Karikatur: Kostas Koufogiorgos

Ausgabe 330
Politik

Der schwarze Motor-Block

Von Gastautor Dietrich Krauß
Datum: 26.07.2017
Wenn die TV-Satire im Sommer Sendepause hat, gilt das noch lange nicht für die Realität. Die produziert derzeit mit Kartellabsprachen und Abgasskandal die schönsten Anlässe. Damit sich die politischen Verhältnisse nicht so alleingelassen fühlen, hat der Autor der Satiresendung "Die Anstalt" ein Realkabarett für die 378. Montagsdemo verfasst.

Nach den Ausschreitungen von Hamburg waren sich Politiker aller Parteien Grün bis Christlich einig: Die Straße ist kein rechtsfreier Raum. Gegen Autonome muss mit aller Härte vorgegangen werden. Ihre Straftaten dürfen nicht verharmlost werden, sonst messen wir mit zweierlei Ma(as)ß – Heiko und alle anderen: Das sind sehr gute Stichworte, die wir gern aufnehmen.

Wir hätten da lediglich ein paar Fragen: Wenn wir gegen straffällige Autonome konsequent vorgehen können, warum lassen wir dann all die straffälligen Autonamen gewähren?

Wenn wir mit aller Härte einschreiten gegen gewalttätige Ausschreitungen auf der Straße, warum sehen wir dann illegalen Ausscheidungen auf unseren Straßen tatenlos zu?

Sie sagen, man sollte nicht mit dem gefährlichen großen schwarzen Block auf die Straße gehen, man weiß schließlich, wie das ausgeht. Vielleicht sollten wir dann auch aufhören, jeden Tag mit gefährlichen großen schwarzen Motorblöcke auf die Straße zu fahren, wir wissen ja schließlich, was da hinten rauskommt.

Sie erlassen Demonstrationsverbote für ganze Innenstädte, wenn die Sicherheit von Politikern gefährdet ist. Aber obwohl die Gesundheit der Bürger nachweislich gefährdet ist, gibt es bis heute kein Fahrverbot für Diesel. Die Straße darf kein rechtsfreier Raum sein? Tatsächlich ist sie das in Deutschland jeden Tag, denn hier darf jeder nach Belieben gegen Umweltrecht verstoßen.

Sie pochen auf das Vermummungsverbot bei Auto-Anzündern, aber sie lassen es zu, dass Autohersteller massenhaft gegen das Verdummungsverbot verstoßen: Die Rechtfertigungen der Autonomen mit und ohne Räder sind gleichermaßen hanebüchen. Wir halten uns ja an die Regeln – gut, nicht überall, aber im eigenen Viertel, sagt ein Sprecher der Roten Flora.

Steinewerfen nur bei unter 18 Grad Celsius erlaubt

Wir halten uns ja an die Regeln – gut, nicht auf der Straße, aber im Labor, sagen die Sprecher von Daimler und Co. Was können wir dafür, dass die Leute partout an der Straße wohnen wollen und nicht im Labor?

Schuld sind immer die anderen, wenn die Autonomen das Recht brechen. Ich bin nicht verantwortlich – mein Auto ist nicht zu dreckig, der Grenzwert ist zu niedrig. Ich stoße nur bei extremen Temperaturen giftige Abgase aus – also unter 18 Grad. Haben Sie schon mal einen Polizeichef gesehen, der Steinwerfer gewähren lässt, sobald die Temperatur unter 18 Grad sinkt?

Das ist keine Gewalt – das ist Selbstschutz, sagen die Autonomen in Hamburg. Das sind keine Betrügereien, das ist Motorschutz – sagen die Autonomen in Stuttgart. Und die Gesundheit des Motors ist natürlich wichtiger als die Gesundheit der Bürger.

Und jetzt heißt es: Im Kampf gegen die Globalisierung dürfen Linke und Grüne nicht gemeinsame Sache machen mit Straftätern. Warum dürfen aber Regierungsparteien im Kampf für Weltmarktanteile Autofirmen beim Abgasbetrug unterstützen?

Genauso schlimm wie die Chaoten, so haben wir gelernt, sind die, die ihr Tun verharmlosen und sich nicht klar von ihnen distanzieren.

