Winfried Kretschmann (Mitte) 2012 mit Daimler-Chef Dieter Zetsche und einem Diesel-Mercedes. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 327
Debatte

Post an den MP

Von Stefan Siller
Datum: 05.07.2017
Fast drei Jahrzehnte moderierte unser Autor die SWR-Radiosendung "Leute". Tag für Tag. Da lernt man Land und Leute kennen. Auch Winfried Kretschmann kennt Siller. Und schreibt ihm in Kontext einen sehr persönlichen Brief zur Zukunft des Autos.

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, lieber Winfried Kretschmann,

es drängt mich, Ihnen zu sagen, dass ich es großartig finde, wie Sie sich als Landesvater um Ihre Bürger kümmern und als Opa um Ihren Enkel. Sie machen dienstlich wie privat, was Sie für richtig halten. Das ist richtig, und das macht Sie authentisch. Deswegen habe ich Sie im Wahlkampf unterstützt.

Sie sorgen sich um die Arbeitsplätze im Land, denn in der Automobilindustrie mit all ihren Zulieferern sind sie in Gefahr, zehntausende. Da tut es den Arbeitnehmern gut, wenn der Regierungschef sich für sie einsetzt.

Sie haben auch erkannt, dass sich jeder, der nicht zuletzt aus Umweltgründen vor zwei Jahren einen Diesel gekauft hat, betrogen fühlen muss, wenn er nächstes Jahr mit diesem Auto nicht mehr nach Stuttgart fahren dürfte. Ich finde auch, die darf man nicht im Regen, bzw. in ihrer Abgaswolke, stehen lassen.

Sie haben sich privat ein gescheites Auto gekauft, also einen Diesel, um nicht zuletzt Ihren Enkel zu besuchen (und ihm auch mal eine Tonne Sand vorbeizubringen). Super. Ich hole gleich meine Enkelin aus dem Kindergarten ab, habe es dabei allerdings einfacher, weil ich das zu Fuß und mit der Stadtbahn erledigen kann.

Nun habe ich mir als interessierter Bürger auch Gedanken darüber gemacht, wie Arbeitsplätze erhalten oder gar neue hinzugewonnen werden können. Dabei bin ich auf die verwegene Idee gekommen, dass es besser sein könnte, in die Zukunft zu investieren als in Auslaufmodelle, zumal wenn man damit auch etwas für das Klima und gegen die weitere Vergiftung der Menschen tun kann (ich möchte sogar sagen: tun muss). Nur wenn sich die deutsche Automobilindustrie im Marathonlauf zur emissionsfreien E-Mobilität an die Spitze setzt, werden Arbeitsplätze erhalten. Unsere Ingenieure sind Weltklasse, sonst wäre Deutschland nicht führend in der Dieseltechnologie. Ihnen wird auch der nächste Schritt gelingen. Manchmal allerdings muss den Entscheidern in den Chefetagen ein wenig auf die Sprünge geholfen werden. Auch den Sicherheitsgurt und den Katalysator haben sie nicht schnellstmöglich und freiwillig eingebaut.

Aus guten Gründen und mit bestem Gewissen, wenn auch zu lange, haben Industrie und Politik den Autofahrern den Diesel ans Herz gelegt. Die fühlen sich nun zu Recht betrogen. Nicht nur VW, auch viele andere Hersteller haben gelogen und sie hintergangen, und die Politik hat das durch irreale nichtsnutzige Abgastests möglich gemacht. Ist Lug und Trug in Deutschland inzwischen erlaubt? Wer entschädigt den Käufer, der nicht bekommen hat, was ihm versprochen wurde und was er bezahlt hat? "Es gibt den sauberen Diesel," haben Sie gesagt. Was für ein Satz! Ich weiß, Sie meinten damit die neuesten Fortschritte, die immerhin darin bestehen, die schon lange verlangten Grenzwerte nun endlich einzuhalten. Aber natürlich gibt es keinen sauberen Verbrennungsmotor. Deswegen ist Ihr Satz so verhängnisvoll und ziemlich nah an der Trump-Äußerung von der "clean coal".

