderlich ist das nicht, da sich die in der Linken aufgegangene WASG zu einem großen Teil aus von der Agenda 2010 enttäuschten Sozialdemokraten speiste. Andererseits sei die Partei tendenziell im Osten gemäßigter und pragmatischer, weil sie dort häufiger an Länderregierungen beteiligt ist, und im Westen tendenziell radikaler, da sich hier auch dogmatische Altkommunisten befänden, erklärt Neugebauer.

Die Fusion 2007, durch die die Partei im Westen überhaupt erst den Status einer Splitterpartei überwand, hatte zunächst ein großes Plus bedeutet, was Wählerstimmen anbelangte: 11,9 Prozent holte Die Linke bei der Bundestagswahl 2009, davor war sie schon erstmalig in mehrere westdeutsche Landtage eingezogen. Auch wenn die Gewinne geringer ausfielen als die parallelen Verluste der SPD. Denn die meisten enttäuschten SPD-Wähler seien ins Lager der Nichtwähler gewandert, so Neugebauer.

Langsame Konsolidierung seit 2012

Bald darauf folgten langwierige innere Richtungskämpfe, durch die sich die Partei nicht nur beinahe selbst zerlegte, sondern auch massiv an Wählerstimmen einbüßte. Kommentatoren schrieben damals schon von einer "gescheiterten Partei". Erst mit dem Göttinger Parteitag 2012, auf dem Bernd Riexinger und Katja Kipping zu den Vorsitzenden gewählt wurden, begann eine Konsolidierung, die immer noch andauert. Der "Eindruck einer zerstrittenen, nicht handlungsfähigen Partei" bestehe aber immer noch, sagt Neugebauer, und koste Wählerstimmen. Und manche Protagonisten dieser Richtungskämpfe, etwa Sahra Wagenknecht, polarisierten besonders.

Ob kontroverse Haltungen wie die zur Nato, deren Auflösung die Linke fordert, (was SPD-Vertreter teils als "gaga" bezeichnen), die Zustimmung bei den Wählern begrenzen, sieht Kahrs eher skeptisch. "Ich glaube, dass dies wenig Einfluss hat. Würde man diese Position ändern, gewönne man vielleicht ein paar Stimmen, würde aber viel mehr Stimmen verlieren." Tiarks hört im Wahlkampf immer wieder, dass die Linke-Haltung zur Nato realitätsfern sei, aber sie findet diese Position "gerade das Tolle: Dass wir eine Vision haben, die Vision einer Welt ohne Krieg. Wenn ich die habe, dann habe ich eine ganz andere Richtung, in die ich gehe."

Die Stuttgarterin ist untypisch für eine Linken-Kandidatin, weil ihr so etwas wie der Stallgeruch von Gewerkschaftshintergrund oder langjähriger Aktivität in linken Gruppen fehlt. Sie ist dabei zugleich auch typisch für eine Entwicklung, die vor nicht allzu langer Zeit wohl nur wenige erwartet hätten: "Die Linke wird immer mehr eine westdeutsche Partei", sagt Neugebauer. Während sie im Osten sowohl Wähler verliert – vor allem an die AfD – als auch Personal, weil mehr alte Mitglieder sterben als neue nachkommen, scheint sie sich im Westen personell zu konsolidieren, junge Neumitglieder und Wähler zu gewinnen – wenn auch überproportional in großen und Universitätsstädten. Auch in Stuttgart, wo die Linke zur Partei der Wahl für viele von Grün-Rot Enttäuschte wurde. Für die Bundestagswahl steht die Partei laut Infratest dimap momentan bei sechs Prozent in Baden-Württemberg. Zur Bundestagswahl 2013 waren es noch 4,8.


