Die Wirtschaftsweisen aus dem Morgenland. "Die Anstalt" vom 9.12.2014. Screenshot: ZDF

Ausgabe 247
Medien

Mal Nato-Hure, mal Putin-Pudel

Von Josef-Otto Freudenreich (Interview)
Datum: 23.12.2015
Drei Heilige aus dem Morgenland zerpflücken das Jahresgutachten der Wirtschaftsweisen. Das freut Millionen Menschen – wenn sie "Die Anstalt" sehen. Dietrich Krauß, einer der Macher, erzählt, wie eine Satiresendung zur Volkshochschule werden konnte. Und für ihn ein Teil der Gegenöffentlichkeit ist.

Herr Krauß, verraten Sie uns doch mal, wie die Ideen für "Die Anstalt" entstehen.

Max Uthoff, Claus von Wagner und ich sitzen zusammen an einem Kaffeetisch, haben viele Bücher und Zeitungen gelesen, regen uns gemeinsam auf, spinnen Ideen – und Max hat hoffentlich die Schokolade nicht vergessen.

Und schon treten die drei heiligen Könige aus dem Morgenland auf und zerpflücken das Jahresgutachten der fünf Wirtschaftsweisen.

Wir hatten den Blog des Journalisten Norbert Häring – sehr zu empfehlen – vom "Handelsblatt" gelesen, in dem er das Gutachten auseinandergenommen hat. Das war eine tolle Vorarbeit für unsere Sendung vor Weihnachten. Da treten ja auch Weise auf, also die aus dem Morgenland, und schon stand der Plot für eine Szene.

Uthoff sagt, "Die Anstalt" sei die Rache des Mainstream an sich selbst.

Wo Max recht hat, hat er recht. Zumindest machen wir Kabarett im reichweitenstärksten Medium. Nun arbeiten wir nicht in dem Sinne investigativ, dass wir vor Ort recherchieren. Aber wir sammeln Informationen, in den in- und ausländischen Medien, von wissenschaftlichen Quellen, sortieren sie, heben das heraus, was andere liegen lassen und spitzen satirisch zu. So gesehen sind wir der kleine schmutzige Bruder des Journalismus.

Und, zack, haben Sie eine Klage an der Backe wie jene von Josef Joffe, dem Herausgeber der "Zeit", den Sie einer Seilschaft von Amerikafreunden zugeordnet haben.

Die Grundlage der besagten Nummer war eine Studie von der Uni Leipzig. Wenn Sie so wollen, wissenschaftsbasiertes Kabarett und ausgerechnet dafür gab's ne Klage. Der Medienforscher Uwe Krüger hatte aufgelistet, welche deutschen Großpublizisten in welchen transatlantischen, nennen wir sie ruhig Lobbyverbänden sitzen. Unter anderen war Joffe neben Stefan Kornelius von der "Süddeutschen Zeitung" genannt. Das Ganze haben wir auf einer Schautafel aufgelistet. Joffe hat geklagt, und der juristische Streit dauert bis heute an.

Ein Streit, den kein Mensch kapiert.

Primär dreht er sich darum, ob die Anzahl der Striche auf unserer Tafel exakt mit der Anzahl seiner Mitgliedschaften in transatlantischen Organisationen zum Zeitpunkt der Sendung übereinstimmt. In den bisherigen Verfahren wurde festgestellt, es gehe hier um eine Differenz von maximal zwei Verbindungen. Mindestens ein halbes Dutzend vermochte man Joffe aber zuzuordnen. Joffes Homepage an der Stanford University, so haben wir gelernt, ist dabei als Quelle mit Vorsicht zu genießen: Dort steht bis heute, Josef Joffe sei bei der Atlantik-Brücke, diese Behauptung wird der Anstalt gerichtlich untersagt.

Gemeinerweise haben Sie auch noch nachgeschoben, jetzt sei klar, warum die "Zeit" nur einmal wöchentlich erscheine. Bei so vielen nebenberuflichen Verpflichtungen.