Und er ist genauso ein falsches Signal wie Ihr privater Diesel-Kauf. In Ihrer Position könnte es Ihnen gelingen, einen der raren Opel Ampera E zu ergattern, möglicherweise reichen Ihre Einkünfte sogar für einen Tesla, und auch eine E-Ladesäule für Ihre Garage müsste erschwinglich sein. Ein bisschen teurer wird die bundesweite Ausstattung mit E-Tankstellen. Auf diesen Mangel haben Sie ja auch in Ihrer "privaten" Wutrede hingewiesen. (So einen Mitschnitt zu fertigen und auch noch auf dieser Plattform zu veröffentlichen, ist wirklich nicht die feine Art, aber da Sie privat nicht anders denken, reden und handeln als in der Öffentlichkeit, müsste es für Sie kein Problem sein.) Da muss etwas getan werden.

Ich bin nicht vom Fach und weiß deshalb nicht so viel, wie die Experten, die sich schon lange darüber Gedanken machen (sollten). Aber was mir einfiel: In den car2go-Städten ist schon ein Anfang gemacht, und da könnte man noch nachlegen. Bei den Tankstellen, das haben Sie ganz richtig angemerkt, kann man schon wegen der Ladezeit nicht einfach die alten Kraftstoffsäulen durch Ladesäulen ersetzen. Aber dort gibt es jede Menge Parkplätze, weil viele Autofahrer den Aufenthalt auch so schon für einen Kaffee oder eine Wurst nutzen. Die Hälfte dieser Parkplätze ausrüsten – und nach der Pause ist nicht nur der Magen, sondern auch der Wagen voll. Und schließlich: Wer den Bürger zwingt, bei Neubauten einen Stellplatz für Kfz oder Rad nachzuweisen, der kann ihm auch eine erweiterte Steckdose abverlangen.

Zugegeben, das ist nicht ausgereift, muss aber auch nicht übermorgen fertig sein. Ich fürchte nur, ohne Zielvorgabe geht es nicht. Müssen uns erst die Chinesen mit ihrer Quotenregelung zu schnellerem Fortschritt zwingen? Einigermaßen erschreckt hat mich übrigens, dass Ihnen mehr Prozente bei Wahlen wichtiger sind als Inhalte. Ist klar: Erstmal muss man an die Macht kommen, erst dann kann man seine Ziele auch durchsetzen. Aber sind Sie nicht an der Macht?

Ganz versöhnlich möchte ich Ihnen zum Schluss recht geben. Sie haben mal gesagt: "Weniger Autos sind besser als mehr". Das stimmt immer noch.

Mit freundlichen und hoffnungsvollen Grüßen

Ihr Stefan Siller


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14 Kommentare verfügbar

  • Monika Kremmer
    am 20.07.2017
    Großartig ironischer Brief. Danke!
  • Lemons R
    am 10.07.2017
    "Warum ist eure Lösung für ein Auto immer noch ein Auto." In Stuttgart traut sich keiner das F-Wort in den Mund zunehmen ... es heißt F a h r r a d...
  • David Sohn
    am 07.07.2017
    Einfach mal die Die Anstalt anschauen. Und was sieht man da über die Umweltbilanz eines e-Autos? Die ist schlechter als die eines Verbrenners. Wird halt im Kraftwerk erzeugt. Aber die Kraftwerke wollen die Politiker ja alle abschalten :-)
    Übrigens allein für die Herstellung der Batterien eines e-Autos wird eine CO2 Menge erzeugt, die 30.000 - 100.000 km eines Verbrenners entspricht.

    Warum haben wir kaum Politiker welche was von MINT verstehen sondern nur träumen?
    • Schwa be
      am 09.07.2017
      Weil der Elektromotor aus Ihrer Sicht so schädlich ist sind Sie also für den Erhalt des mindestens ebenso schädlichen Verbrennungsmotors mit all seinen Auswirkungen und Toten (Unfälle, Feinstaub, Verteilungskriege, Leiharbeit, etc.)? Das "kleinere" Übel aus Ihrer Sicht sozusagen?
      Sollte ich Ihren Kommentar falsch interpretieren klären Sie mich auf.

      Schon mal auf die Idee gekommen dem Individualverkehr den Rücken zu kehren und nach andere Möglichkeiten zu suchen? Zum Beispiel das Potential des riesigen Industriezweig des öffentlichen Personen Nah- und Fernverkehr bundesweit flächendeckend auszubauen. Unter einer anständigen Politik würden Sie innerhalb des getakteten Netzes billiger, nachhaltiger, entspannter und schneller an Ihr Ziel kommen als mit einem PKW? Obendrein gäbe es noch Millionen guter Arbeitsplätze welche u.a. mit vielen Arbeitsplätzen aus der jetzigen Automobilindustrie besetzt werden könnten.

