Ähnlich wie beim Equal Pay Gap: Irgendwie fehlt Geld. Foto: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 322
Politik

Hoppla, die Kasse ist leer

Von Josef-Otto Freudenreich
Datum: 31.05.2017
Zehn Jahre lang hat der BUND die Kasse des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21 verwaltet. Jetzt ist sie plötzlich leer und AB-Sprecher Eisenhart von Loeper spricht von einem "schweren Gesetzesverstoß".

Es war kalt und es schneite, als Brigitte Dahlbender die Bühne auf dem Stuttgarter Schlossplatz enterte. Sie habe lange geschwiegen, sagte sie, aber jetzt müsse sie ihre Stimme erheben, das Maß sei voll, und sie erwarte von der SPD, dass sie endlich mithelfe, das "unsinnige Projekt zu beerdigen". Die Genossen Schmid und Schmiedel sollten endlich einsehen, dass sie "auf das falsche Pferd" gesetzt hätten. Das war am 23. Februar 2013.

Da haben manche gestaunt, weil Frau Dahlbender zum einen Sozialdemokratin ist, zum andern in den Monaten zuvor nachvollzogen hatte, was Kretschmann & Co als Parole ausgegeben hatten: Stuttgart 21 kritisch begleiten beziehungsweise "dr Käs isch gässe". Dazwischen gekommen war schließlich die Volksabstimmung vom 27. November 2011. "Die Mehrheit gilt", hatte die BUND-Landeschefin damals befunden und sich als Sprecherin des Aktionsbündnisses (AB) gegen S 21 verabschiedet.

In diesem Bündnis hatten sich vor zehn Jahren alle zusammengefunden, die gegen den unterirdischen Bahnhof waren. Die Initiative "Leben in Stuttgart", linke Sozialdemokraten, SÖS, Grüne, die Linke, Gewerkschaften, VcD, Pro Bahn und eben Umweltverbände wie der BUND. Eine bunte Truppe, die sich streiten konnte wie die Kesselflicker, aber am Ende im Dagegen stets vereint war. Egal, ob die Vorturner Gangolf Stocker, Gerhard Pfeifer, Clarissa Seitz, Hannes Rockenbauch oder Brigitte Dahlbender hießen. Mit der Volksabstimmung, so manipuliert sie auch war, hat sich das geändert.

Die Parteilogik übernommen, den Widerstand aufgegeben

Eisenhart von Loeper, einer der heutigen Sprecher, bezeichnet es als "Machtanpassung", was damals passiert ist. Nicht über Nacht, eher peu a peu haben sich vor allem grüne Bewegungsteile der herrschenden Politik angeschmiegt. "Sie haben die Parteilogik übernommen", sagt Rockenbauch, "und den Widerstand aufgegeben". Nun sollten keine verkehrsbehindernden Demos mehr stattfinden, wegen der erbosten Autofahrer. Das Bündnis sollte nur noch den Begleiter geben, im Beiboot zur grüngeführten Regierung sozusagen, vermutet von Loeper – wäre es nach dem BUND gegangen. Selbiger wiederum fühlte sich vom AB als "Verräter" beschimpft, in Pressemitteilungen und auf Montagsdemos aggressiv angegangen, mit Misstrauen überzogen. Kurzum: das Tischtuch war zerschnitten, der Auszug aus dem Aktionsbündnis konsequent. Im Januar 2014 war's, als der BUND zusammen mit den Grünen das Weite suchte.

Geblieben ist ein Konto, auf dem die Spenden für die S-21-Gegner gesammelt werden. Zu den Hochzeiten des Protests, etwa zum Schwarzen Donnerstag 2010, standen dort durchaus sechsstellige Beträge zu Buche. Geführt und verwaltet wird das Konto seit 2007 vom BUND-Regionalverband Stuttgart – bis heute. Lange Jahre, als alle noch Freunde waren, hat das gut geklappt, weil die organisierten Naturschützer ordentliche Haushälter waren und in der Regel bezahlten, was dem Aktionsbündnis wichtig war. Es sollte im Einvernehmen beider Seiten, so ist's schriftlich festgehalten, geschehen und streng nach Gemeinnutz, auf den der BUND achten muss. Spätestens nach der Attacke des Ulmer SPD-Abgeordneten Martin Rivoir, der im Juni 2011 die Gemeinnützigkeit formal erfolglos, politisch aber nachhaltig in Frage stellte. Dahlbender hatte jetzt alle Hände voll zu tun, aufzupassen, dass ihr Verband nicht in den Ruf geriet, Positionen zu beziehen, die nicht mehr staatstragend waren.