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9 Kommentare verfügbar

  • M. Stocker
    am 26.09.2017
    Es ärgert mich immer wieder, dass die angebliche Zerstrittenheit der Linken und der Partei Die Linke immer noch als Argument herhalten muss für ihre 'Unwählbarkeit'. Meine Güte! Das ist doch gerade der Unterschied zu einer Partei des 'Führer-befiehl, wir-folgen-dir' -Zuschnitts a la AfD/CDU/CSU, zu einer zur One-Man-Show verkommenen FDP, zur restlos verwelkten Streitkultur der Grünen und zum verknöcherten, demokratieverhindernden Delegationssystem der SPD, das die rechtssozialdemokratischen Versager in den Fraktionen von Bund und Ländern systematisch vor Angriffen der Basis oder gar Austausch bewahrt. Sollen alle Parteien wie diese, garantiert nur hinter den Kulissen zerstrittenen, hirntoten Wachkomaparteien werden? Das ist doch entsetzlich!
    Und es wird nicht besser, wenn man die alten Klischees wiederholt (wie auch gerne in der TAZ so kultiviert) von den Realos im Osten, denen man komischerweise aber im Wahlkampf immer noch das Wandbild von Erich Honecker anhängt und über deren Spreewaldgurken-(N)ostalgie ausführlich ablästert, während man im Westen die biederen Gewerkschafter und Ex-Sozialdemokraten zum radikalen politischen Gottseibeiuns stilisiert.
    Vielleicht gehört auch das zu einem neuen Aufbruch, dass man sich nicht von reaktionären, bescheuerten und autoritär verkorksten Journalisten und deren Medien vorschreiben lassen muss, was bitter notwendige gesellschaftliche Diskussion, und was überflüssiger Streit ist.
    • Peter Kurtenacker
      am 26.09.2017
      Schön und gut, aber die Linke wird nie genug Wähler haben. Also ist ein Koalation die einzige Möglichkeit etwas zu verändern. Mit wen von den genannten beschimpften Parteien soll das geschehen?
  • Uwe Dr. Prutscher
    am 23.09.2017
    Wer die Gute Botschaft der Evangelien ernst nimmt, der kann im Vergleich der Wahlprogramme derzeit nur die Linke wählen - die Christenunion ist spätestens seit der Pfarrerstochter im Kanzleramt für Menschen guten Willens unwählbar geworden.
  • Peter Kurtenacker
    am 21.09.2017
    Die Menschen wollen Taten sehen.
    Die Forderungen der Linken und Rechten sind auf lange Sicht Illusionen.
    Alle die ich kenne, die in eine dieser beiden Richtungen wählen, sagen mir klar das sie von denen nichts erwarten und sie in keiner Regierung sehen wollen.
    Sie meinen das sie diesmal aus Protest so wählen: Man muss denen oben eins auswischen. Was ich für falsch halte.
    Ich habe gerade einen längeren Krankenhausaufenthalt hinter mir und brauche jetzt einen Pflegedienst. Wer wird die Hilfe stellen? Kirchen, gewerkschaftsnahe AWO und städtische Dienste sind die alleinigen Ansprechpartner. Und dort sind überall im großen Maße ausländische Kräfte dabei und es werden noch mehr gebraucht, als Hinweis für Rechte.
    Von wen wird Hilfe beim Wohnungsfragen erwartet?
    Staat und Wohnungsbaugenossenschaften.
    Wo sind Linke und Rechte aktiv mit eigen Mitteln, Mitarbeitern und Geld vertreten?
    Sie fordern nur und sind nicht bereit die Krämerarbeit an der Basis zu machen.
    Und das weiß die große Menge der Menschen instinktiv.