Gut, reden wir von der politischen Sympathisantenszene, die die Auto-Betrügereien stillschweigend akzeptiert: Warum sollte man die Villa Reitzenstein und das Kanzleramt anders behandeln als die Rote Flora? Hier werden die Rechtsverstöße geplant, behauptet die Polizei. Und was macht man im Verkehrsministerium?

Nicht nur sauber sondern rein mit einem Softwareupdate

So sieht die ganze Härte des Gesetzes aus, wenn es um Autos geht: Wer doppelt soviel Stickoxid ausstößt wie erlaubt, ist unauffällig, wer mehr als 300 Prozent darüber liegt – mit dem suchen wir das Gespräch, und die ganz schlimmen Stinker? Die kriegen ein Software-Update, dann sind sie sauber – also juristisch.

Eine Kabarettsendung hat mal gefragt: Wird hier Kriminalität bekämpft oder organisiert? Und: Tritt die Staatsgewalt jetzt überall so sensibel auf?

Durchsage der Polizei: Werfen Sie nur eine Flasche, wird Euch nichts passieren. Bei drei Flaschen müssen wir reden – und ab acht gehen wir gemeinsam zur Verkehrserziehung.

Es heißt: Hunderte verletzte Polizisten und Demonstranten in Hamburg verlangen eine klare politische Reaktion. Und Tausende Tote pro Jahr durch Stickoxid in der EU? Was erfordern die? Kein Eingreifen der Staatsgewalt. Nun: Außer Moos nix los.

Auch nicht bei der grüngeführten Regierung in Baden-Württemberg. Denn schließlich leben hier ja immer noch viel mehr vom Diesel als durch ihn sterben.

Da helfen keine Verbote, sagt Kretschmann. Äh – doch. Nur die Grünen, die helfen nicht mehr. Diesel Ministerpräsident, Verzeihung, dieser Ministerpräsident sagt stattdessen wörtlich: "Ich hab' mir'n Diesel gekauft, weil ich es für richtig halte. Ich wohne auf dem Land, meine Frau muss weit zum Enkel fahren, ich habe auch einen Anhänger. Neulich habe ich für meinen Enkel eine Tonne Sand geholt: Da brauche ich einfach ein gescheit's Auto."

Wer so einen Ministerpräsidenten hat, braucht keine Autolobby mehr. Womöglich braucht er den Sand, um ihn den Bürgern in die Augen zu streuen.

 

Dietrich Krauß, 1965 in Gerabronn geboren, ist Doktor der politischen Philosophie, derzeit freigestellter SWR-Redakteur und arbeitet für "Die Anstalt" sowie die "Heute Show" im ZDF. Das Trio Krauß, Max Uthoff und Claus von Wagner hat unter anderem den Grimme-Preis und zuletzt den Medienpreis der Deutschen Umwelthilfe (DUH) erhalten.