Am Jahresende ist das Spendenkonto auf null

Das hat die Zusammenarbeit nicht leichter gemacht. Genaue Zahlen zu bekommen, sei immer mühseliger geworden, berichtet von Loeper, aber um des lieben Friedens willen, und um dem Verband nicht zu schaden, habe er stillgehalten.

Im Juli 2016 wird BUND-Geschäftsführer Gerhard Pfeifer dann doch deutlicher. Die Rede ist von übriggebliebenen 14 293 Euro, die sich zum Jahresende auf Null reduzierten, weil zum einen ein S-21-Gutachter (Vieregg) und zum anderen beim BUND angefallene Personalkosten bezahlt werden müssten. Das war neu, eine "völlig neue Zweckrichtung", wie von Loeper fand und seinen Mitstreitern im Bündnis berichtete. Ein "schwerer Gesetzverstoß", vulgo ein "dicker Hund" sei's, urteilte der Nagolder Jurist, dem nicht in den Kopf wollte, warum er mit Geldern von S-21-Gegnern einen Verband alimentieren soll, der sich vom Bahnhofsprotest verabschiedet hat.

Das sieht Pfeifer naturgemäß anders. Er kämpfe seit 1994 gegen Stuttgart 21, den "riesigen Schwachsinn", erzählt der 54-Jährige, und er werde das weiterhin tun. Im konkreten Fall sind es jetzt eben die Obertürkheimer Zauneidechsen, die von der Bahn zwangsumgesiedelt werden. Früher hat er mit Gangolf Stocker Demos organisiert. Allerdings müsse auch das Aktionsbündnis begreifen, dass das Projekt "einfach zu weit fortgeschritten" sei, um "zurück auf Los zu gehen". Und intern macht Pfeifer keinen Hehl daraus, was er vom AB-Konzept "Umstieg 21" hält: ein "Etikettenschwindel", der ehrlicherweise "Ausstieg 21" heißen müsste. Er will nicht auf "halb fertig gegrabenen Tunneln" sitzen bleiben, da freut er sich lieber über die 20 Platanen an der Schillerstraße, die stehen geblieben sind, wegen des Juchtenkäfers und wegen des Kampfes seines Verbandes. Der Diplombiologe will damit wohl sagen, dass er es für durchaus gerechtfertigt hält, wenn sein Einsatz über das Bündniskonto mitfinanziert wird.

Ganz einfach: Der BUND braucht das Geld

Pfeifer hat dafür auch ein ganz praktisches Argument zur Hand: die wirtschaftliche Lage des Regionalverbands, der nicht auf Rosen gebettet ist. Am Jahresende fehlen ein paar Zehntausend Euro, um den Etat auszugleichen, und so ist der BUND dazu übergegangen, wie der Geschäftsführer bestätigt, seit 2014 Personalkosten in Teilen über das Bündniskonto abzurechnen. Ein Problem hat er dabei nicht. "Wir entscheiden final über das Konto", hält Pfeifer fest, daran gebe es keinen Zweifel.

Den hat Werner Sauerborn in starkem Maße. Der AB-Geschäftsführer sieht sich, um es milde auszudrücken, übers Ohr gehauen, will aber auch nicht den Knüppel der Klage aus der Tasche ziehen. Er will eigentlich nur, dass der BUND etwas ganz Einfaches akzeptiert: "Dass das unser Konto ist". Und en detail verrät, wo das Geld geblieben ist. Sauerborn spricht von 30 000 Euro.