    Ich weiß das es einzelne Linke in den Gewerkschaften gibt, die dort versuchen etwas zu bewirken. Aber sie müssen sich den Denken der SPD anpassen. Hat es die deutsche Linke geschafft auch nur eine effektive linke Gewerkschaft wie in anderen europäischen Ländern auf zu bauen?
    In Ländern, die angeblich links oder rechts sind, ist die Korruption am schlimmsten.
    Siehe China, Nordkorea oder von Ex-Kommunisten beherrschte Länder des EX-Ostblocks.
    Nazi-Deutschland, das faschistische Spanien und Chile sind das analoge Beispiel für Rechte Korruption. Auch die Mafia muss man hier erwähnen.
    Die Linke und Rechte haben eigentlich fertig.
    Die politischen und sozialen Lösung können nur aus der Mitte der Gesellschaft kommen.
    Und da ist das Problem des Egoismus, des Machtrausch und des ständigen Wollens nach Mehr noch nicht gelöst.
    Der Turbokapitalismus wird zurecht kritisiert, er muss dringendst überwunden werden und in geordnete Bahnen überführt werden.
    Aber die Alternativen Sozialismus oder Nationaler-Sozialismus auch in gemäßigter Form sind keine Lösung.
    Das große Problem ist das die Masse der Menschen es vor allen Bequem haben wollen.
    Und dort setzen die Versprechen der Extremen ein.
    Die Linken sagen wir holen alles von den Reichen. Da kann man was holen und muss in gewissen Umfang. Aber man kann auch jede Initiative zerstören. Was nützt es mir wenn keiner mehr Unternehmer sein will und jeder sagt dann lass ich das Arbeiten sein? Daran ging der Sozialismus zugrunde. Die Planwirtschaft funktionierte bekanntlich nicht.
    Die Rechte sagen: Bestimmte Gruppen (meist Ausländer) sind an unsern Elend schuld. Die bestrafen wir. Nur in faschistischen Ländern begann es immer mit irgend einer Gruppe, dann kamen immer mehr dazu. Die Nazis brachten zum Schluss ja selbst Deutsche um, die anderer Meinung waren.
    Rechte und extreme Linke handeln ohne Rücksicht auf andere aus rein egoistischen Zielen. Siehe Nazis, Stalin und Mao.
    Die Lösung unserer Probleme kann nur aus den Bereich der politischen Mitte kommen.
    Dort findet ein ständiger Kampf um Lösungen statt. Dort ist die Möglichkeit gegeben, das durch Machtwechsel andere Lösungswege gesucht werden. Nur dort gibt es dauerhaft soziale, wirtschaftliche Experimente und neue Lösungswege.
    Die Extremen haben ihre Lösungen, die man nicht hinterfragen darf.
    Aber nur der ständige Kampf verschiedener Lösungsansätze wird uns Lösungen bringen.
    Ach ja: Auch im Bereich der Religionen sind selbstverständlich die Extreme abzulehnen.
    Beispiele: Islamisten, extreme fundamentalistische Christen, usw. tragen auch nicht zu Lösungen bei. Auch sie verhalten sich analog zu den politischen Extremen.
    Man kann im Augenblick nur auf die kommenden Koalitionsverhandlungen hoffen. Dort müssen diesmal klare Lösungs-Ansagen erfolgen. Und nur dort kann erfolgreich der Kampf gegen egoistische Einzelinteressen einzelner Gruppen erfolgen. Ich denke da vor allen an die Banken uä.
    • Karin Koch
      am 22.09.2017
      Wo haben die Mitte-Parteien (CDU-CSU; SPD ?) sich je für die Pflege eingesetzt?
      Im Gegenteil, sie haben die Minutenpflege eingeführt, in dem jede einzelne Handlung an einem "zu Pflegenden" - in einer betriebswirtschaftlich sinnvollen Art zu erfolgen hat!
      Siehe:
      https://www.ra-klose.com/html/sgb-11-pflegezeitbemessung.html