Wir machen eine Satiresendung und müssen sarkastisch sein. Wenn wir nur Fakten bringen, wäre das Arbeitsverweigerung. Aber Tatsache bleibt doch, dass diese Journalisten mit amerikaaffinen Thinktanks verbandelt sind. Selbst der stellvertretende Chefredakteur der "Zeit", Bernd Ulrich, hat dies jüngst in seinem Buch "Sagt uns die Wahrheit!" als problematisch bezeichnet. Wie kritisch er das bewertet – ungeachtet des Streits um einzelne Striche –, das hätten wir uns allerdings nicht träumen lassen. Darf ich Ulrich zitieren?

Aber bitte.

"Tatsächlich gibt es zahlreiche transatlantische Organisationen wie die Atlantik-Brücke, die Bilderberg-Konferenz und viele andere, in denen Politiker Militärs, Mitarbeiter amerikanischer Thinktanks und eben Journalisten zusammenkommen. Diese Veranstaltungen, von denen nicht berichtet werden darf, haben einen bestimmten Zweck – in der Regel: offiziell die Stärkung der transatlantischen Zusammenarbeit. De facto sind sie auch ein Transmissionsriemen für die amerikanische Denkart in der Außenpolitik, für die je angesagte Politik Washingtons. In diesen Netzwerken wurde in den Jahren der Mittelostkriege eine Politik vordiskutiert und rationalisiert, die aus heutiger Sicht als stellenweise durchgeknallt bezeichnet werden muss. [...] Durch dieses journalistische Eingebettetsein hat die außenpolitische Debatte hierzulande zuweilen einen merkwürdigen amerikanischen Akzent, oft gewinnt man beim Lesen den Eindruck, als würde einem in Leitartikeln etwas beigebogen, als gäbe es Argumente hinter den Argumenten, fast glaubt man, eine Souffleurstimme zu hören."

Wow, wir hätten es vielleicht nicht ganz so scharf formuliert.

Aufgespießt haben Sie auch den Leitartikler der "Zeit", Jochen Bittner.

Wenn Bittner erst an einem Papier eines transatlantischen Thinktanks mitarbeitet, das einen Strategiewechsel in der Außenpolitik fordert; wenn dieses Papier dann in die wichtige Rede von Bundespräsident Gauck auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2014 zur neuen Verantwortung Deutschlands einfließt und derselbe Redakteur danach in der "Zeit" durchaus wohlwollend über diese Rede schreibt, dann ist das, finden wir, ein merkwürdiges Rollenverständnis von Journalismus. Konkret wird vor Gericht mit Bittner vor allem um unsere satirische Zuspitzung gestritten, "er schreibe für die Zeit und für Gauck". Aber so viel Satire muss unserer Meinung nach unbedingt möglich sein – vor allem, wenn man vorher genau den Sachverhalt geschildert hat, um den es geht.

Das erwartet man eher in der recherchierenden Presse.

Wir hatten diesen Fakt aus der Internetzeitung "Telepolis". Sie sehen, wir sind auf gute Journalisten angewiesen. Fernsehsatire kann guten Journalismus, der manchmal in der Nische arbeitet, ohne ein breites Publikum zu finden, verstärken und ergänzen und Themen eine ganz andere Wucht geben. Es gibt viele tolle Journalisten und Wissenschaftler, von denen wir unsere Informationen beziehen, aber eben in den letzten Jahren auch bei wichtigen Themen in den Leitmedien – Eurokrise, Rentenpolitik etc. – oft ein sehr ähnliches Narrativ, das selbst dann unverändert bleibt, wenn vereinzelt ganz konträre Fakten berichtet werden.

Narrativ ist hübsch ausgedrückt. Wir könnten auch von uniformer Berichterstattung sprechen.