Aus dem Urlaub hat sich inzwischen auch Brigitte Dahlbender via Landesgeschäftsführerin Sylvia Pilarsky-Grosch gemeldet. Sie zeigt sich verwundert über die Forderungen, seien doch die Abrechnungen der Personalkosten "im Grundsatz" abgestimmt gewesen. Nun seien die vorhandenen Gelder zwar aufgebraucht, aber sie sei zuversichtlich, dass ein Abschluss der Gespräche binnen Monatsfrist möglich sein werde.


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20 Kommentare verfügbar

  • Michael Ecker
    am 06.06.2017
    Lieber Josef-Otto Freudenreich, sehr geehrte Damen und Herren,

    wenn ich das so lese, bin ich doch ganz froh - und ich denke, ich spreche da für sehr viele SpenderInnen -, dass die Spendengelder durch die Profis vom BUND verwaltet werden. Nein, das ist jetzt wirklich keine Ironie. Mir wird ganz blümerant, wenn ich mir vorstelle, ein von Loeper wäre dafür zuständig.

    Es ist natürlich schon seltsam mit dem Aktionsbündnis S21: Die Akteure der ersten Stunde sind größtenteils von Bord gegangen, geblieben sind viele, die erst sehr spät aufgewacht sind, viele, die nur wenig Erfahrung aus anderen sozialen Bewegungen oder generell der Organisation politischer Aktivitäten mitgebracht haben, und viele, die das Thema sehr emotionalisiert statt lösungsorientiert angehen.

    Vielleicht waren Zeit und Form für die Volksabstimmung 2011 schlecht gewählt - andererseits ließ der Riß quer durch die grün-rote Koalition damals auch wenig andere Möglichkeiten. Aber "manipuliert", wie Sie schreiben, war sie nicht entscheidend mehr als irgendeine andere Wahl oder Volksabstimmung in unserer Demokratie: Im Wahlkampf hatte die Allianz aus CDU, SPD, FDP, IHK usw. eine größere Medienpräsenz und -unterstützung als die S21-Gegner, wie das - wenn auch weniger vereint - auch für jede Landtagswahl davor und seitdem in BaWü galt. Natürlich haben die Befürworter in vielen Dingen entgegen besseren Wissens "Fake News" verbreitet und falsche Wahlversprechen gegeben - aber das tun sie sehr erfolgreich auch bei anderen Wahlen, und alle wissen es schon, und wählen sie trotzdem (oder gerade deswegen?). Und dass die komplizierte Gesetzeslage erforderte, dass die Gegner mit Ja und die Befürworter mit Nein stimmen mussten, mag manche verwirrt haben, erklärt aber nicht, warum gerade in Stuttgart selbst die S21-Befürworter so klar in der Mehrheit waren.

    Daher würde ich diesen Satz Ihres Artikels doch wohl unter "Legendenbildung" verorten.

    Ob der Tiefbahnhof jemals in Betrieb gehen wird, oder ob die vollgelaufene Baugrube dereinst als Schwimmbad unter dem Kopfbahnhof dienen wird - wir werden sehen, falls wir lange genug leben sollten. Jedenfalls wäre es weitaus sinnvoller, die S21-Gegner würden nach Gemeinsamkeiten suchen als aufeinander einzuprügeln und damit den Befürwortern nur neue Argumente zu liefern.

    Mit freundlichen Grüßen
    Michael Ecker
    • Karl Käfer
      am 06.06.2017
      Hallo Herr Ecker,

      vielen Dank für diesen Beitrag. Die Formulierung mit der "manipulierten Volksabstimmung" ist mir auch sehr aufgestoßen, zeigt sie doch deutlich, dass sich Herr Freudenreich mit diesem Artikel recht weit von der journalistischen Neutralität entfernt hat.
      Natürlich hatte die Volksabstimmung ihre Fehler und war bei weitem keine Waffengleichheit gegeben - aber manipuliert war sie eben definitiv auch nicht. Auch bei anderen Stellen wie "Der AB-Geschäftsführer sieht sich, um es milde auszudrücken, übers Ohr gehauen" tritt die persönliche Meinung Herrn Freudenreichs deutlich zutage - das hat in einem solchen Artikel eigentlich nichts verloren.