      Das ist doch Krank !
      Jeder Mensch ist anders.
      Einem "zu Pflegenden" nach Schlaganfall mit Schluckstörung, kann man nicht einfach das Essen schnell "in den Schlund stopfen" - daran würde er ersticken!

      Und noch was zu Ihrem fehlenden sozial-tätigen Engagement der Linken:
      Nennen Sie mir doch bitte Beispiele der "Mitte-Parteien", in dem diese den Anspruch erfüllen
  • Schwa be
    am 20.09.2017
    Wer "Wissenschaftler" wie Gero Neugebauer befragt/zu Rate zieht/zitiert schadet m.E. der Partei "DIE LINKE" bzw. schadet linker sprich friedlicher, am Bedarf der Mehrheitsbevölkerung orientierter Politik.
    Schön zu sehen an Aussagen wie "Andererseits sei die Partei tendenziell im Osten gemäßigter und pragmatischer, weil sie dort häufiger an Länderregierungen beteiligt ist, und im Westen tendenziell radikaler, da sich hier auch dogmatische Altkommunisten befänden, erklärt Neugebauer."
    Eine linke Politik als "gemäßigt" und/oder als "pragmatisch" zu bezeichnen wenn sie an Länderregierungen beteiligt ist und soziale Verschlechterungen, Privatisierungen (z.B. Autobahnen), Waffenproduktion/-exporte mitträgt, spricht nicht für seriöse/objektive wissenschaftliche Arbeit sondern für die Verteidigung des Status Quo und damit für die Verteidigung der bestehenden ausbeuterischen bürgerlichen Politik (der sogenannten Politik der "Mitte"). Zur politischen "Mitte" ein interessanter Link: http://www.nachdenkseiten.de/?p=40160
    Gleiches gilt für die diskreditierende Wortwahl von Neugebauer für die Politik der Partei "DIE LINKE" im Westen Deutschlands: "tendenziell radikal" (damit meint er wohl normale selbstverständliche menschliche Forderungen wie bezahlbare Wohnungen, Rente/Arbeit von der man/frau leben kann, Schluss mit Privatisierungen, etc.) oder "dogmatische Altkommunisten" (meint er damit vielleicht Sahra Wagenknecht?!, womöglich Bernd Riexinger?!). Zum Thema Mitglieder in Parteien ein interessanter Link: http://www.nachdenkseiten.de/?p=40053
  • Peter Meisel
    am 20.09.2017
    Einfach, weil die Semantik unter links, rechts, geradeaus lediglich eine physische Richtung definiert. Der Navigationskomputer im Auto spricht solche Richtungshinweise deutlich aus: zum Ziel, d.h. ein physischer Ort.
    Auch in der Politik, im Abgeordnetenhaus war lediglich die Sitzordnung gemeint.
    Daraus spekulieren wir auf Inhalte, die es aber erst noch zu definieren bzw zu vereinbaren gilt!
    Die Inhalte können sich abhängig von den Menschen und den Parteien in jeder Legislaturperiode signifikant ändern.
    Das muss der Souverän, der Wähler, also immer ich, mich prüfen, was will ich und was soll mein Vertreter, der Beste den alle gewählt haben, für mich tun damit wir alle keinen "Schiffbruch" erleiden. Heute habe ich im Guardian einen solchen Schiffbruch (Wreckage) beschrieben gefunden. Da er aktuell uns alle betrifft, empfehle ich hier zu lesen:
    Who’s the world’s leading eco-vandal? It’s Angela Merkel
    Ignore her reputation for supporting green initiatives. The German chancellor’s record on environmental policy has been a disaster.
    George Monbiot - Out of the Wreckage
    George Monbiot is the author of the bestselling books Feral: rewilding the land, sea and human life, The Age of Consent: A Manifesto for a New World Order and Captive State: The Corporate Takeover of Britain, as well as the investigative travel books Poisoned Arrows, Amazon Watershed and No Man's Land. His latest book is Out of the Wreckage: a New Politics for an Age of Crisis
    What does the good life-and the good society-look like in the twenty-first century?
    A toxic ideology rules the world - of extreme competition and individualism. It misrepresents human nature, destroying hope and common purpose. Only a positive vision can replace it, a new story that re-engages people in politics and lights a path to a better world. George Monbiot shows how new findings in psychology, neuroscience and evolutionary biology cast human nature in a radically different light: as the supreme altruists and cooperators. He shows how we can build on these findings to create a new politics: a `politics of belonging'. Both democracy and economic life can be radically reorganized from the bottom up, enabling us to take back control and overthrow the forces that have thwarted our ambitions for a better society. Urgent, and passionate, Out of the Wreckage provides the hope and clarity required to change the world.
    Am Sonntag, regieren wir uns selbst! Good luck better a good choice.
  • Alfred Denzinger
    am 20.09.2017
    Wagenknecht soll eine Kommunistin sein? Da werden sich die real existierenden KommunistInnen mindesten wundern. ;-)
    • Rolf Schmid
      am 20.09.2017
      Wer wie der sture Schwabe und CDSU-Fraktiondboss Kauder in trauter Einigkeit mit dem Ex-SPD-Boss Gabriel mit der LIINKEN nicht koalieren will wegen Frau Dr. Wagenknecht zeigt seine geistige Beschraenktheit sowie seine Furcht vor der überragenden Sachkenntnis dieser Frau, die jeder Partei zur Zierde gereichen wuerde!

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