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15 Kommentare verfügbar

  • Heinz Greiner
    am 31.07.2017
    Aus technischer Sicht ist Herrn Stockers Ausführungen nichts hinzuzufügen .
    Eventuell die von den Medien weitgehend ausgesparte Politik :
    Wäre der Dieselgau , der sich zum Benzindirekteinspritzergau weiterentwicklen wird , vermieden worden , hätte die Politik und vor allem die Justiz Gesetze im Sinne der Umwelt nicht nur als Alibi beschlossen , sondern das ,was dort drin steht auch durchgesetzt ?
    Würde es helfen , das Land reinigen , würde man den Fall zum Anlaß nehmen , gegen ehemalige Umweltminister , deren nach B bezahlten Staatsekretäre , deren Behördenoberste und die Manager der genannten Konzerne nicht nur ermitteln , sondern Strafen dann auch zu erwirken ? Zeitnah vielleicht mal eine Wohnung durchsuchen ?
    Die Parteispenden durchsichtig angehen , nicht nur was über Höchstgrenzen liegt , mehr oder weniger verschleiert ausweisen ?
    Endlich zu Wahlen Leute mit Wissen aus Erwerbsberufen auf Listenplätze zu setzen , die Chancen ins Parlament ergeben . Anstelle der Juristen , der x mal Abgewählten ohnehin , der Beamten , Kirchenbeauftragten , Funktionären oder gar Kindergärtnern , die in frühen Jahren schon ihre Klamotten sich haben bezahlen lassen ,oder aus Hannover kommen ?
    Abgestellt werden würde , daß hohe Richter , in unserem Falle eine Richterin , am Ende der staatlichen Karriere in der Autoindustrie absahnen kann ?
    Die staatlichen Behörden einen Entwicklungsbeitrag leisteten , den Managern um die es ja geht , Beine machten , indem sie darauf drängten , daß technische , neue Möglichkeiten nicht mehr unbeackert liegen gelassen werden können ?
  • M. Stocker
    am 30.07.2017
    Es ist schon großartig, was da gerade passiert. Es ist eine völlig von naturwissenschaftlich-technischem Grundwissen befreite Diskussion. Nehmen wir mal an, man könnte das mit der Elektromobilität in den nächsten fünf Jahren ernstnehmen. Wird auch nur ein einziger LKW unserer auf den Autobahnen rollenden, eher stehenden und kriechenden Lager durch E-LKWs ersetzt? Oder hat das Speditionsunternehmen dann die Alternative zwischen LKW-Reichweite, aber Null Zuladung (fährt halt nur Batterien spazieren), oder Zuladung, aber lächerliche Reichweite? Ach so, die LKWs sind garnicht im Fokus der Kritik? Denn neue LKWs sind was Abgas-Schadstoffe angeht, inzwischen z.T. erheblich besser als PKW-Dieselmotoren. Woher das wohl kommt? Wie machen die das eigentlich?

    Die Autoindustrie arbeitet immer noch mit Hochdruck an der Vertuschung und Ablenkung von ihrem katastrophalen Versagen bei PKW-Dieselmotoren. Nicht etwa an einer technischen Lösung. Denn die gibt es schon seit mindestens zehn Jahren und heißt ganz einfach und klar: SCR-Kat, Selective Catalytic Reduction, besser bekannt unter dem Namen Harnstoff-Kat.
    Nochmals für die innermotorisch Ahnungslosen: Das Problem ist die notorische Innovationsfeindlichkeit der Automobilindustrie, was Effizienz und Schadstoffreduktion der PKW-Dieselmotoren (und auch Ottomotoren übrigens) angeht. Es ist NICHT das Dieselmotor-Funktionsprinzip. Sondern die Tatsache, dass uns die Herren trotz eleganter Alternative seit mindestens ZEHN Jahren einen unfassbaren technischen Murks als Entstickungseinrichtung einbauen, den Speicherkatalysator. Deswegen ärgere ich mich immer mehr, dass der Betrugsskandal als 'Dieselgate' bezeichnet wird. Man schlägt den Sack, statt die Esel. Denn die wahren 'Stinker' sitzen nicht hinter dem Steuer eines Diesel-PKWs, sondern ganz klar in den Vorstandsetagen der Automobilindustrie.

    Apropos 'Nachrüstung': es ist eine der besten Propagandaklempner-Leistungen des VDA, von Daimler und VW und ihren willfährigen Journalisten, eine Software-Änderung in der Motorsteuerung als 'Nachrüstung' zu bezeichnen. Es ist ein technischer Woodoo-Zauber, mehr nicht. Die Herrschaften werden uns die Prüfstandserkennungssoftware entfernen, und dann werden wir auf der Straße tatsächlich etwas weniger Stickoxide produzieren, wenn auch immer noch weit oberhalb der Grenzwerte, die in den Euronormen festgelegt sind. Aber zu welchem Preis? Ein weiterer Anstieg des Kraftstoff-Verbrauchs, und zusätzlichen notorischen Problemen mit den Abgasrückführungsventilen (AGRs), und wenns ganz dumm läuft, auch noch mit dem Partikelfilter, der während der Regenerationszyklen des Speicherkats unvermeidlich mit Partikeln beladen wird. Und deswegen viel öfters freigebrannt werden muss. Arme Umwelt.