      Ansonsten:
      Ich habe mir schon während der S21-Widerstands-Hochzeiten gewünscht und würde mir heute noch wünschen, dass auch nur ein Bruchteil des unglaublichen Engagements gegen S21 auch auf andere Bereiche des Natur- und Umweltschutzes abfärben würde.
      Aber statt sich für mehr Artenschutz, gegen den Flächenverbrauch, den Klimawandel usw. einzusetzen, haben sich einige S21-Gegner förmlich in das Thema S21 verbissen und beschimpfen jetzt den BUND, er hätte sie im Stich gelassen, nur weil er eben auch andere Themen bearbeitet.

      Bitte nicht falsch verstehen:
      Ich bin auch auf den Demos gewesen, habe mich auch gegen S21 engagiert. Aber mit der leider verlorenen Volksabstimmung war dann für mich einfach der Zeitpunkt erreicht, ab dem ich meine Zeit sinnvoller für andere Themen einsetzen konnte.
      Und das hätte ich mir zumindest begrenzt eigentlich auch von den S21-Gegner gewünscht: Dass das hochgelobte bürgerliche Engagement nicht mit diesem einen Projekt beginnt und auch gleich wieder aufhört. Wenn wir diese zivilgesellschaftliche Wucht auch bei anderen Umweltthemen (Feinstaub! Autofreie Innenstadt! Gentechnik! Artenschutz! ...) hätten - wir wären schon viel weiter. Stattdessen haben die einen S21-Aktiven ganz mit dem Engagement aufgehört, die anderen kämpfen noch immer stur gegen S21.
      Und man muss ja mal ganz klar sagen: Ich war und bin kein Fan von S21 - es ist ein sinnloses Projekt, bei dem Milliarden verschwendet werden und das an vielen Stellen ein deutliches "G'schmäckle" hat. Aber eine Katastrophe wäre es eben auch nicht, wenn S21 kommt. Es ist ein schlechtes Verkehrsprojekt, nicht mehr und nicht weniger. Warum also engagieren sich die Leute nicht gegen andere, wesentlich drängendere Probleme (s.o.)? So recht verstanden habe ich das nie.
  • Peter Cuenot
    am 02.06.2017
    Hallo Herr Antes,
    nochmals zur Klarstellung:
    Auf der Webseite des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Regionalverband Stuttgart, Rotebühlstr. 86/1, 70178 Stuttgart, heißt es ausdrücklich:
    "bund.rv-stuttgart@bund.net
    Vereinsregister:
    VR 101
    Radolfzell
    Gesetzliche Vertretung:
    Dr. Brigitte Dahlbender
    Vorsitzende des Vorstands"
    Der Bund, RV Stuttgart, ist also im Vereinsregister von Radolfzell eingetragen und hat einen Vorstand, dessen Vorsitzende Frau Dr. Dahlbender ist.
    • Horst Antes
      am 04.06.2017
      Hallo Herr Cuenot,
      wie ich bereits geschrieben hatte ist der RV Stuttgart ist kein eigener e.V., sondern eine selbständige Untergruppe des Landesverbands mit eigenem Regionalvorstand. Da er aber formal eine abhängige "Untergruppe" des LV ist, erfolgt die gesetzliche Vertretung über den Landesverband, und deswegen steht hier als Vorsitzende Frau Dahlbender, obwohl sie natürlich NICHT Vorsitzende des RV ist!

      Das mag etwas kompliziert und verwirrend erscheinen, ist für größere Vereine mit lokalen Untergruppen aber der Normalfall, seien es jetzt BUND, NABU oder Amnesty. Schauen Sie sich doch einfach mal die Seiten der anderen BUND-Regionalgruppen an: Auch hier dürfte formal Frau Dahlbender als Vorsitzende im Impressum stehen, obwohl die natürlich alle eigene Vorstände haben.
  • M. Louisiana
    am 31.05.2017
    Es gibt inzwischen eine Stellungnahme von Seiten des Aktionsbündnisses zum Artikel der Kontext: http://www.kopfbahnhof-21.de/wessen-bahnhof-wessen-stadt-wessen-konto/