So erklären wir uns die starken positiven Reaktionen des Publikums auf "Die Anstalt": Hoppla, sagt es, so wie in der "Anstalt" habe ich das noch gar nicht gelesen oder gehört. Über den NSU, Griechenland, die Rente, den Giftgasangriff in Syrien. Da scheint mir offensichtlich einiges an Fakten und Zusammenhängen liegen gelassen worden zu sein.

Medienkritik ist ein heikles Geschäft.

Wenn sich Kritik gegen Medien richtet, treffen wir auf ein besonders empfindliches Personal. Auf Journalisten. Ich weiß, von was ich rede, ich bin ja selbst einer. Die waren es bisher gewohnt, in herausgehobener Position die Welt zu kritisieren, waren einsame Schleusenwärter für Themen und Meinungen, und plötzlich stellen sie fest, dass sie Konkurrenz bekommen; dass sie selbst kritisiert werden und ihnen vieles nicht mehr geglaubt wird. Weil man es via Internet mit anderen – auch dubiosen – Quellen vergleichen kann. Das ist durchaus eine zwiespältige Entwicklung.

Die viel mit einem Glaubwürdigkeitsverlust zu tun hat.

Wenn ich mich richtig entsinne, haben – laut einer Umfrage im Auftrag der "Zeit" – über 60 Prozent der Bevölkerung wenig oder gar kein Vertrauen in die Medien.

Bitte jetzt nicht mit der Lügenpresse kommen.

Das ist wirklich in jeder Hinsicht ein Unwort, auch weil dieses pauschale Ressentiment jede differenzierte Kritik an Medien verhindert. Aber wir sollten trotzdem nicht so tun, als wäre alles in Ordnung. Es hat doch seinen Grund, warum "Die Anstalt" oder die "heute-show" von vielen vermehrt als Informationsmedien wahrgenommen werden. Genauso wie der letzte Krimi von Wolfgang Schorlau, mit dessen Rechercheur wir inzwischen auch zusammenarbeiten. Das ist schon absurd, dass da wichtige Fakten zum Beispiel zum NSU in Unterhaltungsformaten auftauchen, die in der regulären Berichterstattung fehlen. Offenbar ist das Meinungsspektrum in den Leitmedien mitunter so schmal geworden, dass das Feld für die Gegenöffentlichkeit im Gewande der Satire und Unterhaltung immer breiter wird.

"Die Anstalt" im Zweiten Deutschen Fernsehen ist Gegenöffentlichkeit?

Ich weiß, das klingt absurd. Aber es zeigt auch, was in den etablierten Medien alles an Vielfalt möglich ist. Das ZDF, von kritischen Kreisen gern als Mainstreammedium gescholten, lässt uns bei der satirischen Arbeit völlig freie Hand. Das ist auch eine große Verantwortung. Ein Redakteur in Mainz federt alle Beschwerden heldenhaft ab. Wir kriegen davon eigentlich nichts mit. Die Welt ist also viel bunter, als Medienpessimisten vermuten. Vor allem, wenn man dazu ermuntert wird, Haltung zu beziehen, auch bei kontroversen Themen.

Auf der anderen Seite gibt es heillosen Streit. Stichwort Querfront. Wer mit Ken Jebsen spricht, ist flugs ein Rechter.

Ich beobachte eine irre Hysterie, als wären Gesprächspartner ansteckend. Der faktische Inhalt und die politische Auseinandersetzung treten darüber oft in den Hintergrund. Aber man darf sich davon nicht kirre machen lassen. Ich kann doch ein Thema nicht fallen lassen, in vorauseilender Angst, dass es von jemandem, der mir politisch nicht passt, unter anderen Vorzeichen auch behandelt wird. Ich plädiere einfach dafür, sich zunächst immer wieder ganz nüchtern die Fakten anzuschauen und zu präsentieren. Wie es dann bewertet wird, haben wir ohnehin nicht in der Hand.

Eigentlich eine vernünftige Einstellung, für die es immer wieder Prügel gibt.