      Die herrschende Politik muss es nur wollen - tut sie aber nicht, weil sie, wie in den USA, eine Politik des Establishments ist und nicht eine Politik zum Wohle der Menschen und der Umwelt.

      Und da bin ich schon wieder bei den Zielen von Parteien. Wer wie bürgerliche Parteien, ob konservativ wie die CDU/CSU, neu konservative wie die SPD, vermeintlich liberale wie die FDP, aggressiv nationalistische wie die AfD oder wie die vermeintlich Grünen, sich vorrangig für die Privatisierung der Daseinsvorsorge stark macht und für den Investorenschutz oberste Priorität hat, mit solchen Parteien ist ein nachhaltiges Konzept der Mobilität (und in dem Zuge auch der gesamten Daseinsvorsorge) nicht umzusetzen.

      Sinnvolle Politik, sprich somit auch ein sinnvolles Mobilitätskonzept ist also nur mit einem Politikwechsel machbar. Und den gibt es nicht mit o.g. Parteien, sondern nur mit einer starken Linken (auch in der Opposition).
      Also, etwas Mut beim Kreuzchen im September bzw. geht wählen.
    • Andreas Meinhardt
      am 09.07.2017
      Zu der CO2 Bilanz gehört es aber auch, das heute hier gekaufte Verbrenner noch in 25 Jahren in Afrika oder Georgien rumfahren, obwohl es dann schon deutlich mehr Kraftwerke mit erneuerbarer Energie geben wird. Zudem kann man heute schon mit der Bahn CO2 frei weite Strecken zurücklegen und benötigt weder Stromtankstelle noch Diesel.
    • M. Stocker
      am 10.07.2017
      In Bezug auf die Zusammensetzung des Stroms gebe ich Ihnen vollkommen Recht. Bei den Angaben zur CO2-Emission durch Batterieherstellung habe ich meine Zweifel. Früher hieß es bei Solarzellen auch, dass man die Energie, die man zur Erzeugung einer monokristallinen Si-Zelle braucht, nie wieder einspielen kann. Das war natürlich Dummheit, und ein Vergleich von Äpfeln und Birnen. Für die im Weltraum für die Satellitenversorgung benutzten Zellen gilt das neute noch, spielt aber mangels Alternative keine Rolle. Die heute in der Photovoltaik üblichen polykristallinen Zellen haben ihre Erzeugungsenergie in wenigen Monaten bis Jahren wieder erzeugt. Mit den steigenden Stoffmengen, die in der Batterietechnik verbaut werden, steigt in der Regel auch der Recyclinggrad und der Zwang, effizientere Prozesse zu entwickeln. Dass die Erstförderung und metallurgische Erzeugung des Lithiums umweltbelastungsmäßig nicht für umme zu haben ist, ist auch richtig, gilt aber auch für Kohle, Öl Gas, Stahl und Aluminium.