    Ich möchte daher das, was ich unten geschrieben habe, insoweit zurücknehmen, als das AB inzwischen tatsächlich über ein eigenes Bankkonto zum Sammeln von Spenden verfügt, über das es die alleinige Verfügungsmacht hat. Die Gelder werden damit ausschließlich im Sinne des AB verwendet.
    Der Zwist, der im Kontext-Artikel beschrieben wird, dreht sich also um "Alt-Finanzen". Hier muss jetzt ein wenig Kritik auch in Richtung von Kontext gehen - diese Zusammenhänge hätte man durchaus erwähnen können.
    • Franz Fischer
      am 31.05.2017
      "Nachdem bekannt wurde, dass der BUND in seiner finanziellen Notlage, ohne das AB zu fragen, seine Personalkosten teilweise aus dem Konto des AB und damit aus Spendengeldern einer absolut ehrenamtlich arbeitenden Bürgerbewegung deckte, war die Verärgerung zwar groß, aber eine öffentliche Debatte wollte dennoch keiner."

      Die Stellungnahme ist entlarvend und macht es eher noch schlimmer. Intransparenz und Vertuschungsversuche. ... Und der Verdacht von Vermögensstraftaten. Sauber. Gratuliere. Erbärmlich, was da die einstigen K 21- "Helden" (AB , Grüne und BUND etc.) , die stets andere kritisieren und kritisiert haben, da abliefern. Es ist eine Schande, wie die Verantwortlichen sogenannter "Organisationen" das aufrichtige ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger gegen S 21 in den Dreck ziehen.
  • Peter Cuenot
    am 31.05.2017
    Die Angaben im Artikel können nicht stimmen. Schaut man sich den Jahresbericht 2016 des Bund für Umwelt und Naturschutz, Landesverband Baden-Württemberg, an, so sieht man auf Seite 20 und 21, dass per Ende 2016 mehr als 2 Millionen Euro in der Kasse bzw. als Bankguthaben vorhanden sind. Der Verfasser sollte mal bei Frau Dahlbender oder anderen Verantwortlichen nachfragen, wohin innerhalb von wenigen Wochen mehr als 2 Millionen Euro verschwunden sein sollen.
    • Horst Antes
      am 01.06.2017
      Im Artikel geht es um den Regionalverband, nicht den Landesverband. Bitte nicht durcheinanderbringen. Auf das Vermögen des LV hat der RV keinen Zugriff.
      Wobei auch der Regionalverband Stuttgart natürlich Rücklagen hat; um die finanzielle Sanierung, wie der Artikel schreibt, kann es also so oder so nicht gehen.
      Der Artikel scheint mir aber ohnehin recht tendenziös und fehlerhaft, ich würde die darin gemachten Aussagen daher mit Vorsicht genießen.
  • Thomas Renkenberger
    am 31.05.2017
    Transparenz heißt auch hier das Zauberwort für so wenig zauberhafte Vorgänge wie Kontenklärung, Rechenschaftsbericht und Abrechnung, die unter vernünftigen Menschen innerhalb der aktiven bzw. ehemaligen Gegner des Murksprojekts S21 ausgehandelt werden müssen. Wem die Veröffentlichung nur Anlass ist, unter falschem Namen herumzupöbeln, kann sich zu fb trollen.
    PS: Spenden bei der Montagsdemo dienen deren Finanzierung und haben nichts mit dem BUND zu tun. Seit dessen Austritt aus dem Aktionsbündnis gegen S21 und dem Abschied Gangolf Stockers von den Montagsdemos wird dort nur in Spendendosen des Vereins "Umkehrbar e.V." gesammelt, der wiederum jährlich einen geprüften Rechenschaftsbericht vorlegt, wie in Vereinen üblich.