Da herrscht ein unglaubliches Freund-Feind-Denken, sobald man eine Tatsache präsentiert, die dem politischen Gegner in die Hände spielen könnte: Für die einen sind wir im Zweifel wie nach der letzten Syrien-Nummer die "NATO-Huren", für die anderen nach den Ukraine-Sketchen die "Putin-Pudel". Als wir im Sommer eine Sendung pro Feminismus gemacht haben, ist ein gewaltiger Shitstorm über uns hereingebrochen. Viele aus der Netzgemeinde meinten allen Ernstes, der Feminismus sei eine Erfindung der CIA, um die Familie zu zerstören. Jetzt hätten uns die Amis endgültig eingekauft. Da steht man fassungslos daneben, welche politischen Positionen mittlerweile zusammengerührt werden.

Wir hätten jetzt eher den Vorwurf des Antiamerikanismus erwartet.

Sind wir schon antiamerikanisch, wenn wir von den (Geheim-)Abkommen erzählen, die den Alliierten Vorrechte bei der Spionage in Deutschland einräumen? Das hat der Historiker Josef Foschepoth in einer sehr spannenden Studie aufgearbeitet. Darüber machen wir eine Nummer, auch auf das Risiko hin, Beifall von der falschen Seite zu bekommen.

Dann machen wir's halt eine Nummer kleiner und sprechen von antieuropäisch. Sie erinnern sich an Ihren Griechenland-Schwerpunkt.

Das war phänomenal. Die Sendung sollte am Tag des Germanwings-Absturzes ausgestrahlt werden, wurde aus Pietät verschoben, aber schon vor der Ausstrahlung ins Netz gestellt. Sie wurde über zwei Millionen Mal in Griechenland abgerufen. Offenbar haben die Griechen danach gelechzt, endlich mal etwas anderes aus Deutschland zu hören. Sie haben einem Landsmann zugehört, der bei uns auf der Bühne saß und erzählt hat, wie er und mit ihm wohl Tausende um ihre Entschädigung als Naziopfer betrogen worden sind. Wie unser Gast Argyris Sfountouris mit finstersten juristischen Winkelzügen ausgetrickst worden ist, von einem Land, das jetzt als Richtmeister über sein Land auftritt. Über ein Land, von dem die EU unablässig Reformen verlangt, die nichts anderes als Armut für viele Menschen dort bedeuten.

Ist "Die Anstalt" eigentlich eine pädagogische Anstalt, eine Art Volkshochschule?

Warum nicht? Der Grimme-Preis, den wir gewonnen haben, stammt aus der Volkshochschulinitiative. Es ist doch wunderbar, wenn wir sehr viele Rückmeldungen von jungen Leuten, von Lehrern kriegen, die unsere Sendung als Unterrichtsmaterial abrufen. Exakt eine Dreiviertelstunde, passt bestens in den Stundenplan.

Politisches Kabarett als VHS – das klingt ziemlich altmodisch.

Und viele Jugendliche stehen genau da drauf. Ich könnte auch sagen, wir machen die Sendung mit der Maus für Klein und Groß. Bei uns versteht man, wie das mit der Rente funktioniert, wer hier mit wem um welchen Kuchen kämpft. Gibt's alles auf Schautafeln. Das sehen Sie so in keiner Talkshow, nicht in den "Tagesthemen", nicht in Magazinen, weil dort meist eine aktuelle Anbindung gefordert wird. Irgendwie fehlte für so grundlegende Analysen zumindest im Fernsehen bisher das richtige Format, die Chance haben wir wahrgenommen.

Die Hoffnung stirbt also zuletzt.