    Nachrüstung ist etwas anderes. Und das ist unsere Aufgabe, den VDA-Propagandaklempnern diesen Begriff wieder zu entreißen und für das einzusetzen, was dessen ursprüngliche Bedeutung mal war. Er steht für einen NACHträglichen Einbau der AusRÜSTUNG zur wirksamen Abgasentstickung. Und da gibt es nur eine Technik, die das ohne faule Kompromisse zulasten der Umwelt und des Klimas kann: der Harnstoff-Kat.
  • Peter Meisel
    am 28.07.2017
    Gesundheit ist weder links noch rechts! Offensichtlich setzt sie ein gesundes Hirn voraus.
    Die "Markt-konforme Demokratie" (Märkte sind Industrie und Banken) entspricht nicht dem Amtseid der kungelnden Politiker: Schaden vom Volk (Menschen) abzuwenden!
    Zitat aus Peter Sloterdijk's Symposion zum 70.sten: "Daß ein Geldschein tatsächlich mehr wert ist,als er ist, ist bedenkenswert bzw. bedenklich!
    Das zeigt, für wertloses Geld darf die menschliche Gesundheit nicht geopfert werden!
    So entschied das Stuttgarter Gericht heute richtig:
    SZ heute: "Und doch: Für die Menschen in Stuttgart und der Region ist äußerst bedeutsam, was das Stuttgarter Verwaltungsgericht am Freitag im Rechtsstreit zwischen der Deutschen Umwelthilfe und dem Land Baden-Württemberg verfügt hat – nämlich eine klare Prioritätensetzung: Gesundheitsschutz geht vor Handlungsfreiheit und vor Eigentum. Die Wirkung dieses Richterspruchs reicht weit über Baden-Württemberg hinaus. Insofern hat dieses lokale Ereignis eben doch eine große Relevanz."
    Mein neues Kraftfahrzeug hat heute das Werk verlassen: ein e-bike!
  • Tatjana Wolf
    am 28.07.2017
    Finde ich ziemlich daneben. Keine gute Satire.

    Nicht, weil es die Autolobby in Politik und Wirtschaft nicht etwa verdient hätte. Sondern weil der Autor eine völlig falsche Bezugsebene wählte ("die Autonomen"). Damit macht er sich gemein mit all denjenigen in Politik, Medien und Gesellschaft, die angesichts der G20-Ausschreitungen in HH von "Linksterroristen" und "Mordbrennern" faseln und - im Mutterland des NSU, im Königreich der Austerität - eine Debatte über Linke und Gewalt vom Zaun brechen. Politisch ist das ziemlich kurzsichtig, fast ein bisschen dumm (mal abgesehen von dem bislang noch weitestgehend unbekannten, wohl aber evidenten Umstand, wie denn eigentlich das zahlenmäßige Verhältnis von "echten Autonomen", Hools, besoffenen Spießer-Krawallos und von als Autonome verkleideten Polizeiprovokateuren in HH wirklich ausgesehen hat). -Soll das Linkspopulismus sein? Linker Stammtisch?..

    "'Populismus', um das blöde Wort noch einmal zu benutzen, spekuliert auf die vorherrschenden völkischen Instinkte. Das heißt: Es gibt keinen'Linkspopulismus', Populismus ist per se rechts." (Hermann L. Gremliza)