    • Peter Kurtenacker
      am 01.06.2017
      Was das ganze noch mit Gangolf Stocker und anderen alten GS21-Kämpfern zu tun hat bleibt ein Rätsel.
      Das ewige Nachkarren der Linken gegen alle Früheren Mitkämpfer ist eine Schande für diese sogenannte Bewegung.
      Das Geld wurde vermutlich auch zum Großteil von bürgerlichen Kreisen gespendet und nicht von den Linken Hartz4-Empfängern, denen es zum Teil nicht um S21 geht. Hätte der BUND das damals besser mit einer eigenen Kasse geregelt.
      Ich empfindet den Artikel und das Gebarren einiger hier als eine Unverschämtheit.
      Da hier Aufrufe zu Kündigen von Beiträgen kamen, habe ich mein Soli-Abo gekündigt.
      Anmerkung: Ich war nie BUND-Mitglied.
      Aber Herr Freudenreich hätte sich besser überlegen sollen welche Namen er im Artikel nennt. Es fehlen nur noch die übliche Verdächtigungen gegen Hopfenzitz oder Sittler. Ausserdem ist der VcD sogar falsch als Namen, VCD ist richtig.
      Hauptsache schnell was hingeschrieben, wird schon etwas hängen bleiben.
      Ja es bleibt was hängen, eine schlechte Meinung über KONTEXT und die restliche GS21-Bewegung.
  • Frank Warneke
    am 31.05.2017
    Wer auch immer am Ende die Zeche bezahlt, was auch immer am Ende übrig bleibt, beim Blick auf die Protagonisten dieses kleinen Possenspiels bleibt doch der Eindruck von Kindergarten und Sandkasten. Kumpelhafte Verbindlichkeit wird zu rüpelhaftem " das ist meine Schaufel". Was soll man unter dem Eindruck dieses stümperhaftem Umgangs noch seinen Kindern beibringen, man kann nur aufklären, und hinweisen auf schlechten Umgang, fehlendem Respekt mit sich, dem Anderen und mit dem lieben Geld. Ich danke euch für den Artikel, und bin es doch gleichzeitig so leid
  • Stefanie Kaiser
    am 31.05.2017
    Der Mensch ist ja ein eher träges Wesen und so hatte ich schon öfter mit der Kündigung meiner BUND Mitgliedschaft geliebäugelt, es aber nie umgesetzt.
    Nun aber reicht es wirklich. Mein Geld bekommt der BUND nicht mehr.
    Und dem AB sei zugerufen: Kümmert euch drum und seid nicht derart blauäugig. Und zur Not klagt. Ich jedenfalls werde, solange das nicht wirklich geklärt ist, auf keiner der wenigen Montagsdemos, auf denen ich zu finden bin, etwas ins Kässle werfen.
    • Tom Adler
      am 31.05.2017
      Liebe Stefanie Kaiser, die Spendenkässle von Umkehrbar e.V. auf den Montagsdemos dienen seit Jahren nur der Finanzierung der Demos und haben mit dem angesprochenen Konto des AKtionsbündnis beim BUND nichts zu tun. Der Kontoführer ist Umkehrbar e.V., hervorgegangen aus dem Spektrum der Parkschützer. Die Mittelverwendung ist transparent, alle arbeiten ehrenamtlich, 'Personalkosten' gibt es nicht. Vor ihrem Auszug aus dem Aktionsbündnis hatten Grüne und ihre Alliierten noch durchgesetzt , dass die Demos nicht mehr mitgetragen und finanziert werden. Seither sichern das die Spender*innen in die Spendenbüchsen und aufs Konto von Umkehrbar e.V. Lauter gute Gründe also, die Spendenbüchsen von Umkehrbar eV weiter voll zu machen!