      Sie fragen, warum wir keine Politiker mit mathematisch-naturwissenschaftlichem Hintergrund haben? Da sind Sie aber anspruchsvoll! Schauen Sie sich S21 an: da könnten wir schon froh sein über Politiker, die nicht zu doof sind, einen Taschenrechner zu bedienen.
  • Blender Blender
    am 06.07.2017
    Großindustrielle Vorbilder für die Autoindustrie sind Firmen wie Altavista (Suchmaschine, https://de.wikipedia.org/wiki/AltaVista ) und Kodak (Fotoapparate, https://de.wikipedia.org/wiki/Kodak). Die haben es vorgemacht. Trends verschlafen oder ignoriert und dann untergegangen. "too big to fail" galt für diese Riesen nicht.
  • Mike Morris
    am 05.07.2017
    Elektromobilität die wirklich sauber, sparsam und klimafreundlich ist, gibt es schon lange - auf der Schiene ( https://www.vcd.org/themen/elektromobilitaet/#c1432 )! Deswegen sollte es oberstes Ziel sein, den ÖPV politisch zu stärken. Nicht jedoch indem man einen einzigen Punkt (S21) in einem riesigen Netzes verschlimmbessert. Sinnvoller ist es in das Gesamtnetz zu investieren. Das geht am einfachsten mit mehr Strecken, mehr Fahrzeugen, mehr Personal und besserer Planung (integraler Taktfahrplan).
    Das kann aktuell weder die Bahn, noch die Politik. Die Bahn ist offensichtlich unfähig, weil deren Manager keinerlei Kompetenz in Sachen Bahn haben und die Politik leistet Arbeitsverweigerung, weil die der Meinung ist, der "Markt" richte das Problem. Als ob das schon mal irgendwo funktioniert hätte (siehe auch Finanzkrise).
    • Cornelia Marcus
      am 06.07.2017
      S 21 ist (falls jemals fertig und betriebsfähig ??!) ganz sicher kein Teil einer Lösung durch ein Öffentliches Verkehrs-Netz, sondern baut Kapazitäten des Schienen-Verkehrs (gewollt!) massiv zurück ! Alle einseitigen Ausbau-Planungen für den
      Individualverkehr durch Elektromotoren und dessen Netzinfrastruktur gehen ganz
      sicher auch in die falsche Richtung - da die Rohstoffförderung und -Verarbeitung
      sehr umweltschädlich, energieintensiv und auch menschenrechtsgefährdend in
      den Förderländern ist , und außerdem unser Stromnetz noch lange nicht weitgehend durch erneuerbare Quellen in (sozial verträglicher) Bürgerhand gespeist. Eine ( auch von ehemaligen Daimler-Ingenieuren ) schon vor Jahren
      theoretisch entwickelte Ergänzung/Teilalternative für ÖP(N)V wäre das endlich
      weiterentwickelte Wasserstoff-betriebene Auto bzw. Busse und LKWs auf
      Wasserstoff-Basis und ein entsprechendes Tankstellen-Netz , das sich auch als
      Stromspeichernetz für Erneuerbare Energien verwenden lässt. Diese Denkrichtung
      scheint aber in Konzernen und Politik nach wie vor verboten zu sein !?!
  • Josef Zimmermann
    am 05.07.2017
    Es geht unserem MP einzig darum die Realität nicht aus den Augen zu verlieren.
    Und in der Realität gibt es z.B für einen Familienvater mit vier Kindern aktuell Null Elektrofahrzeuge auf dem Markt.
    In der Realität gibt es kein Elektroauto mit dem man eine übliche Urlaubsfahrt machen kann.
    In der Realität gibt es keine Ladeinfrastruktur.
    Es soll Menschen geben, die in der Realität leben.
    In der Realität werden aktuell zig Milliarden in die Entwicklung von irgendwann sogar günstigen Elektroautos investiert. Von Daimler. Volkswagen, Bosch, BMW ( weltweit die aktuelle Nr. 2 bei E- Autos). Porsche ( vor drei Jahren der Hersteller mit den weltweit meisten Plugin-Hybriden im Programm) .
    In der Realität gibt es heute aber genau Null günstige E-Fahrzeuge mit ausgereifter Technologie. Hört doch auf mit den Teslas für Superreiche, die es kaum von Stuttgart nach München schaffen.

    In der Realität haben wir noch keine ausreichende Energiegewinnung. Ohne diese ist die Ökobilanz der E-Autos nicht besser als die von sparsamen Verbrennern.

    Und der Realität bekommen die Menschen Gegenwind, die auf diese verweisen.
    Und die Populisten bekommen Applaus. Ganz groß in Mode sind aktuell die Umwektpopulisten.
    Die predigen die Wegwerfgesellschaft. Ein echter Umweltfreund würde niemals fordern, dass wir in immer kürzeren Abständen millionenfach Fahrzeuge auf den Müll werfen.
    Das freut nur die Betreiber von Hochöfen und den Rest der Großindustrie.
    In der Realität ist die Produktion von E-Fahrzeuge extrem schädlich für den Planeten. Und in der Realität wiegen Tesla-Batterien 700KG. Und die Gewinnung von Rohstoffen reißt gewaltige Narben.
    In der Realität benötigt die Planung Genehmigung und Umsetzung einer(!) Umgehungstraße zehn Jahre (falls man keine Juchtenkäfer findet)
    In der Realität würde so ein Umstieg hunderte Milliarden kosten.

    Unser MP will nur deutlich machen, dass wir in zehn Jahren keine Infrastruktur für 50 Millionen E-Autos hinbekommen.
    Dafür bekommt er nun Prügel von Kontext und Co. Warum?
    Hat er was falsches gesagt.
    Warum verschließt man sich vor der Realität. Nur wenn man der Realität einen Platz in der Redaktionsstube einräumt hat man wirkliches Interesse etwas zu verbessern.