    In diesem Sinne ist diese "kabarettistische Einlage" anscheinend doch eher ein ziemliches Eigentor. Schade.
  • Heinz Greiner
    am 27.07.2017
    Man kann all den lieben , technikfernen Guten , nur das Buch des in Kontext auch schon zitierten Herrn Prof., Radkau , der sich sehr viel mehr mit Technik als andere beschäftigt hatte, über die Zukumbfd empfehlen . Man greift sich rückblickend an den Kopf , was in früheren Zeiten von Wirtschaft und mehr noch von der Politik behauptet wurde und was dann daraus wurde .Ob das heute wohl anders ist ?
    Bevor das Aufheulen los geht : Gibt's heute mehr oder weniger Grüntritthinsche Dosen im Supermarkt ?
    Also : Ist der Dieselmotor schuld , wenn aus Kostengründen gespart wird und die Politik mit dem Geld geschmiert wird ? Nicht das Optimum der Entgiftung eingebaut wird ?
    Wieviele hauptamtliche Parteifunktionäre kann man mit der Summe der Konzerne und der Zulieferer ernähren ?
    ( Siggi Pop bekam als er kein Mandat hatte ,wenn ich es noch recht erinnere 160 000 DM von VW damals ) .
    Wieviel stammt an Feinstaub vom Diesel ?
    Wieviel mehr C0 2 produziert der Benziner ?
    Macht das Elektroauto keinen Feinstaub?
    Wie umweltfreundlich ist die Batterie ?
    Die Verarbeitung der seltenen Erden ?
    Wo kommen die her und haben die Guten darauf immer Zugriff ?
    Wie hoch sind die erlaubten Stickoxide am Arbeitsplatz ?
    Wie wurden die vielen genannten Toten ermittelt ? Bekanntlich hat dazu der Leiter des Lungenkrankenhauses sich geäußert ?
    Wann gibt es umweltfreundlichen Strom ? In welchem Jahrhundert ?
    ( Wieviel Feinstaub machen die Kohlehalden am Gaskessel ? Wo geht der hin ?
    Die MVA in Göppingen ? ) .
    Wer bezahlt die nach Stich " Spitzenentlohnungen " der zuhauf alten und neu eingestellten Beamten ? Der Millionen Pensionäre ?
    Wovon wird das Land leben , wenn die Werkzeugmaschine mit einem großen Teil des Automobiles verschwindet ? Und die direkten Arbeitsplätze ohnehin ?
    Wenn die lebenslange Parteifunktionärin , die zum Schluß noch als Umweltministerin wichtig werden darf , behauptet die Arbeitsplatzverluste wären übertrieben , versteht die das oder wird das aus Opportunismus zum Wahlkampf verbreitet ?
    Und zum Schluß :
    Was sind das für Politiker und Juristen , die Gesetze beschließen , Vorschriften und Werte festlegen , und die nicht prüfen ? Mit wem bitte tafelt die Umweltkanzlerin neben den Bankstern ?
    Cui bono wie man auf der Alb sagt .
  • Herr Blinki
    am 27.07.2017
    Ich hatte ja neulich die örtl. Pol-Diensstelle per Mail gefragt, wie die es mit ihrem Amtseid halten. Für den hypothetischen Fall. dass ich zum Schutz vor Abgasen mitt ner Kippe auf dem Fahrrad unterwegs wäre und die dann schwupps wegwürfe. Da ist lt. Satzung hier ein Ordnungsgeld fällig. Ob die Beamten gemäß ihres Eids nicht auch mind. die Hälfte der PKW, die den Ort des Geschehens passierten, anhalten und stillegen müssten, wollen mich doch ermorden durch schlichtes Vorbeifahren. Antwort keine. Nachfrage: wo muss ich die Polizei denn anzeigen ob der Unterlassungen oder muss ich erst Jura studieren?
  • Arnold Dreis
    am 27.07.2017
    Haben Sie die Totenscheine von den angeblich Toten durch Autoabgase gelesen?
    Ich halte das was Sie da schreiben, für vollkommen realitätsfern.
    Wer spricht eigentlich noch von den Arbeitnehmern?
    Sie sind ja wohlversorgt oder?
    • Herr Blinki
      am 28.07.2017
      Von den Arbeitnehmern in z.B. Bremerhaven, die an Asbest verrecken, sprechen, wenn es gut läuft, Schweden oder "Monitor". Die nehmen nix mehr. Vor allem: keine Renten. Gönnte ich denen wohl, aber halt nicht Plärrern pro Kretschmann.
  • ho we
    am 26.07.2017
    Was halten Sie von Marx' 11. Feuerbachthese?