      Herzlich,
      Tom Adler
      (Mitglied im Demo-Organisationsteam)
    • M. Louisiana
      am 31.05.2017
      Das Geld, das bei den Montagsdemos gespendet wird, geht an die Aktiven Parkschützer. Das geht nicht über das AB und das BUND-Konto.
    • Jorgos Iordanidis
      am 31.05.2017
      Liebe Stefanie, auch ich möchte darauf hinweisen, wie auch Tom, dass die Spenden auf den MoDemos nicht auf das AB-Konto gehen. Ich betone es auch deshalb, weil es auch bei anderen Menschen zu Irritationen führen kann. Völlig zustimmen möchte ich dir beim Schritt in Bezug auf die Kündigung dem BUND gegenüber. Diese werde ich heute noch einreichen. Spätestens JETZT ist es genug!
      LG
      Jorgos
    • Karl Käfer
      am 31.05.2017
      Seufz. Kann man wirklich nicht mehr erwarten, dass - auch im Internet! - mit dem gerechten Zorn solange gewartet wird, bis wenigstens die Faktenlage klar ist?

      Der BUND RV Stuttgart hat sich jahre-, bald jahrzehntelang gegen S21 engagiert und tut das auch heute noch. Man kann sagen: Ohne ihn hätte es das Aktionsbündnis, zumindest in dieser Form und Schlagkraft, wohl nie gegeben.

      Übrigens: Natürlich ist der BUND auf allen Ebenen nach wie vor ein S21-Gegner. Wenn Herr Freudenreich da irgendwas von "als BUND-Chefin müsse sie [Brigitte Dahlbender] taktieren" schreibt und sich dabei auf sogenannte "Kenner" beruft, frage ich mich schon, wen er da gefragt hat. Kenner jedenfalls nicht. Die Linie des BUND war und ist bei S21 seit dem Ausstieg aus dem AB ganz simpel und klar: Er ist dagegen, respektiert aber die Volksabstimmung und kann auch gar nicht die Energie, Zeit und das Personal aufwenden, S21 weiterhin so intensiv zu begleiten, wird das Projekt aber weiterhin "kritisch begleiten".
      Zu "taktieren" gibt es da also gar nichts und ist auch schlicht unnötig.

      Für eben diese kritische Begleitung des Projektes hat der RV Stuttgart nun offenbar auch Mittel aus der Aktionsbündniskasse aufgewendet, konkret anscheinend für das Thema Zauneidechsen. Dass der BUND aufgewendete Personalmittel über die Kasse abrechnet, halte ich für absolut legitim. Wo genau also liegt der Skandal? Zumal, wenn der BUND selbst bereits vor fast einem Jahr auf die sich leerende Kasse verweist, frage ich mich, warum man sich im AB jetzt so überrascht gibt..?

      Full disclosure:
      Ja, ich bin ehrenamtlich im BUND aktiv. Nein, nicht im RV Stuttgart. Nein, ich habe finanziell nichts davon.
  • M. Louisiana
    am 31.05.2017
    Welche unglaubliche Chuzpe von Seiten des BUND!
    Da passt dem grün-geführten Stuttgarter BUND das nicht, was das Aktionsbündnis macht, dann versucht man, diesem die Lebensgrundlage zu entziehen, indem man ihm einfach sein Geld wegnimmt. Nichts anderes ist es doch, was der Herr Pfeifer hier versucht. Warum Pfeifer kein gutes Haar am Konzept Umstieg21 lässt, ist auch klar. Mit diesem Konzept sind die Leute vom AB letztes Jahr den Grünen, allen voran dem grünen Nichts-Tuer OB Kuhn ganz schön in die Quere gekommen. Dass den Grünen das überhaupt nicht gefällt, ist ja wohl klar.
    Das, was Pfeifer & Co. hier treiben, ist nicht nur ein infames, sondern auch ein rechtswidriges Spiel. Das AB sollte sich auf Heller und Cent belegen lassen, was der BUND mit dem Geld gemacht hat!
    Aber auch in Richtung des AB muss man Kritik äußern. Wie naiv kann man sein? Beim Geld hört bekanntlich die Liebe auf. Meines Erachtens war bereits der Ausstieg des BUND aus dem AB damals ein Versuch, dem Widerstand gegen S21 die Grundlage zu entziehen. Ich weiß, dass man damals bereits darüber gesprochen hatte, ob man die Verwaltung der Gelder anders organisieren sollte, weil es eben ein ziemlich unglückliches Modell war, das Geld auf einem Konto des BUND zu haben, der selber nicht mehr dazu gehörte und sich losgesagt hatte. Ich dachte wirklich, Ihr hättet das inzwischen längst anders geregelt, liebe ABler?!
    Ihr solltet aber zumindest jetzt unverzüglich Euer Geld auf einem wirklich eigenen Konto lagern und selber Eure eingehenden Spenden verwalten. Ich kann Euch aus der Erfahrung anderer Gruppierungen in der Bewegung gegen S21 sagen, dass es nicht von entscheidender Bedeutung ist, ob der Spendenempfänger als gemeinnützig anerkannt und somit in der Lage ist, Bescheinigungen über die Spenden auszustellen, die der Spender dann bei der Steuererklärung geltend machen kann. Die Leute in unserer Bewegung spenden auch in ausreichender Menge, wenn sie diesen Vorteil nicht haben. Einfach, weil ihnen die Sache wichtig ist!
    Und warum vor einer Klage gegen den BUND zurückschrecken? Was tut der BUND denn noch für Euch? Nichts mehr. Lobbyarbeit für die Grünen macht er. Weiter nichts.
    • Wolfgang Weiss
      am 31.05.2017
      Volle Zustimmung @M.Louisiana ! Du formulierst inhaltlich genau das, was ich auch dazu posten wollte, besser hätte ich es nicht ausdrücken können .Danke dafür.