    Dennoch freue ich mich auf die E-Mobilität. Wir werden in den nächsten Jahrzehnten den Wandel schaffen. In der Automobilindustrie. In der Energiegewinnung. In der Infrastruktur.
    Aber niemals in einem Jahrzehnt.
    Zum Vergleich: Tesla wurde 2003 gegründet. Bisher hat Tesla es geschafft zwei Modelle in homöpathischen Stückzahlen für Superreiche zu poduzieren. In vierzehn Jahren.

    Gebt der Realität ein Chance. Dann haben wir auch die Chance die Welt zu verbessern. Populismus nützt keinem.
    • Klaus M.
      am 05.07.2017
      Es ist auch eine der Realitäten unseres MP, dass Afghanistan (in Teilen) ein sicheres Herkunftsland ist und dass die Standards der Hilfen zur Erziehung für junge Flüchtlinge abgesenkt werden können (unser MP hat zugestimmt bei der MP Konferenz) - dann muss auch der Diesel sauber sein - oder?
    • P. Dawgg
      am 05.07.2017
      Lüg' Dir die von der Zukunft unserer Kinder geborgte Luxus-Bequemlichkeit Deines Erste-Welt-Lebensstils mit selbstverständlichem Anspruch auf grundlagenverzehrende Giftmonster nur zurecht ("Realität") - was der autoindustrielle Komplex mit Unterstützung seines Politbüttels ("MP") hier erzeugt, hat keinerlei Daseinsberechtung (und Zukunfts-/Gegenwartsfähigkeit) ausserhalb der damit erzeugten kapitalistischen Wertschöpfung (vulgo: Profit, "Arbeitsplätze"). Ohne die vielen Ressourcen (Gesundheiten, Lebensräume, Ressourcen, Steuermittel u.v.v.v.v.m.), die die Gesamtgesellschaft unentgeltlich in diesen Komplex hineinzustecken genötigt wird, ist dieses kapitalistische Schneeballsystem nicht länger tragfähig.
      Wenn wir als (Innen)StadtbewohnerInnen nicht länger die vielen Tonnen Gifte der (Diesel)AutofahrerInnen atmen/riechen/schmecken/fühlen/aufnehmen wollen, dann wird aber auch alles getan, um diesen dieses Naturrecht weiterhin selbstverständlich zu gewähren. Wenn die armen DieselfahrerInnen von der Industrie mit tatkräftiger Hilfe der Politik beschissen wurden, dann ist es doch wirklich legitim, dass die Stadtkinder als Ausgleich dafür noch mehr Atemgift inhalieren sollen - alles andere würde die armen Diesel ja auch schrecklich entrechten.
    • Bernd Kruczek
      am 05.07.2017
      Ich gebe Herrn Zimmerman voll recht und mich regen diese Technologieignoranten und Realitätsverweigerer bezüglich E-Autos total auf. Und außerdem wird mit einem E-Auto die Emissionsquelle nur vom Auto zum Kraftwerk verlagert. Und ob das in jedem Falle umweltfreundlich ist bzweifle ich. Sehr interessant auch http://www.ardmediathek.de/tv/Plusminus/E-Mobilit%C3%A4t-Mit-dem-Elektroauto-quer-d/Das-Erste/Video?bcastId=432744&documentId=43223930
    • Christian Kaiser
      am 07.07.2017
      Ich glaube nicht, dass es irgendwann ein Elektrofahrzeug geben wird, das Ihren Ansprüchen genügt. Dabei ist die Sachlage doch ganz einfach: Entweder Klimaschutz ist Ihnen wichtig, dann stellen Sie Ihre Mobilität und Ihr Konsum- und Urlaubsverhalten schnellstmöglich freiwillig um. Oder Klimaschutz ist Ihnen wurscht, dann machen Sie halt so weiter wie bisher: Himbeeren im Januar, Urlaub auf Bail, Einkaufen mit dem Diesel. Und geben weiter vor, aus fadenscheinigen Gründen auf bessere Technik zu warten, weil man ja bis dahin nichts ändern muss. Wie Sie mit unserer Erde umgehen, bleibt Ihnen überlassen. Aber es ist hoffentlich klar geworden, wem meine Sympathien gehören.

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