Die Kollegen von "Monitor", "Panorama" und "Frontal" arbeiten hart und müssen mit investigativen Geschichten Quoten machen. Wir haben den Vorteil, den man auch als Dekadenzphänomen bezeichnen könnte: Wir finden ein junges Publikum, weil wir politisch und satirisch also unterhaltsam sind. Viele ertragen harte Fakten und politische Aufklärung offenbar nur noch in unterhaltsamer Form. Aber wir sagen uns, besser so als gar nicht. Vor Kurzem habe ich einen Tweet bekommen: "An einer Haltestelle in einem oberbayerischen Dorf stehen Schüler um ein Smartphone und schauen 'Die Anstalt'. Ich hab Hoffnung." Und sie haben angeblich die ganze Busfahrt geguckt. Morgens um 6.45! 15-jährige Schüler! So was zu hören ist einfach toll.

Dietrich Krauß, 1965 in Gerabronn geboren, ist Doktor der politischen Philosophie, derzeit frei gestellter SWR-Redakteur und arbeitet für „Die Anstalt“ sowie die „heute show“ im ZDF. Zuletzt hat das Trio Krauß, Max Uthoff und Claus von Wagner den Grimme-Preis erhalten. Außerdem ist „Die Anstalt“ für den Deutschen Fernsehpreis 2016 nominiert.

Lesenswert ist dieBegründung für den Grimme-Preis.


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13 Kommentare verfügbar

  • Barolo
    am 29.12.2015
    das klingt nicht absurd "Ich weiß, das klingt absurd. Aber es zeigt auch, was in den etablierten Medien alles an Vielfalt möglich ist. Das ZDF, von kritischen Kreisen gern als Mainstreammedium gescholten, lässt uns bei der satirischen Arbeit völlig freie Hand."
    Aber wenn ich immer Monate auf eine Wahrheit aus der Anstalt warten muss, und in allen Nachrichten sonst die USNATO Meinung höre, dann ist eben das ZDF auch ein MSM bzw Teil des MPK.
    Jeden Tag in HEUTE wird z.B. Putin und die Griechen gebasht und in der Satire zeigt man wie man die Leute verarscht hat und macht nochmal Quote.
    Hat Oliver Welke auch schon mit dem Schwarzen Donnerstag so gemacht.
    Das interessiert blos die Politiker nicht.
    Beim nächsten mal werden die Bürger wieder vera....t, verprügelt, betrogen oder in einen gerechten Krieg geführt.
  • Bertram Pflüger
    am 29.12.2015
    Ich schaue mir die Anstalt sehr gerne an. Vor allem seit die neue Besetzung dort agiert. Und ich bin auch ein bisschen stolz darauf, dass der "unsichtbare, dritte Mann", Dietrich Krauß, ein Stuttgarter und, wenn ich mich recht entsinne, ein engagierter S21-Gegner, mit dabei ist. Als ich nun dieses schöne Interview hier las, fiel mir wieder ein, dass ich vor einigen Jahren irgendwo mal eine Ankündigung betreffs der neuen Anstalt gelesen hatte, in welcher erwähnt wurde, dass die hier vielen ebenfalls sehr bekannte Stuttgarter Kabarettistin Christine Prayon eigentlich mit hätte dabei gewesen sein sollen. Das wäre natürlich der absolute Hammer gewesen! Und irgendwie (bitte nicht als Kritik verstehen) hätte ich mir im Interview dazu auch ein paar Worte gewünscht. Also, ob diese Information überhaupt stimmt. Und wenn sie stimmt, warum letztlich Christine Prayon nun doch nicht mit dabei ist (Schade, das wäre einfach zu schön gewesen!). Aber vielleicht irre ich mich ja auch...
  • kdm
    am 27.12.2015
    Latürnich nicht "Ali-" sondern Alu-Hut-Träger.
  • kdm
    am 26.12.2015
    A propos Ken Jebsen (der leider tatsächlich meist recht unsympathisch rüberkommt, auch wenn er oft richtiges - zu schnell, zu hastig - sagt). Ich mag ihn nicht. Aber trotzdem(!) hat er oft Recht oder spricht zumeist (zu schnell) Themen an, die "tabu" sind. Immerhin ist er kein Alihut-Träger.
    Also:
    Früher sagte ein kluger Kopf in der ZEIT, ja in der ZEIT:
    "Ein gescheites Wort, schon ist man Kommunist."
    Heute wird nur die links-rechts-Seite ausgewechselt.
  • Reblauser
    am 25.12.2015
    Als "ZDF-Versteher" würde ich nach der Nummer lieber den Mund halten und brav ins Weinglas schauen:

    http://blog.fefe.de/?ts=a882a896

    Aber, ist ja "nur" von Fefe, gell. Der hat ja keinen "ausgewogenen" Standpunkt. Oder gar einen "Medienbezug".

    Und der pöbelt auch nicht jeden gleich als "geistig minderbemittelt" an, nur weil der nicht seiner Meinung ist.
  • Klaus
    am 24.12.2015
    Ich vergaß:

    Ein auskömmliches BGE würde viel Menschliches, Kreatives, Gemeinsames, Helfendes, Nicht-Trennendes auslösen.

    Warum wird das nicht gemacht?

    Puritanismus, falsches Arbeitsethos, Calvinismus, Sadismus,
    Masochismus. Usw.

    Wem nutzt dies?
  • Klaus
    am 24.12.2015
    Es ist doch schon lange klar:

    Unabhängigkeit gibt es ganz wenig.
    Bei Journalisten.
    Bei Politikern (dort finde ich es am Schlimmsten, denn wir
    als Volk sichern ja deren Grundexistenz!)
    Bei Richtern (Stuttgart weiß das, genauso schade, da deren
    Lebensrisiken ebenfalls abgesichert sind)
    u.a.

    Warum schaffen das diese so abgesicherten Persönlichkeiten (hä?) nicht? Menschliches Versagen?

    Unabhängigkeit - Freiheit - Verantwortung.

    Das ist der Schuh des Manitou.
  • kontratext
    am 23.12.2015
    @Philippe Ressing: Können Sie Quellen nennen, aus denen Ken Jebsens "nach rechts weit offener Nationalismus" eindeutig hervorgeht? Das würde mich überraschen, denn ich habe bisher noch nichts dergleichen gefunden.
  • Kornelia
    am 23.12.2015
    @Kontratext..... Ich denke auch dass diese Reflexions-arbeit dringend und immer wieder geleistet werden muss.
    Waren nicht auch im Mittelalter bei Hofe der Narr eine wichtige Figur?
    Kann es sein, dass die Institutionen aus 33-45 gelernt haben, dass es gut ist "auf zwei Hochzeiten zu tanzen"?
    Hier Naziverbrechen und Verbrecher schützen und dort die (genehmen) Widerständler massenhaft in Schreine stecken?

    Macht das nicht schon flächendeckend auch DIE Wirtschaft? Hier Mitarbeiter auspressen, Mangelware unterjubeln und dort PR-gerecht ne Human-Stiftung ins Leben rufen? LidlStiftung, BahnStiftung, TelekomStiftung, BPStiftung, BertelsmannStiftung,HolzbrinckStiftung u.u.u. sie alle " kümmern sich um das Gemeinwohl und um Mensch, Natur und Umwelt"!

    Und @Kontratext: auch ich bin so wert-konservativ naiv dass ich glaube das eine Unterscheidung zwischen Privat/Staat eingerichtet gehört:
    die zwangsfinanzierten Sender müssen die "Narren" zum Alltag und die Possen-Spiele als Ausnahme im Programm haben!
    Und wenn der kleinen Ausschnitt "Anstalt" mittlerweile als ernste Nachricht herhalten muss dann stimmt was nicht am zwangsfinanzierten Medium!