      Mir persönlich ging es so, daß ich Anfang 2014 "heilfroh" darüber war, daß die sogenannten "Grünen" samt VCD und RV Stuttgart BUND sich aus dem AB "verabschiedet" haben. Das war so ein Gefühl von "einige Bremser weniger" .
      Ich denke , daß das auch auf starken Druck innerhalb der Anti-S21-Bewegung zurückzuführen war, was für mich dafür spricht, daß die "basisdemokratische Bewegung innerhalb der Bewegung" irgendwie funktioniert . Ich selbst habe diesbezüglich ans AB, speziell auch an Joachim Pfeiffer und Clarissa Seitz, etliche kritische "Brandmails" geschrieben, die z.T. auf "Unmut" gestoßen sind (und das
      ist noch "nett" von mir ausgedrückt!) .

      Die im Artikel geschilderte finanzielle Seite habe ich dabei völlig unbeachtet gelassen, weil "Finanzgedöns" ohnehin nicht mein Ding ist. Aber ich denke trotzdem, daß Louisiana richtig liegt (Zitat)
      "Das, was Pfeifer & Co. hier treiben, ist nicht nur ein infames, sondern auch ein rechtswidriges Spiel. Das AB sollte sich auf Heller und Cent belegen lassen, was der BUND mit dem Geld gemacht hat!"

      Wir fordern mit Recht von den "S-21-Machern" Transparenz ein. Das gilt dann aber immer und zuerst auch in "den eigenen Reihen" . Alles andere ist unglaubwürdig.
      Also, liebes AB: Mut zur Klage !
  • Waldemar Grytz
    am 31.05.2017
    Da wird es doch ganz interessant sein zu erfahren, in welchem Umfang und zu welchen Stundensätzen der BUND seine "Dienstleistungen" und seinen Abschied aus dem S21-Protest der Bewegung in Rechnung stellt bzw. gestellt hat.
    • Karl Käfer
      am 31.05.2017
      Es würde mich sehr wundern, wenn das interessant wäre. Die Abrechnung der geleisteten Stunden usw. wird genau so erfolgt sein, wie sie im gesamten zehnjährigen Bestehen der Aktionsbündiskasse beim BUND immer erfolgt ist.

      Man muss nochmal betonen: Dass der BUND RV Stuttgart Zugriff auf die Kasse hat und auch eigene Personalkosten zu S21 abrechnen kann, ist schon lange Usus und mit dem AB entsprechend abgesprochen. Angesichts der vielen hauptamtlichen Arbeitsstunden (von denen das AB über die Jahre extrem profitiert hat!) halte ich das auch für mehr als legitim (mal ganz abgesehen davon, dass der BUND erhebliche Teile der Kasse durch seine Arbeit ja selbst erwirtschaftet hat).
      Dass die Kasse nun leer ist kommt ebenfalls nicht überraschend und wurde vom RV Stuttgart, siehe Artikel, bereits im Juli vergangenen Jahres angekündigt.
      Wenn der RV Stuttgart also nicht gerade Arbeitsstunden abgerechnet hat, die mit S21 nichts zu tun hatten - was ich mir nicht vorstellen kann, und dafür gibt es derzeit auch keinerlei Hinweise, im Artikel oben jedenfalls nicht - sehe ich das Problem nicht so recht und halte derartige - mit Verlaub, rufschädigende - Spekulationen nicht für angebracht.

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