    Lieber Philosoph, sehr gut, alles Richtig, aber bitte kommen Sie in der Realität an! Es hilft keine Grüne Selbstgeißelung!
    Aus meiner Sozialision heraus von junger Gemeine, keine Jugenweihe, Physikstudium bin ich gewohnt zu hinterfragen. Wenn Ideologie verbrämt das nicht mehr möglich ist, weil man meint die Offenbarung zu besitzen, muß man sich nicht wundern, wenn die Welt eben anders reagiert als verordnet. Wenn Gesetze und Vorschriften überzogen sind, werden zuerst die Lücken gesucht. Und liebe Philosophen wir Praktiker in der DDR haben da auch unsere Erfahrungen mit Ideologie, wie ideologie verbrämte Bürokratie ausgehebelt werden kann. So nun zur Physik:
    Nach dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik steigt der Wirkungsgrad mit der Höhe der Verbrennungstemperatur an, aber eben auch die Produktion von Stickoxiden. Mit einem bisschen Treibstoffüberschuß kann man da einfach gegensteuern. Das erhöht aber wiederum den Verbrauch und damit die CO2-Emission. Nach fest kommt ab sagt der Schlosser beim Anschrauben. Also macht doch eure Gesetze mit Augenmaß!
  • lutz weidner
    am 26.07.2017
    köstliche lektüre, sowas muß mensch nicht"liken, dissen oä "
  • Jona Gold
    am 26.07.2017
    Chapeau! Eine geniale Satire. Äh, warum noch gleich soll das jetzt Satire sein???
    • Horst Berndt
      am 27.07.2017
      Nun, Dietrich Krauß formuliert so, dass der geneigte Leser immer ein vordergründig lockeres Lächeln bei der Lektüre aufsetzen kann obwohl der präsentierte Inhalt eigentlich den Zorn bedient, der NACH dem Lesen zum Handeln in der Zivilgesellschaft führen sollte. Lach doch mal und denk doch mal ...
  • Schwa be
    am 26.07.2017
    Vielen Dank für diese deutlichen Worte.
    So und nicht anders ist mit und über bürgerliche Politiker und Parteien der gleichgeschalteten radikalen Mitte zu reden (Grüne, SPD, CDU/CSU, FDP, AfD). Die Liste der Unmenschlichkeit dieser "Organisationen" ist unendlich lang. Der Rückbau des nachhaltigen ÖPNV mit Milliarden Steuergeldern (zugunsten der Automobilindustrie) bei S21, das billigende in Kauf nehmen von vielen tausenden Toten durch Feinstaub/Verbrennungsmotoren und durch vermeintliches/vorgetäuschtes/ineffektives/verspätetes handeln sind da nur ein verschwindend geringer Auszug.
    Die Unmenschlichkeit dieser egoistischen Politiker und Parteien gipfelt im Verrat/in der Enteignung der eigenen Bevölkerung (insbesondere durch die Privatisierung der Daseinsvorsorge) und dem weltweiten anzetteln und dem unterstützen von militärisch und wirtschaftlich geführten Kriegen, was Massenflucht, -elend, Tod und Terror zur Folge hat. Sowie dem schüren von Feindbildern (Stichwort Russland/Putin).
    Wer will da noch von Volksvertretern reden? Sie vertreten nicht mehr das Volk/die Wähler (eher zertreten sie diese) sondern nur noch das Establishments (die Finanzeliten - Reiche, Großkonzernen, Banken, Spitzenpolitiker, etc.). Profit vor Menschenleben - wenn das keine niederen Beweggründe unserer bürgerlichen Politiker sind, was dann?
    • Bernhard Meyer
      am 26.07.2017
      Man muss mal konkret fragen: "Wer, d.h. welche Regierungspartei hat in den letzten 20 Jahren rechtsradikal gehandelt? Dann muss man das aufzählen, was Sie zum Teil oben genannt haben: Angriffskrieg, Hetzpropaganda (Griechen, Russen, Trump usw.), Abschaffung des Datenschutzes, Zerschlagung des Sozialstaats (Ersetzen von sozialer Sicherheit, durch Abstiegsänste), Umverteilung von unten nach oben usw. Als Schuldige sehen wir dann die "radikale Mitte" und wir erkennen: Dort sitzen die eigentlich Rechtsradikalen.
  • Blender Blender
    am 26.07.2017
    Trifft den Nagel auf den Kopf. Danke für diese Bewußtseinserweiterung.

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