    Und wenn einige Wenige mit Zwangsgeldern Millionäre werden während andere wichtige politische Bildungsbereiche hechelnd nach Luft schnappen, dann stimmt da noch mehr nicht!
    http://www.welt.de/vermischtes/article141403102/ARD-soll-Gottschalks-2-7-Millionen-Honorar-erklaeren.html
    http://www.news.de/tv/855606734/stefan-raab-guenther-jauch-thomas-gottschalk-vermoegen-so-reich-sind-deutschlands-tv-moderatoren-bohlen-barth/1/
  • Philippe Ressing
    am 23.12.2015
    Zwar hat Herr Priol "Neues aus der Anstalt" als Anchorman geprägt, nach dem Ausstieg Georg Schramms wurde die Sendung aber zunehmend durch Auftritte mehr oder weniger satirischer Comedians geprägt. Zu Herrn Jebsen nir so viel: Auf seinen, nach rechts weit offenen Nationalismus kann ich verzichten,
    Problematisch ist, dass mittlerweile Sendungen wie die "Heute Show" oder die "Anstalt" die aufklärerischen Aufgaben des klassischen Journalismus übernehmen müssen. Viele Journalisten sehen sich als Gefolgsleute des "Es gibt keine Alternative". Hängt das vielleicht auch von der sozialen Zusammensetzung in den Redaktionen ab? Es wird kaum noch hinterfragt, man vervielfältigt vielmehr, was aus PR-Büros und Pressestellen kommt. Dazu lohnt sich ein Blick in den aktuellen "Jahresabschluss" von Urban Priol vom 22.Dezember (ZDF-Mediathek).
    Sei es in der großen Politik oder im Regionalen, Journalisten halten sich mittlerweile oft für einen Teil der politischen Herrschaft. Man erinnere sich nur an die nur einseitigen und hetzenden Kommentare des ARD-Korrespondenten Krause gegen die Syriza-Regierung. Diese Leute halten sich für einen Teil der politischen Herrschaft und sind doch nur die Pudel der PR-Manager'. Aktuell buckelt die Nachrichtenredaktion des SWR vor der AfD - und das noch bevor sie im Landtag sitzt. Da schlimmste ist aber, dass viele Journalisten weder ihr Handwerkszeug verstehen, noch davon Gebrauch machen wollen. Es braucht keine Zensur oder Druck von Oben - zumindest in der Regel nicht - die Häckchen krümmen sich freiwillig.
  • invinoveritas
    am 23.12.2015
    @kontratext

    monströs ist das zdf nur in den augen von leuten, die mindestens eineinhalb davon fest geschlossen halten.

    ohnehin ist man aber als criticus ein glatter ausfall, wenn man freudenreichs bemerkung "Wer mit Ken Jebsen spricht, ist flugs ein Rechter" so total missversteht, dass man es als "fertigmachen per doppelpass" hinstellt.

    davon abgesehen ist jebsen tatsächlich kein rechter. sondern ein irrlichternder, unseriöser, an selbstüberschätzung leidender hysteriker.
  • Horst Ruch
    am 23.12.2015
    .....Interessiert hätte bei diesem Interview mit Herrn Krauss auch die Denkweise der ursprünglichen "Anstalt"-Gründer? wie z.B. Priol, der die politische Satire in der Sendung doch zu dem Erfolg verholfen hat, den Krauss für sich und die jetzige Gruppierung wohlwollend in Anspruch nimmt.
  • kontratext
    am 23.12.2015
    Alles schön und gut, aber ist sich Herr Krauß auch seiner Feigenblattfunktion für das monströse zwangsfinanzierte Mainstreammedium ZDF bewusst?
    Und Ken Jebsen wird auch noch schnell per Doppelpass fertiggemacht: Freudenreich: "… Wer mit Ken Jebsen spricht, ist flugs ein Rechter." Krauß' Antwort: "… als wären Gesprächspartner ansteckend." Ken Jebsen ist alles mögliche, nur kein "Rechter".

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Ausgabe 428 / Knallharte Regeln! / Peter Grohmann / vor 1 Tag 59 Minuten
Lieber Jörg Taus, danke.











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